Alle Artikel in der Kategorie “Biblische Lehre”

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Reading the Word of God in the Presence of God

Ich war schon länger auf der Suche nach einem hilfreichen Buch für hermeneutische Fragen und griff zunächst zu Berkhof. Doch sein wirklich hochwertiges Werk war einfach zu schwer und zu herausfordernd für mich. Eine geeignete Ergänzung und einen passenderen Einstieg in die Hermeneutik fand ich in diesem Buch von Vern S. Poythress, der am WTS unter anderem auch Hermeneutik unterrichtet. Einige gelernte Lektionen:

Gesamtaufbau:

Die über 30 Kapitel des Buches wendet er immer am selben Text von 1 Sam 22,1-2 an: David versteckt sich in der Höhle Adullam. Ich finde die Textwahl sehr treffend, ist doch der erste Impuls, dass es zu diesem Text nichts zu sagen und zu lernen gebe. Vor allem gelingt es Poythress den Schaden einer rein historischen Betrachtung des AT aufzuzeigen!

Drei einfache Schritte zum besseren Textverständnis

Poythress liest sich ungemein leicht und er schreibt sehr verständlich. Ich kenne kaum einen Autor, der sich derart flüssig und angenehm liest. Man kommt wirklich sehr schnell voran. Seine Agenda ist sehr klar und gut vorbereitet. So auch in diesem Buch. Da sich der Schwierigkeitslevel von Kapitel zu Kapitel steigert spürt man geradezu, dass man an Verständnis zunimmt.

Am Anfang erläutert Poythress ein Modell, welches helfen soll, biblische Texte besser zu verstehen: Er nennt diese drei Schritte: Beobachten, Interpretieren, Anwenden. Dafür empfiehlt er auf ein Blatt mit einer Vierspaltigen Tabelle vorzugehen:

Bibeltext Beobachten Interpretieren Anwenden

Da jeder, eher einen persönlichen Schwerpunkt hat, und neigt etwas zu betonen (z.B. das Beobachten) und anderes Auszulassen (z.B. Anwenden) schützt eine systematische Vorgehensweise vor leichtfertiger Bibelauslegung. Im Verlauf des Buches greift Poythress immer wieder auf einen dieser drei Grundblöcke zurück um diesen mit weiteren Hinweisen zu füllen.  An dieser Stelle untersucht er auch ausführlich den zu besprechenden Bibeltext aus 1. Sam. 22. Diese Methode eignet sich auch gut für Bibelbetrachtungen in Jugendkreisen und Kleinen Gruppen

Heilsgeschichtlicher Ansatz

Klar Reformatorisch zeigt sich das Werk mit seinem Ansatz einen roten Faden der Heilsgeschichte in der Bibel zu entdecken, und den besprochenen Text damit zu verknüpfen. Was sagt mir dieser Text über das Heil in Christus? Poythress geht von einer sehr christozentrischen Auslegung aus, und kommt entsprechend viel auf das Thema Analogien, Symbole und Typologien zu sprechen. Er deckt auf, dass oftmals viel zu einfach mit Typologien umgegangen wird. Ein typischer roter Faden ist dabei natürlich der Bundesgedanke der Schrift. Weiterlesen

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Tipp: Die Schatzkammer Davids

Am 15. November wird es wieder möglich sein die Schatzkammer Davids zu erwerben. CLV hat sich die Mühe gemacht das Werk vollständig durchzusehen, an Stellen neu zu übersetzen und zu überarbeiten. Die Bilder lassen auch drucktechnisch eine hochwertige Ausgabe erwarten.

Wer mit den Psalmen arbeitet, kann auf diese Arbeit Spurgeons kaum verzichten. Was das Werk besonders hilfreich macht, ist, dass Spurgeon nicht nur eine eigene Vers-für-Vers-Auslegung macht, die oftmals auch tief in sprachliche Details geht (man staunte zurecht: Wow, Spurgeon konnte Griechisch und Hebräisch!), sondern auch sehr viele Hinweise unterschiedlicher Autoren, vor allem der Puritaner aber auch der Reformatoren zusammengetragen hat. Die Homiletischen Winke runden die Besprechung eines jeden Psalmes ab und sind vor allem für Einsteiger im Predigt- oder Bibelarbeitdienst super hilfreich.

Das Werk wird für 179 EUR erhältlich sein.

