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	<title>Baptisten Archive - NIMM und LIES</title>
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	<title>Baptisten Archive - NIMM und LIES</title>
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		<title>Drei evangelische Bekenntnisse im Vergleich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Sep 2026 10:09:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biblische Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeindebau]]></category>
		<category><![CDATA[Baptisten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit ich „Der evangelische Glaube kompakt“ von Thomas Schirrmacher gelesen habe, war es mein langgehegter Wunsch, diese drei eng miteinander verwobenen evangelischen Bekenntnisschriften digital zu visualisieren. Dabei handelt es sich um das presbyterianische Westminster-Bekenntnis von 1646, die kongregationalistische Savoy-Erklärung von 1658 und das 1689 angenommene&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/drei-evangelische-bekenntnisse-im-vergleich/18924">Weiterlesen</a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">Seit ich <a href="https://nimm-lies.de/evangelischer-glaube-kompakt-von-thomas-schirrmacher/14831">„Der evangelische Glaube kompakt“</a> von Thomas Schirrmacher gelesen habe, war es mein langgehegter Wunsch, diese drei eng miteinander verwobenen evangelischen Bekenntnisschriften digital zu visualisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei handelt es sich um das <em>presbyterianische Westminster-Bekenntnis von 1646</em>, die <em>kongregationalistische Savoy-Erklärung von 1658</em> und das <em>1689 angenommene Londoner Baptistische Glaubensbekenntnis.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine <a href="https://www.proginosko.com/docs/wcf_lbcf.html">Gegenüberstellung des Westminster-Bekenntnisses und des Baptistischen Glaubensbekenntnisses</a> findet sich bereits im Internet. Die vorhandenen Darstellungen wirken jedoch häufig veraltet. Zudem fehlt meist die Einbeziehung der Savoy-Erklärung, die gerade in Fragen der Gemeindelehre eine wichtige mittlere Darstellung spielt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit <a href="https://confessio.glaubend.de/">confessio.glaubend.de </a>erfülle ich mir nun diesen Wunsch. </p>



<span id="more-18924"></span>



<p class="wp-block-paragraph">In sehr vielen Fällen kommt die baptistische Darstellung dem näher, was auch meinem eigenen Glaubensbekenntnis entspricht. Damit ist nicht nur die Lehre von der Taufe gemeint, sondern auch verschiedene detaillierte Präzisierungen. So betont das Baptistische Glaubensbekenntnis in seiner Lehre von der Heiligen Schrift, <em>dass alles, was für Gottes Ehre, das Heil, den Glauben und das Leben <strong>notwendig </strong>ist, ausdrücklich in der Schrift niedergelegt oder notwendigerweise darin enthalten ist</em> (§ 1.6). An vielen Stellen überzeugen mich außerdem die Kürzungen, die das Baptistische Glaubensbekenntnis beispielsweise in der ausführlichen Darstellung des Bundes (§ 7) vornimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt bereits verschiedene deutsche Übersetzungen aller drei Bekenntnisse. Dennoch habe ich mit KI-Unterstützung eine eigene Übersetzung der Bekenntnisschriften angefertigt, die bewusst auf ihren synoptischen Charakter Rücksicht nimmt. Übereinstimmende Formulierungen wurden dabei möglichst einheitlich übersetzt, damit Gemeinsamkeiten und Abweichungen unmittelbar erkennbar bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle drei Bekenntnisse sind wichtige Zeugnisse der Geschichte der protestantischen Kirchen und haben bis heute nichts von ihrer Bedeutung verloren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Projekt versteht sich als lebendes Projekt. Daher bin ich dankbar, wenn ihr Fehler findet und mir diese zurückmeldet. Hinweise und Korrekturen könnt ihr gerne an <a href="mailto:info@glaubend.de">info@glaubend.de</a> senden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem hoffe ich, in Kürze auch die in den Vereinigten Staaten überarbeitete Fassung des Westminster-Bekenntnisses in diese Gegenüberstellung aufnehmen zu können.</p>
