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	<title>Zitate Archive - NIMM und LIES</title>
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	<title>Zitate Archive - NIMM und LIES</title>
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		<title>Was ist &#8222;typisch evangelisch&#8220;?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Sep 2026 07:49:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zitate]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was macht ein protestantisches Profil aus? „Protestantische Profile. Lebensbilder aus fünf Jahrhunderten“, herausgegeben von Klaus Scholder und Dieter Kleinmann Klaus Scholder und Dieter Kleinmann waren die Herausgeber des Buches Protestantische Profile. Es enthält 25 kurze protestantische Porträts unterschiedlicher Autoren. Darunter finden sich so unterschiedliche Persönlichkeiten&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/was-ist-typisch-evangelisch/18951">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/was-ist-typisch-evangelisch/18951">Was ist &#8222;typisch evangelisch&#8220;?</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Was macht ein protestantisches Profil aus?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><a href="https://www.amazon.de/Protestantische-Profile-Lebensbilder-f%C3%BCnf-Jahrhunderten/dp/3761082576">„</a></em><a href="https://www.amazon.de/Protestantische-Profile-Lebensbilder-f%C3%BCnf-Jahrhunderten/dp/3761082576">Protestantische Profile.</a><em><a href="https://www.amazon.de/Protestantische-Profile-Lebensbilder-f%C3%BCnf-Jahrhunderten/dp/3761082576"> Lebensbilder aus fünf Jahrhunderten“</a>, herausgegeben von Klaus Scholder und Dieter Kleinmann</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Klaus Scholder und Dieter Kleinmann waren die Herausgeber des Buches <em>Protestantische Profile</em>. Es enthält 25 kurze protestantische Porträts unterschiedlicher Autoren. Darunter finden sich so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Thomas Müntzer, Paul Gerhardt, Otto von Bismarck und Martin Niemöller. Berechtigt bleibt angesichts dieser Vielfalt die Frage, <em>„ob es dabei noch gemeinsame Merkmale unter diesen Persönlichkeiten gibt, die den Titel rechtfertigen?“</em> (S. 10).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Herausgeber machen dabei <strong>drei verbindende Eigentümlichkeiten</strong> aus, die wohl recht gut einen minimalen „protestantischen Konsens“ oder zumindest die vorhandene Schnittmenge dieser sehr unterschiedlichen und häufig auch kritikwürdigen Persönlichkeiten beschreiben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">1. Das Verhältnis zur Heiligen Schrift</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Die erste liegt in dem durchgehenden engen Verhältnis aller Porträtierten zur Heiligen Schrift. Es lässt sich kaum ermessen, was es für den Fortgang der abendländischen Geschichte bedeutete, dass die Reformation als Grundfigur der menschlichen Existenz das Modell der Zwiesprache zwischen dem Wort Gottes und dem einzelnen Menschen geschaffen hat. Dadurch, dass ihm ungeprüft keine andere Autorität, kein Pfarrer, auch die Kirche als ganze nicht für die Wahrheit bürgte, sondern dass jeder, wie es in der Speyerer Protestation heißt, ‚für sich selbst vor Gott zu stehen und Rechenschaft zu geben hat‘, wurde jedem einzelnen selbst die Verantwortung für seinen Glauben, sein Leben, sein Denken und Handeln zugewiesen. (&#8230;) Dieser Umgang mit der Schrift ist das erste und wichtigste Erbe Luthers und Calvins an den Protestantismus. Man kann diesen Punkt geradezu zum Kriterium erheben. Wo der Bezug auf die Schrift fehlt, da hat sich der Protestantismus so weit von der Reformation entfernt, dass er nurmehr Ideologie ist – noch immer geschichtsmächtig, aber kaum mehr erneuerungsfähig.“ (S. 10)</p>



<h2 class="wp-block-heading">2. Die Bindung des Gewissens</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Mit diesem (&#8230;) ist die zweite durchgehende Eigentümlichkeit eng verbunden. Sie liegt in dem Begriff der Gewissensethik. So verwirrend viele und auch widersprüchliche Meinungen auf dem Boden des Protestantismus erwuchsen – in einem Punkt sind sich alle Protestanten zu allen Zeiten einig gewesen. Es hat im protestantischen Lager niemals auch nur den Ansatz für eine Ethik gegeben, die bewusst auf die menschliche Schwäche und Verführbarkeit Rücksicht nahm (&#8230;). Vielmehr gehört zum Protestantismus die unbedingte Forderung des an Gottes Gebot gebundenen eigenen Gewissens als letzte und höchste Instanz des Handelns.“ (S. 11)</p>



<h2 class="wp-block-heading">3. Der Freimut, die eigene Überzeugung zu vertreten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Schließlich mag man in den Porträts noch einen weiteren Zug finden, der mehr oder weniger allen gemeinsam ist, und der möglicherweise zum spezifisch Protestantischen dieser Profile gehört. Das ist – ob wir nun Luther nehmen oder Philipp von Hessen, Johannes Kepler oder Johann Sebastian Bach, Friedrich Schleiermacher oder Bismarck – ein gewisser Freimut, ein unverkennbarer Hang, das selbst Erarbeitete und als richtig Erkannte freimütig zu vertreten und gegen alle Widerstände durchzusetzen. Vielleicht geht es zu weit, wenn man den Eigensinn als eine typisch protestantische Eigentümlichkeit bezeichnet – aber wer die Unerbittlichkeit und Hartnäckigkeit innerprotestantischer Auseinandersetzungen bis in unsere Tage hinein verfolgt, der wird jedenfalls eine entsprechende Neigung schwerlich bestreiten können.“ (S. 11)</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein gemeinsames protestantisches Profil</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Herausgeber fassen ihre Beobachtungen schließlich in einem Satz zusammen:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Der selbständige Umgang mit der Heiligen Schrift, die unbedingte Geltung des Gewissens und ein oft genug mühsam erkämpfter Freimut – diese drei Eigentümlichkeiten ergeben über die Jahrhunderte hinweg das typisch protestantische Profil.“</em> (S. 11)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr: <a href="https://www.amazon.de/evangelisch-Grundbegriffe-Glaubens-Siegfried-Kettling/dp/3765595373">&#8222;Typisch evangelisch&#8220; ist ein Buch von Siegfried Kettling, das auf die gleiche Frage aus theologischer Sicht blickt. </a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/was-ist-typisch-evangelisch/18951">Was ist &#8222;typisch evangelisch&#8220;?</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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		<title>Das Leiden von Christus und den Christen &#8211; von Dietrich Bonhoeffer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2026 10:54:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[Bonhoeffer]]></category>
		<category><![CDATA[Dietrich Bonhoeffer]]></category>
		<category><![CDATA[Haft]]></category>
		<category><![CDATA[Leid]]></category>
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		<category><![CDATA[Schmerz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Es ist unendlich viel leichter, im Gehorsam gegen einen menschlichen Befehl zu leiden als in der Freiheit eigenster verantwortlicher Tat. Es ist unendlich viel leichter, in Gemeinschaft zu leiden als in Einsamkeit. Es ist unendlich viel leichter, öffentlich und unter Ehren zu leiden als abseits&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/das-leiden-von-christus-und-den-christen-von-dietrich-bonhoeffer/18949">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Es ist unendlich viel leichter, im Gehorsam gegen einen menschlichen Befehl zu leiden als in der Freiheit eigenster verantwortlicher Tat. Es ist unendlich viel leichter, in Gemeinschaft zu leiden als in Einsamkeit. Es ist unendlich viel leichter, öffentlich und unter Ehren zu leiden als abseits und in Schanden. Es ist unendlich viel leichter, durch den Einsatz des leiblichen Lebens zu leiden als durch den Geist. Christus litt in Freiheit, in Einsamkeit, abseits und in Schanden, an Leib und Geist, und seither viele Christen mit ihm.&#8220;</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Aus <em>&#8222;Nach zehn Jahren. Rechenschaft an der Wende zum Jahr 1943</em>&#8222;, eine Denkschrift, die Bonhoeffer für seine engsten Freunde verfasst hat. Sie überstand das Ende des Krieges unendeckt und wurde zum Ersten Mal von Eberhard Bethge 1951 in <a href="https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1000943180?ProvID=15326506&amp;gad_source=1&amp;gad_campaignid=23456584738&amp;gbraid=0AAAAADwkCX4712HMpWGYR9GL0BccHJJje&amp;gclid=CjwKCAjwq8PVBhAKEiwA2i3SHafiHHq4XPjfvvVJcnpIIWWZdE2PHOgz0dYumScguEIVVIByIj-fERoC1xUQAvD_BwE">&#8222;Widerstand und Ergebung&#8220;</a> veröffentlicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Online findet sich der <a href="https://sumsinagro.de/nach_zehn_jahren">Text hier. </a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Was ich mir nicht wünsche von C.H. Spurgeon</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Jan 2026 20:50:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[C.H. Spurgeon]]></category>
		<category><![CDATA[Guter Rat für allerlei Leute]]></category>