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Dietrich Bonhoeffer : Gemeinsames Leben

Ende September 1937 schließt die Geheime Staatspolizei das von Dietrich Bonhoeffer in Finkenwalde geleitete Predigerseminar und Bruderhaus der Bekennenden Kirche. Ein Jahr später, im September 1938, schribt Bonhoeffeer- im Göttinger Haus seiner emigrierten Zwillingsschwester Sabine Leibholz – die Seiten des „Gemeinsamen Lebens“ in einem Zug nieder. (aus Dietrich Bonhoeffer Auswahl Güterlsoher Verlagshaus,  1 Auflage 2006, Band 3, S. 175, Vorwort des Herausgebers)

Diese kleine Schrift hat mich mit voller Wucht erwischt und auch deutlich ermahnt. Selten habe ich so viel hilfreichen Inhalt auf komprimierten Raum gefunden:

Es ist nichts Selbstverständliches für den Christen, dass er unter Christen leben darf. Jesus Christus lebte mitten unter seinen Feinden. Zuletzt verließen ihn alle Jünger. Am Kreuz war er ganz allein, umgeben von Übeltätern und Spöttern (…) So  gehört auch ein Christ nicht in die Abgeschiedenheit eines klösterlichen Lebens, sondern mitten unter die Feinde. Dort hat er seinen Auftrag, seine Arbeit

Daraus abgeleitet ergibt sich für Bonhoeffer, dass Gemeinschaft ein Geschenk der Gnade Gottes ist. Hier bleibt kein Raum für Unzufriedenheit und Undankbarkeit für dieselbe:

Der Gefangene, der Kranke, der Christ in der Zerstreuung erkennt in der Nähe des christlichen Bruders ein leibliches Gnadenzeichen der Gegenwart des dreieinigen Gottes. Besucher und Besuchter erkennen in der Einsamkeit aneinander den Christus, der im Leibe gegenwärtig ist, sie empfangen und begegnen einander, wie man dem Herrn begegnet, in Ehrfurcht, in Demut und Freude. (….) Liegt aber schon so viel Seligkeit in einer einzigen Begegnung des Bruders mit dem Bruder, welch unerschöpflicher Reichtum muss sich dann für die auftun, die nach Gottes Willen in täglicher Gemeinschaft des Lebens mit anderen Christen zu leben gewürdigt sind! Freilich, was für den Einsamen unaussprechliche Gnade Gottes ist, wird von dem täglich Beschenkten leicht missachtet und zertreten. Es wird leicht vergessen, dass die Gemeinschaft christlicher Brüder ein Gnadengeschenk aus dem Reiche Gottes ist (…)

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Ebertshäuser: Der priesterliche Auftrag der Gemeinde

Wozu dient eigentlich eine christliche Gemeinde? Was ist ihr Auftrag und wozu gehen wir Sonntag für Sonntag zur Gemeindestunde? Oft mache ich mir Gedanken, wie eine Gemeinde aufgebaut sein sollte, über Konflikte oder heikle Lehrfragen. Dabei geht die grundlegende Frage „Wozu?“ leider schnell vergessen.

Eine gute Hilfestellung, um dieser Fragestellung nachzugehen, ist das Buch von Rudolf Ebertshäuser mit dem Titel: „Der priesterliche Auftrag der Gemeinde und sein endzeitliche Gefährdung“.

Auf den ersten 80 Seiten wird die biblische Lehre aufgearbeitet, beginnend beim aaronitischen Priesterdienst bis zu den Lehrbriefen des Neuen Testaments. Weiter wird behandelt, was der Dienst der Anbetung für Gott bedeutet und wie dies in unseren Gemeinden und in unseren persönlichen Leben verwirklicht werden kann. Diese Fragen werden auf ungefähr 40 Seiten erörtert. Weiterlesen

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Tipp: Der Große Katechismus

Das sind die nötigsten Stücke, die man zuerst Wort für Wort herzusagen lernen muß. Und zwar soll man die Kinder daran gewöhnen, dass sie täglich, wenn sie morgens aufstehen, wenn sie zu Tisch gehen und wenn sie sich abends schlafen legen, es aufsagen müssen, und man soll ihnen nicht zu essen und zu trinken geben, bis sie es hergesagt haben. Auch ist jeder Hausvater verpflichtet, es in gleicher Weise mit dem Gesinde, Knechten und Mägden zu halten: er soll sie nicht bei sich behalten, wenn sie es nicht können oder nicht lernen wollen.

