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	Kommentare zu: Keine Angst vor Theologie!	</title>
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	<description>Christlicher Bücherblog</description>
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		<title>
		Von: Glaube Hoffnung Liebe		</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Glaube Hoffnung Liebe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Jun 2013 22:25:08 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Kürzlich habe ich eine interessante Neuerscheinung von Jay E. Adams entdeckt: »Keine Angst vor Theologie! – Eine unterhaltsam-systematische Einführung in wichtige Glaubensfragen« (Betanien Verlag 2013; http://www.cbuch.de/Adams-Keine-Angst-vor-Theologie-p4095/). Ich fand die Idee des Buches – eine einfach geschriebene Einführung in die Theologie – auf Anhieb toll. Irgendwie fehlen solche Bücher auf dem Markt und umso interessierter habe ich das Buch (bisher zur Hälfte) gelesen.

Gerne würde ich ein paar Anmerkungen weitergeben, und wäre an eurer Sicht interessiert ...

Adams, den ich, was die praktische Predigtlehre betrifft, sehr schätze, hat hier ein für mich sehr fragwürdiges Buch vorgelegt. Es gibt darin wirklich bemerkenswert gute Kapitel (über die Irrlehre der katholischen Transsubstantiation, Ist die Taufe heilsnotwendig?, Die Rechtfertigung) – aber leider auch immer wieder Passagen, die zweifelhaft bis absurd sind.

Hier ein paar Punkte, die ich besonders schwierig finde:

– im Kapitel »Die 66 Bücher der Bibel« legt Adams nahe, dass das Königreich Christi unmittelbar nach der Zerstörung Jerusalems (»... und dann wird das Ende kommen.« –Mt. 24,14) »bereit war zu wachsen und zu gedeihen«. Adams’ präteristische Überzeugung kommt hier durch, d. h. er lehnt das kommende tausendjährige Reich ab, und sieht uns heute schon in diesem Reich – Präteristen gehen sogar davon aus, dass fast alle Prophezeiungen der Offenbarung bereits erfüllt wurden und die nächste »Station« das Endgericht sein wird.

Damit einher geht natürlich, dass er für das Volk Israel keine Zukunft sieht. Gottes Volk wurde mit der Zerstörung Jerusalems (70 n. Chr.) von Gott vollkommen abgesetzt und fallengelassen.

– Im Kapitel »Jona, Vorsehung und Außerirdische« gibt Adams an, das Hauptthema des Buches Jona wäre die Vorsehung Gottes (Gott hat einen Fisch bestellt, damit Er Sein Ziel mit Jona erreichen kann). Ich habe mir dazu notiert, dass der Aufruf zur Buße und Umkehr (s. Mt. 12,41) doch viel deutlicher das Thema des Buches darstellt. Der Autor sieht, weil er die Souveränität Gottes besonders betont, überall dieses Thema behandelt, auch wenn es eigentlich vordergründig um andere Dinge geht.

– In »Wem erteilt Gott eine Erlaubnis?« musste ich besonders schlucken. Adams sagt hier, dass Gott Katastrophen, wie Erdbeben oder Hurrikans, nicht zulässt, sondern verursacht. »... Es ist daher sehr traurig zu hören, wenn manche Prediger (darunter einige sehr berühmte) über einen Tornado, der eine ganze Stadt dem Erdboden gleich gemacht hat, den Kommentar abgeben: Gott hat es erlaubt (oder zugelassen). Das ist nicht wahr. Doch genau das sagen Prediger immer wieder. ... Durch ein derart weichgespültes Gewäsch, Gott würde Unglücksfälle lediglich zulassen, vermitteln Prediger Außenstehenden den Eindruck, Gott hätte die Welt nicht im Griff ...«

Das waren jetzt nur Auszüge aus dem Kapitel, aber wenn man es ganz liest, hat man den Eindruck, die Argumentation ist an den Haaren herbeigezogen und man fühlt sich über Adams Ansichten befremdet.