		<category><![CDATA[Spurgeon]]></category>
		<category><![CDATA[Zitat]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ausschnitte aus &#8222;Guter Rat für allerlei Leute&#8220;, wo Spurgeon zum Schluss des Buches das auflistet, was er sich nicht wünscht: &#8222;Wenn es anderen Leuten gleich wäre und ich alles so haben könnte, wie ich es möchte, so wünschte ich mir nicht, dass mein argloses Buch&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/was-ich-mir-nicht-wuensche-von-c-h-spurgeon/18303">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ausschnitte aus<a href="https://info2.sermon-online.com/german/CharlesHaddonSpurgeon/Guter_Rat_Fuer_Allerlei_Leute_2015.pdf"> &#8222;Guter Rat für allerlei Leute&#8220;</a>, wo Spurgeon zum Schluss des Buches das auflistet, was er sich nicht wünscht:</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wenn es anderen Leuten gleich wäre und ich alles so haben könnte, wie ich es möchte, so wünschte ich mir nicht, dass mein argloses Buch von Kritikern verrissen würde, die nicht einmal die Ehrlichkeit gehabt haben, es zu lesen, sondern die sich ihr Urteil schon vorher gebildet haben, wie Simon der Einfältige es tat, als er zum Geschworenen gewählt wurde. (…)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich wählen könnte, so wünschte ich nicht, dass mir ein halbes Dutzend Seiten aus diesem Buch als Einwickelpapier um die Butter ins Haus gebracht würden. Sehr unwahrscheinlich ist es allerdings nicht, und so muss ich schon damit vorliebnehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte nicht mit zwei alten Gäulen pflügen, die eine Gelenkentzündung an den Beinen haben und kurzatmig sind und überhaupt nicht mehr zur Arbeit taugen(…)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wünschte mir nicht, eine Kuh mit einem Stutzschwanz in der Sommerzeit zu sein oder ein Knecht mit einem halben Dutzend Herren oder ein Prediger mit ungehobelten Tyrannen als Diakonen(…)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte kein Hund sein mit einem Blecheimer am Schwanz oder kein Wurm am Angelhaken oder kein Mann mit einem zänkischen Weib als Frau. Ich habe durchaus keine Lust, in den Rachen eines Krokodils oder in die Hände der Anwälte zu fallen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte nicht taub werden vom Tratsch der Nachbarschaft und nicht zu Tode gequält werden vom Zeitschriftenwerber, der mir ein Abonnement aufdrängen will, das ohne Ende fortbesteht wie die Schulden eines alten Trunkenboldes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch möchte ich nicht im Dienst bei einem Geizhals sein oder Arbeiter bei einem Brummbär oder Lakai bei einem Angeber oder Schmarotzer bei einem reichen Tollkopf. Ich möchte nicht Armengeld beantragen müssen.(…) </p>



<span id="more-18303"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte nicht mit dem Hut in der Hand umhergehen, um zu betteln, oder Geld borgen oder ein Tagedieb sein oder wie ein Mensch leben, dem man alles aufladen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So übel es mir geht, habe ich doch keine Lust, mich zu verändern, wenn ich nicht bestimmt weiß, dass ich mich dadurch verbessern werde. (…)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch möchte ich nicht Lehrer bei verzogenen Kindern oder ein von Hunden geplagter Ochse oder eine Henne sein, die Enten ausgebrütet hat. Noch schlimmer dran ist freilich ein Prediger, der schläfrige Zuhörer hat; er jagt mit toten Hunden und fährt mit hölzernen Pferden. Man könnte ebenso gut mit schlafenden Rindern wie mit schlafenden Menschen Gottesdienst halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte nicht zur Fußmatte oder zum Putztuch werden oder mich zu schmutzigen Dingen hergeben, um mich bei großen Leuten beliebt zu machen. Es lüge, wer will, ich habe lieber die Wahrheit auf meiner Seite, auch wenn ich barfuß gehen muss. Unabhängigkeit und ein gutes Gewissen bei Salz und Brot sind besser als Sklaverei und Sünde bei Braten und Konfekt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte kein allgemeiner Packesel sein. Ich möchte nicht wie eine Gans gerupft werden und kein Aktienbesitzer sein. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte keine Orte besuchen, an denen ich nicht gern würde sterben wollen; auch wäre es mir nicht möglich zu leben, ohne eine wohlgegründete Hoffnung für die künftige Welt zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte nicht auf einem Pulverfass sitzen und dabei eine Pfeife rauchen, und doch tun das jene, die um ihr Seelenheil völlig unbekümmert sind, während das Leben doch so ungewiss ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"> Auch möchte ich mir nicht mein Schicksal auf Erden wählen, sondern es Gott überlassen, es für mich zu bestimmen; ich würde mir sonst bei aller meiner Klugheit das Schlimmste aussuchen, während Gottes Wahl immer die beste ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Über Absurditäten der Bibelkritik</title>
		<link>https://nimm-lies.de/ueber-absurditaeten-der-bibelkritik/18238</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Dec 2025 14:28:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[Bibelkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes-Evangelium]]></category>
		<category><![CDATA[Prophetie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich bin im Johannes-Kommentar von John Carson auf dieses Zitat von A. H. N. Green-Armytage gestoßen, der in seinem wenig bekannten Werk über die Entstehung des Johannes-Evangeliums (John Who Saw: a Laymun’s Essay on the Authorship of the Fourth Gospel ) eine wertvolle Beobachtung über die&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/ueber-absurditaeten-der-bibelkritik/18238">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ich bin im Johannes-Kommentar von John Carson auf dieses Zitat von A. H. N. Green-Armytage gestoßen, der in seinem wenig bekannten Werk über die Entstehung des Johannes-Evangeliums    (<em>John Who Saw: a Laymun’s Essay on the Authorship of the Fourth Gospel</em> ) eine wertvolle Beobachtung über die Dimension der Bibelkritik gibt, die die Zuverlässigkeit nahezu jedes Bibeltextes hinterfragt. Ganz im Sinne von Bultmann behaupten viele die Steile These, dass „Wir <em>(&#8230;) über das Leben und die Persönlichkeit Jesu so gut wie nichts wissen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine These, die nüchtern betrachtet, fern jeglicher sinnhaften Argumentation ist:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Es gibt eine Welt – ich behaupte nicht, eine Welt, in der alle Gelehrten leben, aber doch eine, in die alle von ihnen sich bisweilen verirren und die manche von ihnen offenbar dauerhaft bewohnen – die nicht die Welt ist, in der ich lebe.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>In meiner Welt schließt niemand daraus, dass eine Zeitung von der anderen abgeschrieben haben muss oder dass die Abweichungen in der Darstellung eine esoterische Bedeutung hätten, wenn </em>The Times <em>und </em>The Telegraph<em> dieselbe Geschichte in etwas unterschiedlicher Form berichten. In der Welt, von der ich spreche, würde man genau das als selbstverständlich voraussetzen. Dort wird keine Geschichte jemals aus Tatsachen abgeleitet, sondern immer nur aus irgendjemandes Version derselben Geschichte.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>In meiner Welt wird fast jedes Buch – abgesehen von einigen derjenigen, die von Regierungsstellen herausgegeben werden – von einem einzigen Autor verfasst. In jener Welt wird fast jedes Buch von einem Ausschuss produziert, und manche sogar von einer ganzen Reihe von Ausschüssen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>In meiner Welt:  Wenn ich lese, dass Mr. Churchill im Jahre 1935 gesagt hat, Europa steuere auf einen verheerenden Krieg zu, lobe ich seinen Weitblick. In jener Welt wird keine Weissagung, so vage sie auch formuliert sein mag, jemals vor dem Ereignis gemacht, sondern immer erst danach.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>In meiner Welt sagen wir: </em>„Der Erste Weltkrieg fand von 1914 bis 1918 statt.“<em> In jener Welt sagen sie: </em>„Die Weltkriegs-Narrativbildung nahm im dritten Jahrzehnt des zwanzigsten Jahrhunderts Gestalt an.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>In meiner Welt leben Männer und Frauen ziemlich lange – siebzig, achtzig, ja sogar hundert Jahre – und sie sind mit etwas ausgestattet, das man Erinnerung nennt. In jener Welt hingegen (so scheint es) kommen sie ins Dasein, schreiben ein Buch und vergehen sogleich wieder, alles im Handumdrehen; und man vermerkt es mit Verwunderung über sie, dass sie „</em>Spuren primitiver Überlieferung bewahren“<em> in Bezug auf Dinge, die sich gut innerhalb ihrer eigenen erwachsenen Lebenszeit ereignet haben.&#8220; </em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kompatibilität von Vorsehung und Verantwortung als Argument gegen den Calvinismus?</title>
		<link>https://nimm-lies.de/kompatibilitaet-von-vorsehung-und-verantwortung-als-argument-gegen-den-calvinismus/16205</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Sep 2025 13:44:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[Calvinismus]]></category>
