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	<title>Preisgabe der Vernunft Archive - NIMM und LIES</title>
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	<title>Preisgabe der Vernunft Archive - NIMM und LIES</title>
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		<title>Buchrezension: Preisgabe der Vernunft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Rempel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Sep 2014 15:56:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sachbücher]]></category>
		<category><![CDATA[Francis Schaeffer]]></category>
		<category><![CDATA[Hanniel Strebel]]></category>
		<category><![CDATA[Preisgabe der Vernunft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fran­cis Schaef­fer. Preis­gabe der Ver­nunft: Kurze Ana­lyse der Ursprünge und Ten­den­zen des moder­nen Den­kens.  4. Auflage 2021, Haus der Bibel, 98 Seiten. Das Büch­lein bil­det Teil I&#160;der berühm­ten „Tri­lo­gie“ Schaef­fer (Ori­gi­nal: Escape From Rea­son, 1968).&#160;Zusam­men mit „Gott ist keine Illu­sion“&#160;sowie „und er schweigt nicht“&#160;beschäf­tigt sich&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/buchrezension-preisgabe-der-vernunft/8876">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE-CH"><em>Fran­cis Schaef­fer. <a href="https://www.cbuch.de/Schaeffer-Preisgabe-der-Vernunft/HDB6701" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Preis­gabe der Ver­nunft</a>: Kurze Ana­lyse der Ursprünge und Ten­den­zen des moder­nen Den­kens.  4. Auflage 2021, Haus der Bibel, 98 Seiten.</em></span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE-CH">Das Büch­lein bil­det Teil I&nbsp;der berühm­ten „Tri­lo­gie“ Schaef­fer (Ori­gi­nal: <em>Escape From Rea­son</em>, 1968).&nbsp;Zusam­men mit „Gott ist keine Illu­sion“&nbsp;sowie „und er schweigt nicht“&nbsp;beschäf­tigt sich Schaef­fer grund­le­gend mit dem intel­lek­tu­el­len und kul­tu­rel­len Klima der zwei­ten Hälfte des 20. Jahr­hun­derts. In <em>Preis­gabe der Ver­nunft</em>ent­wi­ckelt&nbsp;er ins­be­son­dere&nbsp;die Sche­mata von <em>„Natur und Gnade“</em> und der <em>„Linie der Ver­zweif­lung“</em>.</span></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="188" height="300" src="https://www.nimm-lies.de/wp-content/uploads/preisgabe_der_vernunft-188x300.jpg" alt="" class="wp-image-17257" srcset="https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/preisgabe_der_vernunft-188x300.jpg 188w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/preisgabe_der_vernunft.jpg 625w" sizes="(max-width: 188px) 100vw, 188px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><b><span lang="DE-CH">Der Zwie­spalt des moder­nen Men­schen: Etap­pen der geis­tes­ge­schicht­li­chen Entwicklung</span></b></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE-CH">Im Schnell­durch­gang durch­schrei­tet Schaef­fer die abend­län­di­sche Geistesgeschichte.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE-CH">Tho­mas v. Aquin (1225 – 1274) teilte die Welt in <strong>Gnade (das Höhere) und Natur (das Nie­dere)</strong> ein. Letzt­lich ver­dan­ken wir die­sem der Renais­sance zu Grunde lie­gen­den Welt­bild ein ange­mes­se­nes Ver­ständ­nis der Natur. Ande­rer­seits lehrte von Aquin, dass der mensch­li­che Wille vom Sün­den­fall betrof­fen war, der Intel­lekt jedoch nicht. Dar­aus ent­wi­ckelte sich die natür­li­che Theo­lo­gie, die ohne Bezug­nahme auf die Hei­lige Schrift aus­kam. (Die inhalt­li­che Halt­bar­keit die­ser Gedan­ken­gänge sind sehr umstrit­ten. Ron Kubsch geht im Schaeffer-Sammelband <a href="https://www.cbuch.de/Kubsch-Wahrheit-und-Liebe/540623" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><i>„Wahr­heit und Liebe“</i></a> näher auf die Kri­tik ein.)</span></p>



