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„Das Wort hat es alles gewirkt und ausgerichtet“

Summa summarum: predigen will ichs, sagen will ichs, schreiben will ichs. Aber zwingen, mit Gewalt dringen will ich niemand, denn der Glaube will willig, ungenötigt angenommen werden. Nehmt (Euch) ein Beispiel an mir. Ich bin dem Ablaß und allen Papisten entgegen gewesen, aber mit keiner Gewalt, ich habe allein Gottes Wort getrieben, gepredigt und geschrieben, sonst habe ich nichts getan. Das hat, wenn ich geschlafen habe, wenn ich Wittenbergisch Bier mit meinem Philipp (Melanchthon) und Amsdorff getrunken habe, so viel getan, daß das Papsttum so schwach geworden ist, daß ihm noch nie ein Fürst noch Kaiser so viel Abbruch getan hat. Ich hab nichts getan, das Wort hat es alles gewirkt und ausgerichtet.
[Martin Luther: Acht Sermone gepredigt zu Wittenberg in der Fastenzeit. Martin Luther: Gesammelte Werke, S. 2474
(vgl. Luther-W Bd. 4, S. 69) (c) Vandenhoeck und Ruprecht
http://www.digitale-bibliothek.de/band63.htm ]

Luther auf dem Reichstag zu Worms. Kolorierter Holzschnitt von 1556, Bildrechte: gemeinfrei

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Verteidigung der Trinität, der Wahrheit, des Denkens und der Tollheit

2019 war für mich durch das Lesen (und Hören) der Werke von Carl R. Trueman geprägt. Es ist ein neues Ereignis, sich ausführlicher mit ein und dem selben Autor zu beschäftigen (vielleicht müsste man Martin Luther ausnehmen, in dem Fall meine ich ein und den selben zeitgenössischen Autor). Motiviert haben mich die Autorenprofile von Hanniel, mit dem Ziel, sich durch ein Gesamtwerk durchzuarbeiten. Doch an das umfangreiche Werk von z.B. Carson wagte ich mich zunächst nicht. Somit ein Quick-Review über den Autor, Dozenten, Pastor, Prediger und Blogger Trueman: Weiterlesen

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„In der Gewissheit, dass unsere Sünden durch Sein Opfer vergeben sind, finden wir Ruhe und Heilssicherheit.“

File:John Calvin 01.jpg

Der junge Jean Calvin

Nach dem Tode Heinrich VIII 1547 wurde Eduard VI, als einziger Sohn Heinrichs bereits mit 9 Jahren König von England und Irland. In diesem Alter hatte er natürlich nur repräsentative Funktionen, die eigentliche Macht hatte in den ersten 2,5 Jahren seiner Herrschaft Eduard Seymor, Duke (in etwa Herzog) of Somerset, in der Funktion eines Lordprotectors mit erweiterten Befugnissen. Diese nutzte er zur Freude der „Evangelicals“ im Land, um die Reformation intensiver voranzutreiben. Kein Wunder, dass den Duke auch ein Schreiben von Jean Calvin erreichte, verfasst am 22. Oktober 1548.  Der Calvin-Biograph Herman J. Selderhuis hält fest: „Calvin war unerschütterlich, opferbereit und kompromisslos. Seine Lehre wies alle Merkmale auf, die zur damaligen Zeit erfolgsversprechend waren: Sie war unkompliziert, biblisch begründet und klar formuliert und deshalb allen Menschen zugänglich. (…) Was Calvin im Jahr 1548 an den Herzog von Somerset schrieb, war tatsächlich schon 1536 (Anm. von mir: In diesem Jahr erschien die erste Auflage seiner berühmten Institutio) seine Lehre gewesen und sollte auch 1564 noch seine Lehre sein (Anm. von mir: Todesjahr Calvins) (…) Zwar schrieb Calvin später noch tausende von seiten mit ausführlicheren Erörterungen hierzu, aber tatsächlich findet sich in den Schriften nichts mehr als das, was auch schon auf dieser halben DIN-A4-Seite formuliert ist. Und das wurde alles durch seinen an Idealismus grenzenden Optimismus getragen.“ (S.75-76)

