Chestertons Orthodoxie ist eine humorvolle, ja geradezu fröhliche Abrechnung mit dem Atheismus, Rationalismus und sonstigen Schreckgespenstern des frühen 20ten Jahrhunderts. Philipp Keller, der auf seiner Homepage vor allem mit einer schonungslosen Analyse über das Thema Smartphone zu hören ließ, brachte nun bereits vor einigen Jahren ein Bilderbuch zu Chestertons Orthodoxie heraus. Die zahlreichen Bon-Mots Chesterton laden ja geradezu ein, so suchte Philipp Keller sich 16 Zitate aus, die er zudem mit Erklärungen versah. Neben einer animierten Variante existiert auch eine PDF-Version zum freien Download.
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Tipp: Die große Hörbibel
Richtig aufmerksam wurde ich auf diese Hörbibelvariante durch den ERF. Hier wird meistens der Bibeltext zu einer Predigt aus dieser Hörbibel vorgetragen. Was soll ich sagen, die ständig wechselnde Rednerstimmen wecken einen immer wieder zum Zuhören auf. Das als lebendig inszeniertes Hörbuch realisierte Projekt hat mir gleich zugesagt. Die Wahl der Luther 1984- Revision ist ebenfalls sinnvoll und sagt mir als Luther-Bibel-Liebhaber sowieso besonders zu.
Wie höre ich?
Nun, ich habe angefangen zur Arbeit zu radeln und habe so die Möglichkeit zum hören! Jeweils etwas mehr als 40 Minuten am Tag. Dadurch hört man in kürzester Zeit die Evangelien durch. Das sehe ich als einen besonderen Vorteil, dass diese Hörbibel auf Kapitel und Versangaben verzichtet, dadurch ist man geradezu gezwungen die Bibel am Stück zu hören.
entsetzt und getröstet
Das zeigte auch bald Frucht. Zunächst war ich neu entsetzt über die unfassbar harten Reden Jesu. Einer der ständig von Sünde, Verderben und Hölle sprach, der völlig erbarmungslos mit Heuchelei und Menschenfurcht ins Gericht zog. Der zu einer bedingungslosen Nachfolge aufrief, der nicht Nettigkeit und ein freundliches Lächeln forderte, sondern völlige Liebe zu Gott. Ja, das Gesetz wollte er nicht auflösen, sondern erfüllen! Selbst zu seinen treusten Jüngern rief er, dass sie ihm ein Ärgernis sind, als es nötig wurde! Wow, das gab mir viel zu denken.
Gleichzeitig aber auch die große Liebe Christi. Kein Fall zu hoffnungslos für ihn, lieber hungerte er selber, als dass er das Volk hungern ließ. Selbst der Kleinglaube seiner Jünger hielt ihn nicht ab, Ihnen zu helfen. Und den Jairus beruhigte er, nicht auf die Umstände zu schauen, sondern einfach IHM zu vertrauen. Jeden ermutigte er dazu, zu glauben und zu vertrauen, und er beherrschte jede Lage souverän. Kein Dämon zu mächtig, kein Sturm zu stark, kein Sünder zu hoffnungslos verloren. Auf die Frage: Wie kann ich wissen, ob Jesus mich annehmen will, gibt es also nur eine Antwort: Falsche Frage! Jesus nimmt jeden an, der zu ihm kommt!
Eine Möglichkeit relativ kostengünstig an dieses Produkt zu kommen ist ein drei-monatiges Test-Abo bei Audible. So muss man nicht einmal 15 EUR für dieses hochwertige Werk ausgeben und behält es auch nach Kündigung des Abos weiterhin.
Vergleiche auch:
The Difficult Doctrine of the Love of God
Das war das erste Buch Carsons was ich bisher gelesen habe und es hat mich in mehrfacher Hinsicht von der Qualität Carsons als Bibellehrer überzeugt. In vier Kapiteln zeigt er eine hohe Qualität als Ausleger auf, erhält den Lesefluss durch eine klare Argumentation aufrecht, verknüpft auch (heute) kompliziert gewordene Doktrin mit einer Lebensnähe und argumentiert dabei immer mit einem großen Verständnis für alternative Verständnisse. Nicht umsonst führt zeltmacher aus: Carson ist unstreitig einer der führenden Theologen unserer Zeit, seine Reputation herausragend. Seine Bücher lohnen sich, sein Leben ist mehr als nur ein Vorbild.
