Alle Artikel mit dem Schlagwort “C.H. Spurgeon

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Durch viel Trübsal

Spurgeon berichtet immer wieder von den tiefen Gewissensbissen, die ihn als Teenager und Jugendlichen plagten:

Mein Herz war Brachland, mit Unkraut bedeckt, aber eines Tages kam der große Bräutigam und begann, meine Seele zu pflügen. Er kam mit zehn schwarzen Pferden, er benutzte eine scharfe Pflugschar und zog tiefe Furchen. Die schwarzen Pferde, das waren die zehn Gebote, und es war die Gerechtigkeit Gottes, die meinen Geist wie eine Pflugschar aufriss. Ich war verdammt – hoffnungslos, hilflos – ich dachte, ich stünde direkt vor der Hölle. Dann kam eine neue Zeit des Pflügens in eine andere Richtung. Denn als ich das Evangelium zu hören begann, tröstete es mich nicht. Ich wünschte wohl, daran Teil zu haben, aber ich fürchtete, eine solche Gnade komme für mich nicht in Frage.  Die auserwähltesten Verheißungen Gottes blickten mich finster an, und seine Drohungen donnerten auf mich herab. Ich betete, fand aber keine Antwort des Friedens. Dieser Zustand hielt lange an.

Es quälte Spurgeon zutiefst, dass er keinen Frieden mit Gott finden konnte. Seine tiefen Erfahrungen waren für sein geistliches Leben von großer Bedeutung. Denn erstens konnte er dadurch umso mehr die Errettung erfahren und schätzen und zweitens konnte er auch als Evangelist ein feinfühliger Seelsorger werden. Er selber sagt zu seinen Gewissensqualen: Weiterlesen

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Eine Plauderei über Kommentare

In Lectures to my Students, – einer Sammlung von Vorlesungen, die Spurgeon an seiner Bibelschule hielt – stellt er im letzten Kapitel des Buches die Bibelkommentare vor, die er am nützlichsten fand. Da erstens alte Kommentare wieder neu aufgelegt werden, zweitens immer mehr Texte online zugänglich werden und drittens, es auch umfangreiche Module für theWord gibt, möchte ich seine Empfehlungen vorstellen, die er selber in dieser Reihenfolge empfohlen hat. Zuvor jedoch noch einige Zitate von Spurgeon über Bibelkommentare im Allgemeinen:

Wenn man fähig sein möchte, die Heilige Schrift zu erklären (…) wird es euch notwendig werden, mit einigen Kommentatoren der Bibel bekannt zu werden: Sicherlich seit ihr nicht solche Besserwisser, die denken und sagen, dass man die Heilige Schrift erklären kann, ohne auf die Arbeit von Theologen und Gelehrten zurückzugreifen, die vor euch in dem Feld der Auslegung gearbeitet haben. Wenn ihr doch solcher Meinung seit, dann bleibt auch darin, denn ihr seit der Mühe einer Widerlegung nicht wert: Denn es scheint doch recht seltsam, dass die Menschen, die ständig davon reden, was der Heilige Geist ihnen offenbart hat, so gering davon denken, was  derselbe anderen offenbart hat.

Es ist ja hinreichend bekannt, dass Spurgeon seit seiner frühesten Kindheit eine große Anzahl an Büchern verschlungen hat.  In seiner Biographie (S. 288) finden wir diese Feststellung seines Privatsekretärs:

In den 28 Jahrgängen Kelle und Schwert (1865-1892) werden viele tausend Bücher erwähnt, die Spurgeon, der Herausgeber, entweder selber gelesen oder doch so weit geprüft hatte, daß er sie besprechen konnte. Zudem las er noch viele, die er nicht besprach, weil es sich klar war, dass eine negative Besprechung in seiner Zeitschrift mithelfen würde, der irrigen Lehre zusätzliche Beachtung zu verschaffen. So hielt er es für weiser, solche Bücher einfach zu ignorieren.

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C.H. Spurgeon und die Taufe

Spurgeon kam aus einem Hause, in dem er von seinem Großvater, der ein unabhängiger Pastor war, als Kind getauft wurde. Dennoch nahm er als 16-jähriger nochmals die Glaubenstaufe an. Viele Ursachen führten zu dieser Entscheidung. Eine davon liegt in einem Gespräch Spurgeons mit einem anglikanischen Priester (man beachte, dass Charles zu diesem Zeitpunkt erst 11 Jahre alt war):

Geistlicher: Wie ist dein Vorname?

Spurgeon: Charles.

G: Wer gab dir diesen Namen?

S: Das weiß ich leider nicht so genau. Ich kenne keine Taufpaten, die jemals etwas für mich getan hätten, denn ich habe keine. Vermutlich haben mir meine Eltern diesen Namen gegeben (…).

G: Du bist also nie richtig getauft worden?

S: O doch, Sir, ich bin getauft! Mein Großvater hat mich in dem kleinen Zimmer getauft, und er ist doch ein Pastor. Also weiß ich, dass er es richtig gemacht hat.

G: Aber du hattest damals weder Glauben noch Buße und hättest folglich nicht getauft werden dürfen!

S: Warum, das hat doch damit nichts zu tun! Alle Kinder sollten doch getauft werden.

G: Woher weißt du da? Sagt nicht das Gebetsbuch, dass Glaube und Buße vor der Taufe notwendig sind? Dies ist eine so biblische Lehre, dass sie niemand leugnen sollte.

