<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Literatur Archive - NIMM und LIES</title>
	<atom:link href="https://nimm-lies.de/category/literatur/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://nimm-lies.de/category/literatur</link>
	<description>Christlicher Bücherblog</description>
	<lastBuildDate>Wed, 15 Jul 2026 10:34:05 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.1.2</generator>

<image>
	<url>https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/favicon-nimm-lies-150x150.png</url>
	<title>Literatur Archive - NIMM und LIES</title>
	<link>https://nimm-lies.de/category/literatur</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Das Lied vom weisen Oleg</title>
		<link>https://nimm-lies.de/das-lied-vom-weisen-oleg/18749</link>
					<comments>https://nimm-lies.de/das-lied-vom-weisen-oleg/18749#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jul 2026 10:34:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Das Lied vom weisen Oleg]]></category>
		<category><![CDATA[Erfüllung]]></category>
		<category><![CDATA[Glück seines Schmiedes]]></category>
		<category><![CDATA[Prophezeihung]]></category>
		<category><![CDATA[Schicksal]]></category>
		<category><![CDATA[Vorsehung]]></category>
		<category><![CDATA[Wladimir Wyssozki]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://nimm-lies.de/?p=18749</guid>

					<description><![CDATA[<p>Es gibt eine alte russische Legende, die 1822 der bekannte russische Dichter Alexander Puschkin als Ballade &#8222;Lied vom weisen Oleg&#8220; bekannt gemacht hat (eine gelungene deutsche Übersetzung findet sich hier). Besungen wird Oleg der Weise, der zweite russische Zar und Begründer der Kiewer Rus&#8216;. 150&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/das-lied-vom-weisen-oleg/18749">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/das-lied-vom-weisen-oleg/18749">Das Lied vom weisen Oleg</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Es gibt eine alte russische Legende, die 1822 der bekannte russische Dichter <em>Alexander Puschkin </em>als Ballade  &#8222;Lied vom weisen Oleg&#8220; bekannt gemacht hat (<a href="https://ruverses.com/alexander-pushkin/the-lay-of-the-wise-oleg/12155/">eine gelungene deutsche Übersetzung findet sich hier</a>). Besungen wird <em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oleg_(Kiewer_Rus)">Oleg der Weise,</a></em> der zweite russische Zar und Begründer der Kiewer Rus&#8216;. 150 Jahre später <a href="https://wysotsky.com/1031.htm?82">vertonte </a>der Dichter <a href="https://www.glaubend.de/wo-sind-nur-unsere-liedermacher-hin/">Wladimir Wyssozki</a> den gleichen Stoff als Populäres Volkslied. </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="369" height="456" src="https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/bild1-2.jpg" alt="" class="wp-image-18752" style="width:369px;height:auto" srcset="https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/bild1-2.jpg 369w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/bild1-2-243x300.jpg 243w" sizes="(max-width: 369px) 100vw, 369px" /><figcaption class="wp-element-caption">Oleg der Weise auf einem Gemälde von Wiktor Waznezow</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Der Inhalt der Ballade: Hoch gerüstet zu Roß reitet der erfolgreiche Oleg in die nächste Schlacht. Da begegnet ihm ein weiser Seher, der ihm auf die Anfrage kündet, dass er viel Erfolg haben wird, sein Reich bis an die Grenzen Byzanz erweitern wird, die Feinde zerstreuen wird, sich viel Ruhm aneignen wird. Dabei wird ihn in allen Gefahren sein mutiges Roß begleiten. Doch soll Oleg wissen: <em><strong>&#8222;Und doch einst von diesem Roß hast Du den Tod!&#8220;</strong></em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Oleg ist getroffen und verfinstert. Betrübt verabschiedet er sich von seinem treuen Gefährten. Das Ross soll nun in einem entfernten Stall bewacht werden, damit es Oleg nicht gefährlich werden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jahre vergehen und nach vielen erfolgreichen Schlachten schmaußt der Fürst im Kreise seiner alten Vertrauten. Sie gedenken der vergangene Ereignisse, da erinnert sich Oleg an sein Pferd. Dabei erfährt er von seinen Dienern, dass diesen nun etliche Jahre am Hügelhang begraben liegt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>&#8222;Alter Seher, Du hast mich belogen! Noch heute trüge mein Roß mich vielleicht&#8230;&#8220; </strong>denkt sich Oleg und lässt sich zur Hügelstätte führen, um die Gebeine zu sehen. Die Feuchtigkeit hat die Erde weggespüllt und einige Knochen sind zu sehen, darunter auch der Roßschädel. Auf diesen tritt der Fürst; dabei kriecht aus dem Schädel eine Grubenoter, kriecht am Bein des Fürsten empor und sticht ihn mit tödlichem Biss.  </p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">&#8222;Eine giftige Viper biss ihn,<br>und so fand er tatsächlich<br>durch sein eigenes Pferd den Tod.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein bekanntes Erzählmuster, dass unzählig oft in der Weltliteratur vorkommt: <strong>&#8222;Der Versuch, einem vorhergesagten Schicksal zu entkommen, führt gerade zu dessen Erfüllung&#8220;. </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">König Ödipus ist hier vielleicht das berühmteste und auch tragischste Beispiel.Ein anderes ist Macbeth. Drei &#8222;Schicksalsschwestern &#8222;begrüßen ihn als den als zukünftigen König.&#8220; Da sich andere Prophezeihungen dieser Frauen erfüllen, hält sich Macbeth für gerechtfertigt &#8222;seinem Schicksal&#8220; nachzuhelfen und König Duncan zu beseitigen, der ja im Weg für seine Thronbesteigung steht. So macht sich Macbeth zum Mörder und zu einem Abhängigen dieser Prophezeihungen.  Zu diskutieren ist:  <em>Bestimmen die Wahrsagungen Macbeths Schicksal oder enthüllen sie nur eine Zukunftsmöglichkeit, die Macbeht durch seine eigenen Entschiedungen verwirklicht?</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine spannende Variante dieses Themas findet sich bei Tolkiens&#8216; Herr der Ringe. Der Hexenkönig von Angmar hält sich für unbesiegbar, da eine Prophezeihung ihn wissen lässt: <em>&#8222;Nicht durch die Hand eines Mannes wird er fallen&#8220;. </em>Genau in dem Moment, in dem er sich dieser Unbesiegbarkeit brüstet, nimmt Eowyn (eine Frau) den Helm ab und antworett <em>&#8222;Ich bin kein Mann!&#8220;</em> und versetzt ihm den tödlichen Stich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Favorit unter solchen Erzählungen ist &#8222;Der Schmied seines Glückes&#8220;. Eine Erzählung von Gottfried Keller aus dem Novellenzyklus: &#8222;<a href="https://nimm-lies.de/tag/die-leute-von-seldwyla">Die Leute von Seldwyla&#8220;.</a> Keller erzählt die Geschichte vom Schmied Johannes Kabis. In seiner Werkstatt hängt ein Hufeisen mit dem Spruch: <em><strong>&#8222;Jeder ist seines Glückes Schmied&#8220;. </strong></em>Von dieser Botschaft ist er überzeugt. So verlässt er irgendwann auch sein Gewerbe, und zieht von Ort zu Ort auf der Suche nach Glück. An einem fernen Ort gelingt ihm  durch Gechick, Selbstbewusstsein und Kleverniess ein schneller Aufstieg. Doch gerade seine Intrigen führen dazu, dass er am Ende alles verliert.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">All diese alten Geschichten zeigen: In vergangenen Zeiten war man vom erbarmungslosen Takt des Schicksals beeindruckt. Jeder konnte dazu eine Geschichte erzählen, wie man den Umständen ausgeliefert hat. Heute schlägt der Zeiger klar in die andere Richtung, Die Selbstbestimmung ist hoch im Kurs. Es sind Zeiten geworden, in der &#8222;sich jeder für den Glück seines Schmiedes hält&#8220;. Jede auch nur wage Andeutung von der Abhängigkeit des Menschen von Gott, wird als Ketzerei empfunden, oft auch in kirchliche Kreise hinein. Selbstbestimmung ist einfach das Gebott der Stunde. Nicht Sklave des Schicksals möchte man sein, sondern Herr seines Schicksals!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Christ muss man beide Perspektiven verwerfen. Weder der Drohende Finger des Schicksals noch der Marktschreier der Selbstbestimmung kann ihn beeindrucken!  Ein Christ weiß: <a href="https://www.jesus.de/liederschaetze/meine-zeit-steht-in-deinen-haenden/">&#8222;Meine Zeit steht in seinen Händen!&#8220;</a> (Ps. 31.16). Nichts bestimmt über mein Leben außer Gott allein. Wir sind niemals einem Schicksal ausgeliefert, sondern einem Gott, ohne dessen Willen nicht der kleinste Vogel vom Kurs abkommt und der alle unsere Haare gezählt hat. Einerseits löst die Bibel allen Schicksalsglauben dadurch auf, dass sie zeigt, dass Gottes Kontrolle viel weiter reicht. Es gibt kein blindes Schicksal, welches Gott Vorschläge dafür macht, was er uns zulassen soll oder nicht. Nein, er regiert allein und souverän!. Gott sitzt im Regimente. Keine unpersönliche Macht, sondern ein allmächtiger, allweiser, allguter Gott, der Herr Zebaoth (Mehr dazu <a href="https://www.glaubend.de/die-gewaltige-trostkraft-der-lehre-von-der-auserwaehlung/">hier</a>). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit diesem Wissen um Gottes Regiment, klingt Selbstbestimmung zu sehr nach Rebellion. Nicht umsonst redet die Bibel ja auch von<em> Selbstverleugnung, statt von Selbstbestimmung.</em> Ja Gott möchte uns frei haben, ja Gott möchte uns mündig sehen, aber eine Autonomie? Völlig Undenkbar! Wie wäre sowohl das Schreiben oder Lesen dieses Artikels ohne Gottes Befähigung möglich gewesen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Schluss die Frage: Wie kann mein Bild von Gott so verändert werden, dass ich mich weder für einen Sklaven noch für einen Herr meiner Umstände halte, sondern ein vertrauensvoller Nachfolger Christi sein kann? </p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/das-lied-vom-weisen-oleg/18749">Das Lied vom weisen Oleg</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://nimm-lies.de/das-lied-vom-weisen-oleg/18749/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch &#8211; Erstlingswerk von Alexander Solschenizyn</title>
		<link>https://nimm-lies.de/ein-tag-im-leben-des-iwan-denissowitsch-erstlingswerk-von-alexander-solschenizyn/15444</link>
					<comments>https://nimm-lies.de/ein-tag-im-leben-des-iwan-denissowitsch-erstlingswerk-von-alexander-solschenizyn/15444#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Sep 2023 13:19:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Solschenizyn]]></category>
		<category><![CDATA[Ein Tag im Leben von Ivan Denisovich]]></category>
		<category><![CDATA[Solschenizyn]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.nimm-lies.de/?p=15444</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eigentlich ist es eine seltsame Führung, dass das erste Werk von Alexander Solsschenizyn, selber zunächst jahrelang Häftling im Gulag, später bis zur seiner Rehabilation 1957 in &#8222;ewiger Verbannung&#8220; in Sibirien, offiziell von der sowjetischen Regierung zur Veröffentlichung zugelassen wurde, ja von Chruschtschow, dem Führer der&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/ein-tag-im-leben-des-iwan-denissowitsch-erstlingswerk-von-alexander-solschenizyn/15444">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/ein-tag-im-leben-des-iwan-denissowitsch-erstlingswerk-von-alexander-solschenizyn/15444">Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch &#8211; Erstlingswerk von Alexander Solschenizyn</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-large is-resized is-style-default"><img decoding="async" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/a0/One_day_in_the_life_of_I_D.JPG/800px-One_day_in_the_life_of_I_D.JPG" alt="" width="452" height="757"/></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Eigentlich ist es eine seltsame Führung, dass das erste Werk von Alexander Solsschenizyn, selber zunächst jahrelang Häftling im Gulag, später bis zur seiner Rehabilation 1957 in &#8222;ewiger Verbannung&#8220; in Sibirien, offiziell von der sowjetischen Regierung zur Veröffentlichung zugelassen wurde, ja von Chruschtschow, dem Führer der UdSSR höchstpersönlich, der sich sogar mit dem Buch beschäftigt hat. Da die Zensurbehörde weitere Probleme fürchtet, erscheint die russische Erstauflage gar mit einem Vorwort von Chrutschtschow höchstpersönlich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Chrustschow war ein entschiedener Kritiker des Stalinismus, und es passte wohl in das politische Klima, Stalinistische Auswüchse wie die Gulags zu kritisieren. Entsprechend wünschte sich die Zensurbehörde sogar mehr &#8222;Stalin-Kritk&#8220;. Solchenzin berichtet später selbst: </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Und das Lustigste für mich, den Feind von Stalin, war, dass ich zumindest einmal den Namen Stalins als Verursacher von Katastrophen erwähnen musste. (Und tatsächlich wurde er im Bericht kein einziges Mal erwähnt! Das geschah natürlich nicht zufällig, denn ich sah das sowjetische Regime, nicht nur Stalin allein.) Ich machte diese Zugeständnis: Ich erwähnte &#8218;Väterchen Schnurrbart&#8216; einmal&#8230;&#8220;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Das Buch schildert einen Tag des Häftlings Ivan Denisovich Schuchow, im Lager nur unter der Nummer <strong>Щ-854</strong> bekannt. Die Idee zum Buch hatte der Autor im Lager. Er wollte etwas über die sowjetische Straflager-Kultur schreiben und im wurde klar, dass ihm das viel besser gelingt, wenn er einen einzigen Tag eines durchschnittlichen Gefangenen vom morgen bis zum Abend schildert. Entsprechend fängt das Buch an:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;&#8220;Um fünf Uhr morgens, wie immer, ertönte der Weckruf &#8211; mit einem Hammer auf die Schienen am Stabsgebäude.&#8220;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tag fängt alles andere als gemütlich an. Schuchow fühlt sich kränklich, kommt nicht so recht aus den Federn, und bei der ersten Lagerkontrolle führt das zur ersten Strafmaßnahme: Dem Wischen des Bodens im Verwaltungsgebäude. Schwach bekleidet, unsicher tritt Schuchow diese Arbeit bei beißender Kälte von -30°C an. