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	<title>Thomas Watson Archive - NIMM und LIES</title>
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	<title>Thomas Watson Archive - NIMM und LIES</title>
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		<title>Thomas Watson über die Glaubensgewissheit Eine Studie zu &quot;A Body of Divinity&quot;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Dec 2021 14:20:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gewissheit der Errettung]]></category>
		<category><![CDATA[Glaubensgewissheit]]></category>
		<category><![CDATA[Heilsgewissheit]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Lesezeit: 16 Minuten In seiner “A Body of Divinity” (auf Deutsch als “Darlegung der christlichen Lehre und ihre Anwendung” veröffentlicht) führt Thomas Watson in Teil V, Kap.6 (S.250-260) seine Überlegungen über die Gewissheit der Liebe Gottes aus. Damit bespricht er einen Aspekt der 36ten Frage&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/thomas-watson-ueber-die-glaubensgewissheit/14726">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/thomas-watson-ueber-die-glaubensgewissheit/14726">Thomas Watson über die Glaubensgewissheit &lt;br /&gt;&lt;span style=&#039;color:#4d4545;font-size:1.5rem;&#039;&gt;Eine Studie zu &quot;A Body of Divinity&quot;&lt;/span&gt;</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Lesezeit: 16 Minuten</em></p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft" src="https://www.cbuch.de/pub/media/catalog/product/cache/c81600cb6425c8c9a9a56814e9782527/5/5/5530_0.jpg" alt="Watson: Darlegung der christlichen Lehre und ihre Anwendung" width="200" height="302" />In seiner <a href="https://www.amazon.de/BODY-DIVINITY-REV-Thomas-Watson/dp/0851511449/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=2Q7H1DATRA79W&amp;keywords=a+body+of+divinity&amp;qid=1640614389&amp;sprefix=a+body+of+divinity%2Caps%2C130&amp;sr=8-2">“A Body of Divinity”</a> (auf Deutsch als <a href="https://www.cbuch.de/watson-darlegung-der-christlichen-lehre-und-ihre-anwendung.html">“Darlegung der christlichen Lehre und ihre Anwendung”</a> veröffentlicht) führt Thomas Watson in Teil V, Kap.6 (S.250-260) seine Überlegungen über die Gewissheit der Liebe Gottes aus. Damit bespricht er einen Aspekt der 36ten Frage des kürzeren Westminster Katechismus, die <em>“Wohltaten, die in diesem Leben Rechtfertigung, Sohnschaft und Heiligung begleiten”</em>, der von der Zusicherung von Gottes Liebe spricht.</p>
<p>Im deutschsprachigen Gebrauch wird <em>Assurance (of Faith)</em> häufig als<em> Heilsgewissheit </em>wiedergegeben. Da aber die Gewissheit des Heils nicht anderer Art als der christliche Glaube sein kann und auch nicht unabhängig eines evangelischen Glaubens existieren kann, würde ich persönlich den Begriff der <em>Glaubensgewissheit</em> bevorzugen. In manchen Fällen könnte man auch von der Gewissheit der Errettung sprechen. Wertvoll ist der Hinweis, dass es hier um die Gewissheit geht, dass Gottes Liebe <strong>mir</strong> gilt. Es ist die Frage, die Luthers Suche nach einem gnädigen Gott antreibt und auf diese Weise auch ein Reibungspunkt mit der katholischen Kirche. Schließlich hielt der Chefverteidiger des Katholizismus Kardinal Bellarmino einmal fest: <em>“Die zentrale Häresie der Protestanten ist, dass die Heiligen eine bestimmte Gewissheit ihrer gnädigen  Annahme vor Gott haben können” (Aus S. Ferguson: The Whole Christ, S. 181, der dabei De Justificatione Impii, 3.2.3. zitiert)</em><span id="more-14726"></span></p>
<p><img decoding="async" class="alignright" src="https://images-eu.ssl-images-amazon.com/images/I/51XeWayhxyL._SY264_BO1,204,203,200_QL40_ML2_.jpg" />Thomas Watson führt folgende Überlegungen zur Gewissheit der Liebe Gottes aus (Sämtliche Zitate als eigene Übersetzung aus: <em>Thomas Watson, A Body of Divinity, Banner of Truth Trust, Edinburgh: Revised Edition 1965, reprinted 2008</em>).<!--more-->Grundlegende Bibelstellen:</p>
<p>Watson sieht in <a href="https://ref.ly/logosref/BibleLUTBIB2017.2Pe1.10">2. Petrus 1,10</a> (bemüht euch umso eifriger, eure Berufung und Erwählung festzumachen.) die <em>“Gewissheit der Liebe Gottes aus der Heiligung fließen. Heiligung ist der Same, und die Gewissheit ist die Blume, die aus dieser folgt.” (S. 250).</em></p>
<p>Im neuen Testament ist diese Gewissheit natürlich vorhanden, wenn wir an <a href="https://ref.ly/logosref/BibleLUTBIB2017.1Jn2.3">1. Johannes 2,3</a> (“Und daran merken wir, dass wir ihn erkannt haben…”) oder an <a href="https://ref.ly/logosref/BibleLUTBIB2017.2Ti1.12">2. Timotheus 1,12</a> (“denn ich weiß, an wen ich glaube”) denken.  Watson weist auch auf Gal.2,20 hin, wo Paulus davon spricht, dass “Christus mich geliebt hat”: <em>“Hier ist Glaube der in die Gewissheit blüht” (S.250)</em></p>
<h2>Haben alle geheiligten Personen Glaubensgewissheit?</h2>
<p>Watson schreibt auf diese Frage: <em>“Ja, Sie haben ein Anrecht darauf und ich neige dazu anzunehmen, dass alle sie in einem gewissen Grad, wenn auch nicht in voller Erfüllung besitzen. Auch wenn ihr Trost sehr zerbrechlich sein mag und ihre geistlichen Kräfte schwach sein können, so dass sie nicht ausdrücken können, was sie fühlen. Doch ich wage nicht zu bejahen, dass alle bereits im ersten Moment ihrer Heiligung diese Gewissheit besitzen. Ein Brief kann geschrieben sein, wenn er noch nicht versiegelt ist. So kann auch die Gnade in das Herz geschrieben sein, aber der Geist hat die Gewissheit noch nicht versiegelt.” (S. 250)</em></p>
<p><em>“Du hast das Wasser des Geistes auf dich in der Heiligung gegossen bekommen, auch wenn noch nicht das Öl der Freude der Heilsgewisheit.”(S.251)</em><!--more--></p>
<h2>Wie Glaubensgewissheit und Heilszuspruch zusammenhängen</h2>
<p>Auf die Frage was “Glaubensgewissheit” sei, führt Watson eine Klarstellung und eine differenzierte Beschreibung an: <em>“Gewissheit ist keine Stimme oder hörbare Eingebung, die uns durch einen Engel oder Offenbarung zuteilwird. Die Gewissheit ist eine Zusammensetzung, bei der das Wort Gottes das Hauptstück ausmacht, das Gewissen beiträgt und der Geist Gottes die Schlußfolgerung”.</em>  (S.251) Hier bestätigt Watson die Ausführungen von Röm. 8,16, dass der Geist Gottes (mit) unserem Geist bezeugt, dass wir Gottes Kinder sind.</p>
<h2>Schließt Glaubensgewissheit jeglichen Zweifel aus?</h2>
<p>Watson sieht die Glaubensgewissheit als Prozess im guten Kampf des Glaubens. Watson weist darauf hin, dass Gewissheit, wenn auch unfehlbar, keine “perfekte” Eigenschaft ist: <em>“Wenn ein Christ keine Zweifel hätte, gebe es in ihm auch keinen Unglauben. Hätte er keine Zweifel, gebe es keinen Unterschied zwischen erobernder und triumphierender Gnade. Erlebte David nicht Ebbe wie auch Flut? (…) Manchmal hören wir David sagen: “Deine Freundschaft ist vor meinen Augen.” (Ps. 26,3) und er fühlt sich zu einem anderen Zeitpunkt verloren: “Herr, wo ist deine frühere Freundlichkeit?” (Ps. 89,49).” (S.251) </em></p>
<p>Diese Unterscheidung ist wertvoll, um Wachstum im Glauben zuzulassen, denn Gewissheit der Errettung ist keine statische “Eigenschaft”.</p>
<h2>Wie kann man echte von falscher Gewissheit unterscheiden?</h2>
