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	<title>Dispensationalismus Archive - NIMM und LIES</title>
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	<title>Dispensationalismus Archive - NIMM und LIES</title>
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		<title>Bruder unter Brüdern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Apr 2016 20:26:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zeitgeschehen]]></category>
		<category><![CDATA[Brüdergemeinden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zunächst sollte ich erklären, dass ich keine christlichen Wurzeln habe. Weder meine Mutter, noch meine Oma, noch irgendein entfernter Onkel waren oder sind Christen. Als ich mit 16 Jahren zum Glauben kam, war vieles für mich neu. Ja ich würde sogar sagen, dass es kein&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/bruder-unter-bruedern/10532">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/bruder-unter-bruedern/10532">Bruder unter Brüdern</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Zunächst sollte ich erklären, dass ich keine christlichen Wurzeln habe. Weder meine Mutter, noch meine Oma, noch irgendein entfernter Onkel waren oder sind Christen. Als ich mit 16 Jahren zum Glauben kam, war vieles für mich neu. Ja ich würde sogar sagen, dass es kein Element des Glaubens und des Handelns als Christ gibt, was ich nicht neu lernen musste. Angefangen vom Verzicht auf Notlügen bis zur Änderung der Ausdrucksweise. Auch wäre es gelogen, zu behaupten, dass der Prozess fertig ist. Wenn ich jedoch rückblickend einen Fehler wiederholt begangen habe, dann den, mehr auf erfahrene Brüder zu hören als auf die Stimme des Heiligen Geistes durch sein Wort. Prinzipiell ging ich nach meiner Bekehrung immer davon aus, dass mich ein Bruder belehren muss, wie man die Schrift nun korrekt zu verstehen hat. Nun stimmt es, dass Gott Lehrer eingesetzt hat, aber durch die Gemeinschaft mit Christus in seinem Wort, ist jeder Christ in der Lage den vollkommenen und wunderbaren Willen Gottes zu erfassen und zudem auch die Kraft zu bekommen, seinen Willen zu tun.</p>
<p>Ich kam zum Glauben in der wahrscheinlich konservativsten und strengsten Gemeinde Deutschland. Und damit meine ich nicht nur die Kleiderfrage, sondern auch Fragen wie das Zehnte zahlen, wöchentlich fasten usw. Obwohl ich vieles rückblickend nur belächeln kann, staune ich immer noch, wie viele dem Christentum total wildfremde Menschen hier zum Glauben gekommen sind. Das ist vielleicht auch die Ursache für manche Radikalisierung in dieser Gemeinde gewesen. Manch ein Alkoholiker, der durch seinen Alkoholkonsum großen Schaden anrichtet an seinen Nächsten, bleibt auch als Abstinenzler unerträglich. Oder wie man so sagt: Man kann von zwei Seiten vom Pferd fallen. Immer wieder habe ich unglaublich wahnsinnige Radikalisierungen von Christen erlebt, die vor ihrer Bekehrung ein besonders wildes Leben führten.<span id="more-10532"></span></p>
<p>Nun sollte ich noch hinzufügen, dass die Gemeinde, die ich damals besuchte, etwa 35 km von dem Ort entfernt war, in dem ich wohnte. Dies bedeutete immer lange Anfahrtswege. Alleine mit diesem logistischen Aufwand entstand schon bald die Frage, ob es denn nicht Christen in der Nähe gibt. Irgendwie war ich damals der festen Überzeugung, dass nur in den Gemeinden der Friedensstimme echte Christen zu finden sind. Bis heute habe ich die Ursachen für diese Engstirnigkeit nicht herausfinden können.</p>
