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	<title>Literatur Archive - NIMM und LIES</title>
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	<description>Christlicher Bücherblog</description>
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	<title>Literatur Archive - NIMM und LIES</title>
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		<title>Zwölf Perlenketten meiner Lektüre</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Oct 2021 07:18:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Artikel &#8222;Meine persönliche „Top-Ten“ Auswahl christlicher Werke&#8220; benötigt dringend eine Aktualisierung. Heute kann ich sie endlich liefern: Zunächst möchte ich aufzeigen, wo die Grenzen meines bisherigen Artikels liegen.  Anschließend erläutere ich das Konzept, dass ich als &#8222;Perlenketten&#8220; bezeichne: Das Konzept ermöglicht mir, sich mit&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/zwoelf-perlenketten-meiner-lektuere/14543">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/zwoelf-perlenketten-meiner-lektuere/14543">Zwölf Perlenketten meiner Lektüre</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Artikel <a href="https://www.nimm-lies.de/meine-personliche-top-ten-auswahl-christlicher-werke/5055">&#8222;Meine persönliche „Top-Ten“ Auswahl christlicher Werke&#8220;</a> benötigt dringend eine Aktualisierung. Heute kann ich sie endlich liefern:</p>
<p>Zunächst möchte ich aufzeigen, wo die Grenzen meines bisherigen Artikels liegen.  Anschließend erläutere ich das Konzept, dass ich als &#8222;Perlenketten&#8220; bezeichne: Das Konzept ermöglicht mir, sich mit zentralen Themen ausführlich zu befassen und doch unterschiedliche Perspektiven einzubinden. Die Frage, die ich dabei bespreche, ist, wie man eine hilfreiche Kette mit einem passenden &#8222;Anfangsknoten&#8220; knüpft. Schließlich gewähre ich einen Blick in eine größere Auswahl an Perlenketten.</p>
<h3><strong>Was an meiner bisherigen Liste problematisch ist</strong></h3>
<p>Im Wesentlichen drei Dinge:</p>
<p>1) Es fehlte Struktur: Vor allem &#8222;heilige fromme&#8220; Titel prägten mich, häufig ohne Folgen für das alltägliche Leben.</p>
<p>2) Fehlt Substanz: Vor 9 Jahren war ich einfach kein erfahrener Leser: So kannte ich außer Calvins Bibelkommentaren kaum einen anderen Kommentar. Und obwohl ich diese weiterhin für exzellent halte, denke ich, dass man weiser mit Kommentaren umgehen kann.</p>
<p>3) Ich konzentriere mich ausschließlich auf christliche Werke. Ein Schwerpunkt, der mein Leben auch weiterhin prägt, aber ich habe immer auch gerne Klassiker gelesen, die ich nun mit aufnehme.</p>
<h3><strong>Wie Perlenketten entstehen</strong></h3>
<p>Am Anfang einiger meiner Perlenketten steht der <a href="https://www.glaubend.de/a-preacher-man-in-new-york/">Predigtdienst von Tim Keller: </a> Immer wieder finden sich dann Beiträge, in denen er davon spricht, welche Autoren ihn geprägt haben. Er sagt, dass er sich in jungen Jahren mit der Frage konfrontiert sah, wie er Nicht-Christen erreichen kann. In Amerika könne man in vielen Bereichen immer noch die Kirchen voll mit Besuchern bekommen, weil viele noch über das christliche Vokabular verfügen. Er sah sich mit der Frage konfrontiert, wie er das Evangelium auch denen erzählen kann, die mit dem christlichen Konzept von Gott, Schöpfung und Erlösung nicht viel anfangen können und fand dabei viel Hilfe in den anglikanischen Evangelikalen <em>Stott, Packer, <a href="https://www.nimm-lies.de/rezension-preaching-von-alec-motyer/14065">Motyer</a>, Lucas</em> und weitere. Schon war mein erster Knoten geknüpft: Ich sehe in meinem Umfeld die gleiche Herausforderung, und ein Abgleichen meines Denkens an einer doch anderen Kultur der Briten der 50er bis 90er klingt verlockend.<span id="more-14543"></span></p>
<p>Eine andere Kette habe ich durch John Frames &#8222;History of Western Philosophy and Theology&#8220; entdeckt. Dadurch, dass er sehr intensiv mit dem Quellenmaterial arbeitet, Zitate anfügt auf frei zugängliche Werke verweist, lassen sich ausgehend von diesem Werk sicherlich viele Ketten knüpfen und schlagen. In meinem Fall war es vor allem das Werk von Poythress, auf dass mich der Autor aufmerksam gemacht hat. Poythress liest sich sehr einfach, wagt sich aber an ungewöhnliche Themen, z.B. schrieb er ein Buch darüber, wie wir als Christen über Mathematik nachdenken sollen. Vergleicht hier unser Interview mit <a href="https://www.nimm-lies.de/mit-vern-sheridan-poythress-im-gespraech/13735">V.S. Poythress</a>.</p>
<p>An dieser Stelle zeigt sich, dass sich Perlenketten auch kreuzen können. In seinem Werk <a href="https://www.nimm-lies.de/reading-the-word-of-god-in-the-presence-of-god/13366">&#8222;Reading the Word of God in the Presence of God&#8220;,</a> einem Hermeneutik-Primer, verweist Poythress immer wieder auf Edmund Clowney, einen Theologen von dem ich vorher nie etwas gehört habe, außer eben in den Predigten von Tim Keller. Auf diese Weise habe ich eine der besten frei zugänglichen Vorlesungen gefunden: <a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/preaching-christ-in-a-postmodern-world/id378879885">&#8222;Preaching Christ in a Postmodern World&#8220;</a>. Gehalten gleichzeitig von Keller und Clowney. Eine Google-Suche förderte dann <a href="https://servantofmessiah.org/homiletics-class/">sogar zwei Skripte zur Vorlesung zu Tage</a>.</p>
<p>Das funktioniert auch mit säkularer Literatur. Früher habe ich meine Bücher klassischer Literatur in zwei Rubriken sortiert: Zunächst einmal nach Entstehungsland, dann nach Entstehungsjahr. So kann ich heute schnell die Unterschiede von russischen zum z.B. englischen Realismus beschreiben und die Weiterentwicklung von Themen erkennen, was &#8222;ganz natürlich&#8220; aus dem Lesefluss folgte.</p>
<p>In einer gewissen Weise sind Perlenketten irgendwann auch abgeschlossen. Als ich mich mit den Büchern <a href="https://www.nimm-lies.de/jeder-tat-was-ihn-recht-duenkte/13857">Richter</a> und <a href="https://www.nimm-lies.de/gelobt-sei-der-herr-der-dir-heute-den-erloeser-nicht-versagt-hat/14360">Ruth</a> befasste, fand ich solche Ketten, knüpfte sie mit Freude und Erfüllung und werde sicher irgendwann nach Jahren wieder zu diesen zurückgreifen.</p>
<p>Schließlich muss uns auch klar sein, dass wir nicht alle Ketten der Welt knüpfen können. Astronomie oder Kreationismus, aber auch die Lehre von der Kirche und viele zeitaktuelle Themen sind Beispiele für Themen, die einen großen Reiz entwickeln können (zumindest für mich), für die ich aber einfach keine Zeit mehr übrighabe.</p>
<p>Es gibt einen praktischen Grund seine Lektüre einzuschränken, und der liegt schlicht in der begrenzten Lebenszeit. In der folgenden Aufstellung entblöße ich mich selbst, auch dadurch, dass ich viele Ketten nicht geflochten habe, darunter zähle ich Biografien, sozialanalytische Schriften, moderne Literatur, wissenschaftliche Werke und viele mehr! Es gibt viel zu tun, packen wir es an!</p>
<h2><strong>Zwölf Perlenketten</strong></h2>
<p>Die Perlenketten sind nicht unbedingt in der Weise dargestellt, wie ich sie gelesen/gehört habe, sondern vor allem nach Zugänglichkeit und Schwierigkeitsgrad sortiert. Auch habe ich die zu den Anglikanern, wie bereits oben dargestellt hier nicht noch einmal gesondert aufgeführt:</p>
<h2><strong>Drei theologische Ketten</strong></h2>
<h3><strong>Hermeneutik</strong></h3>
<p>Hätte ich bloß Beynons und Sachs Buch <a href="https://www.cbuch.de/beynon-sach-tiefer-graben.html"><em>Tiefer graben</em></a> früher gekannt. Ich glaube, mit diesem Buch hat man einen guten Einstieg in die Werkzeuge für das Bibelverständnis. Vor allem die zahlreichen durchgearbeiteten Beispiele machen das Buch sehr überzeugend. Darauf aufbauend würde ich zur <a href="https://www.amazon.de/Introduction-Biblical-Interpretation-Lectures-Complete/dp/B0757T9JZ9/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1B7ETP2QHS7LT&amp;dchild=1&amp;keywords=Introduction+to+Biblical+Interpretation+hubbard&amp;qid=1635410766&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;sprefix=introduction+to+biblical+interpretation+hubbard%2Caps%2C102&amp;sr=8-1&amp;sres=B0757T9JZ9%2C0785252258%2C3964660442%2C0849907748%2C3964660345%2C0310537983%2CB01HAKH3T8%2CB086PTDP1D%2C3903372099%2C3742315439%2C3140223145%2CB08NWQZPM9%2C3625180863%2C3742312340%2CB08WJTPTQG%2C3833825332&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>Introduction to Biblical Interpretation</em></a> (Klein, Blomberg, Hubbard) greifen und natürlich zu Carsons <a href="https://www.cbuch.de/carson-stolpersteine-der-schriftauslegung.html"><em>Stolpersteine der Schriftauslegung</em></a>. Als nicht der biblischen Sprachen mächtig habe ich eine natürliche Grenze für Werke in diesem Bereich, so dass die High-Level Bücher für mich hier ausscheiden. Ich würde aber jedem einen Grundstock an hermeneutischen Büchern empfehlen. Berkhofs <em>Principles of Biblical Interpretation</em> ist <a href="https://www.monergism.com/principles-biblical-interpretation-sacred-hermeneutics-ebook">so z.B. auch frei im Web erhältlich.</a> Sprachliche Herausforderungen können mit einem geeigneten Wörterbuch (ich greife hier für das NT auf das EWNT von Balz/Schneider zurück) gut abgefangen werden. Im Wesentlichen versuche ich pro Jahr ein Buch in diesem Themenfeld zu lesen und habe aktuell die <a href="https://www.amazon.de/Hermeneutical-Spiral-Comprehensive-Introduction-Interpretation/dp/0830828265/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=167Y34MYCDC0H&amp;dchild=1&amp;keywords=osborne+hermeneutical&amp;qid=1635410816&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;s=audible&amp;sprefix=osborne+hermeneutical%2Caudible%2C84&amp;sr=1-1&amp;sres=0830828265%2CB004HAKP9A%2CB01K0RUPCK%2CB00AEMSUB0%2CB094FTKT7F%2CB01N5QC1CL%2CB002EPBL1Q%2CB08HPJLY92%2CB081Z38C1J%2CB004JV7QX0%2CB092HP76CX%2CB01M2ZQSR6%2CB005UXJSYQ%2CB003WIHR44%2CB00BG3MUA8%2CB00DC3PY7G&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>Hermeneutical Spiral</em></a> von Grant Osborne ausgepackt. Durch Carl Truemans<a href="https://www.amazon.de/Histories-Fallacies-Carl-Trueman-2011-01-21/dp/B01N1XPTTD/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=UA9ZBAZMJYXT&amp;dchild=1&amp;keywords=trueman+histories&amp;qid=1635410835&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;s=audible&amp;sprefix=trueman+histories%2Caudible%2C82&amp;sr=1-1&amp;sres=B01N1XPTTD%2CB09HGCT562%2CB09CBY7VLK%2C052173536X%2CB07L9C3B6F%2C1581349238%2C1481986015%2CB003JTHWUK%2CB001G429PS%2CB01M2Y1LKH%2CB00B9PQ856%2CB08DR9KP91%2CB005HY5ZR2%2CB0168YJGY2%2CB08H1LB5H9%2CB004CYNYNK&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em> Histories and Fallacies</em></a> ist mir klar geworden, dass viele Methoden auch auf die Deutung der Geschichtsschreibung übertragen werden können.</p>