<p>Im späteren Verlauf bespricht Watson die Unterschiede von echter oder scheinbarer Heilsgewissheit. Jeder spürt den Unterschied zwischen des Glaubensausrufs “Ich weiß das mein Erlöser lebt” und des Ausrufs des Hochmuts: “Ich weiß, dass ich nicht fallen kann”.  Doch echte von falscher Frömmigkeit zu unterscheiden kann schon schwieriger sein, denn auch jemand, der echt gerettet ist, kann an seinem Heil zweifeln und jemand, der gar nicht gerettet ist, kann sich recht sicher wähnen. Watson schlägt diese vier Eigenschaften echter Heilsgewissheit vor:</p>
<ol>
<li>Es gibt einen Unterschied in der Art: Echte Heilsgewissheit fließt aus der Demütigung für die Sünden: <em>“Gottes Geist ist erst ein Geist der Bindung, bevor er ein Geist der Annahme ist” (S.252)</em></li>
<li><em>“Jemand, der Heilsgewissheit hat, wird alles meiden, dass seine Gewissheit schwächen oder verdunkeln wird. Er meidet die verbotene Frucht. Auch wenn er weiß, dass er, auch wenn er seine Seele nicht verlieren kann, doch seine Gewissheit verlieren kann.” (S.252)</em></li>
<li>Echte Gewissheit baut auf dem Wort Gottes. (Jes. 32,17)</li>
<li>Heilsgewissheit hält das Herz demütig: <em>“Herr, sagt meine Seele: Was bin ich, dass du, indem du an so Vielen vorbei gehst, die goldenen Strahlen deiner Liebe über mich scheinen lässt. Paulus hatte Gewissheit und war doch nicht stolz (Eph. 3,8)”</em></li>
</ol>
<h2>Was kann uns reizen nach Glaubensgewissheit zu trachten?</h2>
<p>Heilsgewissheit und Heiligung sind in einer Wechselbeziehung. Entsprechend lohnt es sich, nach einer tieferen Gewissheit des Glaubens zu trachten. Watson wird dabei durchaus blumig:</p>
<p><em>“Das ist Manna im goldenen Topf. Der weiße Stein und der Wein des Paradieses, der das Herz erfreut. So köstlich ist Gottes Lächeln! Die Sonne ist erfrischender, wenn sie klar scheint, als wenn sie in den Wolken versteckt ist.”</em> (S.253)</p>
<ol>
<li>Heilsgewissheit hat unterschiedliche Auswirkungen, darunter&#8230;</li>
<li>fördert sie unsere Liebe zu Gott:<em> “Liebe ist die Seele der Religion, das Fett des Opfers. Und wer kann Gott lieben als der, der echte Gewissheit besitzt?”</em></li>
<li>fördert sie unsere Freude in unseren Tätigkeiten: “<em>Schuld verbittert unser Wohlbefinden. Es ist wie das Trinken aus einem verseuchten Becher. Doch Gewissheit stärkt die ganze Gesundheit. “ </em></li>
<li>fördert sie unseren Eifer im Dienst Gottes. Entgegen “papistischen Befürchtungen” wird Glaubensgewissheit nicht Selbstsicherheit sondern Fleiß fördern: <em>“Zweifel entmutigt uns im Dienst Gottes, aber die Gewissheit seiner Annahme befeuert unsere Freude” </em></li>
<li>stärkt sie uns in Anfechtungen</li>
<li>schenkt sie uns Zufriedenheit. <em>“Gewissheit wird uns zufrieden machen, auch wenn wir nur wenig in der Welt besitzen. Der der genug hat, ist zufrieden. Jemand mit Sonnenlicht ist zufrieden, auch wenn er keine Fackel hat. Ein Mensch, der Gewissheit besitzt, hat genug.” (S.254)</em></li>
<li>gibt sie Kraft in Leiden (Hebr. 10,36; Röm. 5,3-5; Heb. 10,34)</li>
<li>kann sie unser unruhiges Gewissen besänftigen:<em> “Wenn Gott bezüglich uns im Frieden ist, dann ist auch das Gewissen beruhigt”</em> (S.255)</li>
</ol>
<h2>Was sollen die tun, die keine Heilsgewissheit besitzen?</h2>
<p>Hier finde ich Watsons Ausführungen besonders stark. Es geht nicht darum, Heilsgewissheit, sondern die Gnade Gottes zu suchen:<em> “Lasst diese (= die keine Heilsgewissheit haben) die Gnade suchen. Wenn die Sonne der Erde ihre Strahlen verweigert, kann sie diese doch weiterhin wärmen. So auch Gott: Wenn er uns das Licht seines Antlitz verweigert, mag er uns doch den Einfluss seiner Gnade gewähren.”</em> (S. 255).</p>
<p><em>“Wenn du Gewissheit haben möchtest, warte darauf. Bei einem mit dunklen Wolken benetzten Himmel ist nichts mehr nötig, wie eine kleine Weile und die Sonne scheint wieder. “Wer glaubt wird nicht überstürzt handeln” (Jes. 28,16, nicht Luthertext). Er wird Gottes Wirken erwarten. Sage nicht, dass Gott dich vergessen hat und niemals sein Angesicht über dich scheinen lassen wird. Sondern sprich wie die Gemeinde: “Und ich will hoffen auf den Herrn, der sein Antlitz verborgen hat vor dem Hause Jakob, und will auf ihn warten.” (Jes. 8,17) &#8211; Wenn Gott auf deine Bekehrung gewartet hat, solltest du nun nicht auf seine Beglaubigung warten?”</em></p>
<h2>Wie kann ich Trost ohne Gewissheit finden?</h2>
<p>Auch hier finde ich die Ermutigungen Watsons sehr seelsorgerlich:</p>
<ol>
<li><em>“Der Mangel an Gewissheit soll nicht den Erfolg unserer Gebete hindern. Ein Leben in Sünde blockiert unsere Gebete, aber nicht der Mangel an Gewissheit. Wir können uns weiterhin demütig zu Gott nahen. Ein Christ mag vielleicht denken, dass weil er nicht Gottes wohlgefälliges Angesicht sieht, Gott ihn nicht hören wird. Doch das ist ein Fehler: “  Ich sprach wohl in meinem Zagen: Ich bin von deinen Augen verstoßen. Doch du hörtest die Stimme meines Flehens, als ich zu dir schrie.” (Ps. 31,22)&#8230;</em></li>
<li><em>Der Glaube mag am stärksten sein, wenn die Gewissheit am schwächsten ist. Die Kanaanäerin hatte keine Gewissheit und doch einen glorreichen Glauben” (…) Rachel war schöner, doch Lea war fruchtbarer. Gewissheit ist schöner und lieblicher zum Anblicken, doch ein fruchtbarer Glaube ist etwas, das Gott lieber hat&#8230;</em></li>
<li><em>Auch wenn Gott außerhalb der Sicht ist, ist er doch nicht außerhalb des Bundes. Auch wenn eine Frau ihren Mann für Jahre nicht sehen mag, hält doch der Ehebund und er wird nach einer langen Reise wiederkehren. Gott mag die Seele verlassen haben, doch der Bund steht fest: “Der Bund meines Friedens soll nicht entfernt werden.” (Jes. 54,10.) Doch dieses Versprechen wurde den Juden gemacht und gehört nicht uns, mag jemand einwenden. Doch , dieses Versprechen ist unser, denn V. 17 sagt: “Das ist das Erbe der Diener des Herrn.” Das gilt für alle Diener Gottes…(S. 256-257)</em></li>
</ol>
<h2>Wie können wir Gewissheit erlangen?</h2>
<p>Gewissheit kann nur Frucht sein, die auf Heiligung und Nachfolge folgt. Diese Unterscheidung (Zwischen Frucht und Ziel) gelingt Watson. Er schlägt diese Schritte vor:</p>
<ol>
<li>Haltet ein reines Gewissen</li>
<li>Trachtet mit der Gnade nach einem tugendhaften Leben (1. Tim. 4,7; 2. Pet, 1,5)</li>
<li>“pflegt” den Heiligen Geist Gottes</li>
<li>Gebraucht die Sakramente: <em>“Die gesegneten Ordnungen (des Abendmahls) ist das Festmahl, bei dem Gott das Banner der Gewissheit zeigt. Das Sakrament ist eine Verordnung der Versiegelung. Christus offenbarte sich seinen Jüngern, in dem er das Brot brach.”</em> (S. 258)</li>
</ol>
<h2>Wie sollen sich jene mit Heilsgewissheit verhalten?</h2>
<p>Sein Kapitel schließt Watson mit einer ausführlichen Betrachtung darüber, wie man sich verhalten soll, wenn man Glaubensgewissheit hat. Aus seinen ausführlichen Ausführungen will ich nur ein Zitat nehmen: <em>“Wenn du Gewissheit hast, bewundere Seine unfassbare Gnade. Du hast es verdient, dass Gott dir Galle und Essig geben sollte, doch er lässt dich den Honigseim seiner Liebe trinken.”  (S. 258)</em></p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Watsons Ausführungen sind in mehrfacher Hinsicht hilfreich: So gelingt ihm einerseits das Festhalten daran, dass Glaube selbst ein unerschütterliches Gottesvertrauen beschreibt. Glaube kann nur so definiert werden: Als fest und unerschütterlich. Doch die Realität im Christen ist eine andere und somit sehen wir, wie wir vom Zweifel zur Glaubensgewissheit reifen dürfen. Der gute Kampf des Glaubens beinhaltet die Auseinandersetzung mit dem eigenen Unglauben. Ja es ist zu erwarten, dass Satan unsere Kindschaft angreifen wird, wenn er sogar die Kindschaft Christi in Frage gestellt hat.</p>
