Alle Artikel von “Sergej Pauli”

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Reading the Word of God in the Presence of God

Ich war schon länger auf der Suche nach einem hilfreichen Buch für hermeneutische Fragen und griff zunächst zu Berkhof. Doch sein wirklich hochwertiges Werk war einfach zu schwer und zu herausfordernd für mich. Eine geeignete Ergänzung und einen passenderen Einstieg in die Hermeneutik fand ich in diesem Buch von Vern S. Poythress, der am WTS unter anderem auch Hermeneutik unterrichtet. Einige gelernte Lektionen:

Gesamtaufbau:

Die über 30 Kapitel des Buches wendet er immer am selben Text von 1 Sam 22,1-2 an: David versteckt sich in der Höhle Adullam. Ich finde die Textwahl sehr treffend, ist doch der erste Impuls, dass es zu diesem Text nichts zu sagen und zu lernen gebe. Vor allem gelingt es Poythress den Schaden einer rein historischen Betrachtung des AT aufzuzeigen!

Drei einfache Schritte zum besseren Textverständnis

Poythress liest sich ungemein leicht und er schreibt sehr verständlich. Ich kenne kaum einen Autor, der sich derart flüssig und angenehm liest. Man kommt wirklich sehr schnell voran. Seine Agenda ist sehr klar und gut vorbereitet. So auch in diesem Buch. Da sich der Schwierigkeitslevel von Kapitel zu Kapitel steigert spürt man geradezu, dass man an Verständnis zunimmt.

Am Anfang erläutert Poythress ein Modell, welches helfen soll, biblische Texte besser zu verstehen: Er nennt diese drei Schritte: Beobachten, Interpretieren, Anwenden. Dafür empfiehlt er auf ein Blatt mit einer Vierspaltigen Tabelle vorzugehen:

Bibeltext Beobachten Interpretieren Anwenden

Da jeder, eher einen persönlichen Schwerpunkt hat, und neigt etwas zu betonen (z.B. das Beobachten) und anderes Auszulassen (z.B. Anwenden) schützt eine systematische Vorgehensweise vor leichtfertiger Bibelauslegung. Im Verlauf des Buches greift Poythress immer wieder auf einen dieser drei Grundblöcke zurück um diesen mit weiteren Hinweisen zu füllen.  An dieser Stelle untersucht er auch ausführlich den zu besprechenden Bibeltext aus 1. Sam. 22. Diese Methode eignet sich auch gut für Bibelbetrachtungen in Jugendkreisen und Kleinen Gruppen

Heilsgeschichtlicher Ansatz

Klar Reformatorisch zeigt sich das Werk mit seinem Ansatz einen roten Faden der Heilsgeschichte in der Bibel zu entdecken, und den besprochenen Text damit zu verknüpfen. Was sagt mir dieser Text über das Heil in Christus? Poythress geht von einer sehr christozentrischen Auslegung aus, und kommt entsprechend viel auf das Thema Analogien, Symbole und Typologien zu sprechen. Er deckt auf, dass oftmals viel zu einfach mit Typologien umgegangen wird. Ein typischer roter Faden ist dabei natürlich der Bundesgedanke der Schrift. Weiterlesen

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C.H. Spurgeon: Das Evangelium des Reiches

Sucht jemand noch ein geeignetes Andachtsbuch für 2019? Dieses Jahr haben wir als Familie den Matthäus-Kommentar von Spurgeon eingesetzt. 2015 erschien dieser lange vergriffene Kommentar neu übersetzt im Betanien Verlag. Die Idee des Verlages, den Kommentar in eine Andachtsform zu wandeln, irritierte mich zunächst, hat sich aber als sehr praktisch erwiesen:

  • Man geht kontinuierlich durch einen Bibeltext und bekommt nicht nur das zu hören, was man hören möchte
  • Man bekommt einen Zugang zum Roten Faden des Matthäusevangeliums

Dieser Kommentar, der das Vermächtnis von Spurgeon darstellt, da er diesen unmittelbar vor seinem Lebensende fertigstellte, ist besonders seelsorgerlich ausgelegt. Man spürt auf jeder Seite die Hinweise eines Hirten, der seinen Dienst nun getan hat. Somit ist dieser Band für jeden Spurgeonkenner ein Muss. Das Buch kann als Andachtsbuch, aber auch als klassischer Kommentar gelesen werden, was die Funktionsweise erhöht (und zudem auch mal aufzeigt, dass Bibelkommentare nicht nur langweilig und technisch sein müssen).

