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	<title>Biblische Lehre Archive - NIMM und LIES</title>
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	<description>Christlicher Bücherblog</description>
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	<title>Biblische Lehre Archive - NIMM und LIES</title>
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		<title>Drei evangelische Bekenntnisse im Vergleich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Sep 2026 10:09:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biblische Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeindebau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit ich „Der evangelische Glaube kompakt“ von Thomas Schirrmacher gelesen habe, war es mein langgehegter Wunsch, diese drei eng miteinander verwobenen evangelischen Bekenntnisschriften digital zu visualisieren. Dabei handelt es sich um das presbyterianische Westminster-Bekenntnis von 1646, die kongregationalistische Savoy-Erklärung von 1658 und das 1689 angenommene&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/drei-evangelische-bekenntnisse-im-vergleich/18924">Weiterlesen</a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">Seit ich <a href="https://nimm-lies.de/evangelischer-glaube-kompakt-von-thomas-schirrmacher/14831">„Der evangelische Glaube kompakt“</a> von Thomas Schirrmacher gelesen habe, war es mein langgehegter Wunsch, diese drei eng miteinander verwobenen evangelischen Bekenntnisschriften digital zu visualisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei handelt es sich um das <em>presbyterianische Westminster-Bekenntnis von 1646</em>, die <em>kongregationalistische Savoy-Erklärung von 1658</em> und das <em>1689 angenommene Londoner Baptistische Glaubensbekenntnis.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine <a href="https://www.proginosko.com/docs/wcf_lbcf.html">Gegenüberstellung des Westminster-Bekenntnisses und des Baptistischen Glaubensbekenntnisses</a> findet sich bereits im Internet. Die vorhandenen Darstellungen wirken jedoch häufig veraltet. Zudem fehlt meist die Einbeziehung der Savoy-Erklärung, die gerade in Fragen der Gemeindelehre eine wichtige mittlere Darstellung spielt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit <a href="https://confessio.glaubend.de/">confessio.glaubend.de </a>erfülle ich mir nun diesen Wunsch. </p>



<span id="more-18924"></span>



<p class="wp-block-paragraph">In sehr vielen Fällen kommt die baptistische Darstellung dem näher, was auch meinem eigenen Glaubensbekenntnis entspricht. Damit ist nicht nur die Lehre von der Taufe gemeint, sondern auch verschiedene detaillierte Präzisierungen. So betont das Baptistische Glaubensbekenntnis in seiner Lehre von der Heiligen Schrift, <em>dass alles, was für Gottes Ehre, das Heil, den Glauben und das Leben <strong>notwendig </strong>ist, ausdrücklich in der Schrift niedergelegt oder notwendigerweise darin enthalten ist</em> (§ 1.6). An vielen Stellen überzeugen mich außerdem die Kürzungen, die das Baptistische Glaubensbekenntnis beispielsweise in der ausführlichen Darstellung des Bundes (§ 7) vornimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt bereits verschiedene deutsche Übersetzungen aller drei Bekenntnisse. Dennoch habe ich mit KI-Unterstützung eine eigene Übersetzung der Bekenntnisschriften angefertigt, die bewusst auf ihren synoptischen Charakter Rücksicht nimmt. Übereinstimmende Formulierungen wurden dabei möglichst einheitlich übersetzt, damit Gemeinsamkeiten und Abweichungen unmittelbar erkennbar bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle drei Bekenntnisse sind wichtige Zeugnisse der Geschichte der protestantischen Kirchen und haben bis heute nichts von ihrer Bedeutung verloren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Projekt versteht sich als lebendes Projekt. Daher bin ich dankbar, wenn ihr Fehler findet und mir diese zurückmeldet. Hinweise und Korrekturen könnt ihr gerne an <a href="mailto:info@glaubend.de">info@glaubend.de</a> senden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem hoffe ich, in Kürze auch die in den Vereinigten Staaten überarbeitete Fassung des Westminster-Bekenntnisses in diese Gegenüberstellung aufnehmen zu können.</p>
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		<title>Die Alternative zum selbstständigen Bibellesen ist Menschenabhängigkeit</title>
		<link>https://nimm-lies.de/die-alternative-zum-selbststaendigen-bibellesen-ist-menschenabhaengigkeit/18839</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Aug 2026 14:48:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biblische Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Heilige SChrift]]></category>
		<category><![CDATA[Klarheit der Schrift]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die ersten Begegnungen mit evangelischen Theologen waren für mich herausfordernd. Sie besaßen so viel technisches Wissen, dass ich mir mit meiner alten Bibel ganz armselig vorkam. Erst mit der Zeit verstand ich, dass selbst gut ausgebildete Theologen noch Jahrzehnte nach ihrem Studium eine fatale Abhängigkeit&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/die-alternative-zum-selbststaendigen-bibellesen-ist-menschenabhaengigkeit/18839">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die ersten Begegnungen mit evangelischen Theologen waren für mich herausfordernd. Sie besaßen so viel technisches Wissen, dass ich mir mit meiner alten Bibel ganz armselig vorkam. Erst mit der Zeit verstand ich, dass selbst gut ausgebildete Theologen noch Jahrzehnte nach ihrem Studium eine fatale Abhängigkeit besitzen. Für ihre Auslegungen sind sie von gegenwärtig gültigen Interpretationsrahmen abhängig. Einerseits hatte man gelernt, noch einzelne Passagen der Mosebücher unterschiedlichen mutmaßlichen Quellen und Redaktionsschichten zuzuordnen – jahwistischen, deuteronomistischen oder priesterlichen Traditionen. Andererseits ging regelmäßig die viel grundlegendere Fähigkeit abhanden, selbstständig mit dem biblischen Text zu arbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kann nicht anders, als zutiefst zu beklagen, dass eine so große Anzahl derart begabter Menschen bei all der technischen Raffinesse oft niemals gelernt hat, selbstständig in der eigenen Bibel zu lesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun ist es natürlich eine Sache, was Theologen oder Bibelkritiker unternehmen. Wichtiger ist ja die Frage: Was mache ich? Und doch scheinen hier die Evangelikalen das gleiche Grundproblem zu besitzen. Denn eine Parallele lässt sich kaum leugnen: Auf der einen Seite der akademische Theologe, der scheinbar selbstständig urteilt, tatsächlich aber stark von den gerade anerkannten wissenschaftlichen Paradigmen abhängig sein kann. Auf der anderen Seite der Evangelikale, der sich auf die Autorität der Schrift beruft, seine konkrete Auslegung aber von Liebi, Plock, Memra, Riemenschneider oder anderen übernimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So viele Unterschiede und doch ein Grundproblem: <strong>Beide lesen die Schrift nicht mehr selbstständig, sondern durch einen vorgegebenen Interpretationsrahmen.</strong></p>



<span id="more-18839"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Jahre dominierte in meiner Peer-Group klar die Gruppe der „Liebi-Jünger“. Dabei habe ich weniger Probleme mit R. Liebi (in den wichtigen Dingen sind wir uns einig) als mit der kaum zu zählenden Schar all jener, die unreflektiert wiedergeben, was sie in einem der zahlreichen Liebi-Videos gesehen haben. Niemals hätte ich das öffentlich beklagt, wenn das Einzelfälle gewesen wären. Doch falsch wäre es, das Problem nicht anzusprechen, angesichts ganzer Horden, die erst dann bereit sind, zu etwas eine Meinung zu äußern, wenn sie dazu einen Vortrag von Person X gehört haben. Dabei ist oft genug zu beobachten, dass sogar die Bereitschaft fehlt, überhaupt und auch nach Aufforderung zur Bibel zu greifen und nachzulesen. Man hielt gelegentlich selbst das für überflüssig, schließlich habe man ja ein „Video gesehen“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beispiele gesucht? So viele wissen, dass Calvinismus gefährlich ist, aber nicht, weil sie hier in der Bibel geforscht hätten. Nein, dafür gibt es ja ein Video von X (wähle deine Vertrauensperson weise). Sollte eine biblische Haltung und Position so einfach erfasst werden können, dass man sich ein YouTube-Video dazu anschaut?</p>



<p class="wp-block-paragraph">So viele sind überzeugte Dispensationalisten, aber nicht deswegen, weil sie sich so viele Gedanken über die Endzeit gemacht haben. In wenigen Jahren konnte ich erleben, wie ganze Vereinigungen sich nun eisern auf „die Wiederkunft Christi vor der Trübsal“ festlegen (davor war man sich nicht sicher), weil ganze Gemeinden der einen Auslegung folgten, die man in einem entsprechend gewählten Podcast/Video verfolgt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es erscheint gelegentlich, dass „Prüfet alles und das Gute behaltet“ (1. Thess. 5,21) – dieser gerade für russlanddeutsche Christen wichtige Grundsatz – so häufig für die eigenen Lieblingsprediger eine Ausnahme erfährt. Dabei schämten sich die Beröer nicht, selbst die Aussagen eines so wichtigen Influencers wie des Apostels Paulus anhand der Schrift zu prüfen (Apg. 17,11).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mögliche Ursachen für die beschriebenen Symptome sind:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Unsicherheit („Ich kann das doch gar nicht beurteilen“)</li>



<li>Autoritätssehnsucht („Sag mir, was richtig ist“)</li>



<li>Gruppenzugehörigkeit („Bei uns sieht man das so“)</li>



<li>und Angst vor Irrtum.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser letzte Aspekt ist interessant: Man delegiert sein Urteil an einen Lehrer, weil man meint, dadurch sicherer vor Irrlehre zu sein!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei weitere Ursachen existieren, die wir erwähnen müssen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Mangelnde Schriftkenntnis</li>



<li>Faulheit</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Beide hängen zusammen, da Bibellesen immer Fleiß erfordern wird. Sich einem Thema aus biblischer Perspektive zu stellen, würde einiges an Zeit, Mühe und Reflexion erfordern. Es stehen hier 70 h Eigenarbeit im Kontrast zu 70 min Streaming. Dass 70 min als der schnelle Weg zum Glück erscheinen, ist hier wirklich nachvollziehbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Preis für die gewonnene Zeitersparnis ist aber der Verlust intellektueller Mündigkeit und biblischer Selbstständigkeit – Aspekte, die heute sowieso nicht mehr beliebt sind. Denn in der Tat werden wir regelmäßig zur geistlichen Unmündigkeit erzogen. <strong>Womöglich produziert ein autoritäres Gemeindeverständnis gerade jene Abhängigkeit von Internetpredigern, über die es sich anschließend beklagt.</strong> Wenn der Christ jahrzehntelang lernt, dass richtige Lehre darin besteht, die richtige Autorität zu kennen und ihr zu folgen, ist es nicht überraschend, wenn er irgendwann lediglich die Autorität austauscht: Früher – „der Bruder hat gesagt“, heute – „Liebi hat gesagt“. Alter Wein in neuen Schläuchen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ist der Gegenentwurf nun Trotz und Individualismus? Nein, biblische Mündigkeit bedeutet nicht, ohne Lehrer auszukommen, sondern so von den Lehrern zu lernen, dass ich immer mehr von der Autorität des Wortes Gottes abhängig werde. Wie gut wäre es, wenn es nicht mehr heißen würde: „Person X hat etwas gesagt“, sondern: „Person X hat mich auf etwas aufmerksam gemacht, und überzeugt hat mich schließlich der Bibeltext X.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Kevin DeYoung: Christsein schaft eh keiner</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jul 2026 15:40:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biblische Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Christsein schafft eh keiner]]></category>
		<category><![CDATA[Kevin DeYoung]]></category>
		<category><![CDATA[Nachfolge]]></category>
		<category><![CDATA[Praxis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kevin DeYoung: Christsein schafft eh keiner oder Warum Jesus nachzufolgen nicht bedeutet, die Welt zu retten, auf alles eine Antwort zu haben, sich mit geistlichem Stillstand abzufinden oder ständig ein schlechtes Gewissen zu haben. 2026 bei Verbum Medien erschienen Taschenbuch,144 Seiten. Preis:11,90 Es muss für&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/kevin-deyoung-christsein-schaft-eh-keiner/18801">Weiterlesen</a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">Kevin DeYoung: <strong>Christsein schafft eh keiner</strong> oder <em>Warum Jesus nachzufolgen nicht bedeutet, die Welt zu retten, auf alles eine Antwort zu haben, sich mit geistlichem Stillstand abzufinden oder ständig ein schlechtes Gewissen zu haben</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2026 bei Verbum Medien erschienen</p>