<p>Schon bald ist mir in der Parallelklasse jedoch ein Mädchen aufgefallen, die durch ihr Auftreten zeigte, dass sie eine Nachfolgerin Christi ist. Dies hat mich sehr fasziniert, und so platzte ich bald bei ihr mit der Frage heraus, welche Gemeinde sie den besuche. Bald darauf sollte ich noch weitere junge Damen kennen lernen, die allesamt Besucher verschiedener Brüdergemeinden waren. Nun beging ich für die Augen der Gemeinde, die ich damals besuchte, einen großen Stilbruch: ich besuchte eine solche Gemeinde. Das erste Mal geschah es, als eine der Damen, sie besuchte damals die 13. Klasse, ich war glaube ich in der 10, heiratete, und ich zur Hochzeit eingeladen wurde. Soweit ich mich noch entsinnen kann, waren dies französisch geprägte Brüdergemeinden. Ich habe damals nicht schlecht gestaunt, über viele Parallelen mit meiner Heimatgemeinde, wie z. B. der Kopfbedeckung. Sitzen geblieben ist mir aber vor allem eine Begebenheit: In der Mittagspause, nach welcher der nicht zur Ortsgemeinde gehörende Pöbel freundlich gebeten wurde, zu gehen, hatte ich die Möglichkeiten mit einigen Brüdern jener Gemeinde ins Gespräch zu kommen. Nun frug ich in meiner ganzen Einfalt, wer denn der Gemeindeleiter der Gemeinde ist. Die Antwort folgte prompt: &#8222;Wir haben keine Gemeindeleitung, der Heilige Geist leitet unsere Gemeinde!&#8220; Obwohl ich heute durchaus der Meinung bin, zu verstehen, woraufhin der Bruder hinauswollte, muss ich sagen, habe ich damals mit äußerster Bestürzung reagiert. Ich hoffe, dass er meinte, dass der Begriff Gemeindeleitung nur wenig zu den in der Bibel vorkommenden Begriffen Älteste und Hirten passt und ungeeignet ist, die verantwortlichen Brüder einer Gemeinde zu zeichnen. Jedoch brachte man dieses Verständnis so barsch und ohne Verständnis für die gegenüberliegende Seite vor, dass ich damals nur bestürzt war, wie denn eine Gemeinde funktionieren kann, wo keiner vorangeht. Ich befürchtete dass reine Chaos oder viele unsichtbaren Drahtzieher, zerstritten im Ränkeschmieden.</p>
<p>Meines Erachtens ist genau dass ein Problem der Brüdergemeinden heute: Sie sind überwiegend nicht in der Lage ihre Positionen so darzustellen, dass auch ein Frischling im Glauben da mitkommen kann. Bevor man in eine Brüdergemeinde kommt (will sagen: kommen darf), muss man bereits einen gewissen Stand erreicht haben. Ich denke da auch an das vielgerühmte Buch <a href="http://www.soundwords.de/artikel.asp?suchbegriff=&amp;id=5305">Der vergessene Reichtum von den Autoren von SoundWords</a>. Ich habe einst einige Seiten drin gelesen und bin überaus frustriert über all die vielen Details, die man zu beachten hat, bevor man reif ist, im Dschungel des Dispensationalismus zu bestehen. Nur mal ein weiteres Beispiel im Artikel <a href="http://www.soundwords.de/artikel.asp?id=90">Ist Todesstrafe biblisch</a> auf selber Seite: Man kommt als Außenstehender ganz schön ins Schwitzen, wann und wie denn genau welcher Bund eingesetzt werden soll, und welche Elemente des Noahischen Bundes noch gelten und welche nicht, und welche wiederum durch Mosaische Bundesregeln ergänzt und erweitert wurden. Man muss einen riesigen Überbau annehmen, bevor man da durchschaut.</p>
