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	<title>Reformation Archive - NIMM und LIES</title>
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	<title>Reformation Archive - NIMM und LIES</title>
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		<title>Calvin schreibt an Bullinger über Luther</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Sep 2023 18:35:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zitate]]></category>
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		<category><![CDATA[Calvin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;&#8230;Ich höre, Luther sei kürzlich mit furchtbarem Schelten nicht nur über Euch, sondern über uns alle hergefahren. Es ist ja schon an sich traurig, dass wir, gering an Zahl und rings von Gegnern umgeben, noch in unserer eigenen Mitte im Kampf zusammenstoßen. Aber zu unpassender&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/calvin-schreibt-an-bullinger-ueber-luther/15460">Weiterlesen</a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">&#8222;&#8230;Ich höre, Luther sei kürzlich mit furchtbarem Schelten nicht nur über Euch, sondern über uns alle hergefahren. Es ist ja schon an sich traurig, dass wir, gering an Zahl und rings von Gegnern umgeben, noch in unserer eigenen Mitte im Kampf zusammenstoßen. Aber zu unpassender Zeit konnte es wirklich nicht dazu kommen als gerade jetzt. Ich kann mich daher nicht anders ausdrücken als: Gott hat dem Satan die Zügel gelockert. Luther hat darin freilich, außer seinem eigenen, maßlos leidenschaftlichen und kecken Charakter, den Amsdorf zum Ratgeber, einen geradezu verrückten Menschen ohne Nachdenken. Er lässt sich von ihm lenken ,oder besser: Auf Abwege führen. Es ist aber gut, wenn wir anerkennen, dass auch mit dieser Geißel der Herr uns schlägt. Wir werden dann geduldiger tragen, was sonst entsetzlich herb wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß nicht, ob Luther durch irgendeine Schrift von Euch gereizt worden ist. Aber wenn ein Charakter wie der seine, der nicht nur reizbar, sondern verbittert ist, auch aus geringfügiger Ursache aufbraust, zu solchem Toben und Lärmen konnte er sicher keinen genügenden Grund haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun wage ich kaum Euch zu bitten, Ihr möchtet stillschweigen, denn es wäre nicht recht, Unschuldige so schimpflich behandeln zu lassen und ihnen Gelgenzeit zur Rechtfertigung zu verweigern. Auch wäre es schwer zu sagen, es wäre gut zu schweigen. Aber das ist mein Wunsch, dass Ihr Euch darauf besinnt, welch großer Mann Luther doch ist, durch &nbsp;welche außerordentlichen Geistesgaben er sich auszeichnet. Wie tapfer und unerschütterlich, wie geschickt, wie gelehrt und wirksam hat er bisher gearbeitet an der Zerstörung der Herrschaft des Antichrist und an der Ausbreitung der Lehre zur Seligkeit. Ich habe schon oft gesagt: Wenner mich einen Teufel schölte, ich würde ihm doch die Ehre antun, ihn für einen ganz hervorragenden Knecht Gottes zu halten, der freilich auch an großen Fehlern leidet, wie er an herrlichen Tugenden reich ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hätte er sich doch bemüht, sein stürmisches Wesen besser im Zaum zu halten, mit dem er überall herausplatzt! Hätte er doch die Leidenschaftlichkeit, die ihm angeboren ist, stets gegen die Feinde der Wahrheit gekehrt, statt sie gegen Knechte des Herrn blitzen zu lassen! Hätte er sich doch mehr Mühe gegeben, seine Fehler einzusehen! Am meisten haben ihm die Schmeichler geschadet, da er schon von Natur zu sehr dazu neigt, sich selbst milde zu behandeln. Doch ists unsere Pflicht, was fehlerhaft an ihm ist, so zu tadeln, dass wir seiner genialen Begabung etwas zu gut halten. Denk also vor allem daran, das bitte ich dich wie deine Kollegen, dass ihr es zu tun habt mit einem Erstling unter den Knechten Christi, dem wir alle viel schulden. Ihr werdet ja euch, wenn Ihr in feindlichen Kampf mit ihm tretet, nichts erreichen, als dass ihr den Ungläubigen ein Vergnügen bereitet, so dass sie dann triumphieren werden, nicht so sehr über unsere Personen, als über die Sache des Evangeliums. Wenn wir uns gegenseitig herunterreißen, dann schenken sie uns mehr wie genug Glauben. Wenn wir aber einmütig und einstimmig Christus predigen, dann wollen sie uns die Glaubwürdigkeit absprechen du missbrauchen dazu eben unsere Anschuldigungen gegeneinander, denen sie mehr glauben als recht ist. Ich möchte, du sähest es und bedächtest es mehr als das, was Luther seiner maßlosen Heftigkeit wegen verdiente. Es soll doch bei uns nicht eintreten, was Paulus tadelt (Gal. 5,1), dass wir uns gegenseitig beißen und fressen und dabei selbst verzehrt werden. Auch wenn Luther uns gereizt hat, ist es besser, abzustehen vom Kampf, als den Schaden größer zu machen zum Nachteil der ganzen Kirche&#8230;&#8220;</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Diesen Brief schrieb Johannes Calvin am 25.11.1544 an Heinrich Bullinger. Dieser und viele weitere lesenswerte Briefe Calvins finden sich<a href="https://www.glaubend.de/wp-content/uploads/2023/06/Briefe-Calvin-Jean.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> hier.</a></p>
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		<title>Zwölf Perlenketten meiner Lektüre</title>
		<link>https://nimm-lies.de/zwoelf-perlenketten-meiner-lektuere/14543</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Oct 2021 07:18:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirchengeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Artikel &#8222;Meine persönliche „Top-Ten“ Auswahl christlicher Werke&#8220; benötigt dringend eine Aktualisierung. Heute kann ich sie endlich liefern: Zunächst möchte ich aufzeigen, wo die Grenzen meines bisherigen Artikels liegen.  Anschließend erläutere ich das Konzept, dass ich als &#8222;Perlenketten&#8220; bezeichne: Das Konzept ermöglicht mir, sich mit&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/zwoelf-perlenketten-meiner-lektuere/14543">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/zwoelf-perlenketten-meiner-lektuere/14543">Zwölf Perlenketten meiner Lektüre</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Artikel <a href="https://www.nimm-lies.de/meine-personliche-top-ten-auswahl-christlicher-werke/5055">&#8222;Meine persönliche „Top-Ten“ Auswahl christlicher Werke&#8220;</a> benötigt dringend eine Aktualisierung. Heute kann ich sie endlich liefern:</p>
<p>Zunächst möchte ich aufzeigen, wo die Grenzen meines bisherigen Artikels liegen.  Anschließend erläutere ich das Konzept, dass ich als &#8222;Perlenketten&#8220; bezeichne: Das Konzept ermöglicht mir, sich mit zentralen Themen ausführlich zu befassen und doch unterschiedliche Perspektiven einzubinden. Die Frage, die ich dabei bespreche, ist, wie man eine hilfreiche Kette mit einem passenden &#8222;Anfangsknoten&#8220; knüpft. Schließlich gewähre ich einen Blick in eine größere Auswahl an Perlenketten.</p>
<h3><strong>Was an meiner bisherigen Liste problematisch ist</strong></h3>
<p>Im Wesentlichen drei Dinge:</p>
<p>1) Es fehlte Struktur: Vor allem &#8222;heilige fromme&#8220; Titel prägten mich, häufig ohne Folgen für das alltägliche Leben.</p>
<p>2) Fehlt Substanz: Vor 9 Jahren war ich einfach kein erfahrener Leser: So kannte ich außer Calvins Bibelkommentaren kaum einen anderen Kommentar. Und obwohl ich diese weiterhin für exzellent halte, denke ich, dass man weiser mit Kommentaren umgehen kann.</p>
<p>3) Ich konzentriere mich ausschließlich auf christliche Werke. Ein Schwerpunkt, der mein Leben auch weiterhin prägt, aber ich habe immer auch gerne Klassiker gelesen, die ich nun mit aufnehme.</p>
<h3><strong>Wie Perlenketten entstehen</strong></h3>
<p>Am Anfang einiger meiner Perlenketten steht der <a href="https://www.glaubend.de/a-preacher-man-in-new-york/">Predigtdienst von Tim Keller: </a> Immer wieder finden sich dann Beiträge, in denen er davon spricht, welche Autoren ihn geprägt haben. Er sagt, dass er sich in jungen Jahren mit der Frage konfrontiert sah, wie er Nicht-Christen erreichen kann. In Amerika könne man in vielen Bereichen immer noch die Kirchen voll mit Besuchern bekommen, weil viele noch über das christliche Vokabular verfügen. Er sah sich mit der Frage konfrontiert, wie er das Evangelium auch denen erzählen kann, die mit dem christlichen Konzept von Gott, Schöpfung und Erlösung nicht viel anfangen können und fand dabei viel Hilfe in den anglikanischen Evangelikalen <em>Stott, Packer, <a href="https://www.nimm-lies.de/rezension-preaching-von-alec-motyer/14065">Motyer</a>, Lucas</em> und weitere. Schon war mein erster Knoten geknüpft: Ich sehe in meinem Umfeld die gleiche Herausforderung, und ein Abgleichen meines Denkens an einer doch anderen Kultur der Briten der 50er bis 90er klingt verlockend.<span id="more-14543"></span></p>
<p>Eine andere Kette habe ich durch John Frames &#8222;History of Western Philosophy and Theology&#8220; entdeckt. Dadurch, dass er sehr intensiv mit dem Quellenmaterial arbeitet, Zitate anfügt auf frei zugängliche Werke verweist, lassen sich ausgehend von diesem Werk sicherlich viele Ketten knüpfen und schlagen. In meinem Fall war es vor allem das Werk von Poythress, auf dass mich der Autor aufmerksam gemacht hat. Poythress liest sich sehr einfach, wagt sich aber an ungewöhnliche Themen, z.B. schrieb er ein Buch darüber, wie wir als Christen über Mathematik nachdenken sollen. Vergleicht hier unser Interview mit <a href="https://www.nimm-lies.de/mit-vern-sheridan-poythress-im-gespraech/13735">V.S. Poythress</a>.</p>
<p>An dieser Stelle zeigt sich, dass sich Perlenketten auch kreuzen können. In seinem Werk <a href="https://www.nimm-lies.de/reading-the-word-of-god-in-the-presence-of-god/13366">&#8222;Reading the Word of God in the Presence of God&#8220;,</a> einem Hermeneutik-Primer, verweist Poythress immer wieder auf Edmund Clowney, einen Theologen von dem ich vorher nie etwas gehört habe, außer eben in den Predigten von Tim Keller. Auf diese Weise habe ich eine der besten frei zugänglichen Vorlesungen gefunden: <a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/preaching-christ-in-a-postmodern-world/id378879885">&#8222;Preaching Christ in a Postmodern World&#8220;</a>. Gehalten gleichzeitig von Keller und Clowney. Eine Google-Suche förderte dann <a href="https://servantofmessiah.org/homiletics-class/">sogar zwei Skripte zur Vorlesung zu Tage</a>.</p>
<p>Das funktioniert auch mit säkularer Literatur. Früher habe ich meine Bücher klassischer Literatur in zwei Rubriken sortiert: Zunächst einmal nach Entstehungsland, dann nach Entstehungsjahr. So kann ich heute schnell die Unterschiede von russischen zum z.B. englischen Realismus beschreiben und die Weiterentwicklung von Themen erkennen, was &#8222;ganz natürlich&#8220; aus dem Lesefluss folgte.</p>
<p>In einer gewissen Weise sind Perlenketten irgendwann auch abgeschlossen. Als ich mich mit den Büchern <a href="https://www.nimm-lies.de/jeder-tat-was-ihn-recht-duenkte/13857">Richter</a> und <a href="https://www.nimm-lies.de/gelobt-sei-der-herr-der-dir-heute-den-erloeser-nicht-versagt-hat/14360">Ruth</a> befasste, fand ich solche Ketten, knüpfte sie mit Freude und Erfüllung und werde sicher irgendwann nach Jahren wieder zu diesen zurückgreifen.</p>
<p>Schließlich muss uns auch klar sein, dass wir nicht alle Ketten der Welt knüpfen können. Astronomie oder Kreationismus, aber auch die Lehre von der Kirche und viele zeitaktuelle Themen sind Beispiele für Themen, die einen großen Reiz entwickeln können (zumindest für mich), für die ich aber einfach keine Zeit mehr übrighabe.</p>
<p>Es gibt einen praktischen Grund seine Lektüre einzuschränken, und der liegt schlicht in der begrenzten Lebenszeit. In der folgenden Aufstellung entblöße ich mich selbst, auch dadurch, dass ich viele Ketten nicht geflochten habe, darunter zähle ich Biografien, sozialanalytische Schriften, moderne Literatur, wissenschaftliche Werke und viele mehr! Es gibt viel zu tun, packen wir es an!</p>
<h2><strong>Zwölf Perlenketten</strong></h2>
<p>Die Perlenketten sind nicht unbedingt in der Weise dargestellt, wie ich sie gelesen/gehört habe, sondern vor allem nach Zugänglichkeit und Schwierigkeitsgrad sortiert. Auch habe ich die zu den Anglikanern, wie bereits oben dargestellt hier nicht noch einmal gesondert aufgeführt:</p>
<h2><strong>Drei theologische Ketten</strong></h2>
<h3><strong>Hermeneutik</strong></h3>