		<category><![CDATA[Freier Wille]]></category>
		<category><![CDATA[Kompatiblität]]></category>
		<category><![CDATA[Komplementarität]]></category>
		<category><![CDATA[Vorherbestimmung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was ist Kompatibilität? Ein Sperling fällt zu Boden. Diese Tat geschieht nicht ohne Gottes Willen (Mt. 10,29-31). Und doch starb dieser Sperling ja nur, weil ein Knabe seine Schleuder ausgepackt hat und einen guten Treffer gelandet hat. &#8211; Das ist ein Beispiel, dass alle Dinge&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/kompatibilitaet-von-vorsehung-und-verantwortung-als-argument-gegen-den-calvinismus/16205">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Was ist Kompatibilität?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Sperling fällt zu Boden. Diese Tat geschieht nicht ohne Gottes Willen (Mt. 10,29-31). Und doch starb dieser Sperling ja nur, weil ein Knabe seine Schleuder ausgepackt hat und einen guten Treffer gelandet hat. &#8211; Das ist ein Beispiel, dass alle Dinge nur passieren, weil Gott es will, und doch wollen (oder wollen wir nicht) die Dinge, die wir tun und handeln frei. Selbst wenn wir gezwungen handeln, sind wir oft sehr unterschiedlichen Zwängen unterschiedlich stark ausgeliefert, die je nach Stimmung, Laune, Wetter&#8230; Wie kompliziert die Bewertung bereits unseres eigenen Willens ist, wird bereits durch eine einfache Frage deutlich: Wie ist eigentlich der zu werten, der immer launisch und eigenwillig ist? Ist er frei und autonom oder getrieben von den eigenen Begierden? Und wer treibt eigentlich die Begierden an?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Offensichtlich existiert beides immer synchron: Einerseits unsere Verantwortung, unsere Entscheidungen, unsere Wünsche, Taten, Handlungen, unser Wille und andererseits geschieht nichts von dem, was Gott nicht will, dass es geschieht, und alles geschieht nur, weil Gott will, dass es geschieht. Manche wollen hier lieber die Formulierung &#8222;weil Gott es zulässt&#8220; haben, es ist keine Formulierung, die ich gerne nutze, aber für diesen Artikel sollte das auch eine zulässige Möglichkeit sein. Bitte lass dich nicht vom Lesen des Artikels davon abhalten. Wir können dafür auch davon sprechen, dass nichts geschieht, ohne dass Gott es zulässt. (<a href="https://www.glaubend.de/vorsehung/">Mehr dazu hier.</a>)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beides ist gleichzeitig da, ohne dass klar ist, wie es zueinander kompatibel ist. Dieses Konzept wird meistens mit dem Label<strong> &#8222;Kompatibilität&#8220;</strong> oder <strong>&#8222;Komplementarität&#8220;</strong>, gelegentlich auch als Kompatibilismus versehen. Die im weiteren Verlauf des Artikels aufgeführten Quellen deute ich so, dass diese Begriffe häufig, wenn auch nicht immer, synonym verstanden werden. Ich wähle für diesen Artikel den Begriff Kompatibilität, weil er kürzer ist.</p>



<span id="more-16205"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist übrigens nicht das einzige Thema, an dem wir an Grenzen stoßen, diese zu vereinbaren: Jesus Christus, wahrer Mensch und ewiger Gott! Und das gleichzeitig! Ein Mensch, der müde wird, und auf einem Boot einschläft, und der Gott, dem Wind und Meer gehorcht. Ein Mensch, der stirbt, und als Gott Herrscher über den Tod. Beides ist vollständig kompatibel, ohne dass wir das auflösen können. Das Gleiche gilt auch für die Heilige Schrift. Christen sind überzeugt davon, dass die Bibel sowohl Gottes Wort ist und damit ewig und vollkommen, als auch Menschenwort, sodass man an jedem Bibelbuch die typischen Eigenschaften des Autors erkennen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Fragen sind auch nicht nur auf die  theologische Sphäre beschränkt, sondern finden sich auch in der Schöpfung: Ist das Licht Welle oder Teilchen? Ist der Mensch Kreatur oder Person? </p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Hauptsache Kompatibilität?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das bisher Geschilderte dürfte ziemlicher Konsens sein &#8211; Selbst viele Nicht-Christen vertreten so ein Modell, und ersetzen die Vorsehung Gottes z.B. mit dem Schicksal, einer unpersönlichen Gottheit oder Ähnliches. Im Wesentlichen kenne ich niemanden, der ernsthaft dieses Modell in Frage stellt. Vielleicht findet sich jemand unter meinen Lesern. Gerne darfst du mir dein Modell im Kommentar oder auch als persönliche Nachricht vorstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und doch wäre es ein Trugschluss zu denken, dass nichts mehr zu sagen wäre über Vorsehung und Verantwortung, wenn man bereits (irgend eine Art von) Kompatibilität vertritt. Wie wir zeigten, ist es möglich, &#8222;Kompatibilität&#8220; zu sagen, aber nicht Gott &#8222;auf die Vorsehungsseite&#8220; zu stellen, sondern ein unpersönliches Schicksal. Oder aber man beschwört geradezu die Kompatibilität und geht von einem emanzipierten unabhängigen Willen des Menschen aus, so als hätte dieser gar keinen Sündenfall erlebt, so als wäre die Erbsünde bedeutungslos für den Willen des Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Überlegungen haben mir sehr geholfen, nicht zu verzweifeln, wenn ich in der Bibel so viel über Gottes Souveränität lese. Gerade seine Allmacht ist der Ausweg aus jeglicher Art von Determinismus. Denn Gott ist da und Gott ist frei, um mit F. Schaeffer zu sprechen<a href="https://www.glaubend.de/den-calvinisten-der-gegenwart-zur-selbstpruefung-empfohlen/"> (Mehr dazu hier)</a>. Wir werden nicht mehr besorgt sein über die Allmächtige Vorsehung Gottes, wenn uns klar wird, dass es die Fürsorge eines liebenden Vaters ist, der selbst unsere Haare gezählt hat. Entsprechend bekommen wir auf die Vorsehung, und auch auf die schweren Wege Gottes nur einen befreienden Zugang (wenn überhaupt), wenn wir Gott selbst besser kennenlernen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In ähnlicher Weise lohnt es sich über &#8222;seinen Willen&#8220; nachzudenken. Der Versuch, den Willen des Menschen als eine Art neutrale Instanz darzustellen, kann man anhand der Schrift leicht wiederlegen. Der ganze Mensch benötigt Vergebung und Erlösung, auch seinen Willen. Doch die Betrachtungen gehen weiter, z.B. ist es äußerst hilfreich, den Willen des Menschen vor und nach seiner Wiedergeburt zu betrachten. <a href="https://www.glaubend.de/die-vier-zustaende-des-menschen/">(Mehr dazu hier.)</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin überzeugt davon, dass es sich lohnt, mehr über das Zusammenspiel von unserem Willen und Gottes Willen nachzudenken. Seit Jahren versuche ich mein Glück als Hobby-Gärtner und erlebe in kleinem, was Landwirte seit Jahrhunderten wiederfährt: Eine Ernte gibt es nur durch Harte Arbeit. Und doch wäre jegliche harte Arbeit umsonst, wenn Gott nicht das Gedeihen gibt. Ich konnte dieses Jahr einiges an Tomaten ernten, obwohl die Jungpflanzen von einem späten Sommerhagel beinahe zerstört wurden. Das war auch einer sorgfältigen Bemühung um die verletzten Pflanzen zu verdanken. Doch auch mein größtes Bemühen konnte meine Pflanzen nicht davor bewahren, dass die Früchte durch den starken Regenfälle des Septembers sämtlich eingingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und was ist eigentlich mit unseren Gaben? Weil du so viel trainierst und Kraft darein steckst, bist du ein guter Chorsänger oder ein guter Prediger? Doch vergessen wir nicht, was Paulus lehrt<strong><em>: &#8222;Denn wer hat dich vorgezogen ? Was hast du aber, daß du nicht empfangen hast ? So du es aber empfangen hast, was rühmst du dich denn, als ob du es nicht empfangen hättest ?&#8220;</em></strong> (1. Kor. 4,7).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Paulus von seinem eigenen Dienst spricht, gelingt es ihm sowohl Gottes Wirken wie seinen Einsatz gleichermaßen zu sehen: <strong><em>“Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin; und seine Gnade mir gegenüber ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern die Gnade Gottes, die mit mir ist.”</em></strong> (1. Korinther 15,10).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese beiden Textstellen sollen zeigen, wie üblich und letztlich alle Lebenssituationen durchziehend die Tatsache sind, dass in unserem allem Wirken, Denken &#8211;  was auch immer wir tun, bereits Gottes Wirken dabei ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kompatibilität vs. Calvinismus?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Absicht meines Artikels ist es aber, auf eine Beobachtung einzugehen, die mir in letzter Zeit mehrfach wiederfuhr. Gerade die obigen allzu offensichtlichen Darstellung zur Kompatibilität wurden vorhergebracht, um gegen den Calvinismus zu argumentieren. Die Kompatibilität war ein zentrales Argument gegen die Lehre der Vorherbestimmung. Um ein relativ populäres Beispiel zu nenne, wäre das Buch &#8222;Vorherbestimmt?