Alle Artikel in der Kategorie “Zitate

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Wilhelm Busch über Christus im AT

Erneut erschüttert las ich vor kurzem zum wiederholten Male diesen Text von Wilhelm Busch! Welch harter Kampf hier stattfand! Wie kämpfen wir heute um die Kraft des übenatürlichen Wortes Gottes?

Als ich – ein junger Theologe – die Universität verließ, hatte ich in den Vorlesungen über das Alte Testament gelernt, dass man in den fünf Büchern Mose verschiedene Quellen feststellen könne: den Jahwist und den Elohist … Ich hatte älteste und jüngere Bestandteile unterscheiden gelernt … Ich hatte gehört, dass es einen ersten und einen zweiten Jesaja gäbe … Man hatte  mir  gezeigt,  wie  man  die  »unterchristliche Frömmigkeit« des Alten Testaments von der »Lehre Jesu« unterscheiden könne … Kurz  –  das  Alte  Testament  war  ein  höchst zweifelhaftes  Erzeugnis  religiöser  jüdischer Literatur.  So  entließ  mich  die  Universität  in eine große Gemeinde als »Prediger des Wortes Gottes«. »Wort Gottes«?! War das Alte Testament »Wort Gottes«? Man hatte uns gesagt, das Alte Testament sei für uns gültig, »soweit es Christum treibe«.  Nun  schön!  Aber  –  was  »trieb  denn hier Christum«? Selbst das große Kapitel Jesaja 53 war ja – wie man uns gesagt hatte – gar nicht eine messianische Verheißung, sondern es wurde hier »die Idee des stellvertretenden Leidens« ausgesprochen. Weiterlesen

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Ein christliches Lied, das Deutschland zur Buße ermahnt

Es ist schon einige Jahrhunderte her, es war im Jahr 1561, da verfasste Johann Walter im Rückblick auf die damals gerade von Gott geschenkte Reformation das folgende Gedicht:

 1. Wach auf, wach auf, du deutsches Land!
Du hast genug geschlafen,
bedenk, was Gott an dich gewandt,
wozu er dich erschaffen.
Bedenk, was Gott dir hat gesandt
und dir vertraut sein höchstes Pfand,
drum magst du wohl aufwachen.

2. Gott hat dich, Deutschland, hoch geehrt
mit seinem Wort der Gnaden.
Ein großes Licht dir auch beschert
und hat dich lassen laden
zu seinem Reich, welchs ewig ist,
dazu du denn geladen bist,
will heilen deinen Schaden.

3. Gott hat dir Christus, seinen Sohn,
die Wahrheit und das Leben,
sein liebes Evangelium
aus lauter Gnad gegeben;
denn Christus ist allein der Mann,
der für der Welt Sünd gnug getan,
kein Werk hilft sonst daneben.

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Können so viele irren?

Eine Argumentation Luthers gegen die Einwände des Erasmus haben wir hier bereits besprochen. Im späteren Verlauf seines Buches, Vom unfreien Willen, widerspricht Luther diesem Einwand:

Denn es bewegt dich doch gewaltig, „die sehr lange Reihe höchst gelehrter Männer, die man jahrhundertelange einstimmig anerkannt hat; undter ihnen waren die besten Kenner der Schrift, ebenso die heiligsten Männer, einige davon Märtyrer, viele berühmte Wundertäter“ (S. 74)

Luther und seine Genossen sind wiederum nur einige Eigenbrötler, die „weder so hoch gebildet sind, noch so hoch begabt, zahlreich oder bedeutend, weder so heilig noch solche Wundertäter, „dass sie nicht einmal ein lahmes Pferd heilen können““ (S.75).

Hat sich nun die Kirche geirrt?

Luther argumentiert mit der verborgenen Kirche, die nicht irren kann.