In typischer lutherischer Manier fängt der große Katechismus an. Die nötigsten Stücke sind dabei die zehn Gebote, das (apostolische Glaubensbekenntnis) und das Vater Unser.  So ist auch der Große Katechismus nicht mehr und nicht weniger als die Erklärung dieser „nötigsten Stücke“. Ich denke auch unsere Zeit hätte mehr Besinnung auf „Kinderunterricht“ oder Wahrheiten, die jedes Kind wissen sollte nötig. Wie oft sind wir uns in Fragen des Heils unsicher. Wie oft werden ethische Fragen mit Glaubensartikeln verwechselt. Wie oft fehlt uns auch die Kraft eine rechte Bewertung zwischen Recht und Unrecht zu fällen. So schließt auch Luther seine Besprechung der Zehn Gebote mit dieser Anmerkung ab:

So haben wir nun die Zehn Gebote, einen Auszug göttlicher Lehre, was wir tun sollen, daß unser ganzes Leben Gott gefalle, und den rechten Born und Kanal, aus und in welchem alles quellen und gehen muß, was gute Werke sein sollen; so daß außer den Zehn Geboten kein Werk noch Wesen gut und Gott gefällig kann sein, es sei so groß und köstlich vor der Welt, wie es wolle. Laß nun sehen, was unsere großen Heiligen von ihren geistlichen Orden und großen, schweren Werken rühmen können, die sie erdacht und aufgeworfen haben und diese hier haben fahren lassen, gerade als wären diese viel zu gering oder schon längst ausgerichtet. Ich meine wenigstens, man sollte hier alle Hände voll zu schaffen haben, daß man diesehielte: Sanftmut, Geduld und Liebe gegen Feinde, Keuschheit, Wohltat usw. und was solche Stücke mit sich bringen. Aber solche Werke gelten und leuchten nicht vor der Welt Augen, denn sie sind nicht selten und aufgeblasen, an besondere eigene Zeit, Stätte, Weise und Gebärde geheftet, sondern allgemeine, tägliche Hauswerke, die ein Nachbar gegen den andern treiben kann, darum haben sie kein Ansehen. Jene aber sperren (den Menschen) Augen und Ohren auf, dazu helfen sie selbst mit großem Gepränge, Unkosten und herrlichem Bauwerk und schmücken sie hervor, daß alles gleißen und leuchten muß. Da räuchert man, da singet und klinget man, da zündet man Kerzen und Lichte an, daß man vor diesen keine andere hören noch sehen könne. Denn daß da ein Pfaff in einem goldenen Meßgewand steht oder ein Laie den ganzen Tag in der Kirche auf den Knien liegt, das heißet ein köstlich Werk, das niemand genug loben kann. Aber daß ein armes Maidlein eines jungen Kindes wartet und treulich tut, was ihr befohlen ist, das muß nichts heißen Was sollen sonst Mönche und Nonnen in ihren Klöstern suchen?
[Martin Luther: Der große Katechismus (1529). Martin Luther: Gesammelte Werke, S. 1819
(vgl. Luther-W Bd. 3, S. 75-76) (c) Vandenhoeck und Ruprecht
http://www.digitale-bibliothek.de/band63.htm ]

Prädikat: Besonders Wertvoll!

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Das Wort wurde Fleisch

Aufmerksam machen möchte ich auf eine kurze aber doch umfassende Christologie von Ligonier. Dieses Heft steht kostenfrei als Download bereit und kann auch

In 26 Artikeln wird die Lehre von der Person Christi definiert und auch von Fehlmeinungen abgegrenzt. Auf S. 25 heißt es erklärend:

Die Aussagen dieser Erklärung sind Ansätze für ein Studium der
Christologie, die dazu einladen, den Reichtum der biblischen Lehre
über die Person und das Werk Christi weiter zu erforschen. Um
uns weiterzuführen, sind 26 Artikel des Bekennens und Verwerfens
hinzugefügt worden, jeweils mit Schriftbelegen. Eine Kernstelle ist
jeweils vollständig angeführt, auf weitere zuträgliche Stellen wird
verwiesen. Diese Artikel sind maßgeblich. Sie legen das Fundament
für die biblische Lehre über die Person und das Werk Christi.
Artikel 1 dient als eine Art Vorwort und legt die Fleischwerdung dar.
Artikel 2 verteidigt die wahre Gottheit Christi, während die
Artikel 3-5 die „Eine-Person-zwei Naturen“-Christologie der Bibel
erklärt. Artikel 6-9 entfalten die wahre Menschlichkeit Christi. Artikel
10-26 gehen über von der Person Christi zum Werk Christi.
Sie beginnen mit dem Bekennen der Erlösungslehre und enden
mit der Beschreibung des dreifachen Amtes Christi.
Die Verwerfungen sind von größter Wichtigkeit. Es ist in unserer
Zeit der Toleranz eher passé, sich anzumaßen, einen Glaubenssatz
zu verwerfen. Doch diese Artikel des Bekennens und Verwerfens
sind keine Übung in stolzer Anmaßung. Stattdessen werden sie
in der Hoffnung angeboten, der Kirche zu helfen, innerhalb der
sicheren und fruchtbaren Grenzen biblischer Lehre zu bleiben

