Anlässlich der Wiedereröffnung der Johannes a Lasco Bibliothek in Emden hielt Michael Beintker, Professor und Direktor am Seminar für Reformierte Theologie in Münster, einen Vortrag am 30. April 2010, in dem er seine Gedanken über Buch und Bildung sehr anschaulich darstellte. Ich empfehle, seinen Vortrag auch trotz seiner Länge ganz zu lesen. Er spricht über Bibliotheken als sinnliche und inspirierende Orte, über Lesetechniken und „Papiersäufer“, über lebensdienliches und schädliches Lesen und über den Geruch von Büchern und E-Books. Weiterlesen
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Angelesen: Jonathan Edwards
Mit der Biographie von Jonathan Edwards hat Iain H. Murray ein Monumentalwerk geschaffen. 24 Jahre nach der englischen Erstausgabe ist das Werk seit Februar dieses Jahres auch in deutscher Sprache erhältlich. Ich habe mich über die Neuerscheinung beim CLV sehr gefreut. Bis heute habe ich erst die Hälfte des Buches gelesen, aber schon jetzt kann ich sagen, das ich diese Biographie mit großem Gewinn gelesen habe und gerne weiterempfehlen werde.
An dieser Stelle möchte ich drei Zitate aus den ersten Kapiteln wiedergeben und kurz erläutern, warum sie für mich wichtig geworden sind. Weiterlesen
Heute schon etwas Nützliches gemacht?
Mit Büchern, Werk, gesundem Spiel
sei meine Jugend zugebracht,
dann hab ich täglich das Gefühl,
ich hätt’ was Nützliches gemacht.
Isaac Watts, 1715
Geistliche und belehrende Lieder für Kinder
(gefunden in: Iain H. Murray: Jonathan Edwards. Ein Lehrer der Gnade und die große Erweckung, S. 30)
Gesegnete Weihnachten!
Draußen schneit es. Das Haus ist aufgeräumt. Alle Vorbereitungen für das Fest sind beendet. Die Geschenke für die Lieben sind verpackt und liegen bereit. Aber auch wenn das alles nicht die Hauptsache an Weihnachten ist, gehört es trotzdem irgendwie dazu. Zumindest bei uns. Und so genieße ich diese Tage vor Weihnachten mit der Familie.
Was aber auf jeden Fall zu Weihnachten gehört, das ist die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel. Jesus wird als Kind geboren. Unzählige Male habe ich in den vergangenen Tagen die Abschnitte aus der Bibel gelesen, die von der Geburt Jesu handeln. Dazu auch fast jeden Abend die Weihnachtsgeschichte aus der Kinderbibel für unsere Kinder. Mit unserem Dreijährigen konnten wir auch das erste mal einen Vers aus der Bibel auswendig lernen: Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben (Jes 9,5). Dieser Vers begleitete mich durch die Adventszeit.
Spurgeon über das Lesen (Teil 2)
Heute folgt ein weiteres Zitat aus Spurgeons „Ratschläge für Prediger“:
Die nächste Regel ist: Werdet vollständig zu Haus in den Büchern, die ihr habt. Lest sie gründlich wieder und wieder, kaut und verdaut sie. Laßt sie einen Teil eures Wesens werden. Macht euch Notizen und Auszüge. Ein Buch, dass man vollständig durchgearbeitet hat, übt viel mehr Einfluß auf den Geist, als zwanzig Bücher, die man nur obenhin liest. Wenig Wissen und viel Dünkel kommt vom schnellen Lesen. Man kann das Gehirn mit Büchern vollstopfen, bis es nicht mehr denken kann. Manche Leute verlernen das Denken, weil sie es dem Lesen zulieb aufgegeben haben. Sie füllen sich mit Bücherweisheit an und leiden dann an geistiger Verdauungsschwäche.
Lucian spottet über die Leute, die auf ihre große Bibliothek stolz sind und doch gar keinen Gewinn von ihren Büchern haben. „Warum kaufst du dir so viele Bücher? Du hast kein Haar und kaufst dir einen Kamm; du bist blind und kaufst dir einen Spiegel, taub und kaufst ein Instrument.“ Ein wohlverdienter Vorwurf für die, die meinen, sie würden gelehrt durch den Besitz von Büchern.
Und das schreibt ein Mann, dessen Privatbibliothek über 12.000 (!!!!!) Bände enthielt. Er konnte das schreiben, weil er von jedem Buch mindestens den Hauptinhalt kannte. Hinzu kam, dass er genau wusste, wo jedes Buch stand. Von daher muss jeder Bücherliebhaber sich an den Worten Spurgeons prüfen. Wofür kaufe ich mir Bücher? Warum lese ich Bücher? Wie lese ich Bücher? Was bewirkt das Lesen von Büchern in mir?