<p>Watson gelingt es, Heilsgewissheit als “von der Art des Glaubens” darzustellen. Deswegen ist es kein “Weltuntergang”, wenn wir keine Heilsgewissheit besitzen und die Säule unserer Errettung ist nicht unsere Heilsgewissheit, sondern die Gnade Gottes. Nicht in unserer Gewissheit, sondern in “Christi Blut und Gerechtigkeit” finden wir den Halt unserer Gewissheit. Trotzdem hält Watson daran fest, dass es erstrebenswert ist, im Glauben bis zur völligen Glaubensgewissheit zu wachsen.</p>
<p>Typisch reformatorisch ist die Einbindung von sowohl alttestamentlichen wie neutestamentlichen Bibelstellen in seine Betrachtung: Die Gnade, die wir in voller Fülle in Christus erfahren ist, gleicher Art, wie die Gnade, die den alttestamentlichen Gläubigen zu Teil wurde. Schließlich sehe ich auch den “Gebrauch der Sakramente” als Stärkung der Heilsgewissheit ein gutes Argument, das Gnade, Glaube und Erlösungsgewissheit in eine fruchtbare Beziehung miteinander setzt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/thomas-watson-ueber-die-glaubensgewissheit/14726">Thomas Watson über die Glaubensgewissheit &lt;br /&gt;&lt;span style=&#039;color:#4d4545;font-size:1.5rem;&#039;&gt;Eine Studie zu &quot;A Body of Divinity&quot;&lt;/span&gt;</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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		<title>Zwölf Perlenketten meiner Lektüre</title>
		<link>https://nimm-lies.de/zwoelf-perlenketten-meiner-lektuere/14543</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Oct 2021 07:18:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirchengeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Artikel &#8222;Meine persönliche „Top-Ten“ Auswahl christlicher Werke&#8220; benötigt dringend eine Aktualisierung. Heute kann ich sie endlich liefern: Zunächst möchte ich aufzeigen, wo die Grenzen meines bisherigen Artikels liegen.  Anschließend erläutere ich das Konzept, dass ich als &#8222;Perlenketten&#8220; bezeichne: Das Konzept ermöglicht mir, sich mit&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/zwoelf-perlenketten-meiner-lektuere/14543">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/zwoelf-perlenketten-meiner-lektuere/14543">Zwölf Perlenketten meiner Lektüre</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Artikel <a href="https://www.nimm-lies.de/meine-personliche-top-ten-auswahl-christlicher-werke/5055">&#8222;Meine persönliche „Top-Ten“ Auswahl christlicher Werke&#8220;</a> benötigt dringend eine Aktualisierung. Heute kann ich sie endlich liefern:</p>
<p>Zunächst möchte ich aufzeigen, wo die Grenzen meines bisherigen Artikels liegen.  Anschließend erläutere ich das Konzept, dass ich als &#8222;Perlenketten&#8220; bezeichne: Das Konzept ermöglicht mir, sich mit zentralen Themen ausführlich zu befassen und doch unterschiedliche Perspektiven einzubinden. Die Frage, die ich dabei bespreche, ist, wie man eine hilfreiche Kette mit einem passenden &#8222;Anfangsknoten&#8220; knüpft. Schließlich gewähre ich einen Blick in eine größere Auswahl an Perlenketten.</p>
<h3><strong>Was an meiner bisherigen Liste problematisch ist</strong></h3>
<p>Im Wesentlichen drei Dinge:</p>
<p>1) Es fehlte Struktur: Vor allem &#8222;heilige fromme&#8220; Titel prägten mich, häufig ohne Folgen für das alltägliche Leben.</p>
<p>2) Fehlt Substanz: Vor 9 Jahren war ich einfach kein erfahrener Leser: So kannte ich außer Calvins Bibelkommentaren kaum einen anderen Kommentar. Und obwohl ich diese weiterhin für exzellent halte, denke ich, dass man weiser mit Kommentaren umgehen kann.</p>
<p>3) Ich konzentriere mich ausschließlich auf christliche Werke. Ein Schwerpunkt, der mein Leben auch weiterhin prägt, aber ich habe immer auch gerne Klassiker gelesen, die ich nun mit aufnehme.</p>
<h3><strong>Wie Perlenketten entstehen</strong></h3>
<p>Am Anfang einiger meiner Perlenketten steht der <a href="https://www.glaubend.de/a-preacher-man-in-new-york/">Predigtdienst von Tim Keller: </a> Immer wieder finden sich dann Beiträge, in denen er davon spricht, welche Autoren ihn geprägt haben. Er sagt, dass er sich in jungen Jahren mit der Frage konfrontiert sah, wie er Nicht-Christen erreichen kann. In Amerika könne man in vielen Bereichen immer noch die Kirchen voll mit Besuchern bekommen, weil viele noch über das christliche Vokabular verfügen. Er sah sich mit der Frage konfrontiert, wie er das Evangelium auch denen erzählen kann, die mit dem christlichen Konzept von Gott, Schöpfung und Erlösung nicht viel anfangen können und fand dabei viel Hilfe in den anglikanischen Evangelikalen <em>Stott, Packer, <a href="https://www.nimm-lies.de/rezension-preaching-von-alec-motyer/14065">Motyer</a>, Lucas</em> und weitere. Schon war mein erster Knoten geknüpft: Ich sehe in meinem Umfeld die gleiche Herausforderung, und ein Abgleichen meines Denkens an einer doch anderen Kultur der Briten der 50er bis 90er klingt verlockend.<span id="more-14543"></span></p>
<p>Eine andere Kette habe ich durch John Frames &#8222;History of Western Philosophy and Theology&#8220; entdeckt. Dadurch, dass er sehr intensiv mit dem Quellenmaterial arbeitet, Zitate anfügt auf frei zugängliche Werke verweist, lassen sich ausgehend von diesem Werk sicherlich viele Ketten knüpfen und schlagen. In meinem Fall war es vor allem das Werk von Poythress, auf dass mich der Autor aufmerksam gemacht hat. Poythress liest sich sehr einfach, wagt sich aber an ungewöhnliche Themen, z.B. schrieb er ein Buch darüber, wie wir als Christen über Mathematik nachdenken sollen. Vergleicht hier unser Interview mit <a href="https://www.nimm-lies.de/mit-vern-sheridan-poythress-im-gespraech/13735">V.S. Poythress</a>.</p>
<p>An dieser Stelle zeigt sich, dass sich Perlenketten auch kreuzen können. In seinem Werk <a href="https://www.nimm-lies.de/reading-the-word-of-god-in-the-presence-of-god/13366">&#8222;Reading the Word of God in the Presence of God&#8220;,</a> einem Hermeneutik-Primer, verweist Poythress immer wieder auf Edmund Clowney, einen Theologen von dem ich vorher nie etwas gehört habe, außer eben in den Predigten von Tim Keller. Auf diese Weise habe ich eine der besten frei zugänglichen Vorlesungen gefunden: <a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/preaching-christ-in-a-postmodern-world/id378879885">&#8222;Preaching Christ in a Postmodern World&#8220;</a>. Gehalten gleichzeitig von Keller und Clowney. Eine Google-Suche förderte dann <a href="https://servantofmessiah.org/homiletics-class/">sogar zwei Skripte zur Vorlesung zu Tage</a>.</p>
<p>Das funktioniert auch mit säkularer Literatur. Früher habe ich meine Bücher klassischer Literatur in zwei Rubriken sortiert: Zunächst einmal nach Entstehungsland, dann nach Entstehungsjahr. So kann ich heute schnell die Unterschiede von russischen zum z.B. englischen Realismus beschreiben und die Weiterentwicklung von Themen erkennen, was &#8222;ganz natürlich&#8220; aus dem Lesefluss folgte.</p>
<p>In einer gewissen Weise sind Perlenketten irgendwann auch abgeschlossen. Als ich mich mit den Büchern <a href="https://www.nimm-lies.de/jeder-tat-was-ihn-recht-duenkte/13857">Richter</a> und <a href="https://www.nimm-lies.de/gelobt-sei-der-herr-der-dir-heute-den-erloeser-nicht-versagt-hat/14360">Ruth</a> befasste, fand ich solche Ketten, knüpfte sie mit Freude und Erfüllung und werde sicher irgendwann nach Jahren wieder zu diesen zurückgreifen.</p>