<p>Hätte ich bloß Beynons und Sachs Buch <a href="https://www.cbuch.de/beynon-sach-tiefer-graben.html"><em>Tiefer graben</em></a> früher gekannt. Ich glaube, mit diesem Buch hat man einen guten Einstieg in die Werkzeuge für das Bibelverständnis. Vor allem die zahlreichen durchgearbeiteten Beispiele machen das Buch sehr überzeugend. Darauf aufbauend würde ich zur <a href="https://www.amazon.de/Introduction-Biblical-Interpretation-Lectures-Complete/dp/B0757T9JZ9/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1B7ETP2QHS7LT&amp;dchild=1&amp;keywords=Introduction+to+Biblical+Interpretation+hubbard&amp;qid=1635410766&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;sprefix=introduction+to+biblical+interpretation+hubbard%2Caps%2C102&amp;sr=8-1&amp;sres=B0757T9JZ9%2C0785252258%2C3964660442%2C0849907748%2C3964660345%2C0310537983%2CB01HAKH3T8%2CB086PTDP1D%2C3903372099%2C3742315439%2C3140223145%2CB08NWQZPM9%2C3625180863%2C3742312340%2CB08WJTPTQG%2C3833825332&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>Introduction to Biblical Interpretation</em></a> (Klein, Blomberg, Hubbard) greifen und natürlich zu Carsons <a href="https://www.cbuch.de/carson-stolpersteine-der-schriftauslegung.html"><em>Stolpersteine der Schriftauslegung</em></a>. Als nicht der biblischen Sprachen mächtig habe ich eine natürliche Grenze für Werke in diesem Bereich, so dass die High-Level Bücher für mich hier ausscheiden. Ich würde aber jedem einen Grundstock an hermeneutischen Büchern empfehlen. Berkhofs <em>Principles of Biblical Interpretation</em> ist <a href="https://www.monergism.com/principles-biblical-interpretation-sacred-hermeneutics-ebook">so z.B. auch frei im Web erhältlich.</a> Sprachliche Herausforderungen können mit einem geeigneten Wörterbuch (ich greife hier für das NT auf das EWNT von Balz/Schneider zurück) gut abgefangen werden. Im Wesentlichen versuche ich pro Jahr ein Buch in diesem Themenfeld zu lesen und habe aktuell die <a href="https://www.amazon.de/Hermeneutical-Spiral-Comprehensive-Introduction-Interpretation/dp/0830828265/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=167Y34MYCDC0H&amp;dchild=1&amp;keywords=osborne+hermeneutical&amp;qid=1635410816&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;s=audible&amp;sprefix=osborne+hermeneutical%2Caudible%2C84&amp;sr=1-1&amp;sres=0830828265%2CB004HAKP9A%2CB01K0RUPCK%2CB00AEMSUB0%2CB094FTKT7F%2CB01N5QC1CL%2CB002EPBL1Q%2CB08HPJLY92%2CB081Z38C1J%2CB004JV7QX0%2CB092HP76CX%2CB01M2ZQSR6%2CB005UXJSYQ%2CB003WIHR44%2CB00BG3MUA8%2CB00DC3PY7G&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>Hermeneutical Spiral</em></a> von Grant Osborne ausgepackt. Durch Carl Truemans<a href="https://www.amazon.de/Histories-Fallacies-Carl-Trueman-2011-01-21/dp/B01N1XPTTD/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=UA9ZBAZMJYXT&amp;dchild=1&amp;keywords=trueman+histories&amp;qid=1635410835&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;s=audible&amp;sprefix=trueman+histories%2Caudible%2C82&amp;sr=1-1&amp;sres=B01N1XPTTD%2CB09HGCT562%2CB09CBY7VLK%2C052173536X%2CB07L9C3B6F%2C1581349238%2C1481986015%2CB003JTHWUK%2CB001G429PS%2CB01M2Y1LKH%2CB00B9PQ856%2CB08DR9KP91%2CB005HY5ZR2%2CB0168YJGY2%2CB08H1LB5H9%2CB004CYNYNK&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em> Histories and Fallacies</em></a> ist mir klar geworden, dass viele Methoden auch auf die Deutung der Geschichtsschreibung übertragen werden können.</p>
<p><strong>Biblische Theologie</strong></p>
<p>Ich würde erst mit einem umfassenderen Werk anfangen, z.B. <a href="https://www.amazon.de/King-His-Beauty-Biblical-Testaments/dp/0801039398/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=219XFJGVSE9E0&amp;dchild=1&amp;keywords=the+king+in+his+beauty&amp;qid=1635410790&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;s=audible&amp;sprefix=the+king+in+his+beauty%2Caudible%2C90&amp;sr=1-1&amp;sres=0801039398%2C1601781253%2CB005CI0V7M%2CB00IU2XDA4%2CB07GFJN6T1%2CB003AMWQ34%2CB073W4GFH9%2CB08FFRMH3M%2CB09FFLNVRD%2CB00876YTYM%2CB08D89J7C9%2CB01KYN6HKE%2CB07KPTBSM4%2CB08DKLGCK3%2CB086PTDP1D%2CB07YX1S553"><em>The King in His Beauty</em></a> von Thomas Schreiner (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=eih7B7V5yww&amp;list=PL4sbg6ng23C4vwh8EZBXbJQI5hsaahhPv">Hier geht es zur 31-Teiligen Vorlesung vom Autor selbst</a>), aber man könnte zu <a href="https://www.amazon.de/Biblical-Theology-3-Volumes-Set/dp/1941337872">Jeffrey Niehaus&#8216; <em>Biblical Theology</em></a> greifen, auch hier findet sich eine <a href="https://biblicalelearning.org/biblical-theology-dr-jeffrey-niehaus/">Vorlesung </a>im Web.  Etwas einfacher ist z.B. <em><a href="https://www.nimm-lies.de/a-house-for-my-name/14309">A House for My name</a> </em>von Peter Leithart. Damit dürfte man gerüstet sein auf das eher anspruchsvollere (aber grundlegendere) Werk vo Geerhardus Vos: <a href="https://www.amazon.de/Biblical-Theology-Geerhardus-Vos/dp/B095NTBKMM/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=I1F6KIGVZSGE&amp;dchild=1&amp;keywords=vos+biblical+theology&amp;qid=1635410865&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;s=audible&amp;sprefix=vos+biblical+theology%2Caudible%2C87&amp;sr=1-1&amp;sres=B095NTBKMM%2CB0865TV7TT%2C0267659261%2C1592442919%2CB098PNKQH3%2CB08MSV1SWY%2CB08MSSD9YX%2C3337717705%2C0802812090%2C1549953842%2CB00YPOBZXI%2CB09K6W638Y%2CB07VLB71CF%2C0875521819%2CB09K7Q3DQC%2C0998748722&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>Biblical Theology</em>.</a> Man könnte aber auch eher eine Theologie eines der Testamente betrachten, ich fand <a href="https://www.nimm-lies.de/tipp-helmuth-egelkraut-das-alte-testament/12770">Egelkrauts</a> <a href="https://www.cbuch.de/egelkraut-hrsg-das-alte-testament.html"><em>Theologie des Alten Testament</em>s</a> dabei sehr hilfreich. In besonderer Weise erschüttert hat mich <a href="https://www.amazon.de/Theology-Testament-George-Eldon-Ladd/dp/0802806805/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=A30NZE6XS0DH&amp;dchild=1&amp;keywords=ladd+theology+of+the+new+testament&amp;qid=1635410919&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;s=audible&amp;sprefix=ladd+theology+of+the+new+testament%2Caudible%2C90&amp;sr=1-1&amp;sres=0802806805%2C0718828992%2C080283504X%2C3140223145%2CB00267T4CU%2CB08QHNM5RX%2CB07VMHH4W8%2C8854516023%2CB07VLB71CF%2C3742315439%2CB000NDDPA6%2CB076611KCY%2C3933257409%2CB08PFH3PPP%2CB012NOGGHQ%2CB0110T32ZO&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>A Theology of the New Testament</em></a> von G.E. Ladd. Mein Lieblingswerk eines arminianischen Dispensationalisten überhaupt (<a href="https://www.desiringgod.org/interviews/how-to-live-wisely-in-the-end-times">Lest hier den Artikel von Piper über Ladd</a>). Das Buch hat mir geholfen das Neue Testament in seiner Ganzheit zu lesen, ein echter Augenöffner für viele Fragen!</p>
<p>Von dieser Basis ausgehend kann man sich weiter spezifizieren, z.B. <a href="https://www.amazon.de/Paradise-Promised-Land-Introduction-Pentateuch/dp/0801039983/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dchild=1&amp;keywords=desmond+alexander&amp;qid=1632909809&amp;qsid=257-2536391-4228942&amp;sr=8-2&amp;sres=0801039983%2C0825420156%2CB088WH2J2P%2C0801092140%2C1842272721%2CB009TPSOFU%2C1844742857%2C0830825029%2CB08VF652P5%2CB09B2NSWHM%2CB08VF5B41F%2CB00HTK1TSG%2C194269797X%2C1433555743%2C1683594304%2C1433572052"><em>From Paradise to the promised Land</em> von T.Desmond Alexander</a>, eine Theologie der Fünf Bücher Mose oder aber man greift zu den gegenwärtig 56 Bänden der Reihe <em>New Studies in Biblical Theology</em>. <a href="https://www.ivpress.com/new-studies-in-biblical-theology">Ich versuche pro Jahr drei bis vier Bände dieser Reihe zu lesen</a> und sie haben mich in meinem Verständnis der Bibel sehr bereichert.</p>
<p>Das Thema wird durch die Nutzung geeigneter Nachschlagewerke erweitert, z.B. das <em><a href="https://www.nimm-lies.de/lexikas/14183">New Dictionary of Biblical Theology.</a></em></p>
<p>An dieser Stelle muss ich mich wohl entschuldigen, nur englische Bücher aufzulisten. Aber vielleicht wäre <a href="https://www.cbuch.de/spieker-jesus-eine-weltgeschichte.html"><em>Jesus. Eine Weltgeschicht</em>e</a> von M. Spieker ein passendes deutschsprachiges Werk für diese Rubrik.</p>
<p><strong>Glaubenslehre</strong></p>
<p>Ich finde es schwieriger in diesen Bereich einen Zugang zu bekommen als in die Biblische Theologie. Meine erste Dogmatik, die ich je gelesen habe, war die <em><a href="https://www.amazon.de/Biblische-Dogmatik-systematische-Theologisches-Studienmaterial/dp/3862690660/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1V0FSP5B30I3A&amp;dchild=1&amp;keywords=wayne+grudem&amp;qid=1635410966&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;sprefix=wayne+grudem%2Caps%2C1068&amp;sr=8-1&amp;sres=3862690660%2CB086LK95ZS%2C1433577038%2C1433549654%2CB086LLLVF2%2C1789742617%2C1581345178%2C1581342438%2CB08CS2NYRN%2C1844744868%2C0310286700%2C3935188676%2CB00NTQ3ITW%2C1433569906%2CB00NTQCMXU%2C148268442X&amp;srpt=ABIS_BOOK">Biblische Dogmatik</a></em> von Grudem, ich würde aber lieber Berkhofs <em>Systematic Theology</em> bevorzugen, nicht aber seine gekürzte Variante davon. Ich habe sehr von Eduard Böhls <a href="https://www.cbuch.de/boehl-dogmatik.html"><em>Dogmatik</em></a> profitiert. Sowohl <em>Böhl </em>wie <em>Berkhof</em> finden sich kostenfrei im Web. Mit beiden ist man dann für das eher anspruchsvollere Werk von Bavinck <em>Reformed Dogmatics</em> gewappnet, die wohl demnächst auch auf Deutsch erscheinen soll.  Insgesamt fehlt mir hier wirklich etwas Aktuelleres und doch zugängliches, das sich nicht in endlosen akademischen Fragen verliert oder allzu sehr im amerikanischen Evangelikalismus verläuft. Mir scheint aber <a href="https://www.amazon.com/Basics-Faith-Evangelical-Introduction-Christianity/dp/1683593383#:~:text=pillars%20of%20evangelicalism.-,Basics%20of%20the%20Faith%20is%20an%20overview%20of%20essential%20Christian,Hughes%20on%20inspiration%2C%20Anthony%20A."><em>Basics of the Faith</em> von Henry/Vanhoozer</a> ein guter Startpunkt zu sein. Eine andere Strategie besteht im Studieren klassischer Bekenntnisse, häufig tragende Säule vieler Dogmatiken.</p>
<p>Hat man sich dann durch ein zusammenfassendes Gesamtwerk durchgekämpft steht die Tür offen für Bücher über dogmatische Themen, z.B. die Werke, die in der Reihe <em><a href="https://www.ivpress.com/contours-of-christian-theology-set">Contours of Christian Theology</a></em> erscheinen. Es lässt sich nicht leugnen, das systematische Themen vernachlässigt werden, oder wann habt ihr es erlebt, dass die Dreieinigkeit aktiv in der Predigt eingebunden war, mit Ausnahme von Themenabenden zur Dreieinigkeit? Deswegen sind weniger steife Bücher mit systematischem Schwerpunkt oftmals sehr bereichernd, ich denke da an <a href="https://www.amazon.de/ESSENTIAL-TRINITY-Brandon-D-Crowe/dp/1629952982"><em>Essential Trinity</em> von Trueman/Crowe</a> oder an <a href="https://www.nimm-lies.de/the-whole-christ-von-sinclair-ferguson/14429"><em>The Whole Christ</em> von Ferguson.</a></p>
<h3><strong>Sechs Ketten des christlichen Erbes</strong></h3>
<p><strong>Kirchenväter</strong></p>
<p><a href="https://bkv.unifr.ch/de/works">Die Bibliothek der Kirchenväter ist ein Schatz.</a> Eine Masse an Kirchenvätern frei zugänglich für jedermann. In den meisten Fällen sind die Kirchenväter viel leichter zugänglich als man erwarten würde, in besonderer Weise schätze ich die rhetorischen Qualitäten von <em>Tertullian</em>. Möchte man etwas von der ganz frühen kirchlichen Zeit lesen, dann sind sicher die Korintherbriefe von <em>Klemenz</em> spannend. Ich habe nicht viel von Athanasius gelesen, fand ihn aber sehr leicht zugänglich. Überhaupt hat man immer das Gefühl, als hätte man es mit russlanddeutschen Christen zu tun, wenn man Kirchenväter liest: Eine klare Ausrichtung auf Andacht, dabei aber eher Abstriche bei der Gründlichkeit der Bibelauslegung. Aus diesem Grund fand ich die Predigten der Kirchenväter meist langweilig, das gilt aber nicht für ihre apologetischen Schriften und das auch nicht für die Predigten von <em>Augustinus</em>, wobei ich auch bei Ihm eher zu den &#8222;bekannteren Werken&#8220; greifen würde, wie den <em>Bekenntnissen</em> oder <em>Die Gabe des Ausharrens.</em></p>
<p><strong>Luther und die Reformatoren</strong></p>
<p>Wenn man nur einen Reformator lesen möchte, dann sollte man zu Luther greifen. Ich würde hier einige Einleitungen zu den Bibelbüchern lesen, einige Auslegungen seiner Psalmen, viele Briefe und schließlich &#8222;Von der Freiheit eines Christenmenschen&#8220;, &#8222;Von den guten Werken&#8220; aber auch die Thesen der Heidelberger Disputation. Ich glaube damit wäre Luthers Schwerpunkt auf Wort, Glaube, Heilsgewissheit und dem Konzept der Rechtfertigung gelegt. Ausgehend davon kann man zu den eher kontroverseren Schriften wie &#8222;Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche&#8220;, &#8222;Ob man weltlicher Obrigkeit Gehorsam schuldig sei&#8220; oder &#8222;De servo arbitrio&#8220; greifen, aber auch zu seinen eher problematischeren Werken, wie z.B. denen über die Juden oder die Wiedertäufer. Das hilft diese Generation nicht in übertriebener Weise zu verherrlichen! Überhaupt ist es meine Überzeugung, dass wir mehr von den Reformatoren lesen würden, wenn wir sie nicht derart überhöhen würden (zum Guten oder Schlechten).</p>