&#8220; von Lennox zu nennen &#8211; Lennox geht zwar einerseits im Buch soweit, auch den Kompatibilismus zu bekämpfen, führt aber gleichzeitig auch aus: <em>„Gottes Vorkenntnis oder Prädestination nicht als Minderung der menschlichen Verantwortung“ </em>(<a href="https://www.evangelium21.net/media/1722/sind-einige-dazu-vorherbestimmt-das-schlimmste-ueber-die-reformierte-theologie-zu-glauben">S. 113</a>, zitiert in dieser Besprechung des Buchs). Hinweis: Lennox scheint ein gewisses Unbehaben um die Kompabilität zu besitzen, muss aber immer wieder darauf zurückgreifen und spricht davon, dass auch wenn der Verrat Jesu vorherbestimmt war, und doch Judas vollständig verantwortlich war &#8211; das wird bei ihm zu einem zentralen Argument gegen jegliche Art an Vorherbestimmung, so als wäre, wie Carson in seiner Rezension korrekt hinweis, irgendein calvinistischer Autor der Meinung, Judas wäre frei von jeglicher Verantwortung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe sowohl selber Anti-Calvinistischen Beiträgen beigewohnt wie auch regelmäßig davon gehört, wo gerade der Verweis auf die Kompatibilität als Hauptargument gedient hat. &#8222;Es ist nicht ein Entweder &#8211; Oder, es handelt sich in der Bibel um ein Sowohl als Auch&#8220;, sagte ein Prediger und meinte damit Vorherbestimmung und Freien Willen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Redner bedeutet das dann meist, dass man die Extremen von Arminianismus und Calvinismus meidet, sozusagen von keiner Seite vom Pferd fallen möchte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich kaufe ich keinem so allzu schnell ab, dass er nun nach einer bereits oberflächlichen Betrachtung der Bibel bereits die Lösung auf Konflikte hat, die die Kirchengeschichte nun seit Jahrhunderten prägen. Dennoch haben mich Argumente dieser Art lange in Verlegenheit gebracht. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Kompatibilismus oder gründliche Exegese?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das aufgezeichnete Dilemma aufzulösen. Ich habe bereits skizziert, dass eine bloße Bestätigung der Kompatibilität nicht beweist, dass man ein gründlich fundiertes und ein biblisches Modell der Kompatibilität vertritt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt aber gibt es auch Momente, wo Fragen nach der Vereinbarkeit von Vorherbestimmung und Freien Willen in den Hintergrund tretten müssen. Der biblische Text an sich, so wie er von uns gelesen wird, muss immer am Anfang allen Verständnisses stehen. Es kann kein Blanco-Check für allgemeine Antworten werden. Wenn ich frage: Wie ich gerettet werde und antworte: Es ist sowohl Gottes Gnade wie auch menschliche Verantwortung, gebe ich zwar eine pauschale Antwort, bemühe mich aber nicht um eine gründliche Darstellung, wie Bibel die Errettung darstellt, ob nun bereits als ewigen Ratschluss Gottes vor Grundlegung der Welt, ob in der durch Prophetie angekündigten und minituiös aussgeführten Heilsplan durch die Rettungstat Christi, ob durch die täglichen Wirkungen des Heiligen Geistes in meinem Herzen mich für Gott zu gewinnen &#8211; man könnte so viel darüber reden wie großartig Gottes Rettung des Sünders ist. Stattdessen sagt man: Gott hat so viel getan, nun liegt es an dir! Und keiner bemüht sich wesentlich darum, zu erklären, was mit „so viel getan&#8220; gemeint ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wäre schade, wenn wir die Bibel gar nicht zu Wort kommen lassen, weil wir ihr von vornherein ein theologisches Modell überstülpen. Die Bibel sollte mein theologisches Modell formen und nicht umgekehrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Betroffen sind davon einzelne Bibelstellen, aber nicht nur: Natürlich kann ich erklären, dass mit &#8222;Ich habe Esau gehasst&#8220; in Röm 9,13 nicht ein einzelner Mensch, sondern eine ganze Nation gemeint ist, wenn man die Parallelstelle aus Mal. 1.3-4 hinzuzieht. Aber man darf doch dabei nicht übersehen, dass Gott weiterhin seine besondere Beziehung zu seinem Volk wahrt, und aktiv sich dem ganzen Volk Edom in den Weg stellt, in einer Weise, wie er es bei seinem Volk nicht tut, man vergleiche nur Mal. 1,4: <em>“Wenn Edom sagt: Wir sind zerschmettert, werden aber die Trümmerstätten wieder aufbauen, so spricht der HERR der Heerscharen: S<strong>ie werden bauen, ich aber werde niederreißen. </strong></em>” (Maleachi 1,4). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Um ein Beispiel aus einem neutraleren Feld zu nehmen. Wir wissen, Jesus ist sowohl Mensch als auch Gott. Und diese Kompatiblität ist richtig und wahr. Dennoch wird es mir wenig nützen, darauf zu verweisen, dass Jesus ja Gott ist, wenn ich Texte wie Heb. 4,15 (“Denn wir haben nicht einen Hohen Priester, der nicht Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem in gleicher Weise wie wir versucht worden ist, doch ohne Sünde.” ) vor mir habe. Denn hier wird ein Bereich seiner menschlichen Natur abgesteckt. Seine göttliche Natur, die kann ja sowieso nicht versucht werden! (Jak. 1,13!). Doch als Mensch er wurde versucht und blieb immer ohne Sünde! </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur weil wir die Kompatibilität vertreten, dürfen wir nicht unterschiedslos werden im Bezug auf die Verheißungen Gottes, so als wären Sie unterschiedslos und gleichermaßen für alle gültig. Oder wollen wir etwa sagen, dass Jer. 31,3 unterschieslos für Christen wie Nicht-Christen gültig ist:<em> “Der HERR ist mir erschienen von ferne: Ich habe dich je und je geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.”</em> (Jeremia 31,3)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Zeit ist mir klar geworden, dass man im Kompatibilismus dann ein Argument gegen den Calvinismus sieht, wenn man mit dem Konzept des Bundes nicht vertraut ist. Man kann sehr unterschiedlich vom Evangelium reden, aber das Evangelium ist auch, dass Gott nun in eine vertraute Beziehung zu seinem Volk zieht. Gott hat eine exklusive, nahe, persönliche Beziehung zu seinem Volk. Sein Volk ist seine Braut, sein Kind, sein Haus, sein Weinstock. Es sind hier sehr viele unterschiedliche Bilder, die aber immer wieder in die gleiche Kerbe schlagen: eine exklusive Bundesbeziehung. Und über diesem Bund einen oberflächlichen Kompatiblismus zu überstülpen ist nahezu unmöglich &#8211; Lasst es uns versuchen: Gott schließt einen Bund mit dir und nun schließt du einen Bund mit Gott? So als wären Schöpfer und Geschöpf auf einer Ebene. Als wäre der Bundesschluss nicht eine souveräne Entscheidung zu unseren Gunsten &#8211; lange, als wir noch Feinde waren. Um mit Paulus zu sprechen:<em> “Denn wenn wir, als wir Feinde waren, mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes, so werden wir viel mehr, da wir versöhnt sind, durch sein Leben gerettet werden.” (</em>Römer 5,10). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich muss gestehen, dass es mir selbst ein bisschen schwer fällt, diese Gedanken in der Kürze eines Artikels zusammenzufassen. Ich möchte vor allem den Aspekt zur Sprache bringen, dass wir ein unvollständiges Bild vom Zusammenwirken von Verantwortung und Gnade in unserem Heil sehen werden, wenn wir nicht eine gründliche Betrachtung von Gottes Bundesbeziehung zu seinem Volk durchführen. Aus diesem Grunde bemühte ich mich um eine Übersetzung eines Essays zu diesem Thema von J.I. Packer (<a href="https://www.glaubend.de/zur-bundestheologie-von-j-i-packer/">mehr dazu hier</a>). Ich hoffe insgesamt einen jeden Leser ermutigt zu haben, mehr und ausführlicher und geduldiger in Gottes Wort zu blicken.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Reformatorische Darstellungen des Kompatibilismus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Da das hier immer noch ein Literatur-Blog ist, möchte ich auf einige ausführliche calvinistische Schilderungen des Kompatibilismus näher eingehen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">C.H. Spurgeon: &#8222;Verteidigung des Calvinismus&#8220;</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das Kapitel 12 aus Spurgeons Autobiographie<a href="https://clv.de/Alles-zur-Ehre-Gottes/256671"> &#8222;Alles zur Ehre Gottes&#8220;</a> ist sicher ein Klassiker, und wird gelegentlich als Einzelschrift aufgelegt. Hier schreibt Spurgeon:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das System der Wahrheit, das in der Heiligen Schrift offenbart ist, ist nicht eine gerade Linie; es sind zwei. Und niemand wird jemals eine richtige Sicht des Evangeliums erhalten, bevor ernicht gelernt hat, beide Linien zugleich zu sehen. Zum Beispiel leseich in einem Buch der Bibel: »Und der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme; wer will, nehme das Wasser des Lebens umsonst.