Alle Artikel von “Sergej Pauli

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Thielicke über die Suche Gottes im Leiden

Aus „Wie die Welt begann“ von Helmut Thielicke. S.11-12:

„Aber auch dann, wenn der Knecht Gottes Hiob durch Katastrophen haus und Hof verliert, wenn ihm seine Kinder sterben und wenn Krankheit und Verzweiflung über ihn hereinbrechen, kann er das nicht mehr dumpf und passiv über sich ergehen lassen, so wie ein krankes Pferd einfach als stumme Kreatur leidet, sondern dann muss er auch das wieder sofort in eine Beziehung zu Gott bringen, muss er mit diesem Gott rechten, sich mit ihm auseinandersetzen und ihm die Frage entgegenschleudern: Warum lässt du das alles zu? ich habe dir immer treu gedient. Hast du denn gar kein Gefühl für Gerechtigkeit? Warum treibst du Schindluder mit mir?

Dadurch also, dass Hiob so alles, was er erlebt und erleidet, auf Gott beziehen muss, werden seine Leiden nur noch größer und abgründiger. Denn das Schlimmste sind für Hiob ja ar nicht seine juckenden Schwären, seine geschäftlichen Verluste und seine Familientragödie. Dagegen könnte vielleicht noch ein stoischer Gleichmut helfen. Das Aufwühlende und Quälende bei ihm kommt erst dadurch zustande, dass er Gott nicht mehr begreift, dass er irre an ihm wird und dadurch ins Leere und in die Sinnlosigkeit stürzt.

So ist es doch auch bei uns: Alles, auch das Schlimmste in unserem Leben, können wir einigermaßen und mit einer gewissen Tapferkeit ertragen, wenn wir es „annehmen“ können und einen Weg entdecken, um uns damit abzufinden. Aber es wird unerträglich und kann uns an den Rand des Wahnsinns bringen, wenn wir keinen Sinn mehr in dem finden, was wir leiden müssen, wenn wir damit hadern und uns die Frage überfällt.: Warum geschieht das gerade mir, warum werde ich von Pechsträhnen verfolgt, während andere, die keine Spur besser sind, immer wieder auf die Füße fallen und alles für sie genau richtig arrangiert ist? Krebs allein ist schon schlimm. Aber wer darüber hinaus noch mit der Frage fertig werden muss, warum Gott ihn zulässt, hat noch Schwereres zu tragen.

In solchen Lebenslagen, die jeder kennt, setzen wir uns im Grund mit Gott auseinander. Wer Gott einmal begegnet ist, kann gar nicht mehr anders, als sich ständig und in allen Situationen so mit ihm auseinanderzusetzen: Ihm einersets zu danken für viele Erfüllungen in sienem Lebrn; andererseits aber auch zu protestieren, wenn Gott zu versagen scheint; Ihn zu bitten, wenn wir Wünsche haben, aber ihn auch zu warnen, fall er sie nicht erfüllen sollte.“

Vgl. auch diese Einschätzung von Leid von W. Somerset Maugham.

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Honecker und der Pastor

Ich bin gegenwärtig langsam dabei, einige Traditionen für den Tag der deutschen Einheit zu entwickeln. Die Person von Erich Honecker hat einige faszinierende Elemente. Bereits 1935 wurde er wegen Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt – hier soll er bis zum Niedergang des Hitler-Regimes bleiben. Damals war er gerade mal 22 Jahre alt. Als Arbeiterkind war er sehr früh überzeugter Kommunist. Als gelernter Dachtedecker muss er in den letzten Kriegsjahren von Bomben zerstörte und gefährlich baufällige Dächer reparieren. Er wird als einer bekannt, der Verschüttete aus einstzurgefärdeten Kellern genauso furchtlos rettet wie hastig Brandstäbe von Hausdächern entfernt. (Quelle: Wikipedia).

Genau dieser Mann sollte die DDR prägen und formen wie kein anderer. Und genau dieser Mann erlebt während des Niedergangs der DDR eine äußerst ungewöhnliche Begegnung mit dem Evangelium.