<p>Ich persönlich habe mich in den letzten Jahren zunehmend von Luther dem Calvin zugewandt. Ich würde bei Calvin mit <a href="https://www.amazon.de/Leben-eines-Christen-Johannes-Calvin/dp/1717716512/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=28QWO5PYECH5S&amp;dchild=1&amp;keywords=calvin+vom+leben+eines+christen&amp;qid=1635411016&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;sprefix=calvin+vom+leben+eines+christen%2Caps%2C119&amp;sr=8-2&amp;sres=1717716512%2C3964660345%2CB08GV912TY%2C3625180863%2C389736381X%2CB07CCFSCL7%2C3742312340%2C3625138948%2C3401602276%2C3453214951%2C3920476212%2C3795758858%2C3939916153%2CB01N5I39XB%2C3865436765%2CB01N0TJLOA&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>Vom Leben eines Christen</em></a> anfangen, aber es führt irgendwann kein Weg an der <em><a href="https://www.cbuch.de/calvin-institutio-unterricht-in-der-christlichen-religion.html">Institutio</a> </em>vorbei. Sie ist leichter zugänglich als man denkt. Es ist überhaupt spannend Luthers Werke mit Calvins zu vergleichen. Bei Luther hat man eigentlich immer noch ganz klar den emotionalen Mann des Mittelalters, bei Calvin einen nüchternen Denker der Moderne. Mir gefallen beide Stile ganz gut, die Logik von Calvin ist aber doch weitreichender. Liest man dann noch Menno Simons hat man gleich drei protestantische Linien nebeneinander.</p>
<p>Viele der Werke finden sich auf der <a href="https://glaubensstimme.de/doku.php">glaubensstimme.de</a>.</p>
<h3><strong>Die bunte Welt der Puritaner</strong></h3>
<p>Dem 3L Verlag ist es in besonderer Weise zu verdanken, das Werke der <a href="https://www.nimm-lies.de/bibliografie-deutsche-bucher-von-puritanern/4001">Puritaner bereits seit Jahren neu aufgelegt werden.</a> Ich finde sie eigentlich alle hilfreich, nur sehr häufig leicht umfangreich und umständlich. Es kommt häufig vor, dass man beim Lesen den Drang verspürt, zu schlafen. Das dürfte aber nicht nur etwas über die puritanischen Schriftumfänge aussagen, sondern auch über meinen geistlichen Zustand. Die Puritaner zielen immer auf das Herz. Es gibt aber Puritaner, die wirklich überraschend erfrischend sind, ich denke da vor allem an Thomas Watson. Ich würde bei den Puritanern immer mit Watsons Werken anfangen. Anschließend greife man zu Matthew Henry und darf den Abstecher zur <a href="https://www.cbuch.de/john-bunyan-die-pilgerreise.html">Bunyans Pilgerreise</a> nicht auslassen, aber auch zu seinem &#8222;Heiligen Krieg“ (oder seiner <a href="https://www.cbuch.de/bunyan-ueberreiche-gnade-hardcover.html">Autobiographie</a>). Nicht alles von Bunyan erreicht ein hohes Niveau, aber es wäre z.B. auch sein von ihm selbst verfasstes (und leider nur wenig bekanntes) Glaubensbekenntnis zu nennen, dass ich als sehr gelungen empfinde. Irgendwann, und an dieser Phase befinde ich mich aktuell, wagt man sich dann auch an Charnock, Owen, Bosten und die vielen anderen.</p>
<p>In besonderer Weise sollten hier die Puritan Papers von Packer/Lloyd-Jones et Al erwähnt werden. Die Auswahl der Themen scheint mir bei diesem Werk viel besser gelungen zu sein als bei der <a href="https://www.cbuch.de/beeke-jones-systematische-theologie-der-puritaner.html"><em>Systematische Theologie der Puritaner</em></a> von J.Beeke. Beekes Buch arbeitete sich zu sehr mit &#8222;Ach, wären wir alle großartig, wenn wir so wären wie die Puritaner“ und auch aufgrund seiner Überzeugung, dass er in besonderer Weise in den Fußspuren der Puritaner wandelt, ab und verliert so ein eigentlich gut vorhandenes Potential. Packers Essay <a href="https://www.thegospelcoalition.org/themelios/article/why-we-need-the-puritans/"><em>Why we need the Puritans</em></a> dürfte ein guter Startpunkt für die bunte Welt der Puritaner sein. Zumindest auf Englisch findet man sehr viele Werke kostenfrei auf monergism.com</p>
<p><strong>Busch und die Perlenkette für schlechte Tage</strong></p>
<p>Ausgehend von Wilhelm Buschs <a href="https://www.amazon.de/Plaudereien-meinem-Studierzimmer-Wilhelm-Busch/dp/3761557043/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1UX3JIQQSPSTK&amp;dchild=1&amp;keywords=plaudereien+in+meinem+studierzimmer+buch&amp;qid=1635411051&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;sprefix=plauderein+in+meinem+studierzimmer+busch%2Caps%2C100&amp;sr=8-1&amp;sres=3761557043%2CB01NBN9Z31%2CB08GV912TY%2C3903372099%2C3742315439%2C3625180863%2C3795701627%2C394673989X%2C3742316389%2C3473315788%2C3473315443%2CB07KLCY8NF%2C3789166456%2C398221730X%2C3473333026%2C3742312340&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>Plaudereien in meinem Studierzimmer</em></a>, einem Werk in dem Busch über Autoren und Christen schreibt, die ihn prägten, hat man einen weiten Blick in die Schriften der Pietisten. Entsprechend kann ich die pietistische Prägung meines Glaubens nicht genug würdigen. Nach Buschs Plaudereien kann man eigentlich zu jedem Pietisten greifen. Ich greife sehr gerne zu den Predigten von Hofacker, der &#8222;Seelsorge&#8220; von Blumhardt oder den Werken von Humburg.</p>
<p>Meine persönliche Beobachtung an mir selbst ist, dass wenn mir mal &#8222;wieder alles zu viel wird&#8220; und des Büchermachens kein Ende ist und alles nur furchtbar verwirrend wirkt, ich wie automatisch zu den Werken der Pietisten greife und sehr schnell wieder still werde.</p>
<p><strong>Bibellesen mit der Kirchengeschichte</strong></p>
<p>Ein beachtlicher Teil meiner Empfehlungen des <a href="https://www.nimm-lies.de/meine-personliche-top-ten-auswahl-christlicher-werke/5055">ursprünglichen Artikels </a>fällt in diese Kategorie und ich halte weiterhin diese Bücher in allen Ehren: Ob <em>Tozer</em>, <em>Nee</em>, <em>Hallesby</em>, <em>Lewis</em> oder auch Gitt und Spurgeon: Ich mag die Bücher dieser Autoren weiterhin sehr gerne, weil es einem Freude bereitet zu sehen, wie jemand mit einer ganz anderen Prägung und aus einem ganz anderen Kulturkreis die Bibel verstand. Neuerdings habe ich erneut die Gründungsväter der russichen Evangeliums-Christen entdeckt und muss jedem z.B. <em><a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9C%D0%B0%D1%80%D1%86%D0%B8%D0%BD%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B9,_%D0%92%D0%BB%D0%B0%D0%B4%D0%B8%D0%BC%D0%B8%D1%80_%D0%A4%D0%B8%D0%BB%D0%B8%D0%BC%D0%BE%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">Marzinkowskij </a> </em>und <a href="https://www.worldcat.org/title/in-the-cauldron-of-russia-1869-1933-autobiography-of-is-prokhanoff-the-life-of-an-optimist-in-the-land-of-pessimism-together-with-an-interesting-history-of-the-russian-evangelical-christian-union/oclc/1117143"><em>Prokhanov (in the Cauldron of Russia, Autobiographie) </em></a> weiterempfehlen. Ich schätze diese Literatur weiterhin. So erfahre ich wie ein Skandinavier oder ein Amerikaner oder ein Chinese ihre Bibel gelesen haben und was sie dabei auf sich nahmen. Nicht alles ist so ohne weiteres übertragbar und ich würde auch beachtliche Teile nicht auf diese Weise ausdrücken, aber doch bleibt die mystische Gemeinschaft unter Brüdern, die hier aus jeder Zeile strömt.</p>
<p><strong>Seelsorgerliche Literatur</strong></p>
<p>Diese Kette ist leichter zu knüpfen als man denken könnte: Man nimmt ein Werk aus dem bereits großen Pool an <a href="https://www.3lverlag.de/131-seelsorge-und-lebenshilfe">&#8222;Seelsorge-Büchern&#8220; des 3L-Verlags</a> und arbeitet sich so Stück für Stück durch. Ich lese etwa ein Buch pro Jahr aus diesem Bereich. Anfangen würde ich tatsächlich aber entweder mit Jay Adams <a href="https://amzn.to/3Bo7fHQ"><em>Handbuch der Seelsorge</em></a> oder mit Heath Lamberts <a href="https://www.amazon.de/-/en/Heath-Lambert/dp/0310518164/ref=sr_1_2?dchild=1&amp;keywords=heath+lambert&amp;qid=1635317660&amp;qsid=257-2536391-4228942&amp;s=books&amp;sr=1-2&amp;sres=3866992599%2C0310518164%2CB01N3SJ3UJ%2C1537391348%2C2362493164%2C1596381396%2CB08ZJJYLKM%2CB00KBA8L9Q%2C1433528134%2CB08P6BWZKG%2C1499149468%2CB017MYG08M%2CB010IKXZQW%2CB084P5ZXVB%2C185051402X%2C0706438418"><em>A Theology of Biblcal Counseling.</em></a></p>
<p><strong> Drei Ketten klassischer Literatur</strong></p>
<p>Mit der zeitgenössischen Literatur tue ich mich schwer, Klassiker habe ich meist im Unterricht der Oberstufe oder in langweiligen Vorlesungen gelesen, das ist mir sitzengeblieben:</p>
<ul>
<li>Dass ich als Teenager irgendwann zur russischen Klassik griff, lag vor allem einfach daran, dass ich ein Russe (zumindest zur Hälfte) bin. Aber sie fesselte mich schnell. Sie (ich meine vor allem Literatur der Romantik und des Realismus) ist dramatischer als die britische, düsterer als die amerikanische und lebensnaher als die Deutsche. Zu Beginn würde ich zu Erzählungen von <em>Turgenew</em> (z.B. Asja, Mumu), <em>Tschechow (</em>produzierte massenweise kürzere Werke, weil er für längere nie die Zeit fand, nebst großer Familie und seiner Arbeit als Arzt) oder zu Novellen von <em>Leskow</em> (z.B. Die Lady Macbeth von Mzensk, Der Gaukler Pamphalon) greifen.  Anschließend dürfte man sich an die längeren Werke wagen. Natürlich führt kein Weg an <em>Dostojewski</em> und <em>Tolstoi</em> vorbei, aber ein Werk gab mir besonders zu denken: Fürst Serbreny von <em>A.K.Tolstoi</em> (nicht Lev Tolstoi). Das Buch beschreibt zwei Reaktionen auf einen Tyrannen: Einerseits den Ansatz der Rebellion der schließlich versandet und ins Exil führt, andrerseits den Ansatz, sich soweit es geht anzupassen, mit der Folge, dass man selbst mehr vom Tyrannen übernimmt, als einem recht wäre. Ein sehr ergreifendes und historisch genaues Werk über die Zeit von Zar Iwan dem Schrecklichen. &#8211; Hat man sich mit den Vertretern des russischen Realismus vertraut gemacht, muss man unbedingt noch weiter zurück, vor allem zu Gogol und Pushkin aber auch nach vorne in die Sowjetzeit. Ziemlich verrückt und extrem antisowjetisch ist dann <em>Der Meister und Margarita</em>. Ziemlich lustig und extrem prosowjetisch wären die Doppelautoren <em>Ilf</em> und <em>Petrow</em> zu nennen (Die zwölf Stühle, Das goldene Kalb).</li>
<li>Begeben wir uns auf heimischen Boden zurück. Irgendwie griffen bei mir vor allem die Autoren, die zwar deutschsprachig schrieben, aber aus anderen Ländern stammten, z.B. <em>Gottfried Keller</em> (Die Leute von Seldwyla, Sammlung von Erzählungen, ziemlich interessant ist &#8222;Der Schmied seines Glückes&#8220;), <a href="https://www.nimm-lies.de/was-in-meinem-haus-klassisches-latein-ist-bestimme-ich/13588"><em>Friedrich Dürrenmat</em>t</a> (Klicken um zum gesonderten Artikel zu gelangen) aber auch S<em>tefan Zweig.</em> Überhaupt fing bei mir die Literatur der &#8222;neueren Klassik“ aus Deutschland besser zu gefallen, z.B. <em>Thomas Mann</em> (Mario und der Zauberer könnte ein guter Anfang sein für das gigantische Werk von Mann, mein Favorit ist aber Der Zauberberg). Kurt <em>Tucholsky</em> sackte bei mir gut, nicht aber sein einziger Roman. Von den klassischen Werken habe ich <em>Der Schimmelreiter (Theodor Storm)</em> bereits drei Mal gelesen: Ein brillanter Einzelgänger, der sich um eine einsame Frau und sein behindertes Kind kümmert, scheitert an der blanken Ablehnung der Gesellschaft. Also eine richtige Kette, an der ich mich entlanghangeln könnte, entstand hier aber bisher nicht. Aktuell bin ich übrigens mal wieder an einem Schweizer hängengeblieben und lese derzeit Werke von <em>Jeremias Gotthelf.</em></li>
<li>Wenn wir Amerikanisch/Britisch werden sollten: Ich liebe &#8222;Den Flaschenteufel&#8220; (auch als Flaschenkobold bekannt) von <em>Robert Louis Stevenson</em>. Viele schwärmen von anderen Werken des Autors, die mir aber dann weniger zugesagt haben. Wenn wir schon im britischen Naturalismus bleiben, dann bin ich absoluter Fan von <em>Oscar Wilde.</em> Ich glaube, ich habe von ihm nahezu alles gelesen, aber in besonderer Weise ist natürlich &#8222;Das Bildnis des Dorian Gray&#8220;, &#8222;The Importance of Being Earnest&#8220; und seine leider viel zu wenig beachteten Märchen zu erwähnen. Immer wieder greife ich auch zu den bizarren Erzählungen von <em>Poe</em> zurück, wobei man natürlich seinen mystischen Stil mögen muss.</li>
</ul>
<p>Es gibt dabei einen Bruch, die Sexualisierung der Literatur, der seit etwa den 60ern viele Werke unleserlich macht. Ich denke hier an die schulische Zwangslektüre von <em>Homo Faber </em>oder <em>Der Vorleser</em>. Dabei darf man aber nicht in die andere Falle verfallen und z.B. durch Pauschalurteile Lektüre der Klassik komplett meiden. Obwohl Hermann Hesse sicherlich kein Christ ist, finde ich sein <em>Unterm Rad </em>in mehrfacher Hinsicht als sehr gelungenes Werk, gerade auch aufgrund der feinen Kritik, die er hier am Evangelikalismus übt.</p>
<p><strong>Perlenketten, die keines Einsatzes wert sind</strong></p>
<p>Es gibt Werke oder ganze Werkreihen, die ich persönlich vollständig meide. Darunter gehören:</p>
<ul>
<li>Polemisch apologetische Werke. Was ich damit meine, sind Bücher wie (fiktive und doch reale Titel) <em>&#8222;Warum Rockmusik aus der Hölle kommt&#8220;</em>, <em>&#8222;Der ultimative Beweis, dass alle Calvinisten hochmütig sind&#8220;</em>, <em>&#8222;Warum Arminianer an einen anderen Gott glauben&#8220;</em> oder <em>&#8222;10 Gründe, warum Johannes Hartl der schlimmste Irrlehrer seit Grundlegung der Welt ist&#8220;</em>. Ich habe nie den Mehrwert solcher Bücher verstanden, obwohl ich mir selbst eingestehen muss, mich in der Kritik russlanddeutscher Frömmigkeit der Methoden bedient zu haben, die ich hier so entschieden ablehne!  Falls ich jemals Zweifel am Wert solcher Werte besaß, wurde dieser durch das Erbe einer Bibliothek mit einem beachtlichen Bestandteil solcher Werke aus den 70ern und 80ern Jahren genährt. Ich kann euch sagen, kein einziges Buch davon hat heute noch irgendeinen bleibenden Wert! &#8211; Hier darf man innehalten: Vieles davon wird auch wirklich wenig gelesen, aber massiger Weise auf YouTube gehört! Kaufe die Zeit aus, mein Bruder!</li>
