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	<title>Calvin Archive - NIMM und LIES</title>
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	<title>Calvin Archive - NIMM und LIES</title>
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		<title>Gottes Vorsehung entschuldigt unsere Bosheit nicht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Jul 2025 15:31:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biblische Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[Calvin]]></category>
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		<category><![CDATA[Plan Gottes]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer eine reformierte Sicht des Zusammenspiels von Gottes Vorsehung und Dingen wie Zufall, dem Bösen, menschlicher Verantwortung sucht handelt sicherlich nicht falsch wenn er zu Calvins Institutio zeigt. In den Kapiteln 16 bis 18 widmet sich Calvin dem Thema der Vorsehung. Zunächst wird die Lehre&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/gottes-vorsehung-entschuldigt-unsere-bosheit-nicht/17871">Weiterlesen</a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">Wer eine reformierte Sicht des Zusammenspiels von Gottes Vorsehung und Dingen wie Zufall, dem Bösen, menschlicher Verantwortung sucht handelt sicherlich nicht falsch wenn er zu Calvins Institutio zeigt. In den Kapiteln 16 bis 18 widmet sich <a href="http://www.calvinismus.ch/ubersicht/unterricht-in-der-christlichen-religion/buch-1/">Calvin dem Thema der Vorsehung.</a> Zunächst wird die Lehre von der Vorsehung definiert: Es ist Gottes Erhaltung seiner Schöpfung. das biblische Bild von der Schöpfung ist nicht einfach bloß ein Theistisches als hätte ein großer Erschaffer einmal einen Knopf gedrückt und nun arbeitet ein äußerst komplexer Mechanismus ganz autonom ein Programm ab &#8211; Nein die Bibel zeichnet ein Bild, dass die Schöpfung auch nicht einen Augenblick bestehen kann, wenn sie nicht durchgehend erhalten würde (Heb. 1,3 man vgl. aber auch die vielen weiteren Beispieltexte die Calvin zu dieser These aufführt).</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kapitel 16 bespricht Calvin nun das Zusammenspiel von Menschlicher Verantwortung und Gottes Vorsehung. Wem die griechischen und römischen Sagen und Legenden nur am Rande bekannt sind, wird über die große Obsession der Antike überrascht sein, dass der Einzelne einem Unabänderlichen Schicksal ausgeliefert ist. Genau da greift Calvin ein und zitiert einige bekannte &#8222;Klassiker&#8220;. Das christliche Modell von Gottes Souveränität und ist selbstverständlich komplexer,freier, gründlicher. In jedem Fall ist Gottes absolute Vorsehung und Kontrolle niemals eine Ausrede für das was wir anrichten. Daran lässt Calvin keinen Zweifel übrig. Ein Auszug aus dem dritten Abschnitt vom 16 Kapitel des ersten Buches der Institutio. <a href="http://www.calvinismus.ch/ubersicht/unterricht-in-der-christlichen-religion/buch-1/">Das vollständige erste Buch findet sich kostenfrei im Web.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Wem solche Bescheidenheit zuteil geworden ist, der wird weder um der Widerwär­tigkeiten vergangener Zeiten willen gegen Gott murren, noch auch die Schuld für die Übeltaten auf ihn schieben, wie es Agamemnon bei Homer tut: </em>„Ich bin dessen nicht schuld, sondern Zeus und das Schicksal!“ <em>Er wird sich auch nicht wie jener Jüngling bei Plautus, wie vom Schicksal dahingerissen, verzweifelt ins Verderben stürzen:</em> „Unbeständig ist das Los der Dinge, nach Willkür handelt das Schicksal am Menschen; ich will mich zum Felsen begeben, um mit meinem Leben der Sache ein Ende zu machen!“<em> Auch wird er nicht nach dem Beispiel eines anderen mit dem Na­men Gottes seine Untaten beschönigen. So spricht es Lyconides in einer anderen Ko­mödie (des Plautus) aus:</em> „Gott war der Anstifter, ich glaube, die Götter haben es so gewollt; denn ich weiß: hätten sie es nicht gewollt, so wäre es nicht geschehen!“<em> Nein, er wird aus der Schrift forschen und lernen, was Gott gefällt, um unter Führung des Geistes danach sich auszustrecken; er wird zugleich bereit sein, Gott zu folgen, wohin er ihn ruft, und damit zeigen, daß nichts heilsamer ist, als diese Lehre zu kennen.</em></p>



<span id="more-17871"></span>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gottlose Leute machen mit ihren Albernheiten einen Aufruhr, so dass sie sozu­sagen beinahe Himmel und Erde durcheinander werfen:</em> „Wenn der Herr doch den Zeitpunkt unseres Todes bestimmt hat, so kann man ihm nicht entgehen, und alle Vorsichtsmaßnahmen sind vergebliche Mühe!“ <em>Wenn also der eine einen Weg mei­det, den er als gefährlich kennt, um nicht von Räubern umgebracht zu werden, – wenn der andere den Arzt holt und sich um Arzneien bemüht, um sein Leben zu er­halten, – oder wenn wieder ein anderer sich schwererer Speisen enthält, um seine schwache Gesundheit zu schonen, – oder wenn einer Bedenken trägt, ein baufälliges Haus zu beziehen, – oder wenn wir alle miteinander Wege ersinnen und mit großer Anstrengung überlegen, um zu bekommen, was wir begehren – dann sind das (nach ihrer Meinung) lauter sinnlose Mittel, mit denen man Gottes Willen zu ändern be­gehrt; oder aber Leben und Tod, Gesundheit und Krankheit, Frieden und Krieg und alles andere, das Menschen erstreben oder hassen und deshalb mit großem Fleiß zu erlangen oder fernzuhalten streben, wird gar nicht von seinem gewissen Entscheid bestimmt! Ja, man hält dann auch die Gebete der Gläubigen für verkehrt, ja für überflüssig — da man ja in ihnen um Gottes Leitung in solchen Dingen bittet, die Gott doch seit aller Ewigkeit festgelegt hat! Kurz, alle Vorkehrungen für die Zukunft hebt man auf, als im Widerspruch zu Gottes Vorsehung stehend – da diese auch ohne Rücksicht auf sie schon beschlossen habe, was geschehen soll. Und was wirklich geschieht, das schreibt man der Vorsehung Gottes derart zu, dass man dabei den Menschen entschuldigt, der es doch gewiss mit Überlegung angerichtet hat. Da bringt ein Meuchelmörder einen rechtschaffenen Bürger ums Leben – er hat, so sagt man, Gottes Rat ausgeführt! Da hat jemand gestohlen oder die Ehe gebrochen – er ist ein Knecht der Vorsehung Gottes, denn er hat getan, was von dem Herrn vorgesehen und bestimmt war! Da lässt ein leichtsinniger Sohn seinen Vater sterben, ohne sich um Heilmittel zu bemühen – er konnte ja Gott nicht widerstehen, der es von Ewigkeit her so beschlossen hatte! Auf diese Weise heißen dann alle Untaten Tugenden, weil sie ja angeblich der Anordnung Gottes dienen!</em></p>
