Alle Artikel in der Kategorie “Allgemein

Kommentare 0

Morgen-, Abend- und Tischgebete aus Luthers kleinem Katechismus

Während der Vorbereitung zu einem Vortrag über Martin Luthers Leben und Werk bin ich auch auf manch ein Kuriosum gestoßen, z.B. diese Gebete aus dem Kleinen Katechismus:

Wie ein Hausvater sein Gesinde soll lehren morgens und abends sich segnen.

Der Morgensegen

 Des Morgens, so du aus dem Bette fährst, sollt du dich segnen mit dem heiligen Kreuz und sagen: „Das walt Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! Amen.“

 Darauf knieend oder stehend den Glauben und Vater unser. Willst du, so magst du dies Gebetlein dazu sprechen: „Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch JEsum Christum, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Fahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Uebel, daß Dir alle mein Thun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, mein Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde! Amen.“

 Und alsdann mit Freuden an dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen, oder die zehen Gebot oder was dein Andacht gibt.

Der Abendsegen

 Des Abends, wenn du zu Bette gehst, sollt du dich segnen mit dem heiligen Kreuz und sagen: Das walt Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! Amen. Darauf knieend oder stehend den Glauben und Vater unser. Willtu, so magst du dies Gebetlein dazu sprechen: „Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch JEsum Christum, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, – und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich unrecht gethan habe, und mich diese Nacht gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, mein Leib und Seel und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde! Amen.“

 Und alsdann flugs und fröhlich geschlafen.

Wie ein Hausvater sein Gesinde soll lehren das Segensgebet und das Dankgebet zu sprechen.

 Die Kinder und Gesinde sollen mit gefalteten Händen und züchtig vor den Tisch treten und sprechen: „Aller Augen warten auf Dich, HErr, und Du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du tust Deine milde Hand auf und sättigest alles, was lebt, mit Wohlgefallen.„(Erklärung: Wohlgefallen heißt, dass alle Tiere so viel zu essen kriegen, dass sie fröhlich und guter Ding darüber sind; denn Sorgen und Geiz hindern solch Wohlgefallen.)

Darnach das Vater unser und dies folgende Gebet: „HErr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese Deine Gaben, die wir von Deiner milden Güte zu uns nehmen, durch JEsum Christum, unsern Herrn! Amen.“

Also auch nach dem Essen sollen sie gleicher Weise tun, züchtig und mit gefalteten Händen sprechen: „Danket dem HErrn, denn Er ist freundlich und Seine Güte währet ewiglich, der allem Fleische Speise gibt, der dem Vieh sein Futter gibt, den jungen Raben, die Ihn anrufen. Er hat nicht Lust an der Stärke des Rosses, noch Gefallen an jemandes Beinen. Der Herr hat Gefallen an denen, die Ihn fürchten und auf Seine Güte warten.“

 Darnach das Vaterunser und dies folgende Gebet: „Wir danken Dir, HErr Gott Vater, durch JEsum Christum, unsern HErrn, für alle Deine Wolthat, der Du lebst und regierest in Ewigkeit! Amen.“

Kommentare 2

Der Herr von Narnia oder der König der Ringe?

Ich denke Werke wie Narnia, Herr der Ringe (im Folgenden auch LoR) oder nehmen wir auch Harry Potter“ dazu, sind gut geeignet die „Konservativität“ vor allem reformierter Kreise zu bewerten. Da gibt es die schrumpfende Gruppe der Strengen, die Fantasy-Literatur völlig verbannt, dann finden sich nicht ganz so scharf getrennte Bereiche, die je nach dem nur Lewis den Vorzug geben, oder gleich von LoR und Narnia schwärmen. Mich irritierte an diesen Gruppen immer, warum die Liste immer so klein ist. Das führt eine andere Gruppe ein: Überall erkennt sie  eine Parallele zu Jesus, ob es nun Aslan, Gandalf, Harry Potter oder Batman sei (Die Parallele dieser Fälle ist schließlich geradezu aufdringlich groß : alle sterben für ihr Volk!)

Einerseits frustriert es mich, dass Tony Reinke in seinem Trauerartikel über Tim Keller vor allem an Kellers Art der Auslegung von Herr der Ringe zurückblickt. Aber noch mehr frustrierter bin ich an der Kritik an den sogenannten „New Calvinists“,  die von den „sogenannten echten Calvinisten“ ausgeht. Da kann man viele Leser mit Artikeln wie „Keller loves Harry Potter“ erreichen (es muss auch irgendwo ein deutsches Analog zu finden sein, dass ich gerade nicht auftreiben kann). Andererseits stimmt es mich doch nachdenklich, wenn ich mehr als 600 Ergebnisse für Lord of the Rings bei „The Gospel Coalition“ finde, die sich vor allem durch ihre Undifferenziertheit hervorheben.  Fünf der ersten sechs gefunden Artikel sind diese: Justin Taylor hat 2010 eine „Konkordanz für „the Lord of the Rings““ und über die fünf Dimensionen einer großen Geschichte veröffentlicht, 2012 sprach er über die Philosophie der Bücher, 2013 wo man die Hörbücher günstig erwerben kann und 2014 schließlich darüber, welche christlichen Themen Peter Kreeft in diesem Buch entdeckt hat. My oh My.