<li>Bücher, Vorträge die Randthemen zum Zentrum des christlichen Glaubens erklären. Ich begnüge mich hier auch mit fiktiven Titeln, aber z.B. sowas wie <em>&#8222;Warum nur Frauen mit Kopfbedeckung den ganzen Ratschluss Gottes erfüllen&#8220;,</em> <em>&#8222;Die sekündliche Uhr der Endzeit schlägt gerade heute im <span style="text-decoration: line-through;">In der Sowjetunion</span>, <span style="text-decoration: line-through;">im Irakkrieg, in der Flüchtlingskrise</span>, in der Corona-Krise..&#8220;</em>, &#8222;<em>Wie das Schnabeltier vom Ararat nach Tasmanien kam&#8230; &#8211; 10 Wissenschaftler entdecken die ganze Wahrheit&#8220;</em>, <em>&#8222;Warum du niemals eine andere Übersetzung lesen darfst!&#8220;</em>, <em>&#8222;Wenn du dieses Lied eines möglichen Charismatikers singst, bist du bei der Entrückung vielleicht nicht dabei&#8220;.</em> Ich glaube wir kennen solche Werke zu genüge und es ist gegen die Lehre Christi, das Wichtige aufgrund von Randthemen zu vernachlässigen.</li>
<li>Schließlich bin ich auch immer noch skeptisch bei Ratgebern, die Weisheit durch Regeln ausheben. Ich glaube, dass es in einer Menge von Fragen auf die Weisheit ankommt. Ich würde in diesen Fällen das Lesen des Buches <em>Sprüche </em>immer detaillierten Ratgebern wie <em>&#8222;Deine Kinder müssen immer vor 7 Uhr im Bett sein, wenn du willst, dass sie erfolgreich, gesund, klug, christlich und gesegnet sind&#8230;&#8220;.,</em> vorziehen.</li>
</ul>
<p>Zum Schluss: Bleib offen für Empfehlungen deiner Brüder und Schwestern und auch für die Führung Gottes.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/zwoelf-perlenketten-meiner-lektuere/14543">Zwölf Perlenketten meiner Lektüre</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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		<title>&#8222;Ruhm dem Luther! Ewiger Ruhm dem teuren Manne&#8230;&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Apr 2020 15:20:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[Heinrich Heine]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Luther]]></category>
		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Durch Heiko A. Obermans Biographie über Martin Luther bin ich auf ein ungewöhnliches Werk Heinrich Heines aufmerksam geworden: Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland. Das Werk ist in drei Teile aufgeteilt, dessen erster Teil die Religionsgeschichte in Deutschland bis einschließlich Luther beschreibt. Hier&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/ruhm-dem-luther-ewiger-ruhm-dem-teuren-manne/13872">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/5e/Heinrich_Heine-Oppenheim.jpg/800px-Heinrich_Heine-Oppenheim.jpg" width="280" height="355" />Durch Heiko A. Obermans <a href="https://www.amazon.de/Luther-Mensch-zwischen-Gott-Teufel/dp/357055337X">Biographie über Martin Luther</a> bin ich auf ein ungewöhnliches Werk Heinrich Heines aufmerksam geworden: <a href="https://www.ebook.de/de/product/19630989/heinrich_heine_zur_geschichte_der_religion_und_philosophie_in_deutschland.html">Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland.</a></p>
<p>Das Werk ist in drei Teile aufgeteilt, dessen erster Teil die Religionsgeschichte in Deutschland bis einschließlich Luther beschreibt. Hier schildert Heine Luther als einen Nationalheld, der das Christentum überhaupt nach Deutschland brachte. Gleichzeitig möchte er (da er derzeit als Flüchtling in Frankreich lebt) zeigen, dass die radikalen rationalistischen Freiheits-bewegungen Frankreichs bei weitem nicht so viel &#8222;Freiheit&#8220; erreichen werden, weil sie nur alter Katholizismus im säkularen Gewand bleiben:</p>
<p><em>&#8222;Jene Persiflage aber, namentlich die Voltairesche,  hat in Frankreich ihre Mission erfüllt, und wer sie  weiter fortsetzen wollte, handelte ebenso unzeitgemäß wie unklug. D<strong>enn wenn man die letzten sichtbaren Reste des Katholizismus vertilgen würde, könnte es  sich leicht ereignen, daß die Idee desselben sich in  eine neue Form, gleichsam in einen neuen Leib flüchtet und, sogar den Namen Christentum ablegend, in  dieser Umwandlung uns noch weit verdrießlicher belästigen könnte als in ihrer jetzigen gebrochenen, ruinierten und allgemein diskreditierten Gestalt.</strong> Ja, es hat sein Gutes, daß der Spiritualismus durch eine Religion und eine Priesterschaft repräsentiert werde, wovon die erstere ihre beste Kraft schon verloren und letztere mit dem ganzen Freiheitsenthusiasmus unserer Zeit in direkter Opposition steht.&#8220;</em></p>
<p>Verfolgt Heine hier eine Art Prä-Existentialismus? Interessanterweise schreibt Heine im Vorwort zur zweiten Auflage in aller Deutlichkeit über seine Bekehrung zum Theismus. In typischer sehr offener Heine-Art berichtet er: <em>&#8222;Ich könnte zwar, wie manche Schriftsteller in solchen  Fällen tun, zu einer Milderung der Ausdrücke, zu  Verhüllungen durch Phrase meine Zuflucht nehmen; aber ich hasse im Grund meiner Seele die zweideutigen Worte, die heuchlerischen Blumen, die feigen Feigenblätter. Einem ehrlichen Manne bleibt aber  unter allen Umständen das unveräußerliche Recht,  seinen Irrtum offen zu gestehen, und ich will es ohne Scheu hier ausüben. Ich bekenne daher unumwunden, daß alles, was in diesem Buche namentlich auf die große Gottesfrage Bezug hat, ebenso falsch wie unbesonnen ist.&#8220; </em>Heine erklärt auch, wie es zu diesem Wandel kam. Die Bekehrung geschah nicht durch ein Wunder, eine Vision oder eine Stimme vom Himmel, sondern &#8222;<em>ganz einfach (durch) die Lektüre eines Buches. &#8211; Eines Buches? Ja, und es ist ein altes, schlichtes Buch, bescheiden wie die Natur, auch natürlich wie diese; ein Buch, das werkeltägig und anspruchslos aussieht, wie die Sonne, die uns wärmt, wie das Brot, das uns nährt; ein Buch, das so traulich, so segnend gütig uns anblickt wie eine alte Großmutter, die auch täglich in dem Buche liest, mit den lieben, bebenden Lippen und mit der Brille auf der Nase &#8211; und dieses Buch heißt auch ganz kurzweg das Buch, die Bibel. Mit Fug nennt man diese auch die Heilige Schrift;<strong> wer seinen Gott verloren hat, der kannihn in diesem Buche wiederfinden, und wer ihn nie gekannt, dem weht hier entgegen der Odem des göttlichen Wortes.</strong>&#8220; </em>Heine war ein Popstar seiner Zeit und ähnlich wie bei Bob Dylan heute bleibt wohl unklar ob er sich nun zum Christentum oder zum Judentum bekehrt hatte.<span id="more-13872"></span></p>
<p><img decoding="async" class="alignright" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/0a/Heinrich_Heine%28IsidorPopper1843%29.jpg/800px-Heinrich_Heine%28IsidorPopper1843%29.jpg" width="253" height="294" />Das Heine jedenfalls ein begabter Dichter ist, wird in seiner Schilderung des Verhörs Luthers deutlich. Alle Anwesenden, ob Fürsten, Kaiser oder Gesandte Roms waren mit unterschiedlichen, eher zweifelhaften Absichten zusammengekommen. <em>&#8222;Doch ein Mann war dort, von dem ich überzeugt  bin, daß er nicht an sich dachte, sondern nur an die  göttlichen Interessen, die er vertreten sollte. Dieser Mann war Martin Luther, der arme Mönch, den die  Vorsehung auserwählt, jene römische Weltmacht zu brechen, wogegen schon die stärksten Kaiser und kühnsten Weisen vergeblich angekämpft<strong>. Aber die Vorsehung weiß sehr gut, auf welche Schultern sie ihre Lasten legt; hier war nicht bloß eine geistige, sondern auch eine physische Kraft nötig.</strong> Eines durch klösterliche Strenge und Keuschheit von Jugend auf gestählten Leibes bedurfte es, um die Mühseligkeiten eines solchen Amtes zu ertragen. Unser teurer Meister war damals noch mager und sah sehr blaß aus, so daß die roten, wohlgefütterten Herren des Reichstags fast mit Mitleid auf den armseligen Mann in der schwarzen Kutte herabsahen.&#8220;</em></p>
<p>Diesen Mann feiert Heine als deutschen Nationalheld: <em><strong>&#8222;Ruhm dem Luther! Ewiger Ruhm dem teuren Manne, dem wir die Rettung unserer edelsten Güter verdanken und von dessen Wohltaten wir noch heute leben! Es ziemt uns wenig, über die Beschränktheit seiner Ansichten zu klagen. Der Zwerg, der auf den Schultern des Riesen steht, kann freilich weiter schauen als dieser selbst, besonders wenn er eine Brille aufgesetzt; aber zu der erhöhten Anschauung fehlt das hohe Gefühl, das Riesenherz, das wir uns nicht aneignen können.</strong> Es ziemt uns noch weniger, über seine Fehler ein herbes Urteil zu fällen; diese Fehler haben uns mehr genutzt als die Tugenden von tausend andern. Die Feinheit des Erasmus und die Milde des Melanchthon hätten uns nimmer so weit gebracht wie manchmal die göttliche Brutalität des Bruder Martin.&#8220;</em></p>
<p>Ein Nationalheld muss entsprechend eine Heldentat vollbringen:<em> &#8222;Die Kette, womit der heilige Bonifaz die deutsche Kirche an Rom gefesselt, wird entzweigehauen. Diese Kirche, die vorher einen integrierenden Teil der großen Hierarchie bildete, zerfällt in religiöse Demokratien. Die Religion selber wird eine andere; es verschwindet daraus das indisch-gnostische Element, und</em><br />
<em>wir sehen, wie sich wieder das judäisch-deistische Element darin erhebt. Es entsteht das evangelische Christentum.&#8220;</em></p>
<p>Am Katholischen Christentum lässt Heine kein gutes Haar übrig. Als Gegentypus zum Held Luther entwickelt Heine den Papst Leo X:<em> &#8222;Leo X., der feine Florentiner, der Schüler des Polizian, der Freunddes Raffael, der griechische Philosoph mit der dreifachen Krone, die ihm das Konklav vielleicht deshalb erteilte, weil er an einer Krankheit litt, die keineswegs durch christliche Abstinenz entsteht und damals noch sehr gefährlich war&#8230; Leo von Medicis, wie mußte er lächeln über den armen, keuschen, einfältigen Mönch, der da wähnte, das Evangelium sei die Charte des Christentums und diese Charte müsse eine Wahrheit sein! Er hat vielleicht gar nicht gemerkt, was Luther wollte, indem er damals viel zu sehr beschäftigt war mit dem Bau der Peterskirche, dessen Kosten eben mit den Ablaßgeldern bestritten wurden, so daß die Sünde ganz eigentlich das Geld hergab zum Bau dieser Kirche, die dadurch gleichsam ein Monument  sinnlicher Lust wurde, wie jene Pyramide, die ein ägyptisches Freudenmädchen für das Geld erbaute, das sie durch Prostitution erworben. Von diesem Gotteshause könnte man vielleicht eher als von dem Kölner Dome behaupten, daß es durch den Teufel erbaut worden.&#8220; </em>Wer Heines Werk auch nur geringfügig kennt, kennt seine Sticheleien über den Kölner Dom, die er selbst in dieses Werk mit hinein nimmt.</p>
<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0a/Lefler_Heine_and_Krinitz.jpg" width="255" height="310" />Mit dieser Entwicklung einer deutschen Geschichte, die mit Luther erst wirklich anfängt, sucht Heine natürlich nach Argumenten für seinen Kampf um politische und publizierende Freiheit. Regelmäßig beklagt er den Zensor, der sein Werk derart kürzte, dass &#8222;<em>nicht nur der Sinn, sondern auch die Gesinnung verloren ging&#8220;</em>. Interessanterweise kürzte der Zensor kein Stück von der auch schärfsten Kritik an der Religion. Das macht das Werk auch für unsere Zeit interessant. Beim Lesen des Werkes wurde deutlich, dass die Durchführung der Reformation nicht die Sache eines einzelnen Reformators war und ist. Eigentlich war der Protestantismus zur Zeit Heines als deutsche Leitkultur noch eine relativ neue Sache. Auch weltweit konnte der Protestantismus sich erst Mitte des 18ten Jahrhunderts als Gegenkonzept zum Katholizismus etablieren (<a href="https://www.amazon.de/Reformation-History-Diarmaid-MacCulloch/dp/014303538X">Vgl. hierfür die ausgezeichnete Reformationsgeschichte von Diarmaid MacCulloch</a>).</p>
<p>Den &#8222;Schwan von Eisleben&#8220;, der unterschiedliche Gesänge beherrschte, kann er vor allem für den Verdienst eine einheitliche deutsche Sprache geschafft zu haben, nicht genug loben: <em>&#8222;Ich bekenne daher offenherzig, ich weiß nicht, wie die Sprache, die wir in der Lutherischen Bibel finden, entstanden ist. Aber ich weiß, daß durch diese Bibel, wovon die junge Presse, die schwarze Kunst, Tausende von Exemplaren ins Volk schleuderte, die Lutherische Sprache in wenigen Jahren über ganz Deutschland verbreitet und zur allgemeinen Schriftsprache erhoben wurde. <strong>Diese Schriftsprache herrscht noch immer in Deutschland und gibt diesem politisch und religiös zerstückelten Lande eine literarische Einheit.&#8220;</strong></em></p>
<p>Der sicherlich schönste Abschnitt im Buch ist Heines Erinnerung an seine Studentenzeit, in der er viel &#8222;evangelische Gastfreundschaft erfuhr&#8220;: <em>&#8222;Man muß zu Fuß, als armer Student, durch </em><br />
