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	<title>Kirchengeschichte Archive - NIMM und LIES</title>
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	<description>Christlicher Bücherblog</description>
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	<title>Kirchengeschichte Archive - NIMM und LIES</title>
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		<title>&#8222;Buch vom Glauben, von der Hoffnung und von der Liebe&#8220; von Augustinus von Hippo</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Mar 2025 22:29:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirchengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Augustinus]]></category>
		<category><![CDATA[Buch vom Glauben]]></category>
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		<category><![CDATA[von der Hoffnung und von der Liebe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Manche Titel der Kirchenväter-Bücher tragen schon echt coole Titel, das &#8222;Enchiridion&#8220; (= Handbüchlein), wie das &#8222;Buch vom Glauben, .von der Hoffnung und von der Liebe auch genannt wird&#8220; hat definitiv einen spannenden Titel. Wie man erwarten darf, findet sich das Buch bei der Bibliothek der&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/buch-vom-glauben-von-der-hoffnung-und-von-der-liebe-von-augustinus-von-hippo/17487">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/buch-vom-glauben-von-der-hoffnung-und-von-der-liebe-von-augustinus-von-hippo/17487">&#8222;Buch vom Glauben, von der Hoffnung und von der Liebe&#8220; von Augustinus von Hippo</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Manche Titel der Kirchenväter-Bücher tragen schon echt coole Titel, das &#8222;Enchiridion&#8220; (= Handbüchlein), wie das &#8222;Buch vom Glauben, .von der Hoffnung und von der Liebe auch genannt wird&#8220; hat definitiv einen spannenden Titel. Wie man erwarten darf, findet sich das Buch bei der <a href="https://bkv.unifr.ch/de/works/cpl-295/versions/enchiridion-oder-buch-vom-glauben-von-der-hoffnung-und-von-der-liebe-bkv/divisions/3">Bibliothek der Kirchenväter.</a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe zu dem Buch aus zwei Antrieben heraus gegriffen: Zum Einen wollte ich wissen, was eigentlich die Definition von Hoffnung ist. Hoffnung ist ein Begriff, der mir noch weniger &#8222;greifbarer&#8220; erscheint als Glaube. Irgendwie klingen versuchte Definitionen von Hoffnung nach Glaube (und teilweise auch umgekehrt).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem wollte ich wissen, ob es zu dieser Dreiteilung von Glaube, Hoffnung und Liebe weitergehende Betrachtungen gibt: Also fassen diese drei &#8222;Oberbegriffe&#8220; alle Tugenden mit ein, in etwa dieser Art: Glaube die Tugenden in Richtung Gott (wie z.B. Treue, Vertrauen), Hoffnung die Tugenden zu sich selbst (wie z.B. Geduld, Ausharren) und Liebe die Tugenden zu den Mitmenschen (und somit auch Langmut, Sanftmut, Güte usw..). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für diese zweite Frage fand ich in diesem Werk von Augustinus keine Antwort, auf die erste immerhin teilweise. Augustinus geht auf die Frage nach dem Unterschied von Glaube und Hoffen in Kapitel 2 dieses Werkes ein. Während man sowohl Böses wie Gutes glaubt, Vergangenes, wie Zukünftiges, blickt die Hoffnung nur auf die Zukunft und <strong><em>&#8222;zwar nur zu solchen Gütern, die den angehen, der die Hoffnung auf sie hegt&#8220;. </em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch war die Lektüre dieses mittellangen Werkes alles andere als enttäuschend. Es findet sich eine Besprechung des Glaubensbekenntnisses darin, dass Augustinus als Zusammenfassung aller christlichen Tugenden wertet. Die Exkurse, die Augustinus dabei zieht, waren teilweise sehr aufschlussreich, z.B. als er darüber nachdenkt, ob Notlügen zulässig sind (Kapitel 6, Augustinus lehnt diese Möglichkeit kategorisch ab). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Typisch Augustinus ist dabei, dass er diese Fragen oft von verschiedensten Perspektiven betrachtet. In Kapitel 7 entwickelt er seine Frage weiter: Man kann sich positiv irren und negativ nicht irren. Kann ein Irrtum etwas gutes bewirken, ja auch in guter Absicht entstanden sein, während eine Lüge, die zufälligerweise die Wahrheit trifft, weiterhin eine Lüge bleibt. Ein sehr spannendes Kapitel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Augustinus spinnt den Faden weiter und landet bei einem Thema, dass man bei Augustinus regelmäßig trifft: Das Zusammenspiel von Gnade und freier Wille. Gerade in diesem Buch entwickelt er eine differenzierte Betrachtung darüber, wie der Wille des Menschen im Zustand im Paradies ist, wie er im Gefallenen und wie er im erlösten Zustand ist (Vergleiche auch diese Aufstellung <a href="https://www.glaubend.de/die-vier-zustaende-des-menschen/">in diesem Artikel</a>). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sehr spannend war die Besprechung des Sühnetods Christi (Kapitel. 13). Sehr gründlich stellt Augustinus zwei Möglichkeiten, zwei Wege, zwei Zustände dar: Entweder in Christus oder in Adam. Leider entwickelt sich hier der Faden in teils seltsame Wege. Der Zustand &#8222;in Christus&#8220; kann nach Augustinus nur durch die Wiedergeburt der Taufe erreicht werden, ein Grund für ihn über die Notwendigkeit der Säuglingstaufe nachzudenken &#8211; dass er das tut deute ich derweil so, dass die Säuglingstaufe um das Jahr 400 noch vehement verteidigt und begründet werden musste.  Während Augustinus in Kapitel 18 noch sehr vorsichtig von der Möglichkeit eines Fegefeuers spricht, klingt er in Kapitel 29 ganz anders: Hier spekuliert er, dass gute Taten der Nachkommen das Fegefeuer erträglicher machen können. Das sind so &#8222;Katholizismen&#8220; des Buches, die aber kirchenhistorisch für die Entwicklungsgeschichte solcher Themen sehr interessant zu lesen sind. Sehr interessant ist auch wie kritisch Augustinus ehelichen Verkehr wertet (Kapitel 21). es ist im besten Fall eine durch den Apostel tolerierte Sünde. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Buch enthält viele interessante historische Details, z.B. die Erwähnung eines siamesischen Zwillings (Kap. 23) oder die Besprechung der Frage, ab wann eigentlich das Leben beginnt (gleiches Kapitel). Augustinus bespricht diese Fragen im Kontext von &#8222;der Auferstehung des Fleisches&#8220;. Ein starkes Kapitel, wie auch die gründliche Betrachtung der Buße in den Kapiteln 19-22. Leser, die mit Fragen nach dem Monergismus ringen, werden Kap. 27 IN wiefern heißt es 1. Tim 2,4: &#8222;Gott will, dass alle Menschen selig werden?&#8220; interessant finden. Über weite Strecken ist das Buch von hervorragender Auslegungskraft, so werden Quellenunterschiede genauso besprochen, wie Wortstudien, Auslegungsweisen, wobei Augustinus gelegentlich über die Strenge schießt und stellenweise an Tertullians Dialektik erinnert. &#8211; Üblicherweise ist er aber ein ausgewogener und vorsichtiger Ausleger der Schrift.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eigentlich hat man diesen Effekt bei Augustinus regelmäßig: Er klingt so oft sowohl völlig katholisch, während er noch eine Seite so radikal evangelisch klang. Mir geht es als Leser aber so, dass die radikale Zuwendung zum Evangelium und zur Gnade ein großer Trost und eine große Ermutigung wird, während der Katholizismus weiterhin ein Fremdobjekt bleibt. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/buch-vom-glauben-von-der-hoffnung-und-von-der-liebe-von-augustinus-von-hippo/17487">&#8222;Buch vom Glauben, von der Hoffnung und von der Liebe&#8220; von Augustinus von Hippo</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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		<title>Buchvorstellung: Die Vision der Täufer – Ein Vortrag von Harold S. Bender</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Eduard Klassen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Mar 2025 05:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirchengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Broschüre Die Vision der Täufer von Harold S. Bender bietet eine kurze, aber prägnante Einführung in die Theologie und das Selbstverständnis der frühen Täufer. Sie vermittelt nicht nur eine historische Perspektive, sondern setzt sich auch reflektiert mit den zentralen Anliegen dieser Bewegung auseinander. Die&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/buchvorstellung-die-vision-der-taeufer-ein-vortrag-von-harold-s-bender/17439">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/buchvorstellung-die-vision-der-taeufer-ein-vortrag-von-harold-s-bender/17439">Buchvorstellung: Die Vision der Täufer – Ein Vortrag von Harold S. Bender</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Die Broschüre <em><a href="https://www.samenkorn.shop/Die-Vision-der-Taeufer-Buch/020485">Die Vision der Täufer</a></em> von Harold S. Bender bietet eine kurze, aber prägnante Einführung in die Theologie und das Selbstverständnis der frühen Täufer. Sie vermittelt nicht nur eine historische Perspektive, sondern setzt sich auch reflektiert mit den zentralen Anliegen dieser Bewegung auseinander.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Täuferbewegung entstand vor 500 Jahren in Zürich. Das Ringen um ein neutestamentliches Gemeindeverständnis innerhalb des Zwingli-Kreises führte 1525 zur Trennung einiger Brüder und zur Gründung der ersten Täufergemeinden. Aus einstigen Freunden wurden in kurzer Zeit Feinde – und wie bekannt, schreiben die Sieger die Geschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Kirchengeschichte wird dieser Wendepunkt von 1525 oft als Randnotiz behandelt, ohne die weitreichenden Folgen bis heute zu würdigen. Die Unterdrückung, Verfolgung und Hinrichtung der Täufer im 16. Jahrhundert führten dazu, dass Abweichler von den großen Kirchen als „Wiedertäufer“, Ketzer oder Schwärmer diffamiert wurden. Ihr zentrales Anliegen wurde zwar von vielen erkannt, letztlich aber doch verworfen.</p>



<span id="more-17439"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Im ersten Teil der Broschüre gewährt Bender dem Leser einen Blick auf die Täufer durch die Brille von Zeitgenossen. Höchst interessant ist ein Zitat von Heinrich Bullinger. Wenn man den Kontext des Zitates nicht kennen würde, könnte der Eindruck entstehen, er lobe die Täufer in höchsten Tönen, wenn er ihre Feindesliebe und die Leidensbereitschaft bemerkenswert hervorhebt. Das Zitat dient als kraftvolle Erinnerung an die Bedeutung von Glaubensfreiheit und die Ablehnung von Zwang in religiösen Angelegenheiten. Doch Bullinger berichtet nur scheinbar positiv, um sie im nächsten Schritt zu widerlegen, ermutigt sie zu verfolgen und sogar töten zu lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So gelingt es Bender in einigen Absätzen zu erklären, wer die Täufer waren, welche unterschiedlichen Richtungen es unter ihnen gab, und warum sich eine Beschäftigung mit Täufern heute noch lohnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Zentrum der Broschüre stehen drei wesentliche Punkte, die das Verständnis der Täufer prägen: die praktische Nachfolge Jesu, das Gemeindeverständnis und die Vision einer neuen Ethik der Liebe. Der erste Punkt betont die Bedeutung der Nachfolge Jesu im Leben der Gläubigen. Die Täufer legen großen Wert auf eine persönliche, bewusste Entscheidung für das Christsein, das in einem Leben nach den Lehren Jesu sichtbar wird. Auch hier erhellen einige Zitate von Bullinger das Selbstverständnis der Täufer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das zweite Thema, das Gemeindeverständnis, hebt die freiwillige Mitgliedschaft in der Gemeinde hervor. Anders als in Staatskirchen wird die Zugehörigkeit zur Gemeinde durch die bewusste Entscheidung zur Taufe bestätigt. Die Täufer betonen, dass der Glaube und die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft eine freiwillige Entscheidung sein müssen, die auf persönlicher Überzeugung beruht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der dritte Punkt, die Vision einer neuen Ethik der Liebe und der Wehrlosigkeit, zeigt die radikale Haltung der Täufer gegenüber Gewalt und Zwang. Sie streben eine Gemeinde an, die auf Liebe, Frieden und Gewaltlosigkeit basiert – ein Ansatz, der bis heute in vielen Glaubensgemeinschaften Anklang findet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt bietet „Die Vision der Täufer“ einen recht umfassenden Überblick über die Grundsätze der Täuferbewegung und ihre Relevanz für die heutige Zeit, und das auf nur 45 Seiten. Die klare Darstellung und die historisch fundierte Analyse machen diese Broschüre zu einer wertvollen Lektüre für alle, die sich mit den Wurzeln der Täufer, des Freikirchentums und der Wehrlosigkeit und Feindesliebe auseinandersetzen möchten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/buchvorstellung-die-vision-der-taeufer-ein-vortrag-von-harold-s-bender/17439">Buchvorstellung: Die Vision der Täufer – Ein Vortrag von Harold S. Bender</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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		<title>Zwölf Perlenketten meiner Lektüre</title>
		<link>https://nimm-lies.de/zwoelf-perlenketten-meiner-lektuere/14543</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Oct 2021 07:18:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirchengeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Artikel &#8222;Meine persönliche „Top-Ten“ Auswahl christlicher Werke&#8220; benötigt dringend eine Aktualisierung. Heute kann ich sie endlich liefern: Zunächst möchte ich aufzeigen, wo die Grenzen meines bisherigen Artikels liegen.  Anschließend erläutere ich das Konzept, dass ich als &#8222;Perlenketten&#8220; bezeichne: Das Konzept ermöglicht mir, sich mit&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/zwoelf-perlenketten-meiner-lektuere/14543">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/zwoelf-perlenketten-meiner-lektuere/14543">Zwölf Perlenketten meiner Lektüre</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Artikel <a href="https://www.nimm-lies.de/meine-personliche-top-ten-auswahl-christlicher-werke/5055">&#8222;Meine persönliche „Top-Ten“ Auswahl christlicher Werke&#8220;</a> benötigt dringend eine Aktualisierung. Heute kann ich sie endlich liefern:</p>
<p>Zunächst möchte ich aufzeigen, wo die Grenzen meines bisherigen Artikels liegen.  Anschließend erläutere ich das Konzept, dass ich als &#8222;Perlenketten&#8220; bezeichne: Das Konzept ermöglicht mir, sich mit zentralen Themen ausführlich zu befassen und doch unterschiedliche Perspektiven einzubinden. Die Frage, die ich dabei bespreche, ist, wie man eine hilfreiche Kette mit einem passenden &#8222;Anfangsknoten&#8220; knüpft. Schließlich gewähre ich einen Blick in eine größere Auswahl an Perlenketten.</p>
<h3><strong>Was an meiner bisherigen Liste problematisch ist</strong></h3>
<p>Im Wesentlichen drei Dinge:</p>
<p>1) Es fehlte Struktur: Vor allem &#8222;heilige fromme&#8220; Titel prägten mich, häufig ohne Folgen für das alltägliche Leben.</p>
