Alle Artikel in der Kategorie “Rezensionen

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Visual Bible Guide

Visual Bible Guide

Heute sind Bilder die neuen Worte. Gott wählte aber den Weg, sich durch Worte dem Menschen vorzustellen. Um nun die großartige Botschaft Gottes neu zu entdecken, haben sich Tim Challies, Autor, Blogger und reformierter Theologe und Josh Byers, Schreiber, Filmemacher, Fotograf und digitaler Illustrator dazu entschlossen, alles wichtige rund um die Bibel und Jesus im „Visual Bible Guide“ anschaulich, ansprechend und anregend aufzuarbeiten.

Die Bibel wird von vielen Menschen als veraltet und verstaubt betrachtet, weshalb ihr Inhalt als irrelevant für das Leben im Hier und Heute abgestempelt wird. Doch wer das vorliegende Buch aufschlägt merkt schnell, das diesem Stereotyp mutig entgegengetreten werden kann. Denn der Bible Guide ist eine einzigartige Einführung in die Lehre von Gott sowie eine Anleitung für die christliche Lebensführung.

Die drei Teile tragen dazu bei, sich mit der Bibel vertraut zu machen und laden zum Studium von Gottes Wort ein. Zudem wird ein Streifzug durch die Bibel vermittelt, der kompakt, illuster und aufschlussreich ist. Hervorzuheben ist dabei die Klarheit der Texte. Anstatt seitenwiese Erläuterung und Erklärungen zu präsentieren, hat sich das Autorenduo für kurze und knackige Texte entschieden, die durch die kreativen Illustrationen unterstützt werden…. (weiterlesen auf lesendglauben.de)

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Sing mit!

Besonders in konservativ-evangelikalen Kreisen ist Musik oft ein Zankapfel. Höchste Zeit für ein Buch von leidenschaftlichen Musikern, die die Stärken unterschiedlicher Traditionen wertschätzen und dabei auf theologischen Tiefgang achten.

Spätestens seit der Übersetzung von „In Christ alone“ sind Keith und Kristyn Getty auch im deutschsprachigen evangelikalen Bereich bekannt. Seit Jahren höre ich ihre CDs immer wieder gerne an. Sie sind musikalisch sehr schön und haben geistlichen Tiefgang. 2017 veröffentlichten sie das Buch „Sing!“, das vom 3L-Verlag jetzt ins deutsche übersetzt wurde. Ihr Buch ist nicht nur an christliche Musiker gerichtet. Die Autoren zeigen den Stellenwert der Musik in der Bibel auf und machen deutlich: Alle Christen sind aufgefordert, zu Gottes Ehre zu singen – ob sie nun besonders gute Sänger sind oder nicht…. weiterlesen

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Walfisch, Rizinus und Niniveh

Für eine Andacht über das Gebets Jonas, habe ich mich durch etwas Material gebohrt. Eine kurze Auflistung:

The Prodigal Prophet: Jonah and the Mystery of God's Mercy„The Prodigal Prophet“ von Tim Keller, habe ich als Hörbuch bei Audible angehört. Keller hat nach eigener Aussage drei mal über das Buch Jona gepredigt und verfasste das Buch auf Wunsch seiner Frau. Vorteil des Werkes: Ausführlicher Anhang, in dem Jona thematisch, biblisch theologisch betrachtet wird. Nachteil: Ich denke Keller zieht am Schluß doch zu schnell Sprünge zu unserer Zeit. Dies kann aber auch am Fehlen der Fußnoten in der Hörbuchfassung liegen. Hier bezieht Keller zahlreiche weitergehende Kommentare mit ein.

Übrigens: Im Predigt Podcast von Keller findet sich auch eine Predigt über Jona aus den 90ern Jahren. Zusätzlich zum „Prodigal Prophet“, kann man so auch eine Entwicklung des Themas bei Keller betrachten. Eine aktuellere Predigt findet sich in youtube.

Wenn wir schon bei Predigten sind. Der Vierteiler von Dick Lucas über Jonah schien mir den größten Tiefgang zu besitzen. Lucas bleibt wirklich hartnäckig dabei, den Konflikt Jonas und Gottes Handeln mit diesem ungehorsamen Propheten zu verfolgen. Die Links zu den vier Teilen finden sich hier bei monergism. Weiterlesen

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Rezension: „Preaching?“ von Alec Motyer