<p>Schließlich muss uns auch klar sein, dass wir nicht alle Ketten der Welt knüpfen können. Astronomie oder Kreationismus, aber auch die Lehre von der Kirche und viele zeitaktuelle Themen sind Beispiele für Themen, die einen großen Reiz entwickeln können (zumindest für mich), für die ich aber einfach keine Zeit mehr übrighabe.</p>
<p>Es gibt einen praktischen Grund seine Lektüre einzuschränken, und der liegt schlicht in der begrenzten Lebenszeit. In der folgenden Aufstellung entblöße ich mich selbst, auch dadurch, dass ich viele Ketten nicht geflochten habe, darunter zähle ich Biografien, sozialanalytische Schriften, moderne Literatur, wissenschaftliche Werke und viele mehr! Es gibt viel zu tun, packen wir es an!</p>
<h2><strong>Zwölf Perlenketten</strong></h2>
<p>Die Perlenketten sind nicht unbedingt in der Weise dargestellt, wie ich sie gelesen/gehört habe, sondern vor allem nach Zugänglichkeit und Schwierigkeitsgrad sortiert. Auch habe ich die zu den Anglikanern, wie bereits oben dargestellt hier nicht noch einmal gesondert aufgeführt:</p>
<h2><strong>Drei theologische Ketten</strong></h2>
<h3><strong>Hermeneutik</strong></h3>
<p>Hätte ich bloß Beynons und Sachs Buch <a href="https://www.cbuch.de/beynon-sach-tiefer-graben.html"><em>Tiefer graben</em></a> früher gekannt. Ich glaube, mit diesem Buch hat man einen guten Einstieg in die Werkzeuge für das Bibelverständnis. Vor allem die zahlreichen durchgearbeiteten Beispiele machen das Buch sehr überzeugend. Darauf aufbauend würde ich zur <a href="https://www.amazon.de/Introduction-Biblical-Interpretation-Lectures-Complete/dp/B0757T9JZ9/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1B7ETP2QHS7LT&amp;dchild=1&amp;keywords=Introduction+to+Biblical+Interpretation+hubbard&amp;qid=1635410766&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;sprefix=introduction+to+biblical+interpretation+hubbard%2Caps%2C102&amp;sr=8-1&amp;sres=B0757T9JZ9%2C0785252258%2C3964660442%2C0849907748%2C3964660345%2C0310537983%2CB01HAKH3T8%2CB086PTDP1D%2C3903372099%2C3742315439%2C3140223145%2CB08NWQZPM9%2C3625180863%2C3742312340%2CB08WJTPTQG%2C3833825332&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>Introduction to Biblical Interpretation</em></a> (Klein, Blomberg, Hubbard) greifen und natürlich zu Carsons <a href="https://www.cbuch.de/carson-stolpersteine-der-schriftauslegung.html"><em>Stolpersteine der Schriftauslegung</em></a>. Als nicht der biblischen Sprachen mächtig habe ich eine natürliche Grenze für Werke in diesem Bereich, so dass die High-Level Bücher für mich hier ausscheiden. Ich würde aber jedem einen Grundstock an hermeneutischen Büchern empfehlen. Berkhofs <em>Principles of Biblical Interpretation</em> ist <a href="https://www.monergism.com/principles-biblical-interpretation-sacred-hermeneutics-ebook">so z.B. auch frei im Web erhältlich.</a> Sprachliche Herausforderungen können mit einem geeigneten Wörterbuch (ich greife hier für das NT auf das EWNT von Balz/Schneider zurück) gut abgefangen werden. Im Wesentlichen versuche ich pro Jahr ein Buch in diesem Themenfeld zu lesen und habe aktuell die <a href="https://www.amazon.de/Hermeneutical-Spiral-Comprehensive-Introduction-Interpretation/dp/0830828265/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=167Y34MYCDC0H&amp;dchild=1&amp;keywords=osborne+hermeneutical&amp;qid=1635410816&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;s=audible&amp;sprefix=osborne+hermeneutical%2Caudible%2C84&amp;sr=1-1&amp;sres=0830828265%2CB004HAKP9A%2CB01K0RUPCK%2CB00AEMSUB0%2CB094FTKT7F%2CB01N5QC1CL%2CB002EPBL1Q%2CB08HPJLY92%2CB081Z38C1J%2CB004JV7QX0%2CB092HP76CX%2CB01M2ZQSR6%2CB005UXJSYQ%2CB003WIHR44%2CB00BG3MUA8%2CB00DC3PY7G&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>Hermeneutical Spiral</em></a> von Grant Osborne ausgepackt. Durch Carl Truemans<a href="https://www.amazon.de/Histories-Fallacies-Carl-Trueman-2011-01-21/dp/B01N1XPTTD/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=UA9ZBAZMJYXT&amp;dchild=1&amp;keywords=trueman+histories&amp;qid=1635410835&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;s=audible&amp;sprefix=trueman+histories%2Caudible%2C82&amp;sr=1-1&amp;sres=B01N1XPTTD%2CB09HGCT562%2CB09CBY7VLK%2C052173536X%2CB07L9C3B6F%2C1581349238%2C1481986015%2CB003JTHWUK%2CB001G429PS%2CB01M2Y1LKH%2CB00B9PQ856%2CB08DR9KP91%2CB005HY5ZR2%2CB0168YJGY2%2CB08H1LB5H9%2CB004CYNYNK&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em> Histories and Fallacies</em></a> ist mir klar geworden, dass viele Methoden auch auf die Deutung der Geschichtsschreibung übertragen werden können.</p>
<p><strong>Biblische Theologie</strong></p>
<p>Ich würde erst mit einem umfassenderen Werk anfangen, z.B. <a href="https://www.amazon.de/King-His-Beauty-Biblical-Testaments/dp/0801039398/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=219XFJGVSE9E0&amp;dchild=1&amp;keywords=the+king+in+his+beauty&amp;qid=1635410790&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;s=audible&amp;sprefix=the+king+in+his+beauty%2Caudible%2C90&amp;sr=1-1&amp;sres=0801039398%2C1601781253%2CB005CI0V7M%2CB00IU2XDA4%2CB07GFJN6T1%2CB003AMWQ34%2CB073W4GFH9%2CB08FFRMH3M%2CB09FFLNVRD%2CB00876YTYM%2CB08D89J7C9%2CB01KYN6HKE%2CB07KPTBSM4%2CB08DKLGCK3%2CB086PTDP1D%2CB07YX1S553"><em>The King in His Beauty</em></a> von Thomas Schreiner (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=eih7B7V5yww&amp;list=PL4sbg6ng23C4vwh8EZBXbJQI5hsaahhPv">Hier geht es zur 31-Teiligen Vorlesung vom Autor selbst</a>), aber man könnte zu <a href="https://www.amazon.de/Biblical-Theology-3-Volumes-Set/dp/1941337872">Jeffrey Niehaus&#8216; <em>Biblical Theology</em></a> greifen, auch hier findet sich eine <a href="https://biblicalelearning.org/biblical-theology-dr-jeffrey-niehaus/">Vorlesung </a>im Web.  Etwas einfacher ist z.B. <em><a href="https://www.nimm-lies.de/a-house-for-my-name/14309">A House for My name</a> </em>von Peter Leithart. Damit dürfte man gerüstet sein auf das eher anspruchsvollere (aber grundlegendere) Werk vo Geerhardus Vos: <a href="https://www.amazon.de/Biblical-Theology-Geerhardus-Vos/dp/B095NTBKMM/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=I1F6KIGVZSGE&amp;dchild=1&amp;keywords=vos+biblical+theology&amp;qid=1635410865&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;s=audible&amp;sprefix=vos+biblical+theology%2Caudible%2C87&amp;sr=1-1&amp;sres=B095NTBKMM%2CB0865TV7TT%2C0267659261%2C1592442919%2CB098PNKQH3%2CB08MSV1SWY%2CB08MSSD9YX%2C3337717705%2C0802812090%2C1549953842%2CB00YPOBZXI%2CB09K6W638Y%2CB07VLB71CF%2C0875521819%2CB09K7Q3DQC%2C0998748722&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>Biblical Theology</em>.</a> Man könnte aber auch eher eine Theologie eines der Testamente betrachten, ich fand <a href="https://www.nimm-lies.de/tipp-helmuth-egelkraut-das-alte-testament/12770">Egelkrauts</a> <a href="https://www.cbuch.de/egelkraut-hrsg-das-alte-testament.html"><em>Theologie des Alten Testament</em>s</a> dabei sehr hilfreich. In besonderer Weise erschüttert hat mich <a href="https://www.amazon.de/Theology-Testament-George-Eldon-Ladd/dp/0802806805/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=A30NZE6XS0DH&amp;dchild=1&amp;keywords=ladd+theology+of+the+new+testament&amp;qid=1635410919&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;s=audible&amp;sprefix=ladd+theology+of+the+new+testament%2Caudible%2C90&amp;sr=1-1&amp;sres=0802806805%2C0718828992%2C080283504X%2C3140223145%2CB00267T4CU%2CB08QHNM5RX%2CB07VMHH4W8%2C8854516023%2CB07VLB71CF%2C3742315439%2CB000NDDPA6%2CB076611KCY%2C3933257409%2CB08PFH3PPP%2CB012NOGGHQ%2CB0110T32ZO&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>A Theology of the New Testament</em></a> von G.E. Ladd. Mein Lieblingswerk eines arminianischen Dispensationalisten überhaupt (<a href="https://www.desiringgod.org/interviews/how-to-live-wisely-in-the-end-times">Lest hier den Artikel von Piper über Ladd</a>). Das Buch hat mir geholfen das Neue Testament in seiner Ganzheit zu lesen, ein echter Augenöffner für viele Fragen!</p>