Letzlich spricht vor allem über ein äußerst zurückentwickeltes Unterscheidungsvermögen, wenn wir an Büchern die gelesen werden Menschen in vollständig vergitterte Schubladen schieben. Doch ein anderes Problem tut sich auf: Eigentlich tue ich mich mit allen drei Gruppen schwer. Die Märchenverweigerer habe ich schon in anderen Artikeln kritisiert (z.B. hier), so dass ich mich vor allem mit den Befürwortern chirstlicher Fantasy auseinanderswetzen möchte. Einige der Argumente hier finde ich verkürzt, andere konstruiert und wiederum andere nicht richtig dargestellt.  Ich möchte einige Beispiele ausführen, damit aber entblöße ich ein Stückweit auch meine Ratlosigkeit in diesen Fragen.  aber ich möchte lieber auf eine zufriedenstellende Position warten, als mich mit einer löchrigen zufriedenzugeben.

Kommt da eigentlich mehr?

Ich frage mich, warum die begeisterten Leser von LoR/Narnia eigentlich nicht auf die derart naheliegende Frage kommen: Warum finden sich nur diese beiden Autoren, die in den Kreis „guter Fantasy“ gelangen? Ich denke, diese Frage wird deswegen so selten gestellt, weil sie so unbequem ist. Denn sie offenbart mehrere Baustellen:

  • Warum z.B. hat manch ein Reformierter Nachsicht mit den nicht reformierten Positionen von Lewis und (noch mehr) Tolkien, während er doch gleichzeitig überall strengste Orthodoxie einfordert
  • Warum gibt es solche Autoren heute nicht mehr? Man würde doch bei mehr als 600 Artikeln erwarten, dass da eine ganze Schar christlicher Autoren im kommen ist, aber was man sieht ist im wesentlichen Wüste.
  • Warum ist die Liste überhaupt so klein und dreht sich ständig um die beiden Beispiele Lewis und Tolkien (Ich verrate eine Antwort: Es liegt daran, dass man zu wenig liest)

Wenn jemand wie J. Taylor über LoR schwärmt, bleibt für mich immer die Frage, warum dieses Schwärmen so überschwänglich ist. Ich frage mich, ob er eigentlich wirklich diese Art von Literatur heute in seinem Umfeld, in seiner Gemeinde haben möchte. Denn wenn er sie so gerne hätte, warum wird absolut nichts gemacht, um diese Art der Ausdrucksweise zu fördern.

Allgemeine Gnade goes wild!

Einst sagte Abraham Kuyper dass es nicht ein Quadratzentimeter Lebenssphäre auf dieser Erde gibt, die Jesus nicht vollständig für sich beansprucht. Damit unterstrich er den weiten Gebrauch dessen, was in der reformierten Theologie als „allgemeine Gnade“ bekannt ist. Ich glaube, dass die Reformierten damit etwas sehr deutlich sahen, nämlich das kein Lebensbereich gewirkt, kein Schicksal gelebt, keine Geschichte erzählt wird, ohne dass Gott darüber die völlige Herrschaft besitzt. Dennoch glaube ich, dass uns die Zügel schießen, wenn wir in allen Dingen, die wir sehen und erleben eine undifferenzierte Parabel für das Evangelium erblicken. Es ist keine Predigt von Jesus, nur weil mich etwas an Jesus erinnert. Blicke auf das goldene Kalb: Es war aus einem Edelmetall, es symbolisierte Stärke. Zeigte es uns so nicht den Unvergänglich Mächtigen? Sollte Aron und Mose nun nicht mit dem Kalb anfangen, um das Volk die ersten Schritte „echter Gotteserkenntnis“ zu lehren? Die Frage der Parallele der heidnischen Götter wird in der Geschichte Israels nur dringender: Da sind die babylonischen Götter, Marduk ganz vorne dabei. Marduk ist ein freier Gott, er ist ewig und herrscht voller Führung über die anderen Götter und die Menschheit. Wie viel Parallele zu Jahwe braucht es da noch? Macht es da so viel aus vor Marduk statt vor Jahwe niederzufallen, wenn doch Marduk eigentlich nur ein Gottesbild ist, dass aus allgemeiner Gnade geboren wird.

In „Herr der Ringe“ findet sich immer die Hoffnung auf „das gute Schicksal“, die auch „das Böse gebraucht“. Nun kann ich das wohl auch als Startrampe benutzen um über „Gottes Vorsehung zu sprechen. Oder sollte ich das als Kritikpunkt sehen, dass dieses Schicksal im ganzen Werk unpersönlich und unbekannt bleibt? Erinnert mich die regierende Hand des Schicksals wirklich an JHWH oder eigentlich vielmehr an Marduk?