Da er und vor allem seine Frau Margot, die ebenfalls Ministerin der DDR war, den liberalen Kurs Gorbatschows für den Spion des Westens (und Verräter am Sozialismus) halten und Honecker aufgrund gesundheitlicher Schwächen sowieso bereits auf dem absteigenden Gleis steht, werden sie während der Zeit des Mauerfalls nichts anderes als die berühmtesten Obdachlosen der Welt. Dass sie nun ausgerechnet von einer gläubigen Pastorenfamilie aufgenommen werden, kann man wohl als Ironie des Schicksals bezeichnen. Genau diese zehn Wochen, in denen die Honeckers beim Pastor untergebracht sind, zeichnet der Film „Honecker und der Pastor“ (2022) auf. Doch wie kam es dazu?

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Kompatibilität von Vorsehung und Verantwortung als Argument gegen den Calvinismus?

Was ist Kompatibilität?

Ein Sperling fällt zu Boden. Diese Tat geschieht nicht ohne Gottes Willen (Mt. 10,29-31). Und doch starb dieser Sperling ja nur, weil ein Knabe seine Schleuder ausgepackt hat und einen guten Treffer gelandet hat. – Das ist ein Beispiel, dass alle Dinge nur passieren, weil Gott es will, und doch wollen (oder wollen wir nicht) die Dinge, die wir tun und handeln frei. Selbst wenn wir gezwungen handeln, sind wir oft sehr unterschiedlichen Zwängen unterschiedlich stark ausgeliefert, die je nach Stimmung, Laune, Wetter… Wie kompliziert die Bewertung bereits unseres eigenen Willens ist, wird bereits durch eine einfache Frage deutlich: Wie ist eigentlich der zu werten, der immer launisch und eigenwillig ist? Ist er frei und autonom oder getrieben von den eigenen Begierden? Und wer treibt eigentlich die Begierden an?

Offensichtlich existiert beides immer synchron: Einerseits unsere Verantwortung, unsere Entscheidungen, unsere Wünsche, Taten, Handlungen, unser Wille und andererseits geschieht nichts von dem, was Gott nicht will, dass es geschieht, und alles geschieht nur, weil Gott will, dass es geschieht. Manche wollen hier lieber die Formulierung „weil Gott es zulässt“ haben, es ist keine Formulierung, die ich gerne nutze, aber für diesen Artikel sollte das auch eine zulässige Möglichkeit sein. Bitte lass dich nicht vom Lesen des Artikels davon abhalten. Wir können dafür auch davon sprechen, dass nichts geschieht, ohne dass Gott es zulässt. (Mehr dazu hier.)

Beides ist gleichzeitig da, ohne dass klar ist, wie es zueinander kompatibel ist. Dieses Konzept wird meistens mit dem Label „Kompatibilität“ oder „Komplementarität“, gelegentlich auch als Kompatibilismus versehen. Die im weiteren Verlauf des Artikels aufgeführten Quellen deute ich so, dass diese Begriffe häufig, wenn auch nicht immer, synonym verstanden werden. Ich wähle für diesen Artikel den Begriff Kompatibilität, weil er kürzer ist.

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DesiringGod Artikel – für Logos

In Kooperation mit Dreieinigkeit.de entstand diese Auswahl an Artikeln des Dienstes DesiringGod. Dabei konnten über 60 Artikel aus den eher praktischen Themenfeldern Bibellesen, Gebet, Ehe, Familie, Erziehung von einem Mix ganz unterschiedlicher Autoren von Carson, Piper bis Morse, Tripp und Begg veröffentlicht werden.

Dieses Modul soll nun generell kostenfrei für Logos-Nutzer verfügbar sein. Im Rahmen der Einführung gibt es aber für eine Auswahl an Logos Werken eine ordentliche Ermäßigung von 30% mit dem Code DGDE25. Es sind Werke, die insbesondere auch für Leser dieses Blogs interessant sein könnten. Insgesamt zeigen sie die nun endlich wirklich reichhaltige Auswahl an deutschsprachiger Literatur für Logos-Nutzer. Eine Auswahl der gegenwärtig ermässigten Werke:

Viel Freude beim Lesen.

