Alle Artikel von “Sergej Pauli”

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Tipp: Weltgeschichte Atlas

Die Geschichtsverdrossenheit unserer Zeit ärgert mich ungemein. In den meisten Köpfen ist nur Geschichte seit dem dritten Reich relevant. Dabei gäbe es sehr vieles zu lernen. Bekanntlich hätten wir die Möglichkeit aus den Fehlern anderer zu lernen. Schließlich werden wir fest darin, uns nicht von jedem Trend sofort mitziehen zu lassen, denn es gilt das Wort des Predigers: „Es gibt nichts neues unter der Sonne“.

Eine wunderbare App, Bildungslücken aus (und aufgrund) der Schulzeit zu schließen habe ich hier gefunden.

Neben einer zoombaren Zeitleiste gibt es die Atlasansicht.

Hier hat man im Grunde einen historischen Weltatlas und kann sich die Situation auf dem Globus zu einem beliebigen Datum anschauen.

Die Inhaltsdichte der Informationen dieser Karte lässt sich über Buttons steuern. Kleine Text- oder Bildfelder über der Karte zeigen die hinterlegten Informationen. Klickt man auf diese gelangt man in den Lexikalischen Teil. 

Hier gibt es üblicherweise erst einen sehr allgemeinen Übersichtteil und weitere Kapitel die ausführlicher auf Details eingehen. Mit Hyperlinks hat man schnell Zugriff auf weiterführende Informationen. Es ist (nur?) möglich die App vollständig offline zu betreiben. Dafür ist recht viel Speicher nötig und bei einer unstabilen Netzwerkverbindung kann der Download relativ mühsam sein. Außerdem ist meiner Meinung nach die Verwendung auf kleinen Bildschirmen weniger gut möglich, dafür umso besser bei Tablets. Sicherlich eine meiner top fünf Apps. Es gibt auch eine Variante ohne Atlas und eine Testversion. Dennoch erhält man selten so viel Inhalt für sowenig Geld.

In Kategorie: Apps
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Kolumne: Im Hause Gottes

Zwei Gründe bewegen mich, folgende Zeilen zu schreiben.

Erstens habe ich die Möglichkeit gehabt, unterschiedliche Versammlungen von Christen zu besuchen. Ich entdeckte, dass es dabei wichtig ist, nicht mit Unzufriedenheit oder mit dem Wunsch eine bessere Gemeinde als die Eigene zu entdecken, hinzugehen. Auch nicht um andere Christen in ihrer (angenommenen) Unreife zu verspotten. Sondern vor allem um sich mit anderen Gemeinden zu treffen. Ich habe die Möglichkeit gehabt eine lutherische und eine reformierte Versammlung zu besuchen.

Mehrmals durfte ich Mennoniten besuchen und ein Erlebnis war auch der Besuch einer Synagoge. Über all diese Ereignisse will ich so Gott will und wir leben berichten, weil ich von jedem dieser Besuche als Christ profitiert habe. Auch glaube ich das Theologie Praxis ist, so war ich auch immer neugierig, wie die einzelnen Denominationen ihre Gottesdienste gestalten. Wie gesagt, all das schreibe ich als ein Christ, der zufrieden mit seiner Gemeinde ist, und gerne diese besucht. Am allermeisten durfte ich jedoch von den Besuchen unterschiedlicher Brüdergemeinden profitieren.

Und das bringt mich zum zweiten Grund. In den letzten Monaten habe ich mich hier sehr kritisch mit dem Dispensationalismus auseinandergesetzt. Vor allem seine radikalen Ausformungen verurteile ich auch scharf. Dennoch ehre ich und schätze ich die sogenannten Plymouth-Brethren (ich sehe keine bessere Möglichkeit, die Brüderbewegung entstanden um Darby und Müller von der Brüderbewegung des Pietismus terminologisch zu differenzieren). Der oftmals verwendete Titel Darbysten ist meiner Meinung nach unfair und beleidigend! Weiterlesen

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Das Wort wurde Fleisch

Aufmerksam machen möchte ich auf eine kurze aber doch umfassende Christologie von Ligonier. Dieses Heft steht kostenfrei als Download bereit und kann auch