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		<title>C.H. Spurgeon und die Taufe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jan 2014 20:44:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Episoden aus Spurgeons Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Baptismus]]></category>
		<category><![CDATA[Baptisten]]></category>
		<category><![CDATA[C.H. Spurgeon]]></category>
		<category><![CDATA[Spurgeon]]></category>
		<category><![CDATA[Taufe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Spurgeon kam aus einem Hause, in dem er von seinem Großvater, der ein unabhängiger Pastor war, als Kind getauft wurde. Dennoch nahm er als 16-jähriger nochmals die Glaubenstaufe an. Viele Ursachen führten zu dieser Entscheidung. Eine davon liegt in einem Gespräch Spurgeons mit einem anglikanischen&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/c-h-spurgeon-und-die-taufe/7940">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Spurgeon kam aus einem Hause, in dem er von seinem Großvater, der ein unabhängiger Pastor war, als Kind getauft wurde. Dennoch nahm er als 16-jähriger nochmals die Glaubenstaufe an. Viele Ursachen führten zu dieser Entscheidung. Eine davon liegt in einem Gespräch Spurgeons mit einem anglikanischen Priester (man beachte, dass Charles zu diesem Zeitpunkt erst 11 Jahre alt war):</p>
<blockquote><p>Geistlicher: Wie ist dein Vorname?</p>
<p>Spurgeon: Charles.</p>
<p>G: Wer gab dir diesen Namen?</p>
<p>S: Das weiß ich leider nicht so genau. Ich kenne keine Taufpaten, die jemals etwas für mich getan hätten, denn ich habe keine. Vermutlich haben mir meine Eltern diesen Namen gegeben (&#8230;).</p>
<p>G: Du bist also nie richtig getauft worden?</p>
<p>S: O doch, Sir, ich bin getauft! Mein Großvater hat mich in dem kleinen Zimmer getauft, und er ist doch ein Pastor. Also weiß ich, dass er es richtig gemacht hat.</p>
<p>G: Aber du hattest damals weder Glauben noch Buße und hättest folglich nicht getauft werden dürfen!</p>
<p>S: Warum, das hat doch damit nichts zu tun! Alle Kinder sollten doch getauft werden.</p>
<p>G: Woher weißt du da? Sagt nicht das Gebetsbuch, dass Glaube und Buße vor der Taufe notwendig sind? Dies ist eine so biblische Lehre, dass sie niemand leugnen sollte.</p></blockquote>
<p>Daraufhin erzählte der Geistliche, dass alle Getauften in der Bibel, Gläubige waren und er gab Spurgeon die Hausaufgabe, zu zeigen, dass die Bibel Glaube und Buße <em>nicht </em> als Voraussetzung für die Taufe verlangt. Spurgeon war sich seines Sieges sicher, denn er konnte es sich nicht vorstellen, dass sein Vater und Großvater irren könnten. Jedoch konnte er keine Bestätigung finden. Eine Woche  später ging die Unterhaltung mit dem Geistlichen weiter:<span id="more-7940"></span></p>
<blockquote><p>G: Nun, Charles, was denkst du jetzt?</p>
<p>S: Also, ich denke, dass Sie recht haben, aber dann gilt das für Sie genauso wie für mich.</p>
<p>G: Ich wollte dir das zeigen, denn aus diesem Grunde haben wir Paten. Ohne Glauben hätte ich nicht mehr Recht auf die Heilige Taufe als du. Aber die Kirche hat das Versprechen der Paten als Ersatz anerkannt. Sicher hast du schon gesehen, wie dein Vater, wenn er gerade kein Geld hatte, stattdessen einen Schuldbrief ausgehändigt hat. Dieser wird dann als Ersatz für die Bezahlung behandelt, denn da er ein ehrlicher Mann ist, haben wir allen Grund anzunehmen, dass er diesen Schuldschein einlösen wird. Nun sind Paten im allgemeinen gute Menschen, und so akzeptieren wir in Nachsicht ihr Versprechen für das Kind. Weil das Kind zu diesem Zeitpunkt noch keinen Glauben haben kann, akzeptieren wir, dass der Pate verspricht, dass der Glaube kommen wird; dieses Versprechen wird eingelöst bei der Konfirmation (&#8230;).</p>
<p>S: Nun, ich denke, dass dies ein sehr schlechter Schuldschein ist.</p>