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Guter Webstoff

In diesem Artikel möchte ich auf ein paar Neuentdeckungen guten Materials im World Wide Web aufmerksam machen, die ich ganz im Sinne der goldenen Honigtöpfe in den letzten Monaten neu (oder aufs neue) entdeckt habe.

Daily Dose of Greek

Von Daily Dose of Greek habe ich schon regelmäßig gehört, aber dass das Material dieser Seite so umfangreich ist, war mir bisher unklar. Die Seite stellt zahlreiches Begleitmaterial für das Buch „Beginning Greek“ von Merkle und Plummer zur Verfügung. Ich empfehle die Nutzung als App, dass jeden Tag eine Übersetzung eines Vers aus dem Neuen Testament in etwa zwei Minuten bespricht

Mit Daily Dose, Beginning Greek und Dobsons Learn New Testament Greek habe ich persönlich zum ersten Mal erfolgreich den Fuß in die Tür des biblischen Griechisch bekommen.

Andis Notizen

unter andis-notizen.de versteckt sich eine hervorragende Seite eines NAK-Aussteigers. Das Positive an der Webseite ist der apologetisch-missionarische Ton der das Evangelium wirklich leicht verständlich gerade an die weitergeben möchte, die noch wenig oder einen (vernebelten) Zugang zur Bibel haben. Ich habe mich sofort in die Seite verliebt und für mich als langjährigen Blogger war die Seite auch eine Erinnerung sich auch in meinen eigenen Artikeln nicht in „Details für Feinschmecker“ zu verlieren sondern wieder die Kernkompetenz des Evangeliums zu bedienen.

Übrigens ist für die nächste Zeit ein Interview mit dem Betreiber der Seite geplant. Lasst euch überraschen.

Sola Scriptura online

Ich bin dankbar für den Blog von Simon. Für mich ist es ein großer Trost zu wissen, dass er sieht, dass alle Tradition, die nicht auf der Schrift beruht, letztlich geistlich den Tod bringen wird. Tradition ohne Gottes Wort ist der Tod. Mir gefällt seine Konsequenz die Gedanken zuende zu denken: „Was ist wirklich biblisch“? Warum z.B. denken wir dass „Shorts“ unbiblisch sind. Simon macht sich die Mühe und analysiert Gottes Befehl „die Lenden zu umgürten“ – Und siehe da er kann eindeutig nachweisen, dass ein „Shorts-Verbot“ den Befehlen der Bibel wiederspricht. Siehe auch diesen Artikel.

Es muss aber ein zäher Kampf sein und ich hoffe sehr, dass er ihn aushält ohne zu verbittern.

Der Dienst von Pfarrer Markus Kimmer

Ich weiß nicht warum mir youtube diese Predigten vorschlug, aber Pfr. Kimmer haut richtig rein. Mir gefällt sein konkreter und durchdachter Predigtstil. Und (zumindest in dem was ich bisher sah) er trägt keinen Talar und Bäffchen! Das brachte ihm schon ganz viele Kudos ein. Ich hoffe noch einiges von ihm zu hören und plane einen Besuch seines Gottesdienstes ein (Es ist nämlich der übernächste Nachbarort). Fang doch mal mit dieser Predigt an!

Der Dienst von Aaron und Amy Speitelsbach

Zufällig durfte ich dieses langjährige Missionars-Ehepaar persönlich kennenlernen. Ihre aussendende Missionsgesellschaft Ethnos360 möchte gezielt bis jetzt unerreichte Völker und Stämme erreichen. Für mich war es ja neu, dass es so etwas noch gibt, aber es gibt noch eine ganze Menge Völker – Amy und Aaron dienen schon viele Jahre dem kleinen Stamm der Glaro, das auf dem Gebiet von Liberia lebt. Sie berichteten im kleinen Kreis über die Bemühungen an den Kindern, der Arbeit an einer Bibelübersetzung für die für die Sprache erst eine Schrift erstellt werden musste und ersten Bibelunterricht im Dschungel. Leider ist der Blog nicht mehr aktuell – aber die beiden sind immer noch dort! Ich motiviere Aaron hier aktualisierte Informationen zu bringen.