<p>Im Übrigen ist mir noch eine Sache aufgefallen: Mitglieder der Brüdergemeinden kommen auf einen immer mit offenen Armen zu. ich habe mich selten nicht als ein Bruder aufgenommen gefühlt. Aber zumeist, eben als der jüngere Bruder, der das ein oder andere noch nicht verstanden. Und hier kommen wir zu einem anderen Problem: Mein Eindruck ist es, dass in Brüdergemeinden die Meinung vorherrscht, dass erfahrene Brüder ein besonderes Verständnis von der Schrift haben. Wenn also ich nichts von den Geheimnissen der verschiedenen Bünde Gottes verstehe, oder davon, wann der Tag des Herrn nur ein Augenblick ist und wann ganze tausend Jahre, dann liegt es ausschließlich daran, dass der Herr es mir nicht offenbart hat. Riecht für mich persönlich allzu sehr nach Geheimwissen und exklusiven Offenbarungen.</p>
<p>Später habe ich immer wieder eine andere Brüdergemeinde besucht. Ich erinnere mich noch immer an das erste Mal, an dem ich an einem richtigen Gottesdienst teilnahm. Gewöhnlich haben Brüdergemeinden jeden Sonntag Abendmahl, was ich persönlich hervorragend finde. Nur weiß ich bis heute nicht, ob es denn so ganz ok war, dass ich daran teilgenommen habe. Natürlich habe ich die Leute um mich als meine Brüder und Schwestern gesehen, und habe mitgemacht. Nur habe ich damals ja gar nichts von Empfehlungsschreiben etc. gewusst. Ermahnt wurde ich aber noch nie. Seit dem habe ich aber eine große Ehrfurcht vor der Pietät der Brüdergemeinden, und dass aus verschiedenen Gründen:</p>
<ol>
<li>Zentral für die Durchführung der Gottesdienste ist für eine Brüdergemeinde Apg 2,42: Sie blieben aber beständig in der Apostel Lehre und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.<span class="p"><br />
</span>Ich habe in keiner anderen Gemeinschaft von Christen oder solchen, die sich so nennen, erlebt, wie nah man an diesen Vers kommen kann. Üblicherweise gibt es Sonntagsmorgens eine lehrintensive Predigt und zahlreiche Gebete. Wobei bei einem Gebet besonders die Anbetung im Mittelpunkt steht. Meist ist der Gottesdienst zudem in zwei Teile aufgeteilt. In der Mitte der beiden Teile ist dann Raum zur Gemeinschaft gegeben. Die Brüder und Schwestern treten aufeinander zu und reden miteinander: Aber nicht vom nächsten Fußballspiel, sondern erbauend, tröstend und ermunternd. Ich habe so etwas noch kein einziges mal jemals in einer Gemeinschaft russlanddeutscher Christen erlebt. Wie sehr man in einem Gottesdienst der Brüdergemeinden erbaut wird, ist einfach unglaublich erhebend. Meine zutiefste Anerkennung. Am faszinierendsten ist jedoch der Teil kurz vor dem Abendmahl. Hier darf dann ein jeder Bruder einen Textabschnitt zu den Leiden Christi vorlesen. Ich staune bis heute, aus welchen Versen und Abschnitten die Brüder in der Lage sind, Hinweise auf Christus und sein Werk zu finden. In diesen kurzen Zeugnissen steht nicht Belehrung oder Ermahnung im Zentrum, sondern Christus.</li>
<li>Für die Ordnung in der Gemeinde ist wohl Matthäus 23,8 zentral: A<em>ber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister, Christus; ihr aber seid alle Brüder.</em><span class="p"><br />
</span>Oh, ich preise jede Gemeinde, die ohne Zwergenpapstum auskommt. Davon sind sicherlich russlanddeutsche Gemeinden entfernt. Es wird noch ein Artikel folgen, in dem ich mich mit russlanddeutschen Grausamkeiten und Verdrehungen der Biblischen Lehre auseinandersetzen werde, jedoch ist es extrem verwerflich. Im Übrigen zählt vor allem: Willst du ein Amt begleiten, so zeuge  ausreichend Kinder.</li>
<li>Kein Overload an Show: Keine großen Bands oder Orchestren sondern die Anbetung Gottes und die Predigt stehen im Mittelpunkt. Etwas, worauf sich heute viele Gemeinden bekennen sollten.</li>
</ol>