<p class="wp-block-paragraph">Taschenbuch,144 Seiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Preis:11,90</p>
</div></div>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Es muss für einen Nachfolger Jesu möglich sein, die Worte zu hören &#8222;Recht so, du guter und treuer Kencht!&#8220; ohne dass er politisch engagiert, Vollzeitblogger oder Sozialarbeiter ist.&#8220;</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Was sind eigentlich die Gründe dafür, dass Christen zu der Überzeugung gelangen, ein gottwohlgefälliges Leben, echte Nachfolge und ein gerechter, heiliger Lebensstil seien letztlich unerreichbar? Die Ursachen sind vielfältig. Genau diesen geht Kevin DeYoung in seinem schmalen Büchlein nach und zeigt auf, wie Christen geradezu darauf programmiert werden, sich als „ständige Versager“ zu empfinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">DeYoung beleuchtet dazu unterschiedliche Lebensbereiche. Ein Beispiel ist unsere „Stille-Zeit-Kultur“. Warum erklären wir die persönliche Stille Zeit zu einem zentralen Element eines gottesfürchtigen Lebens? In der Praxis führt das oft dazu, dass man pflichtbewusst fünf bis zehn Minuten in der Bibel liest und seine geistliche Checkliste abhakt, ohne tatsächlich in die Beziehung zu Gott zu investieren. Ähnlich verhält es sich mit dem Missionsbefehl: Aus einem Auftrag an die Gemeinde ist vielfach eine rein individuelle Verpflichtung geworden. DeYoung weist treffend darauf hin, dass, wenn der erste Teil („Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur“) für jeden Einzelnen gelten soll, dies konsequenterweise auch für den zweiten Teil gelten müsste („und taufet sie…“). Während Letzterer jedoch richtigerweise als Auftrag der Gemeinde verstanden wird, wird beim ersten Teil oft weniger differenziert gedacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So entwickeln wir nicht selten eine „Niemals-genug“-Mentalität, die sich biblisch kaum begründen lässt. Gerade hier liegt eine besondere Stärke des Buches: DeYoung schreibt als erfahrener Pastor und Prediger und benennt ein weitverbreitetes Problem(S. 63) :</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Als Prediger weiß ich, wie man eine Predigt hält, die allen Zuhörern ins Gewissen redet. Man könnte meinen, dass eine gute Predigt bei den Zuhörern immer ein schlechtes Gewissen hinterlassen muss. Als Folge davon gäbe jede Predigt über Heiligung allen das Gefühl, nicht heilig genug zu sein. Jede Predigt über Gebet würde Schuldgefühle darüber wecken, dass sie zu wenig beten. Jede Predigt über Evangelisation hinterließe eine Gemeinde, die sich innerlich windet vor Schuldgefühlen über ihren vermeintlichen Ungehorsam. Diese Art der Predigt ist nicht gesund und sie führt auch nicht zu gesunden Gemeinden…“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Buch bietet zahlreiche hilfreiche Impulse, um diesem negativen Framing entgegenzuwirken – einem Framing, das wir uns teilweise selbst aneignen, das aber auch in verschiedenen Strömungen der evangelikalen Szene anzutreffen ist: die Haltung, sich als Christ grundsätzlich als ungenügend und scheiternd zu betrachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den genannten Beispielen (Stille Zeit und Evangelisation) greift DeYoung weitere Themen auf, wobei nicht alle gleich überzeugend ausgearbeitet sind. So erscheint etwa die Betrachtung von Christsein und Wohlstand zwar als guter Überblick über die Thematik im Lukasevangelium, überzeugt jedoch weniger als Argument dafür, dass Wohlstand für Christen kein ernsthaftes Problem darstellt. An vielen anderen Stellen hingegen ist das Buch sehr stark – etwa in der Auslegung der Bergpredigt als positive, hilfreiche Leitlinie für das christliche Leben und nicht als moralische Keule zur Erzeugung von Schuldgefühlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abschließend führt DeYoung zu einem praktischen Ziel christlichen Lebens: ein ruhiges, beständiges Leben in der Nachfolge, geprägt von wachsendem Vertrauen auf den Herrn im Alltag. Gerade darin liegt die bleibende Aktualität des Buches in einer schnelllebigen Zeit – auch wenn es zugleich deren Schwäche widerspiegelt, indem es stellenweise wie eine lose Sammlung von Blogartikeln wirkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt sollte das Buch eine gute Lektüre für junge Christen sein, da DeYoung einen durchweg fröhlichen und leicht zugänglichen Schreibstil bewahrt, der in diesem Buch sehr bewahrend und gelungen übersetzt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
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		<title>Was ich mir für unsere Gottesdienste und Versammlungen wünsche!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Feb 2026 20:13:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bibeln]]></category>
		<category><![CDATA[Biblische Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Gottesdienste]]></category>
		<category><![CDATA[Liturgie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Schwerpunkt-Thema für NIMM-LIES soll dieses Jahr die Bibel sein! 2020 gab Thomas Schirrmacher ein Interview mit dem Pro-Medien-Magazin, in dem er mangelnde Bibelkenntnis als größte Bedrohung für das Christentum ausmachte. Er sagt: „Die größte Bedrohung ist, dass die Bibelkenntnis abnimmt. Es geht dabei (…)&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/was-ich-mir-fuer-unsere-gottesdienste-und-versammlungen-wuensche/18341">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/was-ich-mir-fuer-unsere-gottesdienste-und-versammlungen-wuensche/18341">Was ich mir für unsere Gottesdienste und Versammlungen wünsche!</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ein Schwerpunkt-Thema für <strong>NIMM-LIES</strong> soll dieses Jahr die Bibel sein! 2020 gab Thomas Schirrmacher ein <a href="https://www.pro-medienmagazin.de/mangelnde-bibelkenntnis-bedroht-christenheit/">Interview mit dem <em>Pro-Medien-Magazin</em>,</a> in dem er mangelnde Bibelkenntnis als größte Bedrohung für das Christentum ausmachte. Er sagt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Die größte Bedrohung ist, dass die Bibelkenntnis abnimmt. Es geht dabei (…) um das Bibelwissen als Grundlage der zentralen Wahrheiten des Christentums.“</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Schirrmacher hat völlig recht. Ständig bewegen die Christenheit – ob nun konservativ oder liberal – andere Themen. Heute mag es das Thema geistlicher Missbrauch sein. Viel wird darüber gesprochen. Kürzlich las ich einen Blog, der sich vor allem daran abarbeitet, dass der Hebräerbrief für sich genommen bereits als geistlicher Missbrauch verstanden werden müsse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selten war es wohl so unpopulär, die Bibel zu kennen, obwohl es gleichzeitig noch nie so einfach war, sich Bibelkenntnisse anzueignen. Deswegen möchte ich mich für <strong>NIMM-LIES</strong> in diesem Jahr verstärkt mit dem „Buch der Bücher“ beschäftigen. Wenn ich nur einen unserer Leser dazu bringen kann, mehr in der Bibel zu lesen, habe ich einen großen Sieg errungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Heute möchte ich darauf blicken, welchen Wert die Bibel in unseren Versammlungen und Gottesdiensten besitzt.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gäbe eine sehr einfache Möglichkeit, dem Wort Gottes in unseren Gottesdiensten mehr Priorität zu verleihen: Das Wort Gottes würde bereits dadurch in der Gemeinde geehrt werden, wenn man es im Gottesdienst öffentlich vorlesen würde. Ich habe das z. B. im Metropolitan Tabernacle in London erlebt. In jedem Gottesdienst wird dort jeweils ein Kapitel aus einem der Evangelien vorgelesen. In manchen Gemeinden erheben sich die Zuhörer sogar zum Hören des Wortes, weil man ihm diese Autorität zusprechen möchte. Das ist eindrücklich.</p>



<span id="more-18341"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Ich werde niemals vergessen, wie ich eine katholische Kirche in München besichtigte, während dort gerade Gottesdienst gefeiert wurde. Mit der liturgischen Form katholischer Gottesdienste kann ich persönlich wenig anfangen. Dennoch werde ich – obwohl dieser Besuch Jahrzehnte zurückliegt – niemals vergessen, mit welcher Ehrfurcht in diesem Haus die Bibel vollständig vorgelesen wurde, und zwar das Gleichnis von den anvertrauten Pfunden. An die Predigt kann ich mich nicht mehr erinnern; aber das Wort, das ich damals hörte, klingt mir bis heute nach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Muss ich als Evangelikaler wirklich ausgerechnet die katholische Kirche im Umgang mit der Bibel als Vorbild nennen? Bedeutet evangelikal nicht gerade, dass man mit der Bibel in der Hand miteinander argumentiert?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei ließe sich leicht nachweisen, dass es apostolisches Gebot ist, die Bibel öffentlich vorzulesen. Das erwartete Paulus von den Thessalonichern und den Kolossern (Kolosser 4,16; 1. Thessalonicher 5,27).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der Auftrag an Timotheus weist in diese Richtung. Er war eine Art Aufseher über Älteste, und Paulus schreibt ihm:<br><em>„Widme dich dem Vorlesen, dem Ermahnen, dem Lehren.“ (1. Timotheus 4,13)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Oder haben wir vergessen, welche Wirkung das Vorlesen des Gesetzes auf das Volk hatte? (Nehemia 8,1–8). Mir ist erst beim Schreiben dieses Artikels bewusst geworden, dass Offenbarung 1,3 offensichtlich zu einem öffentlichen Lesen einlädt: Es gibt einen Leser und um ihn herum die Hörenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Jesus predigte (Lukas 4,16–21), nahm er sich Zeit für eine längere Lesung aus der Jesajarolle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Synagoge kannte – und kennt bis heute – die Zentralität des Vorlesens aus der Thora. Selbst ein so bekannter Rabbi wie Paulus wurde erst „nac<em>h der Lesung des Gesetzes und der Propheten“</em> gefragt, ob er etwas zu sagen habe (Apostelgeschichte 13,15).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das öffentliche Lesen war immer zentral für den Gottesdienst, weil eine private Bibel lange Zeit ein großer Luxus war – und es für viele Christen weltweit bis heute ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oft wird eingewendet, dass öffentliche Schriftlesungen nicht mehr nötig seien, da ja jeder eine eigene Bibel besitze. Doch können wir wirklich davon ausgehen, dass alle Besucher unserer Gottesdienste regelmäßig selbst in der Bibel lesen? Ich habe daran erhebliche Zweifel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir sehen, dass das öffentliche Lesen übliche Praxis des Volkes Gottes war: als direkte biblische Anweisung, als alttestamentliches Vorbild, in Übereinstimmung mit der Praxis Jesu und als Beitrag zur Ordnung und Zugänglichkeit des Gottesdienstes. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz all dieser Gründe verzichten viele Gemeinden heute auf eine öffentliche Schriftlesung. Das ist zutiefst zu beklagen.</p>
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		<title>Ein neues Standardwerk der Homiletik: Bryan Chapell: Die Auslegungspredigt mit Fokus auf Christus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Eduard Klassen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Oct 2025 18:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biblische Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer heute über die Kunst der Predigt nachdenkt, kommt an drei Büchern kaum vorbei: D. Martyn Lloyd-Jones’ Die Predigt und der Prediger, Charles Spurgeon Ratschläge für Prediger – und, in neuerer Zeit, Bryan Chapells Die Auslegungspredigt mit Fokus auf Christus. Wenn die beiden erstgenannten Werke&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/ein-neues-standardwerk-der-homiletik-bryan-chapell-die-auslegungspredigt-mit-fokus-auf-christus/18126">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Wer heute über die Kunst der Predigt nachdenkt, kommt an drei Büchern kaum vorbei: D. Martyn Lloyd-Jones’ <em><a href="https://www.cbuch.de/Lloyd-Jones-Die-Predigt-und-der-Prediger/863847" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Die Predigt und der Prediger</a></em>, Charles Spurgeon <em><a href="https://www.cbuch.de/Charles-H.-Spurgeon-Ratschlaege-fuer-Prediger/176319" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ratschläge für Prediger</a></em> – und, in neuerer Zeit, Bryan Chapells <em><a href="https://www.cbuch.de/Chapell-Die-Auslegungspredigt-mit-Fokus-auf-Christus/863525" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Die Auslegungspredigt mit Fokus auf Christus</a></em>. Wenn die beiden erstgenannten Werke als Klassiker des 19. und 20. Jahrhunderts gelten, so darf Chapells Buch als das maßgebliche Handbuch für eine neue Generation von Predigern bezeichnet werden. Umfang, Tiefe und Praxisnähe machen es zu einem Werk, das im besten Sinne „zeitlos“ ist – gründlich reformatorisch und doch zeitgemäß.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.cbuch.de/Chapell-Die-Auslegungspredigt-mit-Fokus-auf-Christus/863525" target="_blank" rel=" noreferrer noopener"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/die_auslegungspredigt_mit_fokus_auf_christus_02-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-18128" srcset="https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/die_auslegungspredigt_mit_fokus_auf_christus_02-1024x683.jpg 1024w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/die_auslegungspredigt_mit_fokus_auf_christus_02-300x200.jpg 300w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/die_auslegungspredigt_mit_fokus_auf_christus_02-768x512.jpg 768w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/die_auslegungspredigt_mit_fokus_auf_christus_02.jpg 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein Werk von beeindruckendem Umfang und Struktur</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Schon der erste Eindruck verrät: Dieses Buch ist kein bloßer Ratgeber oder eine Sammlung von Tipps, sondern ein vollständiges, systematisch aufgebautes Lehrbuch der Homiletik. Mit über 500 Seiten ist es etwa so umfangreich wie Lloyd-Jones und Spurgeon zusammen. Es ist in drei große Hauptteile gegliedert:</p>



