Alle Artikel in der Kategorie “Allgemein

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Buchvorstellung: Die kleinen Propheten – Meisterhafte Nacherzählung für Kinder

Das Buch-Set Die kleinen Propheten ist eine bemerkenswerte Sammlung, die eine offensichtliche Lücke in der deutschsprachigen Kinderliteratur füllt. Die englische Originalausgabe wird hier in einer liebevoll gestalteten deutschen Übersetzung präsentiert.​

Perfekte Kombination von Text und Bildern

Die farbigen Bilder sind das Herzstück dieser Serie. Sie bestechen durch ihre Lebendigkeit und emotionale Tiefe: Die gezeichneten Gesichter vermitteln authentisch die Gefühle, die in den biblischen Texten anklingen – Trauer, Hoffnung, Zorn und Jubel. Die Illustrationen schaffen es, die doch oft komplexe biblischen Inhalte visuell zugänglich zu machen. Der englische Herausgeberverlag ist aber auch dafür bekannt, wirklich tolle Kinderbibeln und -bücher herauszubringen.

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Eine dringend nötige Mahnung auf cebooks.de: Illegale Downloads in christlichen Gruppen – ein stilles Problem

Heute bin ich auf einen lesenswerten Beitrag des ceBooks-Verlags gestoßen, der ein Thema anspricht, über das kaum jemand offen redet: das illegale Teilen christlicher E-Books und Hörspiele in Messenger-Gruppen und Online-Kanälen.
Was auf den ersten Blick wie eine gute Tat aussieht („Ich will etwas Ermutigendes weitergeben“) – entpuppt sich bei näherem Hinsehen als echtes Problem.

Der Artikel macht deutlich, dass hinter jedem christlichen Buch, Hörspiel oder Audioprojekt Menschen stehen, die ihre Arbeit mit viel Hingabe und Glauben tun. Wenn ihre Werke jedoch unrechtmäßig kopiert werden, verlieren sie nicht nur Einnahmen, sondern oft auch die Möglichkeit, neue Inhalte zu schaffen.

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Thielicke über die Suche Gottes im Leiden

Aus „Wie die Welt begann“ von Helmut Thielicke. S.11-12:

„Aber auch dann, wenn der Knecht Gottes Hiob durch Katastrophen haus und Hof verliert, wenn ihm seine Kinder sterben und wenn Krankheit und Verzweiflung über ihn hereinbrechen, kann er das nicht mehr dumpf und passiv über sich ergehen lassen, so wie ein krankes Pferd einfach als stumme Kreatur leidet, sondern dann muss er auch das wieder sofort in eine Beziehung zu Gott bringen, muss er mit diesem Gott rechten, sich mit ihm auseinandersetzen und ihm die Frage entgegenschleudern: Warum lässt du das alles zu? ich habe dir immer treu gedient. Hast du denn gar kein Gefühl für Gerechtigkeit? Warum treibst du Schindluder mit mir?

Dadurch also, dass Hiob so alles, was er erlebt und erleidet, auf Gott beziehen muss, werden seine Leiden nur noch größer und abgründiger. Denn das Schlimmste sind für Hiob ja ar nicht seine juckenden Schwären, seine geschäftlichen Verluste und seine Familientragödie. Dagegen könnte vielleicht noch ein stoischer Gleichmut helfen. Das Aufwühlende und Quälende bei ihm kommt erst dadurch zustande, dass er Gott nicht mehr begreift, dass er irre an ihm wird und dadurch ins Leere und in die Sinnlosigkeit stürzt.

So ist es doch auch bei uns: Alles, auch das Schlimmste in unserem Leben, können wir einigermaßen und mit einer gewissen Tapferkeit ertragen, wenn wir es „annehmen“ können und einen Weg entdecken, um uns damit abzufinden. Aber es wird unerträglich und kann uns an den Rand des Wahnsinns bringen, wenn wir keinen Sinn mehr in dem finden, was wir leiden müssen, wenn wir damit hadern und uns die Frage überfällt.: Warum geschieht das gerade mir, warum werde ich von Pechsträhnen verfolgt, während andere, die keine Spur besser sind, immer wieder auf die Füße fallen und alles für sie genau richtig arrangiert ist? Krebs allein ist schon schlimm. Aber wer darüber hinaus noch mit der Frage fertig werden muss, warum Gott ihn zulässt, hat noch Schwereres zu tragen.