<span id="more-8876"></span>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE-CH">Leo­nardo da Vinci (1452 – 1519) unter­schied zwi­schen&nbsp;Gnade (Allgemeinbegriffe/Universalien) und Natur (Einzeldinge/Besonderes). Auto­no­mes, ratio­na­les Den­ken führte zu einer star­ken Beto­nung der Mathe­ma­tik. Die Pro­ble­ma­tik in einer Frage zusam­men­ge­fasst: Wo ist die<strong> Ein­heit</strong>, wenn man der <strong>Ver­schie­den­heit</strong>freien Raum&nbsp;gibt?</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE-CH">Die Renais­sance trennt die <strong>ideale</strong> Liebe (lyri­sche Dich­ter, geis­tige Liebe) von der<strong> sinn­li­chen</strong> Liebe (Roman­schrift­stel­ler, komi­sche Dich­ter). Der Mensch wird frei um den Preis der Unmoral.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE-CH">Im 18. Jahr­hun­dert wird durch den Ein­fluss wich­ti­ger Den­ker wie Imma­nuel Kant (1724 – 1804) und Jean-Jacques&nbsp;Rous­seau (1712 – 1778) der Gedanke an <strong>Gnade</strong> völ­lig fal­len­ge­las­sen. Sie wird <strong>durch Frei­heit ersetzt.</strong> Nach­dem der Lebens­be­reich der Natur völ­lig auto­nom gewor­den war, wurde das Vakuum durch&nbsp;der Deter­mi­nis­mus gefüllt. Der Mensch&nbsp;wurde in diese (Welt-)Maschinerie ein­be­zo­gen.&nbsp; Die Frei­heit des Indi­vi­du­ums hin­ge­gen (der obere Bereich),&nbsp;das kei­ner Erlö­sung mehr bedurfte, war abso­lut. Das erzeugte eine mäch­tige Spannung.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE-CH">Das Gesetz der Naturk­au­sa­li­tät in einem <strong>geschlos­se­nen Sys­tem</strong> setzt sich in der Wis­sen­schaft durch. Ledig­lich Ein­zel­dinge kön­nen erkannt wer­den.&nbsp; Des­halb&nbsp;lan­dete man&nbsp;bei der Mescha­nik. Dabei wird die Frei­heit völ­lig preis­ge­ge­ben. Die Frage nach dem Sinn des Lebens wird nicht mehr gestellt. Auf dem Gebiet der Moral bedeu­tete dies, dass die Vor­stel­lung von Gut und Böse letzt­lich nur noch ein Werk­zeug der Mani­pu­la­tion durch die mensch­li­che Gesell­schaft in einer mecha­ni­sier­ten Welt&nbsp;dar­stellte (Mar­quis de Sade, 1740 –&nbsp;1814).</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE-CH">Die seit der Antike gül­tige <strong>Erkennt­nis­theo­rie</strong> setzte bei der Ratio an. Der Mensch&nbsp;ging völ­lig und aus­schliess­lich von sich selbst aus. Auf&nbsp;seine Ver­nunft war Ver­lass, des­halb war ein ein­heit­li­ches Erkennt­nis­feld gege­ben. Durch G. F. Hegel (1770 – 1831) änder­ten sich&nbsp;sowohl die&nbsp;Erkennt­nis­theo­rie&nbsp;wie auch&nbsp;die Metho­lo­gie. Die Ratio­na­li­tät&nbsp;an sich wurde&nbsp;preis­ge­ge­ben. Wahr­heit ist nicht mehr unbe­dingte Wahr­heit. Kier­ke­gaard (1813 – 1855)&nbsp;ver­än­derte die bei­den&nbsp;Sphä­ren von&nbsp;Frei­heit und Natur in <strong>Glaube und Ver­nunft</strong>. Die­ses neue duale Den­ken – Schaef­fer nennt es die <strong>Linie der Ver­zweif­lung</strong> – hat sich über die Phi­lo­so­phie in der Male­rei, Musik und schliess­lich in der Theo­lo­gie niedergeschlagen.