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Novellen – 10 Meisterwerke der Weltliteratur – Gelbe Edition

Ich hörte dieses Hörbuch bei audible

In den letzten Monaten widmete ich alle freien Minuten klassischer Literatur. Da lesen nicht immer drin ist, greife ich regelmäßig zu audible zurück (Hier eine Übersicht). Neulich kam diese Auswahl von 10 Novellen in meine Sammlung, die ich zunächst wegen G.Kellers und C.F. Meyers Beiträgen erwarb. Sowohl „Romeo und Julia auf dem Dorfe“, wie auch „Der Schuss von der Kanzel“ waren mir bisher unbekannt. Während Meyers Werk eine berauschende Komödie ist, ist Kellers Werk eine der grandiosesten Charakterstudien, die ich je in einer kurzen Novelle zu Gesicht bekam. Eine Geschichte von hohem Lehrgehalt, die aufzeigt, zu was moralische Kompromisse führen, wenn „Gott wirklich beschließt, zu züchtigen“. Ich habe mir fest vorgenommen, die Sammlungen Kellers über „die Bürger von Seldwyla“ vollständig durchzulesen/durchzuhören. Mindestens acht der Novellen haben das Thema der Liebe im Vordergrund und thematisieren die Beziehung von Mann und Frau aus unterschiedlichen Perspektiven. Nicht jedes Werk erreicht das Niveau von Keller und Storm, die Auswahl blieb aber dennoch gelungen. So Denke ich an „eine teure Liebesnacht“ von Balzac, der mit dieser grotesten Romanze einen interessanten Einblick in die Rezeption der Hugenotten gibt. Mit der Undeutlichkeit von E.T.A Hoffmann (hier mit „Ritter Gluck“) tat ich mich wie immer schwer. „Brief einer Unbekannten“ hätte ich nicht in diese Sammlung gewählt, da es mir erscheint, dass Zweig viele andere Novellen verfasst hat, die den Titel „Meisterwerk“ eher verdienen. – Insgesamt eine Bereicherung für meine Hörbibliothek.

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Zwölf Perlenketten meiner Lektüre

Der Artikel „Meine persönliche „Top-Ten“ Auswahl christlicher Werke“ benötigt dringend eine Aktualisierung. Heute kann ich sie endlich liefern:

Zunächst möchte ich aufzeigen, wo die Grenzen meines bisherigen Artikels liegen.  Anschließend erläutere ich das Konzept, dass ich als „Perlenketten“ bezeichne: Das Konzept ermöglicht mir, sich mit zentralen Themen ausführlich zu befassen und doch unterschiedliche Perspektiven einzubinden. Die Frage, die ich dabei bespreche, ist, wie man eine hilfreiche Kette mit einem passenden „Anfangsknoten“ knüpft. Schließlich gewähre ich einen Blick in eine größere Auswahl an Perlenketten.

Was an meiner bisherigen Liste problematisch ist

Im Wesentlichen drei Dinge:

1) Es fehlte Struktur: Vor allem „heilige fromme“ Titel prägten mich, häufig ohne Folgen für das alltägliche Leben.

2) Fehlt Substanz: Vor 9 Jahren war ich einfach kein erfahrener Leser: So kannte ich außer Calvins Bibelkommentaren kaum einen anderen Kommentar. Und obwohl ich diese weiterhin für exzellent halte, denke ich, dass man weiser mit Kommentaren umgehen kann.

3) Ich konzentriere mich ausschließlich auf christliche Werke. Ein Schwerpunkt, der mein Leben auch weiterhin prägt, aber ich habe immer auch gerne Klassiker gelesen, die ich nun mit aufnehme.

Wie Perlenketten entstehen

Am Anfang einiger meiner Perlenketten steht der Predigtdienst von Tim Keller:  Immer wieder finden sich dann Beiträge, in denen er davon spricht, welche Autoren ihn geprägt haben. Er sagt, dass er sich in jungen Jahren mit der Frage konfrontiert sah, wie er Nicht-Christen erreichen kann. In Amerika könne man in vielen Bereichen immer noch die Kirchen voll mit Besuchern bekommen, weil viele noch über das christliche Vokabular verfügen. Er sah sich mit der Frage konfrontiert, wie er das Evangelium auch denen erzählen kann, die mit dem christlichen Konzept von Gott, Schöpfung und Erlösung nicht viel anfangen können und fand dabei viel Hilfe in den anglikanischen Evangelikalen Stott, Packer, Motyer, Lucas und weitere. Schon war mein erster Knoten geknüpft: Ich sehe in meinem Umfeld die gleiche Herausforderung, und ein Abgleichen meines Denkens an einer doch anderen Kultur der Briten der 50er bis 90er klingt verlockend. Weiterlesen