In solchen Lebenslagen, die jeder kennt, setzen wir uns im Grund mit Gott auseinander. Wer Gott einmal begegnet ist, kann gar nicht mehr anders, als sich ständig und in allen Situationen so mit ihm auseinanderzusetzen: Ihm einersets zu danken für viele Erfüllungen in sienem Lebrn; andererseits aber auch zu protestieren, wenn Gott zu versagen scheint; Ihn zu bitten, wenn wir Wünsche haben, aber ihn auch zu warnen, fall er sie nicht erfüllen sollte.“

Vgl. auch diese Einschätzung von Leid von W. Somerset Maugham.

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DesiringGod Artikel – für Logos

In Kooperation mit Dreieinigkeit.de entstand diese Auswahl an Artikeln des Dienstes DesiringGod. Dabei konnten über 60 Artikel aus den eher praktischen Themenfeldern Bibellesen, Gebet, Ehe, Familie, Erziehung von einem Mix ganz unterschiedlicher Autoren von Carson, Piper bis Morse, Tripp und Begg veröffentlicht werden.

Dieses Modul soll nun generell kostenfrei für Logos-Nutzer verfügbar sein. Im Rahmen der Einführung gibt es aber für eine Auswahl an Logos Werken eine ordentliche Ermäßigung von 30% mit dem Code DGDE25. Es sind Werke, die insbesondere auch für Leser dieses Blogs interessant sein könnten. Insgesamt zeigen sie die nun endlich wirklich reichhaltige Auswahl an deutschsprachiger Literatur für Logos-Nutzer. Eine Auswahl der gegenwärtig ermässigten Werke:

Viel Freude beim Lesen.

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Krone des Lebens – Die Geschichte von Blanche Gamond von E.E. Ronner

Hinweis: Wiederveröffentlichung des Artikeln aus dem Jahr 2023 zur Neuauflage dieses Buches bei CLV 2025.


Endlich habe ich Zeit gehabt, die eindrucksvolle Biographie von Blanche Gamond zu lesen. Der Schweizer, der die Geschichte dieser Leidens- und Glaubensheldin niederschrieb, hat viele solcher Biographien aufgearbeitet und erhält so die Geschichte vom schweren Schicksal der Hugenotten auch für unsere Zeit.

Blanche ist einzige Tochter einer wohlhabenden Seidenzüchter-Familie in Saint-Paul. Obwohl der Druck auf die französischen Protestanten immer mehr zunimmt und sie z.B. zwangsweise die Einquartierung von Dragonern (= „gestiefelte Missionare“) dulden müssen (natürlich auf eigene Kosten), ist ihnen im Edikt von Nantes Toleranz zugesagt. Doch König Ludwig XIV widerruft dieses Edikt 1685. Er hat ein Ziel, zu dem er von den Engsten Beratern am Hofe mit angefeuert wird: Frankreich frei von „Ketzerei“ zu machen. Dabei setzt er zunächst auf Zwangsbekehrungen. Jede Ausreise aus dem Land ist den Hugenotten untersagt. Was nun anfängt sind einige Jahre brutale Verfolgung sämtlicher Protestanten (und ihrer Sympathisanten) in Frankreich. In genau diese Zeit fällt Blanche junges Leben. Auf der Flucht, während sie schon das rettende Ufer der „Schweiz“ sieht, wird sie und ihre Mutter ergriffen. Sie muss ansehen, wie viele Hugenotten der Haft/Folter/Verachtung/Ausgrenzung nachgeben und zum Papismus konvertieren, so auch ihre Eltern. Doch Blanche und viele andere Schwestern bleiben treu. Selbst dann als sie in die Hände von niemand geringerem als La Rapine landen. Er ist Spezialist für die „Unverbesserlichen“ im Spital von Valence und denkt sich nahezu täglich neue Teufeleien für die Ketzer aus. Eine Odyssee des Leidens beginnt nun für Blanche, aus der Sie mit Gottes Hilfe siegreich hervorgeht.