Zuerst einmal sagen wir nicht, Gott hätte diesen Irrtum in seiner Kirche oder bei irgeneinem seiner Heiligen zugelassen; denn die Kirche wird durch Gottes Geist regiert, die Heiligen von Gottes Geist getrieben, und Christus bleibt bis ans Ende der Welt bei seiner Kirche. (…) Denn so steht es auch in dem uns allen gemeinsamen Glaubensbekenntnis: „Ich glaube, dass es eine heilige, allgemeine Kirche gibt.“ So ist es unmöglich, dass sie auch nur im geringsten Artikel irre. Wenn wir auch zugeben, dass einige Auserwählte ihr ganzes Leben lang in einem Irrtum gefangen waren, so ist es doch nötig, dass sie vor ihrem Tode auf den rechten Weg zurückkehren; denn Christus sagt: „Niemand wird sie aus meiner Hand reißen“ Hier aber ist Mühund Arbeit nötig, um sicher festzustellen, ob die welche du Kirche nennst, auch Kirche sind, oder besser: ob die, die sich ihr ganzes Leben irrten, zuletzt vor ihrem Tode wieder zurechtgebracht wruden (S.87.f)

Luther argumentiert weiter mit der unsichtbaren Kirche, die in der sichtbaren verborgen ist.

Was geschah unter Christus selbst, als alle Apostel an ihm Anstoß nahmen, und er danach vom ganzen Volk verleugnet und verdammt wurde? Als kaum der eine oder andere übrig blieb- NIkodemus und Josef von Arimathäa, zulietzt der Räuber am Kreuz? Aber wurden denn etwa diese damals „Gottes Volk“ genannt? Allerdings waren sie der Überrest des Volkes Gottes, aber sie wurden nicht so genannt; die, die so genannt wurden, waren es nicht. Wer weiß, ob nicht im ganzen Lauf der Welt von Anfang an dies der Zustand der Kirche Gottes war: Einige wurden Gottes Volk und Heilige Gottes genannt, die es nicht waren; andere aber, gleichsam als Überrest, wurden weder Volk noch Heilige genannt.

Bewegend ist sein Fazit, wie er mit den „Heiligen“ der katholischen Kirche umgehen will:

Ich sage dies nicht, weil ich leugnen will, dass diejenigen, welche du anführst, Heilige oder die Kirche Gottes seien, sondern weil dies nicht bewiesen werden kann, wenn es jemand leugnet, dass sie Heilige seien (und sagt), das bleibe vielmehr ganz ungewiss: darum sei die Lehre von der Heiligkeit derselben nicht zuverlässig genug, um irgend eine Glaubenslehre damit zu bestätigen. Ich nenne sie Heilige und halte sie dafür; ich gebe ihnen den Namen Kirche Gottes und achte sie so, nach der Regel der Liebe, nicht nach der Richtschnur des Glaubens, das ist, die Liebe, welche von jedermann alles Beste denkt, die nicht argwöhnisch ist, die alles glaubt und Gutes vom Nächsten voraussetzt, nennt jeden Getauften einen Heiligen, und es ist keine Gefahr, wenn sie irrt. Denn der Liebe Art ist, daß sie betrogen wird, da sie dem Gebrauche und Missbrauche aller ausgesetzt ist; sie ist die allgemeine Dienerin der Guten, der Bösen, der Gläubigen, der Ungläubigen, der Wahrhaften und der Falschen. Der Glaube aber nennt niemanden einen Heiligen, der nicht durch göttliches Urteil dafür erklärt ist, weil des Glaubens Art ist, dass er sich nicht betrügen lässt. Darum, wiewohl wir alle uns gegenseitig für Heilige halten sollen nach dem Rechte der Liebe, so darf doch keiner für einen Heiligen gehalten werden nach dem Rechte des Glaubens, als ob es ein Glaubensartikel wäre, daß der oder jener ein Heiliger wäre, wie der Papst, jener Widersacher Gottes, der sich an Gottes Statt setzt, seine Heiligen kanonisiert (das ist, für heilig erklärt), welche er nicht kennt.

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Ist es nützlich, bestimmte Wahrheiten zu unterdrücken?