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Katastrophe kündigt sich an, so denkt man als Leser dieser etwa 70 Seiten langen Novelle. Doch die Katastrophe bleibt aus. Schuchow gelingt es doch noch pünktlich am Frühstück dazu sein. Die Arbeit die seiner Kolonne zugeteilt wird entspricht ganz seinen Vorstellungen: Er muss mauern, was einen Schutz vor dem beißenden Wind bietet, außerdem verbreitet die Heizung, die für das Auftauen des Zementsandes benötigt wird, etwas Wärme. Ja die Arbeit macht ihm so viel Freude (und wärmt dabei), dass er fast zu spät zum &#8222;Gong-Ende&#8220; kommt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Um Schuchow, die Zentralperson der Novelle entwickeln sich viele kleinere Aspekte. So lernen wir Aljoscha kennen, der wegen seinem baptistischen Glauben sitzt und mit dem Schuchow zuletzt gar über den Glauben spricht. Oder Cäsar, einen Inhaftierten, der nicht nur leichte Büro-Tätigkeiten hat, sondern auch &#8222;gut&#8220; von der Verwandtschaft mit vielen Paketen versorgt wird. Man bekommt Einblick in die Bestechungsstrukturen im Lager, die Kriminalität und die Versuche der Wärter jegliche Privatsphäre zu unterbinden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Ein Tag verging, ungetrübt von irgendetwas, fast glücklich. In seiner Dienstzeit gab es insgesamt dreitausendsechshundertdreiundfünfzig solcher Tage, von Klingelton zu Klingelton. Aufgrund der Schaltjahre kamen drei zusätzliche Tage hinzu&#8230;&#8220;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade durch den optimistischen ja freudevollen Verlauf des Werkes gelingt dem Buch ein wichtiger Punch! Die Gulags und Unterdrückungen konnten eben nicht die Freude am Leben, die Lust am Handeln, das selbstständige und verantwortungsvolle Denken unterbinden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Buch zeigte Wirkung. Die Regierung wurde auf die Zustände in den Gefängnissen sensibilisiert und unternahm Maßnahmen.  Solschenizyn selbst erhielt unzählige Briefe von Mitgefangenen und Mitgelittenen. Letztlich führte es auch zu einen höheren Vernetzungsgrad von antisowjetischen Dissidenten und so sollte das Buch auch die Geschichte der Sowjetunion mitprägen. Für mich ist hier eine große Ermutigung, dass sich auch &#8222;versteinert wirkende&#8220; Systeme verändern lassen.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur 8 Jahre nach der Veröffentlichung seines Werkes bekam Solzhenizyn den Literatur-Nobelpreis und nur 4 weitere Jahre später wurde er aus der Sowjetunion verbannt. Allzu viel Systemkritik konnte die Sowjetunion vor allem unter Chrustschows Nachfolger Breschnew nicht dulden&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt ein lesenswertes Buch, dass gerade aufgrund seiner Kürze ein guter Einstiegspunkt in das große Werk Solschenizyns darstellt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/ein-tag-im-leben-des-iwan-denissowitsch-erstlingswerk-von-alexander-solschenizyn/15444">Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch &#8211; Erstlingswerk von Alexander Solschenizyn</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://nimm-lies.de/ein-tag-im-leben-des-iwan-denissowitsch-erstlingswerk-von-alexander-solschenizyn/15444/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wenn man nicht mehr lesen kann&#8230;</title>
		<link>https://nimm-lies.de/wenn-man-nicht-mehr-lesen-kann/14948</link>
					<comments>https://nimm-lies.de/wenn-man-nicht-mehr-lesen-kann/14948#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Jan 2023 20:03:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Dostojewski]]></category>
		<category><![CDATA[Lesekultur]]></category>
		<category><![CDATA[Trueman]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.nimm-lies.de/?p=14948</guid>

					<description><![CDATA[<p>Immer wieder habe ich Phasen, in denen mir Bücher, vor allem theologische Bücher als derart lästig vorkommen, dass ich sie nicht mehr lesen mag. Es sind Phasen, in denen mich selbst die besten Werke und liebsten Autoren ärgern. Ich möchte das an einem meiner Lieblingsautoren,&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/wenn-man-nicht-mehr-lesen-kann/14948">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/wenn-man-nicht-mehr-lesen-kann/14948">Wenn man nicht mehr lesen kann&#8230;</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Immer wieder habe ich Phasen, in denen mir Bücher, vor allem theologische Bücher als derart lästig vorkommen, dass ich sie nicht mehr lesen mag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es sind Phasen, in denen mich selbst die besten Werke und liebsten Autoren ärgern.  Ich möchte das an einem meiner Lieblingsautoren, Carl R. Trueman, illustrieren. So fiel mir immer auf, dass er  &#8222;katholikenfreundlich&#8220; schreibt. Das finde ich im Allgemeinen zunächst unproblematisch. Aber dann lese ich seine Kritik an den Evangelikalen, die Bekenntnisse nicht so ernst nehmen. Nun was soll man dann machen? Soll ich Carl. R. Trueman daran erinnern, dass es ja sein Bekenntnis ist, das in Artikel 26,5 über den Papst diese Aussage trifft:  <em>&#8222;Auch der Papst von Rom kann nicht in irgendeinem Sinn ihr Haupt sein, sondern er ist der Antichrist, der Mensch der Sünde und Sohn des Verderbens, der sich selbst in der Kirche gegen Christus und alles, was Gott genannt wird, erhebt&#8220;</em>. In Kürze: Ich fange an, diese Aussagen persönlich zu nehmen und das Gefühl, dass all diese Aussagen bloß Macht-Strategien sind, um sich einen guten Lehrstuhl zu verschaffen oder die richtige Zeitschrift (FirstThings) als Herausgeber zu erhalten, fängt an zu dominieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich mag ich mich irren, und ich hoffe, hier kein Urteil über Trueman zu fällen, sondern vor allem zu beschreiben, wie der Keim eines Verdachts aufkommt, der nicht so schnell ausgerottet werden kann. Das Lesen von Trueman ist auf jeden Fall zunächst gelähmt. Greife ich nach Trueman zu einem seelsorgerlichen Werk, keimt der Verdacht aber weiter: Auch dieses Buch landet in der Ecke, da ich nicht den Verdacht loswerde, dass dieses wiederum aus rein finanziellen oder sonstig manipulativen Gründen verfasst wurde. Im Übrigen ist das ganze hier nur ein punktueller Einblick in eine äußerst dicke und Schicht Frustration mit theologischen Büchern, die oft lange schlummert und nun erbarmungslos herausbricht. Ich habe einfach keine Geduld mehr mit ihnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das kann gehörig frustrierend sein, aber da ich bereits die dritte Runde &#8222;dieser Fastenzeit&#8220; drehe, bringe ich dieses Mal etwas mehr Gelassenheit mit. In diesem Artikel möchte ich nun schildern, was ich anschließend unternehme (und was mich letztlich zu den Büchern zurückbringt)</p>



<span id="more-14948"></span>



<h4 class="wp-block-heading">Literatur neu entdecken</h4>



<p class="wp-block-paragraph"> In einer solchen &#8222;Theologie-Flaute&#8220; entdecke ich immer auch meine Begeisterung für klassische Literatur aufs Neue. Ich habe immer den Verdacht gehabt, dass ich nicht über die Theologie auf das Lesen sondern durch das Lesen auf die Theologie gekommen bin. Auch fällt irgendwie die Frage nach der &#8222;Glaubwürdigkeit&#8220; des Autors bei einem Nicht-Christen nicht so schwer ins Gewicht. Auch wenn der Kummer gerade bei hochwertigen Werken nicht christlicher Autoren schwer wiegt: Wie kann jemand, der so ein grandios schönes Werk verfasst hat, nun in der Hölle sein?  Vielleicht griff ich auch aus diesem Grund dieses Mal zu einem christlichen Werk, genauer zu <em>&#8222;Die Brüder Karamazov&#8220;</em> von Fjodor M. Dostojewski. Einen Auszug dieses Werkes habe ich hier im Blog bereits vor Wochen besprochen, was zeigt, wie lange mich dieses Werk nun beschäftigt. Ich höre das Buch auf russisch und von den fast 50h liegen immer noch 17 vor mir. Ich bin aber froh, dass ich mich für dieses Werk entschieden habe, und  wenn ich von diesem Buch erzähle, erwähne ich regelmäßig, dass das Buch einen nicht unverändert lassen wird. Man wird zu einem anderen Menschen. Das mag für manche so klingen, als erhebe ich das Buch auf eine Höhe mit der Bibel, was so gar nicht gemeint ist. Was aber gemeint ist, dass mich die vielen  Personenbeschreibungen und -entwicklungen durch ihre Genauigkeit erschüttert haben, die zahlreichen Episoden des Buches dabei gleichzeitig immer herausfordernd bleiben, sich zu positionieren. So wahr mir Gott helfe, will ich dieses Werk ebenfalls ausführlicher rezensieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum ist das hier erwähnenswert? Weil meine Zeit begrenzt ist! In der &#8222;Ich bin nicht mit theologischen Büchern frustriert&#8220; &#8211; Phase wird Literatur gegenüber den theologischen Werken den kürzeren ziehen, da ich Religion/Frömmigkeit/Theologie für das Zentrum des menschlichen Lebens halte. Somit für wichtiger, entscheidender! Statt &#8222;Die Brüder Karamazov&#8220; würde ich dann eher Truemans (!) &#8222;Der Siegeszug des modernen Selbst lesen&#8220;. Da aber nun Variante PRIO-1 &#8222;verstopft&#8220; ist, bleibt mir &#8222;nur&#8220; PRIO-2.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die Bibel neu entdecken</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Art Lesenslähmung tritt übrigens nicht mit der Bibel auf (Wenn ich auch gestehen muss, dass nicht immer der Eifer für das Wort Gottes vorhanden ist!). Bei diesem Buch fühlt man sich nicht als Leser  für eine höhere &#8222;Popularität&#8220; benutzt. Die Aufrichtigkeit der Bibel fasziniert. Selbst viele entschiedene Kritiker des Christentums loben die ehrliche Darstellung &#8222;der biblischen Personen&#8220;. Von Heiligenverehrung oder beschönigenden Berichten findet sich in der Bibel nichts. Das schafft ungemeines Vertrauen. Und so entschied ich mich ausgerechnet in dieser Frustrationsphase zur Lektüre eher schwieriger Bibelbücher: Der Chronikbücher und der Propheten Joel und Obadja. Mir ist dann Obadja 21 aufgefallen:<em>  &#8222;die Geretteten werden auf den Berg Zion ziehn (&#8230;) und die Königsherrschaft wird des HERRN sein&#8220;.</em> Eine derart ungewöhnliche Prophezeihung in einem ansonsten so technischen Text über Edomitische Geschichte hat mich überrascht. Die Parallele dieses Themas findet sich mindestens in Mi. 4,7, aber in weiterem Sinne auch in weiteren Stellen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte mehr über die Rezeptions Obadjas bei den anderen Propheten erfahren (Die leitende Frage: Wer zitiert warum wen?) und griff (wenn auch noch mit einem Seufzer) zu einem Kommentar, &#8211; genauer- , ich  fing an, erste Recherchen in Logos durchzuführen. Plötzlich war es mir egal, ob der Autor, den ich las, sein Werk mit einem bösen Ziel verfasst hat, wenn nur die Informationen, die ich bei ihm finde, mir helfen. Tatsächlich war der Autor des Kommentars mir gänzlich unbekannt, hat aber auf bereits wenigen Seiten sehr hilfreiches Licht geliefert. (Ich meine by the way Winfried Meissner von Edition C).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ähnlich ging es mir bei den Chronike-Büchern. Es werden gigantische Opfertiere genannt:  2. Chronik 7,5 berichtet von 22.000 Rindern und 120.000 Schafen, die im Laufe von 7 Tagen geopfert wurden. Das gleiche Kapitel berichtet zwar auch, dass zusätzlich zum Altar auch der Vorhof als Opferplatz verwendet wurde, dennoch irritieren mich diese derart hohen Zahlen. Das Problem mit den Zahlen lief mir bereits regelmäßig über den Weg und ich konnte nicht immer zufriedenstellende Antworten finden, aber ich werde auch zu diesen Stellen in den folgenden Tagen weitergehende Recherchen durchführen (so wahr mir Gott helfe).</p>



<p class="wp-block-paragraph">So bin ich gewiss, dass ich schon in kurzer Zeit wieder zu Trueman/Welch/Carson/&#8230; greifen werde. Doch zunächst sind andere Werke dran!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/wenn-man-nicht-mehr-lesen-kann/14948">Wenn man nicht mehr lesen kann&#8230;</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://nimm-lies.de/wenn-man-nicht-mehr-lesen-kann/14948/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8222;Evangelischer Glaube Kompakt&#8220; von Thomas Schirrmacher Darüber wie es ist, als Nicht-Presbyterianer das Westminster Bekenntnis zu lesen</title>
		<link>https://nimm-lies.de/evangelischer-glaube-kompakt-von-thomas-schirrmacher/14831</link>
					<comments>https://nimm-lies.de/evangelischer-glaube-kompakt-von-thomas-schirrmacher/14831#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Aug 2022 15:17:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bibelkommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Biblische Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Baptistisches Glaubensbekenntnis]]></category>
		<category><![CDATA[Bekenntnis]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Schirrmacher]]></category>
		<category><![CDATA[Westminster Glaubensbekenntnis]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.nimm-lies.de/?p=14831</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das hat mich zunächst in dieser Version des Westminster Glaubensbekenntnisses von 1647 (Im folgenden mit WB abgekürzt) von Thomas Schirrmacher irritiert, dass er das Werk mit einem zusätzlichen Titel versieht: &#8222;evangelischer Glaube kompakt&#8220;. Je mehr ich aber auf diese Bekenntnisschrift zurückgreife, desto eher sehe ich&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/evangelischer-glaube-kompakt-von-thomas-schirrmacher/14831">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/evangelischer-glaube-kompakt-von-thomas-schirrmacher/14831">&#8222;Evangelischer Glaube Kompakt&#8220; von Thomas Schirrmacher &lt;br /&gt;&lt;span style=&#039;color:#4d4545;font-size:1.5rem;&#039;&gt;Darüber wie es ist, als Nicht-Presbyterianer das Westminster Bekenntnis zu lesen&lt;/span&gt;</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class=" alignleft" src="https://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2017/08/978-3-86269-145-6.jpg" width="227" height="321" /> Das hat mich zunächst in dieser Version des Westminster Glaubensbekenntnisses von 1647 (Im folgenden mit WB abgekürzt) von Thomas Schirrmacher irritiert, dass er das Werk mit einem zusätzlichen Titel versieht: <em>&#8222;evangelischer Glaube kompakt&#8220;. </em>Je mehr ich aber auf diese Bekenntnisschrift zurückgreife, desto eher sehe ich es als eine Art &#8222;Cheat-Buch&#8220; für dogmatische Fragen.  Als ich vor einiger Zeit z.B. für eine Jugendgruppe einen Vortrag über das Thema Heilsgewissheit vorbereitet habe, griff ich vollständig auf die Struktur zurück, wie es das WB In Kapitel 18 darstellt: Behutsam entwickelt das Bekenntnis an dieser Stelle, dass es vor allem um den Wachstum im Glauben geht, dass Heilsgewissheit möglich, aber nicht heilsnotwendig sei, erstrebenswert, aber nicht auf eine zu verzweifelnde Weise, sondern im Gottvertrauen anzueignen.</p>