<ol start="1" class="wp-block-list">
<li><strong>Grundprinzipien der Auslegungspredigt</strong> – die theologische und geistliche Basis.</li>



<li><strong>Die Vorbereitung der Auslegungspredigt</strong> – das praktische Handwerkszeug.</li>



<li><strong>Eine Theologie der christuszentrierten Verkündigung</strong> – die geistliche Zielrichtung.</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu kommen über 100 Seiten Anhang mit Beispielpredigten, Gliederungshilfen, Mustern, Hinweise zur Rhetorik und einem gründlichen „Auswertungsbogen“, der Predigern hilft, sich selbst zu prüfen und zu wachsen.</p>



<span id="more-18126"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes Kapitel beginnt mit einer inhaltlichen Übersicht und Lernzielen und endet mit Fragen zur Wiederholung und praktischen Übungen – ein klarer Hinweis auf Chapells jahrzehntelange Erfahrung als Dozent am <em>Covenant Theological Seminary</em>. Man hat beim Lesen immer wieder das Gefühl, in seinem Seminar zu sitzen und direkt von einem Lehrer zu lernen, der nicht nur über das Predigen referiert, sondern selbst ein Prediger ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Teil I – Die geistliche Grundlage der Auslegungspredigt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im ersten Teil stellt Chapell das Fundament klar: wahre Verkündigung besteht aus Autorität und Erlösung. Er eröffnet das Werk mit einer Diagnose unserer Zeit – dem Verlust von Autorität – und zeigt, dass nur eine biblisch begründete Auslegungspredigt dieses Loch füllen kann. Predigen bedeutet, Gottes Wort reden, nicht bloß menschliche Gedanken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zentrales Zitat bringt Chapells Definition auf den Punkt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Eine Auslegungspredigt kann man also als eine Botschaft definieren, deren Zusammensetzung und Gedanken aus einem biblischen Text entwickelt werden. Sie umfasst den Umfang des Textes, um zu erklären, wie die Bestandteile und der Kontext des Textes durch den Heiligen Geist, der den Text inspirierte, dauerhafte Prinzipien für bibeltreues Denken, Leben und bibeltreue Anbetung enthüllen.“ (S. 30)</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Definition betont, dass wahre Predigt nicht bloß exegetische Analyse oder moralische Anwendung ist, sondern die lebendige Vermittlung göttlicher Wahrheit, die durch den Geist in Herz und Leben hineinwirkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders eindrücklich sind Chapells Aussagen über den geistlichen Charakter des Predigers:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Keine Wahrheit verlangt lauter nach pastoraler Heiligkeit wie die Verbindung zwischen dem Charakter eines Verkündigers und der Aufnahme seiner Predigt.“ (S. 41)</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Und ebenso demütigend wie tröstlich:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Wir sind nur der ›zweite Verkündiger‹; der erste und letzte ist der Heilige Geist, der zuerst sein Wort gab und es auch in den Herzen der Hörer lebendig macht.“ (S. 33)</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Haltung zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch: Chapell plädiert für technische Exzellenz mit tiefer geistlicher Abhängigkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Schlüsselbegriff seines Ansatzes, der das ganze Buch durchzieht, ist der sogenannte „Fallen Condition Focus“ (FCF), den Chapell folgendermaßen definiert:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Der Gefallene-Zustand-Fokus (G-Z-F) ist der gemeinsame Zustand des Menschen, den heutige Personen mit denen teilen, an die der Text ursprünglich geschrieben wurde, und der die Gnade des Bibelabschnittes für Gottes Volk erforderlich macht, damit sie ihn verherrlichen und sich an ihm erfreuen können.“ (S. 58)</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Die deutsche Übersetzung wirkt etwas sperrig, weshalb man wohl besser von einem „Fokus auf den gefallenen Zustand (FGZ)“ sprechen sollte. Dieser Gedanke ist dennoch genial: Jeder biblische Text offenbart eine Facette menschlicher Bedürftigkeit, die Gottes Gnade notwendig macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Chapell schreibt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Eine Predigt bleibt eine unfertige Predigt, bis ein Verkündiger die Aussagen und die Merkmale des Textes auf einen einzigen, großen G-Z-F ausrichtet.“ (S. 67)</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Das bedeutet: Eine Predigt ist erst dann „fertig“, wenn sie den Zuhörern ihren in Sünde gefallenen Zustand aufzeigt und zugleich Gottes Erlösung in Christus verkündigt. So wird das Evangelium nicht auf moralische Appelle reduziert, sondern bleibt auf Christus fokussiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Teil II – Das Handwerkszeug der Predigtvorbereitung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite Hauptteil ist der umfangreichste und vielleicht wertvollste für Praktiker. Chapell behandelt hier Schritt für Schritt den gesamten Prozess der Predigtvorbereitung: vom exegetischen Studium über die Gliederung bis hin zu Illustration, Anwendung, Einleitung, Schluss und Übergängen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade dieser Teil macht das Buch zu einem Lehrgang in Predigtpraxis. Der Autor legt Wert auf eine klare, nachvollziehbare Struktur: Hauptaussage – Hauptpunkte – Unterpunkte. Seine Argumentation dafür ist nicht formalistisch, sondern geistlich begründet: Eine gute Gliederung dient der Klarheit des Evangeliums.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er diskutiert detailliert, warum Predigten oft „zerfallen“ oder „verpuffen“ – und wie man das vermeidet. Die Kapitel über Illustrationen und Anwendung gehören zu den besten ihrer Art. Sie zeigen, wie Beispiele nicht nur schmücken, sondern erklären und Herz und Gewissen ansprechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei hält Chapell die Balance: Er zwingt keine Methode auf, sondern stellt verschiedene Predigtstile vor und zeigt deren Stärken und Grenzen. Er schreibt mit großem Respekt gegenüber unterschiedlichen Ansätzen, wirbt aber zugleich entschieden für eine christuszentrierte Auslegung, die den roten Faden der Gnade durch die ganze Schrift hindurch sichtbar macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die vielen Schaubilder, Tabellen und Übersichten (etwa die „Doppelhelix der Auslegung“) sind nicht bloße Dekoration, sondern echte Denkhilfen. Man merkt, dass der Autor auch visuell strukturiert denkt – ein Vorteil gerade für Prediger, die sich systematisch weiterbilden wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch sprachlich ist das Buch angenehm zugänglich. Obwohl es sehr umfangreich ist, liest es sich erstaunlich leicht. Nur an wenigen Stellen hätte die deutsche Übersetzung etwas flüssiger sein dürfen – der fachliche Gehalt bleibt jedoch vollständig erhalten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Teil III – Die christuszentrierte Verkündigung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der dritte Teil führt alles zusammen und bildet das theologische Herzstück des Werkes. Hier entfaltet Chapell seine bekannte Lehre der „redemptive exposition“ – einer Verkündigung, die die Gnade Gottes als zentrales Thema jeder Predigt erkennt und vermittelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kapitel 11 („Predigten erstellen, welche die Erlösung aufzeigen“) ist dabei besonders zentral. Hier lehrt Chapell, wie der Prediger auch in Texten, die Christus nicht direkt erwähnen, den heilsgeschichtlichen Bezug entdeckt und die Gnade Gottes freilegt. Die sogenannte „redemptive exposition“ zielt darauf ab, „die Gnade Gottes als Grundlage für das Handeln der Gläubigen darzustellen und die Zuhörer dazu anzuregen, ihre Abhängigkeit von Gottes Kraft zu erkennen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Theologie bewahrt vor zwei Extremen: vor einem bloßen Moralismus auf der einen Seite – und vor einer billigen Gnade ohne Heiligung auf der anderen. Wahre Veränderung, so Chapell, „resultiert aus der Erkenntnis der Gnade und Liebe Gottes, die die Gläubigen motiviert, heilig zu leben.“</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein ausgewogenes, praxisnahes und geistlich tiefes Lehrbuch</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Was dieses Buch so einzigartig macht, ist die Verbindung aus Theorie und Praxis. Chapell ist weder bloß Theologe noch bloß Praktiker – er ist beides. Man spürt auf jeder Seite, dass er jahrelang sowohl Prediger als auch Lehrer war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Anhänge zeigen, wie gründlich Chapell arbeitet: Neben theoretischen Vertiefungen finden sich Musterpredigten, Kommunikationshilfen, stilistische Tipps, ja sogar Vorlagen für Hochzeits- und Traueransprachen. Damit wird das Buch zu einem echten Kompendium für den gesamten Verkündigungsdienst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er schreibt mit einem liebevollen, väterlichen Ton. Während ich das Buch das erste Mal las, fühlte ich mich so, als würde ich in seinem Seminar sitzen. Er schreibt, wie er spricht und geht auf meine Fragen ein, die mir während des Lesens kommen. Besonders hilfreich sind die vielen Beispiele aus realen Predigten, die den Inhalt lebendig machen. Das Buch steht bei immer immer griffbereit. Schon so manches Mal war das Buch für mich ein Mutmacher, wenn ich bei der Predigtvorbereitung entmutigt aufgeben wollte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit – Das moderne Standardwerk der Predigtlehre</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man nur ein Buch über Predigt lesen könnte, wäre dies das Buch, das man wählen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bryan Chapells <em>Die Auslegungspredigt mit Fokus auf Christus</em> ist ein monumentales Werk, das zugleich lehrreich, praktisch und geistlich tief ist. Es verbindet homiletische Genauigkeit mit christuszentrierter Leidenschaft, theologische Tiefe mit seelsorgerlicher Weisheit. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Kernaussagen lassen sich so zusammenfassen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Autorität</strong>: Der Prediger spricht mit der Autorität der Schrift, nicht der eigenen Meinung.</li>



<li><strong>Gnade</strong>: Jede Predigt muss den Erlösungsaspekt der Schrift entfalten.</li>



<li><strong>Struktur</strong>: Klarheit in Gliederung und Hauptaussage ist ein geistlicher Dienst an der Gemeinde.</li>



<li><strong>Abhängigkeit</strong>: Prediger bleiben „zweite Verkündiger“ – der Geist ist der wahre Prediger.</li>



<li><strong>Ziel</strong>: Das Herz der Hörer soll durch das Evangelium verändert werden, nicht durch menschliche Überredung.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Hoffnung für das Buch ist, das es – ähnlich wie Lloyd-Jones und Spurgeon – Generationen von Predigern prägen wird. Doch während jene Werke aus früheren Jahrhunderten stammen, spricht Chapell in die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts hinein: Relativismus, Überinformation, moralischer Druck und geistliche Müdigkeit. Seine Antwort ist klar: Zurück zum Wort – und nach vorn zur Gnade.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Eloquenz ist vielleicht die irdische Herrlichkeit der Verkündigung, aber ihr ewiger Herzschlag bleibt die Treue zur Botschaft.“ (S. 37)</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Treue prägt auch Chapells Buch selbst. Es ist ein Werk, das nicht nur lehrt, wie man predigt – sondern selbst predigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erhältlich ist das Buch hier:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://www.3lverlag.de/kategorien/1810-die-auslegungspredigt-mit-fokus-auf-christus.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">3l Verlag</a></li>



<li><a href="https://www.cbuch.de/Chapell-Die-Auslegungspredigt-mit-Fokus-auf-Christus/863525" target="_blank" rel="noreferrer noopener">cbuch.de</a></li>



<li><a href="https://de.logos.com/product/364198/die-auslegungspredigt-mit-fokus-auf-christus-eine-ruckbesinnung-auf-die-auslegende-verkundigung?queryId=16ffd70c935efb17568080b1712a44f4" target="_blank" rel="noreferrer noopener">de.logos.com</a> (digitale deutsche Ausgabe als Vorbestellung)</li>