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE-CH">Was bleibt übrig?&nbsp;Der Mensch ent­behrt&nbsp;dem Sinn sei­nes Daseins. Das führt zu einer pes­si­mis­ti­schen Grund­hal­tung. Auf­grund aller Ver­stan­des­er­kennt­nis ist der <strong>Mensch bedeu­tungs­los</strong>.&nbsp;Der zur Ent­ste­hungs­zeit die­ses Buch sehr aktu­elle&nbsp;<strong>Exis­ten­zia­lis­mus</strong> hatte seine welt­li­chen Ver­tre­ter (Sartre – Selbst­ver­wirk­li­chung, Jas­pers – Grenz­si­tua­tion, Hei­deg­ger – Angst) sowie seine reli­giö­sen Expo­nen­ten (Barth – Ver­stand ist kein Anhalts­punkt zur Veri­fi­ka­tion, reli­giöse Wahr­heit ist von der his­to­ri­schen abgetrennt).</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE-CH">In der&nbsp;zeit­ge­nös­si­schen Theo­lo­gie zeigte sich die­ser Sprung: Til­lich&nbsp;sprach von Gott jen­seits von Gott. Klar defi­nierte Begriffe aus Natur­wis­sen­schaft und Geschichte erga­ben sich im <strong>ratio­na­len</strong> Bereich. Im <strong>nicht-rationalen</strong> Bereich hin­ge­gen&nbsp;konnte es sich nur um Worte han­deln,&nbsp;wel­che Asso­zia­tio­nen aus­lö­sen. <strong>Jesus</strong>war dem­nach die Illu­sion einer ech­ten Mit­tei­lung,&nbsp;wel­che eine kräf­tige Reak­tion her­vor­rief. <strong>Gott</strong>&nbsp;erschien als das phi­lo­so­phi­sche Andere, als das unend­li­che, per­sön­li­che Alles. <strong>Reli­giöse Fra­gen&nbsp;waren defi­ni­tiv&nbsp;in den Bereich des Nicht­dis­ku­tier­ba­ren ver­scho­ben worden.</strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE-CH">Schaef­fer ord­nete das aktu­el­les Sym­tom des <strong>Dro­gen­kon­sums</strong> nicht als Wirk­lich­keits­flucht oder Ner­ven­kit­zel ein, son­dern&nbsp;sah es als Folge&nbsp;der Hoff­nungs­lo­sig­keit des Men­schen. Der Mensch suchte eine Ant­wort in erst­ran­gi­gen Erleb­nis­sen, im „High“. Der ratio­nale Mensch endete so&nbsp;als Mys­ti­ker. Neu an die­ser Art von Mys­tik war die Auf­fas­sung, dass es belang­los ein, ein Gegen­über zu haben. Es komme allein auf den Glau­ben. Die neuen Pro­phe­ten des Seins (d. h. des obe­ren Bereichs)&nbsp;waren die Dich­ter, Maler und Musi­ker. Sie&nbsp;waren die­je­ni­gen, wel­che in die gros­sen Fra­gen noch zu stel­len ver­stan­den. Bezeich­nend war aller­dings&nbsp;ihr feh­len­des mora­li­sches Urteil. Ihre Aus­drucks­for­men ver­stan­den sie&nbsp;als&nbsp;blosse&nbsp;Wahrnehmungen.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><b><span lang="DE-CH">Die gesamt­heit­li­che Sicht der Bibel – Got­tes Offen­ba­rung in Raum und&nbsp;Zeit</span></b></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE-CH">Wie lau­tete Schaef­fers Ant­wort auf die Linie der Verzweiflung?</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE-CH">Er setzte bei der&nbsp;Ant­wort der Refor­ma­tion auf das Pro­blem der Ein­heit von Natur und Gnade an. Die Refor­ma­to­ren <strong>ver­nein­ten die Auto­no­mie im Bereich letz­ter Auto­ri­tät</strong>. Die Bibel&nbsp;war Quelle end­gül­ti­ger und umfas­sen­der Erkennt­nis. Sie&nbsp;bot kein erschöp­fen­des Wis­sen, jedoch wahre und ganz­heit­li­che Erkenntnis.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><span lang="DE-CH">Ein zen­tra­ler Teil die­ser Erkennt­nis war die Anthro­po­lo­gie.