<p>Oder nehmen wir Kapitel 9: Vom freien Willen. Das Bekenntnis hat hier die augustinische Struktur im Hintergrund, so dass es die Willensfreiheit <em>vor</em> dem Fall, <em>nach</em> dem Fall, <em>nach</em> der Wiedergeburt und <em>in</em> der Herrlichkeit betrachtet. Somit fällt die Antwort nicht einfach plump mit &#8222;ja oder nein&#8220;  aus, sondern führt zielstrebig zur Frage nach &#8222;echter Willensfreiheit&#8220;  Mit den Worten des Bekenntnisses, <a href="https://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2017/08/978-3-86269-145-6_Der_evangelische_Glaube_kompakt_Aufl3.pdf">dass es übrigens kostenfrei zum Download gibt: (Artikel 9,5)</a> <em>&#8222;Der Wille des Menschen wird erst im Stand der Herrlichkeit volkkommen und unveränderlich frei gemacht, nur Gutes zu tun.&#8220; </em>Damit argumentiert das Bekenntnis an dieser Stelle völlig anders, als die übliche evangelikale Lösung, die meint, wir würden im Himmel nicht mehr sündigen, weil Satan nicht mehr da sei.</p>
<p>Sehr hilfreich auch für Jungscharunterricht oder allgemein Jüngerschaft, sind die ersten Kapitel des Bekenntnisses generell: Da wäre das erste Kapitel von der Heiligen Schrift zu erwähnen, das bei weitem nicht so plump formuliert ist, wie es gerne die liberalen Christen bibelgläubigen Evangelikalen vorwerfen, und natürlich das Kapitel über die Dreieinigkeit, oder schließlich, das sei besonders hervorgehoben,  das Kapitel über Christus den Mittler.</p>
<p>Das Mittelstück des Bekenntnisses bilden Fragen der Errettung, wie der Rechtfertigung, der Adoption, der Buße, des Ausharrens und des Gesetzes Gottes mit abschließenden Fragen nach der Beziehung zwischen Staat und Kirche, des Sabbats, der Ehe und den Sakramenten, sowie der Gemeindezucht.</p>
<p>Wer ein Bekenntnis aus reformierter Sicht sucht, kommt niemals an dieser Bekenntnisschrift vorbei. Schirrmachers Ausgabe wird durch zahlreiche Stützstellen <strong>und </strong>durch die weiteren Varianten dieser protestantischen Bekenntnisschrift deutlich bereichert. John Owen war bekanntlich nicht der presbyterianischen Kirchenordnung zugeneigt, und erweiterte das Kapitel zum Thema &#8222;Gemeinde&#8220; erheblich. Diese Variante wiederum war grundlegend für Anpassungen zum Thema Taufe und formten so das Glaubensbekenntnis der britischen Baptisten (natürlich das von 1689).  Auf diese Weise kann Schirrmacher aufzeigen, wie zentral das WB für unterschiedliche protestantische Strömungen wurde.<span id="more-14831"></span></p>
<p>Geht es im WB um die berüchtigten fünf Punkte? Folgt man der Argumentation des Metropolitan Tabernacle stehen im Bekenntnis (als Baptisten beziehen sich auf das baptistische Bekenntnis) vornehmlich die &#8222;five points of calvinism&#8220; im Vordergrund (siehe <a href="https://metropolitantabernacle.org/doctrinal-basis/">hier</a>, ähnlich argumentiert eine deutschsprachige Gemeinde <a href="https://reg-vs.de/">hier</a>). Natürlich steht das WB in der Tradition der Lehrregel von Dordrecht, aber die Reduktion des Bekenntnisses auf die Fünf Punkte tut dieser hervorragenden Schrift schlicht unrecht.</p>
<p>Lese ich eine Bekenntnisschrift, stelle ich mir Punkt für Punkt die Frage, wie ich die Thesen formulieren würde.  In den meisten Fällen ist die Formulierung des WB so überragend, dass man diese nur bereitwillig unterzeichnen würde, ja in meinem Fall, schäme ich mich häufig, dass ich nicht auf derart ausgewogene Formulierungen gekommen bin. Unter den ersten achtzehn Kapiteln, habe ich eigentlich vor allem mit Kapitel 7, der &#8222;Von Gottes Bund mit den Menschen&#8220; handelt, ein Problem. Nach langem Nachsinnen bin ich immer noch geneigt, die Unterscheidung zwischen Bund der Werke und Bund der Gnade allzu sehr als Konstrukt zu sehen. Einerseits ist dieses Kapitel natürlich ein Segen für die Kirchengeschichte gewesen und hat viel dazu beigetragen, dass man Biblische Theologie entwickelt hat, ausgehend von Betrachtungen der Bundestheologie, und wie der Gnadenbund Gottes, angefangen ab 1. Mo. 3,15 immer wieder in neuen Varianten verwirklicht wird, bis er zur Fülle in Christus reift. Andererseits erscheint es mir zu sehr konstruiert diesem Gnadenbund einen adamitischen Werkbund entgegenzustellen, wenn es vornehmlich darum gehen sollte, zwei mögliche Zustände eines Menschen aufzuzeigen: Entweder in Adam oder in Christus.  Wer nun der &#8222;föderale Vertreter&#8220; des Menschen ist, ist eine wichtige Frage und ein notwendiger theologischer Gedanke, aber in Röm. 5,12-20 nicht in eine Diskussion um Bundesbeziehungen dargestellt. . Wenn es in Kapitel 7 des WB wirklich vornehmlich um diese Frage geht, könnte man wohl ein dispensationalistisches, wie auch ein bundestheologisches Verständnis der biblischen Bündnisse verstehen. Letztlich würde ich entschieden dies Unterscheidung des NT bevorzugen, das im Hebräerbrief, aber auch im Galaterbrief entwickelt, vor allem auf den Neuen und den Alten Bund blickt (Ich schweige darüber, dass der Galaterbrief die schieren Segnungen der Gnade in den Bund mit Abraham verknüpft (nicht mit 1. Mo. 3,15) und dann vom Gesetz als einen eingeschobenen Zuchtmeister/Haushalter spricht , nicht im Widerstreit mit einem adamitischen Bund) . Kurz: Der Neue Bund ist nicht bereits ab 1. Mo 3.15 da, aber wohl. schon da angekündigt. Wie ich schon einen überzeugten Presbyterianer fragte: Wenn es ein und der gleiche Gnadenbund ist, warum sollen wir überhaupt Pfingsten feiern (Und das taten schließlich auch die Verfasser des WB)?</p>
<p>Übrigens habe ich mir es mit der Kritik an dieser Stelle nicht leicht getan, und auch das Arbeitsbuch zum WB von Joseph A. Pipa (<a href="https://www.amazon.de/Westminster-Confession-Faith-Study-Book/dp/184550030X/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=2VV4E0GSZFDQT&amp;keywords=joseph+a+pipa+westminster&amp;qid=1660835466&amp;sprefix=joseph+a+pipa+westminste%2Caps%2C69&amp;sr=8-1">The Westminster Confession of Faith Study Book</a>) herangezogen. aber in den Fragen die er zu Kapitel 7 bespricht, hat er kein Problem damit, zunächst ein Beispielbund in 1. Mo 21, 27-31 zu besprechen, um daraus in Adam auch einen Bundesschluss zu sehen um schließlich die Notwendigkeit zu besprechen, &#8222;was passiere, wenn wir nicht die Anforderungen des adamitischen Bundes erfüllen?&#8220; An dieser Stelle habe ich mich gefragt, ob hier einfach eine weitere Unterscheidung nötig wäre, und man gar nicht vom Bund der Werke und Bund der Gnade sprechen sollte, da in der Bibel die Bundesschlüsse vornehmlich auf die Verheißungen des Neuen Bundes blicken oder aus den Segnungen des Neuen Bundes auf die alten Bündnisse zurück.</p>
<p>Ich sehe noch weitere Probleme mit dem WB, nein eigentlich mit dem Umgang mit dem WB: Irgendwie scheinen manche geradezu sklavisch dem Buchstaben des Bekenntnisses zu fordern. Ist das WB im Kapitel über die Gemeinde wirklich vollständig und in allen Punkten besser als die Savoy Erklärung? Versucht mal mit einem überzeugten presbyterianischen Pastor darüber zu sprechen.  Oder blicken wir mal auf Artikel 21.6 (Ort und Zeit des Gebetes): <em>&#8222;Stattdessen soll Gott überall im Geist und in der Wahrheit angebetet werden, zu Hause in den Familien täglich und insgeheim im Verborgenen von jedem einzelnen bei sich selbst, genauso wie noch feierlicher in öffentlichen Versammlungen, die man nicht durch Nachlässigkeit oder absichtlich missachten oder verlassen darf.&#8220;</em> &#8211; Ja amen, aber nun zeige man mir eine presbyterianische (oder auch reformiert baptistische) Gemeinde, in der der Laie und Besucher sonntags beten darf?  Bisher (so meine Erfahrung) Fehlanzeige. Irgendwie ist das Laiengebet zu profan, und selbst eine Gebetsstunde gibt es ja häufig nicht.</p>
<p>Nun denn, dann frage ich mich , warum die Besucher dann singen dürfen, wenn bereits das Beten alleine dem Pastor vorbehalten ist, obwohl es das Bekenntnis vorschreibt. Über das Singen schweigt das Bekenntnis bekanntlich, sollte man das Singen also ebenfalls ausschließlich ordinierten Pastoren erlauben? Die Bibel selbst spricht ja mehr über das öffentliche Beten als über das öffentliche Singen, oder warum sollen sonst die Männer überall ihre Hände zum Gebet erheben? Wer hier auf Stummes Gebet verweist, hat nicht verstanden, dass selbst der Zöllner es wagte im Tempel hörbar zu beten.</p>
<p>Ein anderer Fall: Einmal durfte ich einen jungen Bruder begleiten, der einen presbyterianischen Pastor bat, ob er ihn mit Untertauchen taufen würde (erste Taufe, falls das unklar sein sollte) . Wir recherchierten im WB und stießen auf diese Stelle (Kapitel 28,3): <em>&#8222;Das Untertauchen der Person im Wasser ist nicht notwendig, sondern die Taufe wird auch durch Begießen oder Besprengen der Person mit Wasser recht gespendet.&#8220; </em>Die Formulierung &#8222;nicht notwendig&#8220; und &#8222;auch &#8230;recht gespendet&#8220; ließ uns annehmen, dass ein Untertauchen in Übereinstimmung mit dem WB möglich sei. Doch der Pastor verwies den jungen Bruder auf &#8222;Übersetzungsfehler&#8220; und beharrte auf &#8222;einzig und allein Besprengen möglich&#8220;, wobei man sich fragen muss, wie Schirrmacher die Aussage <em>&#8222;Dipping of the person into the water is not necessary; but baptism is rightly administered by pouring or sprinkling water upon the person.&#8220;</em> hätte besser übersetzen können.</p>
<p>Ich führe diese beiden Beispiele an, weil Carl Trueman in seinem Werk über die Notwendigkeit und Bedeutung von Bekenntnissen (<a href="https://www.amazon.de/Creedal-Imperative-Carl-R-Trueman/dp/1433521903/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=3VT8Z5BFM6MNI&amp;keywords=carl+trueman+confession&amp;qid=1660833414&amp;sprefix=carl+trueman+confession%2Caps%2C87&amp;sr=8-2">The Creedal Imperative</a>) meint, dass man durch die Verwendung pastoraler Willkür vorbeugen kann. Obwohl ich ihm generell zustimmen würde, beobachte ich in der Praxis  leider auch in konfessionellen Gemeinden päpstliche Willkür.</p>
<p>Um ein letztes Beispiel zu wählen (etwas ungewöhnlich): Generell würde ich die Unterteilung in moralisches, zeremonielles und judizielles Gesetz unterstützen, da auf diese Weise mehr als nur die zehn Gebote bindend für Volk, Staat und Gemeinde verstanden werden. Jetzt folgt aber ein Rückgriff gerade auf die judiziellen oder gar zeremoniellen Gesetze, als man in Artikel 24.4 (Ehe ist bei zu naher Blutsverwandschaft verboten) ausführt, dass <em>&#8222;der Mann keine Verwandten seiner Frau heiraten darf, die ihr näher blutsverwandt ist, als er es in seiner eigenen Verwandtschaft darf&#8220;.  </em>Eine umständliche Formulierung, die aber deutlich macht, dass die Heirat der Schwägerin (z.B. nach Tod der Frau) untersagt ist, da man durch das &#8222;ein Fleisch werden&#8220; in einer gewissen Art blutsverwandt mit den Blutsverwandten seiner Frau wurde. Die Inzestgesetze, wie wir sie in 3. Mo. 18 und 20 finden, sprechen die gleiche Sprache, vergleicht man z.B. 3. Mo. 18, 14 dass die Heirat bzw. &#8222;Entblößung&#8220; der <em>angeheirateten</em> Tante verbietet, aber 3. Mo. 18, 18 macht deutlich dass diese &#8222;Blutsverwandtschaft&#8220; vom Patriarchat ausging, also nur in Richtung der männlichen Verwandtschaft ein Problem machte. Achtet auf den Wortlaut: <em>&#8222;Du sollst die Schwester deiner Frau nicht ihr zuwider zur Frau nehmen und ihre Scham entblößen, solange deine Frau noch lebt.&#8220; (3. Mo. 18,18). </em>Das ist natürlich ein kleines Detail und durch Vorlesungen von Carl Trueman habe ich erfahren, dass dieses Kapitel in manchen presbyterianischen Gemeinden auch fallen gelassen wurde.</p>
<p>Was folgt aus dieser langen Rede? Meine große Wertschätzung zu diesem Bekenntnis, die weiterhin wächst, obwohl ich gleichzeitig merke, dass es &#8222;nicht mein Bekenntnis&#8220; ist, in dem Sinne, dass ich ja nicht Mitglied einer Gemeinde bin, das sich diesem Bekenntnis verpflichtet, aber auch in dem Sinne, dass ich einige, vor allem letztere Kapitel persönlich anders formulieren würde. Ich glaube aber, dass diese Distanz der <em>Unverpflichtung</em>, die ich habe, eher ein Vorteil ist, um ungezwungener mit dieser Schrift umzugehen. Deswegen möchte ich vornehmlich &#8222;konfessionslose&#8220; Mitgeschwister ermutigen, sich vermehrt mit diesem Bekenntnis auseinanderzusetzen. Was gebe es besseres, als wenn in jeder Stadt Deutschland junge Männer sich in Gruppen versammeln würden, um sich echt tiefgründig, mit aufgeschlagenen Bibeln, aber auch gottesfürchtig neugierig den tiefen Glaubensfragen unserer Väter stellen würden?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/evangelischer-glaube-kompakt-von-thomas-schirrmacher/14831">&#8222;Evangelischer Glaube Kompakt&#8220; von Thomas Schirrmacher &lt;br /&gt;&lt;span style=&#039;color:#4d4545;font-size:1.5rem;&#039;&gt;Darüber wie es ist, als Nicht-Presbyterianer das Westminster Bekenntnis zu lesen&lt;/span&gt;</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://nimm-lies.de/evangelischer-glaube-kompakt-von-thomas-schirrmacher/14831/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein neuer Blog über das Leben in sexueller Reinheit unbeschwert laufen... frei von Pornographie!</title>
		<link>https://nimm-lies.de/ein-neuer-blog-ueber-das-leben-in-sexueller-reinheit/14799</link>
					<comments>https://nimm-lies.de/ein-neuer-blog-ueber-das-leben-in-sexueller-reinheit/14799#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jun 2022 19:20:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blognews]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschehen]]></category>
		<category><![CDATA[Pornographie]]></category>