Dieser schöne Band ist für 15,90 EUR bei cbuch.de erhältlich, und passt im Bücherregal sehr gut zum Kommentar zur Offenbarung von Dennis Johnson.

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Vorschau 2019: Mein Jahr in Büchern

2018 ist für mich ein Jahr großer Umwälzungen gewesen. Auch im Bereich des Lesens, mir ist es nämlich gelungen eine Systematik zu entwickeln, ich nenne es aktuell „Lesen mit Berkhof“.

Das bedeutet ganz einfach, dass ich versuche zu jedem (größeren) Kapitel seiner systematischen Theologie ein entsprechendes Werk zu lesen. Dadurch verspreche ich mir eine systematischere und flächendeckendere Abhandlung unterschiedlicher Themen. Mit dieser Methode fing ich im Frühjahr 2018 an und werde sicher noch mindestens ein Jahr brauchen.

Ich muss aber eingestehen, dass ich noch einen ergänzenden Leseplan entwickelt habe, der vor allem auf tieferes Bibelverständnis abzielt, sprich  den Bereich der Biblischen Theologien, einer wirklich feinen Kunst, die einem sehr hilft, die biblische Botschaft als „Ganzes“ aufzusaugen. Meine Liste ist also für 2018 fast vollständig theologielastig, nebenbei werde ich einige Krimis von Dorothy L. Sayers lesen und sicher die ein oder andere (Auto)biographie. Auf jeden Fall wollte ich mir unbedingt erneut die „Plaudereien in meinem Studierzimmer“ von Wilhelm Busch vornehmen. Seit 2018 lese ich zudem vermehrt zeitgenössische Autoren, ein persönlicher Dank für viele sehr hilfreiche Hinweise geht an Hanniel Strebel!

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Blog: hanniel.ch

Heute ein ungewöhnlich persönlicher Blog-Tipp. Und alles fing so an:

Üblicherweise finde ich gutes Material und bekomme später das Interesse auch mal den Autor kennen zulernen. Beim Blog von Hanniel Strebel habe ich diese Erfahrung zum ersten Mal umgekehrt gemacht. Ich bin mehrfach auf einige seiner Artikel gestoßen, die mich eigentlich stets nur irritiert zurückgelassen haben. Viel zu Intellektuell! Echte Christen würden nichts mit BWL machen! Und schon wieder die olle Kamelle Home-Schooling. Und wer bitte schön sollen Kuyper und Bavinck sein? Verwirrt surfte man weiter! Als Folgen-Verlag dann ein Buch von Hanniel veröffentlichte, gab ich mir erneut einen Ruck, doch tat ich das Werk bald als allzu extravagant ab.

Nun, wie kam es zum Umbruch? Alexander Rempel, war einmal bei mir zu Gast und arrangierte ein Treffen mit Hanniel in Zürich. Ich war mäßig begeistert, aber doch hinreichend interessiert. Und nun, wow! Was mich wirklich gleich erreicht hat, war der erste Satz. Noch bevor wir ins Haus gelassen wurden, erzählte uns Hanniel von einer Gebetserhörung! Ich meine, ein Intellektueller, der beten muss? wo gibt es denn sowas? Im Laufe des Besuchs hatte ich die Möglichkeit Hanniels Familie kennen zu lernen. Die Einheit der Familie begeisterte mich:die Familie lebt zusammen als Einheit. Sowas wünsche ich mir für meine Familie auch! Später hatte ich noch die Möglichkeit sein Bücherregal zu sehen und habe mir unfassbar viele Literaturhinweise mitnehmen können, von denen ich sicher einige Jahre zu zehren haben werde. Im Rückblick wird mir deutlich, dass ich das Christentum viel zu eng sah, als etwas privates, verborgenes für die „Religiösen Fragen“. Für Hanniel bedeutet Christ sein, aber Mensch zu sein! Natürlich etwas, was ich immer auch so sagen würde und gesagt hätte, aber doch nicht einmal ahnte, wie intensiv man das ausleben kann!