Alec Motyer mausert sich zunehmend zu meinem Lieblingsanglikaner. Auf den 2016 verstorbenen Theologen bin ich übrigens durch Tim Keller aufmerksam geworden, der Motyer nebst Clowney zu den Menschen listet, die ihn als Prediger am meisten geprägt haben. Motyer dürfte mit Sott und Packer zu den bedeutendsten Evangelikalen Anglikanern des 20ten Jahrhunderts zählen, ist aber offensichtlich in Deutschland nur wenig bekannt. Auf jeden Fall ist dieses kurze Werk (mit dem leider wenig ansprechenden Cover) eine wertvolle Hilfe nicht nur für angehende Prediger, sondern für jeden, der nach Wegen sucht, seinen Nächsten biblische Texte besser zu erklären. Trotz seiner Kürze bleibt das Werk sehr umfassend. Motyer legt sich nicht auf einen bestimmten Predigtstil fest und befürwortet sowohl Predigten über ganze Bibelbücher, über thematische Wortstudien oder über biblische Personen. Dabei bespricht er sechs Methoden, wie er vom Bibeltext zur Predigt kommt. Was er auf jeden Fall ablehnt ist, das man bloß nach einem biblischen Text sucht, der als „Sprungrampe“ für ein Thema dient, welches man sich eigentlich schon längst ausgesucht hat, und das meistens nur wenig mit dem eigentlichen Text zu tun hat.

Etwas also, was sicherlich jeder schon zur Unmenge erlebt hat und was dringend anders gemacht werden sollte.  Hier blickt der Autor auf über 50 Jahre Erfahrung als Prediger zurück und berichtet von zahlreichen persönlichen Begegnungen und Erlebnissen.  Immer wieder wird deutlich, dass gute Predigt dazu führen wird, dass die Zuhörer motiviert werden, sich selbstständig mit der Bibel auseinanderzusetzen.  Dadurch dass der Autor jedes seiner Schritte mit zahlreichen Beispielen (und Notizen) aus eigener Arbeit illustriert, wird deutlich, dass Motyer wirklich ein Mensch war, der „das Wort Gottes geliebt hat“. Das Buch schließt mit einer Reihe von wöchentlichen Lesetexten, die Motyer als tägliche „Lese-Hausaufgaben“ im Rahmen seiner Predigten für seine Gemeinde erstellt hat. Weiterlesen

Robert Letham
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Interview mit Robert Letham

Robert Letham

Robert Letham ist Professer für systematische und historische Theologie an der Union School of Theology in Wales. Er doziert zudem regelmäßig am Westminster Theological Seminary. Er ist Autor von  The Work of Christ (in der Reihe: Contours of Christian Theology), Union with Christ, The Holy Trinity. 2019 erschien seine Systematische Theologie. Letham hat sich für ein Interview mit uns bereit erklärt.

S.P.: Sehr geehrter Prof. Letham. Vielen Dank für die Zeit, die sie sich für unsere Fragen nehmen! Können Sie darüber berichten, wie Sie Christ wurden?

R.L.: Ich wuchs in einem christlichen Elternhaus auf, wurde jedoch erst im Alter von 19 Jahren getauft. Es gab keine ungewöhnliche oder dramatische Erfahrung dabei.

S.P.: Ihr letztes Werk war eine Systematische Theologie (Erschienen Ende 2019). Aufgrund der Tatsache, dass zahlreiche systematische Theologien verfügbar sind, was ist das Besondere an Ihrem Werk?

Es hat das Ziel katholisch zu sein und bindet Figuren der Kirchenväter, des Mittelalters, der Reformation und der Moderne unterschiedlichen Spektrums in die Betrachtung mit ein. Gleichzeitig versuche ich die Soteriologie (Die Lehre vom Heil) mit der Ekklesiologie (Die Lehre von der Kirche) zu verknüpfen, um dem Wort und den Sakramenten ihre Zentralität zu gewähren. Ich habe dabei explizit auf eine trinitarische Struktur geachtet und beginne mit einem langen Abschnitt über die Dreieinigkeit. Daraufhin betrachte ich jeden Abschnitt mit Bezug auf Gott und seine Werke in der Schöpfung, Vorsehung und Gnade. Ich habe die Dogmatik auf eine Weise verfasst, die sie für zahlreiche Menschen zugänglich macht: Mit einem umfangreichen Glossar, Fragen zum Selbststudium und weiterführenden Literaturempfehlungen. Auf diese Weise kann jeder Leser die Themen weiter erforschen.

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Standardwerk zur Heiligen Dreieinigkeit Gottes

The Holy Trinity: In Scripture, History, Theology, and Worship (English Edition) von [Robert Letham]Ich glaube in der letzten Zeit hat mich kaum ein Thema mehr beschäftigt als die Dreieinigkeit. Es gab hier so viel Unklarheit, dass man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen konnte. Einige Beispiele. Im Grunde genommen wäre das Modell das ich aus der Dreieinigkeit zeichnen würde in etwa so etwas wie eine „Zweieinigkeit“ von Vater und Sohn + einem in irgend einer Weise untergeordneten Heiligen Geist. Ehrlich gesagt kenne ich auch kaum einen aus dem konservativen Milieu der nicht in irgend einer Weise die Subordination des Sohnes lehren würde.

