Alle Artikel in der Kategorie “Biografien

Kommentare 0

Schwamm drüber!

thomas_sieling_schwamm_drueberEs geht um das kleine Büchlein „Schwamm drüber!“ von Thomas Sieling, einem Schulleiter an einer christlichen Schule in Gummersbach, der aus seinem Erlebnisschatz mehrere kurze, liebenswerte Geschichten erzählt. Thomas Sieling hat einen recht jugendlichen und persönlichen Schreibstil, der den Leser bewusst mit hineinnimmt in das Geschehen.

Also, es ist schon etwas Seltsames, was ich beim Lesen dieses Buches erlebt habe. Eigentlich habe ich es auch nur in die Hände bekommen, weil mein Bruder es mir warm ans Herz gelegt hat. Mit entsprechend hohen Erwartungen begann ich nun mit der Lektüre, ich fand die Geschichten auch ganz nett, aber irgendwie wollte der Funke nicht überspringen, also zog sich auch das Lesen dieses dünnen Büchleins über Wochen hin.

Weiterlesen

Kommentare 1

Buchrezension: Abraham Kuyper – moderner Calvinist, christlicher Demokrat

Abraham KuyperUm wen geht es in dieser Biografie? Bratt beschäftigt sich mit der schillernden Gründergestalt des niederländischen Neo-Calvinismus, Abraham Kuyper (1837-1920). Es ist wahrlich nicht einfach, ein Portrait dieses vielschichtigen Lebens nachzuzeichnen. Der Theologie, Journalist und Politiker hat nicht nur die erste politische Partei der Niederlande gegründet. Ebenso hat er eine Abspaltung von der niederländischen reformierten Kirche (Hervormde Kerk) angeführt sowie die Vereinigung mit einem abgespaltenen Teil mit vorangetrieben. Er gründete die Freie Universität Amsterdam und war dort lange Zeit Professor für Systematische Theologie. Als ständiges Sprachrohr dienten die Zeitungen, für die er unaufhörlich Beiträge produzierte. Kuyper stammt aus dem Haus eines Theologen und studierte selbst als „Provinzler“ an der renommierten Universität Leiden Theologie.

Seine Promotion schrieb er über die Ekklesiologie des polnischen Reformators Johannes à Lasco. Es handelte sich um die Erweiterung eines Manuskripts, für das er bereits früher einen Preis gewonnen hatte. Voraussetzung für dieses Studium waren seine ausgezeichneten Kenntnisse der klassischen Sprachen, die ihn in die Lage versetzten ein Manuskript in Latein zu verfassen. Wichtig zu erwähnen ist sein Bekehrungserlebnis während seines ersten Pastorats im ländlichen Beesd. Dass Kuyper zum orthodoxen Calvinismus gefunden hat und dort zur Ruhe gekommen ist, stellte den letzten Schritt einer religiösen Odyssee in seiner Jugend dar.

Weiterlesen

Kommentare 2

Fünf Märtyrer – Treu bis in den Tod

Es gibt gewisse geschichtliche Tatsachen, die die Welt mit aller Kraft zu vergessen und zu verdrängen sucht. Diese Fakten kollidieren mit einigen Lieblingstheorien dieser Welt und sind darum höchst unerwünscht. Die Konsequenz ist dann, dass die Welt die Augen vor ihnen verschließt… In gewissen Kreisen ist es Mode geworden, einfach zu leugnen, dass es so etwas gibt wie die Gewissheit über religiöse Wahrheiten oder Überzeugungen, für die man sich verbrennen zu lassen bereit wäre.

Eine Darstellung, die die Verbrennung der Bischöfe Hugh Latimer und Nicholas Ridley zeigt

Dies sind Worte des anglikanischen Bischofs John Charles Ryle. Tatsächlich ist er einer der wenigen Anglikaner, der bei der evangelikalen Christenheit bekannt und beliebt ist. Selbst Spurgeon, obwohl sonst nicht so gut auf die anglikanische Kirche zu sprechen, bezeichnete ihn als einen außergewöhnlich begabten Ausleger. Dieses Buch beschreibt die Biographie der fünf englischen Reformatoren und Märtyrer Hooper, Taylor, Latimer, Bradford und Ridley. Vorher jedoch gibt der Autor einen sehr interessanten Einblick zu den Ursachen der Verbrennungen der Reformatoren in einem umfangreichen Vorwort. Ausführlich erläutert er die Verfolgungen der Königin Maria die Erste (nicht umsonst „die Blutige“ genannt ). Weiterlesen