<p><strong>Biblische Theologie</strong></p>
<p>Ich würde erst mit einem umfassenderen Werk anfangen, z.B. <a href="https://www.amazon.de/King-His-Beauty-Biblical-Testaments/dp/0801039398/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=219XFJGVSE9E0&amp;dchild=1&amp;keywords=the+king+in+his+beauty&amp;qid=1635410790&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;s=audible&amp;sprefix=the+king+in+his+beauty%2Caudible%2C90&amp;sr=1-1&amp;sres=0801039398%2C1601781253%2CB005CI0V7M%2CB00IU2XDA4%2CB07GFJN6T1%2CB003AMWQ34%2CB073W4GFH9%2CB08FFRMH3M%2CB09FFLNVRD%2CB00876YTYM%2CB08D89J7C9%2CB01KYN6HKE%2CB07KPTBSM4%2CB08DKLGCK3%2CB086PTDP1D%2CB07YX1S553"><em>The King in His Beauty</em></a> von Thomas Schreiner (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=eih7B7V5yww&amp;list=PL4sbg6ng23C4vwh8EZBXbJQI5hsaahhPv">Hier geht es zur 31-Teiligen Vorlesung vom Autor selbst</a>), aber man könnte zu <a href="https://www.amazon.de/Biblical-Theology-3-Volumes-Set/dp/1941337872">Jeffrey Niehaus&#8216; <em>Biblical Theology</em></a> greifen, auch hier findet sich eine <a href="https://biblicalelearning.org/biblical-theology-dr-jeffrey-niehaus/">Vorlesung </a>im Web.  Etwas einfacher ist z.B. <em><a href="https://www.nimm-lies.de/a-house-for-my-name/14309">A House for My name</a> </em>von Peter Leithart. Damit dürfte man gerüstet sein auf das eher anspruchsvollere (aber grundlegendere) Werk vo Geerhardus Vos: <a href="https://www.amazon.de/Biblical-Theology-Geerhardus-Vos/dp/B095NTBKMM/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=I1F6KIGVZSGE&amp;dchild=1&amp;keywords=vos+biblical+theology&amp;qid=1635410865&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;s=audible&amp;sprefix=vos+biblical+theology%2Caudible%2C87&amp;sr=1-1&amp;sres=B095NTBKMM%2CB0865TV7TT%2C0267659261%2C1592442919%2CB098PNKQH3%2CB08MSV1SWY%2CB08MSSD9YX%2C3337717705%2C0802812090%2C1549953842%2CB00YPOBZXI%2CB09K6W638Y%2CB07VLB71CF%2C0875521819%2CB09K7Q3DQC%2C0998748722&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>Biblical Theology</em>.</a> Man könnte aber auch eher eine Theologie eines der Testamente betrachten, ich fand <a href="https://www.nimm-lies.de/tipp-helmuth-egelkraut-das-alte-testament/12770">Egelkrauts</a> <a href="https://www.cbuch.de/egelkraut-hrsg-das-alte-testament.html"><em>Theologie des Alten Testament</em>s</a> dabei sehr hilfreich. In besonderer Weise erschüttert hat mich <a href="https://www.amazon.de/Theology-Testament-George-Eldon-Ladd/dp/0802806805/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=A30NZE6XS0DH&amp;dchild=1&amp;keywords=ladd+theology+of+the+new+testament&amp;qid=1635410919&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;s=audible&amp;sprefix=ladd+theology+of+the+new+testament%2Caudible%2C90&amp;sr=1-1&amp;sres=0802806805%2C0718828992%2C080283504X%2C3140223145%2CB00267T4CU%2CB08QHNM5RX%2CB07VMHH4W8%2C8854516023%2CB07VLB71CF%2C3742315439%2CB000NDDPA6%2CB076611KCY%2C3933257409%2CB08PFH3PPP%2CB012NOGGHQ%2CB0110T32ZO&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>A Theology of the New Testament</em></a> von G.E. Ladd. Mein Lieblingswerk eines arminianischen Dispensationalisten überhaupt (<a href="https://www.desiringgod.org/interviews/how-to-live-wisely-in-the-end-times">Lest hier den Artikel von Piper über Ladd</a>). Das Buch hat mir geholfen das Neue Testament in seiner Ganzheit zu lesen, ein echter Augenöffner für viele Fragen!</p>
<p>Von dieser Basis ausgehend kann man sich weiter spezifizieren, z.B. <a href="https://www.amazon.de/Paradise-Promised-Land-Introduction-Pentateuch/dp/0801039983/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dchild=1&amp;keywords=desmond+alexander&amp;qid=1632909809&amp;qsid=257-2536391-4228942&amp;sr=8-2&amp;sres=0801039983%2C0825420156%2CB088WH2J2P%2C0801092140%2C1842272721%2CB009TPSOFU%2C1844742857%2C0830825029%2CB08VF652P5%2CB09B2NSWHM%2CB08VF5B41F%2CB00HTK1TSG%2C194269797X%2C1433555743%2C1683594304%2C1433572052"><em>From Paradise to the promised Land</em> von T.Desmond Alexander</a>, eine Theologie der Fünf Bücher Mose oder aber man greift zu den gegenwärtig 56 Bänden der Reihe <em>New Studies in Biblical Theology</em>. <a href="https://www.ivpress.com/new-studies-in-biblical-theology">Ich versuche pro Jahr drei bis vier Bände dieser Reihe zu lesen</a> und sie haben mich in meinem Verständnis der Bibel sehr bereichert.</p>
<p>Das Thema wird durch die Nutzung geeigneter Nachschlagewerke erweitert, z.B. das <em><a href="https://www.nimm-lies.de/lexikas/14183">New Dictionary of Biblical Theology.</a></em></p>
<p>An dieser Stelle muss ich mich wohl entschuldigen, nur englische Bücher aufzulisten. Aber vielleicht wäre <a href="https://www.cbuch.de/spieker-jesus-eine-weltgeschichte.html"><em>Jesus. Eine Weltgeschicht</em>e</a> von M. Spieker ein passendes deutschsprachiges Werk für diese Rubrik.</p>
<p><strong>Glaubenslehre</strong></p>
<p>Ich finde es schwieriger in diesen Bereich einen Zugang zu bekommen als in die Biblische Theologie. Meine erste Dogmatik, die ich je gelesen habe, war die <em><a href="https://www.amazon.de/Biblische-Dogmatik-systematische-Theologisches-Studienmaterial/dp/3862690660/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1V0FSP5B30I3A&amp;dchild=1&amp;keywords=wayne+grudem&amp;qid=1635410966&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;sprefix=wayne+grudem%2Caps%2C1068&amp;sr=8-1&amp;sres=3862690660%2CB086LK95ZS%2C1433577038%2C1433549654%2CB086LLLVF2%2C1789742617%2C1581345178%2C1581342438%2CB08CS2NYRN%2C1844744868%2C0310286700%2C3935188676%2CB00NTQ3ITW%2C1433569906%2CB00NTQCMXU%2C148268442X&amp;srpt=ABIS_BOOK">Biblische Dogmatik</a></em> von Grudem, ich würde aber lieber Berkhofs <em>Systematic Theology</em> bevorzugen, nicht aber seine gekürzte Variante davon. Ich habe sehr von Eduard Böhls <a href="https://www.cbuch.de/boehl-dogmatik.html"><em>Dogmatik</em></a> profitiert. Sowohl <em>Böhl </em>wie <em>Berkhof</em> finden sich kostenfrei im Web. Mit beiden ist man dann für das eher anspruchsvollere Werk von Bavinck <em>Reformed Dogmatics</em> gewappnet, die wohl demnächst auch auf Deutsch erscheinen soll.  Insgesamt fehlt mir hier wirklich etwas Aktuelleres und doch zugängliches, das sich nicht in endlosen akademischen Fragen verliert oder allzu sehr im amerikanischen Evangelikalismus verläuft. Mir scheint aber <a href="https://www.amazon.com/Basics-Faith-Evangelical-Introduction-Christianity/dp/1683593383#:~:text=pillars%20of%20evangelicalism.-,Basics%20of%20the%20Faith%20is%20an%20overview%20of%20essential%20Christian,Hughes%20on%20inspiration%2C%20Anthony%20A."><em>Basics of the Faith</em> von Henry/Vanhoozer</a> ein guter Startpunkt zu sein. Eine andere Strategie besteht im Studieren klassischer Bekenntnisse, häufig tragende Säule vieler Dogmatiken.</p>
<p>Hat man sich dann durch ein zusammenfassendes Gesamtwerk durchgekämpft steht die Tür offen für Bücher über dogmatische Themen, z.B. die Werke, die in der Reihe <em><a href="https://www.ivpress.com/contours-of-christian-theology-set">Contours of Christian Theology</a></em> erscheinen. Es lässt sich nicht leugnen, das systematische Themen vernachlässigt werden, oder wann habt ihr es erlebt, dass die Dreieinigkeit aktiv in der Predigt eingebunden war, mit Ausnahme von Themenabenden zur Dreieinigkeit? Deswegen sind weniger steife Bücher mit systematischem Schwerpunkt oftmals sehr bereichernd, ich denke da an <a href="https://www.amazon.de/ESSENTIAL-TRINITY-Brandon-D-Crowe/dp/1629952982"><em>Essential Trinity</em> von Trueman/Crowe</a> oder an <a href="https://www.nimm-lies.de/the-whole-christ-von-sinclair-ferguson/14429"><em>The Whole Christ</em> von Ferguson.</a></p>
<h3><strong>Sechs Ketten des christlichen Erbes</strong></h3>
<p><strong>Kirchenväter</strong></p>
<p><a href="https://bkv.unifr.ch/de/works">Die Bibliothek der Kirchenväter ist ein Schatz.</a> Eine Masse an Kirchenvätern frei zugänglich für jedermann. In den meisten Fällen sind die Kirchenväter viel leichter zugänglich als man erwarten würde, in besonderer Weise schätze ich die rhetorischen Qualitäten von <em>Tertullian</em>. Möchte man etwas von der ganz frühen kirchlichen Zeit lesen, dann sind sicher die Korintherbriefe von <em>Klemenz</em> spannend. Ich habe nicht viel von Athanasius gelesen, fand ihn aber sehr leicht zugänglich. Überhaupt hat man immer das Gefühl, als hätte man es mit russlanddeutschen Christen zu tun, wenn man Kirchenväter liest: Eine klare Ausrichtung auf Andacht, dabei aber eher Abstriche bei der Gründlichkeit der Bibelauslegung. Aus diesem Grund fand ich die Predigten der Kirchenväter meist langweilig, das gilt aber nicht für ihre apologetischen Schriften und das auch nicht für die Predigten von <em>Augustinus</em>, wobei ich auch bei Ihm eher zu den &#8222;bekannteren Werken&#8220; greifen würde, wie den <em>Bekenntnissen</em> oder <em>Die Gabe des Ausharrens.</em></p>