</span></strong><span lang="DE-CH"> Schaef­fer stellte her­aus,&nbsp;dass wir unsere Mit­men­schen nicht als Men­schen behan­deln könn­ten, ehe wir ihren Ursprung wirk­lich&nbsp;kenn­ten. Der Mensch ist nach Got­tes Bild geschaf­fen und darum etwas Wun­der­ba­res. Adam war ein unpro­gram­mier­ter, ver­ant­wor­tungs­be­wuss­ter Mensch in einer gestalt­ba­ren Geschichte. (Im Gegen­satz dazu neigt der moderne Mensch zum Gedan­ken, er sei ein Nichts.)</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE-CH">Zwei­tens gibt die Bibel <strong>zuver­läs­sige Infor­ma­tion über den Schöp­fer des Uni­ver­sums</strong>.&nbsp;Sie spricht von ihm als dem per­sön­li­chen und unend­li­chen Gott. Im&nbsp;Hin­blick auf Got­tes <strong>Unend­lich­keit</strong> ist der Mensch so getrennt wie eine Maschine.&nbsp;Seine <strong>Per­sön­lich­keit</strong> ist jedoch dar­auf ange­legt, um mit&nbsp;die­sem Gott&nbsp;in per­sön­li­cher Ver­bin­dung zu ste­hen. Der Mensch ist zwar ver­lo­ren, jedoch ent­schei­dungs­fä­hig. Er ist in der Lage, Geschichte zu beein­flus­sen, ein­schliess­li­che sei­ner eige­nen Ewig­keit und der­je­ni­gen sei­ner Mitmenschen.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE-CH">Die dritte Ein­sicht: Die­ser&nbsp;ver­nünf­tige Gott hat ein <strong>ver­nünf­ti­ges Uni­ver­sum</strong> aus­ser­halb von sich selbst geschaf­fen. Das bie­tet die <strong>Gewiss­heit objek­ti­ver Exis­tenz</strong>, von Ursa­che und Wir­kung. Weil das Welt­all einen wahr­haft per­sön­li­chen Anfang hat, ste­hen Liebe und Kom­mu­ni­ka­tion nicht im Gegen­satz zu dem, was im Wesen bereits vor­han­den&nbsp;ist.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE-CH">Wie ist eine Umkehr des moder­nen Men­schen mög­lich? Der Mensch muss, wenn er zurück­fin­den will, zwar sei­nen Ratio­na­lis­mus auf­ge­ben. Doch fin­det er dann, auf der Basis des logisch Dis­ku­tier­ba­ren, die Mög­lich­keit, seine Ratio­na­li­tät wie­der zu gewin­nen<strong>. Chris­tus ist in bei­den Lebens­be­rei­chen – Natur und Gnade – Herr, darum Herr des gan­zen intel­lek­tu­el­len Lebens. </strong>Das Sys­tem der Bibel erläu­tert, warum der ein­zelne tun darf, was alle tun müs­sen, näm­lich bei sich selbst begin­nen. Gott hat dem gefal­le­nen Men­schen inhalts­rei­ches Wis­sen gege­ben, das er so&nbsp;drin­gend benötigt.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><span lang="DE-CH">Fazit</span></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span lang="DE-CH">Auch wenn man über den Bei­trag ein­zel­ner Den­ker — ins­be­son­dere Tho­mas von Aquin und Sören Kier­ke­gaard — geteil­ter Mei­nung sein kann, bil­den diese Gedan­ken wert­volle Anhalts­punkte. Die Tren­nung zwi­schen dem „obe­ren“ und dem „unte­ren“ Bereich kann auf einem Bier­de­ckel skiz­ziert wer­den. Die christ­li­che Welt­an­schau­ung mit den drei Fix­punk­ten persönlich-unendlicher Gott, Mensch und Uni­ver­sum stellt für mich ein ergie­bi­ges Meta­mo­dell&nbsp;dar.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Han­niel Stre­bel, <a href="http://hanniel.ch/" target="_blank" rel="noopener">www.hanniel.ch</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/buchrezension-preisgabe-der-vernunft/8876">Buchrezension: Preisgabe der Vernunft</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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		<title>Ich liebe Bücher!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Rempel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Oct 2010 19:57:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Verlagswelt]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschehen]]></category>