<p>2) Fehlt Substanz: Vor 9 Jahren war ich einfach kein erfahrener Leser: So kannte ich außer Calvins Bibelkommentaren kaum einen anderen Kommentar. Und obwohl ich diese weiterhin für exzellent halte, denke ich, dass man weiser mit Kommentaren umgehen kann.</p>
<p>3) Ich konzentriere mich ausschließlich auf christliche Werke. Ein Schwerpunkt, der mein Leben auch weiterhin prägt, aber ich habe immer auch gerne Klassiker gelesen, die ich nun mit aufnehme.</p>
<h3><strong>Wie Perlenketten entstehen</strong></h3>
<p>Am Anfang einiger meiner Perlenketten steht der <a href="https://www.glaubend.de/a-preacher-man-in-new-york/">Predigtdienst von Tim Keller: </a> Immer wieder finden sich dann Beiträge, in denen er davon spricht, welche Autoren ihn geprägt haben. Er sagt, dass er sich in jungen Jahren mit der Frage konfrontiert sah, wie er Nicht-Christen erreichen kann. In Amerika könne man in vielen Bereichen immer noch die Kirchen voll mit Besuchern bekommen, weil viele noch über das christliche Vokabular verfügen. Er sah sich mit der Frage konfrontiert, wie er das Evangelium auch denen erzählen kann, die mit dem christlichen Konzept von Gott, Schöpfung und Erlösung nicht viel anfangen können und fand dabei viel Hilfe in den anglikanischen Evangelikalen <em>Stott, Packer, <a href="https://www.nimm-lies.de/rezension-preaching-von-alec-motyer/14065">Motyer</a>, Lucas</em> und weitere. Schon war mein erster Knoten geknüpft: Ich sehe in meinem Umfeld die gleiche Herausforderung, und ein Abgleichen meines Denkens an einer doch anderen Kultur der Briten der 50er bis 90er klingt verlockend.<span id="more-14543"></span></p>
<p>Eine andere Kette habe ich durch John Frames &#8222;History of Western Philosophy and Theology&#8220; entdeckt. Dadurch, dass er sehr intensiv mit dem Quellenmaterial arbeitet, Zitate anfügt auf frei zugängliche Werke verweist, lassen sich ausgehend von diesem Werk sicherlich viele Ketten knüpfen und schlagen. In meinem Fall war es vor allem das Werk von Poythress, auf dass mich der Autor aufmerksam gemacht hat. Poythress liest sich sehr einfach, wagt sich aber an ungewöhnliche Themen, z.B. schrieb er ein Buch darüber, wie wir als Christen über Mathematik nachdenken sollen. Vergleicht hier unser Interview mit <a href="https://www.nimm-lies.de/mit-vern-sheridan-poythress-im-gespraech/13735">V.S. Poythress</a>.</p>
<p>An dieser Stelle zeigt sich, dass sich Perlenketten auch kreuzen können. In seinem Werk <a href="https://www.nimm-lies.de/reading-the-word-of-god-in-the-presence-of-god/13366">&#8222;Reading the Word of God in the Presence of God&#8220;,</a> einem Hermeneutik-Primer, verweist Poythress immer wieder auf Edmund Clowney, einen Theologen von dem ich vorher nie etwas gehört habe, außer eben in den Predigten von Tim Keller. Auf diese Weise habe ich eine der besten frei zugänglichen Vorlesungen gefunden: <a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/preaching-christ-in-a-postmodern-world/id378879885">&#8222;Preaching Christ in a Postmodern World&#8220;</a>. Gehalten gleichzeitig von Keller und Clowney. Eine Google-Suche förderte dann <a href="https://servantofmessiah.org/homiletics-class/">sogar zwei Skripte zur Vorlesung zu Tage</a>.</p>
<p>Das funktioniert auch mit säkularer Literatur. Früher habe ich meine Bücher klassischer Literatur in zwei Rubriken sortiert: Zunächst einmal nach Entstehungsland, dann nach Entstehungsjahr. So kann ich heute schnell die Unterschiede von russischen zum z.B. englischen Realismus beschreiben und die Weiterentwicklung von Themen erkennen, was &#8222;ganz natürlich&#8220; aus dem Lesefluss folgte.</p>
<p>In einer gewissen Weise sind Perlenketten irgendwann auch abgeschlossen. Als ich mich mit den Büchern <a href="https://www.nimm-lies.de/jeder-tat-was-ihn-recht-duenkte/13857">Richter</a> und <a href="https://www.nimm-lies.de/gelobt-sei-der-herr-der-dir-heute-den-erloeser-nicht-versagt-hat/14360">Ruth</a> befasste, fand ich solche Ketten, knüpfte sie mit Freude und Erfüllung und werde sicher irgendwann nach Jahren wieder zu diesen zurückgreifen.</p>
<p>Schließlich muss uns auch klar sein, dass wir nicht alle Ketten der Welt knüpfen können. Astronomie oder Kreationismus, aber auch die Lehre von der Kirche und viele zeitaktuelle Themen sind Beispiele für Themen, die einen großen Reiz entwickeln können (zumindest für mich), für die ich aber einfach keine Zeit mehr übrighabe.</p>
<p>Es gibt einen praktischen Grund seine Lektüre einzuschränken, und der liegt schlicht in der begrenzten Lebenszeit. In der folgenden Aufstellung entblöße ich mich selbst, auch dadurch, dass ich viele Ketten nicht geflochten habe, darunter zähle ich Biografien, sozialanalytische Schriften, moderne Literatur, wissenschaftliche Werke und viele mehr! Es gibt viel zu tun, packen wir es an!</p>
<h2><strong>Zwölf Perlenketten</strong></h2>
<p>Die Perlenketten sind nicht unbedingt in der Weise dargestellt, wie ich sie gelesen/gehört habe, sondern vor allem nach Zugänglichkeit und Schwierigkeitsgrad sortiert. Auch habe ich die zu den Anglikanern, wie bereits oben dargestellt hier nicht noch einmal gesondert aufgeführt:</p>
<h2><strong>Drei theologische Ketten</strong></h2>
<h3><strong>Hermeneutik</strong></h3>
<p>Hätte ich bloß Beynons und Sachs Buch <a href="https://www.cbuch.de/beynon-sach-tiefer-graben.html"><em>Tiefer graben</em></a> früher gekannt. Ich glaube, mit diesem Buch hat man einen guten Einstieg in die Werkzeuge für das Bibelverständnis. Vor allem die zahlreichen durchgearbeiteten Beispiele machen das Buch sehr überzeugend. Darauf aufbauend würde ich zur <a href="https://www.amazon.de/Introduction-Biblical-Interpretation-Lectures-Complete/dp/B0757T9JZ9/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1B7ETP2QHS7LT&amp;dchild=1&amp;keywords=Introduction+to+Biblical+Interpretation+hubbard&amp;qid=1635410766&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;sprefix=introduction+to+biblical+interpretation+hubbard%2Caps%2C102&amp;sr=8-1&amp;sres=B0757T9JZ9%2C0785252258%2C3964660442%2C0849907748%2C3964660345%2C0310537983%2CB01HAKH3T8%2CB086PTDP1D%2C3903372099%2C3742315439%2C3140223145%2CB08NWQZPM9%2C3625180863%2C3742312340%2CB08WJTPTQG%2C3833825332&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>Introduction to Biblical Interpretation</em></a> (Klein, Blomberg, Hubbard) greifen und natürlich zu Carsons <a href="https://www.cbuch.de/carson-stolpersteine-der-schriftauslegung.html"><em>Stolpersteine der Schriftauslegung</em></a>. Als nicht der biblischen Sprachen mächtig habe ich eine natürliche Grenze für Werke in diesem Bereich, so dass die High-Level Bücher für mich hier ausscheiden. Ich würde aber jedem einen Grundstock an hermeneutischen Büchern empfehlen. Berkhofs <em>Principles of Biblical Interpretation</em> ist <a href="https://www.monergism.com/principles-biblical-interpretation-sacred-hermeneutics-ebook">so z.B. auch frei im Web erhältlich.</a> Sprachliche Herausforderungen können mit einem geeigneten Wörterbuch (ich greife hier für das NT auf das EWNT von Balz/Schneider zurück) gut abgefangen werden. Im Wesentlichen versuche ich pro Jahr ein Buch in diesem Themenfeld zu lesen und habe aktuell die <a href="https://www.amazon.de/Hermeneutical-Spiral-Comprehensive-Introduction-Interpretation/dp/0830828265/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=167Y34MYCDC0H&amp;dchild=1&amp;keywords=osborne+hermeneutical&amp;qid=1635410816&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;s=audible&amp;sprefix=osborne+hermeneutical%2Caudible%2C84&amp;sr=1-1&amp;sres=0830828265%2CB004HAKP9A%2CB01K0RUPCK%2CB00AEMSUB0%2CB094FTKT7F%2CB01N5QC1CL%2CB002EPBL1Q%2CB08HPJLY92%2CB081Z38C1J%2CB004JV7QX0%2CB092HP76CX%2CB01M2ZQSR6%2CB005UXJSYQ%2CB003WIHR44%2CB00BG3MUA8%2CB00DC3PY7G&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>Hermeneutical Spiral</em></a> von Grant Osborne ausgepackt. Durch Carl Truemans<a href="https://www.amazon.de/Histories-Fallacies-Carl-Trueman-2011-01-21/dp/B01N1XPTTD/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=UA9ZBAZMJYXT&amp;dchild=1&amp;keywords=trueman+histories&amp;qid=1635410835&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;s=audible&amp;sprefix=trueman+histories%2Caudible%2C82&amp;sr=1-1&amp;sres=B01N1XPTTD%2CB09HGCT562%2CB09CBY7VLK%2C052173536X%2CB07L9C3B6F%2C1581349238%2C1481986015%2CB003JTHWUK%2CB001G429PS%2CB01M2Y1LKH%2CB00B9PQ856%2CB08DR9KP91%2CB005HY5ZR2%2CB0168YJGY2%2CB08H1LB5H9%2CB004CYNYNK&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em> Histories and Fallacies</em></a> ist mir klar geworden, dass viele Methoden auch auf die Deutung der Geschichtsschreibung übertragen werden können.</p>
<p><strong>Biblische Theologie</strong></p>
<p>Ich würde erst mit einem umfassenderen Werk anfangen, z.B. <a href="https://www.amazon.de/King-His-Beauty-Biblical-Testaments/dp/0801039398/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=219XFJGVSE9E0&amp;dchild=1&amp;keywords=the+king+in+his+beauty&amp;qid=1635410790&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;s=audible&amp;sprefix=the+king+in+his+beauty%2Caudible%2C90&amp;sr=1-1&amp;sres=0801039398%2C1601781253%2CB005CI0V7M%2CB00IU2XDA4%2CB07GFJN6T1%2CB003AMWQ34%2CB073W4GFH9%2CB08FFRMH3M%2CB09FFLNVRD%2CB00876YTYM%2CB08D89J7C9%2CB01KYN6HKE%2CB07KPTBSM4%2CB08DKLGCK3%2CB086PTDP1D%2CB07YX1S553"><em>The King in His Beauty</em></a> von Thomas Schreiner (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=eih7B7V5yww&amp;list=PL4sbg6ng23C4vwh8EZBXbJQI5hsaahhPv">Hier geht es zur 31-Teiligen Vorlesung vom Autor selbst</a>), aber man könnte zu <a href="https://www.amazon.de/Biblical-Theology-3-Volumes-Set/dp/1941337872">Jeffrey Niehaus&#8216; <em>Biblical Theology</em></a> greifen, auch hier findet sich eine <a href="https://biblicalelearning.org/biblical-theology-dr-jeffrey-niehaus/">Vorlesung </a>im Web.  Etwas einfacher ist z.B. <em><a href="https://www.nimm-lies.de/a-house-for-my-name/14309">A House for My name</a> </em>von Peter Leithart. Damit dürfte man gerüstet sein auf das eher anspruchsvollere (aber grundlegendere) Werk vo Geerhardus Vos: <a href="https://www.amazon.de/Biblical-Theology-Geerhardus-Vos/dp/B095NTBKMM/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=I1F6KIGVZSGE&amp;dchild=1&amp;keywords=vos+biblical+theology&amp;qid=1635410865&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;s=audible&amp;sprefix=vos+biblical+theology%2Caudible%2C87&amp;sr=1-1&amp;sres=B095NTBKMM%2CB0865TV7TT%2C0267659261%2C1592442919%2CB098PNKQH3%2CB08MSV1SWY%2CB08MSSD9YX%2C3337717705%2C0802812090%2C1549953842%2CB00YPOBZXI%2CB09K6W638Y%2CB07VLB71CF%2C0875521819%2CB09K7Q3DQC%2C0998748722&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>Biblical Theology</em>.</a> Man könnte aber auch eher eine Theologie eines der Testamente betrachten, ich fand <a href="https://www.nimm-lies.de/tipp-helmuth-egelkraut-das-alte-testament/12770">Egelkrauts</a> <a href="https://www.cbuch.de/egelkraut-hrsg-das-alte-testament.html"><em>Theologie des Alten Testament</em>s</a> dabei sehr hilfreich. In besonderer Weise erschüttert hat mich <a href="https://www.amazon.de/Theology-Testament-George-Eldon-Ladd/dp/0802806805/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=A30NZE6XS0DH&amp;dchild=1&amp;keywords=ladd+theology+of+the+new+testament&amp;qid=1635410919&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;s=audible&amp;sprefix=ladd+theology+of+the+new+testament%2Caudible%2C90&amp;sr=1-1&amp;sres=0802806805%2C0718828992%2C080283504X%2C3140223145%2CB00267T4CU%2CB08QHNM5RX%2CB07VMHH4W8%2C8854516023%2CB07VLB71CF%2C3742315439%2CB000NDDPA6%2CB076611KCY%2C3933257409%2CB08PFH3PPP%2CB012NOGGHQ%2CB0110T32ZO&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>A Theology of the New Testament</em></a> von G.E. Ladd. Mein Lieblingswerk eines arminianischen Dispensationalisten überhaupt (<a href="https://www.desiringgod.org/interviews/how-to-live-wisely-in-the-end-times">Lest hier den Artikel von Piper über Ladd</a>). Das Buch hat mir geholfen das Neue Testament in seiner Ganzheit zu lesen, ein echter Augenöffner für viele Fragen!</p>
<p>Von dieser Basis ausgehend kann man sich weiter spezifizieren, z.B. <a href="https://www.amazon.de/Paradise-Promised-Land-Introduction-Pentateuch/dp/0801039983/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dchild=1&amp;keywords=desmond+alexander&amp;qid=1632909809&amp;qsid=257-2536391-4228942&amp;sr=8-2&amp;sres=0801039983%2C0825420156%2CB088WH2J2P%2C0801092140%2C1842272721%2CB009TPSOFU%2C1844742857%2C0830825029%2CB08VF652P5%2CB09B2NSWHM%2CB08VF5B41F%2CB00HTK1TSG%2C194269797X%2C1433555743%2C1683594304%2C1433572052"><em>From Paradise to the promised Land</em> von T.Desmond Alexander</a>, eine Theologie der Fünf Bücher Mose oder aber man greift zu den gegenwärtig 56 Bänden der Reihe <em>New Studies in Biblical Theology</em>. <a href="https://www.ivpress.com/new-studies-in-biblical-theology">Ich versuche pro Jahr drei bis vier Bände dieser Reihe zu lesen</a> und sie haben mich in meinem Verständnis der Bibel sehr bereichert.</p>
<p>Das Thema wird durch die Nutzung geeigneter Nachschlagewerke erweitert, z.B. das <em><a href="https://www.nimm-lies.de/lexikas/14183">New Dictionary of Biblical Theology.</a></em></p>
<p>An dieser Stelle muss ich mich wohl entschuldigen, nur englische Bücher aufzulisten. Aber vielleicht wäre <a href="https://www.cbuch.de/spieker-jesus-eine-weltgeschichte.html"><em>Jesus. Eine Weltgeschicht</em>e</a> von M. Spieker ein passendes deutschsprachiges Werk für diese Rubrik.</p>
<p><strong>Glaubenslehre</strong></p>
<p>Ich finde es schwieriger in diesen Bereich einen Zugang zu bekommen als in die Biblische Theologie. Meine erste Dogmatik, die ich je gelesen habe, war die <em><a href="https://www.amazon.de/Biblische-Dogmatik-systematische-Theologisches-Studienmaterial/dp/3862690660/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1V0FSP5B30I3A&amp;dchild=1&amp;keywords=wayne+grudem&amp;qid=1635410966&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;sprefix=wayne+grudem%2Caps%2C1068&amp;sr=8-1&amp;sres=3862690660%2CB086LK95ZS%2C1433577038%2C1433549654%2CB086LLLVF2%2C1789742617%2C1581345178%2C1581342438%2CB08CS2NYRN%2C1844744868%2C0310286700%2C3935188676%2CB00NTQ3ITW%2C1433569906%2CB00NTQCMXU%2C148268442X&amp;srpt=ABIS_BOOK">Biblische Dogmatik</a></em> von Grudem, ich würde aber lieber Berkhofs <em>Systematic Theology</em> bevorzugen, nicht aber seine gekürzte Variante davon. Ich habe sehr von Eduard Böhls <a href="https://www.cbuch.de/boehl-dogmatik.html"><em>Dogmatik</em></a> profitiert. Sowohl <em>Böhl </em>wie <em>Berkhof</em> finden sich kostenfrei im Web. Mit beiden ist man dann für das eher anspruchsvollere Werk von Bavinck <em>Reformed Dogmatics</em> gewappnet, die wohl demnächst auch auf Deutsch erscheinen soll.  Insgesamt fehlt mir hier wirklich etwas Aktuelleres und doch zugängliches, das sich nicht in endlosen akademischen Fragen verliert oder allzu sehr im amerikanischen Evangelikalismus verläuft. Mir scheint aber <a href="https://www.amazon.com/Basics-Faith-Evangelical-Introduction-Christianity/dp/1683593383#:~:text=pillars%20of%20evangelicalism.-,Basics%20of%20the%20Faith%20is%20an%20overview%20of%20essential%20Christian,Hughes%20on%20inspiration%2C%20Anthony%20A."><em>Basics of the Faith</em> von Henry/Vanhoozer</a> ein guter Startpunkt zu sein. Eine andere Strategie besteht im Studieren klassischer Bekenntnisse, häufig tragende Säule vieler Dogmatiken.</p>