Für die Veröffentlichung vom „Vom unfreien Willen“ bin ich dem Betanien Verlag sehr dankbar. Dies ist die Antwort Luthers auf unterschiedliche Argumente des Erasmus von Rotterdam, der (entgegen der damaligen offiziellen katholischen Meinung) für den Freien Willen schrieb, vor allem aber die Gelegenheit nutzte, Luther und Konsorten zu denunzieren. In seiner Argumentation führt Erasmus unter anderem aus: „Es gibt einige Dinge, die von solcher Art sind, dass es nicht ratsam wäre, sie den Ohren des gemeinen Volkes preiszugeben – selbst wenn sie wahr wären und man sie wissen könnte.“ 

Luther erwidert:

Doch auch dieses Beispiel behandelst du nicht recht und verdammst es als unnütz, darüber öffentlich zu disputieren – ob Gott in einer Höhle oder in einer Kloake sei; denn du denkst zu menschlich von Gott. Ich gestehe zwar, dass es einige leichtfertige Prediger gibt, die ohne Gottesfurcht und Frömmigkeit höchst leichtfertig schwatzen oder scherzen – sei es aus Ruhmsucht oder dem Bestreben, etwas Neues hervorzubringen, oder weil sie schlicht den Mund nicht halten können. Solche Leute aber gefallen weder Gott noch Menschen, selbst wenn sie fest behaupten würden, dass Gott im höchsten Himmel sei. – Wo aber ernste und fromme Prediger mit bescheidenen, reinen und vernünftigen Worten lehren, da ist es ohne Gefahr, sondern von großem Nutzen, wenn sie solches öffentlich lehren.

Müssen wir nicht alle lehren, dass der Sohn Gottes im Schoß der Jungfrau gewesen ist und aus ihrem Unterleib geboren wurde? Inwieweit aber unterscheidet sich der menschliche Unterleib von irgendeinem anderen unreinen Ort? Und wer könnte nicht schändlich oder schmutzig davon reden? Solche Leute aber verdammen wir mit Recht, denn es gibt mehr als genug reine Worte, um von diesem notwendigen Vorgang auch mit Würde und Anstand zu reden. Auch Christi Leib war ein menschlicher Leib wie der unsrige; was aber ist unreiner als dieser? Sollten wir deshalb etwa leugnen, dass Gott leibhaftig in ihm gewohnt habe, was Paulus doch sagt (Kol 2,9)? Was ist unreiner als der Tod? Was schrecklicher als die Hölle?47 Aber der Prophet rühmt sich, dass Gott sogar im Tod bei ihm sei und ihm in der Hölle beistehe (Ps 139,8).

Darum scheut sich ein frommes Herz nicht zu hören, dass Gott im Tode oder in der Hölle sei, was beides schrecklicher und unreiner ist als eine Höhle oder eine Kloake. Vielmehr: Wenn die Heilige Schrift bezeugt, dass Gott überall ist und alles erfüllt (Jer 23,24; Eph 1,23), dann sie sagt nicht nur, dass er an jenen Orten sei; sondern notwendigerweise erfährt und erkennt man dadurch auch, dass er dort ist. Was etwa, wenn ein Tyrann mich gefangen nähme und ins Gefängnis oder eine Kloake würfe, was vielen Heiligen widerfahren ist? Wäre mir dann nicht erlaubt, dort Gott anzurufen oder zu glauben, das s er bei mir sei? Müsste ich dazu erst in einen geschmückten Tempel gehen? Wenn du uns lehren willst, solche Possen mit Gott zu treiben, und an den Orten Anstoß nimmst, wo er gegenwärtig ist, wirst du uns am Ende auch nicht mehr gestatten, dass er im Himmel wohnt; denn auch der höchste Himmel kann ihn nicht fassen und ist seiner nicht würdig (1Kö 8,27). Aber wie ich schon sagte: Du stichelst nach deiner Gewohnheit so gehässig, um unsere Sache schlecht und völlig verhasst zu machen; du hast nämlich erkannt, dass du sie weder überwinden noch widerlegen kannst.

Aus: Martin Luther, Vom unfreien Willen, Betanien Verlag 2016, S. 45-47.

Ein Meisterstück christlicher Apologetik!