Kommentare 4

Die Bekehrungsgeschichte

196Studd_C_TIn der Familie Studd war seit der Bekehrung des Vaters Edward Studd einiges anders als zuvor. Das reiche Anwesen der Studds wurde nicht mehr mit Bällen und Tänzen ausgefüllt, sondern einmal in der Woche kamen Menschen verschiedener Schichten in den großen Saal des Hauses um Gottesdienst abzuhalten. Den Prediger Mr. Weatherby konnte der siebzehnjährige Hudson und seine beiden älteren Brüder am wenigsten ausstehen. An einem solchem Sonntag jedoch, ereignete sich folgende Begebenheit:

„Hast du etwas Zeit für mich, Charles?“ fragte Mr. Weatherby. Nachdem Sie ihm heute einen Streich beim Ausreiten gespielt hatten, hatte Charles ein schlechtes Gewissen und wollte dem Prediger nachgeben: „Ja, etwas“, antwortete er. „Nun, komm dann setzen wir uns hier in die Ecke und reden ein bisschen.“ „Bist du ein Christ, Charles?“ fragte der Prediger.“ Charles Hudson fühlte sich etwas eingeengt. Er wusste nicht was er sagen sollte. Nach einer Pause äußerte er jedoch: „Nun, ich bin nicht das, was Sie als Christ bezeichnen würden. Aber ich habe seit meiner Kindheit an Jesus Christus geglaubt.“ Er versuchte nicht in die Augen von Mr. Weatherby zu sehen. Weiterlesen

Kommentare 4

Meine erste und letzte Geldschuld

Als ganz kleiner Junge besuchte ich eine Mädchenschule. Eines Tages brauchte ich einen neuen Schiefergriffel, hatte aber kein Geld dabei. Ich war wirklich ein unachtsamer kleiner Kerl und hatte Angst, zu Hause getadelt zu werden, weil ich meine Griffel so oft verlor. Was also tun? In unserem Ort gab es ein kleines Geschäft, wo die alte Frau Pearson Nüsse, Kreisel, Kuchen und Bälle verkaufte, und ich hatte schon des öfteren gesehen, wie Jungen und Mädchen dort hatten anschreiben lassen. Ich dachte daran, dass ja bald Weihnachten sein würde, und sicher würde mir jemand dann einen Penny oder vielleicht sogar ein ganzes Sixpence-Stück schenken. Also würde ich diesen Griffel dort auf Pump kaufen und das Geld dann kurz nach Weihnachten zurückzahlen. Dies fiel mir nicht leicht, aber ich nahm all meinen Mut zusammen und ging in den Laden hinein. Der Griffel kostete einen Heller, und da ich bisher noch nie Schulden gemacht hatte, war mein Kredit gut, und ich erhielt den Griffel. Die nette alte Dame gab ihn mir, und plötzlich war ich verschuldet. Mir gefiel dies zwar nicht, ich hatte auch das Gefühl,  etwas Falsches getan zu haben, aber noch hatte ich keine Ahnung, wie bald ich dafür büßen sollte. Wie mein Vater von diesem kleinen Geschäft seines Sohnes erfuhr, weiß ich nicht. Irgend ein kleiner Vogel muss es ihm geflüstert haben. Jedenfalls nahm er sich meiner sehr bald in aller Ernsthaftigkeit an. Gott möge ihn dafür segnen!

Weiterlesen
Kommentare 0

Gott vertrauen, denn er ist unser Vater!

Hudson Taylor im Alter von 21 Jahren

„Dr. Hardey bezahlte Hudson Tailor sein Gehalt alle vier Monate. Nun, vier Monate sind eine lange Zeit, und manchmal wurde das Geld bei Hudson richtig knapp, aber er war nie vor dem nächsten Zahltag komplett pleite. Es war ein kalter Februar Tag und zwei Wochen vor seinem nächsten Gehalt, also wieder die Zeit, in der Hudsons Budget knapp wurde. Nun, mit guter Planung würde er es schon bis zur nächsten Auszahlung aushalten.