Im Vorwort heißt es zudem:

Da für das Christentum die Nachfolge Christi von zentraler Bedeutung
ist, hat die Kirche jahrhundertelang darum gerungen, den Christus der Geschichte und der Schrift zu verkündigen, nicht den Christus unserer Fantasie. In solchen historischen Glaubensbekenntnissen wie dem Bekenntnis von Nicäa, der christologischen Formel von Chalcedon, dem Heidelberger Katechismus und dem Westminster Bekenntnis haben Christen die biblische Lehre über Christus formuliert.

Ein interessanter Absatz findet sich im Schluss des Heftchens:

Ein Großteil der Kirche im modernen Westen hat religiöse
Freiheit genossen. Wie lange das währt, ist fraglich. Diese Generation
oder die kommenden Generationen können sehr wohl dazu
berufen werden, für den Glauben an Christus zu leiden. Es ist eher
unweise, darauf nicht vorbereitet zu sein, und es ist bestimmt unweise,
die nächste Generation unvorbereitet zu lassen.

Nur Gottes Volk, seine Stadt wird bestehen in den dunklen Zeiten, die vor uns kommen.

(Jes 24:23 [Luther 1912])
Und der Mond wird sich schämen, und die Sonne mit Schanden bestehen, wenn der HErr Zebaoth König sein wird auf dem Berge Zion und zu Jerusalem und vor seinen Ältesten in der Herrlichkeit.

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Tipp: Drei Standardwerke christlicher Literatur

In den letzten Monaten sind in den konservativen Verlagen einige wertvolle Sachen erschienen. Viele Werke, die ich bereits aus dem Englischen kannte, und von denen ich mir sehnlichst eine Übersetzung gewünscht hätte. Drei dieser Werke möchte ich hier kurz ansprechen. Ausführliche Besprechungen werden sicher folgen:

Machen J. Gresham: Christentum und Liberalismus

Bildergebnis für Christentum und LiberalismusSo neu scheint das Werk gar nicht zu sein, offensichtlich ist es im Deutschen bereits 2013 erschienen. Ich selber habe es aber erst Ende letztes Jahres entdeckt. Gresham gelingt eine faire, umfassende und enttarnende Darstellung dessen, was man liberale Theologie nennt. Extrem wertvoll. Mein Fazit: Ein bibeltreuer (=an die Verbalinspiration glaubender) Theologe muss sich nicht für seine Positionen schämen. Viel mehr sollten dies die Bibelkritiker unter den Christen tun. Ein größeres Zitat erfolgte hier.

Thomas Watson: Darlegung der christlichen Lehre und ihre Anwendung

Bildergebnis für Darlegung der christlichen Lehre und ihre Anwendung

Erstens, man muss sich die ersten Seiten etwas durchkämpfen, mindestens bis Seite 19. Zweitens, der Titel verwirrt. ABER: Dieses Buch musst du gelesen haben. Vor etwa 5 Jahren las ich das Buch auf englisch und ich war damals wie vom Blitz in meinem Humanismus getroffen, als ich den Satz

Question. 1. What is the chief end of man?

Answer. Man’s chief end is to glorify God, and to enjoy him for ever.

(Übersetzung: Frage: Was ist

das Ziel/ der Sinn / Der Hauptzweck des Menschen?

Antwort: Das Hauptziel des Menschen ist es Gott zu ehren und sich an ihm immerdar zu erfreuen)

Das war derart anders, von dem was ich sonst kannte, dem ständigen Kampf nach einem besseren Leben. Ich habe beim Lesen dieses Buches erkannt, wie sehr ich vom Humanismus durchtränkt bin, wie wenig das einzig Wahre stimmt, dass nämlich Christus im Zentrum stehen soll!