Daraufhin erzählte der Geistliche, dass alle Getauften in der Bibel, Gläubige waren und er gab Spurgeon die Hausaufgabe, zu zeigen, dass die Bibel Glaube und Buße nicht als Voraussetzung für die Taufe verlangt. Spurgeon war sich seines Sieges sicher, denn er konnte es sich nicht vorstellen, dass sein Vater und Großvater irren könnten. Jedoch konnte er keine Bestätigung finden. Eine Woche  später ging die Unterhaltung mit dem Geistlichen weiter: Weiterlesen

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In Erinnerung an C.H. Spurgeon

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Am 31. Januar 1892, vor 121 Jahren, ging Charles Haddon Spurgeon Heim zu seinem Herrn Jesus, von dem er seit seinem 16. Lebensjahr unaufhörlich predigte. Predigen war seine Leidenschaft, der er sich mit ganzer Hingabe widmete. Und das, was er vor über 120 Jahren predigte, wird heute noch gelesen, geliebt und gehört. Wir haben hier im Blog einige Male auf Spurgeon und seine Werke verwiesen. Heute ist ein guter Tag, wieder daran erinnert zu werden. Meine Lektüre an diesem denkwürdigen Tag wird der Bestseller von Spurgeon Ganz aus Gnade in der erneuerten Auflage vom Herold Verlag sein.

1. Bibliographie: Deutsche Bücher von Charles H. Spurgeon
2. Spurgeons Autobiografie in 4 Bänden
3. Spurgeon über das Lesen (Teil 1, Teil 2, Teil 3)
4. Susannah Spurgeon – Die Frau an der Seite des Predigerfürsten (Rezension)
5. 32 Dinge, die du von Spurgeon vielleicht noch nicht kennst (externer Link in englischer Sprache)

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Heilig dem Herrn

255387_z1Da hier im Blog bisher nur wenige Werke von Spurgeon besprochen wurden, habe ich mich entschlossen in diesem Bereich nachzuhelfen, in dem ich einen Band aus der CLV ClassiC-Reihe, welcher 6 Predigten Spurgeons enthält, vorstellen möchte: „Heilig dem Herrn“.

Zum Anfang möchte ich aus dem Vorwort (von Wolfgang Bühne) zitieren:

Möge Gott die Botschaften dieses Mannes benutzen, um das Volk Gottes in dieser letzeten Zeit aus aller Kompromissbereitschaft, Lauheit und Weltförmigkeit wachrütteln und zum entschiedenen Glaubensgehorsam zu erwecken.

Gemäß dem Vorwort ist es dem Verlag gelungen, besonders aussagestarke Predigten von dem „Fürsten der Prediger“ zusammenzustellen. Besonders beindruckt hat mich hier die Predigt mit dem Titel “ Wiedergeburt duch die Taufe?“. Ein gut gelungenes und tiefgehendes- gleichzeitig jedoch sehr verständiges- Plädoyer gegen die Idee, dass man durch die Taufe ein Kind Gottes werden könne. Weiterlesen

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Bibliographie zu Charles H. Spurgeon

Charles Haddon Spugeon (c) Wikipedia.com

Im Folgenden möchte ich alle Bücher auflisten, welche es von Charles Haddon Spurgeon in deutscher Sprache gibt. Da es auch unzählige antiquarisch erhältliche Werke gibt, liegt der Schwerpunkt auf Büchern, welche noch neu erworben werden können. Spurgeon ist der Lieblingsautor meiner Familie. Das Besondere an seinen Büchern ist die einfache Verkündigung des Evangeliums für jedermann. Ergän­zun­gen und Kor­rek­tu­ren kön­nen im Kom­men­tar­feld hin­ter­las­sen werden. Ich habe auch versucht auf freie PDFs zu verlinken.

EDIT: 2012 erschien diese Bibliographie zum ersten Mal. In etwas mehr als zwei Jahren sind nun einige neue Bücher von Spurgeon erschienen, was eine Aktualisierung der Bibliographie nötig macht. Auch sind mir persönlich neue Früchte seines Dienstes bewusst geworden. Für weitere Hinweise bin ich dankbar. Die neuen Einträge sind kursiv dargestellt.

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Spurgeon über das Lesen (Teil 2)

Heute folgt ein weiteres Zitat aus Spurgeons „Ratschläge für Prediger“:

Die nächste Regel ist: Werdet vollständig zu Haus in den Büchern, die ihr habt. Lest sie gründlich wieder und wieder, kaut und verdaut sie. Laßt sie einen Teil eures Wesens werden. Macht euch Notizen und Auszüge. Ein Buch, dass man vollständig durchgearbeitet hat, übt viel mehr Einfluß auf den Geist, als zwanzig Bücher, die man nur obenhin liest. Wenig Wissen und viel Dünkel kommt vom schnellen Lesen. Man kann das Gehirn mit Büchern vollstopfen, bis es nicht mehr denken kann. Manche Leute verlernen das Denken, weil sie es dem Lesen zulieb aufgegeben haben. Sie füllen sich mit Bücherweisheit an und leiden dann an geistiger Verdauungsschwäche.

Lucian spottet über die Leute, die auf ihre große Bibliothek stolz sind und doch gar keinen Gewinn von ihren Büchern haben. „Warum kaufst du dir so viele Bücher? Du hast kein Haar und kaufst dir einen Kamm; du bist blind und kaufst dir einen Spiegel, taub und kaufst ein Instrument.“ Ein wohlverdienter Vorwurf für die, die meinen, sie würden gelehrt durch den Besitz von Büchern.

Und das schreibt ein Mann, dessen Privatbibliothek über 12.000 (!!!!!) Bände enthielt. Er konnte das schreiben, weil er von jedem Buch mindestens den Hauptinhalt kannte. Hinzu kam, dass er genau wusste, wo jedes Buch stand. Von daher muss jeder Bücherliebhaber sich an den Worten Spurgeons prüfen. Wofür kaufe ich mir Bücher? Warum lese ich Bücher? Wie lese ich Bücher? Was bewirkt das Lesen von Büchern in mir?

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