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	<title>Leinwand-Prediger Archive - NIMM und LIES</title>
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		<title>Appell für mehr konservativ-evangelikale, deutschsprachige Autoren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Eduard Klassen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Sep 2011 12:06:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verlagswelt]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschehen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich muss gestehen, ich war noch nie in Amerika. Ich habe also auch noch nie eine amerikanische Gemeinde besucht. Ich war auch noch nie in einem amerikanischen Buchladen. Aber manchmal habe ich den Eindruck, wir wissen alles über amerikanische Gemeinden kennen viele ihrer Bücher. Wir&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/wir-sind-nicht-amerika/2511">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/wir-sind-nicht-amerika/2511">Appell für mehr konservativ-evangelikale, deutschsprachige Autoren</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich muss gestehen, ich war noch nie in Amerika. Ich habe also auch noch nie eine amerikanische Gemeinde besucht. Ich war auch noch nie in einem amerikanischen Buchladen. Aber manchmal habe ich den Eindruck, wir wissen alles über amerikanische Gemeinden kennen viele ihrer Bücher. Wir kennen deren wichtigste Pastoren. Wir wissen, wie das Gemeindeleben bei diesen Pastoren funktioniert. Wir wissen das alles, weil wir über das Internet zu tausenden Predigten amerikanischer Prediger Zugang haben. Weil wir hunderte gute amerikanische Blogs lesen können. Weil wir über das Internet englische Bücher fast über Nacht nach Hause zugeschickt bekommen können. Und weil mittlerweile hunderte Bücher aus dem Amerikanischen ins Deutsche übersetzt wurden. Und wenn etwas aus Amerika kommt, vielleicht von einem dieser sehr bekannten Pastoren, dann wollen wir es sofort haben. Das, was aus Amerika kommt, das ist gut. Amerika, das gelobte Land. Deutschland braucht Amerika! Wirklich?</p>
<p><span id="more-2511"></span>Ich gebe es ehrlich zu, dass ich viele amerikanische/englische Blogs und Bücher lese und unzählige Predigten gehört habe. Ich habe davon profitiert. Es war für mich eine enorme Bereicherung. Es war ein Segen. Und wenn ich ehrlich bin, würde auch mal gerne über das große Wasser fliegen und das &#8222;gelobte Land&#8220; besuchen.</p>
<p>Aber, und dass möchte ich betonen: Wir sind nicht Amerika! In vielerlei Hinsicht können wir uns nicht mit Amerika vergleichen. Kürzlich las ich in einem Artikel bei <a href="http://unwisesheep.org/2010/09/30/ein-paar-gedanken-zu-paul-washer/" target="_blank">unwisesheep</a>, in dem der Betreiber einige Anmerkungen zu den vom ihm übersetzen Predigten von Paul Washer weitergibt:</p>
<blockquote><p>Und eben weil diese Unterschiede vorhanden sind, kann ich nicht jede Aussage, die Paul Washer in einer Predigt macht, 1:1 auf unsere eigene Situation übertragen. Ja, die europäische Kultur wird von der amerikanischen  Kultur deutlich beeinflusst, aber dennoch unterscheiden sich die Kulturen in mancher Hinsicht deutlich. Ich will nicht die teilweise berechtigte Schärfe aus den Predigten herausnehmen, aber eine Predigt wie die “Shocking Message” ist eben nicht zu 100prozent einfach auf die deutsche Situation zu übertragen.</p></blockquote>
<p>Wir können von Paul Washer profitieren und ich hoffe, dass viele Christen in Deutschland und Europa von ihm wachgerüttelt wurden und werden. Aber wir sind nicht Amerika!</p>