Das Buch von Ronner ist hervorragend recherchiert. Die individuelle Geschichte von Blanche wird mit vielen Informationen über das Schicksal der Hugenotten erläutert. Immer wieder zitiert er offizielle Dokumente, Predigttexte, Briefe. Die Grundlage seines Werkes ist aber vor allem die Aufzeichnung über ihre Leiden, die Blanche Gamond in ihrem Exil in Bern selbst verfasst hat.

Insgesamt ein lesenswertes Buch und ein guter Einstieg in die Geschichte der leidenden protestantischen Kirche Frankreichs.

Update am 05.06.2025:

Ein Neuauflage ist bei CLV erschienen:

Emil Ernst Ronner
Krone des Lebens – Die Geschichte von Blanche Gamond
Band 14 der Jugendbuchreihe »stark und mutig«

erhältlich auch bei cbuch.de.

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Was für eine Demokratie ist das?

Dieses Jahr empfinde ich die Aufrufe „das Richtige zu wählen“ als besonders zahlreich. Die Buchhandlung-Kette und die Unfallversicherung rufen dich auf, etwas Vielfältiges zu wählen, das Unternehmen etwas Bewährtes und manch ein Konservativer die Alternative. Geh wählen, ist der Tenor, aber wähle doch das Richtige! Insbesondere die Huldigung der Intellektuellen Elite des Landes vor den Grünen ist dabei, ehrlich gesagt, sowohl besonders aufdringlich, wie verwirrend.

Dieser soziale Druck das Kreuzchen „an die richtige Stelle zu setzen“ rief in mir die Erinnerung an ein Werk wach, dass ich bereits vor einiger Zeit gelesen habe.

Es handelt sich um „Persisches Feuer“, eines der Früheren Werke des Historikers und Autoren Tom Holland, der vor einiger Zeit zum Christentum konvertierte. Wie der Titel erahnen lässt, handelt das Buch vom Persischen Reich. Ich habe zu diesem Buch gegriffen, weil ich mir hilfreiche Hintergrundinformationen zur Umwelt des Alten Testaments versprach, die sich im Buch aber nur spärlich finden. Ein Grund mögen hier auch auf die wenigen (zuverlässigen) Quellen sein, auf die Holland zurückgreifen kann. Insgesamt zeichnet das Buch die Zeit des persischen Reiches von Kyros bis Xerxes auf, doch in diesem Artikel wollte ich auf das Kapitel 4, dass den knappen Titel „Athen“ trägt aufmerksam machen.

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Ein für jede Predigt gefährlicher Bibelvers

Eine beliebte Prediger-Phrase haben wir hier im Blog schon einmal betrachtet. Eine andere Phrase, lose anspielend auf 2. Tim 4,3 bzw. auch 1. Tim 4,1; Jes. 30,10 Jer. 5,30-31 ist der Bezug auf Zuhörer, die nur das hören wollen nach „denen ihnen die Ohren jucken“ (das nun wirklich in 2. Timotheus 4,3 nachzulesen, aber „nur in der Luther“)

Womöglich bin ich auch nur etwas „überprogrammiert“ auf diese Phrase, die meine frühere Kinderstundenleiterin sehr gerne genutzt hat. Keine Ermahnung die nicht damit eingeleitet wurde! Aber mir scheint, dass man sie schon recht häufig auch an vielen anderen Stellen hört.