Man kann Aron und Amy unterstützen (Bitte Namen in Nachricht eintragen, damit die Unterstützung direkt bei den Beiden landet!).

Museum für Weisheit des alten Orients

Unter www.timeless-wisdom.de findet sich eine interessantes Projekt von Marco Gusset, das versucht die unterschiedlichen „Sprüche“ in einer Art Mindmaps, hier Tasccards genannt, darzustellen. Die Idee hier auch die „Sprüchesammlungen“ Messopotamiens, Ägyptens und Sumers zu berücksichitgen und jeweils immer thematisch zu sortieren zeigt die Ähnlichkeit der Weisheitsaussagen in diesen Schriften. Sicherlich eine Möglichkeit Menschen zu Gottes Wort zu führen

Dreieinigkeit.de

Ich hoffe sehr, dass das Projekt Dreieinigkeit.de gelingen wird. Ein ganz klein wenig bin ich auch neidisch, dass mir selbst kaum noch etwas zu übersetzen bleibt- Doch vor allem dankbar dafür, dass die vielen wirklich guten und „nahrhaften“ Artikel zahlreicher Seiten wie TGC, DesiringGod, Crossexamined nun so zahlreich ins Deutsche übersetzt werden. Am besten gefallen mir aber die Artikel, die von den Autoren dieser Seite persönlich stammen, z.B. diese Kritik an Barth von John Schröter, oder dieser Artikel über den Konzil von Nizäa von Hedrik Seel. Bloggen dürfte eigentlich so out sein, wie selten, aber diese Seite ist wirklich ein Gold-Nugget! Für mich persönlich ist es ausdrücklich eine Ehre an diesem Projekt mitzuwirken. Das ist der wahre Grund dafür, diese Neuentdeckung erst am Schluss zu erwähnen.

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Näher am Original von K.-H. Vanheiden

In diesem Buch, das mit zahlreichen Graphiken erweitert wird stellt Karl-Heinz Vanheiden die Entwicklung der Textkritik von den bereits ersten Stunden der Kirchengeschichte über die Funde phänomenaler Handschriften und Papyri in den letzten beiden Jahrhunderten sowie eine ausführliche Besprechung der Entstehung des sogenannten Textus Receptus.

150 Seiten, Hardcover, erschienen in SCM/CV Dillenburg, 2. Auflage 2014. Mit zahlreichen Abbildungen. Gegenwärtig nur gebraucht erhältlich.

IImmer wieder sind Christen beunruhigt, eine „verfälschte Bibel“ in der Hand zu halten. Ich glaube, es ist unmöglich, „evangelikal aufzuwachsen“ und nicht früher oder später auf den Konflikt Nestle-Aland oder Textus Receptus zu stoßen. Die Fronten sind hier oft verhärtet – ebenso die Rhetorik. Manche Christen lehnen jegliche Textkritik ab, d. h. die Beurteilung und Bewertung der Unterschiede zwischen zwei oder mehreren überlieferten Handschriften eines biblischen Textes. Wer sich in dieser Frage mehr Durchblick wünscht, ohne gleich ein allzu dickes Buch studieren zu müssen, trifft mit Näher am Original? die richtige Wahl.

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Os Guinness über die Denkfaulheit der Evangelikalen

T. Schirrmacher zitiert diese prägnanten Sätze von Os Guinness aus „Des Teufels Fehde-Handschuh“ in der Präambel seiner umfangreichen Ethik (bd1).