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		<title>Nur diesen Juli: Zwei Calvin Kommentare gratis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Jul 2025 07:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich freue mich, dass die deutschsprachige Logos Bibliothek zunehmend qualitativer wird. Logos verschenkt ja jeden Monat ein Buch, nutzt man auch Verbum (= Logos auf katholisch) und das englischsprachige Logos kommt man so auf einige kostenfreie Werke im Monat, die meist gut ausgewählt sind. Dieses&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/nur-diesen-juli-zwei-calvin-kommentare-gratis/17855">Weiterlesen</a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">Ich freue mich, dass die deutschsprachige Logos Bibliothek zunehmend qualitativer wird. Logos verschenkt ja jeden Monat ein Buch, nutzt man auch Verbum (= Logos auf katholisch) und das englischsprachige Logos kommt man so auf einige kostenfreie Werke im Monat, die meist gut ausgewählt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Mal überrascht aber das &#8222;deutsche Logos&#8220; mit gleich Zwei Kommentaren von Johannes Calvin. Auch wenn es sich hier um eine ältere Übersetzung von Th.A. Bergfried handelt, ist es dennoch eine gute Möglichkeit seine Logos Bibliothek auch um deutschsprachige Werke zu erweitern.</p>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Kostenlos erhältlich ist der Kommentar über <a href="https://de.logos.com/product/376748/das-buch-josua">Josua</a> und über den <a href="https://de.logos.com/product/352203/der-brief-an-die-epheser">Epheserbrief.</a> Alle anderen Kommentare von Calvin sind derzeit mit 40% Rabatt erhältlich. Aufgrund des gegenwärtig günstigen Wechselkurses zum Dollar kommt man so an <a href="https://de.logos.com/buch-des-monats">die ganze Reihe für deutlich unter 100 EUR. </a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Was für ein Segen ist das? Johannes Calvin und die Reichgotteserwartung im Alten Testament</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Mar 2024 08:44:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zitate]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Calvins Institutio findet sich in Buch 2 ein über drei Kapitel (9-11) gehender Themenblock, der die Beziehung, Ähnlichkeit und Unterschiede vom Alten und Neuen Testament bespricht. Schwerpunkt vom 10 Kapitel (&#8222;Von der Ähnlichkeit des Alten und Neuen Testaments&#8220;) ist dabei die Frage, ob die&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/was-fuer-ein-segen-ist-das-johannes-calvin-und-die-reichgotteserwartung-im-alten-testament/16088">Weiterlesen</a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">In Calvins Institutio findet sich in Buch 2 ein über drei Kapitel (9-11) gehender Themenblock, der die Beziehung, Ähnlichkeit und Unterschiede vom Alten und Neuen Testament bespricht. Schwerpunkt vom 10 Kapitel (&#8222;Von der Ähnlichkeit des Alten und Neuen Testaments&#8220;) ist dabei die Frage, ob die Menschen im Alten Testament eine irdische oder eine himmlische Herrlichkeit erwarteten. Wollte Mose sein Volk in das irdische Kanaan führen oder in das himmlische. Und wenn in  das himmlische, wie viel wussten die Väter tatsächlich davon, oder wusste vielleicht nur Gott von der ewigen Seligkeit und hat sie den Patriarchen und Gläubigen des Alten Testaments verborgen. Dieses Ziel des Glaubens, das Reich Gottes zu ererben, davon geht Calvin entschieden aus, ist im Neuen Bund das gleiche wie im Alten Bund. Die Väter ererbten nicht eine andere Zukunft als wir, ihre Kinder im Neuen Bund. Eine zentrale Stützstelle ist für Calvin dabei Heb. 11,13-16 (siehe II,10,13), ein Text der davon spricht, dass die Patriarchen eben gar keine erfüllenden irdischen Segnungen bekamen und die zukünftige Heimat erwarteten. Zentral ist aber auch die Phrase &#8222;Ich bin euer Gott&#8220;. Gott ist ein Gott der Lebenden und nicht der Toten. Gottes Gegenwart unter seinem Volk war schon seine größte Zusage seiner über den leiblichen Tod anhaltenden Gemeinschaft mit diesem. Calvin schreibt dazu (II,10,8): <em>&#8222;Und wäre ihnen (Anm.: Dem Volk Israel in der Wüste) nichts weiter gesagt worden, so hätten sie doch eine vollgültige Verheißung des geistlichen Lebens an dem einen Wort gehabt: &#8222;Ich bin euer Gott&#8220; (Ex. 6,7). Denn er hat sich nicht allein für unseren Leib zum Gott gegeben, sondern in besonderer Weise für die Seele; diese müsste aber von ihm ferne im Tode verbleiben, wenn er sie nicht in Gerechtigkeit mit sich verbände! Ist aber diese Verbindung da, so bringt sie ewiges Heil mit sich!&#8220;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Kapitel ist für jeden lesenswert, der sich die Frage stellt, wie viel von der ewigen Seligkeit den &#8222;Vätern&#8220; bekannt war. Die Menge an Zitaten, die Calvin aus den Liedern Davids und aus prophetischen Texten anbringt, ist erschlagend. Ich sehe in diesem Kapitel aber auch ein wichtiges Korrektiv für die Bewertung der irdischen Segnungen im Leben der Patriarchen. Wie oft verkündigen auch Prediger &#8222;des neuen Bundes&#8220;, wie großartig z.B. Jakob gesegnet war, und konzentrieren sich dabei ausschließlich auf sein irdisches Leben. <em>Doch was für ein Segen ist das?