<p><strong>Luther und die Reformatoren</strong></p>
<p>Wenn man nur einen Reformator lesen möchte, dann sollte man zu Luther greifen. Ich würde hier einige Einleitungen zu den Bibelbüchern lesen, einige Auslegungen seiner Psalmen, viele Briefe und schließlich &#8222;Von der Freiheit eines Christenmenschen&#8220;, &#8222;Von den guten Werken&#8220; aber auch die Thesen der Heidelberger Disputation. Ich glaube damit wäre Luthers Schwerpunkt auf Wort, Glaube, Heilsgewissheit und dem Konzept der Rechtfertigung gelegt. Ausgehend davon kann man zu den eher kontroverseren Schriften wie &#8222;Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche&#8220;, &#8222;Ob man weltlicher Obrigkeit Gehorsam schuldig sei&#8220; oder &#8222;De servo arbitrio&#8220; greifen, aber auch zu seinen eher problematischeren Werken, wie z.B. denen über die Juden oder die Wiedertäufer. Das hilft diese Generation nicht in übertriebener Weise zu verherrlichen! Überhaupt ist es meine Überzeugung, dass wir mehr von den Reformatoren lesen würden, wenn wir sie nicht derart überhöhen würden (zum Guten oder Schlechten).</p>
<p>Ich persönlich habe mich in den letzten Jahren zunehmend von Luther dem Calvin zugewandt. Ich würde bei Calvin mit <a href="https://www.amazon.de/Leben-eines-Christen-Johannes-Calvin/dp/1717716512/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=28QWO5PYECH5S&amp;dchild=1&amp;keywords=calvin+vom+leben+eines+christen&amp;qid=1635411016&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;sprefix=calvin+vom+leben+eines+christen%2Caps%2C119&amp;sr=8-2&amp;sres=1717716512%2C3964660345%2CB08GV912TY%2C3625180863%2C389736381X%2CB07CCFSCL7%2C3742312340%2C3625138948%2C3401602276%2C3453214951%2C3920476212%2C3795758858%2C3939916153%2CB01N5I39XB%2C3865436765%2CB01N0TJLOA&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>Vom Leben eines Christen</em></a> anfangen, aber es führt irgendwann kein Weg an der <em><a href="https://www.cbuch.de/calvin-institutio-unterricht-in-der-christlichen-religion.html">Institutio</a> </em>vorbei. Sie ist leichter zugänglich als man denkt. Es ist überhaupt spannend Luthers Werke mit Calvins zu vergleichen. Bei Luther hat man eigentlich immer noch ganz klar den emotionalen Mann des Mittelalters, bei Calvin einen nüchternen Denker der Moderne. Mir gefallen beide Stile ganz gut, die Logik von Calvin ist aber doch weitreichender. Liest man dann noch Menno Simons hat man gleich drei protestantische Linien nebeneinander.</p>
<p>Viele der Werke finden sich auf der <a href="https://glaubensstimme.de/doku.php">glaubensstimme.de</a>.</p>
<h3><strong>Die bunte Welt der Puritaner</strong></h3>
<p>Dem 3L Verlag ist es in besonderer Weise zu verdanken, das Werke der <a href="https://www.nimm-lies.de/bibliografie-deutsche-bucher-von-puritanern/4001">Puritaner bereits seit Jahren neu aufgelegt werden.</a> Ich finde sie eigentlich alle hilfreich, nur sehr häufig leicht umfangreich und umständlich. Es kommt häufig vor, dass man beim Lesen den Drang verspürt, zu schlafen. Das dürfte aber nicht nur etwas über die puritanischen Schriftumfänge aussagen, sondern auch über meinen geistlichen Zustand. Die Puritaner zielen immer auf das Herz. Es gibt aber Puritaner, die wirklich überraschend erfrischend sind, ich denke da vor allem an Thomas Watson. Ich würde bei den Puritanern immer mit Watsons Werken anfangen. Anschließend greife man zu Matthew Henry und darf den Abstecher zur <a href="https://www.cbuch.de/john-bunyan-die-pilgerreise.html">Bunyans Pilgerreise</a> nicht auslassen, aber auch zu seinem &#8222;Heiligen Krieg“ (oder seiner <a href="https://www.cbuch.de/bunyan-ueberreiche-gnade-hardcover.html">Autobiographie</a>). Nicht alles von Bunyan erreicht ein hohes Niveau, aber es wäre z.B. auch sein von ihm selbst verfasstes (und leider nur wenig bekanntes) Glaubensbekenntnis zu nennen, dass ich als sehr gelungen empfinde. Irgendwann, und an dieser Phase befinde ich mich aktuell, wagt man sich dann auch an Charnock, Owen, Bosten und die vielen anderen.</p>
<p>In besonderer Weise sollten hier die Puritan Papers von Packer/Lloyd-Jones et Al erwähnt werden. Die Auswahl der Themen scheint mir bei diesem Werk viel besser gelungen zu sein als bei der <a href="https://www.cbuch.de/beeke-jones-systematische-theologie-der-puritaner.html"><em>Systematische Theologie der Puritaner</em></a> von J.Beeke. Beekes Buch arbeitete sich zu sehr mit &#8222;Ach, wären wir alle großartig, wenn wir so wären wie die Puritaner“ und auch aufgrund seiner Überzeugung, dass er in besonderer Weise in den Fußspuren der Puritaner wandelt, ab und verliert so ein eigentlich gut vorhandenes Potential. Packers Essay <a href="https://www.thegospelcoalition.org/themelios/article/why-we-need-the-puritans/"><em>Why we need the Puritans</em></a> dürfte ein guter Startpunkt für die bunte Welt der Puritaner sein. Zumindest auf Englisch findet man sehr viele Werke kostenfrei auf monergism.com</p>
<p><strong>Busch und die Perlenkette für schlechte Tage</strong></p>
<p>Ausgehend von Wilhelm Buschs <a href="https://www.amazon.de/Plaudereien-meinem-Studierzimmer-Wilhelm-Busch/dp/3761557043/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1UX3JIQQSPSTK&amp;dchild=1&amp;keywords=plaudereien+in+meinem+studierzimmer+buch&amp;qid=1635411051&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;sprefix=plauderein+in+meinem+studierzimmer+busch%2Caps%2C100&amp;sr=8-1&amp;sres=3761557043%2CB01NBN9Z31%2CB08GV912TY%2C3903372099%2C3742315439%2C3625180863%2C3795701627%2C394673989X%2C3742316389%2C3473315788%2C3473315443%2CB07KLCY8NF%2C3789166456%2C398221730X%2C3473333026%2C3742312340&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>Plaudereien in meinem Studierzimmer</em></a>, einem Werk in dem Busch über Autoren und Christen schreibt, die ihn prägten, hat man einen weiten Blick in die Schriften der Pietisten. Entsprechend kann ich die pietistische Prägung meines Glaubens nicht genug würdigen. Nach Buschs Plaudereien kann man eigentlich zu jedem Pietisten greifen. Ich greife sehr gerne zu den Predigten von Hofacker, der &#8222;Seelsorge&#8220; von Blumhardt oder den Werken von Humburg.</p>
<p>Meine persönliche Beobachtung an mir selbst ist, dass wenn mir mal &#8222;wieder alles zu viel wird&#8220; und des Büchermachens kein Ende ist und alles nur furchtbar verwirrend wirkt, ich wie automatisch zu den Werken der Pietisten greife und sehr schnell wieder still werde.</p>
<p><strong>Bibellesen mit der Kirchengeschichte</strong></p>
<p>Ein beachtlicher Teil meiner Empfehlungen des <a href="https://www.nimm-lies.de/meine-personliche-top-ten-auswahl-christlicher-werke/5055">ursprünglichen Artikels </a>fällt in diese Kategorie und ich halte weiterhin diese Bücher in allen Ehren: Ob <em>Tozer</em>, <em>Nee</em>, <em>Hallesby</em>, <em>Lewis</em> oder auch Gitt und Spurgeon: Ich mag die Bücher dieser Autoren weiterhin sehr gerne, weil es einem Freude bereitet zu sehen, wie jemand mit einer ganz anderen Prägung und aus einem ganz anderen Kulturkreis die Bibel verstand. Neuerdings habe ich erneut die Gründungsväter der russichen Evangeliums-Christen entdeckt und muss jedem z.B. <em><a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9C%D0%B0%D1%80%D1%86%D0%B8%D0%BD%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B9,_%D0%92%D0%BB%D0%B0%D0%B4%D0%B8%D0%BC%D0%B8%D1%80_%D0%A4%D0%B8%D0%BB%D0%B8%D0%BC%D0%BE%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">Marzinkowskij </a> </em>und <a href="https://www.worldcat.org/title/in-the-cauldron-of-russia-1869-1933-autobiography-of-is-prokhanoff-the-life-of-an-optimist-in-the-land-of-pessimism-together-with-an-interesting-history-of-the-russian-evangelical-christian-union/oclc/1117143"><em>Prokhanov (in the Cauldron of Russia, Autobiographie) </em></a> weiterempfehlen. Ich schätze diese Literatur weiterhin. So erfahre ich wie ein Skandinavier oder ein Amerikaner oder ein Chinese ihre Bibel gelesen haben und was sie dabei auf sich nahmen. Nicht alles ist so ohne weiteres übertragbar und ich würde auch beachtliche Teile nicht auf diese Weise ausdrücken, aber doch bleibt die mystische Gemeinschaft unter Brüdern, die hier aus jeder Zeile strömt.</p>
<p><strong>Seelsorgerliche Literatur</strong></p>
<p>Diese Kette ist leichter zu knüpfen als man denken könnte: Man nimmt ein Werk aus dem bereits großen Pool an <a href="https://www.3lverlag.de/131-seelsorge-und-lebenshilfe">&#8222;Seelsorge-Büchern&#8220; des 3L-Verlags</a> und arbeitet sich so Stück für Stück durch. Ich lese etwa ein Buch pro Jahr aus diesem Bereich. Anfangen würde ich tatsächlich aber entweder mit Jay Adams <a href="https://amzn.to/3Bo7fHQ"><em>Handbuch der Seelsorge</em></a> oder mit Heath Lamberts <a href="https://www.amazon.de/-/en/Heath-Lambert/dp/0310518164/ref=sr_1_2?dchild=1&amp;keywords=heath+lambert&amp;qid=1635317660&amp;qsid=257-2536391-4228942&amp;s=books&amp;sr=1-2&amp;sres=3866992599%2C0310518164%2CB01N3SJ3UJ%2C1537391348%2C2362493164%2C1596381396%2CB08ZJJYLKM%2CB00KBA8L9Q%2C1433528134%2CB08P6BWZKG%2C1499149468%2CB017MYG08M%2CB010IKXZQW%2CB084P5ZXVB%2C185051402X%2C0706438418"><em>A Theology of Biblcal Counseling.</em></a></p>
<p><strong> Drei Ketten klassischer Literatur</strong></p>