Der Antichrist erinnert mich an Jesus?

Das man nicht am Wegweiser hängen sollte, sondern zum Ort ziehen muss, dahin er weist ist klar. Aber nicht jedes Schild zeigt in der tat den rechten Weg (auch wenn es einen Weg an sich zeigt und so ja schon ein Bild dafür ist, dass alles einen Weg zeigt, so wie ja Jesus der Weg ist). Ich werde zynisch! Aber das liegt daran, dass diese Metaphern so furchtbar verführerisch sein können. Nehmen wir an dem deutlichsten Symbol, dass auf Jesus zeigt: Da lässt jemand sein Leben, um andere zu retten. Aber wird der Antichrist selbst nicht einst versuchen das Sterben und die Auferstehung Christi „zu faken“. In Offenbarung 13 wird uns berichtet, dass das Tier gerade dadurch die Erde in Verwunderung setzten wird, dass es eine tödliche Wunde besitzen wird und doch wieder gesund wird (13,3). Gerade dass führt dann zur Anbetung des Tieres (13,14). Wie auch immer diese Verse praktisch realisiert werden, sprechen sie doch die Sprache, dass der Antichrist selbst das Sterben und die Auferstehung Christi „pervertieren wird“.  Doch steigt der Wert von Katzengold etwa dadurch, dass es wie Gold aussieht?

Wird der Antichrist zu einem Bild für Christus, weil er sein Sterben kopiert? Das ist vor allem ein Kritikpunkt an denen, die überall eine Parallele zu Christus sehen. Natürlich bietet sich die Parallele der Rettung aus der „Matrix“ nach „Zion“ in der Matrix-Trilogie geradezu von selbst an. Aber gleichzeitig bleibt der Film dennoch von gnostischen Motiven durchzogen. Erinnert mich Neo nun wirklich an Jesus oder doch eher an den Anitchristen? Natürlich muss Batman sterben, um Gotham City zu retten. Aber übersehe ich damit bloß, dass er ein Mann ohne Gewissheit und Zuversicht bleibt, niemals mit wirklichem Halt an einem fixen Gesetz, so wie es der Sohn an den Worten seines Vaters war? Es ist letztlich wahr, dass selbst der Antichrist mich an Christus erinnern wird, aber wie bringt mich das meinem Heiland näher?

Ist jede Fiktion okkult?

Wer Tolkien & Co verteidigt, greift oft zum Angriff und deckt auf, wie töricht es ist, Fiktion abzulehnen. Schließlich lese selbst der konservativste Christ unseres Zeitalters mit Hochachtung die Pilgerreise! Eine Allegorie, in der Christian selbst Dämonen und Riesen über den Weg laufen! Die Argumentation bekämpft aber ein Strohmann-Argument. Dass man bekümmert ist, über okkulte Literatur, was sollte da verkehrt sein. Als Vater von Schulkindern kann ich ein Lied singen. Wie froh wäre ich, wenn meine Kinder nun mal endlich nicht ein Buch über Gespenstervampire (Nur Gespenster oder nur Vampire reichen nicht mehr aus), Hexenaustreibungen, fantastische Tierwelten etc. lesen müssten. Das Zeug käst mich furchtbar an. Und ja, diese Bücher sind wirklich nicht mit dem hohen Niveau von Lord of the Rings vergleichbar und doch ist es eine Frage die mich beschäftigt: Sollte man nach der magischen Schule der Tiere noch nach Narnia reisen?

Ich teile die Besorgnis der Eltern, die nicht möchten, dass ihre Kinder erneut ein okkultes Buch lesen möchten (damit sage ich nicht, dass LoR oder Narnia okkult wären). Ich will nur sagen, dass von den Verteidigern der Fiktion manchmal so getan wird, als gebe es gar keinen Unterschied darin, welche Art von fiktiver Literatur man ablehnt oder akzeptiert.

Ist Realismus ein unterentwickelter Literaturstil?

Ich liebe den literarischen Realismus. Die Verteidiger von christlicher Fantasy-Literatur tun manchmal so, als wäre Realismus nur eine primitive Art der Literatur. Als hätte Dostojewski, ein ganz klassischer Autor des russischen Realismus nicht die Vorstellung gehabt, einem der Brüder Karamasow den Teufel zu Besuch zu schicken, als könnte Jeremias Gotthelf (der biedermeierischste Realist ever!) nicht in „die Schwarze Spinne“ über den Handel des Teufels mit in Not getriebenen Bauern schreiben, die dazu führt, dass sie überall Beulen bekommen, aus denen Spinnen schlüpfen.

Manchen mag hier nicht klar sein, was mich hier schmerzt. Vielleicht bin ich zu kleinlich, wenn ich in den Verteidigern der „christlichen Fantasy“ vorwerfe, dass sie zu gering über Realismus, zu oberflächlich über Literatur als ganzes denken.