« Und doch lerne ich an einer anderen Stelle desselben inspirierten Wortes Gottes, dass es nicht »an dem Wollenden noch an dem Laufenden« liegt, »sondern an dem begnadigenden Gott«. An der einen Stelle sehe ich, wie Gott in seiner Vorsehung über allem steht, und doch sehe ich auch – und ich kann nicht daran vorbei –, dass der Mensch handelt, wie er will, und dass Gott sein Handeln in einem großen Maße ihm selbst und seinem eigenen freien Willen überlassen hat. Wenn ich nun auf der einen Seite behaupten würde, dass der Mensch so frei ist in seinem Handeln, dass es keine Kontrolle Gottes über sein Tun gäbe, dann wäre ich sehr gefährlich nahe anden Atheismus herangekommen. Wenn ich auf der anderen Seite erklären würde, dass Gott alle Dinge so sehr überwacht, dass der Mensch nicht frei genug ist, um selbst verantwortlich zu sein, dann wäre ich sofort beim Antinomismus oder Fatalismus. Dass Gott vorherbestimmt und dass der Mensch doch selbst verantwortlich ist, sind zwei Tatsachen, die nur wenige klar sehen. Man hält sie für unvereinbar miteinander und für Widersprüche, aber sie sindes nicht. Der Fehler liegt in unserem schwachen Beurteilungsvermögen. Zwei Wahrheiten können sich nicht gegenseitig ausschließen. Wenn ich also an einer Stelle der Bibel finde, dass alles von oben her bestimmt ist, dann ist das wahr. Wenn ich dann aneiner anderen Stelle finde, dass der Mensch für alle seine Taten verantwortlich ist, dann ist auch das wahr. Es ist einzig und allein meine Dummheit, die mich dazu bringt zu denken, diese beidenWahrheiten könnten sich jemals widersprechen. Ich glaube nicht, dass sie je auf irgendeinem irdischen Amboss zu einer einzigen Wahrheit zusammengeschmiedet werden können, aber sie werden sicher in der Ewigkeit eins sein. Sie sind zwei Linien, die so parallel sind, dass der menschliche Verstand ihnen so weit, wie es geht, folgen kann, ohne zu sehen, dass sie sich jemals treffen. Aber sie treffen sich und werden eins, irgendwo in der Ewigkeit, nahe bei demThron Gottes, wo alle Wahrheit entspring&#8220; (C.H. Spurgeon, Alles zur Ehre Gottes, S. 141f)</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade dieses gleichzeitige Sehen von Vorherbestimmung und Verantwortung ist es, was Calvin für Spurgeon zu einem guten Ausleger macht. Über ihn schreibt Spurgeon &#8211; eine Auszeichnung, die sich wohl jeder Schriftausleger wünschen würde:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">In seinen Auslegungen ist er nicht immer das, was die heutigen Menschen „calvinistisch“ nennen würden; das heißt: Wo die Schrift die Lehre von Vorherbestimmung und Gnade bezeugt, weicht er in keiner Weise zurück. Da jedoch manche Schriftstellen den Eindruck menschlicher freien Handlung und Verantwortung tragen, scheut er sich nicht, auch deren Sinn mit voller Fairness und Redlichkeit auszulegen. Er war kein Beschneider und Zurechtstutzen von Bibelstellen. Er gab deren Bedeutung so wieder, wie er sie verstand. (Eigene Übersetzung aus <a href="https://www.preceptaustin.org/spurgeon-commenting-on-commentaries">commenting and commentaries</a>)</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich können wir nicht ohne Augustinus bleiben. Thomas Schirrmacher zitiert ihn in einem seiner eigenen Artikel die Kompatiblität von Vorherbestimmung und Verantwortung, die selbst bereits lesenswert sind, wie z.B. <a href="https://thomasschirrmacher.info/theologie/praedestination-und-freie-wille/">hier</a>: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Wer da behauptet, die Gnade hebe den freien Willen auf, begreift nicht, dass er den Wil­len nicht festigt, sondern haltlos treiben läßt.“ </p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="margin: 0px; padding: 0px;">Augustinus war bem</span>üht, gerade den Willen der Menschen vor Gott zu betrachten. Eine sehr ausführliche Besprechung mit vielen Zitaten aus &#8222;das Geschenk des Ausharrens&#8220; findet sich <a href="https://nimm-lies.de/zitate-aus-de-dono-perservantiae/14745">hier</a> auf dem Blog, und wird hier nicht erneut wiederholt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erneut wiederholen möchte ich aber, wie<a href="https://nimm-lies.de/jesus-predigen-nicht-irgendwas/14909"> Wilhelm Busch in &#8222;Jesus predigen &#8211; nicht irgendwas&#8220; den Kompatibilismus zur Sprache bringt: </a></p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Da sagt Gottes Wort in Jesaja 45,22: „Wendet euch zu mir aller Welt Enden, so werdet ihr errettet.“ Wer nun etwa über solch einen Text predigt, der soll dieses Wort Gottes so stehen lassen. Er soll rufen und reden, als sei die Bekehrung ganz und gar in die Entscheidung des Hörers gelegt. Gewiss, in Jeremia 31,18 lesen wir: „Bekehre du mich, so werde ich bekehrt.“ Und wir alle kennen Luthers Erklärung des 4. Artikels: „Ich glaube, dass ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesum Christum, meinen Herrn, glauben oder zu Ihm kommen kann, sondern der Heilige Geist…“ – Es wäre aber nun völlig verfehlt, diese biblische Wahrheit hier auszusprechen in einer Predigt über Jesaja 45,22. In diesem Wort haben wir einen klaren Ruf Gottes an die Gewissen vor uns, der in dieser Eindeutigkeit stehen bleiben muss. Die andere Wahrheit muss in ihrer ganzen Einseitigkeit stehen bleiben muss.&nbsp;<em>Die andere Wahrheit muss in ihrer ganzen Einseitigkeit verkündigt werden</em>&nbsp;bei einer Bibelstunde über Jeremia 31,18.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurz, wir dürfen die anschauliche Einseitigkeit eines Bibelwortes nicht durch lehrhafte Anbauten und Überbrückungen um seine Wirkung bringen. Sonst verschießen wir Pfeile, bei denen die Spitzen abgebrochen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin überzeugt, dass unser – oft gut gemeintes – lehrhaftes Bemühen manchen Bibeltext um seine Anschaulichkeit bringt.“</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Zu guter Letzt möchte ich Anthony Hoekema zitieren, der im Nachdenken darüber, ob der Mensch nun Person oder Geschöpf ist, diese Zeilen niederschrieb (das ausführliche Zitat ist aus <em>Anthony A. Hoekema, Created in God’s Image (Grand Rapids, MI; Cambridge, U.K.: William B. Eerdmans Publishing Company, 1994), 5–6.</em>): </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Die Schrift macht sehr deutlich, dass alle geschaffenen Dinge und alle geschaffenen Wesen völlig von Gott abhängig sind. „Du [Gott] hast den Himmel gemacht, den Himmel der Himmel samt ihrem ganzen Heer, die Erde und alles, was auf ihr ist, die Meere und alles, was in ihnen ist; und du erhältst sie alle“ (Neh 9,6, RSV). Dass Gott alle seine Geschöpfe erhält, auch die Menschen, bedeutet, dass sie für ihr weiteres Dasein von ihm abhängig sind. In seiner Rede an die Athener bestätigt Paulus, dass Gott „allen das Leben und den Odem und alles gibt“ und dass „in ihm leben, weben und sind wir“ (Apg 17,25.28). Paulus sagt damit: Unseren Atem selbst verdanken wir Gott; wir existieren nur in ihm; in jeder Bewegung, die wir machen, sind wir von ihm abhängig. Wir können keinen Finger rühren außerhalb des Willens Gottes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mensch ist jedoch nicht nur ein Geschöpf, sondern auch eine Person. Person zu sein bedeutet, eine gewisse Eigenständigkeit zu besitzen – nicht absolute, sondern relative. Person zu sein heißt, Entscheidungen treffen zu können, sich Ziele zu setzen und sich auf diese Ziele zuzubewegen. Es bedeutet, Freiheit zu besitzen – zumindest in dem Sinn, dass man eigene Entscheidungen treffen kann. Der Mensch ist kein Roboter, dessen Weg völlig von äußeren Kräften bestimmt ist; er besitzt die Fähigkeit zur Selbstbestimmung und Selbstlenkung. Person zu sein heißt – um den bildhaften Ausdruck Leonard Verduins zu gebrauchen – ein „Geschöpf der Wahl“ zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusammenfassend ist der Mensch sowohl Geschöpf als auch Person; er oder sie ist eine geschaffene Person. Dies ist nun das zentrale Geheimnis des Menschen: Wie kann der Mensch zugleich Geschöpf und Person sein? Geschöpf zu sein bedeutet, wie wir gesehen haben, absolute Abhängigkeit von Gott; Person zu sein bedeutet relative Selbstständigkeit. Geschöpf zu sein bedeutet, dass ich keinen Finger rühren oder ein Wort sprechen kann außerhalb Gottes; Person zu sein bedeutet, dass, wenn meine Finger bewegt werden, ich sie bewege, und dass, wenn Worte durch meine Lippen ausgesprochen werden, ich sie ausspreche. Geschöpf zu sein bedeutet, dass Gott der Töpfer ist und wir der Ton (Röm 9,21); Person zu sein bedeutet, dass wir es sind, die durch unsere eigenen Entscheidungen unser Leben gestalten (Gal 6,7–8).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe dies das zentrale Geheimnis des Menschen genannt, weil es uns zutiefst geheimnisvoll erscheint, dass der Mensch zugleich Geschöpf und Person sein kann. Abhängigkeit und Freiheit scheinen uns unvereinbare Begriffe zu sein. Wir gestehen zu, dass ein Kind im Säuglingsalter völlig von seinen Eltern abhängig ist; aber wir stellen fest, dass dieses Kind, je mehr es in Richtung größerer Freiheit und Reife wächst, desto weniger von seinen Eltern abhängig wird. Das können wir verstehen. Aber wie sollen wir uns eine Beziehung vorstellen, in der völlige Abhängigkeit von Gott und persönliche Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen, weiterhin Hand in Hand gehen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn wir rational nicht begreifen können, wie es möglich ist, dass der Mensch zugleich Geschöpf und Person ist, ist doch klar, dass wir genau das denken müssen. Die Leugnung einer der beiden Seiten dieses Paradoxons wird dem biblischen Bild nicht gerecht. Die Bibel lehrt sowohl das Geschöpfsein des Menschen als auch seine Personalität. Manchmal spricht sie den Menschen als Geschöpf an, zum Beispiel, wenn sie von Gott als dem Töpfer und vom Menschen als dem Ton redet (Röm 9,21). Häufiger jedoch spricht sie ihn als Person an: „Wählt euch heute, wem ihr dienen wollt“ (Jos 24,15); „So bitten wir nun an Christi Statt: Lasst euch versöhnen mit Gott“ (2 Kor 5,20).</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Os Guinness über die Denkfaulheit der Evangelikalen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Aug 2025 21:00:24 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