</em> Ein Leben voll Elend, Ängsten, Todeserfahrungen, Betrug? Calvin bittet uns darum, den Segen Jakobs genauer anzuschauen. Was für ein Segen ist das? Calvin führt zum Schluss von II,10,12 an, dass Jakob entweder undankbar war, als er von der &#8222;bösen Zeit seines Lebens&#8220; zeugt, oder gerade den Kern der Sache trifft. Doch lest selbst im nächsten großen Abschnitt aus II,10,12, das uns auch einen Einblick in die illustrierende Kunst Calvins zeigt und wie nah er uns die Erlebnisse Jakobs bringt:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Und nun ist Jakob gar das Urbild furchtbarsten Elendes. Unruhig ist seine Jugend daheim — unter dem Drohen des erstgeborenen Bruders, das ihn schließlich zur Flucht zwingt. So war er denn ein Flüchtling, und es ist schon allein bitter ge­nug, fern von Eltern und Vaterland leben zu müssen; aber bei seinem Onkel, dem Laban, wird er keineswegs freundlicher und menschlicher aufgenommen. Daß er sie­ben Jahre so harten und rauhen Dienst tut (Gen. 29,20), wäre noch ein Geringes, wenn er nicht mit böser List noch um die Frau betrogen würde! So muß er denn um des zweiten Weibes willen abermals in den Dienst hinein, und da dörrt ihn nach seiner eigenen Klage am Tage die Sonne mit ihrer Glut, und des Nachts quält ihn schlaflos die Kälte! (Gen. 31,40). Zwanzig Jahre trägt er dies harte Leben, und alle Tage erlaubt sich sein Schwiegervater neue Ungerechtigkeiten gegen ihn. Auch zu Hause hat er keine Ruhe: seine Weiber zerreißen und zerstören ihm mit Haß und Streit und Eifersucht das ganze Hauswesen. Dann trifft ihn der Befehl, in die Heimat zurückzuziehen. Aber sein Abschied sieht eher schnöder Flucht ähnlich; und sein Schwiegervater treibt das Unrecht gegen ihn so weit, daß er ihn noch mitten auf dem Wege mit Vorwürfen quält! (Gen. 31,23). Aber bald droht ihm noch größere Not. Denn er zieht ja seinem Bruder entgegen — und er sieht den Tod vielfältig vor Augen, weil Esau in seiner Grausamkeit und seinem Haß ihn eben vielfältig bedroht. Furcht und Bangigkeit macht ihm das Herz schwer, solange er auf das Kommen seines Bruders wartet (Gen. 32,12). Und als er ihm gegen­übertritt, da fällt er ihm wie halbtot zu Füßen — bis er merkt, daß Esau versöh­nungsbereiter ist, als er zu hoffen gewagt! Aber dann wird ihm Rahel, sein einzig geliebtes Weib, gleich beim Betreten des Landes durch den Tod entrissen (Gen. 35,16-20). und dann erhält er bald die Botschaft, daß der Sohn, den Rahel ihm ge­geben und den er mehr liebte als die anderen alle, von einem wilden Tier zerrissen sei (Gen. 37,32). Wie furchtbar sein Schmerz über den Tod des Sohnes war, das sagt er uns selber: er weinte lange Zeit um ihn und wollte sich nicht trösten lassen, hatte auch nichts anderes mehr vor, als „mit Leid hinunterzufahren in die Grube zu seinem Sohn“. Unterdessen nimmt einer seiner Tochter die Ehre (Gen. 34,2), und seine Söhne üben grausame Rache an dem Übeltäter. Dadurch kommt nun der Vater in Verruf bei allen Landesbewohnern, und die Gewalttat der Söhne droht ihn selbst ins Unglück zu stürzen! Was für Angst und Not und Herzeleid macht ihm das alles! Dann erlebt er die unerhörte Freveltat seines erstgeborenen Sohnes Ruben — furchtbarste Schande! (Gen. 35,22). Denn es ist an sich schon schrecklich, die eigene Frau entehrt zu sehen — was soll man aber sagen, wenn der eigene Sohn solchen Frevel begeht? Aber bald darauf besudelt neue Blutschande die Familie (Gen. 38,18); es müßte gar ein Mann, den alle Not sonst nicht hätte beugen und knicken können, unter soviel Schande zusammenbrechen! Und gegen Ende seines Lebens, als er dem Hunger der Seinen Abhilfe tun will, da streckt ihn eine neue Unglücksbot­schaft zu Boden: der eine Sohn liegt in Fesseln — und um ihn wiederzubekommen, soll er seinen Liebling Benjamin fremden Händen überlassen! (Gen. 42,34). Wie soll er in so viel Kummer und Not auch nur einen Augenblick fröhlich aufgeatmet haben? Er selbst ist dafür der beste Zeuge: er versichert dem Pharao: „wenig und böse ist die Zeit meines Lebens“ (Gen. 47,9). Ist er aber nach seinem eigenen Zeugnis alle Lage seines Lebens in Jammer und Elend gewesen, so bezeugt er damit klar, daß er das Glück noch nicht empfangen hatte, das ihm der Herr verheißen. S<strong>o war denn Jakob entweder ein böser, undankbarer Mensch, der Gottes Gnade nicht zu schätzen vermochte — oder er gab mit diesen Worten ein wirkliches Zeugnis für sein Elend auf Erden ab. War es aber ein wirkliches Zeugnis, so folgt daraus, daß er seine Hoffnung nicht an das Irdische geheftet hat!</strong>&#8222;</em></p>
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		<title>Calvin schreibt an Bullinger über Luther</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Sep 2023 18:35:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[Bullinger]]></category>
		<category><![CDATA[Calvin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;&#8230;Ich höre, Luther sei kürzlich mit furchtbarem Schelten nicht nur über Euch, sondern über uns alle hergefahren. Es ist ja schon an sich traurig, dass wir, gering an Zahl und rings von Gegnern umgeben, noch in unserer eigenen Mitte im Kampf zusammenstoßen. Aber zu unpassender&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/calvin-schreibt-an-bullinger-ueber-luther/15460">Weiterlesen</a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">&#8222;&#8230;Ich höre, Luther sei kürzlich mit furchtbarem Schelten nicht nur über Euch, sondern über uns alle hergefahren. Es ist ja schon an sich traurig, dass wir, gering an Zahl und rings von Gegnern umgeben, noch in unserer eigenen Mitte im Kampf zusammenstoßen. Aber zu unpassender Zeit konnte es wirklich nicht dazu kommen als gerade jetzt. Ich kann mich daher nicht anders ausdrücken als: Gott hat dem Satan die Zügel gelockert. Luther hat darin freilich, außer seinem eigenen, maßlos leidenschaftlichen und kecken Charakter, den Amsdorf zum Ratgeber, einen geradezu verrückten Menschen ohne Nachdenken. Er lässt sich von ihm lenken ,oder besser: Auf Abwege führen. Es ist aber gut, wenn wir anerkennen, dass auch mit dieser Geißel der Herr uns schlägt. Wir werden dann geduldiger tragen, was sonst entsetzlich herb wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß nicht, ob Luther durch irgendeine Schrift von Euch gereizt worden ist. Aber wenn ein Charakter wie der seine, der nicht nur reizbar, sondern verbittert ist, auch aus geringfügiger Ursache aufbraust, zu solchem Toben und Lärmen konnte er sicher keinen genügenden Grund haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun wage ich kaum Euch zu bitten, Ihr möchtet stillschweigen, denn es wäre nicht recht, Unschuldige so schimpflich behandeln zu lassen und ihnen Gelgenzeit zur Rechtfertigung zu verweigern. Auch wäre es schwer zu sagen, es wäre gut zu