Der Prediger nutzt diese Phrase gerne: In vielen Kirchen da versammeln sich die Leute, um zu hören, was sie hören wollen, aber bei uns hört man noch den „ganzen Ratschluss Gottes“

Und noch interessanter, auch die Zuhörer selbst nutzen die Phrase gerne: Diese und Jene Kirche verließ man, da man dort nur das predigte, „wonach die Ohren gejuckt haben“. Und an der Stellen wird der Vers wirklich gefährlich, den diese These klingt ja zumindest ein bisschen paradox: Wir wollten a) nicht hören, jetzt hören wir b). a) war uns UNANGENEHM, da es unseren Ohren GENEHM war – Nun sind wir BEREIT das ANGENEHME b) zu hören, was UNANGENEHM im vergleich zu a) ist. – Bitte was?

Ich bin schon der Meinung, dass es möglich ist, gerade mit der Absucht nur das zu hören „was meine Ohren hören wollen“ und gleichzeitig völlig davon überzeugt zu sein, dass man frei jeder Gefahr sei, vor die uns 2. Tim 4,3 warnt. Nun mal den ganzen Vers (nur in der Luther): “Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihrem eigenen Begehren werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken,” (2. Timotheus 4,3). Manche mögen einfach harte ermahnende Predigten – sie sollen ruhig dem nächsten in der wilden Freikirche ins Gewissen reden! So angenehm zu sehen, dass man so viel besser ist, als die meisten „Christen“ (man möchte ja nicht urteilen, aber so richtig als Brüder kann man sie auch nicht annehmen) um einen herum. Diese Art von Geisteseinstellung kann sich einschleichen, während man sich mit 2. Tim 4,3 und ähnlichen Versen seiner eigenen Demut versichert.

Doch nicht nur der Zuhörer verfällt diesem Wechseltausch. Auch der (häufig) sehr beißende, abgrenzende Prediger, begrüßt 2. Tim 4,3 mit Kusshand. Nun kann er problematische, radikale, und alle sonstigen Thesen immer damit verteidigen, dass er ja, die „heilsamen schwer zu ertragende Lehre“ verkündigt. Tatsächlich denke ich da durchaus an ein konkretes Beispiel, weiß aber das einige der Blogleser mit diesem radikalen Anti-Korona-Die-Endzeit-ist-nah Prediger sympathisieren. Es ist ja so einfach geworden, jede Kritik an der Predigt mit „der Nichtertragung der heilsamen“ Lehre niederschmettern zu können.

Übrigens glaube ich sehr wohl an die Wichtigkeit von 2. Tim 4.3, gerade wie der Vers auch sagt für unsere Zeit. Dennoch glaube ich, dass wir gerade auf das hereinfallen, vor was uns Paulus warnt, wenn wir unsere Seelen für irgendwelche gehörten oder gepredigten Phrasen streicheln. Wenn wir anfangen mit diesem Vers nicht uns, sondern die Nächsten zu prüfen. Wenn wir Unsere Ohren zum Massstab für andere Ohren erklären, so als wäre „unser eigenes Begehren“ der Maßstab für Gottes Wort!!! Wenn wir Texte wie 2. Tim. 4.3 als Rechtfertigung für Selbstgefälligkeit (ob nun als Hörer oder Verkündiger) nutzen, statt als das was es ist, eine Ermahnung zur Wachsamkeit für jedermann!

Übrigens glaube ich, dass es ein wichtiges Maß gibt, woran man das „Ohren-Jucken“ als Prediger einschränken und lokalisieren kann: Man betrachte seine Textwahl: Gibt es beliebte Themen, bevorzugte Texte und Texte die ignoriert werden? Ich glaube jeder Prediger wird dann feststellen, dass es doch nicht immer so ist, wie man häufig meint, dass man einzig aufgrund der Führung des Geistes gepredigt hat. Diesen „Ohren-Wähl“-Faktor gilt es möglichst gering zu halten.

Ähnlich geht es dem Zuhörer. Lehne ich eine gehörte Predigt nur, wegen der falschen Person, der mittelmäßigen Exegese oder der ungeeigneten Beispiel wegen ab?