Und Nu?

Man könnte mein Gerede von Tolkien/Lewis Fanboys als verächtliche Deklassifizierung aufnehmen. So ist es aber nicht gemeint. Ich würde mich als Lewis Fanboy sehen, ich lese ihn ungemein gern. LoR, wie auch der Hobbit fesselten mich sehr. Doch letztlich gibt Tolkien LoR im Vorwort selbst das Maß vor: Er wollte wissen, wie ein besonders großes Märchen sich entwickeln wird. LoR ist eben ein Märchen; ich habe von LoR in etwa genauso viel gelernt wie von den Märchen von  Wilhelm Hauff. Das Gottesbild dass LoR entwickelt ist verwirrend, vielleicht muss ich mit einem Katholiken bloß nachsichtig sein, aber vielleicht muss ich ihn auch dafür rügen, dass er mir das goldene Kalb vorzeichnet. Ich war noch ein Kind als ich Harry Potter las und kann mich nur noch rudimentär an das Werk erinnern, aber mir ist nicht wirklich klar, was der entscheidende Unterschied zwischen LoR und Harry Potter sein sollte. (Ich habe schon ein paar Mal das Experiment durchgeführt, in dem ich mich beraten lies, ob denn meine Kinder Harry Potter lesen sollen, und man verwies mich darauf, dass es ja bessere Bücher wie LoR und Narnia gebe).  

Lewis finde ich entschieden eindeutiger. Narnia ist explizit und eindeutig eine christliche Allegorie und als solche ausgelegt. Narnia erinnert mich eindeutig an Werke wie die Pilgerreise.

Für ein letztes Wort ist noch Raum: Wahrlich töricht ist es, all diese Werke nach ihren Verfilmungen zu bewerten. Ich weiß, wie entsetzt ich war, als ich die „Faune“ auf der Leinwand sah. Sie waren allen frohen Scheins beraubt, denn sie in den Büchern besaßen. Leider haben viele vor allem deswegen eine geringschätzige Meinung von LoR und Narnia, weil sie die Filme gesehen haben.

Kommentare 0

Johannes Calvin über Gesetz und Gnade

Ich habe mir „als Ostervorbereitung“ das Kapitel (II,16) über Jesu Leiden, Tod, Auferstehung und Himmelfahrt sowie das Kapitel (III,25) über die Auferstehung der Toten in Calvins Institutio angeschaut und bin für die Nachfolge ermutigt und geistlich gestärkt worden. Interessanterweise fängt Calvin die Betrachung von Jesu Leiden mit der Frage an, warum es nötig ist, oder vielleicht besser formuliert: Wie wir in dem Leiden der Gnade Gottes teilhaftig werden. In II.16.2 bringt er eine wunderbare Ausführung, wie Gottes Gerechtigkeit und Barmherzigkeit durch das Opfer Christi uns erst kostbar wird. Ich zitiere ausführlich und wünsche allen Lesern ein gesegnetes Osterfest.

„Aber bevor wir weitergehen, müssen wir im Vorbeigehen der Frage nachsinnen, wie es sich denn miteinander vereinbaren lässt, dass Gott, der uns mit seinem Erbar­men zuvorgekommen ist, uns doch feind ist, bis er in Christus mit uns versöhnt ist! Denn wie hätte er uns in seinem eingeborenen Sohne eine solch einzigartige Bürg­schaft seiner Liebe zu uns geben können, wenn er uns nicht schon zuvor in freier Gnade freundlich gesinnt gewesen wäre? Hier entsteht also wirklich der Schein eines Widerspruchs, und ich muss also diesen Knoten zu lösen versuchen. Der Heilige Geist sagt es in der Schrift etwa so: Gott ist den Menschen feind gewesen, bis sie durch Christi Tod bei ihm wieder zu Gnaden gekommen sind (Röm. 5,10). Oder wir hören auch, der Mensch sei unter dem Fluch, bis seine Ungerechtigkeit durch Christi Opfertod gesühnt sei (Gal. 3,10.13), oder auch, er sei von Gott getrennt, bis dass in Christi Leib die Gemeinschaft wiederhergestellt sei (Kol. 1,21f.). Diese und ähnliche Sprüche sind unserem Verständnis angepasst, damit wir besser erkennen, wie jämmerlich und notvoll unsere Lage ist außer Christus. Denn wenn es uns nicht mit klaren Worten gesagt würde, dass Gottes Zorn und Strafe und der ewige Tod auf uns gelegen, so würden wir weniger anerkennen, wie elend wir ohne Gottes Er­barmen wären, und das Geschenk der Befreiung weniger zu schätzen wissen! Ich will ein Beispiel bilden.