Der Sohn weiß ja schließlich nicht, wann das Ende der Zeiten anbrechen soll (Mt. 24,36). So ein Modell endet schließlich im Tritheismus: Die Lehre von drei göttlichen Wesen, die sich zudem im Umfang ihrer Göttlichkeit unterscheiden würden. Ein klarer Verstoß gegen die Einheit Gottes, die an so vielen Stellen der Schrift gelehrt wird. Zudem muss man eingestehen, dass die Dreieinigkeit so gut wie keine Rolle im Evangelikalismus spielt. Man wird zwar im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft, aber das die Dreieinigkeit das typisch christliche Element unserer Gotteslehre ist (z. B. im Vergleich zum Judentum, nicht nur zum Islam) wird in der Anbetung viel zu selten  ausgearbeitet. Mir ist es geradezu peinlich, wie viele Jahre ich die Omas in der Gemeinde, die ihre Gebete mit „im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ beendeten, mit schrägen Blicken anblickte, im Verdacht, es wäre noch ein Restkatholizismus in ihrer Pietät enthalten. Weiterlesen

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Monatliche Auslese

Jakob Haddick ist Pastor und äußerst fleißiger Leser. Monatlich veröffentlicht er Kurz-Rezensionen auf gelesene Bücher. Eine gute Quelle um Impulse für neues Lesematerial zu finden. In Zukunft wollen wir auf NIMM-LIES regelmäßig auf seine Hinweise verweisen.

Im Juli 2020 bestand seine Lektüre aus:

  • Bernhard Ott: Handbuch Theologische Ausbildung
  • John Lennox: Vorher bestimmt?
  • Laura Vanderkam: Juliet’s School of Possiblities
  • Barbara Oakley: Mindshift

Zum Artikel geht es hier lang.

 

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Gottes Vorsehung im alltäglichen Leben

Gott sorgt sich umfassend um seine Schöpfung. Alle unsere Haare sind aktiv durchnummeriert und kein Sperling wird von einer Katze gefressen, ohne dass Gott es will. Auf der einen Seite sehen wir also Gottes ausgezeichnete und erstklassige Fürsorge für seine Schöpfung. Zwei Themen auf unserer Seite drängen sich dann beim Nachdenken über Gottes souveräne Vorsehung automatisch auf: Gebet und Leid. Wir beten, weil wir wissen, dass Gott uns hört, und doch weiß Gott, was wir bedürfen, bevor wir ihn bitten. An vielen Stellen ermutigt uns die Schrift, auch in der bitteren Vorsehung des Leids die liebende Hand Gottes zu wissen. Und doch macht so vieles an unserem Leid überhaupt keinen Sinn. Entsprechend hat Carson in beiden Büchern ein sehr ähnliches Kapitel darüber, was er als Vereinbarkeitsthese bezeichnet. Carson meint damit, dass folgende beide Aussagen wahr sind, auch wenn wir uns nicht erklären können, wie sie miteinander übereinstimmen können:

Donald A. Carson: Lernen, zu beten - 3L Verlag„1. Der allmächtige Gott waltet souverän und frei, doch wirkt sich seine Herrschaft niemals so aus, dass dabei die Verantwortung des Menschen beschnitten, minimiert oder gänzlich aufgehoben würde.

2. Menschen sind moralisch  verantwortliche Wesen – sie treffen sinnvolle Entscheidungen, rebellieren, gehorchen, glauben, widersetzen sich usw. und werden zu Recht für diese Handlungsweisen verantwortlich gemacht: Dies wirkt sich jedoch nie so aus, dass Gott dadurch eingeschränkt würde.“ (Ach, Herr, wie lange noch – S. 197)“

Ich empfehle die Lektüre beider Bücher, die zwar Thematisch wie mit einer Klammer zusammengehalten werden, aber literarisch ziemlich unterschiedlich umgesetzt wurden. Weiterlesen

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Wo ist bloß die Vorsehung hin?

Immer wenn ich ein systematisches Thema aus mennonitisch-evangelikaler Sicht betrachten möchte, greife ich zur  Biblischen Glaubenslehre von Thiessen. Kein Wunder, ist doch dieses Buch Pflichtlektüre auf dem Laien-Prediger Seminar einer recht großen evangelikalen Vereinigung (Stichwort: Friedensstimme). So musste auch ich zu diesem Werk greifen und (obwohl die Laienkurse einige Jahre her sind) erschüttert mich ein bestimmter Punkt an diesem Werk in besonderer Weise. Tatsächlich finde ich zahlreiche problematische Punkte in Thiessens Systematik, ob nun die ohne Besprechung einfach übernommene Trichotomie des Menschen oder die doch abenteuerlichen Spekulationen über die Endzeit. Doch diese Punkte verblassen, wenn man realisiert, dass der Autor einfach darauf verzichtet, über Gottes Vorsehung zu reden.

Egal wie ich die Sache drehe und betrachte, ich kann mir einfach keinen Reim darüber machen, wie Thiessen in seiner Glaubenslehre einen derart wichtigen Lehrpunkt wie die „Lehre von der Vorsehung“ übersehen konnte (Eine Definition von „Vorsehung“ findet sich in einem Essay von Paul Helm). Weiterlesen