		<category><![CDATA[Pornosucht]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualethik]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Sucht]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.nimm-lies.de/?p=14799</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Tage wurde ich auf einen noch recht neuen Blog aufmerksam gemacht, den ich gerne weiter empfehlen möchte: Auf unbeschwert-laufen.de  finden wir einen Blog, der sich den Kampf um sexuelle Reinheit und gegen die Pornographie und Selbstbefriedigung auf die Fahne geschrieben hat. Ich schreibe hier&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/ein-neuer-blog-ueber-das-leben-in-sexueller-reinheit/14799">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/ein-neuer-blog-ueber-das-leben-in-sexueller-reinheit/14799">Ein neuer Blog über das Leben in sexueller Reinheit &lt;br /&gt;&lt;span style=&#039;color:#4d4545;font-size:1.5rem;&#039;&gt;unbeschwert laufen... frei von Pornographie!&lt;/span&gt;</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Tage wurde ich auf einen noch recht neuen Blog aufmerksam gemacht, den ich gerne weiter empfehlen möchte: Auf <a href="https://unbeschwert-laufen.de/">unbeschwert-laufen.de </a> finden wir einen Blog, der sich den Kampf um sexuelle Reinheit und gegen die Pornographie und Selbstbefriedigung auf die Fahne geschrieben hat. Ich schreibe hier Blog, aber es ist wohl vielmehr eine umfangreiche Datenbank, oder noch besser, eine Informationsstation. Auf unbeschwert-laufen.de finden sich zahlreiche Informationen, darunter eine der umfangreichsten<a href="https://unbeschwert-laufen.de/ressourcen-thema/sexuelle-reinheit/?ressource-typ=buch,zeitschrift"> Literatur-Sammlungen zu diesem geistlichen Kampffeld </a>und eine ausführliche Darstellung mit gegenwärtig mehr als <a href="https://unbeschwert-laufen.de/ressourcen-uebersicht/">200 Ressourcen</a> zu diesem Thema, darunter auch<a href="https://unbeschwert-laufen.de/ressourcen-thema/vor-ort/?ressource-typ=dienst"> Ansprechstellen für Seelsorge und Beratung </a> oder <a href="https://unbeschwert-laufen.de/ressourcen-kategorie/fuer-frauen/?ressource-typ=buch,zeitschrift">Ressourcen für Frauen</a> (als Täter und/oder Opfer betroffen) oder eine Auflistung der unterschiedlichsten Zeitschriftenartikel.</p>
<p>In besonderer Weise hat mir die Aufbereitung audiovisueller Beiträge zugesagt, <a href="https://unbeschwert-laufen.de/ressourcen-kategorie/video/">die man hier finden kann.</a> Überhaupt ist die Seite sehr ordentlich und übersichtlich aufgebaut und besitzt ein ansprechendes Design. Ich hatte vor kurzem auch die Möglichkeit den Verantwortlichen des Blogs persönlich zu sprechen und sein Eifer,  in diesem Thema vor allem Männern zu helfen Sieg und Befreiung zu erfahren, wirkte ansteckend. Ich bin mir sicher, dass Gott diese Seite und die Materialien darauf segensbringend verwenden wird. Wenn ich etwas bemängeln würde, dann höchstens den sehr engen thematischen Rahmen, so fände ich z.B. auch eine etwas allgemeinere Seite zur christlichen Sexualethik hilfreich. Womöglich ist aber gerade diese konzentrierte thematische Fixierung eine Unterstützung/Orientierungshilfe für Menschen, die gerade gegen ihre Pornosucht kämpfen. Auf diese Weise bleibt der Blog auch eine Hilfestellung für die, die Menschen in Ihren Anfechtungen auf diesem Gebiet begleiten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/ein-neuer-blog-ueber-das-leben-in-sexueller-reinheit/14799">Ein neuer Blog über das Leben in sexueller Reinheit &lt;br /&gt;&lt;span style=&#039;color:#4d4545;font-size:1.5rem;&#039;&gt;unbeschwert laufen... frei von Pornographie!&lt;/span&gt;</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://nimm-lies.de/ein-neuer-blog-ueber-das-leben-in-sexueller-reinheit/14799/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vom Zweifel zur Glaubensgewissheit Eine kleine Literaturauswahl zu einem aktuellen Thema</title>
		<link>https://nimm-lies.de/vom-zweifel-zur-glaubensgewissheit/14757</link>
					<comments>https://nimm-lies.de/vom-zweifel-zur-glaubensgewissheit/14757#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Feb 2022 15:50:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Heilsgewissheit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.nimm-lies.de/?p=14757</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im Rahmen einer Vorbereitung zu einem Vortrag über die Heilsgewissheit, habe ich unterschiedliche Quellen referenziert. Ein kurzer Überblick. Ein Lexikoneintrag zum Thema „Heilsgewissheit“ findet sich hier hinterlegt. Eine grundlegende Schrift, die die evangelische Heilsgewissheit in ihren Zentrum stellt, ist der Heidelberger Katechismus. Das wird schon&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/vom-zweifel-zur-glaubensgewissheit/14757">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/vom-zweifel-zur-glaubensgewissheit/14757">Vom Zweifel zur Glaubensgewissheit &lt;br /&gt;&lt;span style=&#039;color:#4d4545;font-size:1.5rem;&#039;&gt;Eine kleine Literaturauswahl zu einem aktuellen Thema&lt;/span&gt;</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Rahmen einer Vorbereitung zu einem <a href="https://www.glaubend.de/vom-zweifel-zur-glaubensgewissheit/">Vortrag über die Heilsgewissheit</a>, habe ich unterschiedliche Quellen referenziert. Ein kurzer Überblick.<span id="more-14757"></span></p>
<ul>
<li>Ein Lexikoneintrag zum Thema „Heilsgewissheit“ findet sich <a href="http://shorturl.at/bkrzM">hier hinterlegt</a>.</li>
<li>Eine grundlegende Schrift, die die evangelische Heilsgewissheit in ihren Zentrum stellt, ist der Heidelberger Katechismus. Das wird schon in der Leitfrage des Katechismus nach dem „Trost im Leben und im Sterben“ deutlich. Der Katechismus findet <a href="https://www.landeskirche-hannovers.de/damfiles/default/evlka/wir-fuer-sie/erleben/glaube/glaubensbekenntnisse/heidelberger_katechismus-75584123127d37c35c86ecfba8361568.pdf">sich im Web</a>. Da bereits 1563 entstanden, ist eine gewisse Einarbeitung in diese Schrift nötig. Auf  <a href="shorturl.at/egipM">meinen Blog</a> berichte ich, wie ich mich in den Katechismus eingearbeitet habe.</li>
<li>Wer eine kompakte Definition sucht, findet im Westminster Bekenntnis (Kap. 18) eine kompakte Darstellung <em>„der Gewissheit der Gnade und des Heils“</em>. Das Bekenntnis findet sich <a href="shorturl.at/hEOP0">kostenfrei im Web:</a> Das Thema ist dort in Kapitel 18 zu finden und ist wortgleich mit der Formulierung im Bekenntnis der reformierten Baptisten, das einige Jahre später erschien.</li>
<li>Sinclair Ferguson: <a href="https://www.amazon.de/-/en/Sinclair-B-Ferguson/dp/3935188226/ref=sr_1_2?crid=Q73L4DJU93D&amp;keywords=sinclair+ferguson+ganz+sicher&amp;qid=1642865759&amp;sprefix=sinclair+ferguson+ganz+sicher%2Caps%2C90&amp;sr=8-2">„Ganz sicher? – Was es heißt ein Kind Gottes zu sein“.</a>  Übersetzung 2004 beim 3L-Verlag erschienen: ein sehr einfach zugängliches Werk, dass vor allem den relationalen Aspekt einer Kind Gottes Beziehung betrachtet. Sicherlich ein gutes <a href="http://shorturl.at/uBLZ9">Ausgangswerk</a>, um sich mit dem Thema der Heilsgewissheit zu befassen. Ferguson macht deutlich, dass Heilsgewissheit besonders im Kontext der <em>&#8222;Einheit mit Christus&#8220;</em> analysiert werden muss.</li>
<li>Os Guinness blickt auf die andere Seite der Medaille auf den Zweifel mit dem Buch<a href="https://info2.sermon-online.com/german/OsGuinness/Das_Problem_Des_Zweifels_1979.pdf">: „Das Problem des Zweifels“</a>. Auf Deutsch nur noch schwer erhältlich, dafür aber<a href="http://shorturl.at/jltJL"> kostenfrei im Web zu finden.</a> Das Buch hat seit seiner Erstauflage auf Englisch noch weitere Neuveröffentlichungen erlebt und ist gegenwärtig unter dem Titel „<a href="https://www.amazon.de/-/en/Os-Guinness/dp/0891078452/ref=sr_1_1?crid=3MZJ57DVH6JX6&amp;keywords=os+guinness+doubt&amp;qid=1642866144&amp;sprefix=os+guinness+doub%2Caps%2C91&amp;sr=8-1">God in the Dark</a>“ verfügbar.</li>
<li>Ich persönlich habe von Calvins Ausführungen in seiner Institutio, Buch III, Kapitel 1-14 profitiert, wer nicht so viel lesen möchte, sollte zumindest Kapitel 2 im 3 Buch lesen. Calvin stellt die Gewissheit des Glaubens (da der Glaube nicht anders als Gewissheit definiert kann) entgegen den Erfahrungen voller Zweifel, Unsicherheit, ja sogar der Verzweiflung eines Gläubigen entgegen. Der Gläubige erlebt den Kampf von Geist und Fleisch: <a href="shorturl.at/vCEM3">Zu kaufen bei Amazon.</a></li>
<li>Die Vielschichtigkeit des Zweifels an der Errettung wird wohl nirgendwo so umfassend, mitnehmend und geradezu zermürbend und doch aus der persönlichen Perspektive geschildert, wie in der Autobiographie von John Bunyan: <a href="shorturl.at/qAEN9">„Überreiche Gnade“.</a></li>
<li>Die Puritaner haben die Gewissheit der Errettung geradezu als Königsdisziplin behandelt:  In der Vorbereitung habe ich auch von „<em>Heaven on Earth“ von Thomas Brooks</em> profitiert oder auch von <em>„The Assurance of Faith“ von Louis Berkhof.</em>  Eine kleine Übersicht an Werken aus reformierter/puritanischer Sicht findet sich <a href="http://shorturl.at/syI38">hinter diesem Link.</a> Was <strong>Thomas Watson</strong> über die Heilsgewissheit geschrieben hat, habe ich in einem <a href="http://shorturl.at/exEJ2">Artikel  für NIMM-LIES</a> zusammengefasst,</li>
<li>Die Kirchenväter haben recht wenig über Glaubensgewissheit geschrieben, eine besondere Ausnahme ist Augustinus, er hat diesem Thema ein ganzes Buch gewidmet <em>„De Dono Perseverantiae“</em>, auf Deutsch in etwa: „Die Gabe der Beharrlichkeit“. Das Buch ist, soweit ich weiß nicht ins Deutsche übersetzt worden, kann hier aber <a href="http://shorturl.at/jotH6">auf Englisch kostenfrei aufgerufen werden.</a> Eine Ausführliche Besprechung des Werkes findet <a href="https://www.nimm-lies.de/zitate-aus-de-dono-perservantiae/14745">sich in diesem Blog.</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/vom-zweifel-zur-glaubensgewissheit/14757">Vom Zweifel zur Glaubensgewissheit &lt;br /&gt;&lt;span style=&#039;color:#4d4545;font-size:1.5rem;&#039;&gt;Eine kleine Literaturauswahl zu einem aktuellen Thema&lt;/span&gt;</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://nimm-lies.de/vom-zweifel-zur-glaubensgewissheit/14757/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zwölf Perlenketten meiner Lektüre</title>
		<link>https://nimm-lies.de/zwoelf-perlenketten-meiner-lektuere/14543</link>
					<comments>https://nimm-lies.de/zwoelf-perlenketten-meiner-lektuere/14543#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Oct 2021 07:18:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirchengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Magazine/Zeitschriften]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Puritaner]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbücher]]></category>
		<category><![CDATA[Bavinck]]></category>
		<category><![CDATA[Berkhof]]></category>
		<category><![CDATA[Biblische Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Hermeneutik]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchenväter]]></category>
		<category><![CDATA[Klassik]]></category>
		<category><![CDATA[Lektüre]]></category>
		<category><![CDATA[Lieblingsbücher]]></category>
		<category><![CDATA[Luther]]></category>
		<category><![CDATA[Packer]]></category>
		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
		<category><![CDATA[Spurgeon]]></category>
		<category><![CDATA[Systematische Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Watson]]></category>
		<category><![CDATA[Watson]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.nimm-lies.de/?p=14543</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Artikel &#8222;Meine persönliche „Top-Ten“ Auswahl christlicher Werke&#8220; benötigt dringend eine Aktualisierung. Heute kann ich sie endlich liefern: Zunächst möchte ich aufzeigen, wo die Grenzen meines bisherigen Artikels liegen.  Anschließend erläutere ich das Konzept, dass ich als &#8222;Perlenketten&#8220; bezeichne: Das Konzept ermöglicht mir, sich mit&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/zwoelf-perlenketten-meiner-lektuere/14543">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/zwoelf-perlenketten-meiner-lektuere/14543">Zwölf Perlenketten meiner Lektüre</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Artikel <a href="https://www.nimm-lies.de/meine-personliche-top-ten-auswahl-christlicher-werke/5055">&#8222;Meine persönliche „Top-Ten“ Auswahl christlicher Werke&#8220;</a> benötigt dringend eine Aktualisierung. Heute kann ich sie endlich liefern:</p>
<p>Zunächst möchte ich aufzeigen, wo die Grenzen meines bisherigen Artikels liegen.  Anschließend erläutere ich das Konzept, dass ich als &#8222;Perlenketten&#8220; bezeichne: Das Konzept ermöglicht mir, sich mit zentralen Themen ausführlich zu befassen und doch unterschiedliche Perspektiven einzubinden. Die Frage, die ich dabei bespreche, ist, wie man eine hilfreiche Kette mit einem passenden &#8222;Anfangsknoten&#8220; knüpft. Schließlich gewähre ich einen Blick in eine größere Auswahl an Perlenketten.</p>
<h3><strong>Was an meiner bisherigen Liste problematisch ist</strong></h3>
<p>Im Wesentlichen drei Dinge:</p>
<p>1) Es fehlte Struktur: Vor allem &#8222;heilige fromme&#8220; Titel prägten mich, häufig ohne Folgen für das alltägliche Leben.</p>
<p>2) Fehlt Substanz: Vor 9 Jahren war ich einfach kein erfahrener Leser: So kannte ich außer Calvins Bibelkommentaren kaum einen anderen Kommentar. Und obwohl ich diese weiterhin für exzellent halte, denke ich, dass man weiser mit Kommentaren umgehen kann.</p>
<p>3) Ich konzentriere mich ausschließlich auf christliche Werke. Ein Schwerpunkt, der mein Leben auch weiterhin prägt, aber ich habe immer auch gerne Klassiker gelesen, die ich nun mit aufnehme.</p>
<h3><strong>Wie Perlenketten entstehen</strong></h3>
<p>Am Anfang einiger meiner Perlenketten steht der <a href="https://www.glaubend.de/a-preacher-man-in-new-york/">Predigtdienst von Tim Keller: </a> Immer wieder finden sich dann Beiträge, in denen er davon spricht, welche Autoren ihn geprägt haben. Er sagt, dass er sich in jungen Jahren mit der Frage konfrontiert sah, wie er Nicht-Christen erreichen kann. In Amerika könne man in vielen Bereichen immer noch die Kirchen voll mit Besuchern bekommen, weil viele noch über das christliche Vokabular verfügen. Er sah sich mit der Frage konfrontiert, wie er das Evangelium auch denen erzählen kann, die mit dem christlichen Konzept von Gott, Schöpfung und Erlösung nicht viel anfangen können und fand dabei viel Hilfe in den anglikanischen Evangelikalen <em>Stott, Packer, <a href="https://www.nimm-lies.de/rezension-preaching-von-alec-motyer/14065">Motyer</a>, Lucas</em> und weitere. Schon war mein erster Knoten geknüpft: Ich sehe in meinem Umfeld die gleiche Herausforderung, und ein Abgleichen meines Denkens an einer doch anderen Kultur der Briten der 50er bis 90er klingt verlockend.<span id="more-14543"></span></p>