Zunächst unterscheidet Carson zwischen fünf Arten über die Liebe Gottes zu reden:
- die innertrinitäre Liebe in Gott
- die Liebe in der Vorsehung zur Schöpfung
- Gottes Erlöserliebe zu seiner gefallenen Welt
- Gottes bestimmte und effektive Liebe zu seinen Erwählten
- Gottes Liebe, die an Bedingungen geknüpft ist
Carson führt aus, dass die ausschließliche Fixierung auf eine dieser Komponenten schädlich ist:
If the love of God is exclusively portrayed as an inviting, yearning, sinner-seeking, rather lovesick passion, we may strengthen the hands of Arminians, semi-Pelagians, Pelagians, and those more interested in God’s inner emotional life than in his justice and glory, but the cost will be massive. There is some truth in this picture of God, as we shall see, some glorious truth. (…) If the love of God refers exclusively to his love for the elect, it is easy to drift toward a simple and absolute bifurcation: God loves the elect and hates the reprobate. Rightly positioned, there is truth in this assertion; stripped of complementary biblical truths, that same assertion has engendered hyper-Calvinism. I use the term advisedly, referring to groups within the Reformed tradition that have forbidden the free offer of the Gospel. (…) If the love of God is construed entirely within the kind of dis-course that ties God’s love to our obedience (e.g., “Keep yourselves in the love of God”), the dangers threatening us change once again. True, in a church characterized rather more by personal preference and antinomianism than godly fear of the Lord, such passages surely have something to say to us. But divorced from complementary biblical utterances about the love of God, such texts may drive us backward toward merit theology, endless fretting about whether or not we have been good enough today to enjoy the love of God—to be free from all the paroxysms of guilt from which the cross alone may free us. (S.21 f). In short, we need all of what Scripture says on this subject, or the doctrinal and pastoral ramifications will prove disastrous.
Später räumt Carson mit dem Vorurteil auf, man könne einem besseren Verständnis der Liebe Gottes durch eine Simple Wortstudie näher kommen. Wer hat das schon nicht mal gehört, die übliche dreiteilung: Eros, Agape und Phileo. Dabei überbaut man Agape mit der Bedeutung einer „übermenschlichen göttlichen Liebe“, obwohl agape auch verwendet wird, um die schändliche Liebe Amnons zu Thamar zu beschreiben ( LXX 2 Sa 13,14) , die Liebe des Vaters zum Sohne aber auch mit phileo (Joh 5,20). Wiederum wird agape verwendet, als Paulus schreibt, dass Demas die Welt lieb gewonnen hat. Carson geht sogar der historischen Entwicklung dieser Haltung nach und entdeckt, dass diese Fixierung auf den Rationalismus zurückführt, der keinerlei Emotionen in Gott dulden wollte. Dabei haben Christen immer wieder auch betont, dass Gott „leidenschaftslos“ ist, eine gute und weiße Differenzierung ist nötig, um hier Waage zu halten: Weiterlesen
Entdecke die Bibel
Diese Kinderbibel ist nicht nur ein Kunstwerk, sondern half mir letzten Endes auch, Stabilität und Gleichmäßigkeit in die abendliche Familienandacht zu bringen:
Die Bibel zeichnet sich durch viele Vorzüge aus:
a) Insgesamt 365 Erzählungen, eine für jeden Tag des Jahres, davon ein drittel zum Neuen Testament
b) Sprachlich eine hohe Nähe zum biblischen Text (Schlachter und Neue Luther 2009)
c) auch üblicherweise weniger intensiv besprochene Geschichten werden ausführlich behandelt. So beschäftigen sich über 30 Geschichten mit dem Wirken der Apostel, und über 10 mit 2. Könige.
d) Besonders hervorheben möchte ich die Abbildungen zu jedem einzelnen Kapitel, von geradezu rembrandtscher Qualität. Die Abbildungen in den Katalogen, lassen die Qulaität gar nicht erahnen, stellt sich doch beim Lesen heraus, dass für jedes Gemälde ein Leinwandbild erstellt wurde. In den Bildern zieht sich eine ‚Gleichmäßigkeit durch, so bleibt Petrus immer als Petrus und Johannes immer als Johannes identifiziert, was den Dialog mit den Kindern stärkt
e) Jeweils drei Fragen zum weiter nachdenken runden jedes der 365 Kapitel ab
f) Mehrere gut präparierte und kindergerechte Landkarten und ein Kapitel zum Rettungsplan Gottes runden das zweibändige Werk ab.
g) Schließlich kommt das Buch mit einem strapazierbaren Umschlag daher
Die Aufteilung in zwei Bände ist eher dem Umfang geschuldet, somit empfiehlt sich der Erwerb des zweiteiligen Buch-Sets für 30EUR.