Es hört jemand: Wenn dich Gott, als du noch ein Sünder warst, so gehasst und dich so von sich gestoßen hätte, wie du es verdient hättest, so wärest du jämmerlich zugrunde gegangen; aber Gott hat dich von sich aus und in freiem Er­barmen in Gnaden angenommen, wollte dich nicht gänzlich verstoßen und rettete dich aus solcher Gefahr. Wer das hört, der wird gewiss davon innerlich betroffen, er wird auch zu einem gewissen Teil erwägen, was er also Gottes Erbarmen für Dank schuldig ist.

Aber wenn er nun auf der anderen Seite hört, was die Schrift lehrt: Du bist durch die Sünde wirklich von Gott abgekommen, bist ein Erbe des Zorns, bist dem Fluch des ewigen Todes verfallen, ausgeschlossen von jeder Hoffnung auf das Heil, fremd aller Segnung Gottes, Sklave des Satans, Gefangener unter dem Joch der Sünde, schrecklichem Verderben ausgeliefert, ja, schon mitten darin! — dann aber ist Christus als Fürsprecher ins Mittel getreten und hat die Strafe auf sich genommen, hat gelitten, was nach Gottes gerechtem Urteil alle Sünder leiden mussten, hat all das Böse, das sie vor Gott verhasst machte, mit seinem Blute ge­sühnt; und nun ist durch dieses Sühnopfer dem Vater Genüge getan, durch diesen Fürsprecher sein Zorn besänftigt, auf diesem Grund der Friede Gottes mit den Men­schen fest gegründet, nun ruht auf dieser Verbindung Gottes Wohlgefallen gegen uns! — ich sage, wenn der Mensch das hört, wird er nicht um so tiefer das alles zu Herzen nehmen, je deutlicher und lebendiger ihm vor Augen gestellt wird, wie groß die Not ist, aus der ihn Gott herausreißt?

Kurz, wir sind ja von Natur gar nicht so beschaffen, dass wir nach dem Leben aus Gottes Barmherzigkeit recht ver­langen und dafür genugsam danken können, wenn uns nicht zuvor der Schrecken vor dem Zorn Gottes und das Entsetzen vor dem ewigen Tode durch die Seele dringt und uns zu Boden wirft; und deshalb unterweist uns die göttliche Lehre der­art, dass wir Gott als uns feindlich erblicken, seine Hand ausgereckt sehen, um uns zu verderben — aber doch nur, damit wir seine Freundlichkeit und seine Vaterliebe allein in Christus ergreifen!

Betanien Verlag 5-Euro-Aktion
Kommentare 0

Bücher für nur 5 Euro – nur bis zum 27.03.2023

Sind 5 Euro viel für ein Buch? Für 5 Euro bekommt man keinen Döner. Mit den meisten Autos kommt man damit keine 100km weit. Ein Handy-Tarif kostet auch meistens mehr. Ob 5 Euro für ein Buch viel sind, hängt natürlich auch davon ob, wie viele Seiten, welches Format und welchen Inhalt es hat. So pauschal kann keine gute Antwort gegeben werden.

Im Shop vom Betanien Verlag läuft nur noch bis heute (27. März 2023) eine 5-Euro-Aktion. Über 30 Bücher/CDs kosten in diesem Zeitraum nur 5 Euro. Mit dabei sind sowohl Longseller von Spurgeon als auch neuere Bücher für das Gemeindeleben, Kinderbücher für die Familienbibliothek und auch Biografien und Lebensbilder. An dieser Stelle möchte ich nur zwei Titel vorstellen und wärmstens empfehlen.

Weiterlesen
Kommentare 4

Kein Buch, sondern ein Erlebnis: „Die Brüder Karamasow“

Ich habe schon einige Werke von Dostojweskij gelesen und hatte immer Mühe mich in der Mitte der Werke durch Abschnitte durchzukämpfen, die ich als zu langmatig empfand (Dostojewskij, der häufig pro Seite bezahlt wurde, „streckte“ seine Romane gelegentlich), deswegen entschied ich mich bei „Die Brüder Karamasow“ für ein Hörbuch.

Doch meine Vorsicht war bei diesem Werk fehl am Platz. Die Brüder Karmasow fesselt von Anfang bis zum Schluss. Im Zentrum des Romans steht vor allem Alexei („Aljoscha“) Karamasow, der Jüngste der drei Söhne von Fjodor Karamasow. Fjodor Karamasow ist ein Säufer, Lüstling, Geizhals und Spötter. Ein furchtbarer, kaum zu ertragender Mann, so dass sich dem Leser (oder Hörer) die gleiche Frage aufdrängt, die der älteste der drei Brüder, Dmitri („Mitja“) schließlich ausspricht: Warum sollte ein solcher Mann überhaupt am Leben bleiben?