<p>Eine andere Kette habe ich durch John Frames &#8222;History of Western Philosophy and Theology&#8220; entdeckt. Dadurch, dass er sehr intensiv mit dem Quellenmaterial arbeitet, Zitate anfügt auf frei zugängliche Werke verweist, lassen sich ausgehend von diesem Werk sicherlich viele Ketten knüpfen und schlagen. In meinem Fall war es vor allem das Werk von Poythress, auf dass mich der Autor aufmerksam gemacht hat. Poythress liest sich sehr einfach, wagt sich aber an ungewöhnliche Themen, z.B. schrieb er ein Buch darüber, wie wir als Christen über Mathematik nachdenken sollen. Vergleicht hier unser Interview mit <a href="https://www.nimm-lies.de/mit-vern-sheridan-poythress-im-gespraech/13735">V.S. Poythress</a>.</p>
<p>An dieser Stelle zeigt sich, dass sich Perlenketten auch kreuzen können. In seinem Werk <a href="https://www.nimm-lies.de/reading-the-word-of-god-in-the-presence-of-god/13366">&#8222;Reading the Word of God in the Presence of God&#8220;,</a> einem Hermeneutik-Primer, verweist Poythress immer wieder auf Edmund Clowney, einen Theologen von dem ich vorher nie etwas gehört habe, außer eben in den Predigten von Tim Keller. Auf diese Weise habe ich eine der besten frei zugänglichen Vorlesungen gefunden: <a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/preaching-christ-in-a-postmodern-world/id378879885">&#8222;Preaching Christ in a Postmodern World&#8220;</a>. Gehalten gleichzeitig von Keller und Clowney. Eine Google-Suche förderte dann <a href="https://servantofmessiah.org/homiletics-class/">sogar zwei Skripte zur Vorlesung zu Tage</a>.</p>
<p>Das funktioniert auch mit säkularer Literatur. Früher habe ich meine Bücher klassischer Literatur in zwei Rubriken sortiert: Zunächst einmal nach Entstehungsland, dann nach Entstehungsjahr. So kann ich heute schnell die Unterschiede von russischen zum z.B. englischen Realismus beschreiben und die Weiterentwicklung von Themen erkennen, was &#8222;ganz natürlich&#8220; aus dem Lesefluss folgte.</p>
<p>In einer gewissen Weise sind Perlenketten irgendwann auch abgeschlossen. Als ich mich mit den Büchern <a href="https://www.nimm-lies.de/jeder-tat-was-ihn-recht-duenkte/13857">Richter</a> und <a href="https://www.nimm-lies.de/gelobt-sei-der-herr-der-dir-heute-den-erloeser-nicht-versagt-hat/14360">Ruth</a> befasste, fand ich solche Ketten, knüpfte sie mit Freude und Erfüllung und werde sicher irgendwann nach Jahren wieder zu diesen zurückgreifen.</p>
<p>Schließlich muss uns auch klar sein, dass wir nicht alle Ketten der Welt knüpfen können. Astronomie oder Kreationismus, aber auch die Lehre von der Kirche und viele zeitaktuelle Themen sind Beispiele für Themen, die einen großen Reiz entwickeln können (zumindest für mich), für die ich aber einfach keine Zeit mehr übrighabe.</p>
<p>Es gibt einen praktischen Grund seine Lektüre einzuschränken, und der liegt schlicht in der begrenzten Lebenszeit. In der folgenden Aufstellung entblöße ich mich selbst, auch dadurch, dass ich viele Ketten nicht geflochten habe, darunter zähle ich Biografien, sozialanalytische Schriften, moderne Literatur, wissenschaftliche Werke und viele mehr! Es gibt viel zu tun, packen wir es an!</p>
<h2><strong>Zwölf Perlenketten</strong></h2>
<p>Die Perlenketten sind nicht unbedingt in der Weise dargestellt, wie ich sie gelesen/gehört habe, sondern vor allem nach Zugänglichkeit und Schwierigkeitsgrad sortiert. Auch habe ich die zu den Anglikanern, wie bereits oben dargestellt hier nicht noch einmal gesondert aufgeführt:</p>
<h2><strong>Drei theologische Ketten</strong></h2>
<h3><strong>Hermeneutik</strong></h3>
<p>Hätte ich bloß Beynons und Sachs Buch <a href="https://www.cbuch.de/beynon-sach-tiefer-graben.html"><em>Tiefer graben</em></a> früher gekannt. Ich glaube, mit diesem Buch hat man einen guten Einstieg in die Werkzeuge für das Bibelverständnis. Vor allem die zahlreichen durchgearbeiteten Beispiele machen das Buch sehr überzeugend. Darauf aufbauend würde ich zur <a href="https://www.amazon.de/Introduction-Biblical-Interpretation-Lectures-Complete/dp/B0757T9JZ9/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1B7ETP2QHS7LT&amp;dchild=1&amp;keywords=Introduction+to+Biblical+Interpretation+hubbard&amp;qid=1635410766&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;sprefix=introduction+to+biblical+interpretation+hubbard%2Caps%2C102&amp;sr=8-1&amp;sres=B0757T9JZ9%2C0785252258%2C3964660442%2C0849907748%2C3964660345%2C0310537983%2CB01HAKH3T8%2CB086PTDP1D%2C3903372099%2C3742315439%2C3140223145%2CB08NWQZPM9%2C3625180863%2C3742312340%2CB08WJTPTQG%2C3833825332&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>Introduction to Biblical Interpretation</em></a> (Klein, Blomberg, Hubbard) greifen und natürlich zu Carsons <a href="https://www.cbuch.de/carson-stolpersteine-der-schriftauslegung.html"><em>Stolpersteine der Schriftauslegung</em></a>. Als nicht der biblischen Sprachen mächtig habe ich eine natürliche Grenze für Werke in diesem Bereich, so dass die High-Level Bücher für mich hier ausscheiden. Ich würde aber jedem einen Grundstock an hermeneutischen Büchern empfehlen. Berkhofs <em>Principles of Biblical Interpretation</em> ist <a href="https://www.monergism.com/principles-biblical-interpretation-sacred-hermeneutics-ebook">so z.B. auch frei im Web erhältlich.</a> Sprachliche Herausforderungen können mit einem geeigneten Wörterbuch (ich greife hier für das NT auf das EWNT von Balz/Schneider zurück) gut abgefangen werden. Im Wesentlichen versuche ich pro Jahr ein Buch in diesem Themenfeld zu lesen und habe aktuell die <a href="https://www.amazon.de/Hermeneutical-Spiral-Comprehensive-Introduction-Interpretation/dp/0830828265/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=167Y34MYCDC0H&amp;dchild=1&amp;keywords=osborne+hermeneutical&amp;qid=1635410816&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;s=audible&amp;sprefix=osborne+hermeneutical%2Caudible%2C84&amp;sr=1-1&amp;sres=0830828265%2CB004HAKP9A%2CB01K0RUPCK%2CB00AEMSUB0%2CB094FTKT7F%2CB01N5QC1CL%2CB002EPBL1Q%2CB08HPJLY92%2CB081Z38C1J%2CB004JV7QX0%2CB092HP76CX%2CB01M2ZQSR6%2CB005UXJSYQ%2CB003WIHR44%2CB00BG3MUA8%2CB00DC3PY7G&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>Hermeneutical Spiral</em></a> von Grant Osborne ausgepackt. Durch Carl Truemans<a href="https://www.amazon.de/Histories-Fallacies-Carl-Trueman-2011-01-21/dp/B01N1XPTTD/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=UA9ZBAZMJYXT&amp;dchild=1&amp;keywords=trueman+histories&amp;qid=1635410835&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;s=audible&amp;sprefix=trueman+histories%2Caudible%2C82&amp;sr=1-1&amp;sres=B01N1XPTTD%2CB09HGCT562%2CB09CBY7VLK%2C052173536X%2CB07L9C3B6F%2C1581349238%2C1481986015%2CB003JTHWUK%2CB001G429PS%2CB01M2Y1LKH%2CB00B9PQ856%2CB08DR9KP91%2CB005HY5ZR2%2CB0168YJGY2%2CB08H1LB5H9%2CB004CYNYNK&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em> Histories and Fallacies</em></a> ist mir klar geworden, dass viele Methoden auch auf die Deutung der Geschichtsschreibung übertragen werden können.</p>
<p><strong>Biblische Theologie</strong></p>
<p>Ich würde erst mit einem umfassenderen Werk anfangen, z.B. <a href="https://www.amazon.de/King-His-Beauty-Biblical-Testaments/dp/0801039398/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=219XFJGVSE9E0&amp;dchild=1&amp;keywords=the+king+in+his+beauty&amp;qid=1635410790&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;s=audible&amp;sprefix=the+king+in+his+beauty%2Caudible%2C90&amp;sr=1-1&amp;sres=0801039398%2C1601781253%2CB005CI0V7M%2CB00IU2XDA4%2CB07GFJN6T1%2CB003AMWQ34%2CB073W4GFH9%2CB08FFRMH3M%2CB09FFLNVRD%2CB00876YTYM%2CB08D89J7C9%2CB01KYN6HKE%2CB07KPTBSM4%2CB08DKLGCK3%2CB086PTDP1D%2CB07YX1S553"><em>The King in His Beauty</em></a> von Thomas Schreiner (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=eih7B7V5yww&amp;list=PL4sbg6ng23C4vwh8EZBXbJQI5hsaahhPv">Hier geht es zur 31-Teiligen Vorlesung vom Autor selbst</a>), aber man könnte zu <a href="https://www.amazon.de/Biblical-Theology-3-Volumes-Set/dp/1941337872">Jeffrey Niehaus&#8216; <em>Biblical Theology</em></a> greifen, auch hier findet sich eine <a href="https://biblicalelearning.org/biblical-theology-dr-jeffrey-niehaus/">Vorlesung </a>im Web.  Etwas einfacher ist z.B. <em><a href="https://www.nimm-lies.de/a-house-for-my-name/14309">A House for My name</a> </em>von Peter Leithart. Damit dürfte man gerüstet sein auf das eher anspruchsvollere (aber grundlegendere) Werk vo Geerhardus Vos: <a href="https://www.amazon.de/Biblical-Theology-Geerhardus-Vos/dp/B095NTBKMM/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=I1F6KIGVZSGE&amp;dchild=1&amp;keywords=vos+biblical+theology&amp;qid=1635410865&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;s=audible&amp;sprefix=vos+biblical+theology%2Caudible%2C87&amp;sr=1-1&amp;sres=B095NTBKMM%2CB0865TV7TT%2C0267659261%2C1592442919%2CB098PNKQH3%2CB08MSV1SWY%2CB08MSSD9YX%2C3337717705%2C0802812090%2C1549953842%2CB00YPOBZXI%2CB09K6W638Y%2CB07VLB71CF%2C0875521819%2CB09K7Q3DQC%2C0998748722&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>Biblical Theology</em>.</a> Man könnte aber auch eher eine Theologie eines der Testamente betrachten, ich fand <a href="https://www.nimm-lies.de/tipp-helmuth-egelkraut-das-alte-testament/12770">Egelkrauts</a> <a href="https://www.cbuch.de/egelkraut-hrsg-das-alte-testament.html"><em>Theologie des Alten Testament</em>s</a> dabei sehr hilfreich. In besonderer Weise erschüttert hat mich <a href="https://www.amazon.de/Theology-Testament-George-Eldon-Ladd/dp/0802806805/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=A30NZE6XS0DH&amp;dchild=1&amp;keywords=ladd+theology+of+the+new+testament&amp;qid=1635410919&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;s=audible&amp;sprefix=ladd+theology+of+the+new+testament%2Caudible%2C90&amp;sr=1-1&amp;sres=0802806805%2C0718828992%2C080283504X%2C3140223145%2CB00267T4CU%2CB08QHNM5RX%2CB07VMHH4W8%2C8854516023%2CB07VLB71CF%2C3742315439%2CB000NDDPA6%2CB076611KCY%2C3933257409%2CB08PFH3PPP%2CB012NOGGHQ%2CB0110T32ZO&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>A Theology of the New Testament</em></a> von G.E. Ladd. Mein Lieblingswerk eines arminianischen Dispensationalisten überhaupt (<a href="https://www.desiringgod.org/interviews/how-to-live-wisely-in-the-end-times">Lest hier den Artikel von Piper über Ladd</a>). Das Buch hat mir geholfen das Neue Testament in seiner Ganzheit zu lesen, ein echter Augenöffner für viele Fragen!</p>
<p>Von dieser Basis ausgehend kann man sich weiter spezifizieren, z.B. <a href="https://www.amazon.de/Paradise-Promised-Land-Introduction-Pentateuch/dp/0801039983/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dchild=1&amp;keywords=desmond+alexander&amp;qid=1632909809&amp;qsid=257-2536391-4228942&amp;sr=8-2&amp;sres=0801039983%2C0825420156%2CB088WH2J2P%2C0801092140%2C1842272721%2CB009TPSOFU%2C1844742857%2C0830825029%2CB08VF652P5%2CB09B2NSWHM%2CB08VF5B41F%2CB00HTK1TSG%2C194269797X%2C1433555743%2C1683594304%2C1433572052"><em>From Paradise to the promised Land</em> von T.Desmond Alexander</a>, eine Theologie der Fünf Bücher Mose oder aber man greift zu den gegenwärtig 56 Bänden der Reihe <em>New Studies in Biblical Theology</em>. <a href="https://www.ivpress.com/new-studies-in-biblical-theology">Ich versuche pro Jahr drei bis vier Bände dieser Reihe zu lesen</a> und sie haben mich in meinem Verständnis der Bibel sehr bereichert.</p>
<p>Das Thema wird durch die Nutzung geeigneter Nachschlagewerke erweitert, z.B. das <em><a href="https://www.nimm-lies.de/lexikas/14183">New Dictionary of Biblical Theology.</a></em></p>
<p>An dieser Stelle muss ich mich wohl entschuldigen, nur englische Bücher aufzulisten. Aber vielleicht wäre <a href="https://www.cbuch.de/spieker-jesus-eine-weltgeschichte.html"><em>Jesus. Eine Weltgeschicht</em>e</a> von M. Spieker ein passendes deutschsprachiges Werk für diese Rubrik.</p>
<p><strong>Glaubenslehre</strong></p>
<p>Ich finde es schwieriger in diesen Bereich einen Zugang zu bekommen als in die Biblische Theologie. Meine erste Dogmatik, die ich je gelesen habe, war die <em><a href="https://www.amazon.de/Biblische-Dogmatik-systematische-Theologisches-Studienmaterial/dp/3862690660/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1V0FSP5B30I3A&amp;dchild=1&amp;keywords=wayne+grudem&amp;qid=1635410966&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;sprefix=wayne+grudem%2Caps%2C1068&amp;sr=8-1&amp;sres=3862690660%2CB086LK95ZS%2C1433577038%2C1433549654%2CB086LLLVF2%2C1789742617%2C1581345178%2C1581342438%2CB08CS2NYRN%2C1844744868%2C0310286700%2C3935188676%2CB00NTQ3ITW%2C1433569906%2CB00NTQCMXU%2C148268442X&amp;srpt=ABIS_BOOK">Biblische Dogmatik</a></em> von Grudem, ich würde aber lieber Berkhofs <em>Systematic Theology</em> bevorzugen, nicht aber seine gekürzte Variante davon. Ich habe sehr von Eduard Böhls <a href="https://www.cbuch.de/boehl-dogmatik.html"><em>Dogmatik</em></a> profitiert. Sowohl <em>Böhl </em>wie <em>Berkhof</em> finden sich kostenfrei im Web. Mit beiden ist man dann für das eher anspruchsvollere Werk von Bavinck <em>Reformed Dogmatics</em> gewappnet, die wohl demnächst auch auf Deutsch erscheinen soll.  Insgesamt fehlt mir hier wirklich etwas Aktuelleres und doch zugängliches, das sich nicht in endlosen akademischen Fragen verliert oder allzu sehr im amerikanischen Evangelikalismus verläuft. Mir scheint aber <a href="https://www.amazon.com/Basics-Faith-Evangelical-Introduction-Christianity/dp/1683593383#:~:text=pillars%20of%20evangelicalism.-,Basics%20of%20the%20Faith%20is%20an%20overview%20of%20essential%20Christian,Hughes%20on%20inspiration%2C%20Anthony%20A."><em>Basics of the Faith</em> von Henry/Vanhoozer</a> ein guter Startpunkt zu sein. Eine andere Strategie besteht im Studieren klassischer Bekenntnisse, häufig tragende Säule vieler Dogmatiken.</p>
<p>Hat man sich dann durch ein zusammenfassendes Gesamtwerk durchgekämpft steht die Tür offen für Bücher über dogmatische Themen, z.B. die Werke, die in der Reihe <em><a href="https://www.ivpress.com/contours-of-christian-theology-set">Contours of Christian Theology</a></em> erscheinen. Es lässt sich nicht leugnen, das systematische Themen vernachlässigt werden, oder wann habt ihr es erlebt, dass die Dreieinigkeit aktiv in der Predigt eingebunden war, mit Ausnahme von Themenabenden zur Dreieinigkeit? Deswegen sind weniger steife Bücher mit systematischem Schwerpunkt oftmals sehr bereichernd, ich denke da an <a href="https://www.amazon.de/ESSENTIAL-TRINITY-Brandon-D-Crowe/dp/1629952982"><em>Essential Trinity</em> von Trueman/Crowe</a> oder an <a href="https://www.nimm-lies.de/the-whole-christ-von-sinclair-ferguson/14429"><em>The Whole Christ</em> von Ferguson.</a></p>