„Haben Sie jemals eines jener osteuropäischen Länder besucht, wo die Milizionäre stets zu dritt herumlaufen? Damit hat es, wie man sagt, folgende Bewandtnis: Der erste kann lesen, der zweite ist des Schreibens kundig und der dritte hat die Aufgabe, die beiden gefährlichen Intellektuellen im Auge zu behalten. Heute geht es in vielen Kirchengemeinden ähnlich zu. Wer mehr als zwei Minuten lang intelligent redet und dabei pro Minute mehr als einen Gedanken äußert, gilt als ein gefährlicher, ungebremster Intellektueller. Die heutige Kirche steht jedoch vor großen Problemen und Schwierigkeiten, und diese müssen im Licht des Wortes Gottes als auch der aktuellen Lage der Welt gründlich durchdacht werden. Wir müssen davon Abstand nehmen, auf schwere Fragen einfache Antworten zu geben, und die Bereitschaft aufbringen, zu beten, nachzudenken und geistige Schwerstarbeit zu leisten, damit wir unseren gegenwärtigen Standort bestimmen und erkennen können, was der Herr von uns möchte.“

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„Der Stoff aus dem die Könige sind“


Das kurze Buch „Der Stoff aus dem die Könige sind“ – es sind 120 Seiten aufgeteilt in kurze Episoden aus dem Leben Davids in seinen Konflikten sowohl mit Saul wie mit Absalom erschien auf Deutsch zuallererst 1998 im Asaph-Verlag. Der Autor versucht dabei vor allem durch fiktive Dialoge zwischen David und seinen Mitstreitern Lösungen für Situationen in unterschiedlichen Gemeindekonflikten zu finden.


Eins vornweg: Die Hauptthese des Buches ist dem Autor gut gelungen: Man kann das Böse nicht mit Bösem überwinden. Überwinde einen Saul mit den Methoden eines Sauls dann wird aus dir auch ein Saul. Saul ließ sich nur durch das gute Überwinden. Zumindest war das die einzige Option für David, eben dieser David, ein Mann mit einem guten Herzen zu bleiben.

Sehr überzeugend kann Edwards dass vor allem im Verhalten Davids gegenüber Saul beweisen. Hätte er mit einem Speer auf den geworfenen Speer geworfen, hätte David seinen Wiedersachen wohl früh losbekommen. Doch mit diesem gleichen Speer hätte er auch auf alle anderen Begehrlichkeiten auf den Thron reagiert und wäre eben bloß ein Saul 2.0 geworden.

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Bibel-Chronik von Karl-Heinz Vanheiden.

Bibel-Chronik – Die Bibel im historischen Kontext von Karl-Heinz Vanheiden. Gebunden, 840 Seiten, in zweiter Auflage 2021 bei CV-Dillenburg und Verlag Mitternachtsruf erschienen.

Eine Leseprobe findet sich hier.

Der Autor ist vor allem durch die Arbeit an der NeÜ bekannt.

Viele kenenn die NeÜ- Neue evangelistische Übertragung, oder NeÜ bibel.heute wie sie „heute“ genannt wird, an der K.-H. Vanheiden schon seit Jahrzehnten arbeitet.

Vanheiden wagt mit seiner Übersetzung einen interessanten Spagat aus möglichst „sinngemäßer“ und nicht wörtlicher Übertragung der Bibel bei gleichzeitiger Präzision der historischen Angaben.

So übersetzt Vanheiden 2. Mose 12,18-20 auf folgende Weise:

Vom Abend des 14. bis zum Abend des 21. April* müsst ihr ungesäuerte Brotfladen essen. 19 Sieben Tage lang darf kein Sauerteig in euren Häusern zu finden sein. Denn jeder, der etwas mit Sauerteig isst, muss sterben und so aus der Gemeinschaft Israels beseitigt werden. Das gilt für den Einheimischen genauso wie für den Fremden. 20 In dieser Zeit dürft ihr nichts essen, was mit Sauerteig zubereitet ist. Das gilt für alle eure Wohnsitze.“

Gewissenhaft gibt er in den Fußnoten den wörtlichen Text und erläutert auch, warum er sich für die Übertragung der Zeitangaben entschied. Sie helfen einem, einen besseren Überblick über Zeitpunkte, Dauer und im späteren Verlauf der israelischen Geschichte zeitnah oder gleichzeitig stattfindende Ereignisse zu erkennen.