Wann habt ihr euch dabei erwischt, dass ihr gerade das hören wolltet, wonach eure „Ohren gejuckt“ haben? Ich wünsche uns allen, dass dieser „gefährliche“ Vers gefährlich für unser Eigendünkel wird.

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Lesen gegen den Trend: Ein Ziel für das Jahr 2025

Für V.H.

Lieber V., deine regelmäßigen Nachrichten über deine Lektüre waren in den letzten Wochen eine große Ermutigung für mich. Die Wahl meiner Lektüre fällt sicher anders aus, als deine, aber ich möchte dich unbgedingt ermutigen, weiterhin gegen den Strom zu schwimmen.

Lesen ist so out wie nie – eine verwandte Seele sagt mir immer, wenn ich ein Buch erwerbe, dass es die reinste Geldverschwendung wäre, man könne doch alles auch im Internet nachlesen. Lesen ist in etwa genauso out, wie das Bloggen. Für was einen Artikel lesen, wenn man sich durch Insta-Reels klicken kann?

Ich bin sowohl zu anachronistisch, wie auch zu sturr, um einfach jedem Trend zu folgen, und beklage jeden (christlichen) Blogger, der das Bloggen für Insta (oder sonst was) -Flimmerbildchen eingetauscht hat. Keine Option für mich. Und es scheint auch keine Option für meine beiden Mitautoren Alex R. und Eduard K.

Sehr beklagenswert ist auch, dass beide, sowohl Alex, wie auch Eduard durch Ihre Einbindung in Lokaler (und weltweiter) Gemdeinde, kaum oder keine Zeit mehr für Bloggen haben. Sie wären deutlich bessere Autoren als ich, die auch über einen viel besseren Geschmack verfügen, was zumindest christliche Literatur angeht. Ich kann meinerseits höchstens auf meine Expertise für Literatur des 19ten und frühen 20ten Jahrhunderts verweisen, das ist nun wirklich anachronistisch! Übrigens, habt ihr gewusst, dass Eduard Pastor (als Mennoniten sagen sie das Wort Pastor nicht, aber he has no choice) einer großartigen Mennonitischen Gemeinde in Weingarten ist . Ich wünschte, es wäre mir vergönnt, ein Mennonit zu sein! Und trotz des seitlichen Banners geht es unter, das Alex mit cebooks.de christliche Ebooks überhaupt marktfähig gemacht hat.

In jeder Hinsicht war es somit immer eine Adelung für mich, an NIMM-LIES mitzuwirken. Das Projekt nur deswegen zu vernachlässigen, weil es nicht dem Trend entspricht, macht mich trotzig! Mehr als 1200 veröffentlichte Artikel können nicht irren.

Ein anderer Freund fragte mich, worauf ich mich für das Jahr 2025 freue – Seit der Schulzeit bin ich getaktet darauf, dass das Neue Jahr im September anfängt, deswegen war der erste Januar nie ein wesentlich relevantes Datum für mich. Dennoch hier sei ein Ziel für das Jahr 2025 geäußert: Wieder mehr Stoff unter der Marke „NIMM-LIES“. Und um konkreter zu werden, als die aktuell infaltionären Wahlprogramme unserer lupenreiner Demokraten: Mindestens 50 Artikel und die Steigerung der Zugriffszahlen um 30% im Vergleich zu 2024. Mit Gottes Hilfe wollen wir das in einem Jahr reviewen!

Und hier mein lieber V. brauche ich deine Hilfe: Warum eigentlich keine Rezensionen schreiben? Ein Ziel könnte doch sein, ein Viertel des Workloads zu übernehmen? Dass du gut texten kannst, ist mir bereits bekannt….

Und für den Rest: Was habt ihr in letzter Zeit so Gutes gelesen?

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Die krasse Verswahl eines frommen Fürsten

Über Friedrich III. den Frommen, Kurfürst der Pfalz und – man muss es fast so sagen – Mitautor (Hier wird auf einiges seines Einflusses auf den Katechismus eingegangen) des Heidelberger Katechismus weiß ich nicht allzu viel. Aber die Begebenheiten lassen mir diesen Mann legendär erscheinen.