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		<category><![CDATA[Os Guinness]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>T. Schirrmacher zitiert diese prägnanten Sätze von Os Guinness aus &#8222;Des Teufels Fehde-Handschuh&#8220; in der Präambel seiner umfangreichen Ethik (bd1). „Haben Sie jemals eines jener osteuropäischen Länder besucht, wo die Milizionäre stets zu dritt herumlaufen? Damit hat es, wie man sagt, folgende Bewandtnis: Der erste&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/os-guinness-ueber-die-denkfaulheit-der-evangelikalen/17960">Weiterlesen</a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">T. Schirrmacher zitiert diese prägnanten Sätze von Os Guinness aus &#8222;Des Teufels Fehde-Handschuh&#8220; in der Präambel <a href="https://www.cbuch.de/Schirrmacher-Ethik-Paket/860257?srsltid=AfmBOor-6y-Jz0I-y1V05am2m2-9LwtVcx0ELlHa10E6SkQWLmHVfcC5">seiner umfangreichen Ethik (bd1).</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Haben Sie jemals eines jener osteuropäischen Länder besucht, wo die Milizionäre stets zu dritt herumlaufen? Damit hat es, wie man sagt, folgende Bewandtnis: Der erste kann lesen, der zweite ist des Schreibens kundig und der dritte hat die Aufgabe, die beiden gefährlichen Intellektuellen im Auge zu behalten. Heute geht es in vielen Kirchengemeinden ähnlich zu. Wer mehr als zwei Minuten lang intelligent redet und dabei pro Minute mehr als einen Gedanken äußert, gilt als ein gefährlicher, ungebremster Intellektueller. Die heutige Kirche steht jedoch vor großen Problemen und Schwierigkeiten, und diese müssen im Licht des Wortes Gottes als auch der aktuellen Lage der Welt gründlich durchdacht werden. Wir müssen davon Abstand nehmen, auf schwere Fragen einfache Antworten zu geben, und die Bereitschaft aufbringen, zu beten, nachzudenken und geistige Schwerstarbeit zu leisten, damit wir unseren gegenwärtigen Standort bestimmen und erkennen können, was der Herr von uns möchte.“</em></p>
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		<title>Gottes Vorsehung entschuldigt unsere Bosheit nicht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Jul 2025 15:31:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biblische Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[Zitate]]></category>
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		<category><![CDATA[Plan Gottes]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer eine reformierte Sicht des Zusammenspiels von Gottes Vorsehung und Dingen wie Zufall, dem Bösen, menschlicher Verantwortung sucht handelt sicherlich nicht falsch wenn er zu Calvins Institutio zeigt. In den Kapiteln 16 bis 18 widmet sich Calvin dem Thema der Vorsehung. Zunächst wird die Lehre&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/gottes-vorsehung-entschuldigt-unsere-bosheit-nicht/17871">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Wer eine reformierte Sicht des Zusammenspiels von Gottes Vorsehung und Dingen wie Zufall, dem Bösen, menschlicher Verantwortung sucht handelt sicherlich nicht falsch wenn er zu Calvins Institutio zeigt. In den Kapiteln 16 bis 18 widmet sich <a href="http://www.calvinismus.ch/ubersicht/unterricht-in-der-christlichen-religion/buch-1/">Calvin dem Thema der Vorsehung.</a> Zunächst wird die Lehre von der Vorsehung definiert: Es ist Gottes Erhaltung seiner Schöpfung. das biblische Bild von der Schöpfung ist nicht einfach bloß ein Theistisches als hätte ein großer Erschaffer einmal einen Knopf gedrückt und nun arbeitet ein äußerst komplexer Mechanismus ganz autonom ein Programm ab &#8211; Nein die Bibel zeichnet ein Bild, dass die Schöpfung auch nicht einen Augenblick bestehen kann, wenn sie nicht durchgehend erhalten würde (Heb. 1,3 man vgl. aber auch die vielen weiteren Beispieltexte die Calvin zu dieser These aufführt).</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kapitel 16 bespricht Calvin nun das Zusammenspiel von Menschlicher Verantwortung und Gottes Vorsehung. Wem die griechischen und römischen Sagen und Legenden nur am Rande bekannt sind, wird über die große Obsession der Antike überrascht sein, dass der Einzelne einem Unabänderlichen Schicksal ausgeliefert ist. Genau da greift Calvin ein und zitiert einige bekannte &#8222;Klassiker&#8220;. Das christliche Modell von Gottes Souveränität und ist selbstverständlich komplexer,freier, gründlicher. In jedem Fall ist Gottes absolute Vorsehung und Kontrolle niemals eine Ausrede für das was wir anrichten. Daran lässt Calvin keinen Zweifel übrig. Ein Auszug aus dem dritten Abschnitt vom 16 Kapitel des ersten Buches der Institutio. <a href="http://www.calvinismus.ch/ubersicht/unterricht-in-der-christlichen-religion/buch-1/">Das vollständige erste Buch findet sich kostenfrei im Web.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Wem solche Bescheidenheit zuteil geworden ist, der wird weder um der Widerwär­tigkeiten vergangener Zeiten willen gegen Gott murren, noch auch die Schuld für die Übeltaten auf ihn schieben, wie es Agamemnon bei Homer tut: </em>„Ich bin dessen nicht schuld, sondern Zeus und das Schicksal!“ <em>Er wird sich auch nicht wie jener Jüngling bei Plautus, wie vom Schicksal dahingerissen, verzweifelt ins Verderben stürzen:</em> „Unbeständig ist das Los der Dinge, nach Willkür handelt das Schicksal am Menschen; ich will mich zum Felsen begeben, um mit meinem Leben der Sache ein Ende zu machen!“<em> Auch wird er nicht nach dem Beispiel eines anderen mit dem Na­men Gottes seine Untaten beschönigen. So spricht es Lyconides in einer anderen Ko­mödie (des Plautus) aus:</em> „Gott war der Anstifter, ich glaube, die Götter haben es so gewollt; denn ich weiß: hätten sie es nicht gewollt, so wäre es nicht geschehen!“<em> Nein, er wird aus der Schrift forschen und lernen, was Gott gefällt, um unter Führung des Geistes danach sich auszustrecken; er wird zugleich bereit sein, Gott zu folgen, wohin er ihn ruft, und damit zeigen, daß nichts heilsamer ist, als diese Lehre zu kennen.</em></p>



<span id="more-17871"></span>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gottlose Leute machen mit ihren Albernheiten einen Aufruhr, so dass sie sozu­sagen beinahe Himmel und Erde durcheinander werfen:</em> „Wenn der Herr doch den Zeitpunkt unseres Todes bestimmt hat, so kann man ihm nicht entgehen, und alle Vorsichtsmaßnahmen sind vergebliche Mühe!“ <em>Wenn also der eine einen Weg mei­det, den er als gefährlich kennt, um nicht von Räubern umgebracht zu werden, – wenn der andere den Arzt holt und sich um Arzneien bemüht, um sein Leben zu er­halten, – oder wenn wieder ein anderer sich schwererer Speisen enthält, um seine schwache Gesundheit zu schonen, – oder wenn einer Bedenken trägt, ein baufälliges Haus zu beziehen, – oder wenn wir alle miteinander Wege ersinnen und mit großer Anstrengung überlegen, um zu bekommen, was wir begehren – dann sind das (nach ihrer Meinung) lauter sinnlose Mittel, mit denen man Gottes Willen zu ändern be­gehrt; oder aber Leben und Tod, Gesundheit und Krankheit, Frieden und Krieg und alles andere, das Menschen erstreben oder hassen und deshalb mit großem Fleiß zu erlangen oder fernzuhalten streben, wird gar nicht von seinem gewissen Entscheid bestimmt! Ja, man hält dann auch die Gebete der Gläubigen für verkehrt, ja für überflüssig — da man ja in ihnen um Gottes Leitung in solchen Dingen bittet, die Gott doch seit aller Ewigkeit festgelegt hat! Kurz, alle Vorkehrungen für die Zukunft hebt man auf, als im Widerspruch zu Gottes Vorsehung stehend – da diese auch ohne Rücksicht auf sie schon beschlossen habe, was geschehen soll. Und was wirklich geschieht, das schreibt man der Vorsehung Gottes derart zu, dass man dabei den Menschen entschuldigt, der es doch gewiss mit Überlegung angerichtet hat. Da bringt ein Meuchelmörder einen rechtschaffenen Bürger ums Leben – er hat, so sagt man, Gottes Rat ausgeführt! Da hat jemand gestohlen oder die Ehe gebrochen – er ist ein Knecht der Vorsehung Gottes, denn er hat getan, was von dem Herrn vorgesehen und bestimmt war! Da lässt ein leichtsinniger Sohn seinen Vater sterben, ohne sich um Heilmittel zu bemühen – er konnte ja Gott nicht widerstehen, der es von Ewigkeit her so beschlossen hatte! Auf diese Weise heißen dann alle Untaten Tugenden, weil sie ja angeblich der Anordnung Gottes dienen!</em></p>
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		<title>&#8222;Warum ich bei den Brüdern geblieben bin&#8220; von F.F. Bruce</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Jun 2025 08:48:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gemeindebau]]></category>
		<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[Brüderbewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Brüdergemeinde]]></category>