<p>Im August besuchte ich die Konferenz von <a href="http://www.evangelium21.net/" target="_blank">Evangelium21</a>. Es waren gesegnete drei Tage. Und ich denke noch oft an die Botschaften, die mich bewegt haben und an die Begegnungen mit freundlichen Menschen, die mir gut taten. Matt Schmucker aus Washington hat sehr gute Workshops gegeben. Die sind absolut hörenswert. Besonders seine Erzählung über die Entwicklung seiner Gemeinde in den letzten 20 Jahren hat mich gerührt. Andere Referenten hatten exzellente Vorträge gehalten. Ich bin ihnen sehr dankbar. Aber ich hatte oft den  Eindruck, dass ich vieles von dem Gesagten in amerikanischen Büchern bereits gelesen habe. Es war gut und richtig. Aber nicht originell. Aber dann kam Ron Kubsch an die Kanzel und begann seinen Vortrag mit einem Zitat von Spener, einem deutschen Theologen des 17. Jahrhunderts. Deutsche Theologen kann man also auch zitieren. Aber wer war eigentlich Spener? Ich kenne Jonathan Edwards und John Wesley. Bei Spener musste ich erst lange nachdenken, bis ich es auf die Reihe bekam, wie er einzuordnen ist. Und von seinen Schriften habe ich bisher auch noch nichts gelesen.</p>
<p>Nächstes Jahr im Mai kommen John Piper und D.A. Carson nach Hamburg. Ich werde versuchen dabei zu sein. Für 2013 versprach Matthias Lohmann wieder weniger bekannte Referenten einzuladen. Das finde ich gut. Ladet deutsche Referenten ein. Sie haben in der Regel keine weiten Anreisewege und müssen nicht übersetzt werden. Und sie sind zugänglich.</p>
<p>Und damit komme zu meinem letzten Punkt. In einem Blogartikel von distomos las ich John MacArthurs Aussage über „Leinwand-Gemeinden“ und „Leinwand-Prediger“:</p>
<blockquote><p>Gehen Sie nicht zu einer „Leinwand-Gemeinde“. Punkt. Tun Sie das nicht. Verhelfen sie solchen Gemeinden nicht zum Erfolg. Unterstützen sie so etwas nicht. Nun, wenn Sie vor Ort in die Gemeinde eines solchen Predigers gehen, wo immer der Prediger auch ist, das ist eine Option. So können sie sein Leben sehen, seine Familie, seine Kinder und die Art und Weise, wie er seine Herde führt und betreut, ob er sich regelmäßig mit Gottes Wort befasst und sich dem Gebet hingibt, ob er sich aufopfert für die geistliche Richtung und die Versorgung der Herde Gottes. Das ist eine Möglichkeit für Sie. Werden Sie aber kein Mitglied einer &#8222;Leinwand-Gemeinde&#8220; unterstützen Sie solche Plätze nicht.</p></blockquote>
<p>Ok, John MacArthur ist ein Amerikaner. Aber lassen wir uns das mal sagen. Ich befürchte, dass wir im übertragenen Sinn in vielerlei Hinsicht in Deutschland viele Leinwand-Gemeinden haben. Predigten, Bücher und Blog aus Amerika scheinen bei uns den Ton anzugeben. Bei all den positiven Auswirkungen sollte man die Schattenseiten nicht übersehen. Denn wenn ich ein Buch eines deutschen Autors lese, ist er für mich zugänglich. Ich kann ihn zu einem Kaffee einladen, ihm eine Email schreiben oder ihn in seiner Gemeinde besuchen. Ich kann ihm Fragen stellen, ihm zuhören, seinen Lebensstil sehen, von ihm lernen und ihn korrigieren. All das kann man mit den Brüdern und Schwestern aus Übersee nicht, oder nur mit großen Hürden. Die Amerikaner sind für uns nicht zugänglich. Auch Email, Facebook und co. können die Distanz nicht überwinden. „Bildschirm-Prediger“ sind auf Dauer keine Ideallösung. Umso dankbarer war ich für die kleine <a href="http://www.betanien.de/konferenz" target="_blank">Betanien-Konferenz</a> letztes Wochenende. Es waren deutschsprachige Referenten eingeladen. Es war keine Übersetzung nötig. Man konnte sie auf Deutsch ansprechen. Ich wenn es nötig sein wird, kann man sie besuchen, anrufen oder ganz unkompliziert einladen. Sie sind da. Ja fast „um die Ecke“. Und sie kennen die deutschen Gemeinden, ihre Probleme und Sorgen. Das sind „unsere“ Brüder.</p>
<p>Was ich sagen möchte: Wir sind nicht Amerika! Die Deutschen sind anders. Die deutsche Kultur und Mentalität ist anders. Wir brauchen keine Amerikanisierung. Ich wünschte mir, dass der konservative deutsche Büchermarkt von deutschen Autoren dominiert wird. Ich möchte Theologen, Pastoren, Gemeindeleiter und reife Gläubige zum Bücherschreiben ermutigen. Vielleicht ist aber auch hilfreich mit einem Blog zu beginnen. Die Postmoderne braucht wieder Speners, Modersohns und Buschs. Es gibt heute gute deutsche christliche Autoren. Nur leider sehr wenige. Wir brauchen mehr! Viel mehr!!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/wir-sind-nicht-amerika/2511">Appell für mehr konservativ-evangelikale, deutschsprachige Autoren</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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