Der Vater tut nun auch sein bestes, um die sowieso schon angeschlagene Liebesbeziehung seines Sohnes weiter zu untergraben, indem er um die gleiche Dame buhlt wie sein Sohn. Doch nicht nur das, er prahlt damit bei der ersten Zusammenkunft „der Familie“ nach Jahren. Man trifft sich im Kloster, dessen Mitglied Alexeij werden will. Bald geschieht auch das Drama, dass von Anfang an in der Luft schwebt: Der Vater wird ermordet aufgefunden, und alle Indizien sprechen dafür, dass es gerade der 28-jährige Mitja war, der den Mord begangen hat. Hat er doch wenige Tage vor dem Mord selbst überall herumposaunt, dass er am liebsten seinen Vater töten würde… Soweit der Ausgangspunkt des Romans, der nun sehr viele Seitenwege einschlägt. Sehr ausführlich wird das Leben von Starez Sossima, einem Art Eremetien-Abt geschildert, der der Mentor von Aljoscha ist. Der Starez schildert auf seinem Sterbebett sein Verständnis von Schuld, Vergebung und Verantwortung. Damit findet sich ein Gegenentwurf zum Konzept zum zweiten Bruder Iwan, der Atheist ist. („Ich leugne gar nicht, dass es einen Gott gibt, aber diese von ihm geschaffene Welt lehne ich ab. Ich gebe ihm mein Eintrittsbillett in diese Welt zurück“). Sein Modell schildert Iwan dem gläubigen Aljoscha in seiner Dichtung vom Großinquisition: Hier kehrt Christus während der Hochphase der spanischen Inquisition als Wundertäter auf die Erde zurück und wird natürlich nach dem ersten vollbrachten Wunder vom Großinquisitor inhaftiert, der nun Christus darum bittet, sich aus der Kontrolle der Kirche zurückzuhalten, die man nun im Griff hätte. Für Iwan ist diese Begebenheit nur die Begründung für seinen Nihilismus: „Alles ist erlaubt!“. In seiner Legende sieht er eine überzeugende Argumentation für den Nihilismus selbst aus religiöser Sicht.

Weiterlesen
Kommentare 2

Mein Herz dichtet ein feines Lied… Liederbücher im Review

Wenn ich die Möglichkeiten habe, andere Gemeinden zu besuchen, bin ich immer besonders auf das verwendete Liederbuch gespannt, und konnte so einige interessante Liederbücher kennenlernen. Ich gestatte mir ein Kurzreview über verschiedene Liederbücher, die ich aktiv benutze. Schreibt mir doch im Kommentar, welche Erfahrungen ihr mit Liederbüchern gemacht habt und welche ihr empfehlen könnt?

Glaubenslieder von CV Dillenburg ist ein sehr umfangreiches Liederbuch mit über 550 Liedern. Die Mischung aus alten Glaubensliedern und vielen neuen ist sehr gelungen. Der Brüdergemeindliche Hintergrund birgt für mich teils gänzlich unbekannte Lieder. Von den aktiv von uns genutzten Liedern finden sich am meisten eher in diesem Liederbuch

+ Umfangreiche Liedauswahl
+ Noten und Text gemeinsam
+ Vierstimmiger Satz mit Akkorden
o Preis
– Dünnes Papier empfindlich
Gesamtbewertung: 4,5/5 Sternen

Loben ist der Klassiker unter den CLV-Liederbüchern. Das Liederbuch enthält 365 Lieder, für jeden Tag eines. Auch hier sind die Noten mit Satz und Akkorden versehen. Ich greife zu diesem Liederbuch, wenn ich Lieder von Siebald spielen möchte. Manche der neuen Arrangements sind meines Erachtens zu verkünstelt

+ günstig
+ Für sehr viele Lieder gibt es CD-Fassungen „zum Eintrainieren“
o Arrangements nicht immer gelungen
o Mittlerer Umfang
Gesamtbewertung: 4/5 Sternen

Über Einklang bin ich erst vor Kurzem gestoßen, obwohl das Liederbuch bereits 2019 erschienen ist. Es erscheint mir ein Stückweit wie ein Mix aus Loben und Glaubenslieder, wobei sich im Liederbuch auch einige gänzlich neue Lieder finden. Insgesamt ein gelungener Mix, den ich mir in Zukunft näher anschauen möchte. Vorteilhaft ist die Ringbuchfassung für Klavier und Musikbegleitung, die separat erhältlich ist.

+ Ringbuchfassung für Klavier
+ Neue und unveröffentlichte Lieder
+ Vierstimmiger Satz
Gesamtbewertung: 4,5/5 Sternen

Mit dem Liederbuch der Friedensstimme bin ich aufgewachsen. Der Umfang des Liederbuches mit über 1300 Lieder seine Stärke. Es sind auch einige gute Übersetzungen russischsprachiger Lieder dabei (ich persönlich hätte mir ein paar mehr gewünscht). Leider besitzt die recht teure Notenfassung keine Gitarrengriffe. Im Grunde rächt sich an dieser Stelle der große Umfang des Buches.