– Im Kapitel über den Heiligen Geist erklärt Adams, dass der Dienst des Heiligen Geistes notwendig ist, weil das Reich Christi nicht mehr auf die kleine Region Israels im Nahen Osten beschränkt ist, sondern nun weltweit gilt. »Darum ist der Dienst des Heiligen Geistes nötig.« – auch hier: was soll das bedeuten? Es klingt absurd.

– In »Wessen Pläne kommen zustande?« versucht Adams anhand zweier Beispiele – Josef und Jesus – zu zeigen, dass ausschließlich die Pläne Gottes zustande kommen, egal, was ein Mensch vorhat bzw. entscheidet. Das ist nicht falsch. Auch ich denke, dass Gott die Herzen lenkt, uns in Umstände führt und letztlich entscheidet, aber bei Adams klingt das sehr fatalistisch. Alles was ein Mensch macht, ist letztlich nichtig, Gott hat sein Schicksal in der Hand, es gibt eigentlich keine »eigenen« Entscheidungen.

– In »Das Problem des Menschen« wird es inkonsequent, da der Autor das Problem der Sünde und der Frage, warum es Chaos in der Welt gibt, dem Menschen plötzlich wieder einen eigenen Willen zuschreibt. Der Mensch ist dafür verantwortlich (darin hat Adams ja recht), doch im Kontrast zu den vorangegangenen Kapiteln wirkt das wie eine irrationale Meinungsänderung des Autors. Die Ausgewogenheit fehlt hier total.

– Im Kapitel »Nur kurz zum Thema Erwählung« spricht Adams ausschließlich von Erwählung. Ich denke, dass die Bibel über Erwählung spricht, aber auch über den freien Willen. Warum spricht Adams nicht darüber?

– Aus »Der Verrat des Judas aus zwei Perspektiven« lese ich heraus, dass Adams an die Erwählung zum Heil glaubt, und an den freien Willen zum Sündigen. Der Mensch hat keine Chance, sich für die Errettung zu entscheiden, auf der anderen Seite hat er auch keine Möglichkeit, sich gegen die Sünde zu entscheiden (doch wenn er sündigt, ist es Adams zufolge des Menschen eigene Entscheidung). Widersprüchlich. Ich finde, das Wesen des Menschen wird hier nicht richtig dargestellt, alles »passt« irgendwie nicht richtig zusammen.

– Schließlich wirft Adams in »Wer ist ein Jude?« alles in einen Topf: »Du, als gläubiger Christ heute, bist ein Jude!« Für Jay Adams hat das Volk Gottes, Israel, keine Bedeutung mehr, ja es existiert noch nicht einmal. Jesus sagte (Mt. 24): Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen ist – und Adams meint, da »dies alles« bei der Zerstörung Jerusalems geschehen ist, ist das Geschlecht der Israeliten inzwischen vergangen.