<p>Hat man sich dann durch ein zusammenfassendes Gesamtwerk durchgekämpft steht die Tür offen für Bücher über dogmatische Themen, z.B. die Werke, die in der Reihe <em><a href="https://www.ivpress.com/contours-of-christian-theology-set">Contours of Christian Theology</a></em> erscheinen. Es lässt sich nicht leugnen, das systematische Themen vernachlässigt werden, oder wann habt ihr es erlebt, dass die Dreieinigkeit aktiv in der Predigt eingebunden war, mit Ausnahme von Themenabenden zur Dreieinigkeit? Deswegen sind weniger steife Bücher mit systematischem Schwerpunkt oftmals sehr bereichernd, ich denke da an <a href="https://www.amazon.de/ESSENTIAL-TRINITY-Brandon-D-Crowe/dp/1629952982"><em>Essential Trinity</em> von Trueman/Crowe</a> oder an <a href="https://www.nimm-lies.de/the-whole-christ-von-sinclair-ferguson/14429"><em>The Whole Christ</em> von Ferguson.</a></p>
<h3><strong>Sechs Ketten des christlichen Erbes</strong></h3>
<p><strong>Kirchenväter</strong></p>
<p><a href="https://bkv.unifr.ch/de/works">Die Bibliothek der Kirchenväter ist ein Schatz.</a> Eine Masse an Kirchenvätern frei zugänglich für jedermann. In den meisten Fällen sind die Kirchenväter viel leichter zugänglich als man erwarten würde, in besonderer Weise schätze ich die rhetorischen Qualitäten von <em>Tertullian</em>. Möchte man etwas von der ganz frühen kirchlichen Zeit lesen, dann sind sicher die Korintherbriefe von <em>Klemenz</em> spannend. Ich habe nicht viel von Athanasius gelesen, fand ihn aber sehr leicht zugänglich. Überhaupt hat man immer das Gefühl, als hätte man es mit russlanddeutschen Christen zu tun, wenn man Kirchenväter liest: Eine klare Ausrichtung auf Andacht, dabei aber eher Abstriche bei der Gründlichkeit der Bibelauslegung. Aus diesem Grund fand ich die Predigten der Kirchenväter meist langweilig, das gilt aber nicht für ihre apologetischen Schriften und das auch nicht für die Predigten von <em>Augustinus</em>, wobei ich auch bei Ihm eher zu den &#8222;bekannteren Werken&#8220; greifen würde, wie den <em>Bekenntnissen</em> oder <em>Die Gabe des Ausharrens.</em></p>
<p><strong>Luther und die Reformatoren</strong></p>
<p>Wenn man nur einen Reformator lesen möchte, dann sollte man zu Luther greifen. Ich würde hier einige Einleitungen zu den Bibelbüchern lesen, einige Auslegungen seiner Psalmen, viele Briefe und schließlich &#8222;Von der Freiheit eines Christenmenschen&#8220;, &#8222;Von den guten Werken&#8220; aber auch die Thesen der Heidelberger Disputation. Ich glaube damit wäre Luthers Schwerpunkt auf Wort, Glaube, Heilsgewissheit und dem Konzept der Rechtfertigung gelegt. Ausgehend davon kann man zu den eher kontroverseren Schriften wie &#8222;Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche&#8220;, &#8222;Ob man weltlicher Obrigkeit Gehorsam schuldig sei&#8220; oder &#8222;De servo arbitrio&#8220; greifen, aber auch zu seinen eher problematischeren Werken, wie z.B. denen über die Juden oder die Wiedertäufer. Das hilft diese Generation nicht in übertriebener Weise zu verherrlichen! Überhaupt ist es meine Überzeugung, dass wir mehr von den Reformatoren lesen würden, wenn wir sie nicht derart überhöhen würden (zum Guten oder Schlechten).</p>
<p>Ich persönlich habe mich in den letzten Jahren zunehmend von Luther dem Calvin zugewandt. Ich würde bei Calvin mit <a href="https://www.amazon.de/Leben-eines-Christen-Johannes-Calvin/dp/1717716512/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=28QWO5PYECH5S&amp;dchild=1&amp;keywords=calvin+vom+leben+eines+christen&amp;qid=1635411016&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;sprefix=calvin+vom+leben+eines+christen%2Caps%2C119&amp;sr=8-2&amp;sres=1717716512%2C3964660345%2CB08GV912TY%2C3625180863%2C389736381X%2CB07CCFSCL7%2C3742312340%2C3625138948%2C3401602276%2C3453214951%2C3920476212%2C3795758858%2C3939916153%2CB01N5I39XB%2C3865436765%2CB01N0TJLOA&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>Vom Leben eines Christen</em></a> anfangen, aber es führt irgendwann kein Weg an der <em><a href="https://www.cbuch.de/calvin-institutio-unterricht-in-der-christlichen-religion.html">Institutio</a> </em>vorbei. Sie ist leichter zugänglich als man denkt. Es ist überhaupt spannend Luthers Werke mit Calvins zu vergleichen. Bei Luther hat man eigentlich immer noch ganz klar den emotionalen Mann des Mittelalters, bei Calvin einen nüchternen Denker der Moderne. Mir gefallen beide Stile ganz gut, die Logik von Calvin ist aber doch weitreichender. Liest man dann noch Menno Simons hat man gleich drei protestantische Linien nebeneinander.</p>
<p>Viele der Werke finden sich auf der <a href="https://glaubensstimme.de/doku.php">glaubensstimme.de</a>.</p>
<h3><strong>Die bunte Welt der Puritaner</strong></h3>
<p>Dem 3L Verlag ist es in besonderer Weise zu verdanken, das Werke der <a href="https://www.nimm-lies.de/bibliografie-deutsche-bucher-von-puritanern/4001">Puritaner bereits seit Jahren neu aufgelegt werden.</a> Ich finde sie eigentlich alle hilfreich, nur sehr häufig leicht umfangreich und umständlich. Es kommt häufig vor, dass man beim Lesen den Drang verspürt, zu schlafen. Das dürfte aber nicht nur etwas über die puritanischen Schriftumfänge aussagen, sondern auch über meinen geistlichen Zustand. Die Puritaner zielen immer auf das Herz. Es gibt aber Puritaner, die wirklich überraschend erfrischend sind, ich denke da vor allem an Thomas Watson. Ich würde bei den Puritanern immer mit Watsons Werken anfangen. Anschließend greife man zu Matthew Henry und darf den Abstecher zur <a href="https://www.cbuch.de/john-bunyan-die-pilgerreise.html">Bunyans Pilgerreise</a> nicht auslassen, aber auch zu seinem &#8222;Heiligen Krieg“ (oder seiner <a href="https://www.cbuch.de/bunyan-ueberreiche-gnade-hardcover.html">Autobiographie</a>). Nicht alles von Bunyan erreicht ein hohes Niveau, aber es wäre z.B. auch sein von ihm selbst verfasstes (und leider nur wenig bekanntes) Glaubensbekenntnis zu nennen, dass ich als sehr gelungen empfinde. Irgendwann, und an dieser Phase befinde ich mich aktuell, wagt man sich dann auch an Charnock, Owen, Bosten und die vielen anderen.</p>
<p>In besonderer Weise sollten hier die Puritan Papers von Packer/Lloyd-Jones et Al erwähnt werden. Die Auswahl der Themen scheint mir bei diesem Werk viel besser gelungen zu sein als bei der <a href="https://www.cbuch.de/beeke-jones-systematische-theologie-der-puritaner.html"><em>Systematische Theologie der Puritaner</em></a> von J.Beeke. Beekes Buch arbeitete sich zu sehr mit &#8222;Ach, wären wir alle großartig, wenn wir so wären wie die Puritaner“ und auch aufgrund seiner Überzeugung, dass er in besonderer Weise in den Fußspuren der Puritaner wandelt, ab und verliert so ein eigentlich gut vorhandenes Potential. Packers Essay <a href="https://www.thegospelcoalition.org/themelios/article/why-we-need-the-puritans/"><em>Why we need the Puritans</em></a> dürfte ein guter Startpunkt für die bunte Welt der Puritaner sein. Zumindest auf Englisch findet man sehr viele Werke kostenfrei auf monergism.com</p>
<p><strong>Busch und die Perlenkette für schlechte Tage</strong></p>
<p>Ausgehend von Wilhelm Buschs <a href="https://www.amazon.de/Plaudereien-meinem-Studierzimmer-Wilhelm-Busch/dp/3761557043/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1UX3JIQQSPSTK&amp;dchild=1&amp;keywords=plaudereien+in+meinem+studierzimmer+buch&amp;qid=1635411051&amp;qsid=257-4609728-7562842&amp;sprefix=plauderein+in+meinem+studierzimmer+busch%2Caps%2C100&amp;sr=8-1&amp;sres=3761557043%2CB01NBN9Z31%2CB08GV912TY%2C3903372099%2C3742315439%2C3625180863%2C3795701627%2C394673989X%2C3742316389%2C3473315788%2C3473315443%2CB07KLCY8NF%2C3789166456%2C398221730X%2C3473333026%2C3742312340&amp;srpt=ABIS_BOOK"><em>Plaudereien in meinem Studierzimmer</em></a>, einem Werk in dem Busch über Autoren und Christen schreibt, die ihn prägten, hat man einen weiten Blick in die Schriften der Pietisten. Entsprechend kann ich die pietistische Prägung meines Glaubens nicht genug würdigen. Nach Buschs Plaudereien kann man eigentlich zu jedem Pietisten greifen. Ich greife sehr gerne zu den Predigten von Hofacker, der &#8222;Seelsorge&#8220; von Blumhardt oder den Werken von Humburg.</p>
<p>Meine persönliche Beobachtung an mir selbst ist, dass wenn mir mal &#8222;wieder alles zu viel wird&#8220; und des Büchermachens kein Ende ist und alles nur furchtbar verwirrend wirkt, ich wie automatisch zu den Werken der Pietisten greife und sehr schnell wieder still werde.</p>
<p><strong>Bibellesen mit der Kirchengeschichte</strong></p>
<p>Ein beachtlicher Teil meiner Empfehlungen des <a href="https://www.nimm-lies.de/meine-personliche-top-ten-auswahl-christlicher-werke/5055">ursprünglichen Artikels </a>fällt in diese Kategorie und ich halte weiterhin diese Bücher in allen Ehren: Ob <em>Tozer</em>, <em>Nee</em>, <em>Hallesby</em>, <em>Lewis</em> oder auch Gitt und Spurgeon: Ich mag die Bücher dieser Autoren weiterhin sehr gerne, weil es einem Freude bereitet zu sehen, wie jemand mit einer ganz anderen Prägung und aus einem ganz anderen Kulturkreis die Bibel verstand. Neuerdings habe ich erneut die Gründungsväter der russichen Evangeliums-Christen entdeckt und muss jedem z.B. <em><a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%9C%D0%B0%D1%80%D1%86%D0%B8%D0%BD%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B9,_%D0%92%D0%BB%D0%B0%D0%B4%D0%B8%D0%BC%D0%B8%D1%80_%D0%A4%D0%B8%D0%BB%D0%B8%D0%BC%D0%BE%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">Marzinkowskij </a> </em>und <a href="https://www.worldcat.org/title/in-the-cauldron-of-russia-1869-1933-autobiography-of-is-prokhanoff-the-life-of-an-optimist-in-the-land-of-pessimism-together-with-an-interesting-history-of-the-russian-evangelical-christian-union/oclc/1117143"><em>Prokhanov (in the Cauldron of Russia, Autobiographie) </em></a> weiterempfehlen. Ich schätze diese Literatur weiterhin. So erfahre ich wie ein Skandinavier oder ein Amerikaner oder ein Chinese ihre Bibel gelesen haben und was sie dabei auf sich nahmen. Nicht alles ist so ohne weiteres übertragbar und ich würde auch beachtliche Teile nicht auf diese Weise ausdrücken, aber doch bleibt die mystische Gemeinschaft unter Brüdern, die hier aus jeder Zeile strömt.</p>
<p><strong>Seelsorgerliche Literatur</strong></p>
<p>Diese Kette ist leichter zu knüpfen als man denken könnte: Man nimmt ein Werk aus dem bereits großen Pool an <a href="https://www.3lverlag.de/131-seelsorge-und-lebenshilfe">&#8222;Seelsorge-Büchern&#8220; des 3L-Verlags</a> und arbeitet sich so Stück für Stück durch. Ich lese etwa ein Buch pro Jahr aus diesem Bereich. Anfangen würde ich tatsächlich aber entweder mit Jay Adams <a href="https://amzn.to/3Bo7fHQ"><em>Handbuch der Seelsorge</em></a> oder mit Heath Lamberts <a href="https://www.amazon.de/-/en/Heath-Lambert/dp/0310518164/ref=sr_1_2?dchild=1&amp;keywords=heath+lambert&amp;qid=1635317660&amp;qsid=257-2536391-4228942&amp;s=books&amp;sr=1-2&amp;sres=3866992599%2C0310518164%2CB01N3SJ3UJ%2C1537391348%2C2362493164%2C1596381396%2CB08ZJJYLKM%2CB00KBA8L9Q%2C1433528134%2CB08P6BWZKG%2C1499149468%2CB017MYG08M%2CB010IKXZQW%2CB084P5ZXVB%2C185051402X%2C0706438418"><em>A Theology of Biblcal Counseling.</em></a></p>
<p><strong> Drei Ketten klassischer Literatur</strong></p>
<p>Mit der zeitgenössischen Literatur tue ich mich schwer, Klassiker habe ich meist im Unterricht der Oberstufe oder in langweiligen Vorlesungen gelesen, das ist mir sitzengeblieben:</p>
<ul>
<li>Dass ich als Teenager irgendwann zur russischen Klassik griff, lag vor allem einfach daran, dass ich ein Russe (zumindest zur Hälfte) bin. Aber sie fesselte mich schnell. Sie (ich meine vor allem Literatur der Romantik und des Realismus) ist dramatischer als die britische, düsterer als die amerikanische und lebensnaher als die Deutsche. Zu Beginn würde ich zu Erzählungen von <em>Turgenew</em> (z.B. Asja, Mumu), <em>Tschechow (</em>produzierte massenweise kürzere Werke, weil er für längere nie die Zeit fand, nebst großer Familie und seiner Arbeit als Arzt) oder zu Novellen von <em>Leskow</em> (z.B. Die Lady Macbeth von Mzensk, Der Gaukler Pamphalon) greifen.  Anschließend dürfte man sich an die längeren Werke wagen. Natürlich führt kein Weg an <em>Dostojewski</em> und <em>Tolstoi</em> vorbei, aber ein Werk gab mir besonders zu denken: Fürst Serbreny von <em>A.K.Tolstoi</em> (nicht Lev Tolstoi). Das Buch beschreibt zwei Reaktionen auf einen Tyrannen: Einerseits den Ansatz der Rebellion der schließlich versandet und ins Exil führt, andrerseits den Ansatz, sich soweit es geht anzupassen, mit der Folge, dass man selbst mehr vom Tyrannen übernimmt, als einem recht wäre. Ein sehr ergreifendes und historisch genaues Werk über die Zeit von Zar Iwan dem Schrecklichen. &#8211; Hat man sich mit den Vertretern des russischen Realismus vertraut gemacht, muss man unbedingt noch weiter zurück, vor allem zu Gogol und Pushkin aber auch nach vorne in die Sowjetzeit. Ziemlich verrückt und extrem antisowjetisch ist dann <em>Der Meister und Margarita</em>. Ziemlich lustig und extrem prosowjetisch wären die Doppelautoren <em>Ilf</em> und <em>Petrow</em> zu nennen (Die zwölf Stühle, Das goldene Kalb).</li>
<li>Begeben wir uns auf heimischen Boden zurück. Irgendwie griffen bei mir vor allem die Autoren, die zwar deutschsprachig schrieben, aber aus anderen Ländern stammten, z.B. <em>Gottfried Keller</em> (Die Leute von Seldwyla, Sammlung von Erzählungen, ziemlich interessant ist &#8222;Der Schmied seines Glückes&#8220;), <a href="https://www.nimm-lies.de/was-in-meinem-haus-klassisches-latein-ist-bestimme-ich/13588"><em>Friedrich Dürrenmat</em>t</a> (Klicken um zum gesonderten Artikel zu gelangen) aber auch S<em>tefan Zweig.</em> Überhaupt fing bei mir die Literatur der &#8222;neueren Klassik“ aus Deutschland besser zu gefallen, z.B. <em>Thomas Mann</em> (Mario und der Zauberer könnte ein guter Anfang sein für das gigantische Werk von Mann, mein Favorit ist aber Der Zauberberg). Kurt <em>Tucholsky</em> sackte bei mir gut, nicht aber sein einziger Roman. Von den klassischen Werken habe ich <em>Der Schimmelreiter (Theodor Storm)</em> bereits drei Mal gelesen: Ein brillanter Einzelgänger, der sich um eine einsame Frau und sein behindertes Kind kümmert, scheitert an der blanken Ablehnung der Gesellschaft. Also eine richtige Kette, an der ich mich entlanghangeln könnte, entstand hier aber bisher nicht. Aktuell bin ich übrigens mal wieder an einem Schweizer hängengeblieben und lese derzeit Werke von <em>Jeremias Gotthelf.</em></li>