<li><a href="https://www.logos.com/product/175196/christ-centered-preaching-redeeming-the-expository-sermon-3rd-ed?queryId=ff85b8724049470d983dec57aa297aea" target="_blank" rel="noreferrer noopener">logos.com</a> (englische Originalausgabe)</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Gottes Vorsehung entschuldigt unsere Bosheit nicht</title>
		<link>https://nimm-lies.de/gottes-vorsehung-entschuldigt-unsere-bosheit-nicht/17871</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Jul 2025 15:31:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biblische Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[Calvin]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Calvin]]></category>
		<category><![CDATA[Plan Gottes]]></category>
		<category><![CDATA[Sünde]]></category>
		<category><![CDATA[Vorsehung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer eine reformierte Sicht des Zusammenspiels von Gottes Vorsehung und Dingen wie Zufall, dem Bösen, menschlicher Verantwortung sucht handelt sicherlich nicht falsch wenn er zu Calvins Institutio zeigt. In den Kapiteln 16 bis 18 widmet sich Calvin dem Thema der Vorsehung. Zunächst wird die Lehre&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/gottes-vorsehung-entschuldigt-unsere-bosheit-nicht/17871">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Wer eine reformierte Sicht des Zusammenspiels von Gottes Vorsehung und Dingen wie Zufall, dem Bösen, menschlicher Verantwortung sucht handelt sicherlich nicht falsch wenn er zu Calvins Institutio zeigt. In den Kapiteln 16 bis 18 widmet sich <a href="http://www.calvinismus.ch/ubersicht/unterricht-in-der-christlichen-religion/buch-1/">Calvin dem Thema der Vorsehung.</a> Zunächst wird die Lehre von der Vorsehung definiert: Es ist Gottes Erhaltung seiner Schöpfung. das biblische Bild von der Schöpfung ist nicht einfach bloß ein Theistisches als hätte ein großer Erschaffer einmal einen Knopf gedrückt und nun arbeitet ein äußerst komplexer Mechanismus ganz autonom ein Programm ab &#8211; Nein die Bibel zeichnet ein Bild, dass die Schöpfung auch nicht einen Augenblick bestehen kann, wenn sie nicht durchgehend erhalten würde (Heb. 1,3 man vgl. aber auch die vielen weiteren Beispieltexte die Calvin zu dieser These aufführt).</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kapitel 16 bespricht Calvin nun das Zusammenspiel von Menschlicher Verantwortung und Gottes Vorsehung. Wem die griechischen und römischen Sagen und Legenden nur am Rande bekannt sind, wird über die große Obsession der Antike überrascht sein, dass der Einzelne einem Unabänderlichen Schicksal ausgeliefert ist. Genau da greift Calvin ein und zitiert einige bekannte &#8222;Klassiker&#8220;. Das christliche Modell von Gottes Souveränität und ist selbstverständlich komplexer,freier, gründlicher. In jedem Fall ist Gottes absolute Vorsehung und Kontrolle niemals eine Ausrede für das was wir anrichten. Daran lässt Calvin keinen Zweifel übrig. Ein Auszug aus dem dritten Abschnitt vom 16 Kapitel des ersten Buches der Institutio. <a href="http://www.calvinismus.ch/ubersicht/unterricht-in-der-christlichen-religion/buch-1/">Das vollständige erste Buch findet sich kostenfrei im Web.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Wem solche Bescheidenheit zuteil geworden ist, der wird weder um der Widerwär­tigkeiten vergangener Zeiten willen gegen Gott murren, noch auch die Schuld für die Übeltaten auf ihn schieben, wie es Agamemnon bei Homer tut: </em>„Ich bin dessen nicht schuld, sondern Zeus und das Schicksal!“ <em>Er wird sich auch nicht wie jener Jüngling bei Plautus, wie vom Schicksal dahingerissen, verzweifelt ins Verderben stürzen:</em> „Unbeständig ist das Los der Dinge, nach Willkür handelt das Schicksal am Menschen; ich will mich zum Felsen begeben, um mit meinem Leben der Sache ein Ende zu machen!“<em> Auch wird er nicht nach dem Beispiel eines anderen mit dem Na­men Gottes seine Untaten beschönigen. So spricht es Lyconides in einer anderen Ko­mödie (des Plautus) aus:</em> „Gott war der Anstifter, ich glaube, die Götter haben es so gewollt; denn ich weiß: hätten sie es nicht gewollt, so wäre es nicht geschehen!“<em> Nein, er wird aus der Schrift forschen und lernen, was Gott gefällt, um unter Führung des Geistes danach sich auszustrecken; er wird zugleich bereit sein, Gott zu folgen, wohin er ihn ruft, und damit zeigen, daß nichts heilsamer ist, als diese Lehre zu kennen.</em></p>