<em>Norddeutschland wandern, um zu erfahren<strong>, wie viel Tugend, und damit ich der Tugend ein schönes Beiwort gebe, wie viel evangelische Tugend manchmal in so einer scheinlosen Pfarrerwohnung zu finden ist.</strong> Wie oft, des Winterabends, fand ich da eine gastfreie </em><em>Aufnahme, ich, ein Fremder, der keine andere Empfehlung mitbrachte, außer daß ich Hunger hatte und müde war. Wenn ich dann gut gegessen und gut geschlafen hatte und des Morgens weiterziehen wollte, kam der alte Pastor im Schlafrock und gab mir noch den Segen auf den Weg, welches mir nie Unglück gebracht hat; und die gutmütig geschwätzige Frau Pastorin steckte mir einige Butterbröte in die Tasche, welche mich nicht minder erquickten; und in schweigender Ferne standen die schönen Predigertöchter mit ihren errötenden Wangen und Veilchenaugen, deren schüchternes Feuer, noch in der Erinnerung,für den ganzen Wintertag mein Herz erwärmte.&#8220;</em></p>
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		<title>&#8222;Das Wort hat es alles gewirkt und ausgerichtet&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Nov 2019 10:26:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erbauliches]]></category>
		<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Luther]]></category>
		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
		<category><![CDATA[Wort Gottes]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Summa summarum: predigen will ichs, sagen will ichs, schreiben will ichs. Aber zwingen, mit Gewalt dringen will ich niemand, denn der Glaube will willig, ungenötigt angenommen werden. Nehmt (Euch) ein Beispiel an mir. Ich bin dem Ablaß und allen Papisten entgegen gewesen, aber mit keiner&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/das-wort-hat-es-alles-gewirkt-und-ausgerichtet/13726">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Summa summarum: predigen will ichs, sagen will ichs, schreiben will ichs. Aber zwingen, mit Gewalt dringen will ich niemand, denn der Glaube will willig, ungenötigt angenommen werden. Nehmt (Euch) ein Beispiel an mir. Ich bin dem Ablaß und allen Papisten entgegen gewesen, aber mit keiner Gewalt, ich habe allein Gottes Wort getrieben, gepredigt und geschrieben, sonst habe ich nichts getan. <em>Das hat, wenn ich geschlafen habe, wenn ich Wittenbergisch Bier mit meinem Philipp (Melanchthon) und Amsdorff getrunken habe, so viel getan, daß das Papsttum so schwach geworden ist, daß ihm noch nie ein Fürst noch Kaiser so viel Abbruch getan hat</em>. Ich hab nichts getan, das Wort hat es alles gewirkt und ausgerichtet.<br />
[Martin Luther: Acht Sermone gepredigt zu Wittenberg in der Fastenzeit. Martin Luther: Gesammelte Werke, S. 2474<br />
(vgl. Luther-W Bd. 4, S. 69) (c) Vandenhoeck und Ruprecht<br />
http://www.digitale-bibliothek.de/band63.htm ]</p>
<p><div style="width: 810px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/04/Luther-in-Worms-auf-Rt.jpg" alt="" width="800" height="546" /><p class="wp-caption-text">Luther auf dem Reichstag zu Worms. Kolorierter Holzschnitt von 1556, Bildrechte: gemeinfrei</p></div></p></blockquote>
<p><span id="more-13726"></span></p>
<p>Anfang 1522 als Luther noch auf der Wartburg mit der Übersetzung des Neuen Testamentes beschäftigt ist, nimmt die junge Sache der Reformation in und um Wittenberg zunehmend radikale Züge an. Unter der Führung Karlstadts wird die lateinische Messe abgeschafft und wütende Studentenhorden zerstören katholische Bildnisse. Die<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zwickauer_Propheten"> Zwickauer Propheten</a> machen mit ihrer radikalen Deutung der Bibel und des Christentums Melanchton zu schaffen.</p>
<p>Luther kehrt unerwartet zurück und beruhigt mit<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Invokavitpredigten"> 8 Predigten</a> (übrigens in einer Woche gehalten) die ganze Stadt. Diese Predigten sollten nun die Richtung der lutherischen Reformation prägen, Änderungen langsam durchzuführen, um auf die &#8222;Schwachen Rücksicht zu nehmen&#8220;. Kritisieren lässt sich das Konzept natürlich auch: In lutherischen Kreisen wurden so Reformschritte oft in unendliche Länge gezogen. Insgesamt sind die Predigten aber auch zentral für Luther selbst, weil er in diesen seine prophetische Rolle begründet. Er ist Gottes Prophet, den er wäre Satan begegnet und habe ihn widerstanden. Diese Begründung ist umso erstaunlicher, weil mittelalterliche Frömmigkeit ihre Berufung eher auf die Begegnung mit himmlischen Wesen zurückführte. Eine Begegnung mit Satan war für die katholische Kirche ein klarer Beweis für Besessenheit. Diese Predigten bestätigen also auch nur eine wachsende Trennung zu Rom. Insgesamt sieht man einen souveränen Luther, der gestärkt aus der Wartburg zurückkehrt.  Trotz der Besänftigung ist beim Lesen klar: <em><strong>Das Wort Gottes bringt  Unruhe!</strong></em> Eine Botschaft, die wir gerne überhören. Wir wollen lieber, dass das Wort Gottes uns bestätigt, was man auch so ausdrücken könnte: Es soll uns in Ruhe lassen!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/das-wort-hat-es-alles-gewirkt-und-ausgerichtet/13726">&#8222;Das Wort hat es alles gewirkt und ausgerichtet&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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		<title>Ist es nützlich, bestimmte Wahrheiten zu unterdrücken?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Feb 2018 18:53:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Luther]]></category>
		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
		<category><![CDATA[Vom unfreien Willen; Erasmus von Rotterdam]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für die Veröffentlichung vom &#8222;Vom unfreien Willen&#8220; bin ich dem Betanien Verlag sehr dankbar. Dies ist die Antwort Luthers auf unterschiedliche Argumente des Erasmus von Rotterdam, der (entgegen der damaligen offiziellen katholischen Meinung) für den Freien Willen schrieb, vor allem aber die Gelegenheit nutzte, Luther&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/ist-es-nuetzlich-bestimmte-wahrheiten-zu-unterdruecken/12783">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/ist-es-nuetzlich-bestimmte-wahrheiten-zu-unterdruecken/12783">Ist es nützlich, bestimmte Wahrheiten zu unterdrücken?</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.cbuch.de/luther-vom-unfreien-willen.html" target="_blank" rel="noopener"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-12821" src="https://www.nimm-lies.de/wp-content/uploads/vom_unfreien_willen_1_1-188x300.jpg" alt="" width="188" height="300" srcset="https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/vom_unfreien_willen_1_1-188x300.jpg 188w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/vom_unfreien_willen_1_1.jpg 625w" sizes="auto, (max-width: 188px) 100vw, 188px" /></a>Für die Veröffentlichung vom <a href="https://www.cbuch.de/luther-vom-unfreien-willen.html" target="_blank" rel="noopener">&#8222;Vom unfreien Willen&#8220;</a> bin ich dem Betanien Verlag sehr dankbar. Dies ist die Antwort Luthers auf unterschiedliche Argumente des Erasmus von Rotterdam, der (entgegen der damaligen offiziellen katholischen Meinung) für den Freien Willen schrieb, vor allem aber die Gelegenheit nutzte, Luther und Konsorten zu denunzieren. In seiner Argumentation führt Erasmus unter anderem aus: <em>&#8222;Es gibt einige Dinge, die von solcher Art sind, dass es nicht ratsam wäre, sie den Ohren des gemeinen Volkes preiszugeben – selbst wenn sie wahr wären und man sie wissen könnte.&#8220; </em></p>
<p>Luther erwidert:</p>
<blockquote><p>Doch auch dieses Beispiel behandelst du nicht recht und verdammst es als unnütz, darüber öffentlich zu disputieren – ob Gott in einer Höhle oder in einer Kloake sei; denn du denkst zu menschlich von Gott. Ich gestehe zwar, dass es einige leichtfertige Prediger gibt, die ohne Gottesfurcht und Frömmigkeit höchst leichtfertig schwatzen oder scherzen – sei es aus Ruhmsucht oder dem Bestreben, etwas Neues hervorzubringen, oder weil sie schlicht den Mund nicht halten können. Solche Leute aber gefallen weder Gott noch Menschen, selbst wenn sie fest behaupten würden, dass Gott im höchsten Himmel sei. – Wo aber ernste und fromme Prediger mit bescheidenen, reinen und vernünftigen Worten lehren, da ist es ohne Gefahr, sondern von großem Nutzen, wenn sie solches öffentlich lehren.</p>
<p>Müssen wir nicht alle lehren, dass der Sohn Gottes im Schoß der Jungfrau gewesen ist und aus ihrem Unterleib geboren wurde? Inwieweit aber unterscheidet sich der menschliche Unterleib von irgendeinem anderen unreinen Ort? Und wer könnte nicht schändlich oder schmutzig davon reden? Solche Leute aber verdammen wir mit Recht, denn es gibt mehr als genug reine Worte, um von diesem notwendigen Vorgang auch mit Würde und Anstand zu reden. Auch Christi Leib war ein menschlicher Leib wie der unsrige; was aber ist unreiner als dieser? Sollten wir deshalb etwa leugnen, dass Gott leibhaftig in ihm gewohnt habe, was Paulus doch sagt (Kol 2,9)? Was ist unreiner als der Tod? Was schrecklicher als die Hölle?47 Aber der Prophet rühmt sich, dass Gott sogar im Tod bei ihm sei und ihm in der Hölle beistehe (Ps 139,8).</p>
<p>Darum scheut sich ein frommes Herz nicht zu hören, dass Gott im Tode oder in der Hölle sei, was beides schrecklicher und unreiner ist als eine Höhle oder eine Kloake. Vielmehr: Wenn die Heilige Schrift bezeugt, dass Gott überall ist und alles erfüllt (Jer 23,24; Eph 1,23), dann sie sagt nicht nur, dass er an jenen Orten sei; sondern notwendigerweise erfährt und erkennt man dadurch auch, dass er dort ist. Was etwa, wenn ein Tyrann mich gefangen nähme und ins Gefängnis oder eine Kloake würfe, was vielen Heiligen widerfahren ist? Wäre mir dann nicht erlaubt, dort Gott anzurufen oder zu glauben, das s er bei mir sei? Müsste ich dazu erst in einen geschmückten Tempel gehen? Wenn du uns lehren willst, solche Possen mit Gott zu treiben, und an den Orten Anstoß nimmst, wo er gegenwärtig ist, wirst du uns am Ende auch nicht mehr gestatten, dass er im Himmel wohnt; denn auch der höchste Himmel kann ihn nicht fassen und ist seiner nicht würdig (1Kö 8,27). Aber wie ich schon sagte: Du stichelst nach deiner Gewohnheit so gehässig, um unsere Sache schlecht und völlig verhasst zu machen; du hast nämlich erkannt, dass du sie weder überwinden noch widerlegen kannst.</p>
<p>Aus: Martin Luther, <a href="https://www.cbuch.de/luther-vom-unfreien-willen.html" target="_blank" rel="noopener"><em>Vom unfreien Willen</em></a>, Betanien Verlag 2016, S. 45-47.</p></blockquote>
<p>Ein Meisterstück christlicher Apologetik!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/ist-es-nuetzlich-bestimmte-wahrheiten-zu-unterdruecken/12783">Ist es nützlich, bestimmte Wahrheiten zu unterdrücken?</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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		<title>Tipp: Simon und der geheimnisvolle Mönch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Rempel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 May 2017 18:32:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biografien]]></category>
		<category><![CDATA[Erzählungen]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderliteratur]]></category>
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		<category><![CDATA[Biografie]]></category>
		<category><![CDATA[Erzählung]]></category>
		<category><![CDATA[für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Luther]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Buch Simon und der geheimnisvolle Mönch ist ganz aktuell 2016 erschienen. Das Leben des Reformators Martin Luther wird in Form eines historischen, nicht zu umfangreichen Romans Kindern im Alter zwischen 10 und 13 Jahren nahe gebracht. Die Geschichte spielt sich im Deutschland des Jahres&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/tipp-simon-und-der-geheimnisvolle-moench/11786">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.scm-shop.de/simon-und-der-geheimnisvolle-moench.html?sqid=499726" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-11787" src="https://www.nimm-lies.de/wp-content/uploads/156300000-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/156300000-300x300.jpg 300w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/156300000-150x150.jpg 150w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/156300000-120x120.jpg 120w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/156300000.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Das Buch <em>Simon und der geheimnisvolle Mönch</em> ist ganz aktuell 2016 erschienen. Das Leben des Reformators Martin Luther wird in Form eines historischen, nicht zu umfangreichen Romans Kindern im Alter zwischen 10 und 13 Jahren nahe gebracht.</p>