Dr. Hardey sagte zu ihm an diesem Abend: „Hudson, du weißt wie vergesslich ich manchmal bin. Erinnere mach daran, dass ich dir deinen Lohn rechtzeitig auszahle.“ Hudson war nicht dagegen, seine Mitmenschen an Verpflichtungen zu erinnern, aber als Dr. Hardey dies zu ihm sagte, überfiel ihn ein seltsamer Gedanke. Könnte das eine der Glaubensprüfungen sein, um die er in letzter Zeit gebeten hat? Wollte Gott seinen Glauben prüfen? Könnte es möglicherweise sein, dass Gott von Hudson möchte, dass er diese Angelegenheit in seine Hände überlässt. Nachdem Hudson darüber gebetet hat, entschied er sich, dass er diese Angelegenheit als Glaubensprüfung betrachten muss.

Also machte er eine Einigung mit Gott: Er würde Dr. Hardey nicht nach seinem Geld befragen, er würde Gott seine Angelegenheiten anvertrauen, unabhängig davon, was passiert. Drei Wochen strichen hin, und Hudson fühlte sich entmutigt. Nichts geschah. Er bat Gott dutzende Mal täglich darum, Dr. Hardey an seinen Lohn  zu erinnern. Warum tat Gott nichts? Es war Samstag Nacht, am nächsten Tag war seine Miete fällig und Dr. Hardey war bereits eine Woche im Verzug.

Das einzige was er an Geld parat hatte, war eine einzige Halbe Krone, und das war nicht genug, um die Miete zu bezahlen. Wann würde Gott handeln? und was würde seine Vermieterin sagen, wenn er seine Miete nicht bezahlen könnte? War es leichtsinnig gewesen, Gott zu versprechen, nicht nach dem Gehalt? Weiterlesen

Kommentare 0

Überreiche Gnade

„Von allen Versuchungen, denen ich je in meinem Leben begegnet bin, ist der Zweifel hinsichtlich des Seins und Wesens Gottes und hinsichtlich der Wahrheit des Evangeliums die schlimmste und die am schwersten zu ertragende. Wenn diese Versuchung kommt, so nimmt sie mir den Gurt meiner Lenden, und zieht mir den Boden unter den Füßen fort. Oh ich habe oft gedacht: „So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit“ und auch jenes andere: „Wenn die Grundfesten stürzen, was vermag der Gerechte?“
Manchmal, wenn ich nach begangener Sünde von der Hand Gottes herbe Züchtigung erwartete, so war das Allernächste, das mir von ihm zuteil wurde, das Offenbarwerden seiner Gnade. Manchmal, wenn ich getröstet worden bin, habe ich mich einen Toren gescholten, dass mir in Schwierigkeiten bange geworden ist. Und dann wiederum dachte ich, wenn ich niedergeschlagen war, wie unweise es von mir sei, derart dem Troste auszuweichen. (…) Über eine bestimmte Sache habe ich mich recht gewundert. Auch wenn Gott meine Seele mit noch so gesegneter Offenbarung seiner selbst besucht, haben mich dennoch hinterher solche Stunden überfallen, die meinen Geist dermaßen in Dunkelheit tauchten, dass ich auch nicht einen einzigen Augenblick begreifen konnte, was denn jener Gott und jener Trost seien, mit denen ich erquickt worden war.“

Dieses offene, herzliche und zeitgemäße Zeugnis ist bereits über 350 Jahre alt. Es stellt sich die Frage, wer der Mann war, der einem so aus dem Herzen sprechen kann, der so gut das formulieren kann, was einen Christen oftmals beschäftigt und niederdrückt. Tatsächlich wird man überrascht sein, einen einfachen Kesselflicker kennenzulernen, jedoch auch einen eifrigen, hingegeben und feurigen Christen, nämlich John Bunyan. Vielen ist sein Klassiker „die Pilgerreise“ bekannt. Für Charles H. Spurgeon wurde dieses Buch so wichtig, dass er dieses Buch als unsterbliche Allegorie bezeichnete und dazu sogar eine Interpretation verfasste.  Trotz der Bedeutung seiner Werke, dürfte der Autor jedoch der Neuzeit weniger bekannt sein.