<h3><strong>Sechs Ketten des christlichen Erbes</strong></h3>
<p><strong>Kirchenväter</strong></p>
<p><a href="https://bkv.unifr.ch/de/works">Die Bibliothek der Kirchenväter ist ein Schatz.</a> Eine Masse an Kirchenvätern frei zugänglich für jedermann. In den meisten Fällen sind die Kirchenväter viel leichter zugänglich als man erwarten würde, in besonderer Weise schätze ich die rhetorischen Qualitäten von <em>Tertullian</em>. Möchte man etwas von der ganz frühen kirchlichen Zeit lesen, dann sind sicher die Korintherbriefe von <em>Klemenz</em> spannend. Ich habe nicht viel von Athanasius gelesen, fand ihn aber sehr leicht zugänglich. Überhaupt hat man immer das Gefühl, als hätte man es mit russlanddeutschen Christen zu tun, wenn man Kirchenväter liest: Eine klare Ausrichtung auf Andacht, dabei aber eher Abstriche bei der Gründlichkeit der Bibelauslegung. Aus diesem Grund fand ich die Predigten der Kirchenväter meist langweilig, das gilt aber nicht für ihre apologetischen Schriften und das auch nicht für die Predigten von <em>Augustinus</em>, wobei ich auch bei Ihm eher zu den &#8222;bekannteren Werken&#8220; greifen würde, wie den <em>Bekenntnissen</em> oder <em>Die Gabe des Ausharrens.</em></p>
<p><strong>Luther und die Reformatoren</strong></p>
<p>Wenn man nur einen Reformator lesen möchte, dann sollte man zu Luther greifen. Ich würde hier einige Einleitungen zu den Bibelbüchern lesen, einige Auslegungen seiner Psalmen, viele Briefe und schließlich &#8222;Von der Freiheit eines Christenmenschen&#8220;, &#8222;Von den guten Werken&#8220; aber auch die Thesen der Heidelberger Disputation. Ich glaube damit wäre Luthers Schwerpunkt auf Wort, Glaube, Heilsgewissheit und dem Konzept der Rechtfertigung gelegt. Ausgehend davon kann man zu den eher kontroverseren Schriften wie &#8222;Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche&#8220;, &#8222;Ob man weltlicher Obrigkeit Gehorsam schuldig sei&#8220; oder &#8222;De servo arbitrio&#8220; greifen, aber auch zu seinen eher problematischeren Werken, wie z.B. denen über die Juden oder die Wiedertäufer. Das hilft diese Generation nicht in übertriebener Weise zu verherrlichen! Überhaupt ist es meine Überzeugung, dass wir mehr von den Reformatoren lesen würden, wenn wir sie nicht derart überhöhen würden (zum Guten oder Schlechten).</p>
<p>Ich persönlich habe mich in den letzten Jahren zunehmend von Luther dem Calvin zugewandt. Ich würde bei Calvin mit <a href="https://www.amazon.de/Leben-eines-Christen-Johannes-Calvin/dp/1717716512/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=28QWO5PYECH5S&amp;dchild=1&amp;keywords=calvin+vom+leben+eines+christen&amp;qid=1635411016&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;sprefix=calvin+vom+leben+eines+christen%2Caps%2C119&amp;sr=8-2&amp;sres=1717716512%2C3964660345%2CB08GV912TY%2C3625180863%2C389736381X%2CB07CCFSCL7%2C3742312340%2C3625138948%2C3401602276%2C3453214951%2C3920476212%2C3795758858%2C3939916153%2CB01N5I39XB%2C3865436765%2CB01N0TJLOA&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>Vom Leben eines Christen</em></a> anfangen, aber es führt irgendwann kein Weg an der <em><a href="https://www.cbuch.de/calvin-institutio-unterricht-in-der-christlichen-religion.html">Institutio</a> </em>vorbei. Sie ist leichter zugänglich als man denkt. Es ist überhaupt spannend Luthers Werke mit Calvins zu vergleichen. Bei Luther hat man eigentlich immer noch ganz klar den emotionalen Mann des Mittelalters, bei Calvin einen nüchternen Denker der Moderne. Mir gefallen beide Stile ganz gut, die Logik von Calvin ist aber doch weitreichender. Liest man dann noch Menno Simons hat man gleich drei protestantische Linien nebeneinander.</p>
<p>Viele der Werke finden sich auf der <a href="https://glaubensstimme.de/doku.php">glaubensstimme.de</a>.</p>
<h3><strong>Die bunte Welt der Puritaner</strong></h3>
<p>Dem 3L Verlag ist es in besonderer Weise zu verdanken, das Werke der <a href="https://www.nimm-lies.de/bibliografie-deutsche-bucher-von-puritanern/4001">Puritaner bereits seit Jahren neu aufgelegt werden.</a> Ich finde sie eigentlich alle hilfreich, nur sehr häufig leicht umfangreich und umständlich. Es kommt häufig vor, dass man beim Lesen den Drang verspürt, zu schlafen. Das dürfte aber nicht nur etwas über die puritanischen Schriftumfänge aussagen, sondern auch über meinen geistlichen Zustand. Die Puritaner zielen immer auf das Herz. Es gibt aber Puritaner, die wirklich überraschend erfrischend sind, ich denke da vor allem an Thomas Watson. Ich würde bei den Puritanern immer mit Watsons Werken anfangen. Anschließend greife man zu Matthew Henry und darf den Abstecher zur <a href="https://www.cbuch.de/john-bunyan-die-pilgerreise.html">Bunyans Pilgerreise</a> nicht auslassen, aber auch zu seinem &#8222;Heiligen Krieg“ (oder seiner <a href="https://www.cbuch.de/bunyan-ueberreiche-gnade-hardcover.html">Autobiographie</a>). Nicht alles von Bunyan erreicht ein hohes Niveau, aber es wäre z.B. auch sein von ihm selbst verfasstes (und leider nur wenig bekanntes) Glaubensbekenntnis zu nennen, dass ich als sehr gelungen empfinde. Irgendwann, und an dieser Phase befinde ich mich aktuell, wagt man sich dann auch an Charnock, Owen, Bosten und die vielen anderen.</p>
<p>In besonderer Weise sollten hier die Puritan Papers von Packer/Lloyd-Jones et Al erwähnt werden. Die Auswahl der Themen scheint mir bei diesem Werk viel besser gelungen zu sein als bei der <a href="https://www.cbuch.de/beeke-jones-systematische-theologie-der-puritaner.html"><em>Systematische Theologie der Puritaner</em></a> von J.Beeke. Beekes Buch arbeitete sich zu sehr mit &#8222;Ach, wären wir alle großartig, wenn wir so wären wie die Puritaner“ und auch aufgrund seiner Überzeugung, dass er in besonderer Weise in den Fußspuren der Puritaner wandelt, ab und verliert so ein eigentlich gut vorhandenes Potential. Packers Essay <a href="https://www.thegospelcoalition.org/themelios/article/why-we-need-the-puritans/"><em>Why we need the Puritans</em></a> dürfte ein guter Startpunkt für die bunte Welt der Puritaner sein. Zumindest auf Englisch findet man sehr viele Werke kostenfrei auf monergism.com</p>
<p><strong>Busch und die Perlenkette für schlechte Tage</strong></p>
<p>Ausgehend von Wilhelm Buschs <a href="https://www.amazon.de/Plaudereien-meinem-Studierzimmer-Wilhelm-Busch/dp/3761557043/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1UX3JIQQSPSTK&amp;dchild=1&amp;keywords=plaudereien+in+meinem+studierzimmer+buch&amp;qid=1635411051&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;sprefix=plauderein+in+meinem+studierzimmer+busch%2Caps%2C100&amp;sr=8-1&amp;sres=3761557043%2CB01NBN9Z31%2CB08GV912TY%2C3903372099%2C3742315439%2C3625180863%2C3795701627%2C394673989X%2C3742316389%2C3473315788%2C3473315443%2CB07KLCY8NF%2C3789166456%2C398221730X%2C3473333026%2C3742312340&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>Plaudereien in meinem Studierzimmer</em></a>, einem Werk in dem Busch über Autoren und Christen schreibt, die ihn prägten, hat man einen weiten Blick in die Schriften der Pietisten. Entsprechend kann ich die pietistische Prägung meines Glaubens nicht genug würdigen. Nach Buschs Plaudereien kann man eigentlich zu jedem Pietisten greifen. Ich greife sehr gerne zu den Predigten von Hofacker, der &#8222;Seelsorge&#8220; von Blumhardt oder den Werken von Humburg.</p>
<p>Meine persönliche Beobachtung an mir selbst ist, dass wenn mir mal &#8222;wieder alles zu viel wird&#8220; und des Büchermachens kein Ende ist und alles nur furchtbar verwirrend wirkt, ich wie automatisch zu den Werken der Pietisten greife und sehr schnell wieder still werde.</p>
<p><strong>Bibellesen mit der Kirchengeschichte</strong></p>
<p>Ein beachtlicher Teil meiner Empfehlungen des <a href="https://www.nimm-lies.de/meine-personliche-top-ten-auswahl-christlicher-werke/5055">ursprünglichen Artikels </a>fällt in diese Kategorie und ich halte weiterhin diese Bücher in allen Ehren: Ob <em>Tozer</em>, <em>Nee</em>, <em>Hallesby</em>, <em>Lewis</em> oder auch Gitt und Spurgeon: Ich mag die Bücher dieser Autoren weiterhin sehr gerne, weil es einem Freude bereitet zu sehen, wie jemand mit einer ganz anderen Prägung und aus einem ganz anderen Kulturkreis die Bibel verstand. Neuerdings habe ich erneut die Gründungsväter der russichen Evangeliums-Christen entdeckt und muss jedem z.B. <em><a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9C%D0%B0%D1%80%D1%86%D0%B8%D0%BD%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B9,_%D0%92%D0%BB%D0%B0%D0%B4%D0%B8%D0%BC%D0%B8%D1%80_%D0%A4%D0%B8%D0%BB%D0%B8%D0%BC%D0%BE%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">Marzinkowskij </a> </em>und <a href="https://www.worldcat.org/title/in-the-cauldron-of-russia-1869-1933-autobiography-of-is-prokhanoff-the-life-of-an-optimist-in-the-land-of-pessimism-together-with-an-interesting-history-of-the-russian-evangelical-christian-union/oclc/1117143"><em>Prokhanov (in the Cauldron of Russia, Autobiographie) </em></a> weiterempfehlen. Ich schätze diese Literatur weiterhin. So erfahre ich wie ein Skandinavier oder ein Amerikaner oder ein Chinese ihre Bibel gelesen haben und was sie dabei auf sich nahmen. Nicht alles ist so ohne weiteres übertragbar und ich würde auch beachtliche Teile nicht auf diese Weise ausdrücken, aber doch bleibt die mystische Gemeinschaft unter Brüdern, die hier aus jeder Zeile strömt.</p>
<p><strong>Seelsorgerliche Literatur</strong></p>
<p>Diese Kette ist leichter zu knüpfen als man denken könnte: Man nimmt ein Werk aus dem bereits großen Pool an <a href="https://www.3lverlag.de/131-seelsorge-und-lebenshilfe">&#8222;Seelsorge-Büchern&#8220; des 3L-Verlags</a> und arbeitet sich so Stück für Stück durch. Ich lese etwa ein Buch pro Jahr aus diesem Bereich. Anfangen würde ich tatsächlich aber entweder mit Jay Adams <a href="https://amzn.to/3Bo7fHQ"><em>Handbuch der Seelsorge</em></a> oder mit Heath Lamberts <a href="https://www.amazon.de/-/en/Heath-Lambert/dp/0310518164/ref=sr_1_2?dchild=1&amp;keywords=heath+lambert&amp;qid=1635317660&amp;qsid=257-2536391-4228942&amp;s=books&amp;sr=1-2&amp;sres=3866992599%2C0310518164%2CB01N3SJ3UJ%2C1537391348%2C2362493164%2C1596381396%2CB08ZJJYLKM%2CB00KBA8L9Q%2C1433528134%2CB08P6BWZKG%2C1499149468%2CB017MYG08M%2CB010IKXZQW%2CB084P5ZXVB%2C185051402X%2C0706438418"><em>A Theology of Biblcal Counseling.</em></a></p>
<p><strong> Drei Ketten klassischer Literatur</strong></p>
<p>Mit der zeitgenössischen Literatur tue ich mich schwer, Klassiker habe ich meist im Unterricht der Oberstufe oder in langweiligen Vorlesungen gelesen, das ist mir sitzengeblieben:</p>
<ul>
<li>Dass ich als Teenager irgendwann zur russischen Klassik griff, lag vor allem einfach daran, dass ich ein Russe (zumindest zur Hälfte) bin. Aber sie fesselte mich schnell. Sie (ich meine vor allem Literatur der Romantik und des Realismus) ist dramatischer als die britische, düsterer als die amerikanische und lebensnaher als die Deutsche. Zu Beginn würde ich zu Erzählungen von <em>Turgenew</em> (z.B. Asja, Mumu), <em>Tschechow (</em>produzierte massenweise kürzere Werke, weil er für längere nie die Zeit fand, nebst großer Familie und seiner Arbeit als Arzt) oder zu Novellen von <em>Leskow</em> (z.B. Die Lady Macbeth von Mzensk, Der Gaukler Pamphalon) greifen.  Anschließend dürfte man sich an die längeren Werke wagen. Natürlich führt kein Weg an <em>Dostojewski</em> und <em>Tolstoi</em> vorbei, aber ein Werk gab mir besonders zu denken: Fürst Serbreny von <em>A.K.Tolstoi</em> (nicht Lev Tolstoi). Das Buch beschreibt zwei Reaktionen auf einen Tyrannen: Einerseits den Ansatz der Rebellion der schließlich versandet und ins Exil führt, andrerseits den Ansatz, sich soweit es geht anzupassen, mit der Folge, dass man selbst mehr vom Tyrannen übernimmt, als einem recht wäre. Ein sehr ergreifendes und historisch genaues Werk über die Zeit von Zar Iwan dem Schrecklichen. &#8211; Hat man sich mit den Vertretern des russischen Realismus vertraut gemacht, muss man unbedingt noch weiter zurück, vor allem zu Gogol und Pushkin aber auch nach vorne in die Sowjetzeit. Ziemlich verrückt und extrem antisowjetisch ist dann <em>Der Meister und Margarita</em>. Ziemlich lustig und extrem prosowjetisch wären die Doppelautoren <em>Ilf</em> und <em>Petrow</em> zu nennen (Die zwölf Stühle, Das goldene Kalb).</li>
<li>Begeben wir uns auf heimischen Boden zurück. Irgendwie griffen bei mir vor allem die Autoren, die zwar deutschsprachig schrieben, aber aus anderen Ländern stammten, z.B. <em>Gottfried Keller</em> (Die Leute von Seldwyla, Sammlung von Erzählungen, ziemlich interessant ist &#8222;Der Schmied seines Glückes&#8220;), <a href="https://www.nimm-lies.de/was-in-meinem-haus-klassisches-latein-ist-bestimme-ich/13588"><em>Friedrich Dürrenmat</em>t</a> (Klicken um zum gesonderten Artikel zu gelangen) aber auch S<em>tefan Zweig.</em> Überhaupt fing bei mir die Literatur der &#8222;neueren Klassik“ aus Deutschland besser zu gefallen, z.B. <em>Thomas Mann</em> (Mario und der Zauberer könnte ein guter Anfang sein für das gigantische Werk von Mann, mein Favorit ist aber Der Zauberberg). Kurt <em>Tucholsky</em> sackte bei mir gut, nicht aber sein einziger Roman. Von den klassischen Werken habe ich <em>Der Schimmelreiter (Theodor Storm)</em> bereits drei Mal gelesen: Ein brillanter Einzelgänger, der sich um eine einsame Frau und sein behindertes Kind kümmert, scheitert an der blanken Ablehnung der Gesellschaft. Also eine richtige Kette, an der ich mich entlanghangeln könnte, entstand hier aber bisher nicht. Aktuell bin ich übrigens mal wieder an einem Schweizer hängengeblieben und lese derzeit Werke von <em>Jeremias Gotthelf.</em></li>