Datei:Edward Seymour Duke of Somerset.jpg

Edward Seymour Duke of Somerset

Die populäre Darstellung Calvins, der auch erfolgreiche Schriftsteller wie Stefan Zweig erlagen, als die einen freudlosen Zynikers und pessimistischen Eigenbrötler zeichnet, lässt sich nicht aufrechterhalten, wenn man die zahlreichen Briefe Calvins studiert. Wir finden einen mutigen, ehrlichen Christen, der seine Mitmenschen ernst nimmt. Den Duke of Somerset ermutigt er, der Führung Gottes zu vertrauen, mutig das Evangelium zu verkündigen und in schwierigen Zeiten auszuharren:

„…nämlich das wir Gott als einzigen Herren unserer Seele und sein Gesetz als einzige Regel und geistige Anleitung für unser Gewissen anerkennen, so dass wir Ihm nicht gemäß allerlei törichter menschlicher Anordnungen dienen. Weiter, dass er auf seine Art, im Geiste und mit reinem Herzen, verehrt werden will. Andererseits erkennen wir jedoch, dass wir im Inneren unselig sind, dass wir in all unserem Denken und Handeln verdorben sind, so dass unser Herz ein Abgrund des Bösen ist. Darum verzweifeln wir an uns selbst, weisen jeden Anspruch auf Weisheit, Würde oder Fähigkeit zum Guten ab. Wir wenden uns der Quelle von allem Guten zu, das ist Jesus Christus, und wir nehmen das an, was Er uns gibt, nämlich die Verdienste seines Leidens und Sterbens, damit wir dadurch die Versöhnung mit Gott erfahren. Rein gewaschen durch sein Blut, fürchten wir nun nicht mehr, dass wir aufgrund unserer Sünden vor dem himmlischen Thron keine Gnade finden werden. In der Gewissheit, dass unsere Sünden durch Sein Opfer vergeben sind, finden wir Ruhe und Heilssicherheit. Wir werden durch Seinen Geist geheiligt, um uns so gehorsam der Gerechtigkeit Gottes zu widmen. Gestärkt durch seine Gande werden wir den Teufel, die Welt und das Fleisch überwinden. Als Glieder Seines Körpers zweifeln wir schließlich nicht daran, dass Gott uns zu seinen Kindern zählt und dass wir Ihn voller Vertrauen als unseren Vater anrufen dürfen. Für uns ist es deutlich, dass alles, was in der Kirche gesagt und getan wird, auf dieser Hauptsache basiert, nämlich dass wir der Welt entzogen und in den Himmel hinauffahren werden mit unserem Haupt und unserem Heiland“

Einige Jahre später gelangt Maria I Tudor an die Macht und hinterlässt eine blutige Spur im englischen Protestantismus. Trost und „gute Unterweisung“ haben die Protestanten Englands also mehr als nötig gehabt.

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Tal der Liebe

Tal der Liebe Günther wird mit großen körperlichen Problemen in der Zeit des ersten Weltkrieges geboren. Das ist eine Zeit, in der man kaum Zeit und Muße für die Schwächsten der Gesellschaft besitzt. Das Urteil der Mitmenschen, auch derer, die ihm helfen sollten, steht somit fest: „Der taugt zu nichts“. Die Mutter ist mit ihm überfordert und der Vater hat für ihn keine Zeit. Die Oma „kümmert“ sich um seine Betreuung. Aber sie schämt sich seiner derart, dass sie ihn in ein Zimmer sperrt. Somit kann Günther auch mit 6 Jahren noch keinen Laut von sich geben. Man schreibt ihn, nicht nur als körperlichen Krüppel, ab.  Als es Oma zu viel wird, landet der Junge in Bethel. Hier erfährt Günther zum ersten Mal Zuwendung, die unerwartet und zügig Früchte bringt. Bald schon stellt sich heraus, dass er ‚im Kopf“ völlig gesund ist, ja gerade zu übereifrig dabei ist, etwas Neues zu lernen. Zunächst im Heim für Geistig-Behinderte untergebracht, hört Günther zum ersten Mal das Evangelium. Bodelschwingh und seine Mitarbeiter schämen sich nicht der vielen körperlich und geistig Behinderten und verkündigen diesen das Evangelium auf eine Weise, dass es auch die „dumpfsten Geister erreicht“. Der wache Geist Günthers ist schnell erreicht. Erste Fragen tauchen auf. Woher kommt dieses ganze Elend? Warum hat „alles einen Knacks“. Zum Glück erfährt er die Nähe des Werkes Christi am Kreuz, das Bodelschwingh so erklärt, dass selbst „hoffnungslose“ Fälle das Evangelium verstehen. Behinderte und Krüppel loben Gott und erleben eine tiefe Freude, die vielen verborgen bleibt, die nicht „zu diesem Abschaum“ gehören. Berechtigt weißt die Autorin darauf hin, dass unklar bleibt, wer denn nun die wirklich Verrückten sind: Die im Heim, oder die außerhalb ? Weiterlesen