<li>Wenn wir Amerikanisch/Britisch werden sollten: Ich liebe &#8222;Den Flaschenteufel&#8220; (auch als Flaschenkobold bekannt) von <em>Robert Louis Stevenson</em>. Viele schwärmen von anderen Werken des Autors, die mir aber dann weniger zugesagt haben. Wenn wir schon im britischen Naturalismus bleiben, dann bin ich absoluter Fan von <em>Oscar Wilde.</em> Ich glaube, ich habe von ihm nahezu alles gelesen, aber in besonderer Weise ist natürlich &#8222;Das Bildnis des Dorian Gray&#8220;, &#8222;The Importance of Being Earnest&#8220; und seine leider viel zu wenig beachteten Märchen zu erwähnen. Immer wieder greife ich auch zu den bizarren Erzählungen von <em>Poe</em> zurück, wobei man natürlich seinen mystischen Stil mögen muss.</li>
</ul>
<p>Es gibt dabei einen Bruch, die Sexualisierung der Literatur, der seit etwa den 60ern viele Werke unleserlich macht. Ich denke hier an die schulische Zwangslektüre von <em>Homo Faber </em>oder <em>Der Vorleser</em>. Dabei darf man aber nicht in die andere Falle verfallen und z.B. durch Pauschalurteile Lektüre der Klassik komplett meiden. Obwohl Hermann Hesse sicherlich kein Christ ist, finde ich sein <em>Unterm Rad </em>in mehrfacher Hinsicht als sehr gelungenes Werk, gerade auch aufgrund der feinen Kritik, die er hier am Evangelikalismus übt.</p>
<p><strong>Perlenketten, die keines Einsatzes wert sind</strong></p>
<p>Es gibt Werke oder ganze Werkreihen, die ich persönlich vollständig meide. Darunter gehören:</p>
<ul>
<li>Polemisch apologetische Werke. Was ich damit meine, sind Bücher wie (fiktive und doch reale Titel) <em>&#8222;Warum Rockmusik aus der Hölle kommt&#8220;</em>, <em>&#8222;Der ultimative Beweis, dass alle Calvinisten hochmütig sind&#8220;</em>, <em>&#8222;Warum Arminianer an einen anderen Gott glauben&#8220;</em> oder <em>&#8222;10 Gründe, warum Johannes Hartl der schlimmste Irrlehrer seit Grundlegung der Welt ist&#8220;</em>. Ich habe nie den Mehrwert solcher Bücher verstanden, obwohl ich mir selbst eingestehen muss, mich in der Kritik russlanddeutscher Frömmigkeit der Methoden bedient zu haben, die ich hier so entschieden ablehne!  Falls ich jemals Zweifel am Wert solcher Werte besaß, wurde dieser durch das Erbe einer Bibliothek mit einem beachtlichen Bestandteil solcher Werke aus den 70ern und 80ern Jahren genährt. Ich kann euch sagen, kein einziges Buch davon hat heute noch irgendeinen bleibenden Wert! &#8211; Hier darf man innehalten: Vieles davon wird auch wirklich wenig gelesen, aber massiger Weise auf YouTube gehört! Kaufe die Zeit aus, mein Bruder!</li>
<li>Bücher, Vorträge die Randthemen zum Zentrum des christlichen Glaubens erklären. Ich begnüge mich hier auch mit fiktiven Titeln, aber z.B. sowas wie <em>&#8222;Warum nur Frauen mit Kopfbedeckung den ganzen Ratschluss Gottes erfüllen&#8220;,</em> <em>&#8222;Die sekündliche Uhr der Endzeit schlägt gerade heute im <span style="text-decoration: line-through;">In der Sowjetunion</span>, <span style="text-decoration: line-through;">im Irakkrieg, in der Flüchtlingskrise</span>, in der Corona-Krise..&#8220;</em>, &#8222;<em>Wie das Schnabeltier vom Ararat nach Tasmanien kam&#8230; &#8211; 10 Wissenschaftler entdecken die ganze Wahrheit&#8220;</em>, <em>&#8222;Warum du niemals eine andere Übersetzung lesen darfst!&#8220;</em>, <em>&#8222;Wenn du dieses Lied eines möglichen Charismatikers singst, bist du bei der Entrückung vielleicht nicht dabei&#8220;.</em> Ich glaube wir kennen solche Werke zu genüge und es ist gegen die Lehre Christi, das Wichtige aufgrund von Randthemen zu vernachlässigen.</li>
<li>Schließlich bin ich auch immer noch skeptisch bei Ratgebern, die Weisheit durch Regeln ausheben. Ich glaube, dass es in einer Menge von Fragen auf die Weisheit ankommt. Ich würde in diesen Fällen das Lesen des Buches <em>Sprüche </em>immer detaillierten Ratgebern wie <em>&#8222;Deine Kinder müssen immer vor 7 Uhr im Bett sein, wenn du willst, dass sie erfolgreich, gesund, klug, christlich und gesegnet sind&#8230;&#8220;.,</em> vorziehen.</li>
</ul>
<p>Zum Schluss: Bleib offen für Empfehlungen deiner Brüder und Schwestern und auch für die Führung Gottes.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/zwoelf-perlenketten-meiner-lektuere/14543">Zwölf Perlenketten meiner Lektüre</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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		<title>&#8222;Die Liebe Gottes findet nicht vor, sondern schafft sich, was sie liebt.&#8220; Die Heidelberger Disputation 1518</title>
		<link>https://nimm-lies.de/die-liebe-gottes-findet-nicht-vor-sondern-schafft-sich-was-sie-liebt-die-heidelberger-disputation-1518/14390</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Jun 2021 18:31:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Biblische Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Augustinianismus]]></category>
		<category><![CDATA[Augustinus]]></category>
		<category><![CDATA[Gnade]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/die-liebe-gottes-findet-nicht-vor-sondern-schafft-sich-was-sie-liebt-die-heidelberger-disputation-1518/14390">&#8222;Die Liebe Gottes findet nicht vor, sondern schafft sich, was sie liebt.&#8220; &lt;br /&gt;&lt;span style=&#039;color:#4d4545;font-size:1.5rem;&#039;&gt;Die Heidelberger Disputation 1518&lt;/span&gt;</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Durch Carl Trueman (z.B. in <a href="https://www.thegospelcoalition.org/course/the-lutheran-reformation/">seiner Vorlesung zur Reformationsgeschichte</a>, in der Essay-Sammlung des Autors&nbsp; <a href="https://www.cvbh.de/Die-Reformation-Carl-R-Trueman?gs=15&amp;gclid=Cj0KCQjwlMaGBhD3ARIsAPvWd6i3sBt3JeNnS3RarndH8cmwWjuMzJhHz7BsOWl8PwVqBWLgowKAQvMaAjgeEALw_wcB">&#8222;Reformation &#8211; heute noch aktuell&#8220;</a> im kürzlich erschienen Buch <a href="https://www.amazon.de/Luther-Christian-Life-Freedom-Theologians/dp/143352502X">&#8222;Luther on the christian life&#8220;</a> geht er jeweils sehr ausführlich auf Luthers Unterscheidung zwischen Theologen der Herrlichkeit und Theologen des Kreuzes ein). wurde ich auf ein Ereignis in Luthers Laufbahn aufmerksam, dass in vielen Darstellungen des Reformators schnell untergeht.&nbsp;</p>
<p>Im April 1518 (und noch deutlich vor der Eröffnung des Verfahrens durch die römische Kurie&nbsp; im Juli 1518) fand unter Leitung Luthers eine Disputation in der Versammlung der Augustiner statt, die seine Thesen zum Ablass diskutieren sollte. Luther bereitete Thesen vor, die wohl einige überrascht haben dürften. Sehr entschieden entscheidet sich Luther für eine augustinische Darstellung des Heils. Einige der 28 Thesen (<a href="http://www.reformatorischeschriften.de/Hddisp/hddisput.html">hier</a> samt Begründung vollständig zu finden) im Wortlaut:</p>
<blockquote>
<p>Die Werke der Menschen, wenn sie auch noch so sehr in die Augen fallen und gut zu sein scheinen, müssen doch als Todsünden gelten.</p>
<p>Der Mensch, der da meint, er wolle dadurch zur Gnade gelangen, dass er tut, soviel ihm möglich ist, häuft Sünde auf Sünde, so dass er doppelt schuldig wird.</p>
<p>Ganz gewiss muss ein Mensch an sich selbst verzweifeln, um für den Empfang der Gnade Christi bereitet zu werden.</p>
<p>Das Gesetz sagt:&nbsp;»Tue&nbsp;das!«, und es geschieht niemals. Die Gnade spricht:&nbsp;»An&nbsp;den sollst du&nbsp;glauben!«, und alles ist schon getan.</p>
<p>Nicht der ist gerecht, der viel Werke tut, sondern wer ohne Werke viel an Christus glaubt.</p>
<p>Die Liebe Gottes findet nicht vor, sondern schafft sich, was sie liebt. Die Liebe des Menschen entsteht nur an dem, was sie liebenswert findet.</p>
</blockquote>
<p><span id="more-14390"></span></p>
<p>Bei einigen Thesen muss man sich Zeit nehmen, zu verstehen was wirklich gemeint ist. So wenn Luther zwischen Theologen des Kreuzes und Theologen der Herrlichkeit unterscheidet. Man ist ein Theologe der Herrlichkeit wenn man aus den Beobachtungen um sich selbst herum auf Gottes Wesen und Charakter Rückschlüsse zieht, statt zum Kreuz Christi zu gehen. Dankbarerweise finden sich erklärende Begründungen Luthers zu seinen Thesen.&nbsp; So schreibt er zu dieser Unterscheidung zwischen Theologen der Herrlichkeit und Theologen des Kreuzes:</p>
<blockquote>
<p>Das ist klar. Weil er doch Christus nicht kennt, kennt er auch nicht den im Leiden verborgenen Gott. Daher zieht er die Werke dem Leiden, die Herrlichkeit dem Kreuze, die Kraft der Schwachheit, die Weisheit der Torheit und überhaupt das Gute dem Schlechten vor. Das sind die, die der Apostel »Feinde des Kreuzes Christi« (Phil 3,18) nennt. Jedenfalls hassen sie das Kreuz und die Leiden. Sie lieben aber die Werke und ihren Ruhm, und so nennen sie das Gute des Kreuzes schlecht und das Schädliche des Werkes gut. Gott kann aber nur in Kreuz und Leiden gefunden werden, wie schon gesagt. Darum nennen die Freunde des Kreuzes das Kreuz gut und die Werke schlecht, weil durch das Kreuz die Werke niedergerissen werden und der lieber durch die Werke aufgerichtete »alte Adam« gekreuzigt wird. Es ist nämlich dem unmöglich, auf Grund seiner »guten Werke« nicht aufgeblasen zu werden, der vorher nicht durch Leiden und Schaden ganz leer und niedrig geworden ist, bis zu der Erkenntnis, dass man selbst nichts ist und die Werke nicht uns sondern Gott gehören.</p>
</blockquote>
<p>Luther tritt in Augustinus&#8216; Fußstapfen, wenn er schreibt:</p>
<blockquote>
<p>Das zweite ist klar und Gemeingut aller Theologen und Philosophen. Das Gegenüber (<i>objectum</i>) ist der Grund der Liebe, indem man nach Aristoteles alles Vermögen der Seele als passiv annimmt, als Stoff, als nur im Aufnehmen tätig, wodurch er selbst bezeugt, dass seine Philosophie gegen die Theologie ist, weil sie in allem das Ihre sucht und mehr das Gute nimmt als gibt. Das erste ist klar, weil die Liebe Gottes &#8211; sofern im Menschen lebendig &#8211; liebt, was sündig, schlecht, töricht und schwach ist, um es gerecht, gut, weise und stark zu machen, und so viel mehr sich verströmt und Gutes schafft. Darum nämlich, weil sie geliebt werden, sind die Sünder »schön«, nicht aber werden sie geliebt, weil sie »schön« sind. Menschliche Liebe flieht daher die Sünder und Bösen, Christus jedoch sagt: »Ich bin nicht gekommen, die Gerechten zu rufen, sondern die Sünder« (Mt 9,13). Solcher Art ist die Liebe des Kreuzes, geboren aus dem Kreuz, dass sie sich nicht dorthin wendet, wo sie das Gute findet, um es zu genießen, sondern dorthin, wo sie das Gute den Armen und Bedürftigen austeilen kann. »Geben ist seliger als nehmen«, sagt der Aposte1 (Apg 20,35). Daher heißt es Ps 41,2: »Wohl dem, der sich des Bedürftigen annimmt!« Der Verstand freilich kann sich natürlicherweise nicht mit dem befassen, was nichts ist, das heißt mit dem Armen und Bedürftigen, sondern nur mit dem, was etwas ist, mit dem Wahren und Guten. Daher urteilt er nach dem Schein und nimmt das Ansehen des Menschen wichtig und urteilt nach dem, was augenscheinlich vorliegt.</p>
</blockquote>
<p><a href="https://www.625.uni-heidelberg.de/md/kampagnen/625jahre/atlas/lp_luther.pdf">Hier</a> findet sich übrigens eine Übersichtskarte darüber, wie schnell Luthers Thesen einschlugen! Unter den Zuhörern der Disputation finden sich nämlich einige, die später lautstarke Vertreter des reformatorischen Anliegens werden sollen. Luther traf den Nerv seiner Zeit! Dennoch war Erasmus 1524 der erste, der die Trennlinie des Protestantismus aufdeckte: Kann es wirklich bloß Gottes Gnade sein, die uns rettet? Luther erkennt das an, als er 1525 in &#8222;Vom unfreien Willen&#8220; schreibt:&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/die-liebe-gottes-findet-nicht-vor-sondern-schafft-sich-was-sie-liebt-die-heidelberger-disputation-1518/14390">&#8222;Die Liebe Gottes findet nicht vor, sondern schafft sich, was sie liebt.&#8220; &lt;br /&gt;&lt;span style=&#039;color:#4d4545;font-size:1.5rem;&#039;&gt;Die Heidelberger Disputation 1518&lt;/span&gt;</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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		<title>Know the Heretics</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Feb 2021 18:21:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirchengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Häresien]]></category>
		<category><![CDATA[Irrlehre]]></category>
		<category><![CDATA[Justin S. Holcomb]]></category>
		<category><![CDATA[Know the Heretics]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer hat nicht schon mal dieses Bild gehört, wenn man von der Dreieinigkeit spricht: Diese könne man mit Wasser vergleichen, da dieses ebenfalls drei Formen (fest, flüssig, gasförmig) annimmt. Obwohl ich lieber eine schlechte Analogie für die Dreieinigkeit begrüssen würde, als vollständiges Schweigen darüber, fallen&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/know-the-heretics/14246">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/know-the-heretics/14246">Know the Heretics</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft" src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/415Mn5KypoL._SX348_BO1,204,203,200_.jpg" width="220" height="313" />Wer hat nicht schon mal dieses Bild gehört, wenn man von der Dreieinigkeit spricht: Diese könne man mit Wasser vergleichen, da dieses ebenfalls drei Formen (fest, flüssig, gasförmig) annimmt. Obwohl ich lieber eine schlechte Analogie für die Dreieinigkeit begrüssen würde, als vollständiges Schweigen darüber, fallen die Schwächen dieses Models schnell ins Auge: In der Dreieinigkeit sind Vater, Sohn und Heiliger Geist immer gleichzeitig gegenwärtig und erfreuen sich an der Gegenseitigen Gemeinschaft. Alle sind zudem gleicherweise Gott, ohne Abstriche an der &#8222;Göttlichkeit&#8220;. Dabei ist das Wasser-Model eines, dass in der Kirchengeschichte schon einmal diskutiert und von der Kirche verdammt wurde, nämlich dass des Modalismus: Gott ist immer einer, der unterschiedliche Formen annimmt: Im AT wäre es der Vater in den Evangelium Jesus der Sohn und nun im Leben der Gläubigen der Heilige Geist. Modalismus , aber auch der Doketismus (der lehrt, dass Jesu Menschlichkeit nur eine Scheinbare sei) sind Beispiele für irrige Lehrmeinungen, die auch bis heute allzu schnell in unser Denken und Sprechen über die biblischen Wahrheiten hineinschleichen.</p>
<p>Dabei &#8211; so die These des Autors &#8211; dürfte gerade eine klare Positionierung darüber, was wirklich Häresie ist, auch helfen, den Vorwurf der Ketzerei nicht so schnell zu ziehen und ein Wachsen im Glauben und in der Erkenntnis zu ermöglichen. Natürlich verkündigt die Bibel eine absolut richtige und zuverlässige Lehre, aber das Ringen in der Kirchengeschichte zeigt auch, dass es oftmals leichter war, falsche Positionen zu widerlegen als richtige zu definieren.  Da der Autor strikt chronologisch vorgeht gelingt es ihm auch, darzustellen wie die Kirche gerade durch den Einfluss der Irrlehrer dazu gebracht wurde, genauer in die Bibel zu blicken und ihre Positionen zu untermauern: So z.B. bei der Frage des Kanons. Diesen überhaupt irgendwie festzulegen, war nicht sonderlich nötig, so lange alle das gleiche lasen. Als aber im 2 Jhdt. Marcion auftrat, dessen Kanon 10 Briefe des Paulus und Teile des Lukas-Evangeliums enthielt, wurde eine Positionierung nötig. Ähnlich kämpfte man um eine präzisere Formulierung der Trinität und der inner trinitarischen Beziehungen in Gott, als die Arianer auftraten (Durch Bekenntnisschriften in den Konzilen von Nizäa und Konstantinopel).<span id="more-14246"></span></p>