<p>Von dieser Basis ausgehend kann man sich weiter spezifizieren, z.B. <a href="https://www.amazon.de/Paradise-Promised-Land-Introduction-Pentateuch/dp/0801039983/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dchild=1&amp;keywords=desmond+alexander&amp;qid=1632909809&amp;qsid=257-2536391-4228942&amp;sr=8-2&amp;sres=0801039983%2C0825420156%2CB088WH2J2P%2C0801092140%2C1842272721%2CB009TPSOFU%2C1844742857%2C0830825029%2CB08VF652P5%2CB09B2NSWHM%2CB08VF5B41F%2CB00HTK1TSG%2C194269797X%2C1433555743%2C1683594304%2C1433572052"><em>From Paradise to the promised Land</em> von T.Desmond Alexander</a>, eine Theologie der Fünf Bücher Mose oder aber man greift zu den gegenwärtig 56 Bänden der Reihe <em>New Studies in Biblical Theology</em>. <a href="https://www.ivpress.com/new-studies-in-biblical-theology">Ich versuche pro Jahr drei bis vier Bände dieser Reihe zu lesen</a> und sie haben mich in meinem Verständnis der Bibel sehr bereichert.</p>
<p>Das Thema wird durch die Nutzung geeigneter Nachschlagewerke erweitert, z.B. das <em><a href="https://www.nimm-lies.de/lexikas/14183">New Dictionary of Biblical Theology.</a></em></p>
<p>An dieser Stelle muss ich mich wohl entschuldigen, nur englische Bücher aufzulisten. Aber vielleicht wäre <a href="https://www.cbuch.de/spieker-jesus-eine-weltgeschichte.html"><em>Jesus. Eine Weltgeschicht</em>e</a> von M. Spieker ein passendes deutschsprachiges Werk für diese Rubrik.</p>
<p><strong>Glaubenslehre</strong></p>
<p>Ich finde es schwieriger in diesen Bereich einen Zugang zu bekommen als in die Biblische Theologie. Meine erste Dogmatik, die ich je gelesen habe, war die <em><a href="https://www.amazon.de/Biblische-Dogmatik-systematische-Theologisches-Studienmaterial/dp/3862690660/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1V0FSP5B30I3A&amp;dchild=1&amp;keywords=wayne+grudem&amp;qid=1635410966&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;sprefix=wayne+grudem%2Caps%2C1068&amp;sr=8-1&amp;sres=3862690660%2CB086LK95ZS%2C1433577038%2C1433549654%2CB086LLLVF2%2C1789742617%2C1581345178%2C1581342438%2CB08CS2NYRN%2C1844744868%2C0310286700%2C3935188676%2CB00NTQ3ITW%2C1433569906%2CB00NTQCMXU%2C148268442X&amp;srpt=ABIS_BOOK">Biblische Dogmatik</a></em> von Grudem, ich würde aber lieber Berkhofs <em>Systematic Theology</em> bevorzugen, nicht aber seine gekürzte Variante davon. Ich habe sehr von Eduard Böhls <a href="https://www.cbuch.de/boehl-dogmatik.html"><em>Dogmatik</em></a> profitiert. Sowohl <em>Böhl </em>wie <em>Berkhof</em> finden sich kostenfrei im Web. Mit beiden ist man dann für das eher anspruchsvollere Werk von Bavinck <em>Reformed Dogmatics</em> gewappnet, die wohl demnächst auch auf Deutsch erscheinen soll.  Insgesamt fehlt mir hier wirklich etwas Aktuelleres und doch zugängliches, das sich nicht in endlosen akademischen Fragen verliert oder allzu sehr im amerikanischen Evangelikalismus verläuft. Mir scheint aber <a href="https://www.amazon.com/Basics-Faith-Evangelical-Introduction-Christianity/dp/1683593383#:~:text=pillars%20of%20evangelicalism.-,Basics%20of%20the%20Faith%20is%20an%20overview%20of%20essential%20Christian,Hughes%20on%20inspiration%2C%20Anthony%20A."><em>Basics of the Faith</em> von Henry/Vanhoozer</a> ein guter Startpunkt zu sein. Eine andere Strategie besteht im Studieren klassischer Bekenntnisse, häufig tragende Säule vieler Dogmatiken.</p>
<p>Hat man sich dann durch ein zusammenfassendes Gesamtwerk durchgekämpft steht die Tür offen für Bücher über dogmatische Themen, z.B. die Werke, die in der Reihe <em><a href="https://www.ivpress.com/contours-of-christian-theology-set">Contours of Christian Theology</a></em> erscheinen. Es lässt sich nicht leugnen, das systematische Themen vernachlässigt werden, oder wann habt ihr es erlebt, dass die Dreieinigkeit aktiv in der Predigt eingebunden war, mit Ausnahme von Themenabenden zur Dreieinigkeit? Deswegen sind weniger steife Bücher mit systematischem Schwerpunkt oftmals sehr bereichernd, ich denke da an <a href="https://www.amazon.de/ESSENTIAL-TRINITY-Brandon-D-Crowe/dp/1629952982"><em>Essential Trinity</em> von Trueman/Crowe</a> oder an <a href="https://www.nimm-lies.de/the-whole-christ-von-sinclair-ferguson/14429"><em>The Whole Christ</em> von Ferguson.</a></p>
<h3><strong>Sechs Ketten des christlichen Erbes</strong></h3>
<p><strong>Kirchenväter</strong></p>
<p><a href="https://bkv.unifr.ch/de/works">Die Bibliothek der Kirchenväter ist ein Schatz.</a> Eine Masse an Kirchenvätern frei zugänglich für jedermann. In den meisten Fällen sind die Kirchenväter viel leichter zugänglich als man erwarten würde, in besonderer Weise schätze ich die rhetorischen Qualitäten von <em>Tertullian</em>. Möchte man etwas von der ganz frühen kirchlichen Zeit lesen, dann sind sicher die Korintherbriefe von <em>Klemenz</em> spannend. Ich habe nicht viel von Athanasius gelesen, fand ihn aber sehr leicht zugänglich. Überhaupt hat man immer das Gefühl, als hätte man es mit russlanddeutschen Christen zu tun, wenn man Kirchenväter liest: Eine klare Ausrichtung auf Andacht, dabei aber eher Abstriche bei der Gründlichkeit der Bibelauslegung. Aus diesem Grund fand ich die Predigten der Kirchenväter meist langweilig, das gilt aber nicht für ihre apologetischen Schriften und das auch nicht für die Predigten von <em>Augustinus</em>, wobei ich auch bei Ihm eher zu den &#8222;bekannteren Werken&#8220; greifen würde, wie den <em>Bekenntnissen</em> oder <em>Die Gabe des Ausharrens.</em></p>
<p><strong>Luther und die Reformatoren</strong></p>
<p>Wenn man nur einen Reformator lesen möchte, dann sollte man zu Luther greifen. Ich würde hier einige Einleitungen zu den Bibelbüchern lesen, einige Auslegungen seiner Psalmen, viele Briefe und schließlich &#8222;Von der Freiheit eines Christenmenschen&#8220;, &#8222;Von den guten Werken&#8220; aber auch die Thesen der Heidelberger Disputation. Ich glaube damit wäre Luthers Schwerpunkt auf Wort, Glaube, Heilsgewissheit und dem Konzept der Rechtfertigung gelegt. Ausgehend davon kann man zu den eher kontroverseren Schriften wie &#8222;Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche&#8220;, &#8222;Ob man weltlicher Obrigkeit Gehorsam schuldig sei&#8220; oder &#8222;De servo arbitrio&#8220; greifen, aber auch zu seinen eher problematischeren Werken, wie z.B. denen über die Juden oder die Wiedertäufer. Das hilft diese Generation nicht in übertriebener Weise zu verherrlichen! Überhaupt ist es meine Überzeugung, dass wir mehr von den Reformatoren lesen würden, wenn wir sie nicht derart überhöhen würden (zum Guten oder Schlechten).</p>