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„Ich finde, du solltest nicht so viel Theologie lesen“

Was liest man, wenn man in Westengland unterwegs ist? Nun ich empfand Lord Peter Death Bredon Wimsey als die richtige Wahl. Dorothy L. Sayers  (vgl. auch zahlreiche Beiträge von hanniel.ch zu Sayers Werk) aller erster Roman „Der Tote in der Badewanne“ (auch „Ein Toter zu wenig“) hat mir besonders gut gefallen. Sayers lässt Detektiv Parker zur Entspannung einen Kommentar zum Galaterbrief lesen. Fantastisch! Tatsächlich hat Sayers ihr christliches Bekenntnis nie verschwiegen, was man in ihrem Werk regelmäßig sieht. Ihr Werk lebt von einer ehrlichen aber auch selbst ironischen Analyse Brittaniens zwischen den  zwei Weltkriegen. Einige Zitate:

Wimsey hat offensichtlich Geldressourcen ohne Ende für sein Hobby, und einen Diener, der aber eher wie ein väterlicher Freund agiert: „“Hier bin ich, Mylord“, antwortete Mr. Bunter mit respektvollem Tadel, „aber wenn Sie mir die Bemerkung gestatten…““

Dass der britische Adel oft mehr Schein als Sein bot, verschweigt Sayers nicht: „Die Unterhaltung schleppte sich mühsam dahin, bis der Ehrenwerte Freddy eine Gräte im Seezungenfilet entdeckte und den Oberkellner kommen ließ, um sich ihr Vorhandensein erklären zu lassen.“

So argumentiert übrigens ein Untersuchungsrichter, der einen vollen Raum „lüften lässt“: „Das löste einige Bewegung und den einen oder anderen Missfallensruf aus, was der Untersuchungsrichter jedoch mit dem gestrengen Hinweis unterband, dass ein ungelüfteter Saal bei der zur Zeit wieder umgehenden Grippe eine Todesfalle sei“

Der selbe Richter redet zwischen den Zeilen „Er entließ sie dann mit der unausgesprochenen Ermahnung, sich ein bisschen zu beeilen.“

Das Lesen des Galaterbriefs wirkte wohl auch unbewusst bei Inspektor Parker: „Mr. Parker gab einen ermutigenden Laut von sich, der unter Laien die Funktion des priesterlichen „Ja, mein Sohn?“ hat“ 

Neben dieser Ästhetik des Schreibstils überzeugt auch der Plot. Man erkennt schon bald, wer der Mörder ist, doch wie soll man ihn bloß überführen? Zudem ist zumindest hier im Frühwerk Lord Peter alles andere als ein tadelloser und vollkommen entwickelter Detektiv im Sinne eines Sherlock Holmes und verfolgt auch mal eine falsche Spur.

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Mit Lyndal Roper im Gespräch

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Lyndal Roper ist eine australische Historikerin, die in Großbritannien lehrt.  Ihr Forschungsschwerpunkt ist die deutsche Kultur-, Religions- und Sozialgeschichte der frühen Neuzeit mit besonderer Hinsicht auf Geschlechterrollen, Körpergeschichte, Sexualität und Hexenverfolgung. (aus Wikipedia). Ich las ihre Luther-Biographie und war sehr angetan von der Präzision und Tiefgründigkeit der Darstellung angetan. Somit war ich dankbar für die Möglichkeit des Interviews. Roper veröffentlichte 2017 eine tiefgründige Biographie über die komplexe Persönlichkeit Luthers: Martin Luther – Renegade and Prophet (wörtlich: Abtrünniger und Prophet). Roper nahm sich Zeit um auf meine Fragen einzugehen. 

 

S.P.: Prof. Roper, viele Ihrer Bücher handeln über Hexen und ihre Verfolgung. Gibt es eine echte Verbindung zwischen Hexen und Luther?