<p>Mit der zeitgenössischen Literatur tue ich mich schwer, Klassiker habe ich meist im Unterricht der Oberstufe oder in langweiligen Vorlesungen gelesen, das ist mir sitzengeblieben:</p>
<ul>
<li>Dass ich als Teenager irgendwann zur russischen Klassik griff, lag vor allem einfach daran, dass ich ein Russe (zumindest zur Hälfte) bin. Aber sie fesselte mich schnell. Sie (ich meine vor allem Literatur der Romantik und des Realismus) ist dramatischer als die britische, düsterer als die amerikanische und lebensnaher als die Deutsche. Zu Beginn würde ich zu Erzählungen von <em>Turgenew</em> (z.B. Asja, Mumu), <em>Tschechow (</em>produzierte massenweise kürzere Werke, weil er für längere nie die Zeit fand, nebst großer Familie und seiner Arbeit als Arzt) oder zu Novellen von <em>Leskow</em> (z.B. Die Lady Macbeth von Mzensk, Der Gaukler Pamphalon) greifen.  Anschließend dürfte man sich an die längeren Werke wagen. Natürlich führt kein Weg an <em>Dostojewski</em> und <em>Tolstoi</em> vorbei, aber ein Werk gab mir besonders zu denken: Fürst Serbreny von <em>A.K.Tolstoi</em> (nicht Lev Tolstoi). Das Buch beschreibt zwei Reaktionen auf einen Tyrannen: Einerseits den Ansatz der Rebellion der schließlich versandet und ins Exil führt, andrerseits den Ansatz, sich soweit es geht anzupassen, mit der Folge, dass man selbst mehr vom Tyrannen übernimmt, als einem recht wäre. Ein sehr ergreifendes und historisch genaues Werk über die Zeit von Zar Iwan dem Schrecklichen. &#8211; Hat man sich mit den Vertretern des russischen Realismus vertraut gemacht, muss man unbedingt noch weiter zurück, vor allem zu Gogol und Pushkin aber auch nach vorne in die Sowjetzeit. Ziemlich verrückt und extrem antisowjetisch ist dann <em>Der Meister und Margarita</em>. Ziemlich lustig und extrem prosowjetisch wären die Doppelautoren <em>Ilf</em> und <em>Petrow</em> zu nennen (Die zwölf Stühle, Das goldene Kalb).</li>
<li>Begeben wir uns auf heimischen Boden zurück. Irgendwie griffen bei mir vor allem die Autoren, die zwar deutschsprachig schrieben, aber aus anderen Ländern stammten, z.B. <em>Gottfried Keller</em> (Die Leute von Seldwyla, Sammlung von Erzählungen, ziemlich interessant ist &#8222;Der Schmied seines Glückes&#8220;), <a href="https://www.nimm-lies.de/was-in-meinem-haus-klassisches-latein-ist-bestimme-ich/13588"><em>Friedrich Dürrenmat</em>t</a> (Klicken um zum gesonderten Artikel zu gelangen) aber auch S<em>tefan Zweig.</em> Überhaupt fing bei mir die Literatur der &#8222;neueren Klassik“ aus Deutschland besser zu gefallen, z.B. <em>Thomas Mann</em> (Mario und der Zauberer könnte ein guter Anfang sein für das gigantische Werk von Mann, mein Favorit ist aber Der Zauberberg). Kurt <em>Tucholsky</em> sackte bei mir gut, nicht aber sein einziger Roman. Von den klassischen Werken habe ich <em>Der Schimmelreiter (Theodor Storm)</em> bereits drei Mal gelesen: Ein brillanter Einzelgänger, der sich um eine einsame Frau und sein behindertes Kind kümmert, scheitert an der blanken Ablehnung der Gesellschaft. Also eine richtige Kette, an der ich mich entlanghangeln könnte, entstand hier aber bisher nicht. Aktuell bin ich übrigens mal wieder an einem Schweizer hängengeblieben und lese derzeit Werke von <em>Jeremias Gotthelf.</em></li>
<li>Wenn wir Amerikanisch/Britisch werden sollten: Ich liebe &#8222;Den Flaschenteufel&#8220; (auch als Flaschenkobold bekannt) von <em>Robert Louis Stevenson</em>. Viele schwärmen von anderen Werken des Autors, die mir aber dann weniger zugesagt haben. Wenn wir schon im britischen Naturalismus bleiben, dann bin ich absoluter Fan von <em>Oscar Wilde.</em> Ich glaube, ich habe von ihm nahezu alles gelesen, aber in besonderer Weise ist natürlich &#8222;Das Bildnis des Dorian Gray&#8220;, &#8222;The Importance of Being Earnest&#8220; und seine leider viel zu wenig beachteten Märchen zu erwähnen. Immer wieder greife ich auch zu den bizarren Erzählungen von <em>Poe</em> zurück, wobei man natürlich seinen mystischen Stil mögen muss.</li>
</ul>
<p>Es gibt dabei einen Bruch, die Sexualisierung der Literatur, der seit etwa den 60ern viele Werke unleserlich macht. Ich denke hier an die schulische Zwangslektüre von <em>Homo Faber </em>oder <em>Der Vorleser</em>. Dabei darf man aber nicht in die andere Falle verfallen und z.B. durch Pauschalurteile Lektüre der Klassik komplett meiden. Obwohl Hermann Hesse sicherlich kein Christ ist, finde ich sein <em>Unterm Rad </em>in mehrfacher Hinsicht als sehr gelungenes Werk, gerade auch aufgrund der feinen Kritik, die er hier am Evangelikalismus übt.</p>
<p><strong>Perlenketten, die keines Einsatzes wert sind</strong></p>
<p>Es gibt Werke oder ganze Werkreihen, die ich persönlich vollständig meide. Darunter gehören:</p>
<ul>
<li>Polemisch apologetische Werke. Was ich damit meine, sind Bücher wie (fiktive und doch reale Titel) <em>&#8222;Warum Rockmusik aus der Hölle kommt&#8220;</em>, <em>&#8222;Der ultimative Beweis, dass alle Calvinisten hochmütig sind&#8220;</em>, <em>&#8222;Warum Arminianer an einen anderen Gott glauben&#8220;</em> oder <em>&#8222;10 Gründe, warum Johannes Hartl der schlimmste Irrlehrer seit Grundlegung der Welt ist&#8220;</em>. Ich habe nie den Mehrwert solcher Bücher verstanden, obwohl ich mir selbst eingestehen muss, mich in der Kritik russlanddeutscher Frömmigkeit der Methoden bedient zu haben, die ich hier so entschieden ablehne!  Falls ich jemals Zweifel am Wert solcher Werte besaß, wurde dieser durch das Erbe einer Bibliothek mit einem beachtlichen Bestandteil solcher Werke aus den 70ern und 80ern Jahren genährt. Ich kann euch sagen, kein einziges Buch davon hat heute noch irgendeinen bleibenden Wert! &#8211; Hier darf man innehalten: Vieles davon wird auch wirklich wenig gelesen, aber massiger Weise auf YouTube gehört! Kaufe die Zeit aus, mein Bruder!</li>
<li>Bücher, Vorträge die Randthemen zum Zentrum des christlichen Glaubens erklären. Ich begnüge mich hier auch mit fiktiven Titeln, aber z.B. sowas wie <em>&#8222;Warum nur Frauen mit Kopfbedeckung den ganzen Ratschluss Gottes erfüllen&#8220;,</em> <em>&#8222;Die sekündliche Uhr der Endzeit schlägt gerade heute im <span style="text-decoration: line-through;">In der Sowjetunion</span>, <span style="text-decoration: line-through;">im Irakkrieg, in der Flüchtlingskrise</span>, in der Corona-Krise..&#8220;</em>, &#8222;<em>Wie das Schnabeltier vom Ararat nach Tasmanien kam&#8230; &#8211; 10 Wissenschaftler entdecken die ganze Wahrheit&#8220;</em>, <em>&#8222;Warum du niemals eine andere Übersetzung lesen darfst!&#8220;</em>, <em>&#8222;Wenn du dieses Lied eines möglichen Charismatikers singst, bist du bei der Entrückung vielleicht nicht dabei&#8220;.</em> Ich glaube wir kennen solche Werke zu genüge und es ist gegen die Lehre Christi, das Wichtige aufgrund von Randthemen zu vernachlässigen.</li>
<li>Schließlich bin ich auch immer noch skeptisch bei Ratgebern, die Weisheit durch Regeln ausheben. Ich glaube, dass es in einer Menge von Fragen auf die Weisheit ankommt. Ich würde in diesen Fällen das Lesen des Buches <em>Sprüche </em>immer detaillierten Ratgebern wie <em>&#8222;Deine Kinder müssen immer vor 7 Uhr im Bett sein, wenn du willst, dass sie erfolgreich, gesund, klug, christlich und gesegnet sind&#8230;&#8220;.,</em> vorziehen.</li>
</ul>
<p>Zum Schluss: Bleib offen für Empfehlungen deiner Brüder und Schwestern und auch für die Führung Gottes.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/zwoelf-perlenketten-meiner-lektuere/14543">Zwölf Perlenketten meiner Lektüre</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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			</item>
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		<title>&#8222;Aber wer sich lange dumm stellt, wird vielleicht eines Tages wirklich dumm&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Mar 2021 07:26:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschehen]]></category>
		<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[Die Schildbürger]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Kästner]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Schildbürger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Schildbürger sind ursprünglich für ihre Klugheit weithin bekannt und werden überall in der Welt gefragt um mit ihrer Klugheit die Dinge zu regeln. Doch Schilda, ihr Heimatort geht dadurch den Bach runter. Also muss etwas unternommen werden. Die Schildbürger nehmen sich nun vor, sich&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/aber-wer-sich-lange-dumm-stellt-wird-vielleicht-eines-tages-wirklich-dumm/14299">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/aber-wer-sich-lange-dumm-stellt-wird-vielleicht-eines-tages-wirklich-dumm/14299">&#8222;Aber wer sich lange dumm stellt, wird vielleicht eines Tages wirklich dumm&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Schildbürger sind ursprünglich für ihre Klugheit weithin bekannt und werden überall in der Welt gefragt um mit ihrer Klugheit die Dinge zu regeln. Doch Schilda, ihr Heimatort geht dadurch den Bach runter. Also muss etwas unternommen werden. Die Schildbürger nehmen sich nun vor, sich besonders dumm zu stellen. Allen sagt der Plan zu, außer dem Lehrer, der einwendet:</p>
<blockquote><p>
<em><strong>„Wer klug tut, wir davon noch lange nicht klug.Aber wer sich lange dumm stellt, wird vielleicht eines Tages wirklich dumm“.</strong> Die anderen lachten ihn aus. „Seht, es fängt schon an.“ „Was?“, meinte der Schmied neugierig. „Eure Dummheit“, rief der Lehrer. Da lachten sie ihn alle aus.</em></p></blockquote>
<p>Als erste Dummheit beschließt man den Bau eines dreieckigen Rathauses ohne Fenster. Dieser wird bald eine weltbekannte Kuriosität und spült Geld in die Stadtkasse:</p>