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„Ich bin ein in seltenem Maße ausgeprägtes Polizeitalent“

In der prächtigen Domkirche tritt der hochwohlgeborene, hochwürdige
geheime General-Oberhofprediger auf, der auserwählte Günstling der vornehmen Welt, er tritt auf vor einem auserwählten Kreis von Aus-erwählten, und predigt gerührt über den von ihm selbst ausgewählten Text: »Gott hat auserwählt das Geringe vor der Welt und das Verachtete« – und da ist niemand, der lacht. (S. Kierkegaard, Tatort Christenheit S. 92)

Wenn der Katholizismus entartet, welche Form von Verderbnis wird sich dann zeigen? Die Antwort ist leicht: Scheinheiligkeit. Wenn der Protestantismus entartet, welche Form von Verderbnis wird sich dann zeigen? Die Antwort ist nicht schwierig: geistlose Weltlichkeit. (ebd. S. 95)

»Da die Türen verschlossen waren, kam Christus zu den Jüngern.«
Dergestalt müssen die Türen verschlossen sein, verschlossen vor der Welt – dann kommt Christus hinein, durch verschlossene Türen, er kommt ja auch von inwendig her. Als das Christentum stritt, da waren die Türen stets verschlossen –die Ungleichartigkeit des Christlichen. In der Christenheit hat man die Türen sperrangelweit offen stehen lassen – Gleichartigkeit mit der Welt –, dann kommt Christus auch nicht. (ebd. S. 65)

Von Nichts kann man nicht leben. Das hört man so oft, besonders von Pastoren. Und gerade die Pastoren bringen folgendes Kunststück  fertig: das Christentum ist gar nicht da – dennoch leben sie davon. (ebd. S.72)

Sören Kierkegaard ist jedoch weit mehr als eine Ansammlung von scharfsinnigem Sarkasmus. Sein Anliegen war es „Christen in der Christenheit“ zu finden! Er selbst kann manch eine Situation scharf enttarnen. Mit „Tatort Christenheit“ hat man einen guten Einstieg in sein Werk!

Um ein Wort über mich selbst zu sagen: Ich bin nicht, was die Zeit
vielleicht fordert, ein Reformator, auf keine Weise, auch nicht ein spekulativer, tiefsinniger Geist, ein Seher, ein Prophet, nein, ich bin – mit
Verlaub – ich bin ein in seltenem Maße ausgeprägtes Polizeitalent. (ebd. S. 5)

Einer meiner Favoriten ist jedoch folgende Aussage

In einem Theater brach hinter den Kulissen Feuer aus. Der Pierrot trat an die Rampe, um das Publikum davon zu unterrichten. Man glaubte, es sei ein Witz und applaudierte. Er wiederholte seine Mitteilung; man jubelte noch mehr. So, denke ich mir, wird die Welt eines Tages untergehen. (aus Entweder-Oder)

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Warum du christliche Klassiker lesen solltest

Denn befrage nur das frühere Geschlecht und achte auf das, was ihre Väter erforscht haben! Denn wir sind nur von gestern her und wissen nichts, weil unsere Tage nur ein Schatten auf Erden sind; sie aber werden dich sicherlich belehren, werden dir’s sagen und aus der Tiefe ihrer Einsicht die Worte hervorgehen lassen. Hiob 8,8-10

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Andreas Bühne las Hunderte von Büchern

Bildquelle: www.leseplatz.de

Bildquelle: www.leseplatz.de

Der plötzliche Tod von Andreas Bühne hat viele schockiert. Ich habe ihn nicht persönlich kennengelernt. Doch als ich von seinem Tod hörte und heute seinen Nachruf las, bin ich traurig, erneut schockiert und aufgewühlt, fühle mit den Angehörigen mit, aber ich wurde auch ermutigt und korrigiert. Wir haben für unseren Blog schon viele interessante Interviews mit Autoren, Verlegern und anderen Personen aus der christlichen Buchszene geführt. Und jetzt stelle ich fest, wie wertvoll eins mit Andreas Bühne gewesen wäre.

Hier in unserem Literaturblog möchte ich die wahrscheinlich unbedeutendste Passage aus seinem Nachruf zitieren. Du kannst es die schon denken – es geht um Bücher.