Die Nachkommen von Sem, Ham und Japhet
Edit: Aktualisierung des Artikels am 21.09.2021: Vor allem sprachliche Anpassung
Meinen Schulatlas von Diercke, aufgelegt im Jahr 1992 durfte ich nach meiner Schulzeit behalten. Fasziniert hat mich damals schon eine besondere Seite:
Diercke verwendet den heute negativ belasteten Begriff „Rasse“. Das man den Sozialdarwinismus als veraltet ablehnt, ist an sich ein Grund zur Hoffnung für uns Christen, dass man hoffentlich auch den biologischen Darwinismus irgendwann als irrigen Weg abtut und endlich anfängt einen Schöpfergott zu ehren. (Vergleicht diesen Wikipedia-Artikel). Doch um diese Debatte geht es mir nicht im mindesten, und ich möchte mich an dieser Stelle auch klar zum Artikel 2, Absatz 1 der Erklärung über „Rassen“ und rassistische Vorurteile der UNESCO bekennen.
Mir geht es um eine interessante Parallele des Atlas mit dem biblischen Bericht. Diercke bestätigt den biblischen Bericht mehrfach:
- Diercke erkennt drei große Linien der Menschheit an
- Ein genauer Blick auf die Karte zeigt auch den Berührungspunkt dieser drei Linien, nämlich im Nahen Osten. Ob man das eher Richtung Ararat oder Kanaan einordnen möchte überlasse ich meinen Lesern. Aber eine sehr ähnliche Karte findet man im Bibelatlas von Yohanan Aharoni (meinem absoluten Lieblingsatlas, absolute Kaufempfehlung 6 von 5 möglichen Sternen):
Aharoni baut dabei auf 1 Mo.11 auf. Das Kapitel beschreibt, wie sich die Nachkommen von Sem, Ham und Japhet in unterschiedlichen Richtungen auf die ganze Welt ausgebreitet haben. Mit einem Schnittpunkt im Nahen Osten.
Diercke bestätigt, was eigentlich jeder Christ weiß: Der Biblische Bericht ist derart zuverlässig, dass selbst seine Aussagen aus allerfernster Zeit durch ihre Genauigkeit und Zuverlässigkeit überzeugen: Drei „Rassen“ breiten sich von einem Schnittpunkt in der Nähe des Nahen Ostens über die ganze Welt aus.
Tipp: Der Triumph des Lammes
„Die Eschatologie des Neuen Testaments ist stets von drei zusammenhängenden Strängen durchzogen: 1. Christus wird eher kommen, als man meint. Das wird für viele eine unangenehme Überraschung sein; andere hingegen wird es erfreuen, wie schnell er Erlösung schafft. 2. Christus wird später kommen, als man meint. Darum müssen seine treuen Knechte bereit sein auszuharren, selbst wenn er sich scheinbar verspätet 3. Uns gebührt nicht zu wissen, wann Christus wiederkommt.“
Als durchschnittlicher Evangelikaler besitzt du das übliche dispensationalistisch-futuristische Verständnis von der Endzeit? Dann zieh dich warm an! Der Kommentar von Dennis Johnson wird dich eiskalt erwischen und herausfordern.
Du denkst, dass die Offenbarung vorwiegend eine bestimmte Zeit vor allem in einer Zukunft nach der Entrückung beschreibt? Nun, Johnson möchte helfen die Offenbarung zu einem lebendigen Buch für die Gemeinde zu machen.
Mit diesem Kommentar meldet sich die reformatorische Position zur Eschatologie wieder im deutschsprachigem Raum zurück und dann mit einer Übersetzung des kompetenten Lehrers Dennis E. Johnson und stellt eine Darstellung dar, die vor allem dadurch glänzt, dass der alttestamentliche Hintergrund berücksichtigt wird. Schließlich sei aber versöhnlich angemerkt, dass das Werk weitestgehend auf Polemik verzichtet und mit einem Anhang abschließt, der die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Hermeneutik der vier Auslegungsschulen der Offenbarung bespricht (Historizismus, Futurismus, Präterismus und Idealismus). Hohe Leseempfehlung. Vor allem die Strategie das Neue Testament mit dem Alten zu lesen schaffen Zufriedenheit und Verständnis beim Lesen der Offenbarung!