In den nächsten Wochen nach meinem Besuch las ich ausführlicher einige seiner Artikel! Sehr hilfreich sind seine Buchrezensionen. Hanniel hat bereits mehr als 600 davon veröffentlicht. Für mich persönlich ein wichtiger Indikator, wenn ich ein Theologisches oder sonstiges Sachbuch auswählen möchte. Diese Rezensionen werden dauerhaften und bleibenden Wert schaffen und schaffen aus einer kargen deutschsprachigen Auswahl die Edelsteine heraus zu picken und aus einer riesigen englischsprachigen das Gute zu sieben. Vielen Dank für diesen Dienst!

Die Bandbreite der Artikel ist beeindruckend. Von Erziehung, Bildung, Literatur, Zeitgeschehen, Apologetik und Kulturkritik wird sehr vieles abgedeckt. Den zehn Jahren seiner „Bloggerei“ folgend kann man auch seiner Entwicklung folgen. Polemische Beiträge nahmen ab, Beiträge zu Erziehung und ähnlichem wurden seltener. Dafür gibt es nun seit einigen Monat, die wertvollen Beiträge des „Vogelflugs“. Immer wieder gibt es Veröffentlichungen von Predigten, auch mal auf Schwyzerdütsch, was ich langsam anfange zu lieben. Insgesamt erkenne ich diese roten Linien:

Hanniel schreibt persönlich und direkt. Auch ein Grund warum ich diese Rezension so deutlich emotional verfasst habe und auf eine kühle sachliche Darstellung verzichte.  Übrigens, Irritationen bleiben auch bis jetzt:

  • Bei allem Verständnis kann ich einem Kampf um eine Christliche Kultur nicht folgen. Wie eine Gemeinde das umzusetzen hat bleibt unklar. Zudem bleibt der bleierne Beigeschmack der Geschichtserfahrung, die immer wieder zeigte, wie bitter sakrale Kulturen versagten. Ein Beispiel zur Erläuterung: Dating! Ich folge vollständig der Argumentation, hätte aber Angst vor einer Umsetzung in Kirchen und Gemeinden. Meistens bleibt kaltes und gleichgültiges (auch pharisäisches) Gesetz übrig, was am Menschen vorbeigeht. Bleibt für eine christliche Kultur nur der Rahmen der Familie?

Was half mir vorhandene und anfängliche Irritationen zu überwinden? Da ich Hanniel persönlich kennenlernen durfte, schätze ich an seinem Blog die Authentizität. Hanniel schreibt so, wie er ist. Die Artikel sind nicht beschönigt, und hier liegt ein großes Potential. Oftmals trennt man seine Schreibarbeit politisch korrekt vom Leben, worauf Hanniel verzichtet. Hier ist er für mich, der ich ebenfalls blogge ein Vorbild!

Fünf lesenswerte Artikelreihen zur Auswahl: Weiterlesen

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Tipp: Christliche Denker für eine neue Generation

Gilbert K. Chesterton für eine neue Generation (Christliche Denker, Band 5)Hanniel Strebel hat bereits vor einigen Jahren bei ceBooks.de fünf kurze ebooks über Christliche Denker verfasst. Leider bin ich erst vor kurzem dazu gekommen diese zu lesen.  Chesterton, C.S. Lewis, Packer, Schaeffer und Solschenizyn werden in Leben, Werk und Denken mit je ca. 10.000 Wörtern eingeführt. Das ist die perfekte Länge um einen Startpunkt in die meist kaum zu überschauende Schreibleistung der Denker zu bekommen. Meine persönliche Nagelprobe machte ich mit dem Band über C.S. Lewis, da mir seine Werke ebenfalls recht gut bekannt waren, ich aber gleichzeitig kaum etwas über den Mann C.S. Lewis wusste.J. I. Packer für eine neue Generation (Christliche Denker, Band 4)

Sehr positiv fand ich die Herangehensweise des Autors, dass man Leben und Denken insbesondere bei Christen nie trennen kann. Zusätzlich überrascht Hanniel immer wieder mit einem sehr persönlichen und dabei wärmenden Zugang, der vor allem jungen Leuten den Einstieg in diese Literatur erleichtern kann. Beeindruckend ist zudem, dass deutlich wird, dass sich Hanniel sehr intensiv und tiefgründig sowohl mit dem Werk wie mit dem Leben von C.S. Lewis auseinandergesetzt hat und aus einer Vielzahl von Werken ausführlich zitiert. Hanniel versucht zudem aufzuzeigen, warum Lewis auch Alexander Solschenizyn für eine neue Generation (Christliche Denker, Band 3)heute noch aktuell ist, dies geschieht indem einzelne Impulse im Werk intensiver untersucht werden. Ich teile Hanniels Position, dass dies bei Lewis insbesondere bei „The Abolition of Man“, der Fall ist, ein Buch dass mich bereits als Schüler tief traf!