schweigen. Aber das ist mein Wunsch, dass Ihr Euch darauf besinnt, welch großer Mann Luther doch ist, durch &nbsp;welche außerordentlichen Geistesgaben er sich auszeichnet. Wie tapfer und unerschütterlich, wie geschickt, wie gelehrt und wirksam hat er bisher gearbeitet an der Zerstörung der Herrschaft des Antichrist und an der Ausbreitung der Lehre zur Seligkeit. Ich habe schon oft gesagt: Wenner mich einen Teufel schölte, ich würde ihm doch die Ehre antun, ihn für einen ganz hervorragenden Knecht Gottes zu halten, der freilich auch an großen Fehlern leidet, wie er an herrlichen Tugenden reich ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hätte er sich doch bemüht, sein stürmisches Wesen besser im Zaum zu halten, mit dem er überall herausplatzt! Hätte er doch die Leidenschaftlichkeit, die ihm angeboren ist, stets gegen die Feinde der Wahrheit gekehrt, statt sie gegen Knechte des Herrn blitzen zu lassen! Hätte er sich doch mehr Mühe gegeben, seine Fehler einzusehen! Am meisten haben ihm die Schmeichler geschadet, da er schon von Natur zu sehr dazu neigt, sich selbst milde zu behandeln. Doch ists unsere Pflicht, was fehlerhaft an ihm ist, so zu tadeln, dass wir seiner genialen Begabung etwas zu gut halten. Denk also vor allem daran, das bitte ich dich wie deine Kollegen, dass ihr es zu tun habt mit einem Erstling unter den Knechten Christi, dem wir alle viel schulden. Ihr werdet ja euch, wenn Ihr in feindlichen Kampf mit ihm tretet, nichts erreichen, als dass ihr den Ungläubigen ein Vergnügen bereitet, so dass sie dann triumphieren werden, nicht so sehr über unsere Personen, als über die Sache des Evangeliums. Wenn wir uns gegenseitig herunterreißen, dann schenken sie uns mehr wie genug Glauben. Wenn wir aber einmütig und einstimmig Christus predigen, dann wollen sie uns die Glaubwürdigkeit absprechen du missbrauchen dazu eben unsere Anschuldigungen gegeneinander, denen sie mehr glauben als recht ist. Ich möchte, du sähest es und bedächtest es mehr als das, was Luther seiner maßlosen Heftigkeit wegen verdiente. Es soll doch bei uns nicht eintreten, was Paulus tadelt (Gal. 5,1), dass wir uns gegenseitig beißen und fressen und dabei selbst verzehrt werden. Auch wenn Luther uns gereizt hat, ist es besser, abzustehen vom Kampf, als den Schaden größer zu machen zum Nachteil der ganzen Kirche&#8230;&#8220;</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Diesen Brief schrieb Johannes Calvin am 25.11.1544 an Heinrich Bullinger. Dieser und viele weitere lesenswerte Briefe Calvins finden sich<a href="https://www.glaubend.de/wp-content/uploads/2023/06/Briefe-Calvin-Jean.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> hier.</a></p>
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		<title>Johannes Calvin über das Streben nach Heiligung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Jul 2023 21:38:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[Calvin]]></category>
		<category><![CDATA[Heiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Institutio]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Calvin]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstverleugnung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schon länger arbeite ich mich Kapitel für Kapitel durch Calvins Institutio durch. In Buch III bespricht Calvin das &#8222;Leben eines Christenmenschen&#8220; in Kapitel 6ff (Man findet die Institutio a.k. Unterricht in der christlichen Religion vollständig kostenfrei auf der Webseite calvinismus.ch). Übrigens ist es überraschend, wie&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/johannes-calvin-ueber-das-streben-nach-heiligung/15310">Weiterlesen</a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">Schon länger arbeite ich mich Kapitel für Kapitel durch Calvins Institutio durch. In Buch III bespricht Calvin das &#8222;Leben eines Christenmenschen&#8220; in Kapitel 6ff (<a href="http://www.calvinismus.ch/dokumente/werke-calvins/">Man findet die Institutio a.k. Unterricht in der christlichen Religion vollständig kostenfrei auf der Webseite calvinismus.ch</a>). Übrigens ist es überraschend, wie Calvin das Thema Heiligung platziert. Nach Glaube und Buße aber noch vor Rechtfertigung und Erwählung. Über Gründe für diese ungewöhnliche und unerwartete Reihenfolge hat <a href="https://www.glaubend.de/von-gnade-umgeben/">David Gibson einen großartigen Artikel geschrieben, den zwei Brüder freundlicherweise für glaubend.de übersetzt haben.</a>  Calvin macht sehr schnell aus, dass der Kern echter Heiligkeit darin besteht, dass man nicht sich selbst, sondern Gott gehört. Das ist Selbstverleugnung. In Kapitel 7 schreibt er sehr eloquent:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Sind wir nun aber nicht unsere eigenen Herren, sondern gehören wir dem Herrn &#8211; so wird sofort klar, welchen Irrtum wir zu meiden haben und worauf alle unsere Werke in unserem ganzen Leben zu richten sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir sind nicht unsere eigenen Herren &#8211; also darf bei unseren Plänen und Taten weder unsere Vernunft noch unser Wille die Herrschaft führen. Wir sind nicht unsere eigenen Herren &#8211; also dürfen wir uns nicht das Ziel setzen, danach zu suchen, was uns nach dem Fleische nütze! Wir sind nicht unsere eigenen Herren &#8211; also sollen wir uns und alles, was wir haben, soweit irgend möglich, vergessen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der anderen Seite: Wir sind Gottes Eigentum &#8211; also sollen wir ihm leben und ihm sterben! Wir sind Gottes Eigentum &#8211; also muß seine Weisheit und sein Wille bei all unserem Tun die Führung haben! Wir sind Gottes Eigentum &#8211; also muß unser Leben in allen seinen Stücken allein zu ihm als dem einzigen rechtmäßigen Ziel hinstreben! (Röm. 14, 8). Wie weit ist der schon fortgeschritten, der erkannt hat, daß er nicht sein eigener Herr ist &#8211; und der deshalb seiner eigenen Vernunft Herrschaft und Regiment entzogen hat, um sie Gott allein zu überantworten! Denn die schädlichste Pestilenz, die die Menschen nur zugrunderichten kann, herrscht da, wo der Mensch sich selber gehorcht &#8211; und der einzige Hafen des Heils liegt dementsprechend darin, daß wir von uns aus nichts denken, von uns aus nichts wollen, sondern einzig dem Herrn folgen, wie er uns vorangeht!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der erste Schritt soll also darin bestehen, daß der Mensch von sich selber abscheidet, um alle Kraft seines Geistes daran zu setzen, dem Herrn zu Willen zu sein.</p>