<p>Die Geschichte spielt sich im Deutschland des Jahres 1521 ab. Die Hauptperson ist der 11-jährige Simon, dessen Mutter an der zu der Zeit grassierenden Pest stirbt. Der Tod seiner Mutter stürzt den Jungen in Verzweiflung. Er macht sich riesige Sorgen um sie. Seine Gedanken kreisen um die Frage: Wo ist sie wohl jetzt? Im Himmel bei Gott oder in der Hölle? Er setzt sich zum Ziel, Geld zu verdienen und für seine Mutter einen teuren Ablassbrief zu kaufen, um ihre Zeit im Fegefeuer zu verkürzen und ihr ein Leben im Himmel zu ermöglichen. Die Sorgen des Jungen spiegeln die damalige Lehre der Kirche wider. Es zeigt deutlich auf, wie unsicher die Menschen bezüglich der Ewigkeit waren. Da die meisten weder schreiben noch lesen konnten, waren sie den Lehren der Kirche hilflos ausgeliefert.<span id="more-11786"></span></p>
<p>In seiner Verzweiflung hört Simon von Luther und seinen Lehren. Er beschließt diesen Mönch zu finden und ihm die Fragen zu stellen, die ihm unter den Nägeln brennen. Mit seinem älteren Cousin begibt er sich auf eine abenteuerliche Reise. In Romanform verpackt erfährt nun der junge Leser eine ganze Menge über Luthers Leben. Es ist beeindruckend, mit welch einem Mut Luther sich weigert, selbst vor dem Kaiser seine Überzeugungen, die er aus der Heiligen Schrift gewonnen hat, zu widerrufen. Und endlich, als Simon schon beinahe aufgibt, weil Luther entführt und verschwunden zu sein scheint, kommt es doch zu einem Treffen zwischen dem Mönch und dem verzweifelten Jungen. Endlich kann er ihm sein Herz ausschütten und hören, dass ein Mensch nicht durch Ablassbriefe, sondern durch seine Umkehr zu Gott und Gottes unendliche Gnade das ewige Leben geschenkt  bekommt. Simon erinnert sich, dass seine Mutter an Gott geglaubt und ihn geliebt hat. Er glaubt nun, dass sie Gottes Vergebung in Anspruch genommen und das ewige Leben als Geschenk empfangen hat. Diese Erkenntnis weckt auch in ihm den Wunsch ein Kind Gottes zu werden.</p>
<p>Insgesamt halte ich die Geschichte von Simon für empfehlenswert für Kinder. Da es sich dabei um einen Jungen in ihrem Alter handelt und darum, wie er diese Zeit des Umbruchs erlebt, ist es für sie einfacher zu verstehen, worum es bei der Reformation ging. Die Sprache ist aktuell, einfach strukturiert und dem Alter angemessen.</p>
<p>Im Anhang findet sich noch ein kurzer Lebenslauf Martin Luthers.</p>
<p>Meinem 13-jährigen Sohn hat das Buch auch gut gefallen.</p>
<p>Das Buch ist bei <a href="https://www.scm-shop.de/simon-und-der-geheimnisvolle-moench.html?sqid=499726" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Neukirchener Aussaat erschienen und kostet 9,99 EUR</a>.</p>
<p>Nadine Freitag</p>
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		<title>Tipp: Außer Thesen nichts gewesen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Rempel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Mar 2017 19:44:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[evangelistische Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[500 Jahre]]></category>
		<category><![CDATA[CLV]]></category>
		<category><![CDATA[evangelistisch]]></category>
		<category><![CDATA[Jan Klein]]></category>
		<category><![CDATA[Jubiläum]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Luther]]></category>
		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Verlag CLV, bekannt für kostengünstige evangelistische Medien, hat zum Reformationsjubiläum ein sehr schönes Verteilheft herausgegeben. Der Autor Jan Klein formuliert in gut verständlichen Sätzen die Wiederentdeckung Martin Luthers: Die Sündenvergebung allein aus Gnade durch Glauben an Jesus Christus. Zentrale Begriffe sind im Text farblich&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/tipp-ausser-thesen-nichts-gewesen/11834">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-11835" src="https://www.nimm-lies.de/wp-content/uploads/256124-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/256124-300x300.jpg 300w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/256124-150x150.jpg 150w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/256124-120x120.jpg 120w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/256124.jpg 665w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Der Verlag CLV, bekannt für kostengünstige evangelistische Medien, hat zum Reformationsjubiläum ein sehr schönes Verteilheft herausgegeben. Der Autor Jan Klein formuliert in gut verständlichen Sätzen die Wiederentdeckung Martin Luthers: Die Sündenvergebung allein aus Gnade durch Glauben an Jesus Christus.</p>
<p>Zentrale Begriffe sind im Text farblich hervorgehoben. Der Text verwendet den persönlichen „Du“-Stil und ist lebendig-zeitgemäß geschrieben, vermeidet es aber, flapsig-cool zu klingen. Es eignet sich also für nahezu jedes Erwachsenen-Alter. Jede zweite Seite ist grafisch sehr attraktiv gestaltet, das ganze Heft macht einen hochwertigen Eindruck.</p>
<p>Das Heft hat ein handliches Format (12 x 12 cm), 32 Seiten <a href="http://clv.de/Buecher/Evangelistisches/Denkanstoesse/Ausser-Thesen-nichts-gewesen.html" target="_blank">und kostet einzeln 1,50 EUR</a>. Die Mengenpreise beginnen mit 0,50 EUR/Stück.</p>
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		<title>CD: Der Meister ist da und ruft dich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Rempel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Mar 2017 19:13:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biografien]]></category>
		<category><![CDATA[Hörbücher]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Baptist]]></category>
		<category><![CDATA[Biografie]]></category>
		<category><![CDATA[Erzählung]]></category>
		<category><![CDATA[Menno Simons]]></category>
		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
		<category><![CDATA[Täufer]]></category>
		<category><![CDATA[Täuferbewegung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Gegensatz zum Reformator Martin Luther sind Veröffentlichungen zu den Vertretern der Täuferbewegung eher spärlich gesät. Daher bin ich dem Verlag Hirtenstimme dankbar, der die vorliegende Erzählung über die prägende Gestalt Menno Simons veröffentlicht hat. Als Baptist und somit konfessionsverwandt mit Mennoniten, interessiert mich das&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/cd-der-meister-ist-da-und-ruft-dich/11796">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-11797" src="https://www.nimm-lies.de/wp-content/uploads/Der_Meister_ist_da_und_ruft_dich58d14db6ae7ed-300x297.jpg" alt="" width="300" height="297" srcset="https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/Der_Meister_ist_da_und_ruft_dich58d14db6ae7ed-300x297.jpg 300w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/Der_Meister_ist_da_und_ruft_dich58d14db6ae7ed-150x150.jpg 150w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/Der_Meister_ist_da_und_ruft_dich58d14db6ae7ed-768x760.jpg 768w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/Der_Meister_ist_da_und_ruft_dich58d14db6ae7ed-120x120.jpg 120w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/Der_Meister_ist_da_und_ruft_dich58d14db6ae7ed.jpg 808w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Im Gegensatz zum Reformator Martin Luther sind Veröffentlichungen zu den Vertretern der Täuferbewegung eher spärlich gesät. Daher bin ich dem Verlag Hirtenstimme dankbar, der die vorliegende Erzählung über die prägende Gestalt Menno Simons veröffentlicht hat.</p>
<p>Als Baptist und somit konfessionsverwandt mit Mennoniten, interessiert mich das Leben Menno Simons mehr als oberflächlich und so bestellte ich die CD bald nach Erscheinen. Eine Bekannte war die erste Hörerin und ich war etwas überrascht über ihre Reaktion. Sie hört gerne und viele Hörbücher, beendete dieses jedoch nach wenigen Minuten und gab es mir zurück.</p>
<p>Ich konnte ihre Reaktion nachvollziehen. Der Sprecher Gerhard Wölk – ein geschätzter Gemeindediener – hat einen starken russisch-plattdeutschen Akzent, an den man sich gewöhnen muss. Wenn man sich die Mühe macht, den Epilog konzentriert durchzuhören, und die an einigen Stellen etwas umständlichen Formulierungen meistert, eignet sich dieses Hörbuch sehr schön, um einige Episoden aus dem Leben Menno Simons und der Geschichte der Täuferbewegung zu erfahren.</p>
<p>Simons wird nicht als unfehlbar dargestellt, eine Beweihräucherung liegt dem Autor des Hörbuchs merklich fern. Sehr wohltuend ist, dass es nicht nur bei dem Blick in die Vergangenheit bleibt, sondern regelmäßig ein Bezug zur heutigen Gemeinde Jesu genommen wird.</p>
<p>Das Hörbuch ist als <a href="https://www.samenkorn.shop/medien/hoerbuecher/geschichten/1796/der-meister-ist-da-und-ruft-dich-menno-simons/cd-hoerbuch" target="_blank">MP3-CD für 10 EUR erhältlich</a>, ist für Kinder ab 12 Jahre geeignet und hat eine Spielzeit von 4 Stunden und 22 Minuten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/cd-der-meister-ist-da-und-ruft-dich/11796">CD: Der Meister ist da und ruft dich</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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		<title>Wie Gott einen Reformator beruft</title>
		<link>https://nimm-lies.de/wie-gott-einen-reformator-beruft/11730</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Rempel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Feb 2017 20:04:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erbauliches]]></category>
		<category><![CDATA[Georg Walter]]></category>
		<category><![CDATA[Lutherjahr]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Luther]]></category>
		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#160; Wenn mir der Herr in seinem Wort begegnet, Wenn ich die großen Gnadentaten seh, Wie er das Volk des Eigentums gesegnet. Wie er’s geliebt, begnadigt je und je, Dann jauchzt mein Herz dir, großer Herrscher zu Wie groß bist du, wie groß bist du!&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/wie-gott-einen-reformator-beruft/11730">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/wie-gott-einen-reformator-beruft/11730">Wie Gott einen Reformator beruft</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p>Wenn mir der Herr in seinem Wort begegnet,<br />
Wenn ich die großen Gnadentaten seh,<br />
Wie er das Volk des Eigentums gesegnet.<br />
Wie er’s geliebt, begnadigt je und je,</p>
<p>Dann jauchzt mein Herz dir, großer Herrscher zu<br />
Wie groß bist du, wie groß bist du!<br />
Dann jauchzt mein Herz dir, großer Herrscher zu<br />
Wie groß bist du, wie groß bist du!<br />
Carl Gustaf Boberg</p></blockquote>
<p><a href="https://www.nimm-lies.de/wie-gott-einen-reformator-beruft/11730/martinluther-workshopcranachelder" rel="attachment wp-att-11731"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-11731" src="https://www.nimm-lies.de/wp-content/uploads/MartinLuther-workshopCranachElder-300x214.jpg" alt="MartinLuther-workshopCranachElder" width="300" height="214" srcset="https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/MartinLuther-workshopCranachElder-300x214.jpg 300w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/MartinLuther-workshopCranachElder-768x548.jpg 768w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/MartinLuther-workshopCranachElder-1024x731.jpg 1024w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/MartinLuther-workshopCranachElder.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Als der schwedische Pastor Carl Gustaf Boberg (1859-1940) auf einem Spaziergang war, brach jählings ein Gewitter los, begleitet von heftigen Winden und Donnergrollen. Nachdem sich das Gewitter gelegt hatte und Ruhe eingekehrt war, hörte Boberg in der Ferne die Glocken seiner Kirche läuten. Die Worte „Wie groß bist Du“ wurden in sein Herz gelegt, und daraus entstand das Lied <em>Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte</em>. Gott benutzte ein Unwetter, um das Herz eines Pastors zu bewegen, ein Kirchenlied zu dichten, das bis heute gesungen wird. Dass Gustaf Boberg die Botschaft des Evangeliums der Gnade im Herzen er- und begriffen hatte, beweisen seine Worte: „Wenn mir der Herr in seinem Wort begegnet &#8230; “</p>
<p>Boberg gehörte der <em>Svenska Missionskyrkan</em> (Mission Covenant Church of Sweden), einer reformierten Freikirche Schwedens an, die ihre Wurzeln im Pietismus und den christlichen Erweckungsbewegungen des 19. Jahrhunderts hatte. Während die <em>Svenska Missionskyrkan</em> wie Presbyterianer, Baptisten, Pietisten, Methodisten oder die Brüderbewegung zu den vielen Nebenströmen des Protestantismus gehörte, waren es Reformierte und Lutheraner, die zum bedeutendsten Hauptstrom des Protestantismus zählten. Beim Protestantismus handelt es sich somit nicht um eine Kirche, sondern um eine christliche Strömung.</p>
<p>Die Bezeichnung ”Protestant” geht auf das Protestschreiben, die Protestation, zurück, die 1529 auf dem Reichstag zu Speyer eingereicht wurde. Jene deutschen Fürsten, die der Lehre des Reformators Martin Luther folgten, wollten sich dem Reichstagsbeschluss nicht fügen, der eine Reichsacht gegen Martin Luther verhängt hatte. Zunächst wurde der Begriff ”Protestant” lediglich auf die Anhänger Luthers angewandt, doch bald wurde der Begriff auch auf die Gefährten Johannes Calvins, die Reformierten, und später auf alle Strömungen ausgedehnt, die aus der Reformation hervorgingen.</p>