<blockquote><p>&gt;<em>&#8222;So wurden die Schildbürger zwar nicht wegen ihres dreieckigen Rathauses, sondern vielmehr wegen ihrer vergessenen Fenster berühmt. Es dauerte nicht lange, so kamen auch schon die ersten Reisenden nach Schilda, bestaunten die Einwohner, übernachteten und ließen überhaupt ein gutes Stück Geld in der Stadt. „Seht ihr“, sagte der Ochsenwirt zu seinen Freunden, „<strong>als wir gescheit waren, mussten wir das Geld in der Fremde verdienen. Jetzt, da wir dumm geworden sind, bringt man es uns ins Haus!</strong>“ </em></p></blockquote>
<p>Doch wie viel Dummheit ist eigentlich ideal? Als man Minna, die Kuh des Bürgermeisters dazu bringen möchte, das Gras auf einer Mauer abzugrasen und sie beim Hinaufhieven erstickt, bemerkt der Bürgermeister voll Kummer:</p>
<blockquote><p><em>&#8222;Liebe Freunde«, sagte er zerknirscht, »an Minnas vorzeitigem Ableben ist einzig und allein unser Scharfsinn und Verstand schuld. Hätte ich das Gras auf der Mauer nicht bemerkt und daraus gefolgert, daß es nutzbringend verwendet werden müsse, wäre das brave Tier noch munter und guter Dinge.<strong> Ich fürchte, wir sind noch immer nicht dumm genug</strong>.« Die anderen nickten nachdenklich.&#8220;</em></p></blockquote>
<p>Weil die Schildbürger irgendwann mit dem Umgang mit einem &#8222;Maushund&#8220; überfordert sind, zünden sie ihre ganze Stadt an und sind so gezwungen in die ganze Welt auszuwandern:</p>
<blockquote><p><em>&#8222;Und so kommt es, daß es heutzutage die Stadt Schilda nicht mehr gibt und die Schildbürger auch nicht. Das heißt: Es gibt sie natürlich noch. Nur ihre Enkel und Urenkel und deren Enkel und Urenkel leben über die ganze Erde verstreut. Sie wissen gar nicht mehr, daß sie von den Schildbürgern abstammen. Von Leuten also, die sich, um glücklich zu werden, dumm stellten und dadurch ins Unglück gerieten, daß sie dumm wurden. Und sie können es auch gar nicht wissen.</em></p>
<p><em> Denn heutzutage gelangen die Dummen zu Ruhm und Rang, zu Geld und Glück genauso wie die Gescheiten. Woran sollten also die Dummen auf unserer Erde merken, daß sie dumm sind? <strong>Ein einziges Merkmal gibt es, woran man die Dummen erkennt: Mit dem, was sie erreicht haben, sind sie selten, aber mit sich selber sind sie stets zufrieden</strong>. Gebt also gut Obacht! Bei den anderen, und bei wem noch? Ganz recht,bei euch!&#8220;</em></p></blockquote>
<p>Alle Zitate aus <a href="https://www.amazon.de/Die-Schildb%C3%BCrger-Erich-K%C3%A4stner/dp/3855356181/ref=sr_1_3?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dchild=1&amp;keywords=schildb%C3%BCrger&amp;qid=1614929019&amp;sr=8-3">Erich Kästner: Die Schildbürger.</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/aber-wer-sich-lange-dumm-stellt-wird-vielleicht-eines-tages-wirklich-dumm/14299">&#8222;Aber wer sich lange dumm stellt, wird vielleicht eines Tages wirklich dumm&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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			</item>
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		<title>&#8222;Es gibt zahlreiche Probleme mit der zeitgenössischen Literatur&#8220;</title>
		<link>https://nimm-lies.de/ryken/14027</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Aug 2020 21:08:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Leland Ryken]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Leland Ryken ist Professor Emiritus am Wheaton College. Er ist Experte für Milton, Puritaner und britische Literatur. Er ist Autor zahlreicher Werke über das Studium klassischer Literatur aus christlicher Perspektive und arbeitete an der English Standard Version, einer englischen Bibelübersetzung mit. Bekannt ist er zudem&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/ryken/14027">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/ryken/14027">&#8222;Es gibt zahlreiche Probleme mit der zeitgenössischen Literatur&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft" src="https://dg.imgix.net/leland-ryken-lido2fb0-en/square/leland-ryken-lido2fb0.jpg?ts=1490111384&amp;ixlib=rails-4.0.1&amp;auto=format%2Ccompress&amp;fit=min&amp;w=120&amp;h=120&amp;dpr=2&amp;ch=Width%2CDPR" width="250" height="250" />Leland Ryken ist Professor Emiritus am <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Wheaton_College_(Illinois)">Wheaton College</a>. Er ist Experte für Milton, Puritaner und britische Literatur. Er ist Autor zahlreicher Werke über das Studium klassischer Literatur aus christlicher Perspektive und arbeitete an der English Standard Version, einer englischen Bibelübersetzung mit. Bekannt ist er zudem als Liebhaber von Lewis, wie auch als Biograph von J.I.Packer. Professor Ryken hat sich freundlicherweise bereit erklärt, unsere Fragen ausführlich zu beantworten.</p>
<ol>
<li><em>Wann begann Ihre Leidenschaft für Literatur?</em></li>
</ol>
<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51eyozdgLUL.jpg" alt="" width="201" height="289" />Meine Leidenschaft für Literatur begann in der Kindheit. Ich komme aus einer sehr einfachen Bauernfamilie mit niederländischem Migrationshintergrund. Keiner meiner Eltern hat die Grundschule beenden können, weil sie auf dem Hof arbeiten mussten. In meinen ersten Lebensjahren waren Fernseher noch nicht üblich. Lesen war das einzige Vergnügen und meine Eltern und meine ältere Schwester waren leidenschaftliche Leser, so dass ich einfach ihrem Beispiel folgte. Bezüglich meiner nun fünfzigjährigen Laufbahn als Literaturdozent wurde ich einfach in diese Richtung gezogen, weil meine Schwester geplant hat, Englischlehrerin an einer High School zu werden. Ich kann mich nicht erinnern, mich bewusst für eine Berufung entschieden zu haben; es entwickelte sich einfach so, wie die göttliche Vorsehung mein Leben gestaltete.</p>
<ol start="2">
<li><em>Wie kann ein Christ von Literatur profitieren?</em></li>
</ol>
<p><img decoding="async" class="alignright" src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/81ssvUEggQL.jpg" alt="" width="200" height="291" />Ich unterteile dieses Thema üblicherweise in drei Teile, basierend auf der dreifachen Aufgabe eines Schriftstellers. Die erste Aufgabe ist die Aufzeichnung oder Darstellung menschlicher Erfahrung. Das Thema der Literatur ist menschliche Erfahrung und die Wahrheit, die Literatur auf dieser Ebene vermittelt, ist Lebenswirklichkeit. Literatur als Ganzes ist das Zeugnis der Menschheit über ihre eigene Erfahrung. Ein praktischer Vorteil, Literatur zu lesen, ist, dass wir dazu geführt werden, menschliche Erfahrung zu betrachten. Während wir diese Erfahrung auf diese Weise betrachten, fangen wir an, sie klarer zu erkennen. Ich bezeichne es als Wissen in Form von richtigem Erkennen.</p>
<p>Zweitens zeichnen Schriftsteller menschliche Erfahrung nicht nur auf, sondern bieten auch Interpretationen derselben an. Das Ergebnis ist, dass Literatur Ideen oder Themen plastisch werden lässt. Diese Ideen können entweder richtig oder falsch sein, somit müssen wir uns mit den Wahrheitsansprüchen in einem Literaturwerk auseinandersetzen. Selbst wenn ein bestimmtes literarisches Werk der Wahrheit, wie sie der christliche Glaube vertritt, nicht gerecht wird, ist der Prozess der Abwägung des Wahrheitsanspruchs eines Werkes selbst ein Antrieb für unser eigenes Nachdenken über die Ideen, die uns vorgelegt werden.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51r1D1pQfpL.jpg" alt="" width="199" height="299" />Die dritte Aufgabe des Autors ist die Erschaffung von literarischer Form, Schönheit und Technik zu unserer Freude und Bewunderung zu kreieren. Gott will, dass wir Schönheit in unserem Leben haben. Wir müssen gute Verwalter sowohl unserer Freizeit als auch unserer Arbeit sein.  Die Freizeit kann eine Wachstumszeit für den menschlichen Geist sein und das Lesen von Literatur bietet dafür gute Möglichkeiten.</p>
<ol start="3">
<li><em>Sie sind in besonderer Weise von den Puritanern eingenommen. Warum?</em></li>
</ol>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/41rl6XVSIVL.jpg" alt="" width="200" height="301" />Ich wurde durch meine literarische Laufbahn zu einem Kenner der Puritaner. Mein Spezialgebiet in meinem Beruf als Literaturprofessor ist die Lyrik von John Milton, dem Autor des Epos &#8222;Paradise Lost&#8220;. Milton war Puritaner. Damit war der Grundstein für meine schriftstellerische Karriere gelegt. Eine Veröffentlichung über die Puritaner führte zur nächsten. Dann veranlasste mich Gott, in großen Dimensionen zu denken und so schrieb ich ein ganzes Buch über die Puritaner.  Es wurde unter dem Titel <em>Worldly Saints: The Puritans as They Really Were<a href="#_ftn1" name="_ftnref1"><strong>[1]</strong></a></em> veröffentlicht. Als sich der Kreis schloss, wandte ich mein Wissen über die Puritaner wieder auf Milton an und wurde zu einem Spezialisten der puritanischen Aspekte seiner Poesie, insbesondere der Sonette.</p>
<ol start="4">
<li><em>Wie haben Sie von C.S. Lewis profitiert?</em></li>
</ol>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://m.media-amazon.com/images/I/51Xa2FER1BL.jpg" alt="A Reader's Guide to Caspian: A Journey into C. S. Lewis's Narnia (English Edition) von [Leland Ryken, Marjorie Lamp Mead]" width="200" height="300" />Ich möchte meine Antwort mit der Bemerkung einleiten, dass ich bei der Zusammenstellung der Verzeichnisse meiner Bücher über Literatur aus christlicher Perspektive feststelle, dass es für C. S. Lewis mehr Einträge gibt als für jeden anderen Autor.  Manchmal, wenn ich vor einer Klasse stehe und im Begriff bin, C. S. Lewis zu zitieren, frage ich: &#8222;<em>Wer</em> sagte das?&#8220;. Die Standardantwort lautet dann: „C. S. Lewis“.  C. S. Lewis hat einfach so viele gute Dinge über Literatur und das christliche Leben gesagt und er hat sie so gut gesagt, dass es nur natürlich ist, sich ständig auf ihn zu berufen.  Es war in meinem Leben eine Fügung der Vorsehung, dass mir genau die richtigen Lewis-Bücher und -Essays genau zur richtigen Zeit vorlagen.</p>