<p>G: Ich habe keine Zeit, mit dir zu diskutieren, aber ich halte es für eine gute Sache. Ich frage dich nur: Wer steht wohl der Schrift am Nächsten &#8211; ich als ein Mann der Kirche, oder dein Großvater als ein abtrünniger von der Kirche? Er tauft entgegen der Heiligen Schrift; ich tue es meiner Meinung nach nicht, denn ich verlange ein Versprechen, das ich als Ersatz für Glauben und Buße betrachte und das in späteren Jahren eingelöst werden muss.</p>
<p>S: Eigentlich denke ich, dass  Sie richtiger handeln. Aber da es die Wahrheit zu sein scheint, dass nur Gläubige getauft werden sollten, denke ich, dass Sie beide falsch handeln, auch wenn Sie die Bibel mit der größeren Höflichkeit behandeln.</p>
<p>(&#8230;)</p></blockquote>
<p>So ging das Gespräch weiter, jedoch beschloss Spurgeon sich taufen zu lassen, wenn &#8222;jemals die göttliche Gnade  eine Veränderung&#8220; in ihm bewirkten sollte. Später sagte Spurgeon von diesem Gespräch:</p>
<blockquote><p>&#8230;ich konnte nicht anders, als Gott danken, dass ich zwölf Monate lang diese Schule besuchen konnte und dass es eine Schule der Kirche von England war. Bis zu dieser Zeit hatte ich nichts von der Kirche von England mitbekommen, aber nun gab es einen Wendepunkt in meinem Leben; der Tatsache, dass ich dort war, verdanke ich es, jetzt hier zu sein. Der Katechismus der Kirche von England hat eine Frage, die lautet: &#8222;Was wird von Menschen verlangt, damit sie getauft werden können?&#8220; und die Antwort, die ich darauf zu geben lernte und die ich auch gab, war: &#8222;Buße, wodurch sie der Sünde absagen, und Glaube, wodurch sie fest vertrauen auf die Zusagen, die Gott ihnen in diesem Sakrament macht.&#8220; Ich habe diese Frage in der Bibel gesucht und fand, dass sie, was Buße und Glauben betrifft, absolut richtig ist. <strong>Natürlich wurde ich später, als ich Christ wurde, auch Baptist, und das verdanke ich dem Katechismus der Kirche von England. </strong></p></blockquote>
<p>Seine Eltern nahmen es sehr zu Herzen, dass sich Spurgeon in einigen Glaubensfragen gegen den Weg seiner Vorfahren entschied. Folgender Zwischenfall zwischen Charles und seiner Mutter ist uns überliefert:</p>
<blockquote><p>Meine Mutter sagte zu mir: &#8222;Ach Charles! Ich habe den Herrn so oft gebeten, dich zu einem Christen zu machen, aber nicht, dass du ein Baptist wirst.&#8220; Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen und antwortete: &#8222;Ach, Mutter! Der Herr hat dein Gebet mit seiner ihm eigenen Großzügigkeit beantwortetet und dir weit über Bitten und</p>
<p>Verstehen gegeben.&#8220;</p></blockquote>
<p>Später als Pastor hat Spurgeon für die Kindertaufe härtere Worte gefunden und hat verschiedene üble Praktiken in den verschiedensten Kirchen und Gemeinden angeprangert:</p>
<blockquote><p>Einer der Ältesten in der Tabernakel-Gemeinde war &#8211; nach dem gewöhnlichen Verständnis des Wortes &#8222;Taufe&#8220; &#8211; viermal &#8222;getauft&#8220;: Das erste Mal wurde das Baby besprengt, aber es war so kränklich und schwach, dass nur etwa die Hälfte des im Gebetbuch vorgesehenen Rituals durchgeführt werden konnte. Als es ihm dann besser ging, wurde er wieder zur Kirche gebracht, um die Taufe richtig zu beenden, aber der Pfarrer gab dem Kind versehentlich einen Mädchennamen. Die Eltern des Kindes wollten es nicht riskieren, dass ihr Sohn mit dem falschen Namen gerufen würde, und brachten ihn zum dritten Mal hin. Als er dann groß wurde und sich bekehrte, habe ich ihn nach der Ordnung der Heiligen Schrift getauft.</p></blockquote>
<p>Schließlich ist auch eine der berühmtesten Predigten Spurgeons die, die er mit dem Titel <em>Wiedergeburt durch die Taufe?</em> hielt (zu finden im Buch <em><a href="http://clv-server.de/pdf/255387.pdf">Heilig dem Herrn</a></em>). Hier kritisiert er das große Übel der Taufwiedergeburt und sorgte mit dieser Predigt für eine Auseinandersetzung mit großer Heftigkeit:</p>