<p>Beim Hören (<a href="https://www.audible.de/pd/Know-the-Heretics-Audio-Lectures-Hoerbuch/0310106877?qid=1613152794&amp;sr=1-1&amp;ref=a_search_c3_lProduct_1_1&amp;pf_rd_p=e54013e2-074a-460e-861f-7feac676b789&amp;pf_rd_r=HDTVSPFJE2DM1P4X6HFW">ich habe das vom Autor selbst gelesene Hörbuch gehört)</a> der insgesamt 14 Teile des Hörbuchs ist mir aufgefallen, dass die Position der Kirche von Fall zu Fall dominanter wurde und ein Ketzer zunehmend schwierige Konsequenzen fürchten musste. Entsprechend verlor aber auch die orthodoxe Antwort zunehmend (wie ich finde) an Überzeugungskraft und Allgemeingültigkeit. Ob man Maria nun wirklich als Gottesgebärerin bezeichnen muss (um die Göttlichkeit Christi zu erhalten), empfinde ich immer noch problematisch. Von den 14 besprochenen Konfliktsitiuationen findet sich eine bereits ausführlich in der Bibel (der Konflikt der Apostel mit den Judaisten) und die meisten anderen in der Antike, angefangen mit der Auseinandersetzung mit den Gnostikern bis hin zur Debatte zwischen Augustinus und Pelagius. Obwohl geschichtlich nur eine Debatte bis in die Neuzeit reicht (die Auseinandersetzung mit den Sozinianern), gelingt es dem Autor in jeder Situation sowohl eine saubere biblische Hintergrundarbeit zu liefern, wie die Bedeutung der Debatten für heute aufzuarbeiten. Als Hörer frage ich mich letztlich aber, warum der Konflikt mit dem Modernismus bzw. der Bibelkritik gescheut wurde? Kann man Bibelkritik nicht als Ketzerei einstufen, weil hierfür ein ökumenisches Bekenntnis fehlt? Reicht dann die Chicago-Erklärung nicht aus? Auch in diesem Fall könnte man das <em>Higher</em> <em>Criticism</em> ja gut in seiner Geschichte, aber auch in unterschiedlichen Randerscheinungen aufzeichnen. Das der Autor diesen ablehnt, fand sich zwar in zwar in zahlreichen impliziten Seitenpfaden wieder, nicht aber in einer expliziten Darstellung.</p>
<p>Wer bereits erste Einblicke in die frühe Kirchengeschichte besitzt, dürfte von diesem (Hör)buch deutlich profitieren, das vor allem die Ideengeschichte dieser Zeit verfolgt. Die Kürze des Werkes ermöglicht das Überblicken zahlreicher Themen. Die zahlreichen Zitate und Literaturangaben können zudem ein Startpunkt für ein vertieftes Einsteigen in das Werk der Kirchenväter werden. Das die Kirche vor allem das Gottesbild und das Werk und Amt Christi verteidigte, zeigt, wo das fruchtbarste (aber auch die beschützenswerteste) Erbe des Christentums zu finden ist.</p>
<p>Hinweis: Dieses Werk ist Teil einer acht-teiligen Reihe, mit einem historisch-theologischen Kontext: <a href="https://zondervanacademic.com/products/series/know%20series">Know&#8230;</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/know-the-heretics/14246">Know the Heretics</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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		<title>Ist der Glaube ein Geschenk von Gott?</title>
		<link>https://nimm-lies.de/ist-der-glaube-ein-geschenk-von-gott/14241</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Feb 2021 15:19:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirchengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Puritaner]]></category>
		<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[Arminianismus]]></category>
		<category><![CDATA[Calvinsmus]]></category>
		<category><![CDATA[Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[Remonstranten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist immer wieder bereichernd, manchmal aber auch ernüchternd konfessionelle Schriften zu studieren. So bin ich erst jetzt dazu gekommen, die fünf Punkte der Remonstranten von 1610 zu lesen und habe doch etwas unerwartet Überraschendes entdeckt. Ich übersetzte aus der lateinischen und holländischen Version, die&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/ist-der-glaube-ein-geschenk-von-gott/14241">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/fd/Allegory_of_theological_dispute-Abraham_van_der_Eyk-MBA_Lyon_H1151-IMG_0428.jpg/1280px-Allegory_of_theological_dispute-Abraham_van_der_Eyk-MBA_Lyon_H1151-IMG_0428.jpg" /></p>
<p>Es ist immer wieder bereichernd, manchmal aber auch ernüchternd konfessionelle Schriften zu studieren. So bin ich erst jetzt dazu gekommen, die fünf Punkte der Remonstranten von 1610 zu lesen und habe doch etwas unerwartet Überraschendes entdeckt. Ich übersetzte aus der lateinischen und holländischen Version, die ich von P. Schaff besitze:</p>
<p><em>Dass der Mensche den selig machenden Glauben nicht aus sich selber besitzt, noch aus Kraft seines freien Willens, da er im Zustand der Auflehnung und der Sünde nichts Gutes (was ja insbesondere der seligmachende Glaube ist) aus sich heraus denken, wollen oder tun kann. Es ist aber notwendig, dass er von Gott, in Christus durch seinen Heiligen Geist wiedergeboren und in der Wiedergeburt, in Vernunft, den Affekten, des Willen und allen Kräften neu belebt wird, damit er nach dem Wort Christi richtig verstehen, denken, wollen und das wahre Gute vollbringen kann. Wie auch Joh. 13,5 sagt: &#8222;Ohne mich könnt ihr nichts tun!&#8220;</em></p>
<p>Bei der Recherche ist mir aufgefallen, <a href="https://remonstrancepodcast.com/five-articles/">dass die englische Übersetzung von Schaff</a>, die auch im Weg Grundlage für zahlreiche veröffentlichte Versionen ist, das holländische &#8222;´t salichmaeckende Gheloove&#8220; (bzw. in der lateinischen Fassung dieser fünf Punkte mit &#8222;salvificam fidem&#8220;) interessanterweise mit <em>&#8222;saving grace&#8220;</em> wiedergibt. Dadurch geht m.E. der doch wichtige Punkt verloren, dass die Remonstranten an dieser Stelle wirklich vom Glauben als Geschenk sprachen. Lateinisch, was auch so weit ich das verstehe die Veröffentlichungssprache war, ist die Sache eindeutig ausgedrückt: <em><strong>&#8222;Homo salvificam fidem non habet a se&#8220; &#8211; </strong></em>Der Mensch hat den rettenden Glauben nicht aus sich selbst.</p>
<p>Noch spannender aber: Sie sprechen davon, dass der Glaube auf die Wiedergeburt folgt.</p>
<p>Das bringt mich zu dieser Überlegung: Was meint man eigentlich damit, wenn man meint, dass man &#8222;sich nicht festlegen möchte&#8220; und weder &#8222;Calvinist noch Arminianer&#8220; sei, sondern irgendwo in der Mitte stehe, da man &#8222;beiden Seiten der Medaille&#8220; recht geben möchte. Diese möchte ich dann bitten mir zu sagen, warum selbst die &#8222;arminianische&#8220; Position für sie zu deterministisch ist?  (z.B. hier auf<a href="https://www.apologia.info/geht-die-wiedergeburt-dem-glauben-voraus/"> apologia.net</a>). Natürlich ist obiger Punkt auch im geschichtlichen Kontext zu sehen, z.B. darin, dass die ganze Debatte um die &#8222;Fünf Punkte&#8220; eigentlich nur in einem reformierten Kontext stattfinden kann, und der Arminianismus nur in einem solchen Kontext entsteht. Oder auch darin, dass die lutherische Betonung der Gnadenlehre aufgrund der völligen Verderbtheit hier entsprechend eine Anschlußpunkt sah.</p>
<p>Was mir aber aufs neue aufging, wie furchtbar rational wir von der freien Selbstbestimmung des Menschen ausgehen. Der Mensch ist Herr über sein Schicksal und selbst die Himmel sollen sich ihm fügen. Glaube ein Geschenk? Wiedergeburt als Grundlage für irgend etwas Gutes? Im Bekenntnis meiner Gemeinde klingt es anders. Hier ist die Rede davon, dass Gott uns die Wiedergeburt schenkt, wenn wir uns zu ihm bekehren. Ein Denken, dass im Evangelikalismus weit verbreitet sein dürfte.  Ob wir dann noch Arminianer und nicht vielmehr längst Pelagianer ist dann  ja die eigentliche Frage.</p>
<p style="text-align: center;"><em><strong>&#8222;Homo salvificam fidem non habet a se&#8220; </strong></em></p>
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		<title>Handbook of Evangelical Theologians</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2020 21:23:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirchengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Elwell]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelicals]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelikale]]></category>
		<category><![CDATA[Handbook of Evangelical Theologicals]]></category>
		<category><![CDATA[Wörterbuch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was bedeutet eigentlich &#8222;evangelikal&#8220;? Hier einfach auf die (ehemals) einheitliche Haltung zur Unfehlbarkeit der Heiligen Schrift zu verweisen, trifft nicht zu, da auch Zeugen Jehovas und Adventisten in dieser Hinsicht &#8222;bibeltreu&#8220; sind. Es gibt auch die Möglichkeit &#8222;Evangelikal&#8220; als Synonym für den ganzen Protestantismus zu&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/handbook-of-evangelical-theologians/14113">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/515Z4CMZYYL.jpg" alt="Amazon.com: Handbook of Evangelical Theologians (9780801032127): Elwell,  Walter A.: Books" width="254" height="359" />Was bedeutet eigentlich &#8222;evangelikal&#8220;? Hier einfach auf die (ehemals) einheitliche Haltung zur Unfehlbarkeit der Heiligen Schrift zu verweisen, trifft nicht zu, da auch Zeugen Jehovas und Adventisten in dieser Hinsicht &#8222;bibeltreu&#8220; sind. Es gibt auch die Möglichkeit &#8222;Evangelikal&#8220; als Synonym für den ganzen Protestantismus zu sehen, so wie es immerhin niemand Geringeres als der Oxforder Historiker Diarmaid MacCulloch in seiner <a href="https://www.amazon.de/Die-Reformation-1490-1700-Diarmaid-MacCulloch/dp/3421059500">Reformationsgeschichte</a> tut. Hier tut die Sprache ihr Übriges. Evangelisch ist im Englischen bekanntlich auch &#8222;evangelical&#8220;. Doch wäre der große Vorsitzende des Rates der EKD Herr Bedford-Strohm, so denke ich, alles andere als glücklich darüber, wenn man ihn als evangelikal bezeichnen würde&#8230;.</p>
<p>In Deutschland verbindet man Evangelikalismus wiederum häufig mit einer baptistischen Taufpraxis, dass wiederum vor allem dem angelsächsischen konservativen Evangelikalismus, ja selbst dem Fundamentalismus nicht gerecht wird, wenn man hier an die Bedeutung des Presbyterianismus denkt. Ist es vielleicht das Festhalten an einem Kurz-Zeit-Creationismus? Auch hier würde dann mindestens Warfield, Packer und wahrscheinlich auch Keller aus dem Rahmen fallen.</p>
<p>So muss auch Elwell, der Herausgeber des <em>&#8222;<a href="https://www.amazon.de/Handbook-Evangelical-Theologians-Walter-Elwell/dp/0801032121">Handbooks of Evangelical Theologians</a>&#8222;</em> zugeben: <em>&#8222;Was ist eigentlich Evangelikalismus? (&#8230;) Es sollte keine einfache einzelne auf diese Antwort zu geben. Jeder scheint auf eine intuitive Weise zu wissen, was Evangelikalismus bedeutet, doch wenn es darauf ankommt seine Bedeutung niederzuschreiben, lassen sich keine zwei identischen Definitionen finden.&#8220;</em><span id="more-14113"></span></p>
<p>Dennoch ist Elwell eine gute Auswahl gelungen. Dabei schränkt er den Rahmen seines Lexikons weiter ein: Es werden nur Persönlichkeiten betrachtet, die zumindest einen Teil ihrer Karriere im letzten Jahrhundert hatten, die sich mit der evangelikalen Bewegung identifizieren konnten, und die ihr vornehmliches Interesse an der Theologie, statt an biblischen Studien besaßen. Damit erstreckt sich Elwells Rahmen immer noch über zahlreiche Denominationen, ob nun arminianisch, calvinistisch, charismatisch, lutherisch oder baptistisch. Entpsrechend erstreckt sich dieses Handbuch auf Personen wie Augustus Strong (immerhin 1836 geboren), Franziskus Piper, Cornelius Van Til, aber auch Helmut Thielicke und John Walvoord.</p>
<p>Es ist eigentlich genau das  Wörterbuch, was ich schon länger gesucht habe. Die biographischen Artikel geben nicht nur Stationen im Leben der Personen wieder, sondern konzentrieren sich in besonderer Weise auf die Rezeption ihres Werkes und ihres Einflusses im Evangelikalismus. Z.B. bekommt man beim sehr weitreichenden Werk von Carl F.H. Henry, einem Theologen, der in Deutschland nie die Bedeutung erreicht hat, die ihm zustehenden sollte, so überhaupt einen Zugang. In einem anderen Fall, nämlich Louis Berkhof, war es mir zum ersten Mal überhaupt möglich, eine derart ausführliche Biographie, mit so vielen ausführlichen Informationen zu Person, Werk und Einfluss dieses Dogmatikers zu finden. Es ist erfrischend zu sehen, welche Giganten das oft so belächelte zwanzigste Jahrhundert auch im Evangelikalismus herausgebracht hat.</p>
<p>Das Werk besitzt auch einige Schwächen. So vermisst man schnell einige Personen, Bavinck z.B. Auch wären Artikel, die sich nicht auf einzelne Personen konzentrieren, sondern eine verbindende oder eine Transfer-Funktion besitzen, hilfreich. Nun kann es aufgrund der harten politischen Situation in China kaum akademisch tätige Evangelikale geben (und gegeben haben), bedeutet das aber zwangsläufig, dass der chinesische (oder auch koreanische) Evangelikalismus für das zwanzigste Jahrhundert nichts zu sagen hätte? Das Wörterbuch enthält so eine zu sehr angelsächsische, eine zu wenig globale Note. Relativ offen werden historische Entscheidungen im Leben der Personen dargestellt, aber auch hier wären Transferartikel hilfreich. Nicht nur die besprochenen Personen waren entscheidend für den Aufstieg des Dispensationalismus in den USA oder die Krise des Fundamentalismus nach dem ersten Weltkrieg. Das wären feine Artikel geworden, wenn man sie sauber recherchiert hätte. Ähnlich wären auch Artikel über die Entwicklung von Bildungseinrichtunge, aber auch Zeitschriften und Verlagen denkbar.</p>
<p>Das letzte Manko, rein technischer Natur. Es blieb bei der ersten Auflage, die bereits über 25 Jahre alt ist. Eine Aktualisierung müsste dann auch Theologen wie Carson oder Piper einbinden.</p>
<p>Dieses Handbuch ist übrigens nicht das einzige Lexikon, dass Elwell herausgab. Bei Logos lässt sich ein <a href="https://www.logos.com/product/36343/walter-a-elwell-reference-collection">achtbändiges Set</a> erwerben. Auch das von mir besprochene Werk ist Teil meiner Logos Bibliothek und ist jedem empfehlen der sich an einen der Väter des Evangelikalismus wagen möchte und nach einem Startpunkt sucht, wo er anfangen kann! Es ist ein reiches Erbe, das hier auf uns wartet!</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Christentum und Gesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2020 07:16:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirchengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbücher]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Christentum und Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ist die Frage, ob Gott existiert von Bedeutung? Heutzutage darf doch jeder nach seiner Façon glücklich werden. Jochen Klein, Autor und Lehrer, ist der Ansicht, „dass die Frage nach Gott für einen Menschen eine große Rolle spielt. Deshalb legt er mit „Christentum und Gesellschaft“ eine&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/christentum-und-gesellschaft/14095">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://www.scm-shop.de/media/catalog/product/cache/1/image/600x/9df78eab33525d08d6e5fb8d27136e95/3/0/304509000.JPG" alt="undefined" width="282" height="282" /></p>