		<category><![CDATA[F.F. Bruce]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeindemitgliedschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zitat]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Da ich mehr über F.F. Bruce wissen wollte, von dem ich vor kurzem ein Werk vorgestellt habe, bin ich auf eine ihm und seinem Werk geweihte Seite gestoßen. Auf dieser Wiederum fand ich zwei Essays unterschiedlicher Länge, in der Bruce seine Zugehörigkeit zur Brüderbewegung erläutert.&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/warum-ich-bei-den-bruedern-geblieben-bin-von-f-f-bruce/17777">Weiterlesen</a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">Da ich mehr über F.F. Bruce wissen wollte, von dem ich vor <a href="https://nimm-lies.de/review-hard-sayings-of-the-bible/17760">kurzem ein Werk </a>vorgestellt habe, bin ich auf eine <a href="https://www.ffbruce.com/">ihm und seinem Werk geweihte Seite</a> gestoßen. Auf dieser Wiederum fand ich zwei Essays unterschiedlicher Länge, in der Bruce <a href="https://www.ffbruce.com/who-are-the-bretheren/">seine Zugehörigkeit zur Brüderbewegung erläutert.</a> Der kürzere Essay mit dem Titel &#8222;Warum ich bei den Brüdern geblieben bin&#8220; sprach mir ganz aus dem Herzen. Regelmäßig tritt auch an mich die Frage heran, warum ich eine Evangeliums-Christen-Baptisten Gemeinde besuche. Wie Bruce brachte mich die Frage in Schwierigkeiten, nicht weil die Frage an sich schwer zu beantworten ist, sondern weil ich nichts so recht damit anfangen kann und mich etwa dafür rechtfertigen müsste, so als wären die Evangeliums-Christen außerhalb der christlichen Orthodoxie. Bruce Statement hilft mir konkreter zu antworten, auch wenn natürlich die Brüderbewegung nicht vollständig mit den Evangeliums-Christen zu vergleichen ist, und ich mir wünschen würde, dass meine Ortsgemeinde den ersten von Bruce genannten Aspekt mehr leben würde. Der zweite Aspekt wird in Gemeinden &#8222;unseres Musters&#8220; aber wirklich so gelebt, wie Bruce es in den britischen Brüdergemeinen erlebt hat. Ich übersetze den Text &#8222;Why I have stayed with the Brethren&#8220; vollständig:</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Obwohl mir diese Frage von Zeit zu Zeit gestellt wird, fällt es mir schwer, sie zu beantworten, weil ich Zweifel an ihren Implikationen habe. Kirchlich gesprochen gehöre ich (1) zur universalen Kirche und (2) zur örtlichen Gemeinde, die sich in der Crescent Road in Stockport trifft; und kirchlich gesprochen gehöre ich zu nichts anderem. Die einzige Alternative zur Zugehörigkeit zur universalen Kirche wäre, den einst überlieferten Glauben zu verleugnen; und wenn man mich fragt, warum ich in der Gemeinde an der Crescent Road in Stockport bleibe, muss meine Antwort lauten: „Wenn du diese Gemeinde kennen würdest, müsstest du gar nicht fragen, warum ich bleibe!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin seit fünf bis sechs Jahren Mitglied der Gemeinde an der Crescent Road, aber ich gehöre seit vielen Jahren bereits Gemeinden desselben allgemeinen Musters an. Und wenn Leute mich fragen: „Warum bleibst du bei den Brüdern?“, meinen sie damit: „Warum bleibst du bei Gemeinden dieses besonderen Musters?“ Und dann muss ich nach einer Antwort suchen, denn es ist mir nie in den Sinn gekommen, eine Mitgliedschaft in einer Gemeinde mit einem anderen Muster zu suchen. Zweifellos spielt dabei auch eine gewisse Trägheit eine Rolle; Menschen neigen dazu, in der Gemeindegemeinschaft zu bleiben, in der sie begonnen haben, es sei denn, sie haben einen zwingenden Grund, zu wechseln – und einen solchen Grund habe ich nie bewusst verspürt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wenn ich über die Sache nachdenke, entdecke ich einige positive Gründe, zu bleiben, und ich kann zwei davon nennen, die in meinen Augen erhebliches Gewicht haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der eine Grund ist, dass ich in diesen Gemeinden dazu ermutigt werde, meine Zugehörigkeit zur universalen Kirche anzuerkennen. Es wird mir nie suggeriert, dass „unsere Denomination“ oder „unser Kreis von Versammlungen“ einen besonderen Anspruch auf meine Loyalität hätte – jenseits des Anspruchs, an dem meine Mitgeschwister weltweit teilhaben. Hier finde ich einen Rahmen, in dem echte christliche Einheit aufrichtig und vorbehaltlos gelebt werden kann. Zu einer Gemeinde dieses Musters dürfen alle Gläubigen an unseren Herrn kommen und dürfen sicher sein, um Seinetwillen willkommen zu sein; und es wäre mir unerträglich, einer Gemeinde anzugehören, die nicht alle aufnimmt, die Christus aufgenommen hat. Aus einer Gemeinde dieses Musters heraus kann ich Gemeinschaft mit allen Gläubigen an unserem Herrn haben, ohne irgendeinen „konfessionellen Grundsatz“ zu kompromittieren – denn in einer solchen Gemeinde gibt es keine konfessionellen Grundsätze, die man kompromittieren könnte. Vor dem Hintergrund meiner weiten Erfahrung mit gelegentlicher Gemeinschaft in Gemeinden unterschiedlichster Ausprägung ruht meine Überzeugung darin, dass eine Gemeinde dieses Musters für mich die richtige ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der andere positive Grund ist, dass ich in diesen Gemeinden eine Atmosphäre geistlicher und intellektueller Freiheit gefunden habe, die mir so angenehm und geradezu belebend erscheint, dass ich bezweifle, ob sie anderswo ihresgleichen fände. Ich weiß auch, dass diese Erfahrung nicht nur mir eigen ist, oder nur den Gemeinden, denen ich im Laufe der Jahre glücklicherweise angehören durfte. In einem Brief, den er 1961 als Vorsitzender des Komitees an die Mitglieder der „Young Men’s Bible Teaching Conference“ sandte, schrieb Dr. W. M. Capper: „Eines der Dinge, die viele von uns zu den Christlichen Brüdern hinzieht, ist ihre Weite – nicht ihre Enge.“ Mit angemessener Zurückhaltung hinsichtlich der Verwendung des Begriffs „die Christlichen Brüder“ sage ich zu diesen Worten: Amen.</p>
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		<title>Sag uns nicht, was du tun willst – tu es einfach</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Jun 2025 20:24:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[Adams]]></category>
		<category><![CDATA[Homiletik]]></category>
		<category><![CDATA[Jay Adams]]></category>
		<category><![CDATA[Predigthinweise]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer wieder entdecke ich Interessantes in meiner Logos-Bibliothek. So das Journal of Pastoral Practice, eine Zeitschrift aus den 80ern, die von Jay Adams herausgegeben wurde, und über einen für jeden im Gemeindedienst aktiven Mitarbeiter interessanten Mix an Themen schreibt. Praktische Themen werden genauso besprochen wie&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/sag-uns-nicht-was-du-tun-willst-tu-es-einfach/17766">Weiterlesen</a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">Immer wieder entdecke ich Interessantes in meiner Logos-Bibliothek. So das Journal of Pastoral Practice, eine Zeitschrift aus den 80ern, die von Jay Adams herausgegeben wurde, und über einen für jeden im Gemeindedienst aktiven Mitarbeiter interessanten Mix an Themen schreibt. Praktische Themen werden genauso besprochen wie Hinweise für die Seelsorge gegeben. Medizin genauso, wie Themen die das weltweite Christentum beschäftigen. Ein zentraler Aspekt der Zeitschriften scheint immer das Predigen gewesen zu sein. Adams hat ja ursprünglich als Homiletik-Professor am Westminster Seminary angefangen. <a href="https://www.glaubend.de/eine-erinnerung-an-jay-adams/">Mehr über Jay Adams erfährt ihr in diesem Artikel.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das zweite Heft des Jahres 1981 enthält eine interessante Beobachtung über das Predigen, die heute nur noch aktueller ist. Nämlich den zeitlichen Verschleiß der mit unterschiedlich platzierten Vorreden verbracht wird. Ich gebe den vollständigen Text des Artikels wieder (Transparenzhinweis: Übersetzung mit Hilfe von ChatGPT). Jay Adams schreibt:</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;<em>Ich habe bei Predigern eine recht weit verbreitete Tendenz beobachtet, die häufig genug auftritt, um einen eigenen Namen zu verdienen. Ich nenne sie: Vorreden. Vorreden sind die schlechte Angewohnheit, anzukündigen, was man gleich tun wird – <strong>und das ohne guten Grund</strong> (achte auf diese wichtige fett gesetzte Einschränkung).</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich möchte zwei häufige Formen solcher Vorreden beim Predigen nennen:</em></p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Wenn der Prediger seine Gliederungspunkte im Voraus ankündigt;</li>