<p>Eine der Hauptfiguren der Reformation – für manche gar der ”Vater der Reformation” – war Martin Luther.<span id="more-11730"></span></p>
<p>Ähnlich wie bei Gustaf Boberg war es ein Unwetter, das Martin Luthers Herz bewegte. Als ihn am 2. Juli 1505 ein schweres Gewitter überraschte und ein Blitz vor ihm erschien, fiel er vor Schrecken zu Boden und schrie: ”Hilf, liebe Sankt Anna, ich will ein Mönch werden.” Zurück in Erfurt wurde er kurz von Zweifeln geplagt, ob er dieses vorschnelle Gelübde einlösen solle, doch am 17. Juli stand sein Entschluss endgültig fest. Martin Luther klopfte an die Tore des Augustinerklosters, wo er bis zu seinem Lebensende bleiben wollte, so zumindest meinte er. Erst Jahre später erkannte Luther, dass ihm die Todesangst das Mönchsgelübde aufgezwungen hatte.</p>
<p>Luther wuchs in Zeiten großen geschichtlichen Wandels auf. Um 1500 gab es in China und Zentralasien kaum noch christliche Kirchen. In Indien überlebte nur eine kleine christliche Minderheit, und in Kleinasien, einst ein Zentrum christlicher Frömmigkeit, war das Christentum im Niedergang begriffen. Konstantinopel, Sitz der Orthodoxen Kirche, war bereits 1453 in die Hände islamischer Eroberer gefallen, und die Hagia Sophia, auch Sophienkirche genannt, wurde in diesem Zuge in eine Moschee verwandelt. Der östliche Mittelmeerraum, ebenfalls ein Zentrum christlichen Denkens, stand unter moslemischer Herrschaft. Über Städten wie Jerusalem, Antiochien und Alexandrien, die einst unter katholischer Vorherrschaft standen, wehte nun die Flagge des Halbmondes.</p>
<p>Der geistige Zustand der katholischen Kirche war ernüchternd. Klöster, Kleriker und das Papsttum waren korrupt. Die mittelalterliche Gesellschaftsordnung des Feudalismus, der Leibeigenschaft der meist adligen Großgrundbesitzer, begann brüchig zu werden. Die Städte wuchsen, und viele Menschen verließen die ländlichen Gebiete. Welche Rolle die Kirche in diesem gesellschaftlichen Wandel spielen würde, war in jener Zeit noch nicht absehbar.</p>
<p>Luther selbst muss diese Zeit als eine Zeit des nahenden Endes begriffen haben. In Luthers persönlichem „Bekenntnis“ (<em>Vom Abendmahl Christi. Bekenntnis</em>) schrieb er 1528 in einer Phase schwerer Krankheit und in Erwartung seines möglichen Todes: „Weil ich sehe, dass Aufruhr und Irrtum je länger je mehr werden und das Toben und Wüten des Satans nicht aufhören, &#8230; will ich mit dieser Schrift vor Gott und aller Welt meinen Glauben Stück für Stück bekennen, bei dem ich gedenke zu bleiben bis in den Tod, um in ihm, wozu mir Gott helfe, von dieser Welt zu scheiden und vor unseres Herrn Jesu Christi Richterstuhl zu kommen.“1</p>
<p>Dies waren die Worte Luthers als Reformator, der 23 Jahre zuvor in ein katholisches Kloster eingetreten war, ohne auch nur zu ahnen, dass seine Person über die deutschen Grenzen hinweg den protestantischen Glauben beflügeln würde. Luther wollte im Grunde zunächst nur eine Reformation seiner Kirche, der katholischen Kirche. Doch als der Herr ihm in seinem Wort begegnete, konnte er nicht anders, als sich der Wahrheit zu beugen und seinem Herrn Jesus Christus zu folgen. Sein reformatorischer Eifer führte zur Kirchenspaltung und im Zuge dieser Ereignisse bedauerlicherweise zu Religionskriegen, einem düsteren Kapitel der Geschichte der Reformation.</p>
<p>Während mancher Protestant den Reformator Martin Luther als Vater des Protestantismus verehrt, sieht mancher Katholik in ihm einen Spalter der Kirche. Und natürlich gibt es zwischen diesen beiden Polen der Beurteilung viele Nuancen und Stufen im ökumenischen Miteinander unserer Tage. Es lohnt sich jedenfalls, die Ereignisse in Luthers Leben nachzuzeichnen, die schließlich zum Bruch mit seiner Mutterkirche führten, um im Verlauf dieser Betrachtungen die Frage zu vergegenwärtigen, ob denn Luthers Schisma zu Recht oder zu Unrecht vollzogen wurde. Die Perspektive, aus welcher die folgenden Überlegungen angestellt werden, ist jene, die heute von der Mehrzahl der Christen zwar nicht mehr geteilt wird, die indessen von Luther selbst und wahren Christen über Jahrhunderte hinweg vertreten wurde. Es ist die Sichtweise aus dem Blickwinkel von dem, was Luther als das „Wort Gottes“ bezeichnete, jener Ausdruck Luthers, den er für den Anspruch der Heiligen Schrift verwendete, sowohl Offenbarung Gottes in Wort und Schrift als auch göttliche Gegenwart in Christus im Herzen des Gläubigen zu sein. Wahrer Glaube kommt aus dem Wort und war das Fundament der Theologie Luthers.</p>
<p>Luther selbst wollte keineswegs, dass andere von lutherischer Theologie sprachen, konnte doch Lehre aus seiner Sicht nur immer das Prädikat „christlich“ tragen. Er schrieb 1522: „Ich bitte, man wollt meines Namens geschweigen und sich nicht lutherisch, sondern Christen heißen. Was ist Luther? Ist doch die Lehre nicht mein. So bin ich auch für niemand gekreuzigt. Wie käme denn ich armer stinkender Madensack dazu, dass man die Kinder Christi sollte mit meinem heillosen Namen nennen? &#8230; Liebe Freunde, lasst uns tilgen die parteiischen Namen und Christen heißen, des Lehre wir haben.“2 Der „arme Madensack“ Luther hatte zumindest mehr Demut als manche der heutigen Theologen – und mancher Denominationen –, die in dem Dünkel leben, die ganze Christenheit müsse ihren Lehren folgen. Wie Luther letztlich zu beurteilen ist, können wir getrost Gott überlassen, da er allein ein gerechtes Urteil fällen wird. Doch Gott ließ es sich nicht nehmen, einen „Madensack“ zu gebrauchen, um die theologische Welt zu verändern.</p>
<p>Als Luther den Entschluss fasste, in das Erfurter Augustinerkloster einzutreten, handelte es sich um eine bewusste Entscheidung für das Klosterleben und eine mönchische Bewegung, denen Scheinheiligkeit und Lasterhaftigkeit in jener Zeit nicht vorgeworfen wurde. Die Augustiner Erfurts waren angesehen und widmeten sich in erster Linie dem Studium und der Verkündigung von Gottes Wort sowie der Seelsorge. Bereits im Kloster schrieb Luther seinem Vater einen Brief über seinen Entschluss, Mönch zu werden, was in ihm vorerst große Wut über den eigenmächtigen Schritt seines Sohnes aufkommen ließ. Erst später stimmt der Vater widerwillig der neuen Berufung seines Sohnes zu.</p>
<p>In den Augustinerklöstern wurde in jener Zeit auf Anordnung des Ordensvicars Staupitz dazu ermuntert, die Heilige Schrift in der lateinischen Bibelübersetzung eifrig zu lesen und zu studieren. Luther hat davon regen Gebrauch gemacht. Der katholischen Tradition folgend erwählte sich Luther 21 Heilige, deren Schutz er anrief, darunter auch die Heilige Anna, die Schutzpatronin gegen Gewitter, die er bei seinem „Gewitter-Erlebnis“ angerufen hatte. Gebete, Almosen, Fasten, Kasteiungen, Bußübungen, Nachtwachen, das Umherziehen mit dem Bettelsack, die Beichte und ständige Selbstprüfung, die dem jungen Luther seine Sünden nur noch umso reichlicher vor Augen führten, füllten sein Mönchsleben aus. Aber Luther war von Anbeginn an ein fleißiger Schüler der Bibel und der theologischen Schriften seiner Zeit, der mittelalterlichen Scholastik.</p>
<p>Schon früh muss Luther die Frage bewegt haben, wie der Sünder das ewige Heil erlangen könne. Die katholische Kirche lehrte – und lehrt es auch heute noch –, dass neben der Gnade die eigenen frommen Werke, der Ablasshandel und schließlich das Fegefeuer einen Anteil an der Erlangung des Heils haben. Luther zählte zu den eifrigsten unter den Mönchen. Es sollte etwa ein Jahrzehnt dauern, bis die Anstrengungen des frommen Fleisches Luthers durch die Erkenntnis der Wahrheit der Rechtfertigung aus Gnade allein endgültig erstarben. Dieses Ereignis ist bis heute als das Turmerlebnis Luthers bekannt, weil ihm das Licht der Wahrheit im Turm des Augustinerklosters geschenkt wurde. Die Lutherforschung streitet sich noch über den genauen Zeitpunkt. Dieses Ereignis muss sich zwischen 1513 und 1518 zugetragen haben. Entscheidend ist indessen nicht die Kenntnis des genauen Tages oder Jahres, denn es mag sich durchaus im Ratschluss Gottes so ereignet haben, dass Luther als Werkzeug in seiner Hand allmählich immer mehr Licht über das wahre Evangelium empfangen hatte.</p>
<p>Ehe Luther die freimachende Botschaft des Evangeliums in seinem ganzen Reichtum innerlich erfasste und durch das neue Leben in Christus das Alte des frommen Ichmenschen hinter sich ließ, war sein Charakter von Eifer einerseits und Melancholie andererseits geprägt. Letztere übermannte ihn immer dann, wenn er auf seine Sünden und Verfehlungen blickte, auch auf die kleinsten seiner menschlichen Schwachheit. Rückblickend sagte Luther über seine Klosterjahre später, dass er sich als hoffärtiger Heiliger abmühte, Gott zu gefallen und es doch niemals vermochte.</p>
<p>Luther wurde am 2. Mai 1507 zum Priester ordiniert, und im Oktober 1512 wurde er Professor an der Theologischen Fakultät der Universität Wittenberg. Umgehend beginnt der Doktor der Theologie mit Vorlesungen über die Psalmen, um sich in den folgenden Jahren jenen neutestamentlichen Briefen zu widmen, die ihn zur rechten Erkenntnis der Wahrheiten des Evangeliums führten: dem Römerbrief und dem Galaterbrief.</p>
<p>Während Luther sich im Südturm des Wittenberger Augustinerklosters in seinem Studierzimmer auf eine seiner Vorlesungen vorbereitete, lenkte der Heilige Geist seinen glühenden Eifer für den Römerbrief des Apostels Paulus auf das Wort „Gottes Gerechtigkeit“. Luther schreibt rückblickend über jenes denkwürdige Ereignis:<br />
„Es war gewiss wunderbar, von welchem glühenden Eifer ich ergriffen worden war, Paulus im Brief an die Römer kennenzulernen, aber mir hatte bis dahin nicht die Kälte des Herzens im Wege gestanden, sondern ein einziges Wort, das im ersten Kapitel steht (1,17): Die Gerechtigkeit Gottes wird in ihm (Evangelium) offenbar. Denn ich hasste dieses Wort „Gerechtigkeit Gottes“, weil ich durch den Brauch und die Gewohnheit aller Doktoren gelehrt worden war, es von der sogenannten formalen oder aktiven Gerechtigkeit her zu verstehen, durch die Gott gerecht ist und die Sünder und die Ungerechten straft.</p>
<p>Ich aber, der ich fühlte, dass ich vor Gott ein Sünder mit unruhigem Gewissen sei, und nicht glauben konnte, dass ich durch meine Genugtuung versöhnt sei, (obgleich) ich wie immer ein untadeliger Mönch lebte, liebte den gerechten und die Sünder strafenden Gott nicht; ja, ich hasste ihn vielmehr und war unwillig gegen Gott, wenn nicht in unausgesprochener Lästerung, so doch mit mächtigem Murren, indem ich sagte: Als ob es wirklich nicht genug sei, dass die elenden und durch die Erbsünde ewiglich verdammten Sünder durch das Gesetz des Dekaloges mit jeder Art von Unheil bedrückt sind, wenn Gott nicht durch das Evangelium Leid an Leid füge und uns auch durch das Evangelium seine Gerechtigkeit und seinen Zorn androhe. So raste ich mit meinem wütenden und verwirrten Gewissen, pochte aber dennoch ungestüm an dieser Stelle bei Paulus an, weil ich glühend danach dürstete, zu erfahren, was Sankt Paulus wolle.</p>
<p>Tag und Nacht dachte ich unablässig darüber nach, bis Gott sich meiner erbarmte und ich auf den Zusammenhang der Worte achtete, nämlich: Die Gerechtigkeit Gottes wird in ihm offenbar, wie geschrieben steht: Der Gerechte lebt aus Glauben. Da fing ich an, die Gerechtigkeit Gottes als die Gerechtigkeit zu verstehen, durch die der Gerechte als durch Gottes Geschenk lebt, nämlich aus dem Glauben, und begriff, dass dies der Sinn sei: Durch das Evangelium wird die Gerechtigkeit Gottes offenbar, und zwar die passive, durch die uns der barmherzige Gott durch den Glauben rechtfertigt, wie geschrieben steht: Der Gerechte lebt aus (seinem) Glauben. Da fühlte ich, dass ich ganz und gar neugeboren und durch die geöffneten Pforten in das Paradies selbst eingetreten war. Ununterbrochen zeigte mir nun die ganze Heilige Schrift ein anderes Gesicht. Ich durchlief die Schriften, wie ich sie im Gedächtnis hatte, und fand auch bei anderen Wörtern einen entsprechenden Sinn; so bedeutet das Werk Gottes das Werk, das Gott in uns wirkt, Kraft Gottes die Kraft, durch die er uns kräftig macht, Weisheit Gottes die Weisheit, durch die er uns weise macht. (Ebenso ist es) mit Stärke Gottes, Heil Gottes und Herrlichkeit Gottes.</p>
<p>In dem gleichen Maße, in dem ich vorher das Wort Gerechtigkeit Gottes gehasst hatte, erhob ich mir nunmehr voller Liebe dieses allersüßeste Wort. So wurde mir diese Stelle des Paulus wahrlich zur Pforte des Paradieses.“3</p>
<p>Luthers Turmerlebnis veränderte nicht nur ihn sondern die Welt. Die Erleuchtung, die er empfing, prägte von nun an sein Schriftverständnis. Als er am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an das Portal der Schlosskirche zu Wittenberg anschlug, wusste er noch nicht, welche Folgen sein Handeln nach sich ziehen würden. In seinen 95 Thesen kritisierte er an der Kirche, der er noch selbst angehörte, vor allem den Ablasshandel, das falsche Verständnis der Buße und den Papst. Die neu gewonnene Einsicht, dass Gott die Gerechtigkeit allein aus Glauben zurechnet, wird in den 95 Thesen Luthers nicht dargelegt, aber die ersten Ansätze für Luthers Überzeugung, dass Schriftautorität – <em>sola scriptura</em> (allein die Schrift) – über Kirchenautorität stehe, sprechen deutlich aus seinen Thesen. Luther ging es mit seinem in Lateinisch verfassten Thesenanschlag, der ursprünglich für eine akademische Debatte bestimmt war, nicht um die Schaffung einer neuen Kirche, sondern um Reformation seiner eigenen Kirche.</p>