<ol start="5">
<li><em>Sie haben eine Biographie über J.I. Packer geschrieben. (1) Warum haben Sie gerade ihn gewählt? (2) Was kann die heutige Kirche von ihm lernen?</em></li>
</ol>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/41czuIhqL9L.jpg" alt="" width="199" height="301" />Die Antwort auf Ihre zweite Frage, was Christen von Packer lernen können, ist die gleiche wie die, die ich gerade über C. S. Lewis gesagt habe, nämlich, dass er in vielen christlichen Fragen das Richtige gesagt hat und zwar mit ungewöhnlicher Klarheit.</p>
<p>Meine erste Begegnung mit J. I. Packer kam zustande, als ich als Teenager in einen christlichen Buchladen in meiner Heimatstadt ging (ich lebte tatsächlich auf einem Bauernhof fünf Meilen von der Stadt entfernt) und durch Gottes Vorsehung veranlasst wurde, ein Taschenbuchexemplar von dem zu kaufen, was, wie ich später erfuhr, Packers erstes veröffentlichtes Buch war.  Es trug den Titel <em>Fundamentalism and the Word of God<a href="#_ftn2" name="_ftnref2"><strong>[2]</strong></a>.</em> Bis zum heutigen Tag halte ich es für eines der fünf einflussreichsten Bücher in meinem Leben. Jahre später, als ich mit meinem Buch über die Puritaner zum Abschluss kam, schrieb <img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://m.media-amazon.com/images/I/516eG4ghVTL.jpg" alt="The ESV and the English Bible Legacy (English Edition) von [Leland Ryken]" width="200" height="300" />ich an Packer und bat ihn, ein Vorwort dafür zu schreiben.  Zu meinem Erstaunen stimmte er zu. Viel später arbeitete ich mit Packer im Übersetzungskomitee der Englisch Standard Version (ESV) mit. Als ich mit Packer zwei Tage damit verbrachte, die Notizen durchzugehen, die er zur Manuskriptversion meiner Biografie über ihn geschrieben hatte, kannte ich ihn bereits persönlich und durch seine Schriften.</p>
<ol start="6">
<li><em>Was ist in Ihren Augen der Hauptmangel zeitgenössischer Literatur?</em></li>
</ol>
<p>Es gibt zahlreiche Probleme mit der zeitgenössischen Literatur. Vieles davon ist zu verwirrend, als dass sie gelingen könnte. Gleichzeitig ist vieles davon propagandistisch und ermangelt an künstlerischem Können. Fast alle gegenwärtige Literatur ist ein anhaltender Angriff auf die christliche Moral und den christlichen Glauben. Wenn wir Filme, visuelle Medien und die Kategorie der Popkultur darunter einschließen, werde ich nicht zögern zu sagen, dass ich die meisten gegenwärtigen Werke für billig und geschmacklos halte.</p>
<ol start="7">
<li><em>Warum gibt es heutzutage so wenig kreative Literatur von Evangelikalen?</em></li>
</ol>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/815forHV3kL.jpg" alt="" width="200" height="309" />Es gibt keinen Mangel an Literatur, die von Evangelikalen verfasst wird, aber die Verlagslandschaft ist so breit gefächert und vielfältig, dass es für einzelne Werke schwierig ist, eine Position der Sichtbarkeit und Akzeptanz zu erreichen. Es ist auch wahr, dass wenig aktuelle christliche Literatur mit den großen Werken der Vergangenheit mithalten kann. Das ist ein guter Anlass, Literatur der Vergangenheit nach Herzenslust zu lesen.</p>
<hr />
<p><a href="https://www.nimm-lies.de/wp-content/uploads/Interview_Ryken.pdf">Download der Antworten im Englischen.</a></p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Zu deutsch etwa: Weltliche Heilige – Wie die Puritaner wirklich waren.</p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> Zu deutsche etwa: Fundamentalismus und das Wort Gottes</p>
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		<title>Weisheit erfordert Arbeit</title>
		<link>https://nimm-lies.de/weisheit-erfordert-arbeit/8982</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Oct 2014 21:01:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erbauliches]]></category>
		<category><![CDATA[christliche Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Weisheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Was ist der Sinn des Lebens?&#8220;, &#8222;Wenn Gott gut ist, warum gibt es so viel Böses&#8220;, wer hat diese Fragen noch nicht aus dem Munde von Menschen dieser Welt gehört? Wahrlich ein Totschlag-Argument, geschickt eingesetzt pariert man alle weitere Fragen, und das Gewissen bleibt ungerührt.&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/weisheit-erfordert-arbeit/8982">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Was ist der Sinn des Lebens?&#8220;, &#8222;Wenn Gott gut ist, warum gibt es so viel Böses&#8220;, wer hat diese Fragen noch nicht aus dem Munde von Menschen dieser Welt gehört? Wahrlich ein Totschlag-Argument, geschickt eingesetzt pariert man alle weitere Fragen, und das Gewissen bleibt ungerührt. Dabei haben beide Fragen tatsächlich eine berechtigte Wichtigkeit. Dennoch ist das eigentlich schädliche, die Art und Weise wie diese Fragen gestellt werden.<a href="https://www.nimm-lies.de/wp-content/uploads/eBooks.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-9017" src="https://www.nimm-lies.de/wp-content/uploads/eBooks-268x300.jpg" alt="eBooks" width="268" height="300" /></a></p>
<p>Ich habe selten erlebt, dass die Fragen wirklich von suchenden Menschen gestellt wurden, sondern vielmehr von solchen, die die Antwort gar nicht interessiert, nach dem Motto: &#8222;Sag mir erst, wozu mein Leben da ist, aber du darfst nicht mehr als zwei Minuten dafür brauchen&#8220;. Ein wahrer Sucher würde auch Jahre in Kauf nehmen und die Wahrheit zu ergründen.</p>
<p>Tatsächlich gibt es auf schwere Fragen auch nur schwerwiegende Antworten. Einfach ist sie ja, die Antwort die den Sinn des Menschen erklärt. Jeder Katechismus proklamiert: &#8222;Der Sinn und Zweck des Menschen ist es, zur Ehre Gottes zu leben&#8220;. Aber tatsächlich ist jedem ernsthaften Christen klar, dass dieser Satz zwar schnell ausgesprochen ist, aber ein ganzes Leben benötigt wird, den Inhalt dieser Lehre zu Ergründen.<span id="more-8982"></span></p>
<p>Ich denke darin liegt ein Problem unserer Zeit. Man möchte ein Instant-Evangelium: Ja, mit einem Rutsch möchte man auf die Höhen der Apostel steigen und mit Ihnen Wunder verbringen, aber das doch bitte ohne Kampf, ohne harte, jahrelange, anstrengende Nachfolge und mühevolle Ausbildung bei den Füßen Christi. Voll mächtigen Geistes sein, das möchten wir, aber es darf nur keine Mühe kosten. Wären alle Weisheit so leicht zu ergründen, müsste die Bibel kaum länger sein als das apostolische Glaubensbekenntnis.</p>
<p><a href="http://www.cebooks.de/ebooks/folgen-verlag/der-mensch-martin-luther.html" target="_blank"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-9019 size-medium" src="https://www.nimm-lies.de/wp-content/uploads/Cover-Der-Mensch-Martin-Luther-FINAL-KLEIN-199x300.jpg" alt="Cover - Der Mensch Martin Luther FINAL KLEIN" width="199" height="300" /></a>Ja in der Tat, wir sind gewohnt Gott Raum zu geben, aber bitte nicht mehr als ein Tweet pro Tag. Mehr als eine Seite in einem vorher gut nach eigenem Maß ausgewählten Andachtsbuch. Und die Predigt im Radio sei doch ausreichend, man sei schließlich kein Theologe.</p>
<p>Und wir wundern uns immer noch über unser unfruchtbares, irdisches Leben? Wir als Christen müssen lernen, dass jeder Fortschritt im Leben tatsächlich nur aus Gottes Gnaden möglich ist, aber diese Gnade unseren ganzen Menschen dabei haben will und dies 24 h am Tag, sieben Tage die Woche.</p>
<p>Ja, im Schweiße unseres Angesichtes werden wir irgendwann wahre Erkenntnis anreichern können, die uns die Person Jesu Christi viel näher bringen wird, als wir es für möglich hielten. Unter Tränen werden wir erkennen, wie groß Gott ist, und wie groß unsere Schuld ist, aber wie viel größer Jesus Christus ist, der Mittler wurde zwischen Mensch und Gott.</p>
<p>Schließlich liegt darin auch der Grund, warum wir auf der Suche sind nach geistlicher Literatur. Bei verschiedensten Fragen, die unser Herz bewegen, ist guter Ratschlag teuer.</p>
<p>Wie tröstlich ist es dabei auf die Erfahrung des einen oder anderen Zeugen Christi aus den 2000 Jahren Kirchengeschichte zurückgreifen zu können &#8230; Auch stellen wir hierbei fest, dass wir durchs Lesen in einen Dialog treten können mit den Kirchenvätern, mit den Reformatoren, mit den Predigern der Erweckung und uns mit ihnen gemeinsam auf die Suche nach der Wahrheit machen können. Du möchtest mit Luther diskutieren? Kein Problem, kauf dir seine Bücher und diskutiere mit Luther, z.B. über den Freien Willen, über den Glauben des Menschen usw. An dem großen Reichtum, den zweitausend Jahre christliche Zeugen bieten, ist es eigentlich nur ein Zeichen der übergroßen Herzenshärte des Menschen, dass noch so viele Suchende und Irrende unter uns (ja auch in der etablierten Christenheit) sind.</p>
<p><a href="http://www.cebooks.de/ebooks/die-lesebibel-ubersetzt-von-hermann-menge.html" target="_blank"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-9018 size-medium" src="https://www.nimm-lies.de/wp-content/uploads/Cover-Menge-Lesebibel-FINAL-KLEIN-199x300.jpg" alt="Cover - Menge Lesebibel FINAL KLEIN" width="199" height="300" /></a>Mein Fazit daraus: Suche in der Schrift, denn dort findest du das Ewige Leben in Jesus Christus. Forsche jede freie Minute darin. Lass jeden deiner Gedanken mit der Schrift verwurzelt sein. Gebe nicht leichtfertig auf, auf der Suche nach der Wahrheit, sondern befrage auch erfahrene Brüder um Rat, manch einer davon kann dir den Weg zur Wahrheit weisen. Denke nicht, dass die Erkenntnis deiner gefallenen Vernunft oder deiner Ortsgemeinde höher wäre, als die aller anderen Christen um dich herum. Ja, und hier kommt eben die Stärke der christlichen Literatur zu Tage. Wir haben eine Wolke an Zeugen um uns herum, die in der Lage sind uns auf Christus zu weisen.</p>