		<category><![CDATA[C.S. Lewis]]></category>
		<category><![CDATA[christliche Bücher]]></category>
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		<category><![CDATA[Francis Schaeffer]]></category>
		<category><![CDATA[Gott ist keine Illusion]]></category>
		<category><![CDATA[Klassiker]]></category>
		<category><![CDATA[Os Guinnes]]></category>
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		<category><![CDATA[Ralf Kaemper]]></category>
		<category><![CDATA[Und er schweigt nicht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schon als Kind ging ich regelmäßig in die Stadtbücherei. &#8222;Die fünf Freunde&#8220; und &#8222;Die Schwarze Sieben&#8220; von Enid Blyton habe ich ebenso verschlungen wie &#8222;Die drei Fragezeichen&#8220; von Alfred Hitchcock. In der Zeit der Oberstufe kam die Auseinandersetzung mit der Literatur dazu. Es faszinierte mich,&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/ich-liebe-bucher/498">Weiterlesen</a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">Schon als Kind ging ich regelmäßig in die Stadtbücherei. &#8222;Die fünf Freunde&#8220; und &#8222;Die Schwarze Sieben&#8220; von Enid Blyton habe ich ebenso verschlungen wie &#8222;Die drei Fragezeichen&#8220; von Alfred Hitchcock. In der Zeit der Oberstufe kam die Auseinandersetzung mit der Literatur dazu. Es faszinierte mich, wenn Autoren wie Heinrich Böll, Max Frisch oder Friedrich Dürrenmatt grundsätzliche Fragen des Menschseins stellten. Wir &#8211; die Christen &#8211; hatten die Antworten. Leider kannten wir häufig die Fragen nicht mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war damals schon Christ. So wurde der Deutschunterricht zur Plattform fürs Zeugnisgeben. Ganz ungeplant und ohne Krampf. Das konnte sogar schriftlich &#8211; in Aufsätzen &#8211; geschehen. Mein Lehrer war Sozialdemokrat und überzeugter Atheist. Aber er war fair. Ich kann mich an manche Stunde erinnern, wo wir minutenlang zu zweit diskutierten. Die Klasse hörte gespannt zu.</p>



<span id="more-498"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Zeit hat mich geprägt. In der Zeit der Auseinandersetzung wurde mein Glaube mein Glaube. Ich war gezwungen Antworten zu finden. Ich merkte, dass viele &#8222;christliche&#8220; Aussagen lediglich Worthülsen waren, die ich nicht füllen konnte, weil ich sie nie wirklich verstanden und durchdacht hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Geholfen haben mir damals, neben Gespräche mit unserem Jugendleiter, christliche Bücher. In der Gemeinde hörte man schon mal vom &#8222;blinden Glauben an Jesus&#8220;. Und dass wir nicht fragen, sondern glauben sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade die Bücher von Francis Schaeffer haben mich sehr geprägt. &#8222;<a href="https://www.cbuch.de/schaeffer-gott-ist-keine-illusion.html">Gott ist keine Illusion</a>&#8222;, &#8222;<a href="https://www.cbuch.de/schaeffer-und-er-schweigt-nicht.html">Und er schweigt nicht</a>&#8220; und &#8222;Preisgabe der Vernunft&#8220; habe ich regelrecht durchgearbeitet. Schaeffer schaffte es, sich kritisch aber offen mit dem Denken seiner Zeit auseinanderzusetzen ohne von seinem biblischen Standpunkt abzuweichen. Mich faszinierte seine Weite und Klarheit: Er verdammte die Kultur nicht einfach (alles &#8222;weltlich&#8220;!), sondern er versuchte zu verstehen und die Fragen zu hören. Und er gab Antworten, vom christlichen Standpunkt her. So fand er Anknüpfungspunkte in der Kunst, im Film, in der Literatur oder in der Musik. Und dabei wurde deutlich, wie aktuell die Botschaft der Bibel auch heute noch ist. Ich brauchte mich mit meinem Glauben nicht zu verstecken!