<p>Schnell wurden Luthers Thesen ins Deutsche übersetzt und fanden dank der Erfindung des Buchdrucks in kürzester Zeit Verbreitung in ganz Deutschland. Die Auswirkungen dieser Vorgänge setzten etwas in Gang, was der angehende Reformator wohl niemals beabsichtigt hatte. Als Reformator der eigenen Kirche abgelehnt, wurde Luther zum Kirchenspalter. Und dies alles, weil Luther den Mut aufgebracht hatte, eine Diskussion über das zu beginnen, was unzählige Menschen gleich ihm bewegte: der Abfall der Kirche von ihrer eigentlichen Berufung. Luther selbst muss wohl von den zustimmenden Reaktionen des Volkes überrascht gewesen sein. Dies war der Anfang der deutschen Reformation.</p>
<p>Der Dominikanermönch Silvester Prierias, päpstlicher Inquisitor, verfasste eine die Schrift <em>Dialogus</em> (Zwiegespräch) und legte sie im Dezember 1517 dem Papst vor. In dieser Schrift wurden nicht nur den Thesen Luthers aus katholischer Sicht widersprochen, sondern eine Reihe lutherischer Lehren wurden darin sogar als Häresie bezeichnet. Erst im Mai 1518 wurde Luther die gedruckte Version des <em>Dialogus</em> vorgelegt. Die kirchlichen Konzilien, der Papst und die römische Kirche als Gemeinschaft aller Heiligen könne sich nicht irren, und wer dem widerspricht, sei ein Häretiker, so das Dokument. Dies befeuerte den Kampfgeist Luthers, für die Wahrheit des Evangeliums einzutreten, erst recht umso mehr. Von nun an sollte Luther an der christlichen Heilswahrheit – an dem „edlen anvertrauten Gut“ (2Tim 1,14) – mit aller von Gott geschenkten Kraft festhalten. Würden wir eine Kirchengeschichte aus dem Blickwinkel der Wahrheit von Gottes Wort schreiben, müssten wir zu dem Schluss kommen, dass es im Grunde nicht Luther war, der die Kirche spaltete. Es war der katholische Dogmatismus, die Unwahrheit, die sich über Jahrhunderte den Deckmantel christlicher Frömmigkeit übergeworfen hatte, die die Kirchentrennung verursachte. Nicht Luther musste sich den menschlichen Traditionen des Katholizismus unterwerfen, sondern die katholische Kirche hätte sich im Grunde der ewigen Wahrheit des Evangeliums beugen müssen.</p>
<p>Der endgültige Bruch Luthers mit der katholischen Kirche folgt der Bannandrohung von Papst Leo X. im Jahre 1520. Sollte Luther nicht innerhalb von 60 Tagen seine Thesen und Lehren widerrufen, würde er aus der Kirche ausgeschlossen werden. Luther war zu sehr ein Streiter für die Wahrheit, als dass er sich durch diese Androhung kirchlicher Macht hätte einschüchtern lassen. Nachdem die römische Kirche eine öffentliche Verbrennung seiner Schriften angeordnet hatte, antwortete er trotzig mit der Verbrennung der päpstlichen Bannandrohung.</p>
<p>Am 17. April 1521 stand Luther vor dem deutschen Kaiser Karl V. Er wurde erneut vor ein Ultimatum gestellt: Entweder er widerrufe und beuge sich der römischen Kirche, oder der Kirchenbann würde aufrechterhalten. Die Entschlossenheit des Reformators wird daran deutlich, dass er nach nur einem Tag Bedenkzeit vor den Wormser Reichstag trat und vor Kaiser Karl V., der sich als Schutzherr der Christenheit bezeichnete, das Zeugnis ablegte, das sich dem heiligen Gotteswort „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!“ (Apg 5,29) stärker verpflichtet fühlte als menschlichen Einheitsbemühungen: „Wenn ich nicht überwunden werde durch Zeugnisse der Heiligen Schrift oder durch evidente Vernunftsgründe – denn ich glaube weder dem Papst noch den Konzilen allein, weil feststeht, dass sie sich schon oft geirrt und sich selbst widersprochen haben –, bin ich durch die von mir angezogenen Schriftstellen besiegt, und das Gewissen ist in Gottes Wort gefangen, und ich kann und will nicht irgendetwas widerrufen, weil es weder gefahrlos noch heilsam ist, gegen das Gewissen zu handeln. Hier stehe ich. Gott helfe mir. Amen.“4</p>
<p>Als Kaiser Karl am 8. Mai 1521 das Wormser Edikt unterschrieb, das die Reichsacht über Luther verhängte, hatte die reformatorische Bewegung bereits so viel Zustimmung erfahren, dass das Feuer der Reformation nicht mehr zu löschen war. Hierin sehen wir gleichsam die Hand Gottes, des wahren Weltenherrschers, der sowohl der kaiserlichen Ordnungsmacht als auch der Macht der römischen Kirche gebührend Einhalt gebot als auch seine schützende Hand über den Reformator hielt, der noch eine beträchtliche Wegstrecke in seinem Glaubenskampf vor sich hatte.</p>
<p>Vier Säulen der Reformation – auch als die „vier solas“ bekannt – sollten für Jahrhunderte nicht nur für den Protestantismus, sondern auch für die daraus entstehenden protestantischen Freikirchen, Denominationen und Strömungen zu den festen Fundamenten der christlichen Lehre gehören. Die Rechtfertigung allein aus Glauben, <em>sola fide</em>, allein aus Gnade, <em>sola gratia</em>, alleine durch Christus, <em>solus Christus</em>, war Gottes Handeln am Menschen, und dies alles alleine auf der Grundlage der Schrift, <em>sola scriptura</em>. Wer von nun an <em>für </em>die „vier solas“ stand, positionierte sich <em>gegen</em> Werksgerechtigkeit, <em>gegen</em> ein Evangelium, das neben der Erlösungstat Christi noch menschliche Verdienste forderte und <em>gegen</em> den Anspruch der römischen Kirche, dass die päpstliche Lehre <em>ex cathedra</em> oder kirchliche Konzile in gleicher Autorität neben der Schrift Geltung hatten.</p>
<p>Menschen, die immer nur <em>für</em> etwas, indessen nie <em>gegen</em> etwas sein wollen, wird Gott niemals als Werkzeug gebrauchen können. In der Person Luthers vereinte sich aber mehr als die Fähigkeit und der Wille, Position <em>für</em> die Wahrheit zu beziehen. Luther war mit allen Konsequenzen bereit, für den ein für alle Mal überlieferten Glauben zu kämpfen, <em>gegen</em> alle Widerstände, die sich vor ihm auftaten. Die letzten schriftlichen Worte Luthers auf einem Zettel vom 16. Februar 1546 lauteten: „Die Heilige Schrift meine niemand genügsam geschmeckt zu haben, er habe denn hundert Jahre lang mit Propheten wie Elias und Elisa, Johannes dem Täufer, Christus und den Aposteln die Gemeinden regiert. Versuche nicht diese göttliche Aeneis, sondern neige dich tief anbetend vor ihren Spuren! Wir sind Bettler, das ist wahr.“5</p>
<p>Im Angesicht der Ewigkeit empfand sich Luther als ein Bettler, obgleich sein reformatorisches Wirken beachtlich war und über Jahrhunderte einen reichen Schatz darstellte. Luther übersetzte das Alte und Neue Testament in die deutsche Sprache. Neben den reformatorischen Hauptschriften <em>An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung</em>,<em> Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche</em> und<em> Von der Freiheit eines Christenmenschen</em> verfasste er weitere Schriften und Kommentare zur Bibel. Überdies erkannte Luther die Notwendigkeit, den Kirchengesang zu reformieren, und er verfasste selbst zahlreiche Choräle und Kirchenlieder in deutscher Sprache.</p>
<p>Für Luther war ein wahrhaft geistliches Kirchenlied nichts anderes als die gesungene Botschaft der Wahrheit des Evangeliums. Carl Gustaf Bobergs bekanntes Lied <em>Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte</em> ehrt den Schöpfer, Herrscher und Erlöser. Es steht in der Tradition des reformatorischen Liedgutes, das uns noch heute zuruft: <em>soli Deo gloria</em> – Gott allein die Ehre. Im Gegensatz zu manchem frommen Liedgut unserer heutigen Zeit, in der die Ehre und Herrlichkeit Gottes auf dem Altar von Kommerz, banalem Emotionalismus und frommem Ichmenschen geopfert wird, ertönen diese alten Liedtexte wie eine Mahnung und Herausforderung zugleich. Fehlt uns nicht das, was Boberg beschreibt: „Wenn mir der Herr in seinem Wort begegnet, &#8230; Dann jauchzt mein Herz dir, großer Herrscher zu, Wie groß bist du, wie groß bist du!“</p>
<p>Luther hatte wie Boberg sein „Gewittererlebnis“ und wurde in einem Augustinerkloster von Gott für seine Berufung zugerüstet. Doch erst als der Herr dem Reformator in seinem Wort begegnete, wurde der neue innere Mensch geboren, der Geschichte schreiben sollte. In einem seiner bekanntesten Lieder <em>Eine feste Burg ist unser Gott</em> ruft der Reformator uns gleichsam noch heute zu: Sie sollen lassen das Wort stahn! In jeder christlichen Bewegung, Kirche oder Gemeinschaft, in der die Schriftfrage nicht geklärt ist, in der kein uneingeschränktes Ja zur Schriftautorität – zu <em>sola scriptura</em> – uneingeschränkt Geltung hat, entfernt sich die lebensspendende Kraft des Heiligen Geistes. Zurück bleibt bestenfalls tote christliche Tradition, schlimmstenfalls der völlige Glaubensabfall.</p>
<p>„Mit unserer Macht ist nichts getan“, dichtete Luther als jemand, der als „Madensack“ von seinem Herrn und Erlöser als einer der größten Reformatoren in die Kirchengeschichte einging. Als er an den Pforten der Ewigkeit stand, empfand sich der wortgewaltige Luther angesichts seines mächtigen Gottes als Bettler. Doch bis zu seinem letzten Atemzug war er sich gewiss: „Das Reich muss uns doch bleiben.“</p>
<blockquote><p>Ein feste Burg ist unser Gott,<br />
ein gute Wehr und Waffen.<br />
Er hilft uns frei aus aller Not,<br />
die uns jetzt hat betroffen.<br />
Der alt böse Feind mit Ernst<br />
ers jetzt meint;<br />
groß Macht und viel List<br />
sein grausam Rüstung ist,<br />
auf Erd ist nicht seinsgleichen.</p>
<p>Mit unsrer Macht ist nichts getan,<br />
wir sind gar bald verloren;<br />
es streit&#8216; für uns der rechte Mann,<br />
den Gott hat selbst erkoren.<br />
Fragst du, wer der ist?<br />
Er heißt Jesus Christ,<br />
der Herr Zebaoth,<br />
und ist kein andrer Gott,<br />
das Feld muss er behalten.</p>
<p>Und wenn die Welt voll Teufel wär,<br />
und wollt uns gar verschlingen,<br />
so fürchten wir und nicht so sehr,<br />
es soll uns doch gelingen.<br />
Der Fürst dieser Welt,<br />
wie saur er sich stellt,<br />
tut er uns doch nicht;<br />
das macht, er ist gericht&#8216;:<br />
Ein Wörtlein kann ihn fällen.</p>
<p>Das Wort sie sollen lassen stahn<br />
und kein&#8216; Dank dazu haben;<br />
er ist bei uns wohl auf dem Plan<br />
mit seinem Geist und Gaben.<br />
Nehmen sie den Leib,<br />
Gut, Ehr, Kind und Weib:<br />
Lass fahren dahin,<br />
sie habens kein&#8216; Gewinn,<br />
das Reich muss uns doch bleiben.</p></blockquote>
<p>Georg Walter</p>
<p>Anmerkungen<br />
1 WA, 26, 499-500.<br />
2 WA, 8, 637.<br />
3 Martin Luthers Turmerlebnis.<br />
URL: http://www.gemeindehilfsbund.de/seelsorge-und-beratung/frieden-mit-gott-finden/64-turmerlebnis.html. Aufgerufen am 19.1.2015.<em>  </em>Martin Luther, Vorrede zum 1. Band der Gesamtausgabe seiner lateinischen Werke, Wittenberg 1545.<br />
4 Klaus Rüdiger Mai, <em>Der Vatikan: Geschichte einer Weltmacht im Zwielicht</em>, Bastei Lübbe, Köln, S.362-363.<br />
5 Dr. Volkmar Joestel, <em>Luthers Tod</em>. URL: http://www.luther.de/jlt.html. Aufgerufen am 19.1.2015.</p>
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		<title>NIMM UND LIES Verlosung 06/2013 *BEENDET*</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Eduard Klassen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Jun 2013 22:01:36 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Kirchengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Puritaner]]></category>
		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>UPDATE:</strong> Die Gewin­ner ste­hen fest und wer­den benach­rich­tigt: Helmut und Konstantin. Herz­li­chen Glückwunsch!</p>
<p>In einigen Bundesländern haben die Sommerferien bereits begonnen. Gerne versorgen wir euch mit Urlaubslektüre. Dazu verlosen wir zwei Exemplare von <em>Der Puritanismus</em> von Joseph Chambon.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-6793 alignright" alt="Der Puritanismus" src="https://www.nimm-lies.de/wp-content/uploads/der_puritanismus-195x300.jpg" width="195" height="300" />Der Herausgeber schreibt zu diesem Buch:</p>
<p><em>Dieser einmalig wichtige Beitrag zur Kirchengeschichte zeichnet ausführlich die englische und schottische Reformation nach und beleuchtet das Wesen der puritanischen Bewegung, deren Weg er, angefangen bei John Knox, über den Pilgervätern, dem Presbyterianismus, John Milton, John Bunyan, Oliver Cromwell und Richard Baxter bis hin zu John Wesley verfolgt.</em></p>
<p>Weitere Infos zum Buch und eine Einkaufsmöglichkeit: cbuch.de.</p>
<p>Wir wollen von Dir wissen: <strong>Hast Du bereits ein Buch von den Puritanern gelesen? JA/NEIN. Wenn JA, welches?</strong></p>
<p><strong>Teil­nah­me­be­din­gun­gen:</strong></p>
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<li>Beant­worte die oben genannte Fragen im Kommentarbereich.</li>
<li>Unter allen Ant­wor­ten wer­den zwei Bücher verlost.</li>
<li>Teil­nah­me­schluss: 28. Juni 2013, 23.59 Uhr</li>
<li>Ver­sand kann nur an deut­sche Adres­sen erfolgen.</li>
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