Charles H. Spurgeon: Das Evangelium des Reiches

Spurgeon: Das Evangelium des Reiches Betanien Verlag cbuch.de-30Ein Geschenk meines Mitbloggers und Bruders Eduard Klassen war dieses Kommentar. Ich habe mich wirklich gefreut, dass dieser Kommentar, der mir aus dem Englischen so vertraut war, nun in dieser Form auch auf Deutsch erschienen ist.

Wenn es so weiter geht, werde ich mich nicht mehr auf dem englischsprachigen Markt umsehen müssen! Wie ich jetzt erfahren habe, plant auch Voice of Hope einige christliche Klassiker neu aufzulegen.

Wenn ich mir ein Buch wünschen dürfte, welches ebenfalls im Deutschen erscheinen sollte, dann wäre es J. Gresham Machens: The New Testament, An Introduction to its History and Literature.

Leider kann ich auf etwas Sarkasmus nicht verzichten: Mit der Volxbibel verdient die glorreiche Stiftung für Christliche Medien sicher mehr Geld als ein konservativer Verlag mit seinem vollständigen Sortiment! Das Volk bekommt, was es verlangt!

Er war so hungrig, dass er auch mit dem Schweinefutter zufrieden gewesen wäre; aber er bekam nichts davon. (Lk.15,16)

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Tipp: Die letzte Nacht der Welt

Vor einigen Jahren stand ich eines Morgens mit der Absicht auf, mir als Vorbereitung auf einen Besuch in London die Haare schneiden zu lassen, und der erste Brief, den ich öffnete, machte mir klar, dass ich nicht nach London zu fahren brauche. Also beschloss ich auch das Haareschneiden aufzuschieben. Aber da begann in mir ein ganz unerklärliches leises Quengeln, fast als sage eine Stimme: „Lass sie dir trotzdem schneiden. Geh und lass sie schneiden.“ Schließlich hielt ich es nicht mehr aus. Ich ging. Nun war zu jener Zeit mein Friseur ein Mitchrist und ein Mann mit vielen Schwierigkeiten, dem mein Bruder und ich hin und wieder hatten helfen können. Sobald ich seine Ladentür öffnete, sagte er: „Ach, ich habe darum gebetet, Sie möchten heute kommen.“ Und in der Tat: Wäre ich einen oder zwei Tage später gekommen – ich hätte ihm nichts genutzt ( Zitat S.5)

Wenn ich zu Büchern von C.S. Lewis greife, tue ich das ungerne; er war eine Persönlichkeit, die polarisiert (auf sermon audio findet man eine Masse Beiträge, die ihn verurteilen, und eine ebenso große Masse an Beiträgen die ihn in besten Tönen ehren), und so ganz schlau bin ich aus ihm nicht geworden. Aber immer wenn ich mich überwand, ihn zu lesen, wurde ich nicht enttäuscht. So auch bei dieser Auswahl an Essays von Lewis. Weiterlesen

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Sola Scriptura

Szenario: Katholische Kirche. Viele der besonders bekannten Praktiken in katholischen Kirchen sind ganz klar auf eine eher seltsame Auslegungsart der Schrift zurückzuführen, z.B.: das Zölibat, als Schlussfolgerung einer bildlichen Überladung von  1. Tim 3,2  „Es soll aber ein Bischof unsträflich sein, eines Weibes Mann, nüchtern, mäßig, sittig, gastfrei, lehrhaft“. Weib wird als Symbol für Gemeinde gesehen. Natürlich an dieser Stelle, an anderen Stellen heißt Weib immer noch Weib. Wann welches Bild gilt, wer weiß das schon?

Ein zweites Beispiel findet sich in dem Amt des Papstes, so dass man gerne die Apostolischen Vollmachten „vererbbar“ macht, und sich nur auf Verse wie z.B Matthäus 16,18 stützt, wo es heißt:  Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Hier baut man Grundlegen auf einer eher schwierig zu verstehenden Stelle auf. Ganze Abschnitte der Schrift die anderes bezeugen, müssen sich diesem unterordnen. Dass man die Schrift mit der Schrift auslegt, muss auch bedeuten, dass dunkle Stellen durch lichte erleuchtet werden sollten, nicht umgekehrt.

Das Spiel haben die Liberalen (vor allem evangelischen) Kirchen froh weiter getrieben. Man bekannte die treuesten Bekenntnisse, und mit diesen die Jungfrauengeburt und die Gottheit, das Sterben und die Auferstehung Jesu und schließlich auch die Hölle und die Ewigkeit  und bestritt diese sobald man auf die Kanzel stieg. Natürlich mit den besten Absichten, wie: „Wichtig ist, dass Jesus in unserem Herzen aufersteht. Wichtig ist, dass wir in Jesus ein Motiv eines liebenden Gottes erkennen“, etc. Dergleichen Aussagen in Massen findet man z.B. auf chrismon.