Diese Version des Katechismus besitzt im Anhang eine historische Einführung und schildert einen herausfordernden Moment in einem Reichstag, der vor allem wegen der „unlutherischen“ Formulierung des Katechismus zum Abendmahl durchgeführt wird. (Ich habe alle meine Exemplare verschenkt und muss aus der Erinnerung berichten). Man droht dem Fürsten mit dem Ausschluss aus dem Religionsfrieden mit den Katholischen Fürstentümern. Die Pfalz wäre damit „Freiwild“. Doch der Fürst ergreift sein Schwert und sagt, dass er seine Meinung nicht ändern wird, er weder lutherisch noch calvinistisch sein will, sondern Christ und wen das stört, der solle ihn doch gleich hier auf der Stelle töten. Nun reagieren die anderen Fürsten (von denen es einige Sympathisanten gabt) bestürzt und versichern ihm: Wer rede schon von Töten, alle wissen doch, dass er Frömmer sei als sie alle. – Bei allen politischen Entwicklungen, Machtbestrebungen und Wirrungen der Zeit eine schöne Geschichte, die die Ernsthaftigkeit des Glaubens eines Fürsten zeigt.

Ich habe nie verstanden warum am Heidelberger Katechismus gerade das kritisiert wird, was mir am besten gefällt, nämlich die Angaben der Bibelstellen. 700 sind es insgesamt, davon 75% aus dem Neuen Testament. Genau diese Bibelstellenangaben sind auf ausdrücklichen Wunsch des Fürsten in den Katechismus aufgenommen worden. Diese Webseite führt eine ausführliche Übersicht über die Bibelstellen im Werk.

Ich verstehe ehrlich gesagt die gelegentlich aufgeführte Kritik von einigen Theologen an diesem Vorgehen nicht. Damit betreibe man „billiges Proof-Texting“, rümpft man die Nase. Ich dachte lange darüber nach, ob da etwas dran ist, bin aber mittlerweile der Meinung, dass es wirklich nur „Nase-Rümpfen“ ist. Da ist nichts weiter dran!

Denn ist es doch klar, das wir nichts über Gott und sein Werk lehren können, ohne diese Lehre mit seinem Wort zu begründen. Die ganze Struktur eines Katechismus lebt schließlich davon: Man stellt eine Frage: „Was ist Gott?“, Gibt die kurze Antwort: „Gott ist Geist“ und nun bleibt ja die Frage: Warum sagst du das, warum stimmt diese Antwort? Warum ist genau diese Antwort wichtig? Und man sollte diese dann nennen können: Joh. 4,24; 1 Kor. 2,11-12.

Dieses Vorgehen für wichtige Fragen entscheidende „Stützstellen“ zu haben, wird mir persönlich immer wichtiger. Gerade in der religiösen Erziehung von Kindern erlebe ich hier großen Segen, wenn man versucht auf gestellte Fragen in die Schrift zu gehen und gute und biblisch fundierte Antworten zu finden und diese so auch in der Schrift nachzulesen. Dass gibt eine große Gewissheit und Sicherheit, dass die Antwort auch wirklich begründet ist.

Das kann man dann auch für viele andere Fragen anwenden, als die 129 des Katechismus. Mir gefällt gerade diese Strategie: „Frage – Antwort – Stützstelle“.