In 26 Artikeln wird die Lehre von der Person Christi definiert und auch von Fehlmeinungen abgegrenzt. Auf S. 25 heißt es erklärend:

Die Aussagen dieser Erklärung sind Ansätze für ein Studium der
Christologie, die dazu einladen, den Reichtum der biblischen Lehre
über die Person und das Werk Christi weiter zu erforschen. Um
uns weiterzuführen, sind 26 Artikel des Bekennens und Verwerfens
hinzugefügt worden, jeweils mit Schriftbelegen. Eine Kernstelle ist
jeweils vollständig angeführt, auf weitere zuträgliche Stellen wird
verwiesen. Diese Artikel sind maßgeblich. Sie legen das Fundament
für die biblische Lehre über die Person und das Werk Christi.
Artikel 1 dient als eine Art Vorwort und legt die Fleischwerdung dar.
Artikel 2 verteidigt die wahre Gottheit Christi, während die
Artikel 3-5 die „Eine-Person-zwei Naturen“-Christologie der Bibel
erklärt. Artikel 6-9 entfalten die wahre Menschlichkeit Christi. Artikel
10-26 gehen über von der Person Christi zum Werk Christi.
Sie beginnen mit dem Bekennen der Erlösungslehre und enden
mit der Beschreibung des dreifachen Amtes Christi.
Die Verwerfungen sind von größter Wichtigkeit. Es ist in unserer
Zeit der Toleranz eher passé, sich anzumaßen, einen Glaubenssatz
zu verwerfen. Doch diese Artikel des Bekennens und Verwerfens
sind keine Übung in stolzer Anmaßung. Stattdessen werden sie
in der Hoffnung angeboten, der Kirche zu helfen, innerhalb der
sicheren und fruchtbaren Grenzen biblischer Lehre zu bleiben

Im Vorwort heißt es zudem:

Da für das Christentum die Nachfolge Christi von zentraler Bedeutung
ist, hat die Kirche jahrhundertelang darum gerungen, den Christus der Geschichte und der Schrift zu verkündigen, nicht den Christus unserer Fantasie. In solchen historischen Glaubensbekenntnissen wie dem Bekenntnis von Nicäa, der christologischen Formel von Chalcedon, dem Heidelberger Katechismus und dem Westminster Bekenntnis haben Christen die biblische Lehre über Christus formuliert.

Ein interessanter Absatz findet sich im Schluss des Heftchens:

Ein Großteil der Kirche im modernen Westen hat religiöse
Freiheit genossen. Wie lange das währt, ist fraglich. Diese Generation
oder die kommenden Generationen können sehr wohl dazu
berufen werden, für den Glauben an Christus zu leiden. Es ist eher
unweise, darauf nicht vorbereitet zu sein, und es ist bestimmt unweise,
die nächste Generation unvorbereitet zu lassen.

Nur Gottes Volk, seine Stadt wird bestehen in den dunklen Zeiten, die vor uns kommen.

(Jes 24:23 [Luther 1912])
Und der Mond wird sich schämen, und die Sonne mit Schanden bestehen, wenn der HErr Zebaoth König sein wird auf dem Berge Zion und zu Jerusalem und vor seinen Ältesten in der Herrlichkeit.

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Tipp: „Der Bibelübersetzer Hermann Menge“

Ich gratuliere dem Folgen Verlag zum ersten Print-Buch: Der Bibelübersetzer Hermann Menge. Eine gute Wahl. Hermann Menge wurde zu seiner Bibelübersetzung durch seine Skepsis gedrängt. Er wollte nicht wahrhaben, dass die Bibel keine Fälschung ist. Als Gymnasialdirektor hatte er genug Sprachkenntnisse um sich zunächst auf das neue Testament zu konzentrieren, später aber sollte Gott ihm genug Lebenszeit auch für das alte Testament geben. Mehr über Menge erfahrt ihr hier.