<p style="font-weight: 400;">Ist die Frage, ob Gott existiert von Bedeutung? Heutzutage darf doch jeder nach seiner Façon glücklich werden. Jochen Klein, Autor und Lehrer, ist der Ansicht, „dass die Frage nach Gott für einen Menschen eine große Rolle spielt. Deshalb legt er mit „Christentum und Gesellschaft“ eine knappe Überblicksdarstellung vor.</p>
<p style="font-weight: 400;">In den sechs Kapiteln nimmt Klein seine Leser mit auf einen Schnelldurchlauf durch Kirchen-, Philosophie und Gesellschaftsgeschichte. Er möchte aufzeigen, „wie und auf welchem Weg man Gott finden kann und wie Menschen ihn im Lauf der Jahrhunderte gefunden haben“.</p>
<p style="font-weight: 400;">Im ersten Kapitel stellt er die rasche Ausbreitung des Christentums dar. Anschließend fokussiert sich der Autor auf die Bedeutung der Bibel für das Volk. Bevor Martin Luther seine Bibelübersetzung auf den Markt brachte, gab es bereits 18 gedruckte deutsche Bibeln und nachweislich 60 Teilbibelabdrucke. Doch dem Gottes Wort stellte sich das einzelne Individuum in den Weg&#8230; (<a href="https://www.lesendglauben.de/2020/10/03/christentum-und-gesellschaft/?fbclid=IwAR3NwsukLrhzgSsEjtvrYj1pwJCzXV8YIon9A3mro3iQ6pei4r8EmBXUd5c">weiterlesen auf lesendglauben.de</a>)</p>
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		<title>Die Heilige Dreieinigkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jul 2020 09:29:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biblische Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbücher]]></category>
		<category><![CDATA[Dreieinigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Heilige Dreieinigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Letham]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich glaube in der letzten Zeit hat mich kaum ein Thema mehr beschäftigt als die Dreieinigkeit. Es gab hier so viel Unklarheit, dass man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen konnte. Einige Beispiele. Im Grunde genommen wäre das Model das ich aus der&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/heilige_dreieinigkeit/14021">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full"><a href="https://amzn.to/3sulI6x" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><img loading="lazy" decoding="async" width="333" height="500" src="https://www.nimm-lies.de/wp-content/uploads/41X97rpOSDL.jpg" alt="" class="wp-image-15717" srcset="https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/41X97rpOSDL.jpg 333w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/41X97rpOSDL-200x300.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 333px) 100vw, 333px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube in der letzten Zeit hat mich kaum ein Thema mehr beschäftigt als die Dreieinigkeit. Es gab hier so viel Unklarheit, dass man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen konnte. Einige Beispiele. Im Grunde genommen wäre das Model das ich aus der Dreieinigkeit zeichnen würde in etwa so etwas wie eine &#8222;Zweieinigkeit&#8220; von Vater und Sohn + einem in irgendeiner Weise untergeordneten Heiligen Geist. Ehrlich gesagt kenne ich auch kaum einen aus dem konservativen Milieu, der nicht in irgendeiner Weise die Subordination des Sohnes lehren würde. Der Sohn weiß ja schließlich nicht, wann das Ende der Zeiten anbrechen soll (Mt. 24,36). So ein Model endet schließlich im Tritheismus: Die Lehre von drei göttlichen Wesen, die sich zudem im Umfang ihrer Göttlichkeit unterscheiden würden. Ein klarer Verstoß gegen die Einheit Gottes, die an so vielen Stellen der Schrift gelehrt wird. Zudem muss man eingestehen, dass die Dreieinigkeit so gut wie keine Rolle im Evangelikalismus spielt. Man wird zwar im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft, aber das die Dreieinigkeit das typisch christliche Element unserer Gotteslehre ist (z.B. im Vergleich zum Judentum, nicht nur zum Islam) wird in der Anbetung viel zu selten ausgearbeitet. Mir ist es geradezu peinlich, wie viele Jahre ich die alten Damen in der Gemeinde, die ihre Gebete mit &#8222;im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes&#8220; beendeten, mit schrägen Blicken anblickte, im Verdacht, es wäre noch ein Restkatholizismus in ihrer Pietät enthalten. Zunehmend musste ich eingestehen, wie Analogien in der Erklärung der Dreieinigkeit im besten Fall als kindlich misslungen zu gelten sind. Man denke an das Model des Wassers: So wie Wasser drei Formen besitzt (Eis, Dampf, Flüssig) und doch immer Wasser bleibt, wäre es auch mit Gott. Doch dieses Model hat mehr Ähnlichkeit mit etwas, das die Kirche als Irrlehre des Modalismus (von Modus, Modi) zur Seite getan hat: Die verschiedenen Personen der Dreieinigkeit sind dann nur &#8222;Modi&#8220; oder Erscheinungsformen der einen Person. Die Unterschiede der Personen verschwimmen und verschwinden so. Gleichzeitig wuchs zunehmend die Herausforderung an die Kinder ein biblisches Gottesbild zu vermitteln. Wer ist der Gott, auf dessen Wort wir hören, dem wir folgen, den wir anbeten? Ein zu großes Vermeiden über das Thema Dreieinigkeit nachzudenken, kann man auch kaum gut heißen. Es klingt zu sehr nach: <em>&#8222;Was redest du da über Gott, ich will einfach wissen wie ich in den Himmel komme&#8220;.</em> Können wir dann als gleichgültige Götzenanbeter die Rechtfertigung aus Gnaden überhaupt beanspruchen? Vielleicht spielt die Dreieinigkeit in unserem Leben deswegen eine solch geringe Rolle, weil wir so wenig Zeit im Gebet verbringen oder unsere Gebete eher dem Vortragen von Wunschlisten ähneln.</p>



<span id="more-14021"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Das sind einige Beispiele dafür, wie dringend eine Neuentdeckung der Dreieinigkeit ist. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Man überlege einmal nur, wie viel Chaos man mit der Frage anrichten kann: &#8222;Kann man auch zum Heiligen Geist beten?&#8220; Oder man nehme eine Systematische Theologie zur Hand: Dominierendes Thema der Gotteslehre sind die Eigenschaften Gottes. Auch hier kann ich mich an der Nase selbst packen. In dem gelegentlichen Dialog mit Zeugen Jehovas habe ich mich früher immer gefragt, warum ihre Leugnung der Gottheit Christi wirklich das Entscheidende Problem ist. Wäre es da nicht besser über die Notwendigkeit der Buße zu sprechen? Man könnte auch biblisch-theologisch danach fragen, ob die Dreieinigkeit nur eine Sache des Neuen Testaments ist. Ist dann die Lücke der Gotteslehre zwischen AT und NT so groß? Und: Ist die Lehre der Dreieinigkeit nur etwas für akademische Kreise, ein Spiel von Mönchen und Pfarrern, die zu viel Zeit übrig haben?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun kenne ich mein selbstherrliches Weiden an unendlichen Fragen und ich bin froh, dass ein guter Freund mich beständig zum <a href="https://amzn.to/3sulI6x" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lesen des Buches von Letham</a> gedrängt hat. Der Untertitel des Buches trügt nicht: Letham geht wirklich die vier Bereiche Schrift, Geschichte, Theologie und Anbetung durch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Betrachtung der Schriftstellen war ein Augenöffner, um triadische Muster zu entdecken, z.B. in den Grüßen des Paulus (einige Beispiele: Röm. 1.1.; 1. Kor. 1,1-3. 2 Kor 1.1-2; Gal 1-5. Vgl. auch 1. Pet.1,1-2). Letham listet zahlreiche Stellen auf, die es sich lohnt genauer anzuschauen (z.B. Röm. 15,30; 1. Kor. 12,4-6; 2. Kor. 13,14; Gal. 4,4-6; Eph. 2,18; Kol. 1,3-8. 2. Thess. 2,13-14 etc&#8230;)Diese Triaden können ein Ausgangspunkt dafür sein, die Dreieinigkeit als gemeinsam und doch zu unterscheiden an der Schöpfung und auch am Heil wirken zu sehen. Letham führt diese Analyse am Beispiel des Epheserbriefes durch, die eine Vorlage für eigene Studien werden kann. Ich glaube wir würden die Ehre in unserem Heil vielmehr bei Gott sehen, wenn wir erkennen würden, dass die ganze Dreieinigkeit an unserem Heil wirkt. Man denke z.B. über Jes. 61,1 nach: Der Messias sagt, dass der Geist des Herrn auf ihm ist. Die Trinitarische Verbindung mit dem Bund Gottes mit seinem Volk wiederum wird an Stellen wie Jes. 49,8 deutlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Betrachtung in der Geschichte empfand ich vor allem als hilfreich, um Zugang zu den Kirchenvätern zu bekommen. Ich habe das Lesen des Werkes an dieser Stelle regelmäßig unterbrochen um die genannten Quellen zu betrachten. <a href="https://bkv.unifr.ch/">Die Bibliothek der Kirchenväter</a> war hierbei eine gute und leicht zugängliche Dokumentensammlung. Man kann im Rückblick nur staunen wie Gott sein Volk geführt hat und es immer wieder zur Verteidigung der Gotteslehre genötigt wurde. Dadurch entstanden wundervolle Beschreibungen der Dreieinigkeit, z.B. die alten Bekenntnisse. Die Betrachtung der modernen Autoren, wie z.B. Rahner, Moltmann oder auch der orthodoxen Gelehrten wie Bulgakov fiel mir etwas schwer. Ich habe mich gefragt, wie ich hiervon profitieren kann. Aber wahrscheinlich ist genau das bei diesem Thema die falsche Frage: Die Dreieinigkeit ist nicht dafür da, um mir zu nützen. Sie besteht unabhängig von ihrer Schöpfung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Betrachtung der kritischen Fragen im letzten Teil des Buches brachte aber wirklich die Auflösung. Während man bei der Betrachtung der geschichtlichen Entwicklung der Lehre von der Dreieinigkeit immer wieder fast schon irritiert fragte, wie man das biblisch einzuordnen habe, wird dies in den letzten Essays sehr gut deutlich. Vor allem das Kapitel &#8222;The Trinity and the Incarnation&#8220; ist ein Goldnugget. der Autor wird nicht müde zu repetieren, wie dieser eine Gott sich in drei zu unterscheidenden, aber nicht zu vermischenden und nicht zu trennenden Personen offenbart, in sich selbst existiert und völlige Liebe ist. Letham spricht auch ein sehr aktuelles Thema an: Weil man jegliche Subordination in der Dreieinigkeit ablehnt, heißt das nicht, das man nicht Ordnung in der Dreieinigkeit ablehnt. In letzter Zeit wurden Vorwürfe laut, dass alle die, die biblische Komplementarität von Mann und Frau vertreten, dies nur tun, weil sie die Subordination Christi lehren (Vgl. 1. Kor. 11,7). Hier hilft es an der Ordnung in der Dreieinigkeit festzuhalten: Es ist &#8222;nur&#8220; der Sohn der Mensch wurde, &#8222;nur&#8220; der Heilige Geist, der inmitten seiner Gemeinde wohnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Thema Dreieinigkeit dürfte der Motor für alle anderen theologischen Fragestellungen werden. Das Buch hat mir eine Menge Fragen beantwortet und mich zu einem gottesfürchtigeren Umgang mit der Schrift geführt. Es hilft auch bei Meinungsverschiedenheiten den Kern des Themas im Blick zu behalten. Warum z.B. sorgen wir uns viel mehr über den Kreationismus als über die Dreieinigkeit? Bei all dem Umfang des Werkes bleibt es aber dennoch nur eine Einführung in das Thema. Ich habe zusätzlich von den Essays in<a href="https://amzn.to/3FTAkQ4" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> Essential Trinity</a> von Crowe und Trueman profitiert. Ein besonderer Geheimtipp, auf den ich durch Letham aufmerksam wurde, darf dabei auch die Darstellung der Dreieinigkeit in Calvins Institutio sein. Eine sehr gelungene biblische Einführung in das Thema Dreieinigkeit: Wahrlich unser Gott ist groß und unbegreiflich, lasst uns ihn anbeten!</p>
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		<title>&#8222;Die höchste Gnade Gottes ist es, wenn in der Ehe die Liebe dauernd blüht&#8230;&#8220;</title>
		<link>https://nimm-lies.de/die-hoechste-gnade-gottes-ist-es-wenn-in-der-ehe-die-liebe-dauernd-blueht/13948</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Jun 2020 11:08:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ehe/Familie/Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Ehe]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Luther]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.nimm-lies.de/?p=13948</guid>

					<description><![CDATA[<p>Lyndal Roper stellt in ihrer Biographie über Martin Luther schlüssig dar, mit welcher Leichtigkeit Luther ein tausend Jahre altes Verständnis über Ehe und vor allem über Sexualität zur Seite wischte. Liest man seine zahlreichen Aussagen über die Ehe, wird schnell deutlich, dass Luther deswegen derart&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/die-hoechste-gnade-gottes-ist-es-wenn-in-der-ehe-die-liebe-dauernd-blueht/13948">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/die-hoechste-gnade-gottes-ist-es-wenn-in-der-ehe-die-liebe-dauernd-blueht/13948">&#8222;Die höchste Gnade Gottes ist es, wenn in der Ehe die Liebe dauernd blüht&#8230;&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="https://www.art-prints-on-demand.com/kunst/ernst_hildebrandt/martin_luther_im_kreise.jpg" /></p>
<p><a href="https://www.nimm-lies.de/und-s/13692">Lyndal Roper stellt in ihrer Biographie über Martin Luther</a> schlüssig dar, mit welcher Leichtigkeit Luther ein tausend Jahre altes Verständnis über Ehe und vor allem über Sexualität zur Seite wischte. Liest man seine zahlreichen Aussagen über die Ehe, wird schnell deutlich, dass Luther deswegen derart revolutionär, faszinierend fortschrittlich und mutig anti-kulturell ist, dabei aber praktisch und in sich schlüssig bleibt, weil er beharrlich und immer wieder zum Wort Gottes zurückkehrt.  Im Folgenden eine kleine Auswahl; die Quellennachweise habe ich dabei gesondert gesammelt(<a href="https://www.nimm-lies.de/wp-content/uploads/quellennachweise.pdf">download</a>).</p>
<p>Zum Aufwärmen einige Aussagen aus den Tischreden:</p>
<p><em>&#8222;Es ist sehr gut, daß Gott nicht will, daß die Ehe zerrissen werde, denn sonst würde sie zugrunde gehen und aufhören, die Sorge für die Kinder würde in Gefahr geraten und der Hausstand würde fallen, und danach würde auch das Weltregiment und die Religion vernachlässigt werden. <strong>Es ist aber die Ehe die Grundlage des Hauswesens, der öffentlichen Ordnung, der Religion.</strong>&#8220; [1]</em></p>
<p><em>&#8222;Über die Ehe, diese ehrwürdige und göttliche Stiftung, sagte er (Luther) vieles Ausgezeichnete: daß sie nach dem Gottesdienst um vieler Ursachen willen der wichtigste Stand sei, aber die Menschen, das Vieh auf dem Felde und die Hefe dieser Welt fliehen sie um der (damit verbundenen) persönlichen Unbequemlichkeit willen. Sie wollen dem Regen entlaufen und fallen dabei ins Wasser. <strong>Deshalb muß man es im Namen des Herrn wagen und das Kreuz auf sich nehmen.</strong> Man muß die Ordnung Gottes beachten, wegen der Aufgabe, Kinder zu zeugen. Wenn es diesen Grund nicht gäbe, so sollten wir doch bedenken, daß sie ein Mittel gegen die Sünde ist.&#8220; [2]</em></p>
<p>Eine kurze Anmerkung dazu: Mit &#8222;Sünde&#8220; meint Luther an dieser Stelle den Geschlechtsverkehr.</p>