Ein zweites Textbeispiel habe ich aus Matthäus 13,53 gewählt:

Im Anschluss an diese Gleichnisreden zog Jesus weiter. 54 Er kam in seinen Heimatort und ging in die Synagoge und lehrte. Erstaunt fragten seine Zuhörer: „Wo hat der denn diese Weisheit her? Und woher hat er die Kraft, solche Wunder zu tun? 55 Ist das denn nicht der Sohn des Baumeisters*? Ist nicht Maria seine Mutter, und sind nicht Jakobus, Josef, Simon und Judas seine Brüder? 56 Und seine Schwestern leben doch auch bei uns! Wo hat der das alles nur her?“ 57 Sie ärgerten sich über ihn. Da sagte Jesus zu ihnen: „Überall wird ein Prophet geehrt, nur nicht in seinem Heimatort und in seiner Familie.“ 58 Wegen ihres Unglaubens tat er dort nicht viele Wunder.

13,55: Baumeister. Andere übersetzten Zimmermann. Aber solch einen Holzfacharbeiter gab es damals noch nicht. Man verrichtete alle anfallenden Arbeiten auf einem Bau.

Diese beiden Beispiele sollten in ausreichender Weise den Klang der NEÜ bibel.heute wiedergeben, die übrigens online vollständig und kostenfrei zur Verfügung gestellt wird.

Doch was hat die NeÜ bibel.heute mit der Bibel-Chronik zu tun? Einiges:

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Halbzeitanalyse(b): der Stundist


In der Artikelserie „Halbzeitanalyse“ berichte ich über Blicke in die Vergangenheit wie in die Zukunft von der Mitte des Lebens her. Dabei möchte ich Fehlentwicklungen genauso zugeben, wie Gute Wege weiterhin beschreiten. Bisher erschienen sind:


Eine besondere Stärke der Evangeliums-Christen ist die konsequente Auslebung des allgemeinen Priestertums. In diesem Artikel möchte ich von meinen eigenen Erfahrungen berichten. Seit ich 17 Jahre alt bin, habe ich regelmäßig am Predigtdienst meiner Gemeinde teilgenommen.

Da einige meiner Leser selbst im Laien-Predigtdienst stehen, könnten die folgenden Notizen für den einen oder anderen hilfreich sein. Der Artikel ist recht umfangreich geworden; ich habe ihn daher in Kapitel gegliedert, die – soweit ich es einschätzen kann – nach Belieben übersprungen werden können. Das erste und das letzte Kapitel zu lesen, dürfte allerdings hilfreich sein.

Bist du selbst Prediger? Dann freue ich mich über einen persönlichen Erfahrungsbericht – gerne auch als Kommentar.


Lieber Prediger als König

Spurgeon sagte einmal: Wer die Wahl hat, König oder Prediger zu werden, und sich für das Königtum entscheidet, hat schlechter gewählt. Das trifft meinen Blick auf die Aufgabe der Predigt ganz gut. Ich selbst spreche meist lieber von einer „Andacht“, um anzuerkennen, dass die Predigt von Gemeindeleitern – Ältesten oder Pastoren – ein besonderes Gewicht und eine besondere Autorität hat. Etwas mehr zu dieser Unterscheidung findet sich [hier].

Unabhängig davon kann ich mir kaum eine größere Ehre vorstellen, als diesen Dienst tun zu dürfen. Gleichzeitig kenne ich kaum eine Aufgabe, vor der ich mehr Ehrfurcht habe – „Verkündigen will ich deinen Namen meinen Brüdern; inmitten der Versammlung will ich dich loben.“ (Psalm 22,23)

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