Paul Olbricht gelingt eine kurze aber klare Darstellung des Philologen, dabei sah er als Schüler gar nicht so nach Sprachgenie aus:

Geradezu niederschmetternd war für Hermann der
Ausfall der ersten lateinischen Klassenarbeit! Er bekam
sein Erzeugnis als ,,sub censura“, „unkorrigierbar“ zurück
und war auch im Griechischen so schlecht ausgerüstet,
dass er bei seinem Klassenlehrer
Nachhilfestunden nehmen musste. Jetzt erst sollte sich
zeigen, ob seine Mutter mit ihrem Urteil, dass er „en
büsschen dumm“ sei, recht gehabt hatte oder nicht.
Nein, sie hatte sich – im Gegensatz zu so vielen Müttern,
die ihren Kindern die hervorragendsten Eigenschaften
andichten – in einem schweren Irrtum befunden! Denn
Hermann bekundete nicht nur ein geradezu glänzendes
Gedächtnis, mit dem er alles in der Klasse Behandelte,
besonders die Vorübersetzungen aus den alten Schriftstellern,
sicher behielt, sondern er offenbarte auch eine
erstaunliche Begabung für die Erlernung fremder Sprachen.
Daher das erfreuliche Ergebnis, dass er schon ein
halbes Jahr nach seiner zu Ostern erfolgten Aufnahme
ins Gymnasium als Primus in die Obersekunda versetzt
wurde. (Zitat S. 14)

Schließlich passt diese Biographie auch zur Menge-Bibel, die ebenfalls im Folgen-Verlag erschienen ist (bisher nur als E-Book). Wenn ihr, Eduard und Alexander, weiterhin so gute Bücher auflegt, werde ich noch zu einem Stammkunden (Hoffentlich erfahren unsere Blogleser nicht, dass ich noch nie ein E-Book von euch gekauft habe).

Übrigens, normalerweise erwähne ich solche technischen Details nicht, aber bei diesem Buch ist es mir besonders positiv aufgefallen: Der Satz ist professionell und hochwertig realisiert. Hut ab! Unterstützt ein paar (bereits ältere) Joungster und kauft euch das Buch! Ich auf jeden Fall freue mich auf weitere Bücher, die zur Nachfolge anregen!

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Bücher von John F. MacArthur

Ein überaus günstiges Buchpaket ist aktuell bei CLV zu erwerben. Ich konnte zumindest nicht widerstehen und war vor allem vom Umfang des Buches „Verändertes Denken“ erstaunt. Es ist ja tatsächlich eine Art Einführung in ein christliches Weltbild und Denken. Dabei besticht das Werk vor allem durch seine einfache Ausdrucksweise, wie eigtl. John F. MacArthur prinzipiell. Die anderen beiden Werke habe ich noch nicht ausführlicher angeschaut, werde sie aber sicher mal ausführlicher hier vorstellen, vor allem die Betrachtung über die Leiden Christi würde mich interessieren. Man müsste sogar mal die zahlreichen Bücher zu diesem Thema einmal gemeinsam vergleichen.

Man bekommt über 1000 (!) Seiten für 11,50 EUR. Wer dann noch ein paar Euros übrig hat (also so gut wie jeder), kann noch das zweite Buchpaket erwerben.

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Leserunde: Das Westminster Bekenntnis

Interessant: Der Ratschluss Gottes wird im Westminster vor der Schöpfung behandelt. Bereits vor Grundlegung der Welt stand der Ratschluss fest, so macht es z.B. diese Stellen deutlich

(Eph 1:4) wie er uns denn erwählt hat durch denselben, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir sollten sein heilig und unsträflich vor ihm in der Liebe;

(Joh 1:1) Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.

Wir von NIMM UND LIES setzen uns intensiv für die Verteidigung des Schöpfungsberichtes ein. Wir haben hier bereits unterschiedliche Werke zu diesem Thema vorgestellt. So verweisen wir regelmäßig auf die Werke von Werner Gitt, Ken Ham, und anderen. Zu empfehlen ist auch das Magazin schöpfung.info, welches einfach verständlich und kostenlos dafür kämpft, damit wir uns wieder an der Schöpfung verwundern und freuen und zum Lobpreis angeregt werden. Auch für Kinder gibt es gutes Material.