</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;<a href="https://amzn.to/46LS3El" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Asche des Abendlandes</a>&#8220; von Os Guinnes half mir weiter meine Zeit zu verstehen und eine Position zu finden, die ich mit gutem Gewissen vertreten konnte. Später folgten die Bücher von <a href="https://amzn.to/46LSajf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">C.S. Lewis</a>. Nur auswendig gelernte richtige christliche Sätze und ein Zeugnis als geistliche Pflichterfüllung war mir immer zu wenig. Und Denkverbote haben mich immer abgestoßen. Wenn der christliche Glaube wahr ist, dann muss ich diese Wahrheit nicht schützen. Sie wird sich durchsetzen. &#8222;Denn wir vermögen nichts gegen die Wahrheit&#8220;, schreibt Paulus in 2.Kor 13,8.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch etwas irritierte mich: diese Autoren und Bücher begleiteten mich nur ein Stück auf meinem Weg. Dann musste ich alleine weiter und meinen eigenen Weg finden. Ich habe Schaeffers späten politischen Konservatismus nie ganz nachvollziehen können. Auch hat mich Manches bei C.S. Lewis befremdet. Aber das ist nur gut so, denn wir folgen ja nicht Menschen, sondern Jesus Christus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Betrachte ich den deutschen christlichen Buchmarkt heute, wird mir ein bisschen wehmütig zumute und ich sehne mich nach der guten alten Zeit zurück (ich gehe ja mittlerweile auf die 40 zu). Noch nie gab es so viele neue christliche Bücher auf dem Markt wie heute. Und noch nie gab es so viel Harmloses und Unbedeutendes, das man nach einigen Monaten getrost vergessen wird und kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Trend zu Lebenshilfebücher ist ungebrochen. Wahrscheinlich hängt das damit zusammen, dass die gesellschaftlichen Selbstverständlichkeiten zurückgehen und immer mehr Christen &#8211; in allen Bereichen des Lebens &#8211; verunsichert sind. Der Titel &#8222;Was mache ich als Christ, wenn mein Hamster in die Toilette gefallen ist&#8220; ist allerdings noch nicht erschienen &#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Lebensberichte christlicher Menschen lassen sich gut an den Gläubigen bringen. Der Titel &#8222;Ich war nicht immer ein Alphornbläser&#8220; erscheint tatsächlich im September (kein Scherz!). Den Boom an christlichen Romanen habe ich nie ganz nachvollziehen können. Wenn ich mich entspannen will, lese ich lieber einen guten &#8222;weltlichen&#8220; Krimi, als ein christliches Surrogat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rubrik &#8222;geistliches Leben&#8220; läuft ebenfalls gut. Der durchschnittliche evangelikale Leser will Gott erfahren und fühlen. Er will sich dabei aber nicht mit schwieriger theologischer Literatur auseinandersetzen, sondern möchte lieber aufatmen &#8211; warum auch nicht. Praxis statt Theorie! Doch dieses polarisierende Motto ist weder durchdacht noch kann man damit leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Evangelical correctness&#8220; ist angesagt. Dumme Grundsätze wie: Lehre trennt &#8211; <a