<p>Ich persönlich habe mich in den letzten Jahren zunehmend von Luther dem Calvin zugewandt. Ich würde bei Calvin mit <a href="https://www.amazon.de/Leben-eines-Christen-Johannes-Calvin/dp/1717716512/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=28QWO5PYECH5S&amp;dchild=1&amp;keywords=calvin+vom+leben+eines+christen&amp;qid=1635411016&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;sprefix=calvin+vom+leben+eines+christen%2Caps%2C119&amp;sr=8-2&amp;sres=1717716512%2C3964660345%2CB08GV912TY%2C3625180863%2C389736381X%2CB07CCFSCL7%2C3742312340%2C3625138948%2C3401602276%2C3453214951%2C3920476212%2C3795758858%2C3939916153%2CB01N5I39XB%2C3865436765%2CB01N0TJLOA&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>Vom Leben eines Christen</em></a> anfangen, aber es führt irgendwann kein Weg an der <em><a href="https://www.cbuch.de/calvin-institutio-unterricht-in-der-christlichen-religion.html">Institutio</a> </em>vorbei. Sie ist leichter zugänglich als man denkt. Es ist überhaupt spannend Luthers Werke mit Calvins zu vergleichen. Bei Luther hat man eigentlich immer noch ganz klar den emotionalen Mann des Mittelalters, bei Calvin einen nüchternen Denker der Moderne. Mir gefallen beide Stile ganz gut, die Logik von Calvin ist aber doch weitreichender. Liest man dann noch Menno Simons hat man gleich drei protestantische Linien nebeneinander.</p>
<p>Viele der Werke finden sich auf der <a href="https://glaubensstimme.de/doku.php">glaubensstimme.de</a>.</p>
<h3><strong>Die bunte Welt der Puritaner</strong></h3>
<p>Dem 3L Verlag ist es in besonderer Weise zu verdanken, das Werke der <a href="https://www.nimm-lies.de/bibliografie-deutsche-bucher-von-puritanern/4001">Puritaner bereits seit Jahren neu aufgelegt werden.</a> Ich finde sie eigentlich alle hilfreich, nur sehr häufig leicht umfangreich und umständlich. Es kommt häufig vor, dass man beim Lesen den Drang verspürt, zu schlafen. Das dürfte aber nicht nur etwas über die puritanischen Schriftumfänge aussagen, sondern auch über meinen geistlichen Zustand. Die Puritaner zielen immer auf das Herz. Es gibt aber Puritaner, die wirklich überraschend erfrischend sind, ich denke da vor allem an Thomas Watson. Ich würde bei den Puritanern immer mit Watsons Werken anfangen. Anschließend greife man zu Matthew Henry und darf den Abstecher zur <a href="https://www.cbuch.de/john-bunyan-die-pilgerreise.html">Bunyans Pilgerreise</a> nicht auslassen, aber auch zu seinem &#8222;Heiligen Krieg“ (oder seiner <a href="https://www.cbuch.de/bunyan-ueberreiche-gnade-hardcover.html">Autobiographie</a>). Nicht alles von Bunyan erreicht ein hohes Niveau, aber es wäre z.B. auch sein von ihm selbst verfasstes (und leider nur wenig bekanntes) Glaubensbekenntnis zu nennen, dass ich als sehr gelungen empfinde. Irgendwann, und an dieser Phase befinde ich mich aktuell, wagt man sich dann auch an Charnock, Owen, Bosten und die vielen anderen.</p>
<p>In besonderer Weise sollten hier die Puritan Papers von Packer/Lloyd-Jones et Al erwähnt werden. Die Auswahl der Themen scheint mir bei diesem Werk viel besser gelungen zu sein als bei der <a href="https://www.cbuch.de/beeke-jones-systematische-theologie-der-puritaner.html"><em>Systematische Theologie der Puritaner</em></a> von J.Beeke. Beekes Buch arbeitete sich zu sehr mit &#8222;Ach, wären wir alle großartig, wenn wir so wären wie die Puritaner“ und auch aufgrund seiner Überzeugung, dass er in besonderer Weise in den Fußspuren der Puritaner wandelt, ab und verliert so ein eigentlich gut vorhandenes Potential. Packers Essay <a href="https://www.thegospelcoalition.org/themelios/article/why-we-need-the-puritans/"><em>Why we need the Puritans</em></a> dürfte ein guter Startpunkt für die bunte Welt der Puritaner sein. Zumindest auf Englisch findet man sehr viele Werke kostenfrei auf monergism.com</p>
<p><strong>Busch und die Perlenkette für schlechte Tage</strong></p>
<p>Ausgehend von Wilhelm Buschs <a href="https://www.amazon.de/Plaudereien-meinem-Studierzimmer-Wilhelm-Busch/dp/3761557043/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1UX3JIQQSPSTK&amp;dchild=1&amp;keywords=plaudereien+in+meinem+studierzimmer+buch&amp;qid=1635411051&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;sprefix=plauderein+in+meinem+studierzimmer+busch%2Caps%2C100&amp;sr=8-1&amp;sres=3761557043%2CB01NBN9Z31%2CB08GV912TY%2C3903372099%2C3742315439%2C3625180863%2C3795701627%2C394673989X%2C3742316389%2C3473315788%2C3473315443%2CB07KLCY8NF%2C3789166456%2C398221730X%2C3473333026%2C3742312340&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>Plaudereien in meinem Studierzimmer</em></a>, einem Werk in dem Busch über Autoren und Christen schreibt, die ihn prägten, hat man einen weiten Blick in die Schriften der Pietisten. Entsprechend kann ich die pietistische Prägung meines Glaubens nicht genug würdigen. Nach Buschs Plaudereien kann man eigentlich zu jedem Pietisten greifen. Ich greife sehr gerne zu den Predigten von Hofacker, der &#8222;Seelsorge&#8220; von Blumhardt oder den Werken von Humburg.</p>
<p>Meine persönliche Beobachtung an mir selbst ist, dass wenn mir mal &#8222;wieder alles zu viel wird&#8220; und des Büchermachens kein Ende ist und alles nur furchtbar verwirrend wirkt, ich wie automatisch zu den Werken der Pietisten greife und sehr schnell wieder still werde.</p>
<p><strong>Bibellesen mit der Kirchengeschichte</strong></p>
<p>Ein beachtlicher Teil meiner Empfehlungen des <a href="https://www.nimm-lies.de/meine-personliche-top-ten-auswahl-christlicher-werke/5055">ursprünglichen Artikels </a>fällt in diese Kategorie und ich halte weiterhin diese Bücher in allen Ehren: Ob <em>Tozer</em>, <em>Nee</em>, <em>Hallesby</em>, <em>Lewis</em> oder auch Gitt und Spurgeon: Ich mag die Bücher dieser Autoren weiterhin sehr gerne, weil es einem Freude bereitet zu sehen, wie jemand mit einer ganz anderen Prägung und aus einem ganz anderen Kulturkreis die Bibel verstand. Neuerdings habe ich erneut die Gründungsväter der russichen Evangeliums-Christen entdeckt und muss jedem z.B. <em><a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9C%D0%B0%D1%80%D1%86%D0%B8%D0%BD%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B9,_%D0%92%D0%BB%D0%B0%D0%B4%D0%B8%D0%BC%D0%B8%D1%80_%D0%A4%D0%B8%D0%BB%D0%B8%D0%BC%D0%BE%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">Marzinkowskij </a> </em>und <a href="https://www.worldcat.org/title/in-the-cauldron-of-russia-1869-1933-autobiography-of-is-prokhanoff-the-life-of-an-optimist-in-the-land-of-pessimism-together-with-an-interesting-history-of-the-russian-evangelical-christian-union/oclc/1117143"><em>Prokhanov (in the Cauldron of Russia, Autobiographie) </em></a> weiterempfehlen. Ich schätze diese Literatur weiterhin. So erfahre ich wie ein Skandinavier oder ein Amerikaner oder ein Chinese ihre Bibel gelesen haben und was sie dabei auf sich nahmen. Nicht alles ist so ohne weiteres übertragbar und ich würde auch beachtliche Teile nicht auf diese Weise ausdrücken, aber doch bleibt die mystische Gemeinschaft unter Brüdern, die hier aus jeder Zeile strömt.</p>
<p><strong>Seelsorgerliche Literatur</strong></p>