Fazit

Adams’ Buch wirkt auf mich wie ein schöner Blumenstrauß – doch bei genauerem Hinsehen entdeckt man unter den vielen prächtigen Blüten immer wieder kaputte und verdorbene Blumen. Ich würde mir eine Einführung in die christliche Theologie, für junge Leute geschrieben und einfach zu verstehen, sehr wünschen. Das Buch von Jay Adams halte ich aber aufgrund der extremen Position zur Erwählung für nicht geeignet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kürzlich habe ich eine interessante Neuerscheinung von Jay E. Adams entdeckt: »Keine Angst vor Theologie! – Eine unterhaltsam-systematische Einführung in wichtige Glaubensfragen« (Betanien Verlag 2013; <a href="http://www.cbuch.de/Adams-Keine-Angst-vor-Theologie-p4095/" rel="nofollow ugc">http://www.cbuch.de/Adams-Keine-Angst-vor-Theologie-p4095/</a>). Ich fand die Idee des Buches – eine einfach geschriebene Einführung in die Theologie – auf Anhieb toll. Irgendwie fehlen solche Bücher auf dem Markt und umso interessierter habe ich das Buch (bisher zur Hälfte) gelesen.</p>
<p>Gerne würde ich ein paar Anmerkungen weitergeben, und wäre an eurer Sicht interessiert &#8230;</p>
<p>Adams, den ich, was die praktische Predigtlehre betrifft, sehr schätze, hat hier ein für mich sehr fragwürdiges Buch vorgelegt. Es gibt darin wirklich bemerkenswert gute Kapitel (über die Irrlehre der katholischen Transsubstantiation, Ist die Taufe heilsnotwendig?, Die Rechtfertigung) – aber leider auch immer wieder Passagen, die zweifelhaft bis absurd sind.</p>
<p>Hier ein paar Punkte, die ich besonders schwierig finde:</p>
<p>– im Kapitel »Die 66 Bücher der Bibel« legt Adams nahe, dass das Königreich Christi unmittelbar nach der Zerstörung Jerusalems (»&#8230; und dann wird das Ende kommen.« –Mt. 24,14) »bereit war zu wachsen und zu gedeihen«. Adams’ präteristische Überzeugung kommt hier durch, d. h. er lehnt das kommende tausendjährige Reich ab, und sieht uns heute schon in diesem Reich – Präteristen gehen sogar davon aus, dass fast alle Prophezeiungen der Offenbarung bereits erfüllt wurden und die nächste »Station« das Endgericht sein wird.</p>
<p>Damit einher geht natürlich, dass er für das Volk Israel keine Zukunft sieht. Gottes Volk wurde mit der Zerstörung Jerusalems (70 n. Chr.) von Gott vollkommen abgesetzt und fallengelassen.</p>
<p>– Im Kapitel »Jona, Vorsehung und Außerirdische« gibt Adams an, das Hauptthema des Buches Jona wäre die Vorsehung Gottes (Gott hat einen Fisch bestellt, damit Er Sein Ziel mit Jona erreichen kann). Ich habe mir dazu notiert, dass der Aufruf zur Buße und Umkehr (s. Mt. 12,41) doch viel deutlicher das Thema des Buches darstellt. Der Autor sieht, weil er die Souveränität Gottes besonders betont, überall dieses Thema behandelt, auch wenn es eigentlich vordergründig um andere Dinge geht.</p>
<p>– In »Wem erteilt Gott eine Erlaubnis?« musste ich besonders schlucken. Adams sagt hier, dass Gott Katastrophen, wie Erdbeben oder Hurrikans, nicht zulässt, sondern verursacht. »&#8230; Es ist daher sehr traurig zu hören, wenn manche Prediger (darunter einige sehr berühmte) über einen Tornado, der eine ganze Stadt dem Erdboden gleich gemacht hat, den Kommentar abgeben: Gott hat es erlaubt (oder zugelassen). Das ist nicht wahr. Doch genau das sagen Prediger immer wieder. &#8230; Durch ein derart weichgespültes Gewäsch, Gott würde Unglücksfälle lediglich zulassen, vermitteln Prediger Außenstehenden den Eindruck, Gott hätte die Welt nicht im Griff &#8230;«</p>
<p>Das waren jetzt nur Auszüge aus dem Kapitel, aber wenn man es ganz liest, hat man den Eindruck, die Argumentation ist an den Haaren herbeigezogen und man fühlt sich über Adams Ansichten befremdet.</p>
<p>– Im Kapitel über den Heiligen Geist erklärt Adams, dass der Dienst des Heiligen Geistes notwendig ist, weil das Reich Christi nicht mehr auf die kleine Region Israels im Nahen Osten beschränkt ist, sondern nun weltweit gilt. »Darum ist der Dienst des Heiligen Geistes nötig.« – auch hier: was soll das bedeuten? Es klingt absurd.</p>
<p>– In »Wessen Pläne kommen zustande?« versucht Adams anhand zweier Beispiele – Josef und Jesus – zu zeigen, dass ausschließlich die Pläne Gottes zustande kommen, egal, was ein Mensch vorhat bzw. entscheidet. Das ist nicht falsch. Auch ich denke, dass Gott die Herzen lenkt, uns in Umstände führt und letztlich entscheidet, aber bei Adams klingt das sehr fatalistisch. Alles was ein Mensch macht, ist letztlich nichtig, Gott hat sein Schicksal in der Hand, es gibt eigentlich keine »eigenen« Entscheidungen.</p>
<p>– In »Das Problem des Menschen« wird es inkonsequent, da der Autor das Problem der Sünde und der Frage, warum es Chaos in der Welt gibt, dem Menschen plötzlich wieder einen eigenen Willen zuschreibt. Der Mensch ist dafür verantwortlich (darin hat Adams ja recht), doch im Kontrast zu den vorangegangenen Kapiteln wirkt das wie eine irrationale Meinungsänderung des Autors. Die Ausgewogenheit fehlt hier total.</p>
<p>– Im Kapitel »Nur kurz zum Thema Erwählung« spricht Adams ausschließlich von Erwählung. Ich denke, dass die Bibel über Erwählung spricht, aber auch über den freien Willen. Warum spricht Adams nicht darüber?</p>
<p>– Aus »Der Verrat des Judas aus zwei Perspektiven« lese ich heraus, dass Adams an die Erwählung zum Heil glaubt, und an den freien Willen zum Sündigen. Der Mensch hat keine Chance, sich für die Errettung zu entscheiden, auf der anderen Seite hat er auch keine Möglichkeit, sich gegen die Sünde zu entscheiden (doch wenn er sündigt, ist es Adams zufolge des Menschen eigene Entscheidung). Widersprüchlich. Ich finde, das Wesen des Menschen wird hier nicht richtig dargestellt, alles »passt« irgendwie nicht richtig zusammen.</p>
<p>– Schließlich wirft Adams in »Wer ist ein Jude?« alles in einen Topf: »Du, als gläubiger Christ heute, bist ein Jude!« Für Jay Adams hat das Volk Gottes, Israel, keine Bedeutung mehr, ja es existiert noch nicht einmal. Jesus sagte (Mt. 24): Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen ist – und Adams meint, da »dies alles« bei der Zerstörung Jerusalems geschehen ist, ist das Geschlecht der Israeliten inzwischen vergangen.</p>
<p>Fazit</p>
<p>Adams’ Buch wirkt auf mich wie ein schöner Blumenstrauß – doch bei genauerem Hinsehen entdeckt man unter den vielen prächtigen Blüten immer wieder kaputte und verdorbene Blumen. Ich würde mir eine Einführung in die christliche Theologie, für junge Leute geschrieben und einfach zu verstehen, sehr wünschen. Das Buch von Jay Adams halte ich aber aufgrund der extremen Position zur Erwählung für nicht geeignet.</p>
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		<title>
		Von: Anna		</title>
		<link>https://nimm-lies.de/keine-angst-vor-theologie/6389/comment-page-1#comment-2820</link>