<cite>Calvin, Institutio. III, 7,1</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Wie so oft trifft Calvin das Mittelgewicht sehr gut. Hier spricht er von Heiligung als echte Tatsache in der Willensentscheidung des Christen ohne Heiligung mit chirstlichem Perfektionismus einerseits oder einer &#8222;sich an der Rechtfertigung genügen lassen-Haltung&#8220;  andererseits gleichzusetzen. Das macht vor allem das sechste Kapitel deutlich:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Indessen verlange ich nicht, daß die Lebensführung eines Christenmenschen nichts als das vollkommene Evangelium atme &#8211; obwohl das zu wünschen ist und wir uns notwendig darum mühen müssen. Ich stelle die Forderung nach der „evangelischen Vollkommenheit“ (Evangelica perfectio) nicht mit solcher Härte, daß ich einen Menschen, der sie noch nicht erreicht hat, deshalb nicht als Christen anerkennen würde. Denn in solchem Falle würden ja alle Menschen von der Kirche ausgeschlossen; ist doch kein einziger zu finden, der von jenem Ziel nicht noch gar weit entfernt wäre; viele aber sind noch recht wenig vorwärtsgekommen, und doch hätten sie es nicht verdient, daß man sie ausschlösse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was soll nun aber geschehen? Wir sollen uns jenes Ziel vor Augen stellen und nach ihm allein unser Trachten richten. Es soll uns jenes Zielzeichen gesetzt sein, nach dem all unsere Anspannung, all unser Rennen sich ausrichten soll! Es gebührt sich nämlich nicht, zwischen Gott und dem Menschen in der Weise zu teilen, daß man von dem, was er uns in seinem Worte vorschreibt, einen Teil annimmt, einen anderen aber nach eigenem Ermessen beiseiteläßt. Denn er befiehlt uns überall an erster Stelle die Rechtschaffenheit als das vornehmste Stück seiner Verehrung; darunter versteht er die aufrichtige Einfalt des Herzens, der aller falsche Schein und alle Heuchelei fern ist; der Gegensatz dazu ist das geteilte Herz. Er will also sagen: der geistliche Anfang rechten Lebens liegt darin, daß wir uns ohne Heuchelei mit der inneren Regung unseres Herzens Gott hingeben, um der Heiligkeit und Gerechtigkeit zu dienen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es hat aber kein Mensch in diesem irdischen Kerker des Leibes Kraft genug, um mit rechter Freudigkeit seinen Lauf dahinzueilen, ja, die meisten leiden unter solcher Schwachheit, daß sie nur wankend und hinkend, ja auf dem Boden kriechend, bescheiden vorankommen. So sollen wir denn alle nach dem Maß unserer kleinen Kraft unseren Gang tun und den angefangenen Weg fortsetzen! Niemandes Weg wird so unglücklich sein, daß er nicht alle Tage ein Stücklein hinter sich bringen könnte. Wir wollen aber nicht aufhören, danach zu streben, daß wir auf dem Wege des Herrn beständig etwas weiterkommen, wollen auch bei der Geringfügigkeit des Fortschrittes nicht den Mut sinken lassen. Mag auch das Weiterschreiten unseren Wünschen nicht entsprechen, so ist doch die Mühe nicht verloren, wenn nur der heutige Tag über den gestrigen Sieger bleibt. Wir wollen nur in aufrichtiger Einfalt auf unser Ziel schauen und nach dem Zielzeichen uns ausstrecken, wir wollen nicht schmeichlerisch an uns selber Gefallen haben, auch unserer bösen Art nicht nachgeben, sondern in unablässiger Mühe danach ringen, besser zu werden, als wir waren, bis wir dann endlich zur Güte selber hindurchgedrungen sind: sie suchen wir, ihr jagen wir nach durch die ganze Zeit unseres Lebens &#8211; dann aber werden wir sie erreichen, wenn wir die Schwachheit unseres Fleisches von uns getan haben und in die vollkommene Gemeinschaft mit Gott aufgenommen sind!</p>
<cite>Calvin, Institutio, III,6,5</cite></blockquote>
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		<title>&#8222;Unser ganzes Heil, ist allein in Christus beschloßen&#8230;&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Apr 2023 20:15:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[Calvin]]></category>
		<category><![CDATA[Evangleium]]></category>
		<category><![CDATA[Heil]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Calvin]]></category>
		<category><![CDATA[Rettung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei der Besprechung des Erlösungswerkes Christi (genauer: &#8222;Wie Christus das Werk des Erlösers getan und uns das Heil erworben hat. Hier ist also vom Tod, von der Auferstehung und von der Himmelfahrt Christi die Rede&#8220;),führt Calvin (Institutio II.16,19) aus, dass wir alles, was wir zum&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/unser-ganzes-heil-ist-allein-in-christus-beschlossen/15174">Weiterlesen</a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">Bei der Besprechung des Erlösungswerkes Christi (genauer: <em>&#8222;Wie Christus das Werk des Erlösers getan und uns das Heil erworben hat. Hier ist also vom Tod, von der Auferstehung und von der Himmelfahrt Christi die Rede&#8220;</em>),führt Calvin (Institutio II.16,19) aus, <em>dass wir alles, was wir zum Heil benötigen in Christus finden</em>. Es folgt eine umfassende Aufzählung, die ich mit euch teilen möchte. Es ist die Aufzählung des Reichtums des Evangeliums: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>Unser ganzes Heil, alles, was dazu gehört, ist allein in Christus beschlossen (Apg. 4,12)</em>. Deshalb dürfen wir auch nicht das geringste Stücklein anderswoher ab­leiten. Suchen wir das Heil, so sagt uns schon der Name Jesus: es liegt bei ihm! (1. Kor. 1,30). Geht es uns um andere Gaben des Geistes, so finden wir sie in seiner Salbung! Geht es um Kraft — sie liegt in seiner Herrschaft, um Reinheit — sie beruht auf seiner Empfängnis, um Gnade — sie bietet sich uns dar in seiner Geburt, durch die er uns in allen Stücken gleich geworden ist, auf daß er könnte Mit­leiden haben mit unseren Schwachheiten (Hebr. 2,17; 4,15). Fragen wir nach Er­lösung — sie liegt in seinem