Weiterlesen

Kommentare 0

Die Vision lebt weiter

Die Vision lebt weiter

Das Buch Die Vision lebt weiter beschreibt die Geschichte hinter den Schlagzeilen aus 2009. Die zwei jungen Frauen Rita Stumpp und Anita Grünwald wussten sich von Gott dazu berufen in den Jemen zu reisen und ihrem Gott und den Menschen zu dienen. Nach vielen Gebeten sahen sie diesen Weg deutlich und flogen in das Land im Nahen Osten, um den Mitmenschen zu helfen. Doch im Jemen wurden sie entführt und tot aufgefunden.

Anita und Rita engagierten sich schon vor der Ausreise in den Jemen in missionarischen Projekten. Anita in Malawi und Rita in Kasachstan. Ein Wunsch lag lange auf ihren Herzen und ging nach dem Tod in Erfüllung: Im November 2010 wurde ein Waisenhaus eröffnet. Erst nach ihrem Märtyrertod kamen andere Menschen über den Wunsch ins Nachdenken und Gott führte es so, dass es umgesetzt wurde. Weiterlesen

Kommentare 4

Thomas von Aquin (Biografie)

Thomas von AquinWer wie ich ein angefressener Leser von Gilbert Keith Chesterton (1874-1936) ist, freut sich auf die Lektüre jedes Buches von ihm. Der brillante Autor schreibt in einer dichten, humor- und vor allem gehaltvollen Art. Kein Wunder existieren von ihm Hunderte von Zitaten und Aphorismen. Einzelne Sätze behalten auch ausserhalb des Zusammenhangs eine hohe Wirkung. Nach seiner Autobiographie, den bekannten Werken „Orthodoxie“ und „Ketzerei“ sowie einigen Bänden seiner Detektivromane machte ich mich an die kurze Biografie über den grossen Theologen des Mittelalters, Thomas von Aquin (1225-1274).

Bei einem Buch ist es stets ratsam, die Absicht des Autors zu erfahren. Chesterton schickt voraus, dass man vom heiligen Thomas „nur einen Plan anlegen wie von einer labyrinthischen Stadt“ (122 ) anfertigen könne. So masst Chesterton sich nicht an, mit seinem kurzen Beitrag eine hinreichende Einführung in das umfangreiche Werk zu bewerkstelligen. Die einzelnen Kapitel sind denn eine Mischung zwischen einzelnen Fragmenten seiner Biographie und einigen inhaltlichen Referenzpunkten. Weiterlesen

Kommentare 0

Wolfgang Dyck – Der große Auftrag

Als uneheliches Kind geboren und in Heimen und Erziehungshäusern aufgewachsen wurde Wolfgang Dyck schon als Jugendlicher wiederholt straffällig und verbrachte elf Jahre seines Lebens hinter Gefängnis- und Zuchthausmauern. Durch den Kontakt zur Heilsarmee erlebte Dyck 1960 in Stuttgart seine Umkehr zu Jesus Christus, die sein Leben total veränderte. Aus dem ehemaligen Schwerverbrecher wurde nun ein leidenschaftlicher Rufer zu Jesus Christus. In Kneipen, Nachtlokalen, Gefängnissen und auf der Straße verkündigte er die Frohe Botschaft vom Kreuz. 1970 verstarb er bei einem tragischen Autounfall mit gerade erst 39 Jahren. Trotzdem sind seine Predigten auch heute noch äußerst aktuell. Sein Stil ist einfach, lebendig und erfrischend. An dieser Stelle, sollen die heute noch verfügbaren Werke von und über Wolfgang Dyck vorgestellt werden.

1. Der große Auftrag
Ich war überrascht, dieses Buch in verschiedenen Internetbuchhandlungen (z.B. leseplatz.de) zu finden. Für gerade einmal einen Euro bekommt man vier Predigten von Wolfgang Dyck über den Missionsbefehl. Ein kleiner Auszug aus dem Buch:

Nein, Gott hat nicht angeordnet, dass wir uns gegenseitig die Köpfe waschen sollen. Deine Gedanken sind biblisch rein, orthodox, fundamentalistisch, ich bezweifle es nicht. Aber die Welt pfeift auf deine reinen Gedanken.  Sie möchte Taten sehen. Sie will die Kirche sehen als eine Stadt auf dem Berge, herausgenommen aus allem und klar zu durchschauen in ihrer Begründung und Zielsetzung. 

Weiterlesen