		<dc:creator><![CDATA[Anna]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Apr 2013 20:12:09 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Hallo,

ich stimme dem Artikel sehr zu. Ich selber studiere Theologie und merke sehr, dass mich die wissenschaftliche Auseinandersetzung in meinem Glauben und Christsein bereichert. Gerade junge Erwachsene scheuen, wie der Artikel auch aussagt, theologische Abhandlungen aus total nachvollziehbaren Gründen: schwierige, komplizierte Fachsprache, trocken! Mit diesem Buch könnte das Gegenteil bewiesen werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass es auch mir helfen könnte. Denn vieles ist für mich immernoch eine Lese-und Verstehensherausforderung. Vielleicht gibt mir das Buch Antworten auf Fragen.

Liebe Grüße
Anna]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo,</p>
<p>ich stimme dem Artikel sehr zu. Ich selber studiere Theologie und merke sehr, dass mich die wissenschaftliche Auseinandersetzung in meinem Glauben und Christsein bereichert. Gerade junge Erwachsene scheuen, wie der Artikel auch aussagt, theologische Abhandlungen aus total nachvollziehbaren Gründen: schwierige, komplizierte Fachsprache, trocken! Mit diesem Buch könnte das Gegenteil bewiesen werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass es auch mir helfen könnte. Denn vieles ist für mich immernoch eine Lese-und Verstehensherausforderung. Vielleicht gibt mir das Buch Antworten auf Fragen.</p>
<p>Liebe Grüße<br />
Anna</p>
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