<blockquote><p>Unwiedergeborene Sünder versprechen für einen armen Säugling, dass er alle heiligen Gebote Gottes halten werde, die sie selbst tagtäglich in ausgelassener Weise brechen! Dies kann nur die Langmut Gottes ertragen. (&#8230;) Der Text sagt: &#8222;Wer da glaubt und getauft wird, der wird errettet werden&#8220;, und er behauptet: &#8222;Wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden&#8220;, ob er nun getauft ist oder nicht, sodass die Taufe den Ungläubigen nicht rettet, dass sie ihn auch nicht im geringsten von dem Urteil aller Gottlosen freispricht. Ob er nun durch Untertauchen oder durch Besprengen, in seinem Säuglingsalter oder als Erwachsener getauft werden mag &#8211; wenn er sein Vertrauen nicht auf Jesus Christus setzt, wenn er ein Ungläubiger bleibt, dann gilt ihm dieses schreckliche Urteil: &#8222;Wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.&#8220; Die sehr mächtige Kirche Englands lehrt diese Lehre nicht nur durch ihre Diener, sondern sei erklärt sie auch öffentlich und kühn in ihrer Glaubensregel. (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/c-h-spurgeon-und-die-taufe/7940">C.H. Spurgeon und die Taufe</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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		<title>Russlanddeutsche Freikirchen in der Bundesrepublik Deutschland</title>
		<link>https://nimm-lies.de/russlanddeutsche-freikirchen-in-der-bundesrepublik-deutschland/1352</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Rempel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 May 2011 12:01:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirchengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Aussiedler]]></category>
		<category><![CDATA[Baptisten]]></category>
		<category><![CDATA[bibeltreu]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelikale]]></category>
		<category><![CDATA[freikirchen]]></category>
		<category><![CDATA[John N. Klassen]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Mennoniten]]></category>
		<category><![CDATA[Russlanddeutsche]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Grundlinien ihrer Geschichte, ihrer Entwicklung und Theologie. So heißt das 452 Seiten starke Werk des Dozenten John N. Klassen. Ich möchte heute ein Buch vorstellen, das ich mit viel Genuss, aber auch Wehmut gelesen habe. Nachdem ich es bestellt hatte, stand es zuerst eine Zeit&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/russlanddeutsche-freikirchen-in-der-bundesrepublik-deutschland/1352">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/russlanddeutsche-freikirchen-in-der-bundesrepublik-deutschland/1352">Russlanddeutsche Freikirchen in der Bundesrepublik Deutschland</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="color: #333333; font-style: normal;"><img fetchpriority="high" decoding="async" class=" wp-image-1393 alignright" style="color: #333333; font-style: normal; line-height: 30px;" src="https://www.eddi-on.de/wp-content/uploads/Russlanddeutsche3155_0.jpg" alt="" width="250" height="404" /></p>
<p><em>Grundlinien ihrer Geschichte, ihrer Entwicklung und Theologie.</em> So heißt das 452 Seiten starke Werk des Dozenten John N. Klassen.</p>
<p>Ich möchte heute ein Buch vorstellen, das ich mit viel Genuss, aber auch Wehmut gelesen habe. Nachdem ich es bestellt hatte, stand es zuerst eine Zeit im Regal, da ich mich nicht traute, mit dem Lesen zu beginnen. Es gibt manche Bücher, die mit einem Rutsch durchgelesen werden können ohne den Leser sonderlich zu bewegen. Andere greifen das Gemüt an und erzeugen Emotionen.</p>
<p><em>Russlanddeutsche Freikirchen in der Bundesrepublik Deutschland</em> ist ein Buch, dass mich nicht unberührt gelassen hat. Es ist eine sorgfältige Ausarbeitung und wurde ursprünglich als Dissertation geschrieben. Gegenstand des Buches ist die russlanddeutsche Geschichte, die Entwicklung der Russlanddeutschen in der neuen, alten Heimat Deutschland und deren Theologie. Mich hat das Buch nicht kalt gelassen, da ich mich als Russlanddeutscher in vielen Bereichen selber angesprochen fühle.</p>
<p><span id="more-1352"></span></p>