<li>Wenn wir Amerikanisch/Britisch werden sollten: Ich liebe &#8222;Den Flaschenteufel&#8220; (auch als Flaschenkobold bekannt) von <em>Robert Louis Stevenson</em>. Viele schwärmen von anderen Werken des Autors, die mir aber dann weniger zugesagt haben. Wenn wir schon im britischen Naturalismus bleiben, dann bin ich absoluter Fan von <em>Oscar Wilde.</em> Ich glaube, ich habe von ihm nahezu alles gelesen, aber in besonderer Weise ist natürlich &#8222;Das Bildnis des Dorian Gray&#8220;, &#8222;The Importance of Being Earnest&#8220; und seine leider viel zu wenig beachteten Märchen zu erwähnen. Immer wieder greife ich auch zu den bizarren Erzählungen von <em>Poe</em> zurück, wobei man natürlich seinen mystischen Stil mögen muss.</li>
</ul>
<p>Es gibt dabei einen Bruch, die Sexualisierung der Literatur, der seit etwa den 60ern viele Werke unleserlich macht. Ich denke hier an die schulische Zwangslektüre von <em>Homo Faber </em>oder <em>Der Vorleser</em>. Dabei darf man aber nicht in die andere Falle verfallen und z.B. durch Pauschalurteile Lektüre der Klassik komplett meiden. Obwohl Hermann Hesse sicherlich kein Christ ist, finde ich sein <em>Unterm Rad </em>in mehrfacher Hinsicht als sehr gelungenes Werk, gerade auch aufgrund der feinen Kritik, die er hier am Evangelikalismus übt.</p>
<p><strong>Perlenketten, die keines Einsatzes wert sind</strong></p>
<p>Es gibt Werke oder ganze Werkreihen, die ich persönlich vollständig meide. Darunter gehören:</p>
<ul>
<li>Polemisch apologetische Werke. Was ich damit meine, sind Bücher wie (fiktive und doch reale Titel) <em>&#8222;Warum Rockmusik aus der Hölle kommt&#8220;</em>, <em>&#8222;Der ultimative Beweis, dass alle Calvinisten hochmütig sind&#8220;</em>, <em>&#8222;Warum Arminianer an einen anderen Gott glauben&#8220;</em> oder <em>&#8222;10 Gründe, warum Johannes Hartl der schlimmste Irrlehrer seit Grundlegung der Welt ist&#8220;</em>. Ich habe nie den Mehrwert solcher Bücher verstanden, obwohl ich mir selbst eingestehen muss, mich in der Kritik russlanddeutscher Frömmigkeit der Methoden bedient zu haben, die ich hier so entschieden ablehne!  Falls ich jemals Zweifel am Wert solcher Werte besaß, wurde dieser durch das Erbe einer Bibliothek mit einem beachtlichen Bestandteil solcher Werke aus den 70ern und 80ern Jahren genährt. Ich kann euch sagen, kein einziges Buch davon hat heute noch irgendeinen bleibenden Wert! &#8211; Hier darf man innehalten: Vieles davon wird auch wirklich wenig gelesen, aber massiger Weise auf YouTube gehört! Kaufe die Zeit aus, mein Bruder!</li>
<li>Bücher, Vorträge die Randthemen zum Zentrum des christlichen Glaubens erklären. Ich begnüge mich hier auch mit fiktiven Titeln, aber z.B. sowas wie <em>&#8222;Warum nur Frauen mit Kopfbedeckung den ganzen Ratschluss Gottes erfüllen&#8220;,</em> <em>&#8222;Die sekündliche Uhr der Endzeit schlägt gerade heute im <span style="text-decoration: line-through;">In der Sowjetunion</span>, <span style="text-decoration: line-through;">im Irakkrieg, in der Flüchtlingskrise</span>, in der Corona-Krise..&#8220;</em>, &#8222;<em>Wie das Schnabeltier vom Ararat nach Tasmanien kam&#8230; &#8211; 10 Wissenschaftler entdecken die ganze Wahrheit&#8220;</em>, <em>&#8222;Warum du niemals eine andere Übersetzung lesen darfst!&#8220;</em>, <em>&#8222;Wenn du dieses Lied eines möglichen Charismatikers singst, bist du bei der Entrückung vielleicht nicht dabei&#8220;.</em> Ich glaube wir kennen solche Werke zu genüge und es ist gegen die Lehre Christi, das Wichtige aufgrund von Randthemen zu vernachlässigen.</li>
<li>Schließlich bin ich auch immer noch skeptisch bei Ratgebern, die Weisheit durch Regeln ausheben. Ich glaube, dass es in einer Menge von Fragen auf die Weisheit ankommt. Ich würde in diesen Fällen das Lesen des Buches <em>Sprüche </em>immer detaillierten Ratgebern wie <em>&#8222;Deine Kinder müssen immer vor 7 Uhr im Bett sein, wenn du willst, dass sie erfolgreich, gesund, klug, christlich und gesegnet sind&#8230;&#8220;.,</em> vorziehen.</li>
</ul>
<p>Zum Schluss: Bleib offen für Empfehlungen deiner Brüder und Schwestern und auch für die Führung Gottes.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/zwoelf-perlenketten-meiner-lektuere/14543">Zwölf Perlenketten meiner Lektüre</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://nimm-lies.de/zwoelf-perlenketten-meiner-lektuere/14543/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>“Gemeinde wiederentdecken” von Collin Hansen und Jonathan Leeman Warum die Ortsgemeinde so wichtig ist</title>
		<link>https://nimm-lies.de/gemeinde-wiederentdecken-von-collin-hansen-und-jonathan-leeman/14474</link>
					<comments>https://nimm-lies.de/gemeinde-wiederentdecken-von-collin-hansen-und-jonathan-leeman/14474#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Sep 2021 16:52:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blognews]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Christentum]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinde]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Ortsgemeinde]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.nimm-lies.de/?p=14474</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/gemeinde-wiederentdecken-von-collin-hansen-und-jonathan-leeman/14474">“Gemeinde wiederentdecken” von Collin Hansen und Jonathan Leeman &lt;br /&gt;&lt;span style=&#039;color:#4d4545;font-size:1.5rem;&#039;&gt;Warum die Ortsgemeinde so wichtig ist&lt;/span&gt;</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://www.leseplatz.de/media/image/3f/36/d9/176363_gemeinde_wiederentdecken_600x600.jpg" alt="Gemeinde wiederentdecken" width="267" height="425" /><em>Ich bin auf diesen Buchhinweis von Daniel auf philemonblog.de gestoßen, den ich euch nicht vorenthalten wollte (Ich empfehle auch diesen Artikel von <a href="https://philemonblog.de/?p=1375&amp;unapproved=7&amp;moderation-hash=d949de81f95f54b7574d72357af5b307#comment-7">Daniel</a>):</em></p>
<p>&#8222;Eines der Dinge, die ich in der Zeit der Pandemie ganz neu gelernt habe, ist mit Sicherheit die Bedeutung von Gemeinde und Gottesdiensten <em>vor Ort</em>. Es stimmt, auch unsere Gemeinde ist zunächst notgedrungen auf den Livestream-Zug aufgesprungen und nun genießen wir und Gemeindemitglieder, die aufgrund von Krankheit oder Reisen nicht persönlich teilnehmen können, die Vorzüge der Technologie. Aber Gemeinde, die die Schönheit ihres Designs und die Wichtigkeit ihres Wesens, das die Bibel zeichnet und beschreibt, vergisst und zu einem bloßen YouTube-Kanal verkommt, kann und wird keine Frucht bringen. Häufig kommen Menschen “wegen der Viren” oder “wegen der Masken- und Anmeldungspflicht” nicht, jedoch wird schnell klar, dass andere Gründe vorliegen, nicht mehr frühmorgens zum Gottesdienst zu fahren, und die Pandemie nur eine wunderbare Möglichkeit der Ausrede darstellt, die zudem nicht großartig erklärt werden muss.</p>
<p>Collin Hansen und Jonathan Leeman versuchen daher in ihrem neuen Buch, kurz und prägnant darzustellen, was Gemeinde überhaupt ist, wer und was sie ausmacht und welche unumgängliche und unersetzliche Bedeutung sie im Leben eines jeden Christen mit sich bringt. Dazu liefern sie eine, zugegebenermaßen schwer sprechende und einprägsame, jedoch exakte Definition, deren einzelne Punkte sie in den neun Kapiteln erklären. Ich möchte sie an dieser Stelle zitieren: “Gemeinde ist eine Gruppe von Christen (Kapitel 2), die als irdische Botschaft (Vertretung) des himmlischen Königreichs Christi zusammenkommt (Kapitel 3), um die gute Nachricht und die Gebote des Königs Jesus zu verkünden (Kapitel 4); um einander durch Taufe und Abendmahl als dessen Bürger zu bestätigen (Kapitel 5); und um Gottes Heiligkeit und Liebe darzustellen (Kapitel 6) durch ein vereintes und vielfältiges Volk (Kapitel 7) auf der ganzen Welt (Kapitel 8), indem sie der Lehre und dem Vorbild ihrer Ältesten folgen (Kapitel 9)”. Puh. Aber ich kann das nachvollziehen, wer von Paulus lernt, wird auch gerne Bandwurmsätze imitieren. Dann kann man sie schön analysieren und grammatikalisch auseinandernehmen. Oder ein Buch darüber schreiben, wie Hansen und Leeman&#8230;. (mehr auf <a href="https://philemonblog.de/?p=801">philemonblog.de</a>)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/gemeinde-wiederentdecken-von-collin-hansen-und-jonathan-leeman/14474">“Gemeinde wiederentdecken” von Collin Hansen und Jonathan Leeman &lt;br /&gt;&lt;span style=&#039;color:#4d4545;font-size:1.5rem;&#039;&gt;Warum die Ortsgemeinde so wichtig ist&lt;/span&gt;</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://nimm-lies.de/gemeinde-wiederentdecken-von-collin-hansen-und-jonathan-leeman/14474/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8222;Gelobt sei der Herr, der dir heute den Erlöser nicht versagt hat&#8220;</title>
		<link>https://nimm-lies.de/gelobt-sei-der-herr-der-dir-heute-den-erloeser-nicht-versagt-hat/14360</link>
					<comments>https://nimm-lies.de/gelobt-sei-der-herr-der-dir-heute-den-erloeser-nicht-versagt-hat/14360#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 May 2021 13:00:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bibeln]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher zur Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Boas]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Gnade]]></category>
		<category><![CDATA[Naomi]]></category>
		<category><![CDATA[Ruth]]></category>
		<category><![CDATA[Vorsehung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.nimm-lies.de/?p=14360</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Buch &#8222;Five Festal Garments&#8220; von B.G. Webb untersucht fünf Bücher des AT, die wir als Christen häufiger vernachlässigen. Webbs Überlegungen waren unter anderem die Grundlagen für nachfolgende Skizzen: 1. Episodische Struktur: Webb macht auf die Schönheit des Aufbaus im Inneren des Werks aufmerksam. Es&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/gelobt-sei-der-herr-der-dir-heute-den-erloeser-nicht-versagt-hat/14360">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/gelobt-sei-der-herr-der-dir-heute-den-erloeser-nicht-versagt-hat/14360">&#8222;Gelobt sei der Herr, der dir heute den Erlöser nicht versagt hat&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Buch &#8222;<a href="https://www.amazon.de/Five-Festal-Garments-Lamentations-Ecclesiastes/dp/0830826106">Five Festal Garments</a>&#8220; von B.G. Webb untersucht fünf Bücher des AT, die wir als Christen häufiger vernachlässigen. Webbs Überlegungen waren unter anderem die Grundlagen für nachfolgende Skizzen:</p>
<h2>1. Episodische Struktur:</h2>
<p>Webb macht auf die Schönheit des Aufbaus im Inneren des Werks aufmerksam. Es liegt eine strukturelle Parallele mit geringfügigen Varianten in Kapitel 2 und Kapitel 3 vor:</p>
<table style="border-collapse: collapse; width: 100%; height: 270px;">
<tbody>
<tr style="height: 30px;">
<td style="width: 50%; height: 30px;">Kapitel 2:</td>
<td style="width: 50%; height: 30px;">Kapitel 3:</td>
</tr>
<tr style="height: 90px;">
<td style="width: 50%; height: 90px;">1. Ruth bietet Naomi, ob sie gehen kann und sagt ihr was sie tun will. Naomi bietet Ruth zu gehen</td>
<td style="width: 50%; height: 90px;">Naomi bietet Ruth zu gehen und sagt ihr, was sie zu tun hat.</td>
</tr>
<tr style="height: 30px;">
<td style="width: 50%; height: 30px;">2. Ruth geht</td>
<td style="width: 50%; height: 30px;">2. Ruth geht</td>
</tr>
<tr style="height: 60px;">
<td style="width: 50%; height: 60px;">3. Boas frägt, wer Ruth sei und es wird ihm erklärt</td>
<td style="width: 50%; height: 60px;">3. Boas frägt, wer Ruth sei und es wird ihm erklärt</td>
</tr>
<tr style="height: 30px;">
<td style="width: 50%; height: 30px;">4. Boas bittet Ruth zu bleiben und sagt, dass &#8222;Sie segnenswert sei&#8220; und gibt ihr Nahrung</td>
<td style="width: 50%; height: 30px;">4. Boas sagt Ruth, dass &#8222;Sie segnenswert sei&#8220; und bittet sie zu bleiben und gibt ihr Nahrung</td>
</tr>
<tr style="height: 30px;">
<td style="width: 50%; height: 30px;">5. Ruth spricht mit Naomi, erzählt ihr was passiert sei und bekommt von ihr Rat</td>
<td style="width: 50%; height: 30px;">5. Ruth spricht mit Naomi, erzählt ihr was passiert sei und bekommt von ihr Rat</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Doch in dieser Parallele entwickelt sich weiter, so wie aus der Erntezeit von Kapitel zwei die Dreschzeit von Kapitel drei wird.</p>
<p>Dieses Zentrum wiederum ist flankiert von &#8222;Namenslisten&#8220;: Zu Beginn finden wir mindestens drei Namen, die keinerlei Rolle mehr spielen sollen. Die Genealogie zum Schluß kann jedoch kaum bedeutender sein, verknüpft sie Ruth doch als Bindeglied zwischen der Mose-Richter Zeit mit der Zeit des großen Königs Davids. Entsprechend spiegeln auch diese Namenslisten die Entwicklung von der Leere zur Fülle wider, die Naomi und Ruth als Individuen widerfährt für einen größeren Kontext wieder</p>
<h2>2. Thematische Entwicklung und Kanonische Einbindung</h2>
<p>Damit wären wir mitten im Plot des Buches. Wer Ruth als an Richter anschließend liest, dem wird auffallen, dass die zwei abschließenden <em>Horrorgeschichten</em> des Richter-Buches damit Anfangen, dass Jemand Bethlehem (= Haus des Brotes) verlässt ( Ri 17,9 und Ri 19,2 bzw. 19,18). Wer das Haus des Brotes verlässt, steht in der Gefahr eine Katastrophe auszulösen. Ruth als Abschließender Teil dieser Trilogie bietet nun die &#8222;Kontra-Erzählung&#8220; dafür. Dabei war die Ironie besonders groß, dass im &#8222;Haus des Brotes&#8220; eine Hungersnot herrscht (Rt. 1,1). Im Übrigen dürfen wir auch sonst Umstände der Richter-Zeit erwarten: Ein jeder tut was ihm recht vor Augen scheint. Das gerade eine fremde Migrantin ein beliebtes Opfer für ein kurzes Sexabenteuer werden kann, scheinen Rt2,21 und Rt2,15 zumindest anzudeuten.</p>
<p>Doch zehn Jahre nach Verlassen des verheißenen Landes ausgerechnet in Richtung Moab, muss Ruth Buße übend zurückkehren und bekennt, als die Frauen rufen: &#8222;Ist das die Naomi?&#8220;:</p>
<p><strong>&#8222;Nennt mich nicht Naomi(Lieblich), sondern Mara (Bitter). Denn der Allmächtige hat mich sehr betrübt. Voll zog ich aus, aber leer hat mich der HERR wieder heimgebracht.&#8220; </strong><span id="more-14360"></span></p>
<p>&#8222;Naomis Verlassen von Bethlehem und die Rückkehr zurück kann thematisch in Begriffen von Rebellion und Buße verstanden werden. Namoi kommt aus einem fernen Land als eine &#8222;verlorene Tochter&#8220; zurück&#8220; (Webb, S. 51)</p>