<span id="more-17871"></span>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gottlose Leute machen mit ihren Albernheiten einen Aufruhr, so dass sie sozu­sagen beinahe Himmel und Erde durcheinander werfen:</em> „Wenn der Herr doch den Zeitpunkt unseres Todes bestimmt hat, so kann man ihm nicht entgehen, und alle Vorsichtsmaßnahmen sind vergebliche Mühe!“ <em>Wenn also der eine einen Weg mei­det, den er als gefährlich kennt, um nicht von Räubern umgebracht zu werden, – wenn der andere den Arzt holt und sich um Arzneien bemüht, um sein Leben zu er­halten, – oder wenn wieder ein anderer sich schwererer Speisen enthält, um seine schwache Gesundheit zu schonen, – oder wenn einer Bedenken trägt, ein baufälliges Haus zu beziehen, – oder wenn wir alle miteinander Wege ersinnen und mit großer Anstrengung überlegen, um zu bekommen, was wir begehren – dann sind das (nach ihrer Meinung) lauter sinnlose Mittel, mit denen man Gottes Willen zu ändern be­gehrt; oder aber Leben und Tod, Gesundheit und Krankheit, Frieden und Krieg und alles andere, das Menschen erstreben oder hassen und deshalb mit großem Fleiß zu erlangen oder fernzuhalten streben, wird gar nicht von seinem gewissen Entscheid bestimmt! Ja, man hält dann auch die Gebete der Gläubigen für verkehrt, ja für überflüssig — da man ja in ihnen um Gottes Leitung in solchen Dingen bittet, die Gott doch seit aller Ewigkeit festgelegt hat! Kurz, alle Vorkehrungen für die Zukunft hebt man auf, als im Widerspruch zu Gottes Vorsehung stehend – da diese auch ohne Rücksicht auf sie schon beschlossen habe, was geschehen soll. Und was wirklich geschieht, das schreibt man der Vorsehung Gottes derart zu, dass man dabei den Menschen entschuldigt, der es doch gewiss mit Überlegung angerichtet hat. Da bringt ein Meuchelmörder einen rechtschaffenen Bürger ums Leben – er hat, so sagt man, Gottes Rat ausgeführt! Da hat jemand gestohlen oder die Ehe gebrochen – er ist ein Knecht der Vorsehung Gottes, denn er hat getan, was von dem Herrn vorgesehen und bestimmt war! Da lässt ein leichtsinniger Sohn seinen Vater sterben, ohne sich um Heilmittel zu bemühen – er konnte ja Gott nicht widerstehen, der es von Ewigkeit her so beschlossen hatte! Auf diese Weise heißen dann alle Untaten Tugenden, weil sie ja angeblich der Anordnung Gottes dienen!</em></p>
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		<item>
		<title>&#8222;Evangelischer Glaube Kompakt&#8220; von Thomas Schirrmacher Darüber wie es ist, als Nicht-Presbyterianer das Westminster Bekenntnis zu lesen</title>
		<link>https://nimm-lies.de/evangelischer-glaube-kompakt-von-thomas-schirrmacher/14831</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Aug 2022 15:17:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bibelkommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Biblische Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Baptistisches Glaubensbekenntnis]]></category>
		<category><![CDATA[Bekenntnis]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Schirrmacher]]></category>
		<category><![CDATA[Westminster Glaubensbekenntnis]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.nimm-lies.de/?p=14831</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das hat mich zunächst in dieser Version des Westminster Glaubensbekenntnisses von 1647 (Im folgenden mit WB abgekürzt) von Thomas Schirrmacher irritiert, dass er das Werk mit einem zusätzlichen Titel versieht: &#8222;evangelischer Glaube kompakt&#8220;. Je mehr ich aber auf diese Bekenntnisschrift zurückgreife, desto eher sehe ich&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/evangelischer-glaube-kompakt-von-thomas-schirrmacher/14831">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/evangelischer-glaube-kompakt-von-thomas-schirrmacher/14831">&#8222;Evangelischer Glaube Kompakt&#8220; von Thomas Schirrmacher &lt;br /&gt;&lt;span style=&#039;color:#4d4545;font-size:1.5rem;&#039;&gt;Darüber wie es ist, als Nicht-Presbyterianer das Westminster Bekenntnis zu lesen&lt;/span&gt;</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class=" alignleft" src="https://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2017/08/978-3-86269-145-6.jpg" width="227" height="321" /> Das hat mich zunächst in dieser Version des Westminster Glaubensbekenntnisses von 1647 (Im folgenden mit WB abgekürzt) von Thomas Schirrmacher irritiert, dass er das Werk mit einem zusätzlichen Titel versieht: <em>&#8222;evangelischer Glaube kompakt&#8220;. </em>Je mehr ich aber auf diese Bekenntnisschrift zurückgreife, desto eher sehe ich es als eine Art &#8222;Cheat-Buch&#8220; für dogmatische Fragen.  Als ich vor einiger Zeit z.B. für eine Jugendgruppe einen Vortrag über das Thema Heilsgewissheit vorbereitet habe, griff ich vollständig auf die Struktur zurück, wie es das WB In Kapitel 18 darstellt: Behutsam entwickelt das Bekenntnis an dieser Stelle, dass es vor allem um den Wachstum im Glauben geht, dass Heilsgewissheit möglich, aber nicht heilsnotwendig sei, erstrebenswert, aber nicht auf eine zu verzweifelnde Weise, sondern im Gottvertrauen anzueignen.</p>
<p>Oder nehmen wir Kapitel 9: Vom freien Willen. Das Bekenntnis hat hier die augustinische Struktur im Hintergrund, so dass es die Willensfreiheit <em>vor</em> dem Fall, <em>nach</em> dem Fall, <em>nach</em> der Wiedergeburt und <em>in</em> der Herrlichkeit betrachtet. Somit fällt die Antwort nicht einfach plump mit &#8222;ja oder nein&#8220;  aus, sondern führt zielstrebig zur Frage nach &#8222;echter Willensfreiheit&#8220;  Mit den Worten des Bekenntnisses, <a href="https://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2017/08/978-3-86269-145-6_Der_evangelische_Glaube_kompakt_Aufl3.pdf">dass es übrigens kostenfrei zum Download gibt: (Artikel 9,5)</a> <em>&#8222;Der Wille des Menschen wird erst im Stand der Herrlichkeit volkkommen und unveränderlich frei gemacht, nur Gutes zu tun.&#8220; </em>Damit argumentiert das Bekenntnis an dieser Stelle völlig anders, als die übliche evangelikale Lösung, die meint, wir würden im Himmel nicht mehr sündigen, weil Satan nicht mehr da sei.</p>
<p>Sehr hilfreich auch für Jungscharunterricht oder allgemein Jüngerschaft, sind die ersten Kapitel des Bekenntnisses generell: Da wäre das erste Kapitel von der Heiligen Schrift zu erwähnen, das bei weitem nicht so plump formuliert ist, wie es gerne die liberalen Christen bibelgläubigen Evangelikalen vorwerfen, und natürlich das Kapitel über die Dreieinigkeit, oder schließlich, das sei besonders hervorgehoben,  das Kapitel über Christus den Mittler.</p>
<p>Das Mittelstück des Bekenntnisses bilden Fragen der Errettung, wie der Rechtfertigung, der Adoption, der Buße, des Ausharrens und des Gesetzes Gottes mit abschließenden Fragen nach der Beziehung zwischen Staat und Kirche, des Sabbats, der Ehe und den Sakramenten, sowie der Gemeindezucht.</p>
<p>Wer ein Bekenntnis aus reformierter Sicht sucht, kommt niemals an dieser Bekenntnisschrift vorbei. Schirrmachers Ausgabe wird durch zahlreiche Stützstellen <strong>und </strong>durch die weiteren Varianten dieser protestantischen Bekenntnisschrift deutlich bereichert. John Owen war bekanntlich nicht der presbyterianischen Kirchenordnung zugeneigt, und erweiterte das Kapitel zum Thema &#8222;Gemeinde&#8220; erheblich. Diese Variante wiederum war grundlegend für Anpassungen zum Thema Taufe und formten so das Glaubensbekenntnis der britischen Baptisten (natürlich das von 1689).  Auf diese Weise kann Schirrmacher aufzeigen, wie zentral das WB für unterschiedliche protestantische Strömungen wurde.<span id="more-14831"></span></p>
<p>Geht es im WB um die berüchtigten fünf Punkte? Folgt man der Argumentation des Metropolitan Tabernacle stehen im Bekenntnis (als Baptisten beziehen sich auf das baptistische Bekenntnis) vornehmlich die &#8222;five points of calvinism&#8220; im Vordergrund (siehe <a href="https://metropolitantabernacle.org/doctrinal-basis/">hier</a>, ähnlich argumentiert eine deutschsprachige Gemeinde <a href="https://reg-vs.de/">hier</a>). Natürlich steht das WB in der Tradition der Lehrregel von Dordrecht, aber die Reduktion des Bekenntnisses auf die Fünf Punkte tut dieser hervorragenden Schrift schlicht unrecht.</p>
<p>Lese ich eine Bekenntnisschrift, stelle ich mir Punkt für Punkt die Frage, wie ich die Thesen formulieren würde.  In den meisten Fällen ist die Formulierung des WB so überragend, dass man diese nur bereitwillig unterzeichnen würde, ja in meinem Fall, schäme ich mich häufig, dass ich nicht auf derart ausgewogene Formulierungen gekommen bin. Unter den ersten achtzehn Kapiteln, habe ich eigentlich vor allem mit Kapitel 7, der &#8222;Von Gottes Bund mit den Menschen&#8220; handelt, ein Problem. Nach langem Nachsinnen bin ich immer noch geneigt, die Unterscheidung zwischen Bund der Werke und Bund der Gnade allzu sehr als Konstrukt zu sehen. Einerseits ist dieses Kapitel natürlich ein Segen für die Kirchengeschichte gewesen und hat viel dazu beigetragen, dass man Biblische Theologie entwickelt hat, ausgehend von Betrachtungen der Bundestheologie, und wie der Gnadenbund Gottes, angefangen ab 1. Mo. 3,15 immer wieder in neuen Varianten verwirklicht wird, bis er zur Fülle in Christus reift. Andererseits erscheint es mir zu sehr konstruiert diesem Gnadenbund einen adamitischen Werkbund entgegenzustellen, wenn es vornehmlich darum gehen sollte, zwei mögliche Zustände eines Menschen aufzuzeigen: Entweder in Adam oder in Christus.  Wer nun der &#8222;föderale Vertreter&#8220; des Menschen ist, ist eine wichtige Frage und ein notwendiger theologischer Gedanke, aber in Röm. 5,12-20 nicht in eine Diskussion um Bundesbeziehungen dargestellt. . Wenn es in Kapitel 7 des WB wirklich vornehmlich um diese Frage geht, könnte man wohl ein dispensationalistisches, wie auch ein bundestheologisches Verständnis der biblischen Bündnisse verstehen. Letztlich würde ich entschieden dies Unterscheidung des NT bevorzugen, das im Hebräerbrief, aber auch im Galaterbrief entwickelt, vor allem auf den Neuen und den Alten Bund blickt (Ich schweige darüber, dass der Galaterbrief die schieren Segnungen der Gnade in den Bund mit Abraham verknüpft (nicht mit 1. Mo. 3,15) und dann vom Gesetz als einen eingeschobenen Zuchtmeister/Haushalter spricht , nicht im Widerstreit mit einem adamitischen Bund) . Kurz: Der Neue Bund ist nicht bereits ab 1. Mo 3.15 da, aber wohl. schon da angekündigt. Wie ich schon einen überzeugten Presbyterianer fragte: Wenn es ein und der gleiche Gnadenbund ist, warum sollen wir überhaupt Pfingsten feiern (Und das taten schließlich auch die Verfasser des WB)?</p>
<p>Übrigens habe ich mir es mit der Kritik an dieser Stelle nicht leicht getan, und auch das Arbeitsbuch zum WB von Joseph A. Pipa (<a href="https://www.amazon.de/Westminster-Confession-Faith-Study-Book/dp/184550030X/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=2VV4E0GSZFDQT&amp;keywords=joseph+a+pipa+westminster&amp;qid=1660835466&amp;sprefix=joseph+a+pipa+westminste%2Caps%2C69&amp;sr=8-1">The Westminster Confession of Faith Study Book</a>) herangezogen. aber in den Fragen die er zu Kapitel 7 bespricht, hat er kein Problem damit, zunächst ein Beispielbund in 1. Mo 21, 27-31 zu besprechen, um daraus in Adam auch einen Bundesschluss zu sehen um schließlich die Notwendigkeit zu besprechen, &#8222;was passiere, wenn wir nicht die Anforderungen des adamitischen Bundes erfüllen?&#8220; An dieser Stelle habe ich mich gefragt, ob hier einfach eine weitere Unterscheidung nötig wäre, und man gar nicht vom Bund der Werke und Bund der Gnade sprechen sollte, da in der Bibel die Bundesschlüsse vornehmlich auf die Verheißungen des Neuen Bundes blicken oder aus den Segnungen des Neuen Bundes auf die alten Bündnisse zurück.</p>
<p>Ich sehe noch weitere Probleme mit dem WB, nein eigentlich mit dem Umgang mit dem WB: Irgendwie scheinen manche geradezu sklavisch dem Buchstaben des Bekenntnisses zu fordern. Ist das WB im Kapitel über die Gemeinde wirklich vollständig und in allen Punkten besser als die Savoy Erklärung? Versucht mal mit einem überzeugten presbyterianischen Pastor darüber zu sprechen.  Oder blicken wir mal auf Artikel 21.6 (Ort und Zeit des Gebetes): <em>&#8222;Stattdessen soll Gott überall im Geist und in der Wahrheit angebetet werden, zu Hause in den Familien täglich und insgeheim im Verborgenen von jedem einzelnen bei sich selbst, genauso wie noch feierlicher in öffentlichen Versammlungen, die man nicht durch Nachlässigkeit oder absichtlich missachten oder verlassen darf.&#8220;</em> &#8211; Ja amen, aber nun zeige man mir eine presbyterianische (oder auch reformiert baptistische) Gemeinde, in der der Laie und Besucher sonntags beten darf?  Bisher (so meine Erfahrung) Fehlanzeige. Irgendwie ist das Laiengebet zu profan, und selbst eine Gebetsstunde gibt es ja häufig nicht.</p>
<p>Nun denn, dann frage ich mich , warum die Besucher dann singen dürfen, wenn bereits das Beten alleine dem Pastor vorbehalten ist, obwohl es das Bekenntnis vorschreibt. Über das Singen schweigt das Bekenntnis bekanntlich, sollte man das Singen also ebenfalls ausschließlich ordinierten Pastoren erlauben? Die Bibel selbst spricht ja mehr über das öffentliche Beten als über das öffentliche Singen, oder warum sollen sonst die Männer überall ihre Hände zum Gebet erheben? Wer hier auf Stummes Gebet verweist, hat nicht verstanden, dass selbst der Zöllner es wagte im Tempel hörbar zu beten.</p>