Nach seiner Bekehrung prägten Bücher sein Leben. Dass aus einem Draufgänger ein Bücherfreund wird, der nicht nur Bücher liest sondern gerne auch welche empfiehlt und Geschäftsführer einer Buchhandlung wird – das ist ein Wunder. Wolfgang Bühne fasst sein Wirken in der Buchhandlung so zusammen: „Mit vielen Ideen und mit großem Anliegen, Menschen mit der Bibel und mit dem Herr Jesus auf alle Weise bekannt zu machen.“

Und hier die Randbemerkung zu seiner Bücherliebe und zu welchem Zweck er Bücher las:

Oft kamen Bekannte oder Ratsuchende zu Andi ins Büro und er nahm sich Zeit für sie. Und er, der bis zu seiner Bekehrung nicht ein einziges Buch gelesen hatte, hat in den folgenden Jahren Hunderte von Büchern gelesen, die er dann auch glaubwürdig als seelsorgerliche Hilfe vorstellen und empfehlen konnte.

Hier ein Zeugnis von Andi Bühne:

VOR DIE WAND GEFAHREN from HeukelbachTV on Vimeo.

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Nachfolge Christi

„Was nützt es dir, über die Dreieinigkeit hochgelehrt streiten zu können, wenn du die Demut nicht hast, ohne die du der Dreieinigkeit missfällst? Wahrhaftig, hochgelehrte und tiefsinnige Worte machen den Menschen nicht heilig und nicht gerecht: ein Leben voll Tugend dagegen macht uns Gott genehm. Es ist mir ungleich lieber, ein lebendiges Gefühl der Reue und Buße im Herzen zu haben, als eine schulgerechte Erklärung geben zu können, was Reue und Buße sei. Hättest du die ganze Bibel und die Aussprüche aller Philosophen im Gedächtnis, hättest aber dabei die Liebe Gottes und seine Gnade nicht im Herzen: wozu hülfe dir all jenes, ohne dieses Einzige?“

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Inmitten von Büchern glücklich zu sein…

Selderhuis-Johannes-CalvinDer Niederländer Hermann J. Selderhuis ist nicht nur ein profilierter Kenner reformierter Theologie, sondern auch ein wortgewandter Autor. Er schrieb eine Biografie über Calvin, die unter Bezugnahme zahlreicher Quellen – insbesondere seiner Briefe – kurzweilig, allgemein verständlich und dennoch fundiert ist.

In Hermann J. Selderhuis‘ leicht zu lesender Calvin-Biografie habe ich folgenden Abschnitt gefunden, in dem er Calvins Liebe zu Büchern beschreibt. Ich hoffe, dass diese Einstellung nicht nur bei Calvinisten oder Refomierten zu finden ist.

Auszug aus dem Buch: Johannes Calvin: Mensch zwischen Zuversicht und Zweifel – Eine Biografie, von Herman J. Selderhuis, S. 52-53: Weiterlesen

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Reden hinterm Pflug

Eine Illustration aus den Bildern des Pflüger Hans

Die Reden des Pflüger Hans (englischer Original-Titel: John Ploughman’s Talk), so nannte Spurgeon eine Sammlung an moralischen und ethischen Ermahnungen, die er für einfache Menschen verfasst hatte. In der Vorrede erklärt er:

Ich habe einige tüchtige Schläge gegen die Laster der großen Menge zu führen gesucht und diejenigen Alltagstugenden hervorgehoben, ohne die die Menschen in einem elenden, entwürdigenden Dasein verkommen müssen. Vieles, was arbeitenden Menschen gesagt werden muss, würde sich nicht gut für die Kanzel und für den Sonntag schicken. Dagegen dürften diese anspruchslosen Blätter wohl dazu dienen, Fleiß und Sparsamkeit an allen Wochentagen – zu Hause und am Arbeitsplatz – zu empfehlen. Wenn sich einige diesen Unterricht zu Herzen nehmen werden, so wird es mir nicht leid tun, mich dabei der Bilder aus dem Landleben bedient zu haben.

Den Namen Pflüger darf ich wohl zu Recht für mich in Anspruch nehmen. Hat doch jeder Prediger des Evangeliums seine Hand an den Pflug gelegt und ist es doch seine Aufgabe, das brache Feld umzupflügen und guten Samen auszustreuen. Dass ich in halb scherzhaftem Ton geschrieben habe, bedarf hoffentlich keiner Entschuldigung, wenn ich mir dadurch Gehör bei der großen Menge für gesunde sittliche Belehrung verschaffe. Ernst und langweilig sein ist gerade keine besondere Tugend. Weiterlesen