<p>Somit: Ich habe tiefe Erfurcht vor Brüdergemeinden, aber wie mein vorhergehender Artikel zeigt: Deutlich weniger vor Dispensationalismus. Mein größter Kummer liegt darin, dass Brüdergemeinden so unglaublich zersplittert sind. Oftmals wegen geringfügigen Fragen. Auch dieser Punkt ist für einen Außenstehenden nur sehr schwer verständlich. Und ich habe sicher wenig Motivation ein vierhundert seiten langes Werk darüber zu lesen, warum denn nun ganz genau Darby sich von Müller trennen musste.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/bruder-unter-bruedern/10532">Bruder unter Brüdern</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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		<title>Wie falsche Theologie uns die Bibel stehlen kann</title>
		<link>https://nimm-lies.de/wie-falsche-theologie-uns-die-bibel-stehlen-kann/10478</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Apr 2016 06:11:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verlagswelt]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeitgeschehen/Apologetik]]></category>
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		<category><![CDATA[Brüderbewegung]]></category>
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		<category><![CDATA[Glaubwürdigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit Entsetzen aber gleichzeitig auch mit Freude entsinne ich mich an eine &#8222;christliche&#8220; und &#8222;bibeltreue&#8220; Konferenz, auf der ich vor etwa zwei Jahren anwesend war. Ich werde keine Namen und Orte nennen, jedoch wird für den Kenner auch so offensichtlich sein, wovon ich rede. Der Autor&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/wie-falsche-theologie-uns-die-bibel-stehlen-kann/10478">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/wie-falsche-theologie-uns-die-bibel-stehlen-kann/10478">Wie falsche Theologie uns die Bibel stehlen kann</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Entsetzen aber gleichzeitig auch mit Freude entsinne ich mich an eine &#8222;christliche&#8220; und &#8222;bibeltreue&#8220; Konferenz, auf der ich vor etwa zwei Jahren anwesend war. Ich werde keine Namen und Orte nennen, jedoch wird für den Kenner auch so offensichtlich sein, wovon ich rede. Der Autor sprach über die Offenbarung und sein Fazit war im Großen und Ganzen, dass die Offenbarung die Christen nichts angeht, da der Inhalt nur die Juden betrifft, die nach der Entrückung der Gemeinde zum Glauben kommen werden. Es waren noch viele weitere verwirrende Thesen aufgestellt worden, jedoch lag über allem der Unterton: Dies betrifft nur die Juden, und das betrifft nur die Juden, für die Gemeinde sind im Großen und Ganzen nur die Paulusbriefe, und selbst hier nicht alle. Das war das Entsetzen! Es wurde größer, als aus den Reihen der Zuhörer vereinzelt Halleluja-Rufe erschallten über diese &#8222;Frohe Botschaft&#8220;. Der Redner hielt uns vor, dass Verse, wie &#8222;sei getreu bis zum Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben&#8220;, niemals für Menschen gemeint sein können, die unter der Gnade leben, denn wir als Christen wissen doch, dass wir so treu nicht sein können. Tja, die &#8222;Frohe Botschaft&#8220; des Redners  war viel mehr eine erbärmliche, trübsinnige und armselige Botschaft.<span id="more-10478"></span></p>