Der Mensch als Krone der Schöpfung wird in Artikel 4.2 beschrieben. Es wird deutlich, dass der Mensch geschaffen wurde, für die Beziehung mit Gott (wozu dann sonst die ewige Seele). Seine Ähnlichkeit gegenüber Gott besteht in seiner Vernunftbegabung, also der Möglichkeit Dinge zu bewerten (oder wenn man es so haben möchte: zu benennen). Die Vernunft ist nicht relativ! Außerdem ist er ein Mensch der Gemeinschaft, denn der Mensch wurde als Mann und Frau erschaffen. Mensch meint immer Mann und Frau. Seine Gottähnlichkeit wird aber vor allem in seinem freien Willen deutlich, sich für oder gegen Gottes Gebote zu entscheiden. Ich habe diese Graphik erstellt.

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10 + 1 Fragen an Gerhard Maier

80 Jahre ist Dr. Gerhard Maier 2017 geworden. Zwischen 2001 und 2005 war er Landesbischof in der evangelischen Landeskirche, der letzte der Leiter der EKD (so wurde mir von einem Bibelkritiker versichert), der noch an einem fundamentalistischen Bibelverständnis festhielt. 

Vor allem ist er aber für seine hochwertigen Bücher bekannt, z.B. „Biblische Hermeneutik“ und die Weiterführung des „Lexikon zur Bibel„ von Fritz Rienecker. Vor allem dürfte sein Kommentar „Edition C“ bekannt sein.

Gerhard Maier schrieb uns auf unsere üblichen Fragen: „Anbei versuche ich, Ihre Fragen – wegen der Arbeitsbelastung nur kurz – zu beantworten.“ Hut ab vor einem Mann, der in diesem hohen Alter immer noch alle seine Kraft in das Werk Christi steckt!  Nun die Antworten: kurz, aber nicht weniger lesenswert. Weiterlesen

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Ist es nützlich, bestimmte Wahrheiten zu unterdrücken?

Für die Veröffentlichung vom „Vom unfreien Willen“ bin ich dem Betanien Verlag sehr dankbar. Dies ist die Antwort Luthers auf unterschiedliche Argumente des Erasmus von Rotterdam, der (entgegen der damaligen offiziellen katholischen Meinung) für den Freien Willen schrieb, vor allem aber die Gelegenheit nutzte, Luther und Konsorten zu denunzieren. In seiner Argumentation führt Erasmus unter anderem aus: „Es gibt einige Dinge, die von solcher Art sind, dass es nicht ratsam wäre, sie den Ohren des gemeinen Volkes preiszugeben – selbst wenn sie wahr wären und man sie wissen könnte.“ 

Luther erwidert:

Doch auch dieses Beispiel behandelst du nicht recht und verdammst es als unnütz, darüber öffentlich zu disputieren – ob Gott in einer Höhle oder in einer Kloake sei; denn du denkst zu menschlich von Gott. Ich gestehe zwar, dass es einige leichtfertige Prediger gibt, die ohne Gottesfurcht und Frömmigkeit höchst leichtfertig schwatzen oder scherzen – sei es aus Ruhmsucht oder dem Bestreben, etwas Neues hervorzubringen, oder weil sie schlicht den Mund nicht halten können. Solche Leute aber gefallen weder Gott noch Menschen, selbst wenn sie fest behaupten würden, dass Gott im höchsten Himmel sei. – Wo aber ernste und fromme Prediger mit bescheidenen, reinen und vernünftigen Worten lehren, da ist es ohne Gefahr, sondern von großem Nutzen, wenn sie solches öffentlich lehren.

Müssen wir nicht alle lehren, dass der Sohn Gottes im Schoß der Jungfrau gewesen ist und aus ihrem Unterleib geboren wurde? Inwieweit aber unterscheidet sich der menschliche Unterleib von irgendeinem anderen unreinen Ort? Und wer könnte nicht schändlich oder schmutzig davon reden? Solche Leute aber verdammen wir mit Recht, denn es gibt mehr als genug reine Worte, um von diesem notwendigen Vorgang auch mit Würde und Anstand zu reden. Auch Christi Leib war ein menschlicher Leib wie der unsrige; was aber ist unreiner als dieser? Sollten wir deshalb etwa leugnen, dass Gott leibhaftig in ihm gewohnt habe, was Paulus doch sagt (Kol 2,9)? Was ist unreiner als der Tod? Was schrecklicher als die Hölle?47 Aber der Prophet rühmt sich, dass Gott sogar im Tod bei ihm sei und ihm in der Hölle beistehe (Ps 139,8).