<p>Diese Kette ist leichter zu knüpfen als man denken könnte: Man nimmt ein Werk aus dem bereits großen Pool an <a href="https://www.3lverlag.de/131-seelsorge-und-lebenshilfe">&#8222;Seelsorge-Büchern&#8220; des 3L-Verlags</a> und arbeitet sich so Stück für Stück durch. Ich lese etwa ein Buch pro Jahr aus diesem Bereich. Anfangen würde ich tatsächlich aber entweder mit Jay Adams <a href="https://amzn.to/3Bo7fHQ"><em>Handbuch der Seelsorge</em></a> oder mit Heath Lamberts <a href="https://www.amazon.de/-/en/Heath-Lambert/dp/0310518164/ref=sr_1_2?dchild=1&amp;keywords=heath+lambert&amp;qid=1635317660&amp;qsid=257-2536391-4228942&amp;s=books&amp;sr=1-2&amp;sres=3866992599%2C0310518164%2CB01N3SJ3UJ%2C1537391348%2C2362493164%2C1596381396%2CB08ZJJYLKM%2CB00KBA8L9Q%2C1433528134%2CB08P6BWZKG%2C1499149468%2CB017MYG08M%2CB010IKXZQW%2CB084P5ZXVB%2C185051402X%2C0706438418"><em>A Theology of Biblcal Counseling.</em></a></p>
<p><strong> Drei Ketten klassischer Literatur</strong></p>
<p>Mit der zeitgenössischen Literatur tue ich mich schwer, Klassiker habe ich meist im Unterricht der Oberstufe oder in langweiligen Vorlesungen gelesen, das ist mir sitzengeblieben:</p>
<ul>
<li>Dass ich als Teenager irgendwann zur russischen Klassik griff, lag vor allem einfach daran, dass ich ein Russe (zumindest zur Hälfte) bin. Aber sie fesselte mich schnell. Sie (ich meine vor allem Literatur der Romantik und des Realismus) ist dramatischer als die britische, düsterer als die amerikanische und lebensnaher als die Deutsche. Zu Beginn würde ich zu Erzählungen von <em>Turgenew</em> (z.B. Asja, Mumu), <em>Tschechow (</em>produzierte massenweise kürzere Werke, weil er für längere nie die Zeit fand, nebst großer Familie und seiner Arbeit als Arzt) oder zu Novellen von <em>Leskow</em> (z.B. Die Lady Macbeth von Mzensk, Der Gaukler Pamphalon) greifen.  Anschließend dürfte man sich an die längeren Werke wagen. Natürlich führt kein Weg an <em>Dostojewski</em> und <em>Tolstoi</em> vorbei, aber ein Werk gab mir besonders zu denken: Fürst Serbreny von <em>A.K.Tolstoi</em> (nicht Lev Tolstoi). Das Buch beschreibt zwei Reaktionen auf einen Tyrannen: Einerseits den Ansatz der Rebellion der schließlich versandet und ins Exil führt, andrerseits den Ansatz, sich soweit es geht anzupassen, mit der Folge, dass man selbst mehr vom Tyrannen übernimmt, als einem recht wäre. Ein sehr ergreifendes und historisch genaues Werk über die Zeit von Zar Iwan dem Schrecklichen. &#8211; Hat man sich mit den Vertretern des russischen Realismus vertraut gemacht, muss man unbedingt noch weiter zurück, vor allem zu Gogol und Pushkin aber auch nach vorne in die Sowjetzeit. Ziemlich verrückt und extrem antisowjetisch ist dann <em>Der Meister und Margarita</em>. Ziemlich lustig und extrem prosowjetisch wären die Doppelautoren <em>Ilf</em> und <em>Petrow</em> zu nennen (Die zwölf Stühle, Das goldene Kalb).</li>
<li>Begeben wir uns auf heimischen Boden zurück. Irgendwie griffen bei mir vor allem die Autoren, die zwar deutschsprachig schrieben, aber aus anderen Ländern stammten, z.B. <em>Gottfried Keller</em> (Die Leute von Seldwyla, Sammlung von Erzählungen, ziemlich interessant ist &#8222;Der Schmied seines Glückes&#8220;), <a href="https://www.nimm-lies.de/was-in-meinem-haus-klassisches-latein-ist-bestimme-ich/13588"><em>Friedrich Dürrenmat</em>t</a> (Klicken um zum gesonderten Artikel zu gelangen) aber auch S<em>tefan Zweig.</em> Überhaupt fing bei mir die Literatur der &#8222;neueren Klassik“ aus Deutschland besser zu gefallen, z.B. <em>Thomas Mann</em> (Mario und der Zauberer könnte ein guter Anfang sein für das gigantische Werk von Mann, mein Favorit ist aber Der Zauberberg). Kurt <em>Tucholsky</em> sackte bei mir gut, nicht aber sein einziger Roman. Von den klassischen Werken habe ich <em>Der Schimmelreiter (Theodor Storm)</em> bereits drei Mal gelesen: Ein brillanter Einzelgänger, der sich um eine einsame Frau und sein behindertes Kind kümmert, scheitert an der blanken Ablehnung der Gesellschaft. Also eine richtige Kette, an der ich mich entlanghangeln könnte, entstand hier aber bisher nicht. Aktuell bin ich übrigens mal wieder an einem Schweizer hängengeblieben und lese derzeit Werke von <em>Jeremias Gotthelf.</em></li>
<li>Wenn wir Amerikanisch/Britisch werden sollten: Ich liebe &#8222;Den Flaschenteufel&#8220; (auch als Flaschenkobold bekannt) von <em>Robert Louis Stevenson</em>. Viele schwärmen von anderen Werken des Autors, die mir aber dann weniger zugesagt haben. Wenn wir schon im britischen Naturalismus bleiben, dann bin ich absoluter Fan von <em>Oscar Wilde.</em> Ich glaube, ich habe von ihm nahezu alles gelesen, aber in besonderer Weise ist natürlich &#8222;Das Bildnis des Dorian Gray&#8220;, &#8222;The Importance of Being Earnest&#8220; und seine leider viel zu wenig beachteten Märchen zu erwähnen. Immer wieder greife ich auch zu den bizarren Erzählungen von <em>Poe</em> zurück, wobei man natürlich seinen mystischen Stil mögen muss.</li>
</ul>
<p>Es gibt dabei einen Bruch, die Sexualisierung der Literatur, der seit etwa den 60ern viele Werke unleserlich macht. Ich denke hier an die schulische Zwangslektüre von <em>Homo Faber </em>oder <em>Der Vorleser</em>. Dabei darf man aber nicht in die andere Falle verfallen und z.B. durch Pauschalurteile Lektüre der Klassik komplett meiden. Obwohl Hermann Hesse sicherlich kein Christ ist, finde ich sein <em>Unterm Rad </em>in mehrfacher Hinsicht als sehr gelungenes Werk, gerade auch aufgrund der feinen Kritik, die er hier am Evangelikalismus übt.</p>
<p><strong>Perlenketten, die keines Einsatzes wert sind</strong></p>
<p>Es gibt Werke oder ganze Werkreihen, die ich persönlich vollständig meide. Darunter gehören:</p>
<ul>
<li>Polemisch apologetische Werke. Was ich damit meine, sind Bücher wie (fiktive und doch reale Titel) <em>&#8222;Warum Rockmusik aus der Hölle kommt&#8220;</em>, <em>&#8222;Der ultimative Beweis, dass alle Calvinisten hochmütig sind&#8220;</em>, <em>&#8222;Warum Arminianer an einen anderen Gott glauben&#8220;</em> oder <em>&#8222;10 Gründe, warum Johannes Hartl der schlimmste Irrlehrer seit Grundlegung der Welt ist&#8220;</em>. Ich habe nie den Mehrwert solcher Bücher verstanden, obwohl ich mir selbst eingestehen muss, mich in der Kritik russlanddeutscher Frömmigkeit der Methoden bedient zu haben, die ich hier so entschieden ablehne!  Falls ich jemals Zweifel am Wert solcher Werte besaß, wurde dieser durch das Erbe einer Bibliothek mit einem beachtlichen Bestandteil solcher Werke aus den 70ern und 80ern Jahren genährt. Ich kann euch sagen, kein einziges Buch davon hat heute noch irgendeinen bleibenden Wert! &#8211; Hier darf man innehalten: Vieles davon wird auch wirklich wenig gelesen, aber massiger Weise auf YouTube gehört! Kaufe die Zeit aus, mein Bruder!</li>
<li>Bücher, Vorträge die Randthemen zum Zentrum des christlichen Glaubens erklären. Ich begnüge mich hier auch mit fiktiven Titeln, aber z.B. sowas wie <em>&#8222;Warum nur Frauen mit Kopfbedeckung den ganzen Ratschluss Gottes erfüllen&#8220;,</em> <em>&#8222;Die sekündliche Uhr der Endzeit schlägt gerade heute im <span style="text-decoration: line-through;">In der Sowjetunion</span>, <span style="text-decoration: line-through;">im Irakkrieg, in der Flüchtlingskrise</span>, in der Corona-Krise..&#8220;</em>, &#8222;<em>Wie das Schnabeltier vom Ararat nach Tasmanien kam&#8230; &#8211; 10 Wissenschaftler entdecken die ganze Wahrheit&#8220;</em>, <em>&#8222;Warum du niemals eine andere Übersetzung lesen darfst!&#8220;</em>, <em>&#8222;Wenn du dieses Lied eines möglichen Charismatikers singst, bist du bei der Entrückung vielleicht nicht dabei&#8220;.</em> Ich glaube wir kennen solche Werke zu genüge und es ist gegen die Lehre Christi, das Wichtige aufgrund von Randthemen zu vernachlässigen.</li>