<p>Nun zur Freude: Aus meiner Überzeugung heraus, dass uns alles zum Besten dienen kann, wenn wir nur den Herrn lieben, weiß ich heute, dass diese Konferenz mir half endgültig mit dispensationalistischem Schriftverständnis zu brechen. Meine Leser mögen mich nicht falsch verstehen. Ich hoffe dass die meisten in den Brüdergemeinden nicht so extrem ausgeprägt sind, wie oben beschrieben. Aber als russlanddeutscher Christ, wie ich es einer bin, ist man irgendwie mehr oder weniger automatisch dispensationalistisch geprägt. Nur bin ich überzeugt davon, dass der Dispensationalismus ein Bestandteil einer Entwicklung ist, die man heute in Studienbibeln, Christlichen Büchern und Bibelkommentaren beobachten kann. Ich möchte diese Entwicklung &#8222;Rarefizierung (Verdünnung) der Schrift&#8220; nennen. Hier sind viele Entwicklungen zu beobachten und nochmal betont: Der Dispensationalismus ist ein Teil davon, viele Entwicklungen gehen Hand in Hand. Zusammengenommen ist die Wirkung aber gewaltig.</p>
<p>Mein Sarkasmus kann für manch einen Dispensationalisten, den ich als Bruder im Herrn ernst nehme, schmerzhaft sein. Dennoch finde ich keinen Weg, ein Problem darzustellen, das um uns frisst, wie ein Krebs. Geschwister, es geht um das teuerste und das beste, was wir auf dieser Erde haben: das Wort Gottes. Vor Kurzem durfte ich die alten Dokumente zur &#8222;Downgrade-Kontroverse&#8220; von Spurgeon lesen. Immer wieder betonte Spurgeon darin, <em>&#8222;dass für ihn Reinheit vor Einheit kommt&#8220;. </em>Somit möchte ich eine Lanze aufrichten gegen die voranschreitende Aushöhlung biblischer Lehre.</p>
<ul>
<li>Bruder, du liest noch Jesaja und machst dir Gedanken darüber, was dir die Schrift hier sagen möchte? Vergeude deine Zeit nicht, denn es ist ja offensichtlich, dass Jesaja fast nur vom tausendjährigen Reich spricht. Das betrifft dich nicht, wenn du nur bekehrt bist. Dann wirst du vor der Trübsal vorentrückt (nicht so wie die nordkoreanischen, irakischen und sudanischen Christen?!?) und das müssen dann die Schafe, die von den Böcken getrennt, sich zu Herzen nehmen (oder sind es die mit dem kalten Glas Wasser?). Und für Sacharia gilt natürlich dasselbe.</li>
<li>Christen, ihr lest das Gesetz Moses? Aber was hat es euch zu sagen, es sind doch nur Überbleibsel einer alten Haushaltung. Wir sind befreit vom Gesetz!</li>
<li>Schwester, du staunst über die Wunder im ersten Buch Mose? Aber warum nur! Jeder sollte doch wissen, dass dies nur Legenden sind, die sich Israelis an ihren Lagerfeuern in der Wüste erzählten. Mose schrieb nur seine Ehrfurcht vor Gott nieder, da er einfach kein Wissenschaftler war. Der Sündenfall ist nur eine Legende, der Versuch einer Erklärung für das Böse im Menschen.</li>
<li>Bruder, du ließt die Geschichten in Könige und Chronika? So viele interessante Begebenheiten werden berichtet. Schade, dass dies bloß nackte Historie ist, sonst könnte man soviel daraus lernen &#8230;</li>
<li>Mutter, du nimmst für dein Leiden das Buch Hiob zur Hand? Aber vergiss bitte nicht, dass es nur Prosa ist. Und Hiob und seine Freunde waren alles Prediger, die nie herausfanden warum sie litten.</li>
<li>Hohelied ist ein schönes Buch, nicht wahr? Leider kann keiner wissen, wie es zu verstehen ist. Ist die &#8222;Freundin&#8220; jetzt das Volk Israel oder die Gemeinde. Die Juden dachten es wäre das Volk, die Urkirche es wäre die Gemeinde. Und wir lassen es mal so stehen. Nur nicht zur Anwendung kommen lassen.</li>
<li>In den Psalmen klingt so vieles nach Messias. Aber es sind nur Parallelen die man zwischen David und Jesus ziehen kann.</li>
<li>Die Briefe des Paulus  an Timotheus und Titus übrigens, du übereifriger junger Christ, sind natürlich nur die persönlichen Ratschläge eines Apostels an seinen nächsten Mitarbeiter. Dem &#8222;Fußvolk&#8220; hat das kaum was zu sagen. Gleiches gilt natürlich für den zweiten und dritten Johannesbrief.</li>