Darum scheut sich ein frommes Herz nicht zu hören, dass Gott im Tode oder in der Hölle sei, was beides schrecklicher und unreiner ist als eine Höhle oder eine Kloake. Vielmehr: Wenn die Heilige Schrift bezeugt, dass Gott überall ist und alles erfüllt (Jer 23,24; Eph 1,23), dann sie sagt nicht nur, dass er an jenen Orten sei; sondern notwendigerweise erfährt und erkennt man dadurch auch, dass er dort ist. Was etwa, wenn ein Tyrann mich gefangen nähme und ins Gefängnis oder eine Kloake würfe, was vielen Heiligen widerfahren ist? Wäre mir dann nicht erlaubt, dort Gott anzurufen oder zu glauben, das s er bei mir sei? Müsste ich dazu erst in einen geschmückten Tempel gehen? Wenn du uns lehren willst, solche Possen mit Gott zu treiben, und an den Orten Anstoß nimmst, wo er gegenwärtig ist, wirst du uns am Ende auch nicht mehr gestatten, dass er im Himmel wohnt; denn auch der höchste Himmel kann ihn nicht fassen und ist seiner nicht würdig (1Kö 8,27). Aber wie ich schon sagte: Du stichelst nach deiner Gewohnheit so gehässig, um unsere Sache schlecht und völlig verhasst zu machen; du hast nämlich erkannt, dass du sie weder überwinden noch widerlegen kannst.

Aus: Martin Luther, Vom unfreien Willen, Betanien Verlag 2016, S. 45-47.

Ein Meisterstück christlicher Apologetik!

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Tipp: Drei Standardwerke christlicher Literatur

In den letzten Monaten sind in den konservativen Verlagen einige wertvolle Sachen erschienen. Viele Werke, die ich bereits aus dem Englischen kannte, und von denen ich mir sehnlichst eine Übersetzung gewünscht hätte. Drei dieser Werke möchte ich hier kurz ansprechen. Ausführliche Besprechungen werden sicher folgen:

Machen J. Gresham: Christentum und Liberalismus

Bildergebnis für Christentum und LiberalismusSo neu scheint das Werk gar nicht zu sein, offensichtlich ist es im Deutschen bereits 2013 erschienen. Ich selber habe es aber erst Ende letztes Jahres entdeckt. Gresham gelingt eine faire, umfassende und enttarnende Darstellung dessen, was man liberale Theologie nennt. Extrem wertvoll. Mein Fazit: Ein bibeltreuer (=an die Verbalinspiration glaubender) Theologe muss sich nicht für seine Positionen schämen. Viel mehr sollten dies die Bibelkritiker unter den Christen tun. Ein größeres Zitat erfolgte hier.

Thomas Watson: Darlegung der christlichen Lehre und ihre Anwendung

Bildergebnis für Darlegung der christlichen Lehre und ihre Anwendung

Erstens, man muss sich die ersten Seiten etwas durchkämpfen, mindestens bis Seite 19. Zweitens, der Titel verwirrt. ABER: Dieses Buch musst du gelesen haben. Vor etwa 5 Jahren las ich das Buch auf englisch und ich war damals wie vom Blitz in meinem Humanismus getroffen, als ich den Satz

Question. 1. What is the chief end of man?

Answer. Man’s chief end is to glorify God, and to enjoy him for ever.

(Übersetzung: Frage: Was ist

das Ziel/ der Sinn / Der Hauptzweck des Menschen?

Antwort: Das Hauptziel des Menschen ist es Gott zu ehren und sich an ihm immerdar zu erfreuen)

Das war derart anders, von dem was ich sonst kannte, dem ständigen Kampf nach einem besseren Leben. Ich habe beim Lesen dieses Buches erkannt, wie sehr ich vom Humanismus durchtränkt bin, wie wenig das einzig Wahre stimmt, dass nämlich Christus im Zentrum stehen soll!

