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Was ich mir nicht wünsche von C.H. Spurgeon

Ausschnitte aus „Guter Rat für allerlei Leute“, wo Spurgeon zum Schluss des Buches das auflistet, was er sich nicht wünscht:

„Wenn es anderen Leuten gleich wäre und ich alles so haben könnte, wie ich es möchte, so wünschte ich mir nicht, dass mein argloses Buch von Kritikern verrissen würde, die nicht einmal die Ehrlichkeit gehabt haben, es zu lesen, sondern die sich ihr Urteil schon vorher gebildet haben, wie Simon der Einfältige es tat, als er zum Geschworenen gewählt wurde. (…)

Wenn ich wählen könnte, so wünschte ich nicht, dass mir ein halbes Dutzend Seiten aus diesem Buch als Einwickelpapier um die Butter ins Haus gebracht würden. Sehr unwahrscheinlich ist es allerdings nicht, und so muss ich schon damit vorliebnehmen.

Ich möchte nicht mit zwei alten Gäulen pflügen, die eine Gelenkentzündung an den Beinen haben und kurzatmig sind und überhaupt nicht mehr zur Arbeit taugen(…)

Ich wünschte mir nicht, eine Kuh mit einem Stutzschwanz in der Sommerzeit zu sein oder ein Knecht mit einem halben Dutzend Herren oder ein Prediger mit ungehobelten Tyrannen als Diakonen(…)

Ich möchte kein Hund sein mit einem Blecheimer am Schwanz oder kein Wurm am Angelhaken oder kein Mann mit einem zänkischen Weib als Frau. Ich habe durchaus keine Lust, in den Rachen eines Krokodils oder in die Hände der Anwälte zu fallen.

Ich möchte nicht taub werden vom Tratsch der Nachbarschaft und nicht zu Tode gequält werden vom Zeitschriftenwerber, der mir ein Abonnement aufdrängen will, das ohne Ende fortbesteht wie die Schulden eines alten Trunkenboldes.

Auch möchte ich nicht im Dienst bei einem Geizhals sein oder Arbeiter bei einem Brummbär oder Lakai bei einem Angeber oder Schmarotzer bei einem reichen Tollkopf. Ich möchte nicht Armengeld beantragen müssen.(…)

Ich möchte nicht mit dem Hut in der Hand umhergehen, um zu betteln, oder Geld borgen oder ein Tagedieb sein oder wie ein Mensch leben, dem man alles aufladen kann.

So übel es mir geht, habe ich doch keine Lust, mich zu verändern, wenn ich nicht bestimmt weiß, dass ich mich dadurch verbessern werde. (…)

Auch möchte ich nicht Lehrer bei verzogenen Kindern oder ein von Hunden geplagter Ochse oder eine Henne sein, die Enten ausgebrütet hat. Noch schlimmer dran ist freilich ein Prediger, der schläfrige Zuhörer hat; er jagt mit toten Hunden und fährt mit hölzernen Pferden. Man könnte ebenso gut mit schlafenden Rindern wie mit schlafenden Menschen Gottesdienst halten.

Ich möchte nicht zur Fußmatte oder zum Putztuch werden oder mich zu schmutzigen Dingen hergeben, um mich bei großen Leuten beliebt zu machen. Es lüge, wer will, ich habe lieber die Wahrheit auf meiner Seite, auch wenn ich barfuß gehen muss. Unabhängigkeit und ein gutes Gewissen bei Salz und Brot sind besser als Sklaverei und Sünde bei Braten und Konfekt.

Ich möchte kein allgemeiner Packesel sein. Ich möchte nicht wie eine Gans gerupft werden und kein Aktienbesitzer sein.

Ich möchte keine Orte besuchen, an denen ich nicht gern würde sterben wollen; auch wäre es mir nicht möglich zu leben, ohne eine wohlgegründete Hoffnung für die künftige Welt zu haben.

Ich möchte nicht auf einem Pulverfass sitzen und dabei eine Pfeife rauchen, und doch tun das jene, die um ihr Seelenheil völlig unbekümmert sind, während das Leben doch so ungewiss ist.

Auch möchte ich mir nicht mein Schicksal auf Erden wählen, sondern es Gott überlassen, es für mich zu bestimmen; ich würde mir sonst bei aller meiner Klugheit das Schlimmste aussuchen, während Gottes Wahl immer die beste ist.

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