WeiterlesenSpurgeon über das Lesen (Teil 1)
Mein Vater zeigte mir gestern eine Postkarte mit dem unten stehenden Zitat von Spurgeon. Ich fand es recht passend für Bücherwürmer:
Legen wir nicht zu viel Kohle auf das Feuer, dass es davon erstickt wird. Wir können unser Gehirn mit so vielen Büchern füttern, dass es darunter begraben wird; wir können unseren Kindern so vieles lehren, dass sie nichts lernen und so lange predigen, dass die Leute alles vergessen, was gesagt wurde.
Charles Haddon Spurgeon
Leider weiß ich nicht die Quelle dieses Zitates. Vielleicht kann mir ja jemand helfen.
Außerdem las ich gestern „Lectures to my Students“ (deutsch: Ratschläge für Prediger) von Spurgeon. Im 13. Kapitel gibt Spurgeon weise Ratschläge für den Umgang mit Büchern, von denen ich einige nach und nach veröffentlichen werden. Er schreibt unter anderem:
Wenn sich ein Mann nur sehr wenige Bücher kaufen kann, so ist meine erste Mahnung: Er kaufe sich nur die allerbesten. Kann er wenig Geld ausgeben so gebe er es wenigstens für gute Ware aus. Das Beste ist nun in diesem Fall das Billigste [besser: Das Beste in in diesem Fall mehr wert als es kostet]. Überlaßt Verdünnungen und Verwässerungen denen, die sich solchen Luxus erlauben können. Kauft nicht Milch und Wasser, sondern kondensierte Milch. Das Wasser könnt ihr selbst dazu gießen. Nehmt solche Bücher, die, wie James Hamilton sagte, „Biblin „enthalten, tüchtige, inhaltsreiche, zuverlässige, gediegene Bücher. Als Dr. Chalmers seine Horae Biblicae Quontidianae schrieb, benützte er nur ganz wenige Bücher. Einige der bedeutendsten Prediger haben gefunden, dass zum Studium der der Schrift – und das ist ja unsere Hauptaufgabe – wenige Bücher genügen. Verzichtet also ohne Schmerz auf alle die Bücher, die nur für den Absatz gemacht sind.
Quelle: C. H. Spurgeon: Ratschläge für Prediger, Oncken Verlag 1986, S. 95
Eine überarbeitete und erweiterte deutsche Ausgabe von „Ratschläge für Prediger“ ist seit 2016 im Betanien Verlag erschienen. Es lohnt sich aber auch die Anschaffung der vollständigen englischen Ausgabe.
Nimm und lies und schreibe!
Richard Sibbes, einer der hervorragendsten puritanischen Autoren, schrieb einst ein Buch, das Richard Baxter las. Er wurde dadurch außerordentlich gesegnet. Daraufhin verfasste Baxter sein Werk Call to the Unconverted (Ruf an die Unbekehrten), das wiederum Philip Doddridge zutiefst beeinflusste, indem er seinerseits The Rise and Progress of Religion in the Soul (deutsche Ausgabe: Anfang und Fortgang wahrer Gottseligkeit in der menschlichen Seele, 4. Auflage, Hannover, 1763) schrieb.
Dieses Buch veranlasste den jungen William Wilberforce, den späteren englischen Staatsmann und Gegner der Sklaverei, ernstlich über die Ewigkeit nachzudenken. Wilberforce verfasste daraufhin sein Werk A Practical Book of Christianity (deutsche Ausgabe: Praktische Ansicht des herrschenden Religionssystems vorgeblicher Christen in den höheren und mittleren Ständen verglichen mit dem wahren Christenthum, Frankfurt am Main, 1807), das seinerseits Legh Richmond inspirierte.
Richmond wiederum schrieb The Dairyman’s Daughter (Die Tochter des Milchmanns). Durch dieses Buch fanden Tausende zum Herrn. Es war u. a. für Thomas Chalmers, den bekannten Prediger, eine große Hilfe.
Ernest Reisinger
Every Christian a Publisher, Free Grace
Broadcaster, Nr. 51, Winter 1995, S. 18.
Der Weg zur Bibel: Nimm und lies
„Wer Jesus kennen lernen will, der muss die Bibel lesen. Wie macht man das? Nimm und lies. Die Bibel ist der Besitz aller, allen als kostbares Eigentum übergeben, und der Weg zu ihr ist frei für jeden, der sie hören und mit ihr verkehren will. Sie verlangt nichts von uns, keine Vorbereitung, keine besondere Veranlagung, keine Wissenschaft, die wir uns zuerst auf anderen Wegen erwerben müssten. Denn die Bibel ist dasjenige Wort, das für alle gesagt ist und von jedem gehört sein will, weil jeder es zum Leben braucht.“
Adolf Schlatter in: Die Bibel verstehen. Aufsätze zur biblischen Hermeneutik, Brunnen Verlag, Gießen 2002, S. 44.