Auch hier verzichtete man auf Auslegungsprinzipien. Die Folge: Nun kann jeder alles x-Beliebige in die Schrift rein- und auch wieder rauslesen. Die Folge ist jedoch vor allem, dass die Themenbreite an christlichen Themen abnimmt. Pietistische Verlage haben uns dies zugenüge vorgemacht. Die Entwicklung politische Entwicklungen Israels zu interpretieren, haut in die selbe Kerbe.  Martin Luther schrieb einmal:

„Darum rate ich diesem Romanisten, dass er noch ein Jahr in die Schule gehe und lerne, was doch heißt eine Christenheit oder ein Haupt der Christenheit, ehe er die argen Ketzer mit solchen hohen, tiefen, breiten und langen Schriften vertreibt. Es tut mir aber in meinem Herzen wehe, dass wir leiden müssen von solchen tollen Heiligen, dass sie die heilige Schrift also frech, frei und unverschämt zerreißen und lästern, sich unterstehen die Schrift zu händeln, so sie nicht genugsam sind, dass sie die Säue hüten sollten. Ich habe bisher gehalten, wo man etwas mit der Schrift soll bewähren, müßte dieselbe Schrift eigentlich zur Sache dienen. Aber nun lerne ich, das es genugsam sei, viel Schrift rips raps zusammenzuwerfen, es reime sich oder nicht. Wenn die Weise gilt, so will ich aus der Schrift wohl bewähren, dass Rastrum besser sei, den Mamesier1.“ (Von dem Papsthum zu Rom, wider den hochberühmten Romanisten zu Leipzig)


1 Während Rastrum billiges Bier ist, welches sich nur Studenten gönnten, bezeichnet Mamesier (besser: Malvesier) edlen Wein.

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Besprechung: Luther für Eilige

Das Reformationsjahr 2017 hat unzählige Bücher über Luther und die Reformation in die Buchhandlungen und Onlineshops befördert. Der Pfarrer Fabian Vogt hat für Wenigleser und Eilige das gleichnamige Buch geschrieben.

Nach einem kurzen Abriss über Martin Luthers Leben stellt der Autor aus dem umfangreichen Werk Luthers zwölf wichtige Texte vor. Vogt zitiert Luther in vielen überwiegend einzelnen Sätzen und ordnet sie ein. Manchmal wird nicht eindeutig klar, ob Luthers Aussagen zusammengefasst werden, oder es sich um Gedanken des Autoren handelt.

Ein Register ermöglicht das Nachschlagen von bestimmten Begriffen. Was ich bedauere, ist die eher bibelkritische Haltung des Autors, die sich an einigen wenigen Stellen niederschlägt. Dass Luther zum Beispiel lehrte, dass nur ein Mann und eine Frau heiraten könnten, ordnet Vogt dahingehend ein, dass er nun einmal ein Kind seiner Zeit war (S 103).

Besonders im „Ausblick“ am Ende des Buches vermisse ich „Allein die Schrift“ als Schwerpunkt in Luthers Leben und Werk. Stattdessen trifft der Leser auf typisch modern-evangelisch-kirchliche Sätze wie „Was von dem, was unsere Gemeinden und Kirchenleitungen tun, bringt Jesu Botschaft von der Liebe und der Freiheit wirklich voran?“ (S.134) „Habe Mut zur Veränderung“, „Reformation heißt, die Welt und den Glauben immer wieder neugierig zu hinterfragen, sich nicht mit Vorhandenem zufriedenzugeben, sondern zu prüfen, ob die tradierten Vorstellungen noch passen.“ (S. 135)

Was besonders die oft glaubenslosen evangelischen Kirchen in Deutschland brauchen ist eine Reformation und ein Zurück zu Gottes Wort. Hier sieht der Autor anscheinend keinen wesentlichen Reformationsbedarf.

Wer sich tatsächlich nur einen Überblick über einige der wichtigsten Texte Luthers verschaffen möchte, wird mit diesem Buch sein Ziel erreichen. Für mich war es ein Appetitanreger um einige der Texte des Reformators in Gänze zu lesen.

Das Buch ist bei Chrismon erschienen und kostet 10 EUR.