<p>In Naomis Begegnung begegnen wir dem, was aus dem israelische kompromisslosen Monotheismus folgt. Denn wenn Gott über alle Dinge souverän ist, gibt es keine endgültige oder andere Erklärung für das Leiden, das einem wiederfährt. Dennoch irrt Naomi, wenn Sie sich als <em>&#8222;Leer heimgekommen&#8220;</em> sieht. Selbst nachdem ihrund Ruth unerwartete Segnungen wiederfahren, müssen sie die nebenstehenden Frauen daran erinnern, dass ihre <em>&#8222;Schwiegertochter, die sie liebt, ihr besser ist als sieben Söhne&#8220;</em> (Rt. 4,15). Leer heimgekommen ist Sie also gar nicht und aus der bitteren Vorsehung, die Sie empfindet wird bald eine süße.</p>
<p>Ruth ist also ein Buch, das vom Leiden-Glauben-Belohnung/Segen berichtet (so T. Schreiner in The King in His Beauty) oder von Leere-Suchen-Finden-Fülle (so Webb)</p>
<p>Thematisch führt auch ein oberflächliches Lesen nicht darn vorbei zu erkennen, wie das Buch &#8222;Freundlichkeit&#8220; unterstreicht. Boas wird als Beispiel der Freundlichkeit gegenüber Witwen, Waisen und Fremdlingen unterstrichen. Entsprechend lesen Juden das Buch Ruth zu Pfingsten, im jüdischen Verständnis ist Pfingsten nicht nur das erste Erntedankfest, sondern auch der 50 Tag nach dem Passahfest, der Tag, an dem Israel in der Wüste das Gesetz empfing. Dabei werden manche Gesetze eher freimütig übergangen. Neben dem übergangen ersten Erlöser ist dabei vor allem an die Einbindung der Moabiter zu denken, die niemals in die Gemeinde des Herrn kommen dürfen (5. Mo 23,3-6). Das Ruth Moabiterin ist, wird dabei nie verschwiegen sondern eher besonders unterstrichen (6 Mal im Buch). Boas lebt also den Geist und nicht den Buchstaben des Gesetzes aus. Ausgerechnet eine Frau aus dem verbannten Stamm ist dabei eine echte &#8222;Israelitin im Herzen&#8220;. Das die hebräische Kanonisierung Ruth oft auch nach Sprüche einordnet stellt Ruth als DIE Frau nach Sprüche 31 dar: Tugendsam und freundlich. Deutlich wird das z.B. in Rt. 2,12-13:</p>
<p><strong><em>&#8222;(Worte Boas zu Ruth): Der Herr vergelte dir deine Taut, und dein Lohn möge vollkommen sein bei dem Herrn, dem Gott Israels, zu dem du gekommen bist, dass du unter seinen Flügeln Zuflucht hättest. Sie sprach: Lass mich Gnade vor deinen Augen findn, mein herr, denn du hast mich getröstet und deine Magd freundlich angesprochen&#8230;&#8220;</em></strong></p>
<p>Beachtet, wie Ruth die Begriffe &#8222;freundlich&#8220; und &#8222;Gnade&#8220; miteinander verknüpft.</p>
<h2>3. Bezüge zum Neuen Testament</h2>
<p>Das Ruth mit Büchern wie Esther oder Hohelied eher in unseren täglichen Betrachtungen untergehen liegt nicht nur an der Kürze der Bücher, sondern auch daran, dass das NT relativ wenig Bezüge zu diesen Büchern nimmt. Zu Ruth findet sich aber in Matthäus 1,5 ein spannender Hinweis. Bekanntlich unterstreicht Matthäus nebst Ruth auch die anderen heidnischen Frauen im Stammbaum Jesu, aber nur hier findet sich die Info, dass die Mutter des Boas selbst niemand geringeres als Rahab sei. Das heißt der Muster-Israelit schlecht hin hat eine kanaanäische Mutter und heiratet eine Muster-Frau aus Moab. In Ruth finden wir so auf besondere Weise deutlich gebracht, dass der ein echter Israelit sei, der es inwendig ist (Röm. 2,29).</p>
<p>Nach ihrer Begegnung mit dem <em>Erlöser Boas</em>, lernen Ruth und Naomi, dass sie &#8222;nicht leer&#8220; dastehen. Nein, Sie bekommen die Fülle, weil Sie zum Gott Israels umkehren. Dennoch sehen Sie nur einen Teil der vorsehenden Fürsorge Gottes. Der Autor des Buches Ruth blickt weiter und hat David im Blick. Wenn sich später Matthäus hinsetzt um sein Evangelium zu verfassen, wird das kleine Buch zu einem Schlüsselstein auf dem Weg Gottes die Verheißung des Schlangenbesiegers aus 1. Mo. 3,15 zu erfüllen.</p>
<h2>4. Lessons learned</h2>
<p>Ich habe einige Lektionen mit einem Freund geteilt. Bereits einige wenige Stunden Invest in das Buch haben mich uvergleichlich und unwiderruflich bereichert:</p>
<ul>
<li>So bin ich persönlich ein Mensch, der sehr mit Fehlentscheidungen hadert. Mir ist es dabei kein Trost, dass in vielen dieser Fehlentscheidungen auch andere mitgeredet haben. Ich kann mich hier mit Naomi aus Kapitel eins identifizieren, die die Verantwortung Israel für Moab einzutauschen, komplett auf sich nimmt. Dabei war Sie als Frau wahrscheinlch eher einfach mitgezogen mit ihrem Ehemann. Ich weiß, dass der Blick zurück auf (vermeintliche) Fehlentscheidungen &#8222;ungemein verbittern&#8220; kann. Der Blick auf die Vorsehung Gottes, die denen die Gott Lieben nur das Beste bietet, ist eine Lektion die ich mit Naomi lernen möchte. Das was für uns nur Plan B oder C zu sei scheint, ist in Gottes Augen Plan A. Wir dürfen also auch unsere Fehlentscheidungen vertrauensvoll in Gottes Hand legen.</li>
<li>Das ausgerechnet eine Moabiterin Gnade wiederfährt ist etwas, dass den &#8222;überschwänglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte in Christus Jesus&#8220; ausdrückt (Eph. 2,7). Eigentlich ist es nahezu bizarr, das Gott hier über das Gesetz hin gnädig ist. Aber ist nicht genau das, was uns am Kreuz Christi begegnet?</li>
<li>Schließlich hat mich die Ehrlichkeit des Buches beeindruckt. In Bethlehem ist eben wirklich Hungersnot, und es möge dabei hundertfach &#8222;Brothaus&#8220; heißen. Und auch in Israel besteht für eine junge hübsche fremde Witwe die Gefahr, vergewaltigt zu werden. Boas, Ruth und Naomi sind sich dessen völlig klar bewusst. Aber Sie blicken auf weitaus mehr, das die geographischen Grenzen und die politische Situation Israels durchbricht. &#8222;Diese alle sind gestorben im Glaubne und haben die Verhießungen nicht ergriffen, sondern sie nur von ferne gesehen udn gegrüßt und haben bekannt, dass sie Gäste und Fremdlinge auf Erden sind&#8220; (Heb. 11.13). Sie haben sich als Menschen in einer Bundesbeziehung mit einem gnädigen  Gott verstanden. Die Freundlichkeit mit der Ruth die Fremde aufgenommen wird, zeigt schließlich nur auf die Freundlichkeit mit der uns Gott annimmt. Paulus macht daraus in Titus 3,4 gar ein Wortspiel, wenn er von der (en chrēstotēti) in Christus Jesus (en Christō)  spricht: <em>&#8222;Als aber erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Heilands, machte er uns selig.&#8220;</em></li>
</ul>
<h2>5. Literaturhinweise:</h2>
<ul>
<li>Auf die &#8222;Bethlehem Trilogie&#8220; wurde ich durch <a href="https://www.nimm-lies.de/right-in-their-own-eyes/13877">George Schwabs Richter Kommentar</a> aufmerksam.</li>
<li><a href="https://www.amazon.de/Five-Festal-Garments-Lamentations-Ecclesiastes/dp/0830826106">Five Festal Garments</a> ist ein spanneder Beitrag zur biblischen Theologie der Fünf Festschrifte im Judentum, nämlich Hohelied, Ruth, Klagelieder, Esther und Prediger.</li>
<li>Wer sich in aller Kürze einen thematischen Überblick und eine christologisch-kanonische Einbindung in die Bibel wünscht, sollte zu <a href="https://www.amazon.de/King-His-Beauty-Biblical-Testaments/dp/0801039398/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dchild=1&amp;keywords=the+king+in+his+beauty&amp;qid=1620218676&amp;sr=8-1">&#8222;The King in His Beauty</a>&#8220; von Thomas Schreiner (hier geht es zu einem <a href="https://www.amazon.de/King-His-Beauty-Biblical-Testaments/dp/0801039398/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dchild=1&amp;keywords=the+king+in+his+beauty&amp;qid=1620218676&amp;sr=8-1">Interview mit dem Autor</a>) greifen.</li>
<li>Ausführlicher mit einer Besprechung von Gliederung, Gattung, Inhalt und rechtlichem Hintergrund geht <a href="https://www.nimm-lies.de/tipp-helmuth-egelkraut-das-alte-testament/12770">Egelkraut in seiner Einleitung in das Alte Testament</a></li>
<li>Leon Morris hat einen <a href="https://www.amazon.de/Judges-Ruth-Tyndale-Testament-Commentaries/dp/0830842578/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dchild=1&amp;keywords=judges+totc&amp;qid=1620218867&amp;s=books&amp;sr=1-1">allgemeinverständigen eher kurzen Kommentar zum Buch Ruth in der TOTC Reihe verfasst.</a></li>
<li>Umfangreicher und eher praktischer orientiert ist dabei <a href="https://www.amazon.de/Sweet-Bitter-Providence-Race-Sovereignty/dp/1844744248/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dchild=1&amp;keywords=a+sweet+and+bitter+providence&amp;qid=1620218923&amp;s=books&amp;sr=1-1">John Pipers Buch &#8220; A Sweet and Bitter Providence&#8220;. </a></li>
<li>Die Ausführlichste Studie, zum Begriff des Erlösers und seiner breiten Bandbreite gerade in der Verwendung im Alten Testament und was das für das Verständnis bedeutet, was Erlösung überhaupt bedeutet, habe ich bei Christopher Wright: <a href="https://www.amazon.de/Mission-Gods-People-Biblical-Theology/dp/0310291127/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dchild=1&amp;keywords=wright+the+mission+of+gods+people&amp;qid=1620219497&amp;s=books&amp;sr=1-1">&#8222;The Mission of God&#8217;s People&#8220;</a> gefunden.</li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/gelobt-sei-der-herr-der-dir-heute-den-erloeser-nicht-versagt-hat/14360">&#8222;Gelobt sei der Herr, der dir heute den Erlöser nicht versagt hat&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://nimm-lies.de/gelobt-sei-der-herr-der-dir-heute-den-erloeser-nicht-versagt-hat/14360/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kierkegaards Sprung</title>
		<link>https://nimm-lies.de/kierkegaards-sprung/14355</link>
					<comments>https://nimm-lies.de/kierkegaards-sprung/14355#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Apr 2021 06:43:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erzählungen]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbücher]]></category>
		<category><![CDATA[Kierkegaard]]></category>
		<category><![CDATA[Sören Kierkegaard]]></category>
		<category><![CDATA[Søren Kierkegaard]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.nimm-lies.de/?p=14355</guid>

					<description><![CDATA[<p>Heute berichtet Udo Schmitt darüber, wie er durch das Werk Kierkegaards zur Schrift und zum Glauben geführt wurde: Durch die Rezension einer neuen Biographie über den dänischen Philosophen Sören Kierkegaard (Buchhinweis: Der alte Freund Kierkegaard – Hanniel bloggt.) wurde ich daran erinnert, welche bedeutende Rolle&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/kierkegaards-sprung/14355">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/kierkegaards-sprung/14355">Kierkegaards Sprung</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Heute berichtet Udo Schmitt darüber, wie er durch das Werk Kierkegaards zur Schrift und zum Glauben geführt wurde:</em></p>
<p><img decoding="async" src="https://www.deutschlandfunk.de/media/thumbs/4/4bf21ab2852b51637b48c131122efcf6v3_max_720x405_b3535db83dc50e27c1bb1392364c95a2.jpg?key=b017c9" alt="Ein undatiertes Gemälde des dänischen Theologen, Schriftstellers und Philosophen Sören Kierkegaard. (picture alliance / dpa)" /></p>
<p>Durch die Rezension einer neuen Biographie über den dänischen Philosophen Sören Kierkegaard (<a href="https://hanniel.ch/2021/03/25/buchhinweis-der-alte-freund-kierkegaard/">Buchhinweis: Der alte Freund Kierkegaard – Hanniel bloggt.</a>) wurde ich daran erinnert, welche bedeutende Rolle dieser Mann in meinem Leben gespielt hat. Viele kluge Köpfe haben schon wissenschaftliche, theologische oder philosophische Abhandlungen über ihn geschrieben. Mein kurzer Beitrag ist dagegen lediglich eine Beschreibung meines persönlichen Erlebens eines kleinen Aspekts seiner Gedanken über den Glauben.</p>
<p>Gleich im ersten Semester meines Philosophie-Studiums begegnete ich dem Werk Kierkegaards. Da er in seinen Veröffentlichungen immer wieder auf die Bibel Bezug nahm, musste ich mich wohl oder übel mit diesem Buch beschäftigen. Also las ich die Bibel innerhalb weniger Tage vom Anfang bis zum Ende.  Als ich nach den letzten Zeilen der Offenbarung das Buch zuschlug, war ich sicher, dass dies das Wort Gottes ist. Nur wenig später wurde ich durch das Wunder der Wiedergeburt gerettet.</p>
<p>Aussagen Kierkegaards wie <strong><em>„Der Glaube beginnt gerade da, wo das Denken aufhört“</em></strong> erwecken den Eindruck, dass sich Glaube und Vernunft nichts zu sagen haben.  Da es zwischen Glaube und Verstehen keine Verbindung gibt, wird das Christwerden somit zum Sprung ins Ungewisse. Dieser „Sprung des Glaubens“ wird vor allem von konservativen Theologen teilweise scharf kritisiert wird. Für den von mir sehr geschätzten Theologen Francis Schaeffer handelt es sich hierbei um einen Sprung ohne jede Rationalität. Vielen gilt Kierkegaard gar als ein Vordenker des säkularen und religiösen Existenzialismus sowie als Wegbereiter der historisch-kritischen Denkweise.</p>
<p>Doch dieser &#8222;Sprung des Glaubens&#8220; war für mich zum Zeitpunkt meiner Bekehrung ganz subjektiv tatsächlich ein solcher. Ein Sprung hinweg über einen Graben, der mich zu etwas bringen sollte, von dem ich trotz angelesenem Wissen eigentlich nicht viel wusste, aber dennoch alles erhoffte.</p>
<p>Natürlich handelte ich einerseits rational, also vernunftgeleitet, indem ich die Bibel systematisch studierte, doch schon bald kam ich an einen Punkt, an dem mir klar wurde, dass das was mich im Moment noch von Gott trennt, nicht durch weiteres Nachdenken überwunden werden kann. Erforderlich war ein Sprung. Ein Sprung ins Ungewisse, denn was auf der anderen Seite des Grabens auf mich wartete, war für mich zuvor undenkbar. Auf der anderen Seite angekommen, konnte ich dann wie Hiob zu Gott sagen: &#8222;Bisher kannte ich dich nur vom Hörensagen, jetzt aber habe ich dich mit eigenen Augen gesehen!“ (Hiob 42:5).</p>
<p>Meines Erachtens ist Kierkegaard nicht nur Zeit seines Lebens, sondern auch bis in die heutige Zeit hinein in vielerlei Hinsicht missverstanden worden, was unter anderem an der teilweise überzogenen Kritik am „Sprung des Glaubens“ zum Ausdruck kommt, den ich persönlich aber genauso wie von Kierkegaard beschrieben, erlebt habe.</p>
<p>Ich bin der festen Überzeugung, dass Christen auch heute noch großen Nutzen aus dem Studium von Kierkegaards Schriften ziehen können, da sie in ihrer Radikalität ein Weckruf für ein eingeschlafenes Christentum sind. Eine kleine und empfehlenswerte Auswahl seines Werks findet sich hier: <a href="https://clv.de/Tatort-Christenheit/255265">Tatort Christenheit (clv.de)</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/kierkegaards-sprung/14355">Kierkegaards Sprung</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://nimm-lies.de/kierkegaards-sprung/14355/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