Leiden, nach Lossprechung — sie liegt in seiner Ver­dammnis, nach Aufhebung des Fluchs — sie geschieht an seinem Kreuz (Gal. 3,13), nach Genugtuung — sie wird in seinem Sühnopfer vollzogen, nach Reinigung — sie kommt uns zu in seinem Blut, nach Versöhnung — wir haben sie um seines Ab­stieges zur Hölle willen, nach der Absterbung unseres Fleisches — sie beruht auf seinem Begräbnis, nach dem neuen Leben — es erscheint in seiner Auferstehung, nach Unsterblichkeit — auch sie wird uns da zuteil. Wir möchten Erben des Himmels sein — wir können es; denn er ist in den Himmel eingegangen; wir begehren Schutz und Sicherheit, Reichtum aller Güter: in seinem Reich finden wir sie! Wir möchten zuversichtlich dem Gericht entgegensehen: wir dürfen es, denn ihm ist das Gericht übertragen! Und endlich: in ihm liegt ja die Fülle aller Güter, und deshalb sollen wir aus diesem Brunnquell schöpfen, bis wir satt werden, nicht aus einem anderen! <em>Denn wer sich mit ihm allein nicht zufrieden gibt, sondern sich von allerlei Hoff­nungen hin und her treiben läßt — mag er auch „besonders“ auf ihn schauen! — der verfehlt den rechten Weg, weil er mit seinem Dichten und Trachten zum Teil in anderer Richtung geht! </em>Freilich kann diese Art Unglaube gar nicht einschleichen, wenn man einmal die ganze Unermeßlichkeit seiner Güter recht erkannt hat!</p>
<cite><a href="http://www.calvinismus.ch/wp-content/uploads/02institutio.htm" target="_blank" rel="noreferrer noopener">(Link zum Vollständigen Text von Band II</a>)</cite></blockquote>
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		<title>Von der ewigen Vorherbestimmung Gottes</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2021 19:56:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biblische Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Calvin]]></category>
		<category><![CDATA[Erwählung]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Calvin]]></category>
		<category><![CDATA[Prädestination]]></category>
		<category><![CDATA[Von der ewigen Vorherbestimmung]]></category>
		<category><![CDATA[Vorherbestimmung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Calvin widmete diese Schrifte, deren Teile später auch in die 1559- Auflage der Institutio bildeten, der Stadt Genf. Die Schrift wurde Anfang 1552 als gemeinsame Erklärung der Genfer Pastoren. Calvin setzt sich mit dieser Schrift mit zwei katholischen Widersachern, Pighius und Siculus auseinander, aber er&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/von-der-ewigen-vorherbestimmung-gottes/14273">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/41PXV2watfL._SX354_BO1,204,203,200_.jpg" width="232" height="325" />Calvin widmete diese Schrifte, deren Teile später auch in die 1559- Auflage der Institutio bildeten, der Stadt Genf. Die Schrift wurde Anfang 1552 als gemeinsame Erklärung der Genfer Pastoren. Calvin setzt sich mit dieser Schrift mit zwei katholischen Widersachern, Pighius und Siculus auseinander, aber er stellt sich auch der Ablehnung der doppelten Prädestination im protestantischen Lager. Die Schrift, ist in 47 kleinere Abschnitte eingeteilt, die immer wieder für ein &#8222;Deja-Vu&#8220; gesorgt haben. Immer wieder ernüchternd festzustellen, wie uralt &#8222;moderne&#8220; Einwände gegen die Prädestinationslehre sind.</p>
<p>Das Buch ist sicherlich eines der anspruchsvollsten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe, das aber weniger durch das gewählte Thema zurückzuführen ist, als darauf, dass Calvin ständig Bezug auf die Thesen seiner Kritiker Pighius und Siculus nimmt. Man müsste eigentlich ihre Werke ebenfalls zur Hand haben. Aus diesem Grunde musste ich regelmäßig Abschnitte wiederholt durchlesen und kam relativ langsam durch das Werk voran.</p>
<p>Dennoch empfinde ich das Buch in mehrfacher Hinsicht als Bereicherung:</p>
<p>1.Wenn Calvin davon spricht, dass <em>&#8222;Augustinus totus noster&#8220;</em> (Augustinus völlig unser) sei, dann ist das weniger ein Schmücken mit Federn der Kichenvätern sondern tatsächlich sattelfeste Kenntnis der unterschiedlichsten Werke von Augustinus. Bestimmt nimmt er etwa hundert Mal Bezug zu den Werken Augustins. Das spiegelt auch Calvins Absicht wieder, keine originellen theologischen Konzepte entwickeln zu wollen, sondern &#8222;klassisches Christentum&#8220; zu vermitteln. Eine Köstlichkeit aus Augustinus´Enchiridion, dass ich durch Calvins Werk entdeckt habe:</p>
<blockquote><p>&#8222;Es geschieht also nichts, wenn nicht der Allmächtige will, dass es geschieht, sei es, indem er zulässt, dass es geschieht, oder indem er es selbst tut (&#8230;) Und man darf nicht zweifeln, dass Gott gut tut, indem er geschehen lässt, was Böses geschieht. Denn er lässt es nur nach gerechtem Gerichte zu&#8230; Obgleich also nun das Böse, insofern es böse ist, nicht gut ist, so ist es dennoch gut, dass es nicht nur Gutes, sondern auch Böses gibt. Denn wenn es nicht gut wäre, dass auch Böses ist, so würde auf keine Weise von dem guten Allmächtigen zugelassen werden, dass Böses wäre. Ihm ist es ohne Zweifel ebenso leicht, zu tun, was er will, wie nicht zuzulassen, was er nicht will. wenn wir dies nicht glauben, so ist der Anfang unseres Glaubens selbst in Gefahr, mit dem wir an den allmächtigen Gott zu glauben bekennen.&#8220;</p></blockquote>
<p>Nach der Lektüre habe ich unterschiedliche Werke von Augustinus auf meine Leseliste genommen.<span id="more-14273"></span></p>
<p>2. Mehrere Bibelstellen bespricht Calvin ausführlich. Diesen Abschnitt empfand ich als Bereicherung und habe vor allem von Calvins Besprechung von Johannes Kap. 6 und 10, wie von Römer 9 deutlich profitieren können. Zum Ende des Buches behandelt Calvin das Thema der Vorsehung Gottes. In diesen letzten 11 Abschnitten setzt er sich nicht mit seinen Kritikern auseinander, sondern entwickelt ein systematisch-theologisches Thema in einer unerwarteten Tiefe. So schreibt Calvin über <em>Gott als erste Ursache im Verhältnis zu den untergeordneten Ursachen</em>:</p>