L.R.: Ich empfand es als sehr erfrischend an Luther zu arbeiten, nach dem ich nun so lange so viel Zeit in Hexen und ihre Verfolgung investiert habe. Natürlich glaubte Luther daran, dass Hexen wirklich existierten, jedoch besaß er keine „Hexen-Jäger“- Mentalität. Wenn er krank war und an Kopfschmerzen oder Verstopfung litt, gab er nicht den Hexen die Schuld, sondern dem Teufel. Tatsächlich bestand er darauf, dass diese Attacken beweisen, dass er auf Christi Seite steht, denn er war würdig von Satan angegriffen zu werden. Ich empfand diese robuste Gewissheit als Erlösung, nachdem ich jahrelang an Hexenjägern gearbeitet hatte, die entschlossen waren, Frauen und Männer zu foltern und zu verhören, von denen sie glaubten, dass sie ihnen Schaden zufügen würden.

Wenn man als Historikerin an einem Hexenprozess arbeitet, hat man nur die Aufzeichnungen des Verhörs.  Die angeklagte Person nimmt man dann nur für einen einzigen Moment der Zeit auf. Keiner weiß, wie sie wirklich waren. Bei Luther jedoch, konnte ich seinem ganzen Leben folgen, ich konnte sehen, was andere über ihn schrieben, ich konnte seine eigene Schriften lesen, seine Gespräche zu Tisch und sein Interagieren mit Anderen durch seine Briefe. Und ich wusste auch, wie er aussieht, denn Cranachs Werkstatt hinterließ eine ganz beeindruckende Reihe an Bildern. Weiterlesen

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„Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs, nicht der Philosophen und Gelehrten.“

Pascal_BlaiseBeeindruckt bin ich von der mystischen Erfahrung Pascals, die er in einem Memorial festhielt, welches er in das Futter seines Rockes eingenäht hatte. Erst nach seinem Tode, entdeckte ein Diener diese zufällig:

„Jahr der Gnade 1654 Montag, den 23. November, Tag des heiligen Klemens, Papst und Märtyrer, und anderer im Martyrologium.
Vorabend des Tages des heiligen Chrysogonos, Märtyrer, und anderer.
Seit ungefähr abends zehneinhalb bis ungefähr eine halbe Stunde nach Mitternacht
Feuer
Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs, nicht der Philosophen und Gelehrten.
Gewissheit, Gewissheit, Empfinden: Freude, Friede. Der Gott Jesu Christi.
Deum meum et Deum vestrum.
Dein Gott ist mein Gott.
Vergessen der Welt und aller, nur Gottes nicht.
Er ist allein auf den Wegen zu finden, die das Evangelium lehrt.
Größe der menschlichen Seele Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich.
Freude, Freude, Freude, Freudentränen.
Ich habe mich von ihm getrennt.
Dereliquerunt me fontem aquae vivae.
Mein Gott, wirst du mich verlassen?
Möge ich nicht auf ewig von ihm getrennt sein.
Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen.
Jesus Christus!
Jesus Christus!
Ich habe mich von ihm getrennt, ich habe mich ihm entzogen, habe ihn geleugnet und gekreuzigt.
Möge ich niemals von ihm getrennt sein.
Er ist allein auf den Wegen zu bewahren, die im Evangelium gelehrt werden. Vollkommene Unterwerfung unter Jesus Christus und meinen geistlichen Führer.
Ewige Freude für einen Tag der Mühe auf Erden.
Non obliviscar sermones tuos. Amen.“

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Verlegene Verleger

„Bei erneuter Durchsicht habe ich jetzt den Text für diese vierte Auflage gekürzt, weil wir uns in unserer schnelllebigen Zeit von knapp gefaßten Aussagen eher ansprechen lassen“ (Vorwort von Gerda Zottmaier zur vierten revidierten Auflage von „Durch den Glauben“ von Ernst Modersohn)

„…(Seine Werke) sind so vertraut, dass ich meine, ihn selbst noch zu hören, wenn ich mich in seine Werke vertiefe und sie so für den Druck vorbereite, dass nur herausgenommen wird, was noch zu sehr dem Stil des Entstehungsjahres (1910) entspricht und darum manchem heute nicht mehr ganz verständlich ist. “ (Erneut ein Vorwort von Gerda Zottmaier, diesmal zur 3. Auflage des Werkes „Ein gesegnetes Leben“ von Ernst Modersohn“)