Eine Theologie der Seelsorge
Beat A. Tanners Dissertation war das erste Buch zum Thema Seelsorge, an dass ich mich getraut habe. Das ich gleich so einen Wälzer wählte, lag daran, dass ich den Autor persönlich kennen lernen durfte. Das erste Kapitel erschlug mich auch zunächst mit vielen Fachwörtern, aber von Seite zu Seite stieg meine Begeisterung. Der Autor versucht die Seelsorge aus der bettelnden Erniedrigung vor der Psychologie aufzuzeigen, und zeigt auch den Weg dahin: Die Flucht nach vorne zu Christus! Mit den Reichtümern Ägyptens verlieren wir nur unsere Schätze bei Christus. Dafür liefert der Autor zahlreiche Hinweise dafür, wie man Seelsorge auf Grundlage der Rechtfertigung in Christus aufbauen kann:
Unterscheiden, aber nicht trennen!
Das ist eine These auf die der Autor regelmäßig hinweist:
- Unterscheiden kann man gut zwischen Hirn und Herz, Körper und Seele, und doch trennt die Psychoanalyse diese zu sehr, manchmal soweit, dass die Existenz des inneren Menschen völlig geleugnet wird.
- Schuld und Scham: „Scham und Sünde sind zwei verschiedene Aspekte der Folgen des Sündenfalles, die sich voneinander nicht trennen lassen. Es lohnt sich jedoch, Sünde und Scham deutlich voneinander zu unterscheiden und gleichzeitig ihre Relation zueinander zu verstehen“ (S. 325)
In vielen weiteren Beispielen wird ein unbiblischer Dualismus entlarvt! Weiterlesen
Aktualisiert(14.01.2019): Im Vogelflug durch die Bücher der Bibel
Ich bin Hanniel Strebel dankbar für seine Predigtreihe „Im Vogelflug durch…“. Prinzipiell denke ich, dass Einführungen zur Bibel zunächst gar nicht so einfach zu erstellen sind, und sind sie erst einmal da, werden sie auch wenig gelesen oder gehört. Nun gibt es Einleitungen in Buchform, akustisch war das bisher aber ein eher verwehrtes Vergnügen. Mit den Beiträgen von Hanniel wird eine Lücke geschlossen. Veröffentlicht sind bisher Beiträge zu diesen Bibelbüchern:
Das AT ist nun fertiggestellt.
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Anfänge, Bund & Torah:
- Genesis: Teil 1: Wie alles begann und warum es nicht mehr ideal ist (33 Minuten), Teil 2: Die Linien des Glaubens und des Unglaubens (32 Minuten), Teil 3: Abraham und die Linie der Verheißung (41 Minuten), Teil 4: Gott gedachte es gut zu machen (54 Minuten)
- Exodus: Auszug aus Ägypten in die Wüste (43 Minuten)
- Leviticus: Seid heilig, denn ich bin heilig(41 Minuten)
- Numeri: Murrend durch die Wüste(48 Minuten)
- Deuteronomium: Teil 1: Auslegung des Gesetzes vor der Landnahme(28 Minuten), Teil 2: Das gute Leben durch ein erneuertes Herz(28 Minuten), Teil 3: Gerettet, um Ihn zu lieben (28 Minuten)
Landnahme und Verlust:
- Josua: Josua führt Gottes Volk in die Ruhe ein (50 Minuten)
- Richter: Die Sackgasse des Ungehorsams(45 Minuten)
- Ruth: Zuflucht und Ruhe bei Jahwe finden (38 Minuten)
- 1. Samuel: Teil 1: Samuel, der erste Prophet (27 Minuten); Teil 2: Der erste König und der Mann nach dem Herzen Gottes (32 Minuten)
- 2. Samuel: Ein ewiges Haus für David (65 Minuten)
- 1. Könige: Teil 1: Höhepunkt und schneller Verfall (33 Minuten); Teil 2: der kurze Höhepunkt (33 Minuten); Teil 3: dem Verderben entgegen (20 Minuten)
- 2. Könige: Der Fall und der Same der Hoffnung (40 Minuten)
- 1 + 2 Chronike: Teil 1: Priesterlich-theologischer Kommentar für die Rückkehrer,(42 Minuten), Teil 2: Die Linie Davids und die Vorbereitungen für den Tempelbau,(34 Minuten), Teil 3: Treue in der Untreue, (44 Minuten)
Weisheit, Kunst & Poesie:
- Hiob: Warum Gerechte leiden müssen (38 Minuten)