<li>Schließlich bin ich auch immer noch skeptisch bei Ratgebern, die Weisheit durch Regeln ausheben. Ich glaube, dass es in einer Menge von Fragen auf die Weisheit ankommt. Ich würde in diesen Fällen das Lesen des Buches <em>Sprüche </em>immer detaillierten Ratgebern wie <em>&#8222;Deine Kinder müssen immer vor 7 Uhr im Bett sein, wenn du willst, dass sie erfolgreich, gesund, klug, christlich und gesegnet sind&#8230;&#8220;.,</em> vorziehen.</li>
</ul>
<p>Zum Schluss: Bleib offen für Empfehlungen deiner Brüder und Schwestern und auch für die Führung Gottes.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/zwoelf-perlenketten-meiner-lektuere/14543">Zwölf Perlenketten meiner Lektüre</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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		<title>Tipp: Drei Standardwerke christlicher Literatur</title>
		<link>https://nimm-lies.de/tipp-drei-standardwerke-christlicher-literatur/12699</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Feb 2018 17:20:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biblische Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Christentum und Liberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Darlegung der christlichen Lehre und ihre Anwendung]]></category>
		<category><![CDATA[Das Evangelium des Reiches]]></category>
		<category><![CDATA[Machen J. Gresham]]></category>
		<category><![CDATA[Spurgoen]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Watson]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den letzten Monaten sind in den konservativen Verlagen einige wertvolle Sachen erschienen. Viele Werke, die ich bereits aus dem Englischen kannte, und von denen ich mir sehnlichst eine Übersetzung gewünscht hätte. Drei dieser Werke möchte ich hier kurz ansprechen. Ausführliche Besprechungen werden sicher folgen:&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/tipp-drei-standardwerke-christlicher-literatur/12699">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/tipp-drei-standardwerke-christlicher-literatur/12699">Tipp: Drei Standardwerke christlicher Literatur</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In den letzten Monaten sind in den konservativen Verlagen einige wertvolle Sachen erschienen. Viele Werke, die ich bereits aus dem Englischen kannte, und von denen ich mir sehnlichst eine Übersetzung gewünscht hätte. Drei dieser Werke möchte ich hier kurz ansprechen. Ausführliche Besprechungen werden sicher folgen:</p>
<h1><a href="https://www.3lverlag.de/christentum-und-liberalismus.html" target="_blank" rel="noopener">Machen J. Gresham: Christentum und Liberalismus</a></h1>
<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51%2BQsnQqiZL._SX327_BO1,204,203,200_.jpg" alt="Bildergebnis für Christentum und Liberalismus" width="128" height="194" />So neu scheint das Werk gar nicht zu sein, offensichtlich ist es im Deutschen bereits 2013 erschienen. Ich selber habe es aber erst Ende letztes Jahres entdeckt. Gresham gelingt eine <em><strong>faire, umfassende und enttarnende</strong> </em>Darstellung dessen, was man liberale Theologie nennt. Extrem wertvoll. Mein Fazit: Ein bibeltreuer (=an die Verbalinspiration glaubender) Theologe muss sich nicht für seine Positionen schämen. Viel mehr sollten dies die Bibelkritiker unter den Christen tun. Ein größeres Zitat erfolgte <a href="https://www.nimm-lies.de/j-gresham-machen/12426" target="_blank" rel="noopener">hier</a>.</p>
<h1>Thomas Watson: <a href="https://www.3lverlag.de/vorschau-darlegung-der-christlichen-lehre-und-ihre-anwendung.html" target="_blank" rel="noopener">Darlegung der christlichen Lehre und ihre Anwendung</a></h1>
<p><img decoding="async" class="alignright" style="font-size: 15px;" src="https://www.cvbh.de/bilder/produkte/gross/Darlegung-der-christlichen-Lehre-und-ihre-Anwendung-Thomas-Watson.jpg" alt="Bildergebnis für Darlegung der christlichen Lehre und ihre Anwendung" width="295" height="295" /></p>
<p>Erstens, man muss sich die ersten Seiten etwas durchkämpfen, mindestens bis Seite 19. Zweitens, der Titel verwirrt. ABER: Dieses Buch musst du gelesen haben. Vor etwa 5 Jahren las ich das Buch auf englisch und ich war damals wie vom Blitz in meinem Humanismus getroffen, als ich den Satz</p>
<blockquote><p><span style="font-size: medium;">Question. 1. <i>What is the chief end of man?</i></span></p>
<p><i><span style="font-size: medium;">Answer</span></i><span style="font-size: medium;">. Man&#8217;s chief end is to glorify God, and to enjoy him for ever.</span></p>
<p>(Übersetzung: Frage: Was ist</p>
<p>das Ziel/ der Sinn / Der Hauptzweck des Menschen?</p>
<p>Antwort: Das Hauptziel des Menschen ist es Gott zu ehren und sich an ihm immerdar zu erfreuen)</p></blockquote>
<p>Das war derart anders, von dem was ich sonst kannte, dem ständigen Kampf nach einem besseren Leben. Ich habe beim Lesen dieses Buches erkannt, wie sehr ich vom Humanismus durchtränkt bin, wie wenig das einzig Wahre stimmt, dass nämlich Christus im Zentrum stehen soll!</p>
<h1><a href="https://www.cbuch.de/spurgeon-das-evangelium-des-reiches.html" target="_blank" rel="noopener">Charles H. Spurgeon: Das Evangelium des Reiches</a></h1>
<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://www.cbuch.de/media/catalog/product/cache/1/image/390x390/9df78eab33525d08d6e5fb8d27136e95/d/a/das_evangelium_des_reiches_1_1.jpg" alt="Spurgeon: Das Evangelium des Reiches Betanien Verlag cbuch.de-30" />Ein Geschenk meines Mitbloggers und Bruders Eduard Klassen war dieses Kommentar. Ich habe mich wirklich gefreut, dass dieser Kommentar, der mir aus dem Englischen so vertraut war, nun in dieser Form auch auf Deutsch erschienen ist.</p>
<p>Wenn es so weiter geht, werde ich mich nicht mehr auf dem englischsprachigen Markt umsehen müssen! Wie ich jetzt erfahren habe, plant auch Voice of Hope einige <a href="http://voiceofhope-shop.de/de/Buecher/Leben-als-Christ/Herr-wir-wollen-beten-lernen" target="_blank" rel="noopener">christliche Klassiker neu aufzulegen</a>.</p>
<p>Wenn ich mir ein Buch wünschen dürfte, welches ebenfalls im Deutschen erscheinen sollte, dann wäre es <a href="https://www.amazon.com/New-Testament-Introduction-History-Literature/dp/0851514499">J. Gresham Machens: The New Testament, An Introduction to its History and Literature</a>.</p>
<p>Leider kann ich auf etwas Sarkasmus nicht verzichten: Mit der Volxbibel verdient die glorreiche <a href="https://www.scm-shop.de/bibeln/bibeluebersetzungen/volxbibel.html" target="_blank" rel="noopener">Stiftung für Christliche Medien</a> sicher mehr Geld als ein konservativer Verlag mit seinem vollständigen Sortiment! Das Volk bekommt, was es verlangt!</p>
<blockquote><p><strong>Er war so hungrig, dass er auch mit dem Schweinefutter zufrieden gewesen wäre; aber er bekam nichts davon. (Lk.15,16)</strong></p></blockquote>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/tipp-drei-standardwerke-christlicher-literatur/12699">Tipp: Drei Standardwerke christlicher Literatur</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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