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		<title>Dr. Lothar Gassmann – Theologe und Publizist im Gespräch</title>
		<link>https://nimm-lies.de/dr-lothar-gassmann-theologe-und-publizist-im-gesprach/2560</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Rempel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Sep 2011 05:17:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Verlagswelt]]></category>
		<category><![CDATA[christliche Verlage]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Lothar Gassmann]]></category>
		<category><![CDATA[Publizist]]></category>
		<category><![CDATA[Samenkorn]]></category>
		<category><![CDATA[Theologe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie nur wenige im evan­ge­li­ka­len Raum beschäf­tigt sich Dr. Lothar Gas­s­mann bereits seit drei Jahr­zehn­ten mit bib­li­scher Apo­lo­ge­tik, der Ver­tei­di­gung des christ­li­chen Glau­bens. In einem Inter­view mit NIMM UND LIES machte Dr. Gas­s­mann deut­lich, dass er darin kei­nes­wegs sei­nen ein­zi­gen Auf­trag sieht. NIMM UND LIES: Herr&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/dr-lothar-gassmann-theologe-und-publizist-im-gesprach/2560">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/dr-lothar-gassmann-theologe-und-publizist-im-gesprach/2560">Dr. Lothar Gassmann – Theologe und Publizist im Gespräch</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="https://www.nimm-lies.de/wp-content/uploads/Dr.-Lothar-Gassmann.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-2563 alignright" src="https://www.nimm-lies.de/wp-content/uploads/Dr.-Lothar-Gassmann-1024x812.jpg" alt="" width="283" height="223" /></a>Wie nur wenige im evan­ge­li­ka­len Raum beschäf­tigt sich Dr. Lothar Gas­s­mann bereits seit drei Jahr­zehn­ten mit bib­li­scher Apo­lo­ge­tik, der Ver­tei­di­gung des christ­li­chen Glau­bens. In einem Inter­view mit NIMM UND LIES machte Dr. Gas­s­mann deut­lich, dass er darin kei­nes­wegs sei­nen ein­zi­gen Auf­trag sieht.</strong></p>
<p><strong>NIMM UND LIES: </strong>Herr Dr. Gas­s­mann, seit 2009 arbei­ten Sie im Dienst des Christ­li­chen Gemein­de­diens­tes (CGD). Was sind die Ziele des Vereins?</p>
<div dir="LTR">
<p><strong><strong>Dr. Gas­s­mann: </strong></strong>Die Ziele des CGD sind in sei­ner Sat­zung und auf sei­ner Home­page zusam­men­ge­fasst. Ich zitiere fol­gen­des daraus:</p>
<p>„Der <a href="http://christlicher-gemeinde-dienst.de/" target="_blank">Christ­li­che Gemeinde-Dienst (CGD) e.V.</a> wurde im Jahre 2009 in Pforz­heim (Deutsch­land) gegrün­det. Er ist gemein­nüt­zig tätig, um christ­li­che Gemein­den und Werke in Deutsch­land, Europa und welt­weit zu för­dern. Er ver­folgt fol­gende Ziele:<span id="more-2560"></span></p>
<ol>
<li>Zweck des Ver­eins ist die Ver­brei­tung, För­de­rung und Pflege des christ­li­chen Glau­bens auf der Grund­lage der Bibel.</li>
<li>Die­ses Ziel soll ins­be­son­dere erreicht wer­den durch:</li>
</ol>
<ol>
<ol>
<li>Ver­brei­tung christ­li­cher Lite­ra­tur, Zeit­schrif­ten, Ton­trä­ger und ähnli­cher Medien.</li>
<li>Ver­an­stal­tung von Vor­trä­gen, Semi­na­ren und der­glei­chen, Evan­ge­li­sa­tion und Schu­lung christ­li­cher Gemein­den und Werke.</li>
<li>Unter­stüt­zung missionarisch-diakonischer Tätig­kei­ten.</li>
</ol>
</ol>
<p>Der CGD arbei­tet allein auf der Grund­lage der Hei­li­gen Schrift, ist von Dach­ver­bän­den jeder Art unab­hän­gig und steht Gemein­den und Ein­zel­per­so­nen zur Ver­fü­gung, die sei­nen Rat suchen. Mit der ins Anti­christ­li­che mün­den­den ökume­ni­schen Bewe­gung hat er nichts zu tun, son­dern er warnt die kleine Herde‚ der wahr­haft Gläu­bi­gen vor ihr.<br />
Zur Auf­klä­rung über Zeit­strö­mun­gen und zur War­nung vor Sek­ten, Kul­ten und Ideo­lo­gien betreibt er ein Apo­lo­ge­ti­sches Insti­tut. Gleich­zei­tig möchte er der ange­foch­te­nen Gemeinde der End­zeit gesunde bib­li­sche Lehre zur Stär­kung ver­mit­teln.<br />
Zu die­sem Zweck ver­öf­fent­licht der CGD vier­tel­jähr­lich die Zeit­schrift DER SCHMALE WEG. Ori­en­tie­rung im Zeit­ge­sche­hen in einer gedruck­ten Auf­lage von etli­chen Tau­send Exem­pla­ren und zusätz­lich der Mög­lich­keit, sie im Inter­net herunterzuladen.“</p>
</div>
<p><strong>NIMM UND LIES: </strong>Wel­che Tätig­keit erfül­len Sie in die­sem Werk?</p>
<p><strong><strong>Dr. Gas­s­mann: </strong></strong>In der Nach­folge von Jesus Chris­tus ist es mein Haupt­auf­trag, als Pre­di­ger, Leh­rer und Evan­ge­list dort zu die­nen, wo Gemein­den, Werke und Haus­kreise mich ein­la­den. Damit ist auch Seel­sorge an suchen­den, ange­schla­ge­nen und geist­lich hei­mat­lo­sen Men­schen ver­bun­den. Es ist immer wie­der eine Freude, wenn Men­schen zu Jesus fin­den oder auf dem schma­len Weg mit Ihm bewahrt werden.</p>
<p>Um Men­schen zu hel­fen, aus Ver­füh­run­gen her­aus­zu­kom­men, und sie vor fal­schen Pro­phe­ten zu war­nen, führe ich eine umfang­rei­che Kor­re­spon­denz über Irr­leh­ren, Reli­gio­nen, Sek­ten und eso­te­ri­sche Strö­mun­gen. Dies ist nicht immer ein­fach, aber not­wen­dig, und benö­tigt viel Gebet.</p>
<p>Als Publi­zist schreibe ich Auf­sätze und Bücher und stelle alle drei Monate Beiträge für unsere CGD-Zeitschrift <a href="http://christlicher-gemeinde-dienst.de/der-schmale-weg" target="_blank">DER SCHMALE WEG</a> zusam­men. Die Her­aus­gabe die­ser neuen Zeit­schrift (sie erscheint seit dem Jahre 2009) prak­tisch aus dem Stand her­aus war ein Glau­bens­wag­nis, aber Gott hat es bestä­tigt. Viele bewe­gende Leser­zu­schrif­ten ermu­ti­gen uns wei­ter­zu­ma­chen, auch wenn vie­les, was wir ver­öf­fent­li­chen, heut­zu­tage unpo­pu­lär ist. Aber wir möch­ten nicht den Leu­ten nach dem Mund reden, son­dern treu Got­tes Wort ver­kün­di­gen und es in eine immer gott­lo­ser wer­dende Welt und laue Chris­ten­heit klar und deut­lich hin­ein­ru­fen, solange Jesus uns dafür noch Zeit und Kraft schenkt.</p>
<p><strong>NIMM UND LIES: </strong>Sie haben in den letz­ten Jahr­zehn­ten rund 100 Bücher ver­fasst und her­aus­ge­ge­ben. Oft sind es sehr spe­zi­elle The­men. Wie schafft man es, so viele bib­lisch fun­dierte Bücher zu ganz unter­schied­li­chen Fra­gen zu verfassen?</p>
<p><strong><strong>Dr. Gas­s­mann: </strong></strong>Ich habe dies als Auf­trag vom HERRN erfah­ren. Er hat mich in jedes ein­zelne Thema hin­ein­ge­führt. Vie­les in mei­nen Büchern ist sel­ber durch­lebt und wurde anschlie­ßend von mir anhand der Bibel in Form eines Buches auf­ge­ar­bei­tet. Es soll dadurch eine Hilfe für die Men­schen sein, die ähnli­che Ent­wick­lun­gen durch­ma­chen und ähnli­che Situa­tio­nen erleben.</p>
<p><strong>NIMM UND LIES: </strong>Wor­über schrei­ben Sie meis­tens? Was sehen Sie als Ihre Berufung?</p>
<p><strong><strong>Dr. Gas­s­mann: </strong></strong>Meine Beru­fung sehe ich darin, Men­schen zu hel­fen, dass sie Chris­ten wer­den, und Chris­ten zu hel­fen, dass sie Chris­ten blei­ben. Alle meine Bücher und Arti­kel beinhal­ten diese Zielsetzung.</p>
<p>Die ein­zel­nen The­men sind dabei recht unter­schied­lich und doch gibt es einen „roten Faden“ darin. Meine ers­ten Bücher in den 80er Jah­ren befass­ten sich mit The­men wie Grup­pen­dy­na­mik, Die Grü­nen, Eso­te­rik, New Age und Anthro­po­so­phie, da ich mit allen die­sen Strö­mun­gen Kon­takt hatte bzw. sel­ber zeit­wei­lig in sie ein­ge­bun­den war. Ich habe mich dann von der Bibel her mit die­sen Strö­mun­gen aus­ein­an­der­ge­setzt und mich von ihnen gelöst. Durch meine Bücher möchte ich, wie schon gesagt, auch ande­ren Men­schen hel­fen, von unbib­li­schen Ein­flüs­sen frei­zu­kom­men und zu Jesus Chris­tus zu finden.</p>
<p>In den Jah­ren 1993 bis 2008 war ich zuerst Dozent an einer theo­lo­gi­schen Aka­de­mie und danach Sek­ten– und Welt­an­schau­ungs­be­auf­trag­ter bei einer evan­ge­li­ka­len Arbeits­ge­mein­schaft. In die­ser Zeit habe ich meine Beschäf­ti­gung mit theo­lo­gi­schen und apo­lo­ge­ti­schen The­men (also Fra­gen, die die Ver­tei­di­gung des christ­li­chen Glau­bens betref­fen) wei­ter ver­tie­fen kön­nen, wor­aus durch Got­tes Gnade meh­rere Buch­rei­hen ent­stan­den sind: die „Reihe Auf­klä­rung“, die Reihe „Klei­nes Hand­buch“, Die „Aktu­elle Reihe“ u.a.; außer­dem das <a href="http://www.bible-only.org/german/handbuch/index.html" target="_blank">„Hand­buch Ori­en­tie­rung“</a> und „Christ­wiki“ im Inter­net. Daran haben auf meine Initia­tive hin auch andere Auto­ren, zum Bei­spiel frü­here Stu­den­ten von mir, mitgearbeitet.</p>
<p>Dies hat mir viel Freude gemacht, doch kam es im Jahre 2009 zu einer neuen Wei­chen­stel­lung in mei­nem Dienst. Diese mün­dete dann in die Grün­dung des CGD ein und ermög­lichte es mir, mich noch stär­ker auf die Aus­le­gung des Wor­tes Got­tes zu kon­zen­trie­ren. Darin sehe ich mei­nen eigent­li­chen Haupt­auf­trag, wäh­rend die Aus­ein­an­der­set­zung mit unbib­li­schen Strö­mun­gen zwar wich­tig, aber letzt­lich doch nur not­wen­di­ges Bei­werk ist. Wer die Bibel kennt und sie in einer unver­fälsch­ten, urtext­na­hen Über­set­zung liest, ist vor Ver­füh­rung am bes­ten geschützt. Des­halb ver­kün­dige ich die Bot­schaft der Bibel mit gro­ßer Freude und hof­fent­lich anste­cken­der Begeisterung.</p>
<p><strong>NIMM UND LIES:</strong> Wel­ches Ihrer Bücher bedeu­tet Ihnen am meisten?</p>