href="http://www.eddi-on.de/wp-content/uploads/Os_Guiness_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><br></a>Erfahrung eint, werden unkritisch nachgebetet. Thematisiert nicht die Unterschiede! Rede niemals über Konfessionsgrenzen und warum sie ihre Berechtigung haben könnten! Vergiß die Vergangenheit! Jesus wollte Einheit. Außerdem brauchen wir diese Einheit um unsere Auflagen abzusetzen. Damit ist der, der kritisch nachfragt sogar geschäftsschädigend, und wird als Fundamentalist abgestempelt. (Man hörte sogar davon, dass man versucht hat an den Stühlen derer zu sägen, die unbequeme Positionen zur Diskussion stellten.) Aber bleibt die Wahrheit dabei nicht manchmal auf der Strecke? Denkverbote gibt es nicht nur bei den Konservativen, sondern genauso bei den ach so aufgeschlossenen &#8222;Linken&#8220;.<br>Als Redakteur bekomme ich halbjährlich die Neuvorstellungen der christlichen evangelikalen Verlage auf den Tisch. Manche bringen es auf 30 bis 40 neue Titel. Was ist jedoch davon wirklich von Bedeutung? Häufig sind es nur zwei oder drei Titel, die mich interessieren &#8211; wenn überhaupt. (Aber wen interessiert hier eigentlich, was mich interessiert &#8230; ?)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nein, ich habe nichts gegen Lebenshilfe, auch nichts gegen christliche Zeugnisse oder Bücher die uns helfen unser geistliches Leben zu gestalten. Nur kann das nicht alles sein. Die meisten der oben genannten Titel (außer C.S. Lewis) sind mittlerweile vergriffen. Sie könnten ihre Zeit überdauern, weil sie bedeutend sind und Gewicht haben, aber der Markt verweigert sich. Und natürlich können christliche Verleger nicht jenseits der Wirklichkeit des Marktes operieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch wir brauchen gute theologische Literatur, die uns hilft die Bibel zu verstehen &#8211; und zu übersetzen und anzuwenden in unserer Zeit. Dabei muss &#8222;theologisch&#8220; nicht unbedingt &#8222;langweilig&#8220; bedeuten (hier können wir manches von den Amerikanern lernen). Wir brauchen anspruchsvolle Bücher, weil nicht alle Probleme und Fragen einfach zu lösen sind. Wir brauchen Bücher, die uns helfen unsere Zeit zu verstehen. Nur wenn wir verstehen, werden wir auch verstanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der oben genante Autor Os Guinnes schrieb 1995 ein Buch mit dem Titel &#8222;Fit Bodies &#8211; Fat Minds &#8211; Why Evangelicals don&#8217;t think &amp; what to do about it&#8220; (etwa: &#8222;Fitte Körper &#8211; Fette Köpfe &#8211; Warum die Evangelikalen nicht denken und was man dagegen tun kann&#8220;). Das macht eine weitere Notwendigkeit deutlich: Wir brauchen dann auch noch Leser! Christen, die diese Bücher kaufen und lesen. Ich träume sogar davon, dass bestimmte christliche Bücher tatsächlich ihren Weg auf den säkularen Mark finden und das Denken unserer Zeit beeinflussen. Utopisch? Ich gebe die Hoffnung nicht auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Autor, Ralf Kaemper, ist zusammen mit Dieter Ziegeler für die Redaktion der Zeitschrift <a href="http://www.cv-perspektive.de/projekt01/index.php" target="_blank" rel="noopener">PERSPEKTIVE </a>(Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg) verantwortlich. Außerdem ist er im Reisedienst der &#8222;Arbeitsgemeinschaft der Brüdergemeinden&#8220; tätig.</em></p>
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