<p><em>Am Tage nach Neujahr schrie das Kind des Doktor Martinus so sehr, daß es sich von niemandem zur Ruhe bringen ließ. Da saß der Herr Doktor eine ganze Stunde traurig mit seiner Frau. Dann sagte er: Das sind die Nöte der Ehe, um derentwillen sich jeder vor der Ehe scheut. Wir fürchten uns alle vor dem Eigensinn der Frauen, vor dem Geschrei der Kinder, vor den Sorgen und vor schlechten Nachbarn. Deshalb wollen wir gern frei sein und nicht gebunden. Wir wollen freie Herren bleiben und gehen (lieber) zu einer Dirne. Außerdem haben die Väter auch nichts Bemerkenswertes über die Ehe geschrieben. [3]</em></p>
<p><a href="https://www.nimm-lies.de/die-hoechste-gnade-gottes-ist-es-wenn-in-der-ehe-die-liebe-dauernd-blueht/13948/martinluther_1" rel="attachment wp-att-13960"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-13960" src="https://www.nimm-lies.de/wp-content/uploads/martinluther_1.png" alt="" width="1920" height="1080" srcset="https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/martinluther_1.png 1920w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/martinluther_1-300x169.png 300w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/martinluther_1-1024x576.png 1024w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/martinluther_1-768x432.png 768w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/martinluther_1-1536x864.png 1536w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/martinluther_1-1320x743.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></a></p>
<p><em><strong>&#8222;Die höchste Gnade Gottes ist es, wenn in der Ehe die Liebe dauernd blüht.</strong> Die erste Liebe ist feurig, eine trunkene Liebe, mit der wir geblendet werden und wie die Trunkenen hinangehen. Wenn wir die Trunkenheit ausgeschlafen haben, dann bleibt in den Frommen die echte Eheliebe, die Gottlosen aber haben die Reue.&#8220; [4]</em><span id="more-13948"></span></p>
<p><em>&#8222;Daß die Ehe eine Ehe, die Hand eine Hand und Reichtum Reichtum ist, das begreifen alle Menschen und glauben es. Aber zu glauben, daß die Ehe von Gott gestiftet, daß die Hand eine Hand ist durch die Schöpfung Gottes, und daß die Nahrung, die ich genieße und alles andere zu meinem Gebrauch mir von Gott gegeben und Gottes Schöpfung ist – das zu glauben ist nicht ein Werk der Menschen sondern Gottes an den Menschen.&#8220; [31]</em></p>
<p>Auch über seine eigene Ehe berichtet Luther gerne und regelmäßig. So schreibt er über seine ersten Ehejahre:</p>
<p><em>&#8222;Das erste Jahr der Ehe macht einem seltsame Gedanken. Denn wenn er am Tische sitzt, denkt er: Vorher war ich allein, nun bin ich zu zweit. Wenn er im Bette erwacht, sieht er ein Paar Zöpfe neben sich liegen, welche er früher nicht sah. Ebenso verursachen die Frauen ihren Männern, wenn diese auch noch so sehr beschäftigt sind, viele unnötige Störungen. So fragte meine Katharina mich zuerst, da sie bei mir saß, als ich ernstlich studierte und sie spann: Herr Doktor, ist der Hochmeister (des Deutschen Ritterordens) des Markgrafen (Albrecht) Bruder?&#8220; [5]</em></p>
<p>An einer anderen Stelle berichtet er noch offenherziger:</p>
<p><em>&#8222;Luther sprach von seiner Heirat: Wenn ich vor vierzehn Jahren hätte heiraten wollen, dann hätte ich mir die Ave von Schönfeld, die jetzige Frau des Basilius Axt, ausgesucht. Die meine habe ich (damals) gar nicht geliebt; ich hatte sie immer in Verdacht, sie sei hochmütig. A<strong>ber Gott hat es so gewollt, daß ich mich der gänzlich Verlassenen erbarmte. Und durch Gottes Gnade schlug mir diese Ehe zum großen Glück aus. Ich habe eine treue Frau, wie Salomo (Spr. 31, 11) sagt: »Ihres Mannes Herz darf sich auf sie verlassen.« Sie verdirbt mirs nicht.</strong> Ach, lieber Herrgott, <strong>die Ehe ist</strong> nicht etwas Natürliches oder Naturbedingtes, sondern sie ist <strong>ein Geschenk Gottes</strong>. <strong>Sie ist ein überaus liebliches Leben, ja sie ist ganz und gar keusch und steht höher als jeder Zölibat.</strong> Wenns aber übel gerät, so ist es die Hölle. Obwohl die Frauen sich im allgemeinen sehr auf die Kunst verstehen, die Männer mit Weinen, Lügen und Reden zu betören und sie alles fein verdrehen können, trotzdem – wenn diese drei Stücke im Ehestand bleiben: Treue, Kindersegen und göttliche Stiftung – dann ist der Ehestand reich gesegnet. Ach, wie sehnte ich mich in Schmalkalden, als ich auf den Tod krank lag, nach den Meinen! Ich dachte schon, ich würde Frau und Kinder nie wiedersehen. Wie schmerzlich war mir diese Trennung! Jetzt glaube ich gern, daß auch die Sterbenden solche natürlichen Neigungen empfinden. Aber nachdem ich nun wieder gesund geworden bin, liebe ich meine Frau und die Kinder nur um so mehr. Niemand ist so geistlich, daß er solche natürliche Liebe nicht fühlte. Denn das Bündnis zwischen einem Mann und einer Frau ist eine große Sache, sie beruht nämlich auf dem Naturgesetz und auf der göttlichen Ordnung und Einsetzung.&#8220; [6]</em></p>
<p>Frisch aus der Wartburg zurückkehrend und noch ganz Mönch veröffentlicht Luther 1522 ein kurzes Werk über  &#8222;das eheliche Leben&#8220;. Ich habe es mit Genuß gelesen. In aller Kürze entwickelt Luther ein evangelisches Verständnis der Ehe. Er erkennt auch in diesem Thema das Spaltungspotential zu Rom:</p>
<p><em>&#8222;Mir graut und ich predige nicht gern vom ehelichen Leben, deshalb, weil ich befürchte: wo ichs einmal recht anrühre, wirds mir und andern viel zu schaffen geben. Denn der Jammer ist durch das päpstliche verdammte Gesetz so schändlich verwirrt, dazu haben sich durch das nachlässige Regiment des geistlichen wie des weltlichen Schwerts so viel greuliche Mißbräuche und irrige Fälle darin begeben, daß ich nicht gern drein sehe, noch gern davon höre. Aber angesichts der Not hilft kein Scheuen, ich muß hinan, die elenden, verwirrten Gewissen zu unterrichten und frisch dreingreifen. Ich teile diese Predigt in drei Teile.&#8220; [7]</em></p>
<p>Dabei war der Bruch mit Rom auch bei diesem Thema bereits initiiert worden. Denn 1520 verwarf Luther in der explosiven Schrift <em>&#8222;Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche&#8220;</em> das Sakramentalverständnis Roms:</p>
<p><em>&#8222;Weiter: weil die Ehe von Anfang der Welt bestanden hat und (selbst) bei den Ungläubigen noch bis zum Augenblick besteht, so gibt es keinen Grund dafür, daß die Ehe ein Sakrament des neuen Gesetzes und der Kirche allein genannt werden kann. Denn die Ehen der Väter waren nicht weniger heilig als unsere,und die Ehen der Ungläubigen sind nicht weniger echte Ehen als die der Gläubigen – und doch halten sie es bei denen (den Ungläubigen) nicht für ein Sakrament. Außerdem sind bei den Gläubigen auch gottlose Eheleute, die viel gottloser sind als die Heiden selbst. Warum soll denn hier die Ehe ein Sakrament genannt werden, aber nicht bei den Heiden?&#8220; [8]</em></p>
<p>Doch zurück zur Schrift &#8222;Vom ehelichen Leben&#8220;. Ich habe sie mit soviel Freude gelesen, dass ich mich kaum entscheiden konnte, welche Zitate ich wählen soll, so dass ich sie an dieser Stelle zahlreich einfüge. Die Schrift ist in drei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil geht Luther der Frage nach, &#8222;welche Personen miteinander die Ehe schließen können&#8220;:</p>
<p><em>&#8222;Aufs erste wollen wir sehen, welche Personen miteinander die Ehe schließen können. Und auf daß wir dazu einen passenden Eingang machen, nehmen wir uns den Spruch 1. Mose 1, 27 vor: »Gott schuf den Menschen, als Mann und Weib.« Auf Grund dieses Spruches sind wir sicher, daß Gott die Menschen in die zwei Teile geteilt hat: daß Mann und Weib oder ein Er und Sie sein soll. Und das hat ihm so gefallen, daß ers selbst ein gutes Schöpfungswerk nennt (1. Mose 1, 31). Darum wie Gott seinen Leib einem jeden von uns geschaffen hat, so muß er ihn haben, und es steht nicht in unserer Gewalt, daß ich mich zu einem Weibsbild oder du dich zu einem Mannsbilde machest, sondern wie er mich und dich gemacht hat, so sind wir: ich ein Mann, du ein Weib. Und solch gutes Schöpfungswerk will er geehrt und als sein göttlich Werk unverachtet (gehalten) haben, daß der Mann das Weibsbild1 nicht verachte noch verspotte, und umgekehrt (auch) das Weib den Mann nicht, sondern daß ein jeglicher des andern Bild und Leib als ein göttlich gut Werk ehre, das Gott selbst wohlgefällt.&#8220; [9]</em></p>
<p>Luthers Hinweis darauf, dass die Schöpfungsordnung mehr ist als einfach ein Gebot, empfinde ich als sehr treffend und hilfreich:</p>
<p><em><strong>&#8222;Denn dies Wort, da Gott spricht: »Seid fruchtbar und mehret euch«, ist nicht ein Gebot, sondern mehr als ein Gebot, nämlich ein göttlich Werk, das zu verhindern oder zu unterlassen nicht bei uns steht, sondern es ist ebenso notwendig, wie daß ich ein Mannsbild sei und notwendiger als Essen und Trinken, Reinigung des Leibes,Schlafen und Wachen.</strong> Es ist eine (dem Menschen) eingepflanzte Natur und Art ebensowohl wie die Gliedmaßen, die dazu gehören. Darum gleichwie Gott niemand gebietet, daß er Mann oder Weib sei, sondern es schafft, daß sie so sein müssen,ebenso gebietet er auch nicht, sich zu mehren, sondern schafft es, daß sie sich mehren müssen. Und wo man dem wehren will, da ists dennoch ungewehrt und geht doch durch Hurerei, Ehebruch und stumme Sünde seinen Weg, denn es ist Natur und nicht freies Ermessen hierin.&#8220; [10]</em></p>
<p>Luther erkennt drei Menschen an, die aus der Schöpfungsordnung ausgenommen werden.</p>
<p><em>&#8222;Aus dieser Schöpfungsordnung hat er dreierlei Menschen selbst ausgenommen: Matth. 19, 12, da er sagt: »Etliche enthalten sich der Ehe, weil sie von Geburt an zur Ehe unfähig sind; etliche enthalten sich, weil sie von Menschen zur Ehe untauglich gemacht sind; und etliche enthalten sich, weil sie um des Himmelreichs willen auf die Ehe verzichten.« Über diese drei (Gruppen) hinaus vermesse sich kein Mensch, ohne ehelich Gemahl zu sein. Und wer sich nicht in dieser drei (Gruppen) Zahl befindet, der denke nur auf das eheliche Leben, denn da wird nichts anderes draus, du bleibst nicht rechtschaffen, es ist unmöglich. Sondern das Wort Gottes, das dich geschaffen und gesagt hat: Sei fruchtbar und mehre dich, das bleibt und regiert in dir, und du kannst dich ihm mitnichten entziehen, oder du wirst greuliche Sünde ohne Aufhören tun müssen.&#8220; [11]</em></p>
<p>Damit ist für Luther die Ehelosigkeit als Entscheidung für einen Christenmenschen nur dann möglich, wenn er sich für das Reich Gottes weiht. Er führt aus:</p>
<p><em>&#8222;Ich will lieber am Himmelreich, das ist am Evangelium, schaffen und (die Zahl der) geistlichen Kinder mehren. Diese sind selten, und unter tausend Menschen ist nicht einer, denn sie sind Gottes besonderes Wunderwerk, dessen sich niemand unterwinden soll, Gott rufe ihn denn besonders wie Jeremia (Jer. 1, 5; 16, 2), oder er finde Gottes Gnade so mächtig in sich, daß jenes Wort Gottes »Seid fruchtbar und mehret euch« keine Stätte in ihm habe.&#8220; [12]</em></p>
<p>Künstlich oder Gewalttätig gegen den Sexualtrieb vorzugehen lehnt Luther ab:</p>
<p><em>&#8222;Das ist die (&#8230;)Weise, der Natur zu wehren, daß sie nicht sich same noch mehre, Gottes eingepflanztem Werk und Art entgegen, gerade als wäre es in unserer Hand und Macht, Jungfrauschaft zu haben wie Kleider und Schuhe. Aber wenn man mit eisernen Gittern und Schlössern Gottes Schöpfung und Wort wehren könnte, so hoffe ich, wir wollten auch so dicke und große eiserne Gitter davorsetzen, daß aus Weibern Männer würden oder aus Menschen Stein und Holz.&#8220; [13]</em></p>
<p>Luther bespricht in dieser kurzen Schrift auch drei Gründe, die eine Scheidung rechtfertigen. Dies stellt den zweiten Teil seiner Schrift dar:</p>
<p><em>&#8222;Drei Ursachen weiß ich, die Mann und Weib voneinander scheiden. Die erste, von der jetzt und oben geredet wird: wenn Mann oder Weib der Gliedmaßen oder der Natur halber untüchtig zur Ehe ist (wie das sein kann, davon ist genug geredet). Die zweite ist der Ehebruch. Von dieser Ursache haben die Päpste geschwiegen, darum müssen wir Christus Matth. 19, 3 ff. hören (&#8230;) (Anm.: An dieser Stelle bespricht Luther die genannte Stelle ausführlicher) (&#8230;) Die dritte Ursache (für eine Scheidung) ist, wenn sich eins dem andern selbst beraubt und entzieht, daß es die eheliche Pflicht nicht zahlen noch bei ihm sein will. Wie man wohl so ein halsstarrig Weib findet, das seinen Kopf aufsetzt, und sollte der Mann zehnmal in Unkeuschheit fallen, so fragt sie nicht danach.Hier ist es Zeit, daß der Mann sage: Willst du nicht, so will eine andere, will die Frau nicht, so komme die Magd. Aber doch so, daß der Mann es ihr zuvor zwei- oder dreimal sage und sie warne und es vor andere Leute kommen lasse, daß man öffentlich ihre Halsstarrigkeit wisse und vor der Gemeinde strafe. Will sie dann nicht, so laß sie von dir und laß dir eine Esther geben und die Vasthi fahren, wie der König Ahasveros tat (Esth. 1, 12 ff.).&#8220; [14]</em></p>
<p>Für das konservative evangelikale Verständnis, dass nach einer Scheidung eine Wiederheirat ausschließt, hätte Luther diese Erklärung:</p>
<p><em>&#8220; Darum hat Gott im Gesetz geboten, die Ehebrecher zu steinigen, daß sie dieser Frage nicht bedürften. So soll auch (heute) noch das weltliche Schwert und die Obrigkeit die Ehebrecher töten. Denn wer seine Ehe bricht, der hat sich schon selbst geschieden und ist für einen toten Menschen zu achten. Darum kann sich das andere wieder verheiraten, gleich als wäre ihm sein Gemahl gestorben, wo er nach dem Recht verfahren und ihm nicht Gnade erzeigen will. Wo aber die Obrigkeit säumig und lässig ist und nicht tötet, mag sich der Ehebrecher in ein anderes fernes Land fortmachen und daselbst freien, wo er sich nicht enthalten kann, aber es wäre besser: Tot, tot mit ihm, um das böse Beispiel zu meiden.&#8220; [15]</em></p>
<p>Man mag diesen Ton als schockierend empfinden, dennoch ist Luther korrekt in der Einschätzung, dass das Alte Testament da sehr deutlich ist, indem es Mord und Ehebruch gleichermaßen als Kapitalverbrechen einstufft. Luther wird sogar noch deutlicher:</p>
<p><em>&#8222;Wird dies aber jemand anfechten und wird er sagen: damit wird allen bösen Männern und Weibern Luft und Raum gegeben, voneinander wegzulaufen und sich in fremdem Land wieder zu verheiraten. Antwort: was kann ich dafür? Es ist der Obrigkeit Schuld, warum tötet man die Ehebrecher nicht? Dann brauchte ich einen solchen Rat nicht zu geben. Es ist ja unter zwei bösen (Dingen) eins besser, nämlich daß nicht Hurerei geschehe, als einen Ehebrecher sich in andern Ländern wieder verheiraten und meinen lassen, er sei auch vor Gott sicher, weil ihm sein Leben gelassen wird und er sich doch nicht enthalten kann. Laufen aber nach diesem Beispiel auch andere voneinander, so lasse sie laufen, sie haben nicht Ursache wie dieser, denn sie werden nicht vertrieben noch gezwungen. Gott und ihr Gewissen wird sie zu seiner Zeit finden, wer kann aller Bosheit wehren?&#8220; [16]</em></p>
<p>Neben den drei genannten Anlässen für eine Scheidung, diskutiert Luther auch die Möglichkeit, dass eine Trennung für die Partner gelegentlich eine sinnvolle Maßnahme sein könnte. Offensichtlich hat er hier Gewaltsituationen im Blick:</p>