+ günstig
+ umfangreich
+ enthält Übersetzungen russischer
– Notenfassung ist zu umständlich (2 Bde.) und besitzt keine Gitarrengriffe
– gegenwärtig nur die Großdruckfassung erhältlich
Gesamtbewertung: 4/5 Sternen

Jugend für Christus wiederum war mein Jugendliederbuch. Wer die Möglichkeit hat, die Alte Auflage von vor 2009 zu erwerben, sollte es tun, denn mit der Revision 2009 wurden etwa 20 der fröhlichsten Lieder durch „gottesfürchtige ersetzt“. Die Stärke des Liederbuches sind gelungen anlassbezogene Lieder (Weihnachten, Ostern, Hochzeit, Erntedank usw…)

+ vierstimmiger Satz mit Akkorden
o nicht ganz so günstig
Gesamtbewertung: 4-4,5 (alte Auflage) / 5 Sternen

Bei „Sing auf dem Weg“ bin ich gespaltener Meinung. Einerseits freut es mich, dass viele auch komplexere russische Lieder mit ihrer emotionalen und künstlerischen Art nun auch auf deutsch erhältlich sind. Andererseits lässt manch einer der Liedtexte einen fragen, ob es sich dabei überhaupt um ein christliches Lied handelt, wenn vor allem z.B. die eigenen Emotionen besungen werden.

+ Vierstimmiger Satz mit Akkorden
+ viele kunstvolle Lieder aus dem Russischen übersetzt
– Text gelegentlich nicht sonderlich wertvoll
Gesamtbewertung 3,5/5 Sternen

„Seht unseren Gott“ von E21 ist schon so ein Liederbuch, wo eigentlich gleich alle mitsingen können. Die Schwäche des Buches ist neben seiner doch beschränkten Auswahl die Tatsache, dass sämtliche Lieder nur einstimmig notiert sind.

+ günstiges Ringbuch mit einer griffigen Auswahl
o- geringe Liedauswahl (136 Lieder)
– sämtliche Lieder nur einstimmig notiert
– gegenwärtig nicht verfügbar
Gesamtbewertung 3/5 Sternen

Man darf sich bei diesem Liederbuch von dem Jungen im Sakko auf dem Cover nicht abschrecken lassen. Die Auswahl der über 150 Lieder ist sehr gut gelungen und deckt ein weites Spektrum von Liedern ab, die von Kindern gerne gesungen werden. Alle Lieder enthalten Noten und Akkordsatz. Wer ein gutes Liederbuch fürs Singen mit den Kindern sucht hat mit diesem Buch sicher einen guten Anfang.

+ gelungene Liedauswahl
+ gut geeignet um mit Kindern zu singen, aber nicht „zu kindlich“
+ guter Umfang für ein Kinderliederbuch
Gesamtbewertung 5/5 Sternen
Kommentare 0

Mit ChatGPT im Gespräch über Johannes 9, Sinn im Leiden, Mission und empfehlenswerte Bibelkommentare

Die Künstliche Intelligenz OpenAI bzw. ChatGPT ist in aller Munde. Sie schreibt kleine Programme, Gedichte und Sachtexte, löst Matheaufgabe und empfiehlt Pizzabelag. Auf Biblipedia findet sich gar ein Predigttext von ChatGPT. Ich konnte nicht wiederstehen auf chat.openai.com mit der künstlichen Intelligenz über Johannes 9 zu reden (Ich habe die Antworten von ChatGPT immer wieder gekürzt, da er häufig ganze Fragmente beinahe Identisch wiedergab, ansonsten aber nichts am Text geändert). Dennoch brachte ich die AI am Schluß dazu Jesus als Retter zu bekennen.

S.P: Welche Hintergrundinformationen benötige ich, um Johannes Kapitel 9 besser zu verstehen? Ich meine das Wunder Jesu, als er den Blindgeborenen sehend gemacht hat:

ChatGPT: Um das Wunder, das Jesus in Johannes 9 vollbringt, in seinem historischen und literarischen Kontext zu verstehen, könnten einige Hintergrundinformationen hilfreich sein:

  1. In der Bibel werden Wunder oft als Zeichen dargestellt, die die Autorität und Macht Gottes oder seiner Vertreter demonstrieren. Das Wunder des Blindengeborenen, der sehend gemacht wird, könnte also als ein solches Zeichen verstanden werden, das Jesus als von Gott gesandten Messias oder Prophet ausweist.
  2. Das Johannesevangelium gehört zu den späteren Schriften des Neuen Testaments und unterscheidet sich in mancher Hinsicht von den anderen Evangelien. Eines der Hauptmerkmale des Johannesevangeliums ist sein starkes Augenmerk auf die Verkündigung Jesu und seine göttliche Natur. Im Johannesevangelium werden viele Wunder beschrieben, die Jesus vollbringt, und sie werden oft als „Zeichen“ bezeichnet, die die Wahrheit seiner Lehren und seine göttliche Natur bezeugen sollen.
  3. In der jüdischen Tradition galt Blindheit oft als Strafe für Sünde. Das Wunder, das Jesus vollbringt, indem er den Blindgeborenen sehend macht, könnte daher auch als eine Art „Sündenvergebung“ oder „Reinigung“ verstanden werden, die Jesus für den betreffenden Menschen vollzieht.
  4. Johannes 9 findet innerhalb des größeren Kontexts des Johannesevangeliums statt. Es könnte daher hilfreich sein, auch die umgebenden Kapitel zu lesen, um das Wunder in seinem literarischen Kontext besser zu verstehen.