Ich möchte hier noch aus einer persönlichen Erfahrung berichten, warum ich etwas von der Anwendung von Stützstellen in religiösen Gesprächen abgekommen bin und warum ich sie neu entdeckt habe. Man stelle die Frage: „Werden alle Kinder Gottes bis zum Schluss ausharren?“ oder „Was meint der Begriff der Auserwählung?“ – Dann sind zentrale Stützstellen meist sehr schnell lokalisiert (für die erste Frage: Joh 10,27-29; Röm 8,31-37, für die zweite Frage: Röm 9,6-18; Eph 1,3-13) . Ich weiß nicht wie viele unzählige Male ich mit vielen meiner Brüder und Schwestern über diese Fragen debattiert habe, aber fast immer (wenn eine gewisse vorgeprägte Meinung schon festlag) waren diese Texte „verbrannt“. Was ich damit meine ist dieses: Man war nicht bereit in diese Texte genauer reinzuschauen, da man überzeugt war, hierrüber schon alles zu wissen und diese erklären zu können. Das habe ich sehr häufig erlebt und mir irgendwann für bestimmte Fragen angewöhnt „unverbrannte“ Texte zu suchen. Also Stellen zu finden, wo Menschen bereit sind, auf diese zu schauen, diese Wirken zu lassen. Ging ich der Frage nach dem Ausharren nach, wurde dann Röm. 5,6-10 eine wichtige Stelle für mich, für die Frage nach der Auserwählung z.B. 1 Pet 1,1-2 oder Joh 12,37-43).

Ich bin immer noch der Meinung, dass diese Strategie manchmal berechtigt sein kann, ich habe sie aber zu oft verwendet. So habe ich oft zentrale Stellen ignoriert, und unvoreingenommene Leser NICHT auf die zentralen Stellen geführt. Andererseits hat jede Stelle auch ihre spezielle Nuance, ihren besonderen Aspekt, ihre aktuelle Lehre. Hier habe ich dann einerseits von Neuentdeckungen profitiert, nicht nur die „üblichen Verdächtigen“ zu analysieren. Andererseits waren es aber nicht immer die beste Stelle für die vorhandene Frage. Im obigen Beispiel z.B. beantwortet Joh 12,37-43 weniger die Frage der Auserwählung als Gottes Souveränität und Verantwortung des Menschen im Umgang mit der Annahme oder Verwerfung Jesu.

Es macht vor allem Spaß mit Kindern über Gottes Wort zu sprechen, weil hier die größte Bereitschaft vorhanden ist, den Text so wie er ist zu betrachten. Hier ist es immer ein Gewinn vor allem die entscheidenden und besten Stützstellen zu betrachten.

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Ein Aufruf zum fleißigen Bibellesen

„Das große Problem mit dem Bibelstudium heute ist,mit der Einstellung, dass wir es für einfacher halten, als andere Dinge, die wir tun. Wir studieren Rezepte für gute Mahlzeiten, Anleitungsbücher für alle möglichen Dinge – Schreinerarbeiten, Klempnerarbeiten, Autoreparatur und so weiter – und lesen eifrig für unsere Hobbys. Warum denken wir, dass die Bibel das einzige Fach ist, das wir nicht studieren müssen?! Ich möchte euch herausfordern: Macht die Bibel zu eurem Hobby. Auf der einen Seite gefällt mir diese Analogie nicht; die Bibel muss so viel mehr sein als ein Hobby! Aber was wäre, wenn wir für das Bibelstudium genauso viel Zeit und Geld aufwenden würden wie für unsere Hobbys? Was wäre, wenn wir den gleichen Betrag, den wir für Golfschläger und -kurse oder für Skiausrüstung und Skireisen ausgeben, in das Bibelstudium stecken würden? Ja, Enzyklopädien, Kommentare und andere Nachschlagewerke sind teuer. Aber das gilt für alles, was wir tun. Es geht um die Frage der Prioritäten: Das was uns wichtig ist, darf uns Zeit und Geld kosten. Ich möchte euch ermutigen, sich die Hilfsmittel anzuschaffen und zu benutzen, die es uns ermöglichen, eine Brücke zurück in die biblische Zeit und zu den Absichten der (biblischen) Autoren zu schlagen“

aus „Grant R. Osborne, The hermeneutical spiral: a comprehensive introduction to biblical interpretation, Rev. and expanded, 2nd ed. (Downers Grove, IL: InterVarsity Press, 2006), S. 25.“ Eigene Hervorhebung und eigene Übersetzung