<p><strong><strong>Dr. Gas­s­mann: </strong></strong>Ich lese inzwi­schen fast nur noch die Bibel und im Ver­gleich dazu nur noch sel­ten die Bücher ande­rer Auto­ren, auch nicht meine eige­nen Bücher, sobald sie ver­öf­fent­licht sind. Da Sie mich aber nach dem bevor­zug­ten Buch unter mei­nen eige­nen Ver­öf­fent­li­chun­gen fra­gen, würde ich ant­wor­ten: Am meis­ten bedeu­tet mir mein Andachts­buch mit dem Titel „Jesus Chris­tus allein“, weil die­ser Titel mei­nem Lebens­motto ent­spricht. Zudem habe ich in die­sem Andachts­buch die Quint­es­senz mei­ner ande­ren Ver­öf­fent­li­chun­gen sowie meine Gedichte zusammengefasst.</p>
<p><strong>NIMM UND LIES: </strong>Ist es nicht depri­mie­rend oder zumin­dest oft undank­bare Arbeit, sich stän­dig mit inne­revan­ge­li­ka­len Fehl­ent­wick­lun­gen zu beschäftigen?</p>
<p><strong><strong>Dr. Gas­s­mann: </strong></strong>Das tue ich doch nicht stän­dig, son­dern nur da, wo es nicht mehr anders geht! Aber ich gestehe: Sie spre­chen da ein sehr trau­ri­ges Thema an. Noch Ende der 90er Jahre sagte ich zu mei­nem frü­he­ren Ver­le­ger, Bru­der Fried­rich Häns­s­ler, in einem per­sön­li­chen Gespräch, dass ich froh sei, mich nur mit Sek­ten außer­halb des christ­li­chen Lagers und nicht mit inne­revan­ge­li­ka­len Pro­ble­men beschäf­ti­gen zu müs­sen. Ich hatte dies auch nie vor­ge­habt. Aber vor allem seit der Jahr­tau­send­wende sind nach mei­ner Mei­nung so viele Fehl­ent­wick­lun­gen und zeit­geis­tige Strö­mun­gen ins Lager der Evan­ge­li­ka­len ein­ge­drun­gen, dass ich — wie auch meh­rere andere Brü­der — von mei­nem Gewis­sen her dazu nicht mehr schwei­gen konnte. Dar­aus sind dann Bücher wie „Pie­tis­mus wohin?“ (mit einer War­nung vor Zeit­geist, Ökumene, Spaß­ge­sell­schaft und Bibel­kri­tik bei Evan­ge­li­ka­len) und „Pro­jekt Ein­heit. Rom, Ökumene und die Evan­ge­li­ka­len“ ent­stan­den. Aber wie schon gesagt: Dies ist nur ein klei­ner Teil mei­ner The­men. Ins­ge­samt über­wie­gen nach wie vor andere The­men, Bibel­aus­le­gun­gen und auch christ­li­che Lie­der, die Gott mir geschenkt hat.</p>
<p><strong>NIMM UND LIES: </strong>Ihre Bücher sind schon bei sehr vie­len Ver­la­gen erschie­nen. Bei Häns­s­ler, Gerth­Me­dien, VLM, Ste­pha­nus, Mabo, Licht­zei­chen, Beta­nien, Ver­lag für refor­ma­to­ri­sche Erneue­rung usw. Wel­che Ent­wick­lun­gen beob­ach­ten Sie auf dem christ­li­chen Verlagsmarkt?</p>
<p><strong><strong>Dr. Gas­s­mann: </strong></strong>Ich beob­achte einer­seits seit eini­gen Jah­ren eine Kon­zen­tra­tion des evan­ge­li­ka­len Ver­lags­we­sens in immer weni­ger Hän­den, ja zum Groß­teil inzwi­schen eine Mono­po­li­sie­rung nur unter <em>einem</em> Dach­ver­band, was für die Mei­nungs­viel­falt kata­stro­phal ist. Ande­rer­seits nehme ich eine Zer­split­te­rung in kleine und kleinste Ver­lage wahr, die oft­mals so kon­fes­sio­na­lis­tisch geprägt sind, dass sie kei­nen oder kaum Kon­takt mit­ein­an­der haben. Bei­des macht mich sehr betrof­fen und trau­rig und ich bete für eine Umkehr.</p>
<p><strong>NIMM UND LIES: </strong>Auf der einen Seite stel­len Sie „libe­rale Fehl­ent­wick­lun­gen“ fest und ande­rer­seits kri­ti­sie­ren Sie „kon­fes­sio­na­lis­tisch geprägte Ver­lage“. Wie kon­fes­si­ons­ge­bun­den sollte ein Ver­lag sein?</p>
<p><strong>Dr. Gas­s­mann:</strong> Mit „kon­fes­sio­na­lis­tisch“ meine ich kon­fes­sio­nelle Son­der­leh­ren, die über den kla­ren Wort­laut der Bibel hin­aus­ge­hen und neue Leh­ren zu ihr hin­zu­fü­gen. Man könnte hier zum Bei­spiel die Tauf­wie­der­ge­burts­lehre bei Katho­li­ken und vie­len Luthe­ra­nern, die dop­pelte Prä­des­ti­na­tion (Vor­her­be­stim­mung) bei vie­len Cal­vi­nis­ten oder die Lehre der „Unver­lier­bar­keit des Heils“ bei vie­len Dar­bys­ten nen­nen. Ich lehne Leh­ren ab, die nicht klar in der Bibel ste­hen. Nun habe ich sel­ber ein <a href="http://l-gassmann.de/glaubensbekenntnis" target="_blank">Glau­bens­be­kennt­nis für unab­hän­gige bibel­treue Gemein­den</a> ver­fasst, habe aber in der Ein­lei­tung zu die­sem Bekennt­nis aus­drück­lich betont, dass ich mich stets von der Bibel her kor­ri­gie­ren lasse, wenn mir jemand auf­zeigt, dass eine Aus­sage darin in kla­rem Wider­spruch zur Hei­li­gen Schrift ste­hen sollte. Die­sen Ein­druck hat man bei man­chen Leh­ren im tra­di­tio­nel­len kirch­li­chen und frei­kirch­li­chen Lager lei­der nicht, son­dern eher den Ein­druck einer lehr­mä­ßi­gen Ver­här­tung und feh­len­den Kor­rek­tur­be­reit­schaft. Der Maß­stab für Lehre und Leben sollte dage­gen für einen Chris­ten allein die Bibel in ihrem Wort­sinn und Kon­text und ihrer heils­ge­schicht­li­chen Ent­fal­tung sein. Unser aller Erkennt­nis ist Stück­werk, und so soll­ten wir bei unter­schied­li­chen Erkennt­nis­sen in nicht heils­ent­schei­den­den Fra­gen als Chris­ten barm­her­zig mit­ein­an­der sein und brü­der­lich mit­ein­an­der umgehen.</p>
<p><strong>NIMM UND LIES: </strong>Ihre letz­ten Bücher sind im Fromm Ver­lag erschie­nen. Die Preise lie­gen bei knapp 50 Euro und die Bücher wer­den aus­schließ­lich über Ama­zon ver­trie­ben. Sind das nicht alles Gründe, die den Absatz doch sehr gering hal­ten wer­den? Beim Ver­lag Samen­korn erscheint doch aktu­ell Ihre Aus­le­gung zur Offen­ba­rung in der Reihe „Bibel aktuell“?</p>
<p><strong><strong>Dr. Gas­s­mann: </strong></strong>Ich bin sehr dank­bar, dass der Ver­lag Samen­korn, der von russ­land­deut­schen Men­no­ni­ten gegrün­det wurde, meine neue Aus­le­gungs­reihe <a href="http://www.cvsamenkorn.de/epages/62617714.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/62617714/Products/89479-7" target="_blank">„Bibel aktu­ell“</a> ver­öf­fent­licht. Außer der Offen­ba­rung erschei­nen darin ja auch andere Aus­le­gun­gen von mir, zum Bei­spiel über die Zehn Gebote, den Jako­bus­brief und jetzt aktu­ell über Psal­men, Gleich­nisse, Sprü­che und das Buch Pre­di­ger. Der Ver­lag Samen­korn ist aber mit die­ser Reihe voll ausgelastet.</p>
<p>Gerne würde ich daher, wenn Gott es schenkt, wei­tere Bücher, zum Bei­spiel über theo­lo­gi­sche The­men, Glau­bens­fra­gen, Zeit­strö­mun­gen oder Sek­ten, zusätz­lich bei ande­ren Ver­la­gen ver­öf­fent­li­chen. Aber bis­her hat sich lei­der noch nicht der pas­sende Ver­lag gefun­den. Somit ver­öf­fent­li­che ich zur Zeit einige wis­sen­schaft­li­che Werke von mir, die seit län­ge­rem ver­grif­fen waren (z.B. über <a href="http://www.amazon.de/Dietrich-Bonhoeffer-Rudolf-Bultmann-Tillich/dp/3841601642/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1316292794&amp;sr=8-1" target="_blank">ein­fluss­rei­che Theo­lo­gen der Neu­zeit</a> und <a href="http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&amp;url=search-alias=aps&amp;field-keywords=gassmann+lothar+fromm+anthroposophie&amp;x=0&amp;y=0" target="_blank">Anthro­po­so­phie</a>), in über­ar­bei­te­ter und aktua­li­sier­ter Fas­sung beim Fromm-Verlag, einem rei­nen Print-on-Demand-Verlag, damit sie über­haupt wie­der zugäng­lich sind. Sie wer­den immer nur auf Nach­frage gedruckt, wor­aus sich die hohen Preise erklä­ren. Ich kann dies momen­tan lei­der nicht ändern.</p>
<p><strong>NIMM UND LIES: </strong>Das bedeu­tet, dass Sie unter Umstän­den einen wei­te­ren konservativ-bibeltreu gepräg­ten Ver­lag grün­den werden?</p>
<p><strong><strong>Dr. Gas­s­mann: </strong></strong>Nicht ich sel­ber. Dazu habe ich momen­tan weder Zeit noch Auf­trag. Aber sobald Gott es bib­lisch klar ste­hen­den und muti­gen Geschwis­tern aufs Herz legt, würde ich gerne einen Ver­lag unter­stüt­zen, der sich ohne ökume­ni­sche Ver­fla­chung einer­seits und ohne kon­fes­sio­na­lis­ti­sche Eng­füh­rung ande­rer­seits allein um die bibel­treue Aus­le­gung des Wor­tes Got­tes und die Abwehr unbib­li­scher Zeit­strö­mun­gen bemüht. War­ten wir ab, was Gott tut und ob er jemand in diese Auf­gabe beruft. Jeden­falls bete ich dafür.</p>
<p><strong>NIMM UND LIES:</strong> Noch eine letzte Frage. Wel­che Bücher haben Sie neben der Bibel am meis­ten geprägt und wel­che Bücher emp­feh­len Sie den jun­gen Gene­ra­tio­nen besonders?</p>
<p><strong><strong>Dr. Gas­s­mann: </strong></strong>Viele Bücher! Ich kann Ihnen hier nicht alle Titel, aber die Auto­ren nen­nen: Mar­tin Luther, Phil­ipp Jakob Spe­ner, John Bunyan, Lud­wig Hof­acker, Carl Olof Rose­nius, Charles Had­don Spur­geon, Aiden Wil­son Tozer, Arthur Ernest Wilder-Smith, Her­bert Jant­zen, Dave Hunt, John MacArthur, Wer­ner Gitt und andere. Von allen die­sen Brü­dern habe ich geist­lich man­ches gelernt, aber von kei­nem sein Lehr­sys­tem als Gan­zes über­nom­men. Vie­les, was diese Brü­der schrei­ben, könnte auch für die junge Gene­ra­tion eine Hilfe für einen neuen geist­li­chen Auf­bruch sein. Aber bei allen mensch­li­chen Auto­ren, so auch bei mir, gilt: Prü­fet alles, und das Gute behal­tet! Oberste Richt­schnur ist und bleibt allein die Hei­lige Schrift, das Wort des leben­di­gen Got­tes! Diese sollte auch von der jun­gen Gene­ra­tion in einer guten, unver­fälsch­ten Über­set­zung, die nahe am Urtext ist, gele­sen und beher­zigt werden.</p>
<p><strong>NIMM UND LIES: </strong>Herr Dr. Gas­s­mann, wir dan­ken Ihnen für das Gespräch.</p>
<p><strong></strong><em><a href="http://www.l-gassmann.de" target="_blank">www.l-gassmann.de</a> &#8211;</em> Home­page von Dr. Lothar Gas­s­mann<br />
<em><a href="http://christlicher-gemeinde-dienst.de/" target="_blank">www.cgd-online.de</a> </em>&#8211; Christlicher Gemeinde-Dienst<br />
<em><a href="http://www.cvsamenkorn.de/" target="_blank">www.cvsamenkorn.de</a> </em>&#8211; Christlicher Schriften- und Liederverlag Samenkorn</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/dr-lothar-gassmann-theologe-und-publizist-im-gesprach/2560">Dr. Lothar Gassmann – Theologe und Publizist im Gespräch</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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