<p>Ein anderer Fall: Einmal durfte ich einen jungen Bruder begleiten, der einen presbyterianischen Pastor bat, ob er ihn mit Untertauchen taufen würde (erste Taufe, falls das unklar sein sollte) . Wir recherchierten im WB und stießen auf diese Stelle (Kapitel 28,3): <em>&#8222;Das Untertauchen der Person im Wasser ist nicht notwendig, sondern die Taufe wird auch durch Begießen oder Besprengen der Person mit Wasser recht gespendet.&#8220; </em>Die Formulierung &#8222;nicht notwendig&#8220; und &#8222;auch &#8230;recht gespendet&#8220; ließ uns annehmen, dass ein Untertauchen in Übereinstimmung mit dem WB möglich sei. Doch der Pastor verwies den jungen Bruder auf &#8222;Übersetzungsfehler&#8220; und beharrte auf &#8222;einzig und allein Besprengen möglich&#8220;, wobei man sich fragen muss, wie Schirrmacher die Aussage <em>&#8222;Dipping of the person into the water is not necessary; but baptism is rightly administered by pouring or sprinkling water upon the person.&#8220;</em> hätte besser übersetzen können.</p>
<p>Ich führe diese beiden Beispiele an, weil Carl Trueman in seinem Werk über die Notwendigkeit und Bedeutung von Bekenntnissen (<a href="https://www.amazon.de/Creedal-Imperative-Carl-R-Trueman/dp/1433521903/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=3VT8Z5BFM6MNI&amp;keywords=carl+trueman+confession&amp;qid=1660833414&amp;sprefix=carl+trueman+confession%2Caps%2C87&amp;sr=8-2">The Creedal Imperative</a>) meint, dass man durch die Verwendung pastoraler Willkür vorbeugen kann. Obwohl ich ihm generell zustimmen würde, beobachte ich in der Praxis  leider auch in konfessionellen Gemeinden päpstliche Willkür.</p>
<p>Um ein letztes Beispiel zu wählen (etwas ungewöhnlich): Generell würde ich die Unterteilung in moralisches, zeremonielles und judizielles Gesetz unterstützen, da auf diese Weise mehr als nur die zehn Gebote bindend für Volk, Staat und Gemeinde verstanden werden. Jetzt folgt aber ein Rückgriff gerade auf die judiziellen oder gar zeremoniellen Gesetze, als man in Artikel 24.4 (Ehe ist bei zu naher Blutsverwandschaft verboten) ausführt, dass <em>&#8222;der Mann keine Verwandten seiner Frau heiraten darf, die ihr näher blutsverwandt ist, als er es in seiner eigenen Verwandtschaft darf&#8220;.  </em>Eine umständliche Formulierung, die aber deutlich macht, dass die Heirat der Schwägerin (z.B. nach Tod der Frau) untersagt ist, da man durch das &#8222;ein Fleisch werden&#8220; in einer gewissen Art blutsverwandt mit den Blutsverwandten seiner Frau wurde. Die Inzestgesetze, wie wir sie in 3. Mo. 18 und 20 finden, sprechen die gleiche Sprache, vergleicht man z.B. 3. Mo. 18, 14 dass die Heirat bzw. &#8222;Entblößung&#8220; der <em>angeheirateten</em> Tante verbietet, aber 3. Mo. 18, 18 macht deutlich dass diese &#8222;Blutsverwandtschaft&#8220; vom Patriarchat ausging, also nur in Richtung der männlichen Verwandtschaft ein Problem machte. Achtet auf den Wortlaut: <em>&#8222;Du sollst die Schwester deiner Frau nicht ihr zuwider zur Frau nehmen und ihre Scham entblößen, solange deine Frau noch lebt.&#8220; (3. Mo. 18,18). </em>Das ist natürlich ein kleines Detail und durch Vorlesungen von Carl Trueman habe ich erfahren, dass dieses Kapitel in manchen presbyterianischen Gemeinden auch fallen gelassen wurde.</p>
<p>Was folgt aus dieser langen Rede? Meine große Wertschätzung zu diesem Bekenntnis, die weiterhin wächst, obwohl ich gleichzeitig merke, dass es &#8222;nicht mein Bekenntnis&#8220; ist, in dem Sinne, dass ich ja nicht Mitglied einer Gemeinde bin, das sich diesem Bekenntnis verpflichtet, aber auch in dem Sinne, dass ich einige, vor allem letztere Kapitel persönlich anders formulieren würde. Ich glaube aber, dass diese Distanz der <em>Unverpflichtung</em>, die ich habe, eher ein Vorteil ist, um ungezwungener mit dieser Schrift umzugehen. Deswegen möchte ich vornehmlich &#8222;konfessionslose&#8220; Mitgeschwister ermutigen, sich vermehrt mit diesem Bekenntnis auseinanderzusetzen. Was gebe es besseres, als wenn in jeder Stadt Deutschland junge Männer sich in Gruppen versammeln würden, um sich echt tiefgründig, mit aufgeschlagenen Bibeln, aber auch gottesfürchtig neugierig den tiefen Glaubensfragen unserer Väter stellen würden?</p>
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		<title>Christus in der ganzen Schrift erkennen und verkündigen Literaturhinweise für ein Bibelstudium mit Christus im Zentrum</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Aug 2022 13:36:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bibeln]]></category>
		<category><![CDATA[Biblische Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher zur Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbücher]]></category>
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		<category><![CDATA[Christus im Alten Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Hermeneutik]]></category>
		<category><![CDATA[Predigt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Meine Reise in ein Bibellesen mit Christus im Zentrum fing mit Edmund Clowney an. Zuerst bin ich auf die von Clowney mit Tim Keller gemeinsam gehaltene Vorlesung &#8222;Preaching Christ in a Postmodern World gestoßen&#8220;.  Diese war ein gewisser Startpunkt und später griff ich zur Vorlesung&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/christus-in-der-ganzen-schrift-erkennen-und-verkuendigen/14813">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://m.media-amazon.com/images/I/51kO6W+21DL.jpg" alt="Preaching Christ in All of Scripture (English Edition) by [Edmund P. Clowney]" width="236" height="364" />Meine Reise in ein Bibellesen mit Christus im Zentrum fing mit Edmund Clowney an. Zuerst bin ich auf die von Clowney mit Tim Keller gemeinsam gehaltene Vorlesung <a href="https://subsplash.com/reformtheosem/learn-about-rts/ms/+d5da03d">&#8222;Preaching Christ in a Postmodern World gestoßen&#8220;. </a> Diese war ein gewisser Startpunkt und später griff ich zu<a href="https://podcasts.apple.com/us/podcast/biblical-theology/id430337487">r Vorlesung zur biblischen Theology von Clowney,</a> die ebenfalls kostenfrei zugänglich ist.</p>
<p>Seine Strategie stellt Clowney in Kürze auch in einem Essay vor, der das Einleitungskapitel zu einem Predigtsammelband von ihm darstellt: <a href="https://www.amazon.de/-/en/Edmund-P-Clowney-ebook/dp/B0029UWLDI">Preaching Christ in All of Scripture</a> &#8211; Christus aus der ganzen Schrift predigen.</p>
<p>Durch Clowney habe ich auch unerwartete Fährten der Schrift entdeckt, die zu Christus führen. In seiner Vorlesung führt Clowney aus, wie z.B. das Gebot &#8222;Du sollst nicht ehebrechen&#8220; auf Christus zeigt: Gott nimmt nicht eine bereits vorhandene Institution der Ehe, um diese als Metapher für die Liebe Christi zu seiner Gemeinde zu verwenden, sondern die Ehe ist ein Abbild einer längst, ja vor Grundlegung der Welt vorhandenen Realität, der dienenden Liebe Christi. Unsere Ehen werden an diesem Anspruch, der im Sohn Gottes zu sehen ist, gemessen. Deswegen ist Ehebruch und Hurerei auch so tragisch, da wir dem nicht nachkommen, zu dem wir als Abbilder/Bilder Gottes berufen sind. Apropos Bilder Gottes. Sollen wir uns nicht auch deswegen keinerlei Bilder von Gott machen, da Gott selbst &#8222;den Abganz seiner Herrlichkeit&#8220; (Heb. 1.1-2) in seinem Sohn zeigen will und wir eben nur einen Antichristen produzieren würden, wenn wir selber ein Bild von Gott machen würden?</p>
<p>In dieser Weise entdeckt und beschreibt Clowney, wie alle Spuren, Bilder, Gedanken, Gebote, Traditionen und Praktiken der Bibel zu Christus führen. Ist Christus in den Gesetzen der Thora zu finden, verstehen wir plötzlich, warum sich die Psalmsänger an den Geboten, ob nun den Zeremonialgesetzen oder den juristischen, derart erfreuen: <em>&#8222;HERR, wenn ich an deine ewigen Ordnungen denke, so werde ich getröstet. (&#8230;) Deine Gebote sind mir ein Lied geworden&#8220; (Ps. 119,52.54)</em><span id="more-14813"></span></p>
<p>Clowney hat insgesamt einen äußerst hilfreichen Hinweis dafür, wie man eine biblische Typologie von einer unbiblischen Allegorie unterscheiden kann. Er fasst das folgendermaßen zusammen (Graphik aus &#8222;Preaching Christ in All of Scripture, S. 32)</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-14819" src="https://www.nimm-lies.de/wp-content/uploads/Unbenannt-1.png" alt="" width="498" height="312" srcset="https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/Unbenannt-1.png 498w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/Unbenannt-1-300x188.png 300w" sizes="auto, (max-width: 498px) 100vw, 498px" /></p>
<p>Zur Erklärung: Ein Ereignis oder Amt des Alten Testaments (in der Graphik E) muss bereits zu Zeiten des Alten Testaments eine Wahrheit T1 besessen haben, die während der Heilsgeschichte eine Erfüllung Tn in Christus besitzt. Aus diesem wiederum folgt die Predigt für unsere Zeit.  Die weißen Pfeile zeigen die korrekten Wege. Die grauen wiederzum zeigen die Probleme von Verkürzungen: Allein aus einem Element des AT über eine <em>Allegorie</em> zur unseren Predigt zu springen wird der  Bedeutung dieser Wahrheit für das Alte Testament nicht gerecht. So wäre es z.B. falsch zu sagen: Die Bundeslade ist aus Holz, und aus diesem Holz auf das Holz des Kreuzes Christi zu schließen. Das wäre eine unpassende Allegorie. Nimmt man wiederum ein Ereignis des Alten Testaments und überträgt es ohne jegliche Bedeutung innerhalb der Heilsgeschichte auf den Zuhörern liegt die Gefahr des Moralismus nahe. Dies passiert, wenn man z.B. David als &#8222;mutiges Beispiel&#8220; für den Umgang mit Ängsten in seinem Kampf gegen Goliath darstellt, und dabei die Rolle des gesalbten Stellvertreters übersieht, die David in diesem Kampf übersieht. ( Es wird auch dem Text nicht gerecht, den nebst David hatte auch Goliath keinerlei Probleme mit Ängsten oder mangelndem Mut &#8211; was beweist, dass es in der Geschichte eben nicht darum geht, zu zeigen &#8222;wie man mutig wird&#8220;). So wie Davids Sieg den Männern den Mut gegen die Philister gibt, so gibt der Sieg des endgültigen Gesalbten des Herrn seinem Volk Mut im Kampf gegen die Sünde.</p>
<p>Die Verbindung zwischen der Realität des Neuen Testaments mit dem Element des Alten Testaments ist somit eine zweifache: Eine Symbolische Beziehung (Z.B. Kleider des Priesters) wie eine heilsgeschichtliche (Christus ist ein Priester nicht nach der Ordnung Levis sondern Melchisedeks).</p>
<p>Clowneys Strategien helfen der Gemeinde das Evangelium in allen Seiten der Schrift, sowohl im Alten, wie im Neuen Testament zu erkennen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright " src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/41VhseSYxkL._SX336_BO1,204,203,200_.jpg" width="227" height="335" /></p>
<p>Wer eine weiterführende Analyse des Themas Christus im Alten Testaments sucht, wird sicherlich in <a href="https://www.amazon.com/-/de/dp/0802844499/ref=sr_1_6?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=NB6B915SEKW4&amp;keywords=sidney+greidanus&amp;qid=1659358758&amp;s=books&amp;sprefix=sidney+greidanus%2Cstripbooks-intl-ship%2C180&amp;sr=1-6">&#8222;Preaching Christ from the Old Testament&#8220;</a> von Sidney Greidanus ein Werk finden, dass sehr ausführlich gehalten ist und auch alternative Verständnisse darstellt.</p>
<p>Ein kurzes reformatorisches Paperback zu diesem Thema findet sich in Thomas Schirrmacher<a href="https://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2020/09/3-928936-61-1_Christus_im_AT_OCR.pdf"> &#8222;Christus im Alten Testament&#8220;,</a> dass der Autor auch kostenfrei anbietet.</p>
<p>Eine andere Sache ist natürlich auch, wie solche Predigten schließlich praktisch aussehen. Wilhelm Busch hat seine Alttestamentlichen Predigten mit <a href="https://www.sermon-online.com/de/contents/13949">&#8222;Spuren zum Kreuz&#8220;</a> veröffentlicht, heute kostenfrei bei CLV/sermononline downloadbar. Busch gibt selbst Spurgeon als den an, der ihm geholfen hat, das Alte Testament mit neuen Augen zu sehen (Vergleicht dafür das sehr tiefgründige Vorwort Buschs in Spuren zum Kreuz). Spurgeons Predigten zu alttestamentlichen Vorbildern erschienen wiederholt in unterschiedlichen Sammelbändern, mehrere davon biete ich kostenfrei auf <a href="https://www.glaubend.de/archiv/">meiner Homepage zum Download</a> an ( vor allem: Alttestamentliche Vorbilder, Christus im Alten Testament, Das Evangelium im Jesaja)</p>
<p>Sehr hilfreich empfand ich übrigens auch  die Ausführungen von Eduard Böhl, die er als Einleitung zu seinen <a href="http://www.licht-und-recht.de/boehl/Zwoelf_messianische_Psalmen.pdf">zwölf messianischen Psalmen</a> aufführt (Link führt zum kostenfrei auf Licht und Recht vorhandenen Buch).</p>
<p>Dieses Thema wird auch in Kommentaren vertieft, besonders hilfreich finde ich die Reihe von Tremper Longman (III) zur<a href="https://www.logos.com/product/149320/gospel-according-to-the-old-testament-series"> &#8222;Gospel according to the Old Testament&#8220;</a>. Ich nutze dieses Reihe vor allem in Logos und habe hier vor einiger Zeit den Kommentar zum <a href="https://www.nimm-lies.de/right-in-their-own-eyes/13877">Richter-Buch</a> vorgestellt.</p>