Der Band über C.S. Lewis gefiel mir so gut, dass ich gleich zu weiteren griff, und Chesterton sowie Packer in einem Zug verschlang. Aktuell lese ich den Band über Schaeffer und bin schon gespannt auf Solschenizyn.

Zu den einzelnen Bänden: Es gelingt dem Autor das komplexe, schwer zu systematisierende Denken Francis Schaeffer für eine neue Generation (Christliche Denker, Band 2)Chestertons zu entwirren.  Das Lesen dieses Bandes weckte in mir die Lust Chesterton auch als Biograph kennenzulernen (z. B. schrieb Chesterton eine umfangreiche Biographie über Thomas von  Aquin).  Packer kannte ich bisher nur als Autor von „Gott erkennen“ und war überrascht in ihm einen derart tiefgründigen Denker kennenzulernen. Und schließlich: Schaeffer ist mehr als l’Abri.

10.000 Wörter ist eine gute Länge um an einem Abend bei einigen Tassen Tee durchzukommen,C. S. Lewis für eine neue Generation (Christliche Denker, Band 1) oder in einem Wartezimmer,  oder auch bei zweieinhalb Mittagspausen. Eine Ideale Länge um sich schnell einen kompakten aber doch weitreichenden Überblick zu verschaffen. Viele Stellen lesen sich wie Wikipedia-Artikel: Einfach verständlich und prall gefüllt mit Inhalt.  Jeder Band ist für 3,99 EUR bei ceBooks.de erhältlich.  Fazit: Unsere Zeit braucht Helden, hier kann man fünf davon kennenlernen!

 

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Tipp: Die Schatzkammer Davids

Am 15. November wird es wieder möglich sein die Schatzkammer Davids zu erwerben. CLV hat sich die Mühe gemacht das Werk vollständig durchzusehen, an Stellen neu zu übersetzen und zu überarbeiten. Die Bilder lassen auch drucktechnisch eine hochwertige Ausgabe erwarten.

Wer mit den Psalmen arbeitet, kann auf diese Arbeit Spurgeons kaum verzichten. Was das Werk besonders hilfreich macht, ist, dass Spurgeon nicht nur eine eigene Vers-für-Vers-Auslegung macht, die oftmals auch tief in sprachliche Details geht (man staunte zurecht: Wow, Spurgeon konnte Griechisch und Hebräisch!), sondern auch sehr viele Hinweise unterschiedlicher Autoren, vor allem der Puritaner aber auch der Reformatoren zusammengetragen hat. Die Homiletischen Winke runden die Besprechung eines jeden Psalmes ab und sind vor allem für Einsteiger im Predigt- oder Bibelarbeitdienst super hilfreich.

Das Werk wird für 179 EUR erhältlich sein.

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10 + 1 Fragen an Markus Till

Markus Till organisiert das Projekt „Aufatmen in Gottes Gegenwart„, bloggt regelmäßig und scheut sich nicht vor Kontroversen, so z. B. im idea Streitgespräch oder auch mit HossaTalk. Ein beachtenswerter Beitrag ist: „6 Gründe für die Flucht aus Evangelikalien“.

  1. Wie wurden Sie Christ?

Ich habe mich mit 11 Jahren auf einer evangelistischen Kinderfreizeit bekehrt.

  1. Was ist der Schlüssel zum geistlichen Wachstum?

Entscheidend ist für mich: Nah am Herrn bleiben! Möglichst regelmäßig Zeit im Gebet und in Gottes Wort verbringen. Dazu kommt: Mit der Kraft des Heiligen Geistes rechnen. Teil einer lebendigen christlichen Gemeinschaft sein. Und meine Berufung entdecken und darin anderen Menschen dienen. Weiterlesen

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Dietrich Bonhoeffer : Gemeinsames Leben