<li>Wenn du die Evangelien liest, du unerfahrener und junger Christ, pass nur auf, dass du ja fein unterscheidest zwischen dem was Jesus zum unerretteten (!) Volk des alten Bundes (!) und was er zu seinen Jüngern sagt. Nur das zweite hat wirklich Belang, und selbst da musst du prüfen, ob es der spezielle Auftrag der Jünger ist oder eine allgemeine Rede. Im Grunde genommen reichen die Endzeitreden Jesu. Aber hier pass nur auf, dass du nicht wieder etwas beachtest, was nach deiner Entrückung kommt.</li>
<li>Der Hebräerbrief sagt ja bereits durch seinen Titel an wen er gerichtet ist.</li>
</ul>
<p>Was bleibt? Es bleiben einige Briefe des Paulus. Nun, fein geurteilt. Nur habe ich in letzter Zeit immer wieder gehört (wahrlich ungelogen): &#8222;Oh Bruder, da musst du aufpassen, über den Römerbrief ab Kap. 8, da dürfen eigentlich nur Brüder etwas sagen, die Jahrzehnte Erfahrung haben. Nur Älteste sollten sich da äußern&#8220;. Aus Lehre wird also immer mehr eine Leere. Und Leere ist der Mensch oft schnell dabei zu füllen. Vielleicht ist das der Grund das Progmatismus und andere Exotische Praktiken in der Gemeinde wuchern wie es in 2000 Jahren Kirchengeschichte nie vorgekommen ist.</p>
<p>Und, dann gibt es noch den Klassiker: Entweder musst du überall, wo von Erwählung, Berufung, Vorsehung oder Vorherbestimmung die Rede ist, diese Worte streichen und durch &#8222;gläubig sein&#8220; ersetzen oder du musst an jeden Vers, der &#8222;nur&#8220; vom Glauben, oder von Liebe zu Gott redet, oder von Nachfolge oder von Heiligung noch ein &#8222;nach Gottes Erwählung&#8220; dranhängen. Erst dann bist du auf dem wahren Weg. Es gibt nur zwei Extremen. Was, und du erfrechst dich noch, an die Schrift zu glauben, wie Sie ist?</p>
<p>Was bleibt dann mir? Hinfort mit den Geistern, die mir die Schrift rauben. Hinfort mit Auslegungen ohne Anwendung. Weg mit einem Überbau an technischen und historischen Infos, die das persönliche der Schrift rauben. Ich bin Gott dankbar, dass wir mit meiner Frau in dem letzten halben Jahr soviel aus dem Alten Testament entnehmen konnten, das tatsächlich zeigt, wie viel Christus in der Bibel ist. Und wo Christus ist, da möchte ich sein. Christus ist da, wenn Josua das verheißene Land erforscht. Christus ist im Sündopfer und im Brandopfer. Christus ist in den Gewändern des Priesters. Christus ist in der Stiftshütte. Christus ist bei der Schöpfung anwesend. Christus ist der Engel des Herrn der Bileam verwarnt. Christus ist der Fels, aus dem Wasser fließt. Christus ist der weise Friedefürst. Christus ist der Geweihte, der uns in Simson dargestellt wird, und der Weise, den wir in Salomo finden. Christus ist die Erfüllung der Prophetie und nicht das tausendjährige Reich!</p>
<p>Somit: Herr wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des Lebens!</p>
<p>P.S.: Da ich vermeiden möchte, von einer anderen Seite vom Pferd zu fallen, werde ich in den nächsten Wochen einen Artikel veröffentlichen, der die Vorzüge und die hohe Qualität der Brüderbewegung preisen wird.</p>
<p>P.P.S.: Außerdem sollte ich als ehemals radikaler Arminianer bekennen, dass ich nur über den Umweg des Dispensationalismus zu der reformiert-baptistischen Denkweise gekommen bin. Hier bin ich also Brüdern wie W. Bühne oder W. MacDonald meinen Dank schuldig.</p>
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