S.P.: Ist Strafe für die Sünde die übliche Erklärung für unser Leiden?

ChatGPT: In manchen Religionen und theologischen Traditionen wird das Leiden und die Not, die Menschen erfahren, als Strafe für Sünde gesehen. Dieser Gedanke findet sich zum Beispiel in der jüdischen Tradition und in manchen christlichen Traditionen. In der Bibel werden manche Leiden, die Menschen erfahren, tatsächlich als direkte Folge von Sünde dargestellt, zum Beispiel das Leiden, das Kain aufgrund seiner Mordtat erfährt (Genesis 4,12).

In anderen Fällen wird das Leiden, das Menschen erfahren, als Teil des menschlichen Lebens betrachtet, das alle Menschen aufgrund der ursprünglichen Sünde, die Adam und Eva begangen haben, teilen. Dieser Gedanke findet sich zum Beispiel in der christlichen Tradition, die das Konzept der Erbsünde lehrt.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Sichtweise des Leidens nicht die einzige oder universelle Sichtweise ist. In manchen Religionen und theologischen Traditionen wird das Leiden anders erklärt, zum Beispiel als Prüfung oder Gelegenheit zur persönlichen Entwicklung. Andere sehen das Leiden als einfach einen Teil des menschlichen Lebens an, ohne es direkt mit Sünde oder Strafe in Verbindung zu bringen.(…)

S.P.: Warum ist es wichtig für dich zu betonen, dass es keine allgemeingültige Antwort auf das Leiden gibt?

Weiterlesen
Rezension: John MacArthur: Heiligung
Kommentare 0

Rezension: John MacArthur: Heiligung – Gottes Leidenschaft für sein Volk

Heiligung – ein Buch von John MacArthur – das nicht nur für Pastoren und Älteste geschrieben wurde. Aber es ist auf jeden Fall eins, dass korrigierend und hilfreich für leitende Brüder ist. Die wenigsten werden die Gelegenheit bekommen, mit John MacArthur ein persönliches Gespräch zu führen. Aber mit diesem Buch kannst du dich mit ihm in einen Raum setzen. Und wenn du ihn dann fragen würdest, was vielen Gemeinden heute fehlt, würde er dir in ca. 1,5 Stunden erzählen, dass es vor allem an Heiligung mangelt.

Weiterlesen
Kommentare 0

„Das Gericht über Gott“ – von John Stott

In dem umfassenden und ausgezeichneten Werk „Das Kreuz“ schreibt John Stott darüber, was er als „das größte und herrlichste aller Themen“ bezeichnet. Das Buch betrachtet weit mehr als den Aspekt des Sühnetodes, auch wenn das eine zentrale Stellung einnimmt. Scott schafft es vor den Leser allgemeinverständlich verschiedene Aspekte des Kreuzes Christi zu zeigen, die Bedeutung des Kreuzes für die Verkündigung, für unser Gottesbild, als Wirkung für unsere Heiligung und dem Sieg über dem Bösen, aber auch als Antwort auf ungelöste Fragen nach dem Leid, die Stott zu Ende seines Werkes betrachtet Hier findet sich die Kurzgeschichte „das Lange Schweigen“. An dieser Stelle ist keine Quelle angegeben und ich konnte auch in der englischen Fassung keinen Ursprung ausmachen, nehme also an, dass diese lesenswerte Kurzgeschichte von John Stott selbst stammt (ich hoffe der Verlag verzeiht mir ein etwas zu großes Zitat):

Weiterlesen
Kommentare 0

Jesus predigen – nicht irgendwas!

In „Jesus predigen – nicht irgendwas!“ finden sich drei Essays von Wilhelm Busch über die Kunst des Predigers. Im ersten, ausgezeichneten Essay, der 1938 unter dem Titel „Vom Dienst des Predigers“ erschienen ist, schreibt Wilhelm Busch auch darüber, dass es „wichtig ist, die klare Linie des Textes in ihrer ganzen Einseitigkeit stehenzulassen, dem Text nicht seine Eigenheit rauben. Wir dürfen nicht aus der Sorge heraus, es könnten lehrhafte Missverständnisse entstehen, mit „zwar auch“ allerlei Einschränkungen einfügen, die schließlich die klare, anschauliche Richtung des Textes verwischen oder verbiegen.“

Weiterlesen