Ende September 1937 schließt die Geheime Staatspolizei das von Dietrich Bonhoeffer in Finkenwalde geleitete Predigerseminar und Bruderhaus der Bekennenden Kirche. Ein Jahr später, im September 1938, schribt Bonhoeffeer- im Göttinger Haus seiner emigrierten Zwillingsschwester Sabine Leibholz – die Seiten des „Gemeinsamen Lebens“ in einem Zug nieder. (aus Dietrich Bonhoeffer Auswahl Güterlsoher Verlagshaus,  1 Auflage 2006, Band 3, S. 175, Vorwort des Herausgebers)

Diese kleine Schrift hat mich mit voller Wucht erwischt und auch deutlich ermahnt. Selten habe ich so viel hilfreichen Inhalt auf komprimierten Raum gefunden:

Es ist nichts Selbstverständliches für den Christen, dass er unter Christen leben darf. Jesus Christus lebte mitten unter seinen Feinden. Zuletzt verließen ihn alle Jünger. Am Kreuz war er ganz allein, umgeben von Übeltätern und Spöttern (…) So  gehört auch ein Christ nicht in die Abgeschiedenheit eines klösterlichen Lebens, sondern mitten unter die Feinde. Dort hat er seinen Auftrag, seine Arbeit

Daraus abgeleitet ergibt sich für Bonhoeffer, dass Gemeinschaft ein Geschenk der Gnade Gottes ist. Hier bleibt kein Raum für Unzufriedenheit und Undankbarkeit für dieselbe:

Der Gefangene, der Kranke, der Christ in der Zerstreuung erkennt in der Nähe des christlichen Bruders ein leibliches Gnadenzeichen der Gegenwart des dreieinigen Gottes. Besucher und Besuchter erkennen in der Einsamkeit aneinander den Christus, der im Leibe gegenwärtig ist, sie empfangen und begegnen einander, wie man dem Herrn begegnet, in Ehrfurcht, in Demut und Freude. (….) Liegt aber schon so viel Seligkeit in einer einzigen Begegnung des Bruders mit dem Bruder, welch unerschöpflicher Reichtum muss sich dann für die auftun, die nach Gottes Willen in täglicher Gemeinschaft des Lebens mit anderen Christen zu leben gewürdigt sind! Freilich, was für den Einsamen unaussprechliche Gnade Gottes ist, wird von dem täglich Beschenkten leicht missachtet und zertreten. Es wird leicht vergessen, dass die Gemeinschaft christlicher Brüder ein Gnadengeschenk aus dem Reiche Gottes ist (…)

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10 + 1 Fragen an Reinhard Junker

Reinhard Junker dürfte vor allem für sein aufsehenerregendes Werk „Evolution – ein kritisches Lehrbuch“ bekannt sein, welches er gemeinsam mit Siegfried Scherer veröffentlicht hat. Das Werk ist bereits in der 7. Auflage vorhanden und hat viele Evolutionsbiologen aufgebracht, offensichtlich sprechen die Thesen also an. Ausgezeichnet ist auch das Journal „Studium Integrale“, unbedingt empfehlenswert, geradezu Pflichtlektüre für Menschen, die den Schöpfungsbericht ernst nehmen.

  1. Wie kamen Sie dazu Bücher zu schreiben?

e-Mail an Reinhard JunkerDas ist eine längere Geschichte. Sie beginnt eigentlich damit, dass ich während meines Studiums ein entschiedener Christ wurde (vorher war ich eine Art Traditionschrist). Ich studierte neben Mathematik auch Biologie und wurde mit der Evolutionslehre konfrontiert. Durch das Bibellesen merkte ich, dass es schwierig ist, Bibel und Evolution zusammenzubringen. Das hat mich motiviert, Evolution kritisch zu hinterfragen (ohne dass ich Evolution gleich abgelehnt hätte). Das wiederum erforderte eine gründlichere Beschäftigung mit der Materie, als man es normalerweise als Biologiestudent täte. Damals war das nicht einfach, denn es gab kaum kritische Literatur. Um die Sache abzukürzen: Nach Studium, Referendariat und kurzer Zeit des Lehramts kam ich als vollzeitlicher Mitarbeiter zur Studiengemeinschaft Wort und Wissen mit dem Auftrag, die Herausgabe eines evolutionskritischen Schulbuches zu koordinieren und selber mit eigenen Texten dazu beizutragen. Dieses Lehrbuch – damals unter dem Titel „Entstehung und Geschichte der Lebewesen“ – war mein erstes Buch, zu dem aber noch viele weitere Autoren beigetragen haben. Weiterlesen