Charles H. Spurgeon: Das Evangelium des Reiches

Spurgeon: Das Evangelium des Reiches Betanien Verlag cbuch.de-30Ein Geschenk meines Mitbloggers und Bruders Eduard Klassen war dieses Kommentar. Ich habe mich wirklich gefreut, dass dieser Kommentar, der mir aus dem Englischen so vertraut war, nun in dieser Form auch auf Deutsch erschienen ist.

Wenn es so weiter geht, werde ich mich nicht mehr auf dem englischsprachigen Markt umsehen müssen! Wie ich jetzt erfahren habe, plant auch Voice of Hope einige christliche Klassiker neu aufzulegen.

Wenn ich mir ein Buch wünschen dürfte, welches ebenfalls im Deutschen erscheinen sollte, dann wäre es J. Gresham Machens: The New Testament, An Introduction to its History and Literature.

Leider kann ich auf etwas Sarkasmus nicht verzichten: Mit der Volxbibel verdient die glorreiche Stiftung für Christliche Medien sicher mehr Geld als ein konservativer Verlag mit seinem vollständigen Sortiment! Das Volk bekommt, was es verlangt!

Er war so hungrig, dass er auch mit dem Schweinefutter zufrieden gewesen wäre; aber er bekam nichts davon. (Lk.15,16)

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Leserunde: Das Westminster Bekenntnis

Artikel 3.3 Erwählung und Verwerfung

Das Westminster Bekenntnis hält an Gottes aktiver Erwählung und Verwerfung fest. Für mich persönlich wurde dies an Mal. 1,2-3 deutlich:

(Mal 1:2) Ich habe euch lieb, spricht der HErr. So sprecht ihr: „Womit hast du uns lieb?“ Ist nicht Esau Jakobs Bruder? spricht der HErr; und doch habe ich Jakob lieb

(Mal 1:3) und hasse Esau und habe sein Gebirge öde gemacht und sein Erbe den Schakalen zur Wüste.

Diese Stelle wird gerne nur bis zum dritten Wort von Vers drei zitiert und man redet gerne davon, dass man nicht wisse, ob dieser Hass Gottes ein aktiver Hass war. Dies ist jedoch eine Verdrehung des Textes, die davon spricht, wie Gott seinen Hass gegen Esau ausgeführt hat. Eine weitere Bibelstelle auf die ich erst kürzlich aufmerksam wurde, drückt den Sachverhalt sogar so aus:

(Röm 9:22) Derhalben, da Gott wollte Zorn erzeigen und kundtun seine Macht, hat er mit großer Geduld getragen die Gefäße des Zorns, die da zugerichtet sind zur Verdammnis;

Dennoch denke ich, dass man aus diesem Gedanken nicht das Zentrum seiner Verkündigung machen sollte. Das Zentrum ist das Leben, die Leiden, das Sterben, die Auferstehung und das Wirken Jesu. Ein persönliches Erlebnis möchte ich aber dennoch berichten, nicht das theologische Wahrheiten durch persönliche Erlebnisse wahrer werden, aber erzählen möchte ich es dennoch: Als ich zum Glauben kam, lehnte meine Mutter das total ab. Ab diesem Tag verhärtete sich ihr Herz gegenüber Gott um weitere Dimensionen. Nichts schadete ihrem Seelenheil mehr (auch nach eigenem Bekenntnis), als die Gnade die Gott mir erwies. Dies ist ein bekanntes Motiv. Bei vielen Geschichten über die Mission kommt Ablehnung, Empörung, Gotteslästerung vor allem dann, wenn die ersten aus den eigenen Reihen den Glauben annehmen. Ich glaube Paulus hatte gerade solche Erlebnisse vor Augen als er über seine Missionsarbeit schrieb:

(2.Kor 2:15) Denn wir sind Gott ein guter Geruch Christi unter denen, die selig werden, und unter denen, die verloren werden:

(2.Kor 2:16) diesen ein Geruch des Todes zum Tode, jenen aber ein Geruch des Lebens zum Leben. Und wer ist hierzu tüchtig?

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