<p>Es gibt sehr wenig Literatur, die sich mit den Christen unter den Russlanddeutschen befasst. Obwohl diese mittlerweile einen nicht unbedeutenden Zweig innerhalb der deutschen evangelikalen Bewegung darstellen. Deshalb bin ich für dieses Buch dankbar. John N. Klassen, selbst Mennonit, schreibt gut verständlich und sensibel.</p>
<p>Das Buch besteht aus vier Teilen, wobei der Autor bei der Auswanderung der Deutschen nach Russland beginnt. Der Leser erhält dabei einen guten Einblick über die Hintergründe bei der Ausreise. Auch über das Leben in Russland bzw. Sowjetunion schreibt Klassen eindrücklich. Im zweiten Teil geht es um den Aufbruch nach Deutschland und die Gründung erster Gemeinden. Im dritten und ausführlichsten Teil wird das Wachsen und Leben der Aussiedler-Gemeinden dargestellt. Dabei stellt Klassen mehrere Gemeinden aus verschiedenen Richtungen der Russlanddeutschen vor. Denn wer meint, Russlanddeutsche Christen wären eine homogene Gruppe, wird beim Studieren schnell eines Besseren belehrt. Die nähere Beobachtung dieser Bewegung macht schnell klar, dass die Entwicklung nach der Ausreise in die alte Heimat sehr unterschiedlich verlaufen ist.</p>
<p>Klassen hat viele Jahrzehnte unter Russlanddeutschen verschiedener Schattierungen gearbeitet, viele Gespräche geführt und daraus Schlussfolgerungen gezogen. Auf fast 60 Seiten versucht er Antworten auf die sehr relevante Frage der Mission und die Zukunft der Russlanddeutschen zu geben. Er zeigt dabei die besondere Frömmigkeit vieler russlanddeutscher Gemeinden auf und stellt fest, dass in vielen Gemeinden die Ethik ein deutlich höheres Gewicht als die Theologie hat. Dies ist auch ein wesentlicher Kritikpunkt Klassens. Eine Einengung der christlichen Freiheit durch, nach seiner Ansicht, kulturell bedingte Regeln.</p>
<p>Gleichzeitig bescheinigt er den Christen aus diesen Gemeinden eine große Bindung an die Bibel. Historisch-kritische und liberale Theologie hätten bisher in den meisten Gemeinden keinen Eingang gefunden.</p>
<p>Zum Schluss äußert Klassen die Hoffnung, dass sich die Aussiedler-Gemeinden im &#8222;Heimatland&#8220; integrieren werden, um missionarisch auch unter den Einheimischen relevant zu werden.</p>
<p>Man mag zu den Schlussfolgerungen unterschiedlich stehen. Unumstritten ist, dass dieses Buch einen Meilenstein darstellt.</p>
<blockquote><p>Klassens Werk stellt einen lange erwarteten und unverzichtbaren Beitrag zur Aussiedlerfrömmigkeit dar. Evangelikale Aussiedler können sich nun kritisch mit ihrer eigenen Geschichte auseinandersetzen, einheimische Evangelikale lernen eine für sie bisher eher unbekannte Welt kennen. Dr. Friedhelm Jung</p></blockquote>
<p>Sehr interessant ist vor allem für Russlanddeutsche der Anhang mit einer Fülle von Belegen, Beispielen, Untersuchungen und Tabellen. Ein Personen-, Sach- und Ortsregister hilft bei der Suche nach bestimmten Stellen und ein detailliertes Inhaltsverzeichnis gibt einen schönen Überblick über den Inhalt. Meine Heimatgemeinde konnte ich in Auflistungen auch finden.</p>
<p>Leider ist das Buch mit einem Preis von 34,80 EUR nicht gerade billig. Ich hoffe trotzdem, dass viele russlanddeutsche und einheimische Christen das nötige Geld für dieses so wesentliche Werk über die Aussiedler-Gemeinden ausgeben. Es gibt keine vergleichbare Untersuchung dieser wachsenden evangelikalen Bewegung.</p>
<p><strong>Titel: </strong>Russlanddeutsche Freikirchen in der Bundesrepublik Deutschland &#8211; Grundlinien ihrer Geschichte, ihrer Entwicklung und Theologie.<br />
<strong>Autor:</strong> John N. Klassen<br />
<strong>Sei­ten: </strong>452<br />
<strong>For­mat:</strong> 15 x 21 cm<br />
<strong>Ein­band:</strong> Paper­back<br />
<strong>Jahr:</strong> 2007<br />
<strong>Ver­lag:</strong> VTR/VKW<br />
<strong>Preis:</strong> 34,80 EUR<strong><br />
</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/russlanddeutsche-freikirchen-in-der-bundesrepublik-deutschland/1352">Russlanddeutsche Freikirchen in der Bundesrepublik Deutschland</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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