<li>Wenn er vorher sagt, dass er gleich ein Beispiel bringen wird.</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ein Beispiel für den ersten Fall ist genau das, was ich im vorherigen Absatz getan habe. Lies ihn noch einmal, und du wirst sehen, was ich meine. Und um den zweiten Punkt zu illustrieren, könnte ich jetzt sagen: „Lass mich dir ein Beispiel dafür geben, was ich meine“ (natürlich habe ich das, wie du siehst, gerade eben getan).</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Doch was ist falsch an diesen Vorreden? Wenn es keinen triftigen Grund dafür gibt, unterbrechen sie den Gedankengang dessen, was gesagt wird – denn sie lenken die Aufmerksamkeit weg vom Inhalt und hin zur Struktur, durch die der Inhalt vermittelt wird.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Manche Homiletiker haben törichterweise behauptet, ein Prediger müsse in jeder Predigt alle seine Punkte im Voraus nennen. Warum? Weil sie es sagen, darum. Einen anderen vernünftigen Grund gibt es nicht. Auch ein biblisches Vorbild für diese Praxis lässt sich nicht finden. Du kannst die Schrift durchsuchen – du wirst keinen einzigen Fall finden, in dem jemand sagt: „Heute Morgen möchte ich euch drei Tatsachen über die Hölle mitteilen“ (oder was auch immer). So etwas kommt einfach nicht vor. Und es kommt nicht vor, weil es nicht vorkommen sollte. Solche Vorreden bringen keinen Nutzen, sondern richten Schaden an.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich habe jedoch eine Einschränkung erwähnt: Man sollte Punkte nur dann im Voraus nennen, wenn und nur wenn dadurch der Inhalt gefördert wird. Das heißt zum Beispiel: Wenn es „zwei und nur zwei Schritte“ zur Bewältigung eines bestimmten Verhaltensmusters gibt (etwa: ablegen und anziehen), und es wichtig ist zu betonen, dass es weder mehr noch weniger sind, dann werden die Schritte und ihre Anzahl selbst zum Teil des Inhalts.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Nur dann ist es sinnvoll, Gliederungspunkte anzukündigen: Wenn das Wissen um diese Punkte selbst in gewisser Weise zur Aussage beiträgt. Andernfalls lenken Vorreden und Ankündigungen nur ab.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Dasselbe gilt auch für das Ankündigen von Beispielen und Veranschaulichungen. Es ist grundsätzlich falsch, es sei denn, es verfolgt einen besseren Zweck, als dem Redner Zeit zum Nachdenken zu verschaffen (das sollte längst vor dem Gang auf die Kanzel geschehen sein). Es gibt natürlich Situationen, in denen es hilfreich sein kann, darauf hinzuweisen, dass man gleich ein Beispiel geben wird. Etwa so: „Das Beispiel, das ich gleich nenne, trifft nicht immer zu und gilt auch nicht für jeden. Frag dich beim Zuhören also, ob es auf dich zutrifft.“ In einem solchen Fall, in dem es für den Hörer wichtig ist, das Kommende entsprechend einzuordnen, kann die Vorrede nützlich – ja sogar entscheidend – sein.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Doch die meisten Vorreden – ob von Beispielen, Gliederungspunkten oder Bibeltexten – sind Füllmaterial. Und genau das macht viele Predigten langweilig und wenig einladend: Füllmaterial.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Daher gebe ich dir jetzt folgenden Rat: Hör auf, uns zu sagen, was du tun willst – tu es einfach. Kündige keine Punkte an, sondern bring sie; kündige keine Beispiele an, sondern gib sie – und deine Predigten werden flüssiger und kraftvoller sein.&#8220;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">aus: Jay E. Adams, „Don’t Tell Us What You Are Going to Do—Do It“, <em>The Journal of Pastoral Practice</em> 5, Nr. 2 (1981): 113–114.</p>
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		<title>Trostworte aus &#8222;Ich bin der Herr dein Arzt&#8220; über die Wahl des Kreuzes.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sergej Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Mar 2025 13:11:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[C.H.Spurgeon]]></category>
		<category><![CDATA[Ich bin der Herr dein Arzt]]></category>
		<category><![CDATA[Leid]]></category>
		<category><![CDATA[Schmerz]]></category>
		<category><![CDATA[Trauer]]></category>
		<category><![CDATA[Trost]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl des Kreuzes]]></category>
		<category><![CDATA[Züchtigung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn einem Nachts das Fieber befällt, greift man zu Ibuprofen, bei anhaltendem Husten zur Thymian-Salbe und bei Schlaflosigkeit zu einem Baldrian Tee. Es gibt Situationen, da tut Medizin gut, ja wahre Wunder. Das erlebt man auch an tröstlichen Büchern. Man sollte sich angewöhnen, die gleiche&#8230; <a class="read-more" href="https://nimm-lies.de/trostworte-aus-ich-bin-der-herr-dein-arzt-ueber-die-wahl-des-kreuzes/17498">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/trostworte-aus-ich-bin-der-herr-dein-arzt-ueber-die-wahl-des-kreuzes/17498">Trostworte aus &#8222;Ich bin der Herr dein Arzt&#8220; über die Wahl des Kreuzes.</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Wenn einem Nachts das Fieber befällt, greift man zu Ibuprofen, bei anhaltendem Husten zur Thymian-Salbe und bei Schlaflosigkeit zu einem Baldrian Tee. Es gibt Situationen, da tut Medizin gut, ja wahre Wunder. Das erlebt man auch an tröstlichen Büchern. Man sollte sich angewöhnen, die gleiche &#8222;ich greife zum Medikament&#8220;-Mentalität in geistlichen Krisen/Krankheiten/Schwächen zu entwickeln. Ein Buch zu dem ich während geistlicher Unpässlichkeit greife, ist <a href="file:///C:/Users/pauli/Desktop/256323_ich-bin-der-herr-dein-arzt_download.pdf">&#8222;Ich bin der Herr den Arzt&#8220; von C.H. Spurgeon.</a> Die Tage habe ich wieder einige Seiten daraus gelesen. Das kurze Werk enthält kurze Lektionen, die häufig nur eine halbe bis höchstens 2 Seiten lang sind. Einzige Ausnahme ist das einleitende Kapitel <em>&#8222;Die Wahl des Kreuzes&#8220;,</em> das blickt ein bisschen tiefer, theologischer auf die Frage des Leids. Hier finden sich viele wertvolle Gedanken, gleich vom ersten Bissen entfaltet diese Medizin ihre Wirkung, ich zitiere vom Beginn des Werkes, über die Wahl des Kreuzes.:</p>


<a class="wp-block-read-more" href="https://nimm-lies.de/trostworte-aus-ich-bin-der-herr-dein-arzt-ueber-die-wahl-des-kreuzes/17498" target="_self">Weiterlesen<span class="screen-reader-text">: Trostworte aus &#8222;Ich bin der Herr dein Arzt&#8220; über die Wahl des Kreuzes.</span></a>


<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Alle Kinder Gottes werden gezüchtigt; aber nur selten dürfen sie wie David die Rute auswählen, aus einer Anzahl von Trübsalen die leichteste aussuchen. Gewöhnlich erscheint uns gerade das Kreuz, das uns auferlegt ist, als das schwerste. »Ich weiß wohl«, heißt es, »dass wir Trübsal haben müssen, aber mein gegenwärtiges Leiden ist das schwerste, das mich treffen konnte. Jedes andere Kreuz könnte ich leichter tragen.« </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der eine sagt: »Ach, körperliche Schmerzen wollte ich gerne ertragen.« Der andere meint: »Na ja, arm wollte ich gerne sein, wenn ich nur gesund wäre!« Der Dritte erklärt: »Spott und Verfolgung von den Gottlosen wollte ich mir gerne gefallen lassen, aber Armut ist doch zu schwer zu ertragen.« Und so weiter. Der Herr aber hat alles für jeden geordnet. Wir sind nicht die Herren, sondern die Knechte in seinem Haus und haben nur zu gehorchen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber stelle dir einmal vor, du dürftest wählen! Du würdest dann die Wahrheit des Sprichworts erfahren: »Wer die Wahl hat, hat die Qual.« Wählst du körperliche Krankheit? Sag nicht so schnell: »Ja!« Ich weiß, was Krankheit ist, und auch, wie unerträglich sie sein kann. Dann etwa Armut? Mancher weiß ein Lied von ihr zu singen, und zwar kein frohes. Es ist ganz gewiss kein Vergnügen, abends nicht zu wissen, woher am folgenden Morgen das Geld für Nahrung und Kleidung kommen soll, und von wohltätigen Spenden abhängig zu sein. Oder wählst du Schmach und Verleumdung? Die können sogar einem starken Mann das Herz brechen. Oder soll es etwa der Verlust deiner Lieben sein? Möchtest du wirklich, dass der Gefährte oder die Gefährtin deines Lebens dir genommen wird oder dass dir ein Kind vom Herzen gerissen wird? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn du die Wahl unter all diesen Kreuzen hättest, ginge es dir wohl wie den Eltern, die aufgefordert wurden, eines ihrer zehn Kinder einem an­deren zu überlassen. Das erste Kind konnten sie nicht hergeben, denn es war der Stammhalter; das zweite nicht, weil es ein sehr zartes Mädchen war; das dritte war seiner Mutter Ebenbild und das vierte war ganz besonders lieb. Und so ging es fort bis zum Nesthäkchen, das noch an der Brust seiner Mutter lag und das man ihr natürlich gar nicht nehmen konnte. So hätten auch wir gegen jedes Kreuz einen besonderen Einwand, und die Wahl des Kreuzes allein wäre schon »ein schweres Kreuz«. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu würden wir uns wahrscheinlich ein schlimmeres Kreuz wählen als das, was wir schon tragen müssen. Unser erstes Gefühl wäre: Wir müssen unser bisheriges Kreuz loswerden; wir sind dieses Kreuz leid, und wir meinen, jede Veränderung werde auch eine Verbesserung sein. Wir sehen, wie unser Freund unter seinem Kreuz so fröhlich ist, und wünschen uns an seine Stelle. Aber glaube mir: Gott hat die Last deinem Rücken und deinen Rücken der Last angepasst, und ein Vertauschen der Last brächte für dich und deinen Freund nur Nachteile.&#8220;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nimm-lies.de/trostworte-aus-ich-bin-der-herr-dein-arzt-ueber-die-wahl-des-kreuzes/17498">Trostworte aus &#8222;Ich bin der Herr dein Arzt&#8220; über die Wahl des Kreuzes.</a> erschien zuerst auf <a href="https://nimm-lies.de">NIMM und LIES</a>.</p>
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