<p>Abschließend: Ich bin insgesamt der Meinung, dass man mit &#8222;Christus im Alten Testament&#8220; auch übertreiben kann, so sehr, dass man nicht mehr in der Lage ist in Hiob ein Vorbild der Geduld oder in Elia ein Beispiel des Gebets sehen kann. Jakobus konnte das in seinem Brief! Auch kann das &#8222;Ich predige nur Christus&#8220; eigentlich nur eine Ausrede für Oberflächlichkeit und Fehlen von jeglicher Konkretheit werden. Ich fand John Pipers <a href="https://www.glaubend.de/auslegung-oder-auflegung/">Ausführungen dazu sehr hilfreich.</a> Aber das man auch von der anderen Seite vom Pferd fallen kann, bedeutet nicht, dass man nicht einen gottgefälligen Zugang zum Alten Testament entwickeln sollte. Wir dürfen Gottes Wort in der Gegenwart Gottes Lesen und er möge durch seinen guten Heiligen Geist unser Herz zu einer tieferen Erkenntnis der Liebe Christi reifen lassen. Das wir aber Christus in den Schriften, Propheten und Mose entdecken müssen, lehrte schon Christus selbst seine Jünger: <em>&#8222;Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose und in den Propheten und Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständnis, dass sie die Schrift verstanden&#8230;&#8220;</em> (Luk. 24,44-45)</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Rezension: Gemeinde wiederentdecken</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Eduard Klassen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Nov 2021 13:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biblische Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor vielen Jahren hörte ich eine Vortragsserie von John MacArthur: Warum ich die Gemeinde liebe. Ich hörte mit einer großen Begeisterung, aber auch mit einer tiefen Beschämung zu. Noch nie hatte ich so einen tiefen Einblick in die Gemeindelehre erhalten, obwohl ich, seitdem ich lebe,&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/rezension-gemeinde-wiederentdecken/14662">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/rezension-gemeinde-wiederentdecken/14662">Rezension: Gemeinde wiederentdecken</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.cbuch.de/hansen-leeman-gemeinde-wiederentdecken.html"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-large wp-image-14670" src="https://www.nimm-lies.de/wp-content/uploads/gemeinde_wiederentdecken-nimm-lies-1024x417.jpg" alt="Gemeinde wiederentdecken" width="840" height="342" srcset="https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/gemeinde_wiederentdecken-nimm-lies-1024x417.jpg 1024w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/gemeinde_wiederentdecken-nimm-lies-300x122.jpg 300w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/gemeinde_wiederentdecken-nimm-lies-768x313.jpg 768w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/gemeinde_wiederentdecken-nimm-lies-1536x625.jpg 1536w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/gemeinde_wiederentdecken-nimm-lies-2048x834.jpg 2048w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/gemeinde_wiederentdecken-nimm-lies-1320x538.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px" /></a></p>
<p>Vor vielen Jahren hörte ich eine Vortragsserie von John MacArthur: <a href="https://load.dwgradio.net/de/play/1692">Warum ich die Gemeinde liebe</a>. Ich hörte mit einer großen Begeisterung, aber auch mit einer tiefen Beschämung zu. Noch nie hatte ich so einen tiefen Einblick in die Gemeindelehre erhalten, obwohl ich, seitdem ich lebe, in der Gemeinde aufgewachsen bin. Da mein Vater immer aktiv im Gemeindedienst war und seit vielen Jahren als Ältester dient, hatte ich zwar einen umfassenden Einblick in das Gemeindeleben. Flecken und Runzeln habe ich zuhauf gesehen. Natürlich prägte auch Helles und Hoffnungsvolles meinen Blick auf Gemeinde. Aber erst MacArthur öffnete mir die Augen für die Herrlichkeit der Gemeinde Jesu Christi.</p>
<p>Viel Zeit ist seitdem vergangen. Trotz aller Widrigkeiten ist mir die Gemeinde wichtig, lebenserhaltend und lieb geblieben. Auch gerade und trotz der Corona Zeit. Hansen und Leeman haben weit über die USA hinaus Einblick in Gemeinden. Corona hat die Gemeinden erschüttert. Gemeinden haben sich geändert. Gemeindeglieder sind offener für neue Formen des Gemeindelebens geworden oder nehmen vorlieb mit einem Leben ohne Gemeinde. Es deutet auf schlimme Zustände, wenn Gemeinde wiederentdeckt werden muss. Sie wurde verschüttet, verzichtbar und unsichtbar gemacht. Verschiedene Tendenzen erwecken den Anschein, als sei Gemeinde kein wesentlicher Bestandteil der Christen mehr. Hier muss gegengesteuert werden.<span id="more-14662"></span></p>
<p>Das Buch <a href="https://www.cbuch.de/hansen-leeman-gemeinde-wiederentdecken.html"><em>Gemeinde wiederentdecken</em></a> kann dazu beitragen. In neuen, sehr leicht zugänglichen Kapiteln werden wesentliche Aspekte einer Gemeinde erläutert. Ja, es erfordert eine geistliche Haltung, um Korrekturen an seiner eigenen Einstellung vornehmen zu lassen. Die Autoren geben ihr Bestes und erinnern in kurzen Kapiteln an elementare Kennzeichen der Gemeinde. Natürlich schreiben sie aus ihrer gemeindlichen Perspektive und dem amerikanischen Hintergrund. Doch ist der Inhalt und sind die Beispiele unabhängig von der Gemeindeausrichtung und -struktur nachvollziehbar und leicht auf die persönliche Situation übertragbar.</p>
<p>Besonders wertvoll waren mir diese Kapitel:</p>
<h2><strong>Müssen wir wirklich zusammenkommen? (</strong><strong>Kapitel 3) </strong></h2>
<p>Ich weiß noch, wie mir Tränen kamen, als wir im ersten Lockdown im März 2020 am Sonntag keinen Gottesdienst hatten und stattdessen Zuhause dem Livestream folgten. Das brach mein Herz. Und ich konnte mich auch nie an den Gedanken gewöhnen, der Predigt nur von Ferne zuzuhören. Viele Monate sind vergangen. Gewohnheiten haben sich geändert. Die Autoren sind der Überzeugung:</p>
<blockquote><p>„Brüder, wir müssen einen Weg finden, unsere Gemeindemitglieder behutsam daran zu erinnern, dass der Livestream nicht gut für sie ist. Er ist nicht gut für ihre Nachfolge und er ist nicht gut für ihren Glauben. Wir wollen, dass ihnen das klar ist, damit sie nicht bequem und gleichgültig werden. Sie sollten alles daransetzen, um nach Möglichkeit an den Versammlungen vor Ort teilzunehmen.“ (S. 49)</p></blockquote>
<h2><strong>Wie liebe ich Geschwister, die anders sind? (</strong><strong>Kapitel 7) </strong></h2>
<p>Ich frage mich oft, wie die ersten Gemeinden friedlich miteinander leben konnten. Sklaven und Freie, Reiche und Arme und dann sogar Juden und Heiden in derselben Gemeinde. Wie war das möglich? Viele Gemeinden profilieren sich durch Homogenität. Dabei steht nicht die gleiche Gesinnung im Vordergrund, sondern die gleiche Herkunft, gleiche Kultur, gleiche Verwandtschaft usw. Es sind Gemeinden der Gleichartigen. Doch bedenke diese Aussagen:</p>
<blockquote><p>„Es mag leichter sein, nach einer Gemeinde zu suchen, in der jeder denkt, wählt und sündigt wie du. Für dein geistliches Wachstum ist es jedoch förderlicher, in einer „Gemeinschaft von Verschiedenen“ verankert zu sein.</p>
<p>Dort kannst du Menschen wertschätzen, die andere Fähigkeiten haben als du. Dort kannst du in Liebe alles hoffen (1Kor 13,7). Dort kannst du die Einheit des Geistes durch das Band des Friedens bewahren. Dort kannst du die Zeloten und Zolleinnehmer, die neben dir sitzen, respektieren.</p>
<p>Willst du eine Gemeinde finden, die die Aufmerksamkeit der Welt gewinnt? Halte nach einer Gemeinde Ausschau, die aussieht wie die zukünftige Welt.“</p></blockquote>
<h2><strong>Wie liebe ich Außenstehende? (</strong><strong>Kapitel 8) </strong></h2>
<p>Gemeinde und Mission sind eng verzahnt. Wenn wir Menschen das Evangelium sagen, müssen wir ihnen auch den Weg in die Gemeinde zeigen. Da reicht es nicht, sie mit Büchern oder Youtube-Videos zu versorgen. Sie brauchen Gemeinschaft mit anderen Gläubigen.</p>
<blockquote><p>„Du brauchst die Gemeinde nicht, um wiedergeboren zu werden. Aber du brauchst die Gemeinde, um auf den wackligen Beinen deines noch jungen Glaubens zu stehen und zu gehen.“</p></blockquote>
<p><a href="https://www.cbuch.de/hansen-leeman-gemeinde-wiederentdecken.html"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-14667 size-medium alignright" src="https://www.nimm-lies.de/wp-content/uploads/gemeinde_wiederentdecken_1-188x300.jpg" alt="Gemeinde wiederentdecken" width="188" height="300" srcset="https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/gemeinde_wiederentdecken_1-188x300.jpg 188w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/gemeinde_wiederentdecken_1.jpg 625w" sizes="auto, (max-width: 188px) 100vw, 188px" /></a>Insgesamt ist das Buch eine gute Handreichung in wirren Zeiten. Es geht bei der Gemeindezugehörigkeit nicht um meinen Geschmack oder ob ich es lieber habe, in der Isolation zu leben. Christus hat den Gläubigen nicht viele Optionen vorgestellt, sondern die Gemeinde als einzigen Weg gezeigt, um in dieser Welt zu überleben und auch zu dienen und für andere da zu sein. Wenn du das Buch zu Ende gelesen hast, dann habe ich für dich eine kleine Hausaufgabe. Nimm dir einen Zettel und einen Stift. Schreib oben drüber: Warum ich meine Gemeinde liebe? Und dann leg los. Wenn du am Ende der Seite angekommen bist, wirst du am nächsten Sonntag mit einem veränderten Herzen zum Gottesdienst gehen. Weil du deine Gemeinde wiederentdeckt hast.</p>
<hr />
<p>Titel: Gemeinde wiederentdecken<br />
Untertitel: Warum die Ortsgemeinde so wichtig ist<br />
Autor: Collin Hansen &amp; Jonathan Leeman<br />
Seiten: 146<br />
Format: 14 x 21 cm<br />
Einband: Paperback<br />
Jahr: 2021<br />
Verlag: Betanien Verlag<br />
ISBN: 9783945716632<br />
erhältlich als:<br />
gedruckte Ausgabe: 9,90 EUR bei <a href="https://www.cbuch.de/hansen-leeman-gemeinde-wiederentdecken.html">cbuch.de</a></p>
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		<title>Ein Loblied auf den Jakobusbrief Die Bibel lesen.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Sep 2021 20:09:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bibelkommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Bibeln]]></category>
		<category><![CDATA[Biblische Lehre]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fast jeder meiner Logos-Kommentare zum Jakobus-Brief nimmt Bezug auf Luthers Geringschätzung des Jakobusbriefes. Luther machte wenig Hehl daraus, dass er nicht viel für diesen Brief übrig hatte. Aber lasst ihn dahin fahren! Ich will lieber Luthers Werk vergessen und von allen Lutheranern getrennt sein, als&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/ein-loblied-auf-den-jakobusbrief/14487">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/ein-loblied-auf-den-jakobusbrief/14487">Ein Loblied auf den Jakobusbrief &lt;br /&gt;&lt;span style=&#039;color:#4d4545;font-size:1.5rem;&#039;&gt;Die Bibel lesen.&lt;/span&gt;</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Fast jeder meiner Logos-Kommentare zum Jakobus-Brief nimmt Bezug auf Luthers Geringschätzung des Jakobusbriefes. Luther machte wenig Hehl daraus, dass er nicht viel für diesen Brief übrig hatte. Aber lasst ihn dahin fahren! Ich will lieber Luthers Werk vergessen und von allen Lutheranern getrennt sein, als nicht den Jakobusbrief zu besitzen.</p>
<p>In meiner christlichen Bubble hat man den Jakobusbrief immer wertgeschätzt. Ein kostbares Erbe meiner Kindheit und russlanddeutschen Prägung ist es, dass ich sogar angehalten wurde, diesen Brief auswendig zu lernen. Ein lohnenswerter Invest für gerade mal 108 Verse.</p>
<p>Im folgenden möchte ich skizzenhaft davon berichten, was ich am Jakobusbrief wertschätze und auf ein paar Einwände eingehen, die uns ggf. vom Lesen und Umsetzen des Jakobusbriefes abhalten könnten.</p>
<h2>Seelsorgerliche Qualität</h2>
<p>Der Brief ist kurz, sehr praktisch und von unerwarteter seelsorgerlicher Qualität. Immer wieder fallen mir neue Perlen auf. Eine Auswahl.</p>
<h3>Versuchungen als Grund zur Freude:</h3>
<p>Jakobus ist furchtbar realistisch. Versuchungen sind nicht der Ausnahmezustand, sondern die Norm. Ja, Versuchungen und Freude können Hand in Hand gehen: <em>&#8222;Meine Brüder und Schwestern, erachtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtung fallt&#8220;,</em> (Jak. 1,2) ruft der Autor uns zu. Er blickt auf das Ziel überstandener Anfechtungen: Vollkommenheit (V.4). In den Versuchungen ist Gott am Werk mit einem Ziel. Die Weisheit hier durchzublicken mag uns fehlen, doch wir wissen wo wir um Hilfe flehen dürfen. Jakobus hat hier unsere Probleme im Blick: Will Gott uns in unseren Anfechtungen etwa wirklich erhören? Natürlich, deswegen sollen wir Zweifel meiden(V.7). Jakobus hat dabei nicht nur feinsinnige oder feingeistige Anfechtungen im Blick, sondern durchaus auch materiellen Mangel (V9-11), aber auch materiellen Erfolg und verweist auf die richtige Reaktion darauf. Der Reiche soll sich nicht durch seinen Erfolg zum Stolz verführen lassen, sondern sich unter Gottes Hand demütigen. Der Arme und Niedrige, braucht nicht zu verzweifeln, sondern darf sich seiner Höhe (in Christus) rühmen.</p>
