Immer wieder bekommt man gute Ratschläge, von denen denkt man sich wünscht, dass man sie früher gehört hätte. Im Bezug auf meinen Laien-Predigtdienst bekam ich so zwei äußerst hilfreiche Anmerkungen für meinen eigenen gelegentlichen Predigtdienst. Vielleicht sind diese Hinweise für den ein oder anderen Leser von NIMM-LIES ebenfalls hilfreich! Deswegen möchte ich sie mit euch teilen:
Selbstständiges Arbeiten mit der Bibel
In seinem gründlichen Johannes-Kommentar hält D.A. Carson, als er die Einflüsse der Synoptiker auf das vierte Evangelium und vice versa bespricht, diese wertvolle Beobachtung fest (S. 41):
„Es erscheint weit wahrscheinlicher, dass der Evangelist selbst, ein christlicher Prediger, über Jahre hinweg das Evangelium verkündigte. Zweifellos machte er sich Notizen; zweifellos lernte er von anderen und griff auf deren Arbeit zurück. Was immer er aus fremden Quellen aufnahm, eignete er sich – wie es einem guten Prediger entspricht – vollständig an; die ausgeprägte Einheitlichkeit des Stils ist dafür ein deutlicher Beleg. Schließlich fügte er das gesammelte Material zusammen und veröffentlichte es als Buch. Es ist durchaus vorstellbar, dass er das Werk in einzelnen Phasen erarbeitete; (…) In jedem Fall zeigt sich eine Sicherheit im Zugriff, eine Schlichtheit der Ausdrucksweise sowie eine Einheit von Thema und Entwicklung, die die rhetorische Kritik zu Recht würdigt und die von einem gereiften christlichen Zeugen und Theologen Zeugnis ablegt.“
Regelmäßig beobachte ich sowohl bei sehr einfachen Predigern wie bei sehr gründlich ausgebildeten Theologen, dass Ihnen genau dieser selbstständige Umgang mit der Bibel abkommt, den Johannes besaß als er über das Werk Jesu schrieb. Ich würde mir sehr wünschen, wenn mehr Prediger eigenständiger mit dem Zeugnis der heiligen Schrift umgingen, und nicht nur bereits vorhandenes aufwärmten. Das ist übrigens kein Argument gegen die Verwendung der zahlreichen Hilfmittel, die wir heute besitzen, sondern ein Argument für die richtige und weise Nutzung dieser Mittel. Eben als Unterstützung, aber nicht als Leitung für den Text, der an sich selbst schon immer stark ist. Schließlich steht er in der Bibel.
Was schief läuft, läuft häufig auch gut: So kenne ich durchaus sehr einfache, wie gründlich ausgebildete Brüder, die eben eigenständig mit dem Wort Gottes arbeiten können.
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Ich fragte Egelkraut damals, was sein Lieblingsbuch neben der Bibel wäre und er nannte mir einen damals gänzlich unbekannten Titel: 