<p><em>&#8222;Über diese drei Ursachen ist noch eine, die Mann und Weib voneinander scheiden läßt, aber doch so, daß beide hinfort ohne Ehe bleiben oder sich wieder versöhnen müssen. Die ist, wenn Mann und Weib sich nicht wegen der ehelichen Pflicht, sondern um anderer Sachen willen nicht vertragen. Davon spricht Paulus 1. Kor. 7, 10 f.; »Den Ehelichen aber gebiete nicht ich, sondern der Herr, daß die Frau sich nicht scheide von dem Manne, hat sie sich aber geschieden, soll sie ohne Ehe bleiben oder sich mit dem Manne versöhnen, und daß der Mann die Frau nicht von sich schicke.« Über solche Weiber klagt auch Salomo viel Pred. 7, 27 ff. und sagt, er habe ein Weib gefunden, das sei bitterer als der Tod. Ebenso findet man (aber) auch manchen wüsten, wilden, unerträglichen Mann.</em><br />
<em>Nun wenn hier eins von christlicher Stärke wäre und trüge des andern Bosheit, das wäre wohl ein fein seliges Kreuz und ein richtiger Weg zum Himmel. Denn ein solch Gemahl erfüllt wohl eines Teufels Amt und fegt den Menschen rein, der es anerkennen und tragen kann. Kann ers aber nicht, so laß er sich lieber scheiden, ehe er denn Ärgeres tut, und bleibe ohne Ehe sein Leben lang. Daß er aber sagen wollte, es sei nicht seine Schuld, sondern die des andern und er wollte ein ander ehelich Gemahl nehmen, das gilt nicht, denn er ist schuldig, Übel zu leiden, oder sich allein durch Gott vom Kreuz nehmen zu lassen, weil die Ehepflicht nicht versagt wird. Es gilt hier das Sprichwort: Wer das Feuer haben will, muß den Rauch auch leiden.&#8220;</em> [18]</p>
<p><em>&#8222;Wie denn, wenn jemand ein krank Gemahl hat, das ihm zur ehelichen Pflicht unbrauchbar geworden ist, darf der nicht ein anderes nehmen? Beileibe nicht, sondern er diene Gott in dem Kranken und warte sein, denke, daß dir Gott an ihm etwas in dein Haus9 geschickt hat, womit du den Himmel erwerben sollst. Selig und aber selig bist du, wenn du solche Gabe und Gnade erkennst und deinem Gemahl so um Gottes willen dienst. Sagst du aber: ja, ich kann mich nicht enthalten? Da lügst du! Wirst du mit Ernst deinem kranken Gemahl dienen und anerkennen, daß dirs Gott zugesandt hat, und ihm (dafür) danken, so laß ihn sorgen: gewiß wird er dir Gnade geben, daß du nicht mehr tragen mußt als du kannst. Er ist viel zu treu dazu, daß er dich deines Gemahls so mit Krankheit berauben und dich nicht auch dafür aus des Fleisches Mutwillen herausnehmen sollte, sofern du deinem Kranken treulich dienst.&#8220; [19]</em></p>
<p>Im dritten Teil schließlich findet Luther offensichtlich nicht genug  Superlative um den Ehestand &#8222;aufs löblichste zu ehren&#8220; und zu verteidigen. Eine Auswahl:</p>
<p><em>&#8222;Dieweil aber dies Gebot so unmittelbar auf den Ehestand gerichtet ist und Ursache gibt davon zu reden, sollst du wohl fassen und merken: zum ersten, wie Gott diesen Stand so herrlich ehret und preiset damit, daß er ihn durch sein Gebot sowohl bestätigt und bewahret.&#8220;[17]</em></p>
<p><em>&#8222;Man findet auch noch täglich Eltern (die ihre Krankheit vergessen und des Mehls, wie die Maus, nun satt sind), die ihre Kinder vom ehelichen Stand zur Pfafferei und Nonnerei anhalten und anreizen, die Mühe und bösen Tage im ehelichen Leben vorgeben, und so ihre eigenen Kinder dem Teufel heimbringen, wie wir täglich sehen, und ihnen gute Tage dem Leibe nach, aber die Hölle an den Seelen verschaffen.&#8220; [20]</em></p>
<p><em>&#8222;1. Mose 2, 18 sagt: »Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei, ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.«<strong> Da siehst Du, daß er das Weib gut und eine Gehilfin nennt. Stellst Du es aber anders fest, so ist es bestimmt Deine Schuld, daß Du Gottes Wort und Werk nicht verstehst noch glaubst</strong>. Siehe, mit diesem Spruch Gottes stopft man allen das Maul, die über die Ehe klagen und schelten.&#8220; [21]</em></p>
<p><em><a href="https://www.nimm-lies.de/die-hoechste-gnade-gottes-ist-es-wenn-in-der-ehe-die-liebe-dauernd-blueht/13948/martinluther_2" rel="attachment wp-att-13959"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-13959" src="https://www.nimm-lies.de/wp-content/uploads/martinluther_2.png" alt="" width="1920" height="1080" srcset="https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/martinluther_2.png 1920w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/martinluther_2-300x169.png 300w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/martinluther_2-1024x576.png 1024w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/martinluther_2-768x432.png 768w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/martinluther_2-1536x864.png 1536w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/martinluther_2-1320x743.png 1320w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></a></em></p>
<p><em>&#8222;Die Welt sagt von der Ehe: Eine kurze Freude und eine lange Unlust. Aber laß sie sagen, was sie will: was Gott schafft und haben will, das muß ihr ein Spott sein. Was sie auch für Lust und Freud außerhalb der Ehe hat, meine ich, werde sie am besten im Gewissen gewahr. Es ist ein völlig&#8220;</em> [22]</p>
<p><em><strong>&#8222;Die sinds aber, die es erkennen, die fest glauben, daß Gott die Ehe selbst eingesetzt, Mann und Frau zusammengegeben, Kinderzeugen und -warten verordnet hat. Denn sie haben 1. Mose 1, 28 Gottes Wort darauf, so daß sie sicher sind, daß er nicht lügt. Deshalb sind sie auch sicher, daß ihm der Stand an sich mit allem seinem Wesen, seinen Werken und Leiden und was drinnen ist, gefällt. Nun sage mir: wie kann ein Herz größer Gut, Friede und Lust haben als in Gott, wenn es sicher ist, daß sein Stand, Wesen und Werk Gott gefällt?</strong> Siehe, das bedeutet: »ein Weib finden«. Viele haben Weiber, aber wenige »finden Weiber«. Warum? Sie sind blind, können nicht merken, daß es Gottes Werk ist und Gott wohlgefalle, was sie mit einer Frau leben und tun. Wenn sie das fänden, so würde ihnen keine Frau so häßlich, so böse, so unartig, so arm, so krank sein, daran sie nicht die Lust (ihres) Herzens fänden&#8220; [23]</em></p>
<p>So auch die folgende Aussage, die im heutigen Blick gerne als Antifeminismus Luthers gewertet wird, was weder der Schrift noch der Absicht der selben gerecht wird:</p>
<p><em>&#8222;<strong>So soll auch das Weib bei seinen Werken denken: wenn sie das Kind säugt, wiegt, badet und andere Werke mit ihm tut, und wenn sie sonst arbeitet und ihrem Mann hilft und gehorsam ist. Es sind alles lauter goldene, edle Werke.</strong> So soll man auch ein Weib in Kindesnöten trösten und stärken, nicht mit Legenden und andern närrischen Weiberwerken umgeben, sondern so zu ihr sprechen: Denke daran, liebe Greta, daß du ein Weib bist und Gott dies Werk an dir gefällt, getröste dich fröhlich seines Willens und laß ihm sein Recht an dir. Gib das Kind her und tue (das Deine) mit aller Macht dazu; stirbst du drüber, so fahr hin: wohl dir, denn du stirbst bestimmt bei einem edlen Werk und im Gehorsam Gottes.&#8220; [24] </em></p>
<p>Am Schluss hat Luther wie so oft sehr praktische Ratschläge parat:</p>
<p><em>&#8222;Deshalb (um diese Schrift) zu beschließen: Wer sich nicht zur Keuschheit geschickt findet, der tue beizeiten (etwas) dazu, daß er etwas schaffe und zu arbeiten habe, und wage es danach in Gottes Namen und greife zur Ehe (ein Jüngling aufs späteste, wenn er zwanzig, ein Mägdlein, wenn es gegen fünfzehn oder achtzehn Jahre alt ist, so sind sie noch gesund und geschickt) und lasse Gott sorgen, wie sie mit ihren Kindern ernährt werden. Gott macht Kinder, der wird sie auch wohl ernähren. Hebt er dich und sie nicht hoch auf Erden, so laß dir daran genügen, daß er dir eine christliche Ehe gegeben und dich hat erkennen lassen, daß er dich dort hoch erhebe, und sei ihm dankbar für solch seine Güter und Gaben. (&#8230;)Aber mit all diesem Preis des ehelichen Lebens will ich nicht der Natur zugegeben haben, daß dort keine Sünde sei, sondern ich sage, daß Fleisch und Blut, durch Adam verderbt, in Sünden empfangen und geboren wird, wie Ps. 51, 7 lautet, und daß keine Ehepflicht ohne Sünde geschieht. Aber Gott verschont sie aus Gnade deshalb, weil die eheliche Ordnung sein Werk ist, und behält auch mitten und durch die Sünde hindurch all das Gute, das er darein gepflanzt und gesegnet hat. &#8220; [25]</em></p>
<p>Das Thema Ehe kehrt für Luther noch einmal zurück als er das sechste (&#8222;du sollst nicht ehebrechen&#8220;) Gebot bespricht. Auch hier verteidigt er den Ehestand, auch mit dem Verweis darauf, dass das Gebot in besonderer Weise die Ehe schützt:</p>
<p><em>&#8222;<strong>Darum hat ihn auch Gott vor allen Ständen aufs reichlichste gesegnet, dazu alles, was in der Welt ist, darauf gewandt und ihm verliehen, daß dieser Stand ja wohl und reichlich versorget würde</strong>; so daß es kein Scherz noch Fürwitz, sondern treffliches Ding und göttlicher Ernst ist um das eheliche Leben. Denn es liegt ihm vor allem daran, daß man Leute aufziehe, die der Welt dienen und helfen zu Gottes Erkenntnis, seligem Leben und allen Tugenden, wider die Bosheit und den Teufel streiten. (&#8230;) Und es ist nicht allein äußerlich die Tat verboten, sondern auch alle Ursache, Reizung und Mittel dazu; so daß Herz, Mund und der ganze Leib keusch sei, keinen Raum, Hilfe noch Rat zur Unkeuschheit gebe, und nicht allein das, sondern auch wehre, schütze und rette, wo die Gefahr und Not ist, und umgekehrt helfe und rate, daß sein Nächster bei Ehren bleibe. Denn wo Du solches unterlässest, so Du es verhüten könntest, oder durch die Finger siehest, als gings Dich nicht an, bist Du eben sowohl schuldig wie der Täter selbst. <strong>Also ist, aufs kurze zu fassen, so viel gefordert, daß ein jeglicher für sich selbst keusch lebe und dem Nächsten auch dazu helfe; so daß Gott durch dies Gebot eines jeglichen ehelich Gemahl will geschützt und bewahret haben, daß sich niemand daran vergreife.</strong>&#8220; [26]</em></p>
<p>Nur wenige sind zur Ehelosigkeit berufen, wie Luther oft unterstreicht:</p>
<p><em>&#8222;Denn wo die Natur gehet, wie sie von Gott eingepflanzt ist, ist es nicht möglich, außerhalb der Ehe keusch zu bleiben; denn Fleisch und Blut bleibt Fleisch und Blut, und die natürliche Neigung und Reizung gehet ungewehret und unverhindert, wie jedermann siehet und fühlet. Deshalb, auf daß es desto leichter wäre, Unkeuschheit einigermaßen zu meiden, hat auch Gott den Ehestand befohlen, daß ein jeglicher sein ihm beschiedenes Teil habe und sich daran genügen lasse; wiewohl noch Gottes Gnade dazu gehöret, daß das Herz auch keusch sei.&#8220; [27]</em></p>
<p>Auch das klösterliche Leben wird einem dabei nicht gegen unkeusche Gedanken helfen:</p>
<p><em>&#8222;Und, in Kürze gesagt, ob sie gleich des Werks sich enthalten, so stecken sie doch im Herzen voll unkeuscher Gedanken und böser Lust, daß da ein ewiges Brennen und heimliches Leiden ist, welches man im ehelichen Leben umgehen kann. Darum ist durch dies Gebot aller unehelichen Keuschheit Gelübde verdammt und der Abschied gegeben, ja auch allen armen gefangenen Gewissen, die durch ihre Klöstergelübde betrogen sind, geboten, daß sie aus dem unkeuschen Stand ins eheliche Leben treten, in Anbetracht dessen, daß (ob sonst gleich das Klosterleben göttlich wäre) es doch nicht in ihrer Kraft stehet, Keuschheit zu halten, und sie, wo sie darin bleiben, nur mehr und weiter wider dies Gebot sündigen müssen.&#8220; [28]</em></p>
<p>Luthers Fazit in aller Kürze:</p>
<p><em>&#8222;Solches sage ich nun darum, daß man das junge Volk dazu anhalte, daß sie Lust zum Ehestand gewinnen und wissen, daß er ein seliger Stand und Gott gefällig ist.&#8220; [29]</em></p>
<p>Das man Ehelosigkeit als die heiligere Alternative zum Ehestand ausspielt, verwirft Luther erneut, als er die Schmalkaldischen Artikel 1537 veröffentlich. Auch in dieser Spätschrift bleibt ein polemischer Luther hitziger Verteidiger des Ehestandes:</p>
<p><em>&#8222;Daß sie die Ehe verboten und den göttlichen Stand der Priester mit dauernder Ehelosigkeit beschwert haben, dazu haben sie weder Fug noch Recht gehabt, sondern haben als die antichristlichen, tyrannischen, ruchlosen Buben gehandelt, und damit für allerlei erschreckliche, greuliche, unzählige Sünden der Unkeuschheit Ursache gegeben, worin sie denn noch (jetzt) stecken. So wenig nun uns oder ihnen Macht gegeben ist, aus einem Mann eine Frau oder aus einer Frau einen Mann zu machen69 oder den Unterschied zwischen beiden ganz aufzuheben, so wenig haben sie auch Macht gehabt, solche Ordnung Gottes70 zu scheiden oder zu verbieten, daß sie nicht ehrlich und ehelich beieinander wohnen sollten. Darum wollen wir in ihren leidigen Zölibat (Verbot der Priesterehe) nicht einwilligen und ihn auch nicht leiden, sondern die Ehe frei haben, wie sie Gott geordnet und gestiftet hat. Und wir wollen sein Werk nicht zerreißen noch hindern; denn Paulus sagt 1. Tim. 4, 1, es sei eine teuflische Lehre.&#8220; [30]</em></p>
<p>Insgesamt fällt auf, dass Luther nicht sonderlich zwischen Ehe und Familie unterscheidet. Das das oben zusammengefasste für Luther nicht bloße Theorie war, aber er dennoch als Kind der Zeit an den Umgebungsbedingungen gescheitert ist, wird vor allem deutlich, wenn man das Testament Luthers betrachtet, in dem Luther alles an seine Frau vermacht, die aber (gemäß der damals üblichen Gesetzsprechung) nach seinem Tod dennoch arm und mittellos wurde. Bereits 1542 hält Luther dieses fest. Er möchte unbedingt sicherstellen, dass seine Frau gut dasteht. Er blickt auf mögliche Schulden zurück und möchte Rechtssicherheit erreichen. Unter anderem schreibt er:</p>
<p><em>&#8222;Zum dritten und am allermeisten deshalb, weil ich will, sie müsse nicht den Kindern, sondern die Kinder sollen ihr in die Hände sehen, sie in Ehren halten und ihr unterworfen sein, wie Gott geboten hat. Denn ich habe wohl gesehen und erfahren, wie der Teufel gegen dies Gebot die Kinder durch böse und neidische Mäuler hetzet und reizet, wenn sie gleich fromm sind, besonders wenn die Mütter Witwen sind, und die Söhne Ehefrauen und die Töchter Ehemänner kriegen und umgekehrt (die Schwiegermutter gegen die Schwiegertochter, die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter usw.). <strong>Denn ich glaube, daß die Mutter ihren eigenen Kindern der beste Vormund sein und solch Gütlein und Leibgeding nicht zu der Kinder Schaden oder Nachteil, sondern zu ihrem Nutzen und Besserung brauchen werden, als die ihr Fleisch und Blut sind und die sie unter ihrem Herzen getragen hat. </strong>Auch bitt ich alle meine guten Freunde, wollten meiner lieben Käthe Zeugen sein und sie verteidigen helfen, wo etliche unnütze Mäuler sie beschweren oder verleumden wollten, als sollte sie etwa eine Barschaft beiseitegebracht haben, die sie den armen Kindern entwenden oder unterschlagen würde. Ich bin dessen Zeuge, daß kein Kapital da ist außer den Bechern und Kleinoden, droben im Leibgedinge aufgezählet. Und zwar kann solches bei jedermann das Nachrechnen öffentlich ergeben, weil man weiß, wieviel ich Einkommens von m. gnädigsten Herrn gehabt habe, und sonst habe ich nicht einen Heller noch Körnlein von jemand einzukommen gehabt, außer was Geschenk gewesen ist, welches droben unter den Kleinoden, zum Teil auch noch in der Schuld steckt und zu finden ist.&#8220; [32]</em></p>
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