<p>Immer wenn ich mich über Anfechtungen &#8222;aufregen&#8220; möchte und sie als &#8222;unfair&#8220; empfinde. Erinnere ich mich an Jak. 1,2-12.<span id="more-14487"></span></p>
<h4>Sünde als geistlicher Ehebruch, Herzensprobleme und Buße</h4>
<p>Blicken wir auf Jak. 4,1-10: Ja woher kommt unser Streit? Aus unseren Gliedern! Statt miteinander zu streiten, neidisch zu sein, sollten wir vielmehr mit uns streiten. Doch Jakobus blickt zunächst einmal auf den ganzen Umfang der Sünde, und wie sie immer mehr Lebensbereiche ansteckt (V.1-3). Beten wir nur darum, dass der Streit aufhört und nicht unser Herz verändert wird, brauchen wir nicht auf Erhörung zu warten (V.3). Interessant ist aber nun Jakobus&#8216; Analyse der Situation: Der Grund ist geistiger Ehebruch. Einerseits ist das durchaus auch eine gute Botschaft: Ehebruch kann nur einer begehen, der verheiratet ist, also vereinigt mit Gott. Jakobus weißt darauf hin, wie irre es ist, als Christ zu sündigen! Kein Wunder ereifert sich Gottes Geist ins Unermessliche! (5-6). Jakobus sieht einen klaren Ausweg. Er schließt diesen Abschnitt mit einem der ergreifendsten Aufrufe zur konsequenter Buße im Neuen Testament überhaupt (V.7-10).</p>
<h2>Künstlerische Qualität</h2>
<p>Der Jakobusbrief sticht durchaus heraus im Neuen Testament. Unter anderem:</p>
<h3>Fortsetzung der Bergpredigt</h3>
<p>Wenn wir annehmen, dass der Jakobusbrief das erste Werk des Neuen Testamentes ist, ist es kein Wunder das Jakobus vor allem so lehrt, wie es sein Meister Jesus Christus getan hat: Das ganze Gesetz Gottes. Aber nicht als Gesetz der Knechtschaft! Nein, sondern als Gesetz der Freiheit: <em>&#8222;</em><span lang="de"><em>Wer aber sich vertieft in das vollkommene Gesetz der Freiheit und dabei beharrt und ist nicht ein vergesslicher Hörer, sondern ein Täter, der wird selig sein in seinem Tun.&#8220; (1,25)</em>. Tatsächlich erinnert vor allem das Ende des Briefes an die Bergpredigt: <em>&#8222;V</em></span><span lang="de"><em>or allen Dingen aber, Brüder und Schwestern, schwört nicht, weder bei dem Himmel noch bei der Erde noch mit einem andern Eid. Es sei aber euer Ja ein Ja und euer Nein ein Nein, damit ihr nicht dem Gericht verfallt.&#8220;</em> (5,12)</span></p>
<h3>Das Sprüchebuch des Neuen Testaments</h3>
<p>Viele Verse des Jakobusbriefes sind von sprichwörtlicher Qualität: Denken wir an die drei Gesetze der Sanftmut: &#8222;Seid schnell zu hören, langsam aber zum Reden und langsam zum Zorn&#8220; (Jak.1.19). &#8222;Der Glaube ohne Werke ist tot&#8220;, weckt uns Antinomisten aus dem Schlaf!  Jakobus möchte uns Weisheit weitergeben, auch dafür findet sich eine prägnante Stelle in Jak.3,17: <em>&#8222;<span lang="de">Die Weisheit aber von oben her ist zuerst lauter, dann friedfertig, gütig, lässt sich etwas sagen, ist reich an Barmherzigkeit und guten Früchten, unparteiisch, ohne Heuchelei.&#8220;.</span></em></p>
<p>Das alles darf uns keineswegs darüber hinwegtäuschen, dass es eine ganz klare Struktur im Jakobusbrief gibt. Die zwei obigen Beispiele aus Jak. 1,2-12 und 4,1-10 habe ich gezielt so gewählt um zu zeigen, dass Jakobus nicht lose Gedanken an einander kettet, sondern durchaus eine klare Struktur im Brief besitzt und diese auch konsequent durchzieht: Gott richtig dienen!</p>
<h3>Schwer und Leicht zu verstehen gleichzeitig</h3>
<p>Dadurch, dass Jakobus eher für sich selbst stehende Bilder  und Metaphern verwendet, ist der Brief leicht zugänglich, auch z.B. für Neubekehrte. Er ist halt ein Brief einer jungen Gemeinde. Wenn z.B. Jakobus die Zunge mit einem kleinen Ruder eines mächtigen Schiffes vergleicht oder mit einem kleinen Feuer, das einen mächtigen Brand anrichten kann, dann sind das leichte Bilder (3,3-6). Jakobus schreckt nicht vor drastischen  Ausmalungen zurück: Alle Tiere können gezähmt werden, aber nicht die Zunge! Keine Quelle ist gleichzeitig süß und bitter, doch unsere Zunge ist es oft. Sie lobt Gott und flucht dem Nächsten (3,7-12).</p>
<p>Dass wir die Ehe mit Gott brechen, wenn wir Freundschaft mit der Welt haben ist ein Konzept das schnell greifbar ist (4,4), auch wenn wir das <a href="https://www.glaubend.de/vereinigung-mit-christus/">biblische Konzept der Vereinigung mit Christus</a> noch nicht vollständig ergriffen haben.</p>
<p>Aber das soll uns nicht zu leichtfertigen Lesern des Briefes machen. Es geht durchaus darum, das &#8222;vollkommene Gesetz Gottes zu durchschauen&#8220; (1,25). Das kann nicht so einfach gehen, damit wir nicht nur vergessliche Hörer des Wortes bleiben, sondern Täter des Wortes. Blicken wir noch einmal auf 4,4 in seinem näheren Kontext zurück: Das was Jakobus als Freundschaft mit der Welt betrachtet, ist so doch ziemlich anders, als das was häufig &#8222;Listen dieser Welt&#8220; anführt. Jakobus hat Streit, Neid, Zank, Üble Absichten im Blick, die unsere Freundschaft mit der Welt ausdrücken.</p>
<p>Das der Jakobusbrief auch schwer zugänglich ist, missverstanden und übersehen wird, wird auch deutlich, dass relativ selten über und aus ihm gepredigt wird. Einige weitere Gefahren, den Jakobusbrief zu hastig zu lesen, da er doch verdaut werden muss, finden sich im nächsten Abschnitt.</p>
<h2>Achtung: Zu schnelle Schlussfolgerungen</h2>
<p>Ich möchte drei Beispiele erwähnen, in denen zu voreilige Schlussfolgerungen zu einem nicht ganz passenden Fazit führen.</p>
<h3>Jak 1,27</h3>
<p><em><span lang="de">&#8222;Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist der: die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen und sich selbst von der Welt unbefleckt halten.&#8220;</span></em></p>
<p>Es wäre ganz korrekt hier davon auszugehen, dass man schon ganz ordentlich Gott dient, wenn man verwitweten Frauen regelmäßig einen Hausbesuch abstattet. Der Grund? &#8222;Witwen und Waisen in ihrer Trübsal zu besuchen&#8220;, meinte in einer Zeit ohne Sozailstaat immer finanzielle, praktische Unterstützung, ggf. auch Versorgung und Pflege. Das war reinste Knochenarbeit. Auch sollte man den &#8222;Nicht-Fall&#8220; aus 1,26 in die Betrachtung mit einziehen und schließlich nicht &#8222;von der Welt unbefleckt erhalten&#8220; (zunächst) im Kontext des Jakobusbriefes betrachten.</p>
<h3>Jak. 1,23-24</h3>
<p><em><span lang="de">Denn wenn jemand ein Hörer des Worts ist und nicht ein Täter, der gleicht einem Menschen, der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschaut;</span><span lang="de"> </span><span lang="de">denn nachdem er sich beschaut hat, geht er davon und vergisst von Stund an, wie er aussah.</span></em></p>
<p>In die Bibel soll man blicken, wie man morgens in den Spiegel blickt. Dabei verstehe ich diesen Vers so, dass man eben nicht so machen muss. Zumindest mir geht es so, dass ich eben tatsächlich sofort nachdem ich nicht mehr in den Spiegel blicke , vergesse wie ich aussehe. In Gottes Wort gilt es, um dieses zu durchschauen, eben anders zu blicken, um von einem Hörer auch ein Täter des Wortes zu werden.</p>
<h3>Glaube und Werke</h3>
<p>In der Betrachtung der &#8222;guten Werke&#8220;, und Jakobus greift zu dem starken Beispiel der finanziellen Unterstützung Bedürftiger, muss dennoch beachtet werden, dass beide Werke, die Jakobus als echte Glaubenswerke der Heiligen sieht, zwei doch sehr dubiose, ja problematische Werke aufführt, wenn dahinter kein echter Glauben stehen würde: Abraham tötete seinen Sohn und Rahab verriet ihre Heimat (Zum Thema Glaube und Werke weiter unten etwas mehr).</p>
<h2>Dringend nötige Neuentdeckungen</h2>
<p>Über den Jakobusbrief wird selten gepredigt. Manche Abschnitte verstauben aber nahezu komplett. So denke ich z.B. an die enge Beziehung die Jakobus zwischen dem Dreisatz: Glaubenswerke, Zunge im Zaun halten und Ansehen der Person zieht (2,1-9). Jakobus hat wohl das ganze Gesetz Gottes im Blick (2,12). Gott hat die Armen und Niedrigen erwählt, wir aber ignorieren und diskriminieren sie (2,6-9). Schon mal eine Predigt über diesen Abschnitt gehört?</p>
<p>Ich habe aber auch &#8222;weises Sprechen&#8220; im Blick. Das wir bei unserer Wortwahl weise sein sollen, ist wohl eine These die man häufig hört. Aber die Absichten dahinter sind oft andere, als die Jakobus im Blick hat: Wenn man eher zuhört, bekommt man Autorität und vermittelt Sicherheit. Kann besser auftreten usw&#8230; Jakobus aber wirft uns etwas anderes zu: Es geht darum, dass wir mit einem losen Mundwerk nicht mehr Gott dienen können. Und das wir die Weisheit, der Zunge halt zu gewähren nur bekommen, wenn wir Sanftmut und Weisheit von oben herab anreichern. Auch hier geht es mir um die sehr enge Beziehung, die Jakobus zwischen 2,1-12 und 2,13-18 zieht.</p>
<p>Schließlich habe ich auch die Art im Blick, wie Jakobus mit alttestamentlichen Vorbildern umgeht. Sie sind nicht nur christologische Vorbilder einer messianisch-alttestamentlichen Entwicklung, sondern ganz praktische Vorbilder für Nachfolge: z.B. Elia für beharrliches Gebet (5,17), Hiob für das Ausharren in Leiden (5,11):<em><span lang="de"> &#8222;</span><span lang="de">Nehmt zum Vorbild des Leidens und der Geduld die Propheten, die geredet haben in dem Namen des Herrn.&#8220; (5,10) &#8211; </span></em><span lang="de">Jakobus ruft uns zur Imitatio Christo auf.</span></p>
<h2>Mögliche Stolpersteine</h2>
<p>Zuletzt möchte ich auf einige mögliche Vorannahmen blicken, die schädigend für das Lesen des Briefes sein können.</p>
<h3>Sind Werke ein notwendiges Übel?</h3>
<p>Manchmal liest man Dinge, die wie eine Rechtfertigung für gute Werke klingen. So als müsste man sich für gottesfürchtige Taten schämen! Oder als spiele Unterordnung unter Gott nur eine &#8222;untergeordnete&#8220; nebensächliche Rolle. Oder als wären Werke, ein notwendiges Übel, das sich nicht umgehen liesse. Ich fürchte das sagt mehr über unser böses Herz aus, als über Jakobus&#8216; Verständnis von Gnade und Rechtfertigung aus dem Glauben allein. So klingen für mich die Versuche, &#8222;das paulinische Verständnis&#8220; mit dem &#8222;jakobischen&#8220; zu harmonisieren, zumeist eher fragwürdig. Ich sehe wenig Notwendigkeit für Harmonisierungen. Auch hatte Paulus wenig Skrupel damit seinen eigenen Brief über die Notwendigkeit der Werke zu schreiben, nämlich den Titusbrief. Ich frage mich, ob wir hier schon irgendwie bibelkritisch vorbelastet sind. In der modernen Bibelwissenschaft ist es üblich die Pastoralbriefe als &#8222;nicht authentisch&#8220; (sprich nicht von Paulus stammend) zu vernachlässigen. Schreibt so ein Autor über sein Verständnis von Paulus&#8216; Theologie, wird er ja den Titusbrief und die Timotheusbriefe kaum oder wenig berücksichtigen. Was entsteht ist also schon eine verzehrte Darstellung des Werkes von Paulus mit einem höheren Drang diesen verzehrten Paulus mit einem (anders verzerrten) Jakobus zu harmonisieren.</p>
<p><b>Hätte Jakobus seinen Brief anders geschrieben, wenn er den Galaterbrief gekannt hätte?</b></p>
<p>Das ist eine ähnliche These wie oben, mit einem leicht anderen Schwerpunkt: Nicht nur Kapitel 2 über die Glaubenswerke, sondern der ganze Jakobusbrief wird damit angegriffen. Schließlich hat Jakobus kaum Bezüge zu Christus (1,1 und 5,11?). Ist der Jakobusbrief somit womöglich eher ein alttestamentliches Werk, entstanden in einem jüdischen Ringen über die Bedeutung des Kreuzes und Verdienstes Christi, eigentlich noch ganz &#8222;unevangelisch&#8220;? Hat Jak. in seinen Empfängern womöglich nur Juden (und fromme Proselyten) im Blick gehabt, da noch vor der Bekehrung von Kornelius verfasst? &#8211;  Und plötzlich produzieren wir ein Werk, das uns unkanonischer erscheint, als das ganze Alte Testament: In irgendeiner Weise unreif und unfertig. Ich sage nicht, dass jemand diese These in dieser Schärfe formuliert, aber doch glaube ich, dass unterschwellig häufig Überlegungen ähnlicher Art unsere Haltung zum Jakobusbrief prägen. Vielleicht war Luther an dieser Stelle einfach ehrlicher mit seinen Skrupeln als wir?- Im Grunde ist dieses Problem eher eine Folge einer Trennung von Neuem und Altem Testament und einer Vernachlässigung von Letzterem. Eine einfache Lösung für dieses Problem wird sich nicht so ohne weiteres finden lassen, als ersten Schritt empfehle ich hier die zahlreichen Verknüpfungen von Neuem zu Altem Testament neu zu entdecken.</p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Es lohnt sich, den Jakobusbrief neu zu entdecken:<em><span lang="de"> &#8222;</span><span lang="de">Redet so und handelt so als Leute, die durchs Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen. </span><span lang="de">Denn es wird ein unbarmherziges Gericht über den ergehen, der nicht Barmherzigkeit getan hat; Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht. </span><span lang="de">Was hilft’s, Brüder und Schwestern, wenn jemand sagt, er habe Glauben, und hat doch keine Werke? Kann denn der Glaube ihn selig machen?&#8220; (Jak 2,12-14)</span></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/ein-loblied-auf-den-jakobusbrief/14487">Ein Loblied auf den Jakobusbrief &lt;br /&gt;&lt;span style=&#039;color:#4d4545;font-size:1.5rem;&#039;&gt;Die Bibel lesen.&lt;/span&gt;</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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