<blockquote><p>Dass ich sagte, man müsse die Vorsehung mit ihren Mitteln erwägen, hat diese Sinn: Wenn jemand dem, der in der äußersten Gefahr schwebt, Hilfe leistet, so ist das keine menschliche, sondern eine göttliche Befreiung durch die Hand eines Menschen. Die Sonne geht täglich auf, aber Gott ist es, der den Erdkreis erleuchtet. Die Erde bringt Früchte hervor, aber Gott ist es, der Brot gibt un dem Brot die Kraft verleiht, uns zu ernähren. Kurz, wenn untergeordnete Ursachen Gott gleichsam wie Hüllen unserm Auge entziehen, so muss das Auge des Glaubens tiefer dringen, damit es die Hand Gottes in diesen Werkzeugen wirken sieht.</p></blockquote>
<p>Dann kommt ein bewegender Abschnitt:</p>
<blockquote><p>&#8222;Wie man sich die Vorsehung Gottes ohne Mittel denken soll, lehrt Christus durch sein Beispiel, indem er die Versuchung des Satans mit diesem Schild (vgl. Eph. 6,16) abwehrt: &#8222;Der Mensch lebt nicht von Brot allein, sondern von jeglichem Wort, das aus dem Mund Gottes geht&#8220; (Mt. 4,4). denn weil er wusste, dass die Kraft Gottes keiner äußeren Hilfe bedarf, so schließt er, wird sie sowohl ohne Brot ausreichen, wie sie sich auch durch das Brot als liebevoll erweist. Man muss sich daher hüten, dass man sich nicht an untergeordnete Mittel hält, während die Hand Gottes ohne alle Hilfe an und für sich im Überfluss genügt&#8220;</p></blockquote>
<p>3. Was ich zu Beginn schrieb: Wir müssen das Rad nicht neu erfinden und extrem viele Debatten wurden in der Kirchengeschichte bereits ausgefochten. So Geht Calvin auf den Einwand ein, dass die Lehre der Verwerfung bedeutet, dass Gott Menschen Unrecht tut (Abs. 26), dass Christus der Erlöser der ganzen Welt sei und befehle allen das Evangelium zu predigen (Abs. 20) und das alle ohne Unterschied zum Heil bestimmt seien (Abs. 18). Die Bibelstellen die in diesen Debatten gewechselt wurden, sind die gleichen, wie auch die Auslegungsmgölichkeiten, obwohl heute die Debatte auch die Form annimmt, dass man die allgemeine Offenbarung als Ausreichend fürs Heil ansieht. An einigen Stellen sind heutigentags formulierte semipelagianische Thesen sicherlich noch rationaler geworden. Andererseits ist es eine Bereicherung, über das Thema der Vorherbestimmung nachzudenken, ohne eine &#8222;Fünf-Tulpen-Matrix&#8220; im Blick zu haben. Entsprechend geht Calvin auf das Thema der definitiven Sühne nur implizit ein, dafür aber doch in einer ungewöhnlichen Deutlichkeit auf den unwiderstehlichen Ruf Gottes oder etwas, dass er als &#8222;Erwählungsgewissheit&#8220; bezeichnet. Heilsgewissheit ist bei Calvin viel enger verknüpft mit der Erwählungslehre als man es heute in den meisten Darstellungen kennt. Calvin schreibt (Abs. 27):</p>
<blockquote><p>&#8222;Es fragen voreilige Menschen, wie sie über ihre Seligkeit, die doch im ewigen Ratschluss Gottes verborgen ist, gewiss sein können? Ich habe geantwortet, was wahr ist: Da uns in Christus die Gewissheit der Seligkeit vor Augen gestellt ist, so tun diejenigen Unrecht &#8211; und dies nicht ohne Beleidigung Christi selbst &#8211; die an dieser Quelle des Lebens vorbeigehen, aus der sie schöpfen konnten und bemühen sich, aus den verborgenen Tiefen Gottes das Leben herauszuholen. Paulus lehrt zwar, dass wir vor Erschaffung der Welt auserwählt sind, aber &#8222;in Christus&#8220; (Eph. 1,3f). Es soll also niemand das Vertrauen auf seine Auserwählung anderswoher suchen, wenn er nicht das Buch des Lebens, in dem (der Name) aufgezeichnet ist, vernichten will. Das Ziel der Annahme zu Kindern ist kein anderes, als dass wir unter die Kinder Gottes gerechnet werden (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Später fügt Calvin hinzu (Ab. 29):</p>
<blockquote><p>Ich erlebe, dass ich unaufhörlich hin und her getrieben werde. Kein Augenblick vergeht, in dem ich nicht zu stürzen scheine. Aber weil Gott seine Auserwählten erhält, dass sie niemals untergehen, so glaube ich bestimmt, dass ich in den unzähligen Stürmen bestehen werde. Wenn Pighius fragt, woraus ich erkenne, dass ich auserwählt bin: Christus genügt mir statt tausend Gründen. Denn wenn wir uns in seinem Leibe vorfinden, so ruht unser Heil auf einem sichern und ruhigen Standort, gleichsam wie in dem Himmel aufbewahrt&#8220;</p></blockquote>
<p>Sicherlich eine der besten Definitionen von Heilsgewissheit, die ich bisher gefunden habe.</p>
<p>4 Der letzte Grund ist das konsequente Durchziehen einer monergistische Darstellung der Heilslehre bzw. des Werkes Christi. Immer wieder beobachte ich, dass man wohl eine formelle Position des Kompatibilismus, also der Vereinbarkeit von Freiem Willen und Prädestination annimmt, das Wissen um die Vorsehung Gottes praktisch aber im Leben und für die Taten völlig bedeutungslos bleibt. In anderen Fällen beobachtet man oft umfangreiche Darstellungen die von freier Gnade und Errettung allein durch Christus und aus Glauben sprechen, es aber einzelne Sätze (manchmal gar nur ein paar Wörter) sind, die es doch alles darauf ankommen lassen, welche Performance ich liefere. Calvins Werk kann man auch einiges vorwerfen (z.B. zynische und polemische Seitenhiebe an seine Widersacher), aber sicherlich hält er konsequent die Gnadenlehre aufrecht. Obwohl Calvin als Reaktion schreibt ist das Werk nicht reaktionär oder defensiv verfasst, sondern aktive Erläuterung. In dieser Hinsicht habe ich besonders von diesem Werk profitiert.</p>
<p>Wie ist es nun mit Calvin und der doppelten Prädestination? Ich glaube durch dieses Werk wird deutlich, dass eine Debatte um Wörter selbst wenig hilfreich ist, und Erwählung immer Inklusion und Exklusion meint. Entsprechend trägt das vollständige Werk Calvins diesen Titel (ursprünglich auf lateinisch erschienen): <em>&#8222;Von der ewigen Vorherbestimmung Gottes, durch die er die einen Menschen zur Seligkeit erwählt, die anderen in ihrem Verderben belassen hat, des weiteren von der Vorsehung, durch die er die menschlichen Ereignisse regiert.&#8220;</em></p>
<p>Sicherlich nicht unbedingt das Einstiegswerk zu diesem Thema aber trotzdem in vielerlei Hinsicht äußerst lesenswert. Calvin brilliert auch bei diesem Thema als ein herausragender Ausleger. Wer eher Grundlagenarbeit sucht, dem möchte ich drei Hinweise geben:</p>
<ul>
<li> <a href="https://www.nimm-lies.de/paul-humburg-sein-rat-ist-wunderbar/9937">Ewige Erwählung von Paul Humbug</a> (ein größerer Essay im Sammelband: Sein Rat ist Wunderbar)</li>