Nun, ehrlich gesagt ist es durchaus tröstlich zu hören, dass selbst seine größten Förderer Modersohn für einen eher langweilige Autor hielten. Jetzt weiß ich auch endlich, warum keine seiner Werke mehr aufgelegt werden. Die Zeit ist noch schnelllebiger geworden, und nun wurde sein Werk so weit gekürzt, dass nichts mehr übrig bleibt. Dabei würde der interessierte Leser ja durchaus wissen wollen, was den „zu sehr dem Entstehungsjahr“ entspricht, und was „heute nicht mehr ganz verständlich ist“. Man kann jetzt natürlich antisemitische Aussagen Modersohns vermuten, die man nun lieber nicht mehr gedruckt sehen möchte. Aber letzten Endes bleibe ich als Leser der Entscheidung des Verlegers ausgeliefert. Ich bekomme  nicht mit, was denn  „nicht mehr ganz verständlich ist“. Beachtet auch das „manchem“. Die meisten also würden dass immer noch verstehen, aber es gebe womöglich irgendwo in einem Winkel einer Großstadt irgendjemanden, der Modersohn nicht mehr verstehen würde? Und mit der Kürzung wurde das besser? Die Anzahl heutiger Auflagen der „angepassten Werke“ Modersohns spricht hier eine andere Sprache. Ach Gerda… Weiterlesen

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Wilhelm Busch über Christus im AT

Erneut erschüttert las ich vor kurzem zum wiederholten Male diesen Text von Wilhelm Busch! Welch harter Kampf hier stattfand! Wie kämpfen wir heute um die Kraft des übenatürlichen Wortes Gottes?

Als ich – ein junger Theologe – die Universität verließ, hatte ich in den Vorlesungen über das Alte Testament gelernt, dass man in den fünf Büchern Mose verschiedene Quellen feststellen könne: den Jahwist und den Elohist … Ich hatte älteste und jüngere Bestandteile unterscheiden gelernt … Ich hatte gehört, dass es einen ersten und einen zweiten Jesaja gäbe … Man hatte  mir  gezeigt,  wie  man  die  »unterchristliche Frömmigkeit« des Alten Testaments von der »Lehre Jesu« unterscheiden könne … Kurz  –  das  Alte  Testament  war  ein  höchst zweifelhaftes  Erzeugnis  religiöser  jüdischer Literatur.  So  entließ  mich  die  Universität  in eine große Gemeinde als »Prediger des Wortes Gottes«. »Wort Gottes«?! War das Alte Testament »Wort Gottes«? Man hatte uns gesagt, das Alte Testament sei für uns gültig, »soweit es Christum treibe«.  Nun  schön!  Aber  –  was  »trieb  denn hier Christum«? Selbst das große Kapitel Jesaja 53 war ja – wie man uns gesagt hatte – gar nicht eine messianische Verheißung, sondern es wurde hier »die Idee des stellvertretenden Leidens« ausgesprochen. Weiterlesen

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10+1 Fragen an Bernhard Kaiser

Dr. habil., D.Th. (Univ. Stellenbosch) Bernhard Kaiser ist Gründer und langjähriger Leiter des Instituts für Reformatorische Theologie. Zudem ist er Autor zahlreicher Werke, darunter Christus Allein und Reformatorisch Glauben. 2014 erschien der erste Band seiner Christlichen Ethik. 

Zehn Fragen an Dr. habil., D.Th. Bernhard Kaiser

1. Wie kamen Sie dazu Bücher zu schreiben?

Es gehört zur Aufgabe eines akademischen Lehrers, Bücher zu publizieren, und ich freue mich, dass ich es tun darf.

2. Ist aktuell ein Buchprojekt geplant?

Ja, Band 2 der Christlichen Ethik

3. Nennen Sie uns ihre 3 Lieblingsbücher (neben der Bibel)?

Luther: Vom unfreien Willen

Augustin: Bekenntnisse

Klepper: Der Vater

4. Welche Bücher / Welches Buch würden Sie nicht noch einmal lesen?

Unter vielen anderen: Rawls: Eine Theorie der Gerechtigkeit

5. In welchem Bereich sehen Sie die größte Not in der heutigen Christenheit und  wie könnte man da am besten einschreiten?

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