<li><a href="https://www.scm-shop.de/erwaehlt-vor-grundlegung-der-welt.html?gclid=Cj0KCQiA7NKBBhDBARIsAHbXCB6OzdSjbKPbdyXdzgbfv_FbRCj2K3qCg08rKETSZhfb2IkPeEjpnzYaAjAOEALw_wcB">Erwählt vor Grundlegung der Welt</a> (Predigten von C.H. Spurgeon)</li>
<li><a href="https://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2009/02/ethik_lkt5_praed_verantw1.pdf">Prädestination und Verantwortung</a> (Kapitel in T. Schirrmachers Ethik, frei im Web erhältlich)</li>
</ul>
<p>&#8222;Von der ewigen Vorherbestimmung&#8220; ist für <a href="https://www.amazon.de/Von-ewigen-Vorherbestimmung-Gottes-herausgegeben/dp/3928936743/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dchild=1&amp;keywords=von+der+ewigen+vorherbestimmung+calvin&amp;qid=1614110042&amp;sr=8-1">12,90EUR</a> bei Amazon erhältlich.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/von-der-ewigen-vorherbestimmung-gottes/14273">Von der ewigen Vorherbestimmung Gottes</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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		<item>
		<title>Inmitten von Büchern glücklich zu sein&#8230;</title>
		<link>https://nimm-lies.de/inmitten-von-buechern-gluecklich-zu-sein/8048</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Eduard Klassen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Feb 2014 21:12:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Calvin]]></category>
		<category><![CDATA[Calvins Bibliothek]]></category>
		<category><![CDATA[Hermann J. Selderhuis]]></category>
		<category><![CDATA[Reformierte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.nimm-lies.de/?p=8048</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Niederländer Hermann J. Selderhuis ist nicht nur ein profilierter Kenner reformierter Theologie, sondern auch ein wortgewandter Autor. Er schrieb eine Biografie über Calvin, die unter Bezugnahme zahlreicher Quellen &#8211; insbesondere seiner Briefe &#8211; kurzweilig, allgemein verständlich und dennoch fundiert ist. In Hermann J. Selderhuis&#8216;&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/inmitten-von-buechern-gluecklich-zu-sein/8048">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-8057" alt="Selderhuis-Johannes-Calvin" src="https://www.nimm-lies.de/wp-content/uploads/Selderhuis-Johannes-Calvin-189x300.jpg" width="189" height="300" srcset="https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/Selderhuis-Johannes-Calvin-189x300.jpg 189w, https://nimm-lies.de/wp-content/uploads/Selderhuis-Johannes-Calvin.jpg 300w" sizes="(max-width: 189px) 100vw, 189px" />Der Niederländer Hermann J. Selderhuis ist nicht nur ein profilierter Kenner reformierter Theologie, sondern auch ein wortgewandter Autor. Er schrieb eine Biografie über Calvin, die unter Bezugnahme zahlreicher Quellen &#8211; insbesondere seiner Briefe &#8211; kurzweilig, allgemein verständlich und dennoch fundiert ist.</p>
<p>In Hermann J. Selderhuis&#8216; leicht zu lesender Calvin-Biografie habe ich folgenden Abschnitt gefunden, in dem er Calvins Liebe zu Büchern beschreibt. Ich hoffe, dass diese Einstellung nicht nur bei Calvinisten oder Refomierten zu finden ist.</p>
<p>Auszug aus dem Buch: <em>Johannes Calvin: Mensch zwischen Zuversicht und Zweifel &#8211; Eine Biografie</em>, von Herman J. Selderhuis, S. 52-53:<span id="more-8048"></span></p>
<blockquote><p>Im Januar 1534 war Calvin damit beschäftigt, sich besser mit der Bibel und den Kirchenvätern vertraut zu machen. Das erforderliche Material fand er in der Bibliothek der Familie im Schloss in Angouleme. »Ich komme mit meiner Studie prima vo­ran«, schrieb Calvin seinem Freund Francois Daniel (1534), »ob­wohl ich eigentlich so ziemlich gar nichts mache« (CO 10b, 37). Doch will Calvin daran auch nichts ändern, denn Gott macht doch ohnehin wieder das Gegenteil von dem, was man selbst erwartet oder plant. So hatte er schließlich auch nie damit gerechnet, »in einem ruhigen Nest« zu landen.</p>
<p>Dieses Nest ist das Schloss in An­gouleme, das gleichzeitig Calvins sichere Festung, Calvins Wart­burg war. Zwar weniger erhaben als die Burg bei Eisenach, in der Luther Unterschlupf fand, aber für Calvin ebenso bedeutend. Hier fühlte er sich sicher. In Gottes Hand. Das klingt schön und auch fromm, hat aber auch sehr viel mit dem Glücksgefühl zu tun, dass es für ihn bedeutete, hier in Ruhe seine Nase in die Bücher stecken zu können. Herrlich allein, ohne Trubel. Inmitten von Büchern glücklich zu sein, das charakterisiert diesen Mann und auch seine calvinistische Nachkommenschaft. Reformierte haben alles aus der Kirche entfernt, um uneingeschränkte Aufmerksamkeit dem Wort zu widmen, und alles aus den Schränken geräumt, um darin Bü­cher unterzubringen. Dass Calvin immer wieder darauf zurück­kommt, dass der Glaube nicht nur ein Gefühl, sondern auch Wis­sen ist, hat die Lesekultur in calvinistischen Kreisen verstärkt. Wer nämlich nicht studiert, ist auch nicht bekehrt. Daher sehen wir Calvin fast immer mit einem Buch in der Hand und weiteren Bü­chern um ihn herum abgebildet.</p>
<p>So verbrachte er seine Zeit in An­gouleme und Ferrara, schrieb Bücher, kaufte Bücher und erlitt hin und wieder Schmerzen, wenn er sie verkaufen musste. Seine Aka­demie in Genf erhielt später eine beeindruckende Bibliothek. Und solch ein reich gefüllter Schatz an Büchern wurde zum Maßstab für alle reformierten Einrichtungen später. Es wundert daher auch nicht, dass &#8211; wie Untersuchungen zeigen &#8211; reformierte Kinder an den Elementarschulen des 17. Jahrhunderts weit besser abschnitten als ihre lutherischen und katholischen Kameraden. Wenn man als reformiertes Kind in der Kirche sitzt, kann man nur zuhören oder lesen, etwas anderes gibt es nicht. Und zuhause sieht es kaum anders aus.</p></blockquote>
<p>Das Buch ist erhältlich z.B. bei <a href="http://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/Angebote/isbn=9783579064895&amp;sortOrder=autor" target="_blank">booklooker</a> oder <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3579064894/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3579064894&amp;linkCode=as2&amp;tag=num-21" target="_blank">Amazon</a>.</p>
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