- Psalmen: (Selbst-)Gespräche vor Gott in Gemeinschaft seines Volkes (57 Minuten)
- Sprüche: Gott fürchten und ein weises Leben führen (50 Minuten)
- Prediger: Hoffnungsloses unter der Sonne (41 Minuten)
- Hohelied: Heilige Romantik (37 Minuten)
- Klagelieder: Im Leid sprechfähig werden (34 Minuten)
Asyl & Rückkehr:
- Esra: Rückkehr und Konflikt (45 Minuten)
- Nehemia: Lasst uns die Mauer Jerusalems aufrichten (47 Minuten)
- Esther: Gottes Volk aus der Anonymität gezerrt und gerettet (43 Minuten)
Große Propheten:
- Jesaja: Teil 1: Der Schössling aus dem Wurzelstock (44 Minuten), Teil 2: Das Licht für alle Völker (48 Minuten)
- Jeremia: Trost inmitten des Chaos (50 Minuten)
- Daniel: Gottes Herrschaft im Exil (43 Minuten)
- Hesekiel: Der Herr ist hier (35 Minuten)
Zwölfprophetenbuch:
- Hosea: Lasst uns trachten nach seiner Erkenntnis (39 Minuten)
- Joel und Amos: Sünde, Gericht, Bußruf, Wiederherstellung (41 Minuten)
- Obadja und Jona: Völkergericht und Umkehr (38 Minuten)
- Micha und Nahum: Von Lasten und Entlastung (35 Minuten)
- Habakuk und Zephanja: An Gott geklammert und von ihm verborgen (39 Minuten)
- Sacharja: Teil 1: Verachte nicht den Tag geringer Anfänge (14 Minuten), Teil 2: Der Spross kommt (32 Minuten)
- Haggai & Maleachi: Gottes Herrlichkeit und geistlicher Götzendienst (34 Minuten)
Neues Testament:
- Lukas Evangelium
- Johannes Evangelium
- Apostelgeschichte
- Römerbrief: Teil 1, Teil 2, Teil 3 , Teil 4
- 1 Korintherbrief: Teil 1, Teil 2
- 2 Korintherbrief
- Galaterbrief: Teil 1, Teil 2
- Hebräerbrief: Teil 1 (Der Gottessohn und die neue Ordnung), Teil 2 (Das Bekenntnis standhaft festhalten), Teil 3 (Eine bessere Hoffnung durch ein vollkommenes Opfer)
- Jakobusbrief
- Heilsgeschichte im Vogelflug
Hanniel gelingt die Ausarbeitung des Roten Fadens und des zentralen Themas, z.B. in der Apostelgeschichte: Der Herr/Heilige Geist der die Gemeinde baut, die Mitarbeiter aussendet und lenkt und die Umstände fügt. Gleichzeitig fand ich vor allem bei der Apostelgeschichte auch die Bedeutung des Autors Lukas, als Arzt, Missionar und Apologet wichtig, zum besseren Verständnis des Textes!
Mal sehen ob die Reihe mal voll wird!
Tipp: Susanna Wesley
Nun, eine „Mutter des Methodismus“, wie Susanna Wesley auch genannt wird, stellt man sich sicher wohl organisiert, fein und gut behütet vor. Die Realität sah jedoch auch bei Susanna Wesley viel rauer aus:
- Bereits als Teenager ist sie im Konflikt mit ihrem Vater und verlässt seine puritanische Gemeinde.
- Mit 19 heiratet sie einen Pastor, der jedoch lieber Politik treibt, statt sich um seine Schäfchen zu kümmern, ständig verschuldet ist, und bei einer Ehestreitigkeit auch mal ein Jahr fort bleibt.
- Neun ihrer Neunzehn Kinder versterben bereits im Kleinkindalter. Als Susanna Wesley mit 73 verstirbt, leben nur noch 8 ihrer Kinder.
- In all diesem Tumult schafft sie es ihre Kinder zu erziehen und zu bilden. Es wird deutlich, dass dabei eine ganzheitliche Bildung angestrebt wird.
- Susanna Wesley war ein Kind ihrer Zeit und doch auch ein Kind Gottes, welches an ihre Platz für ihren Herrn leuchtete.
Die von mir gelesene Biographie von Dallimore ist nur noch antiquarisch erhältlich.
Verfolgt im Atheismus

Das Missionswerk Friedensstimme hat 2018 aus einer russischen, bereits etwas veralteten Vorlage mehrere Biographien übersetzt und durch neuere ergänzt. Herausgekommen ist ein Band mit zwanzig beeindruckenden Biographien:
Die Erzählungen machen deutlich, dass den Christen in der Sowjetunion brachialste Gewalt und Verfolgung entgegen strömte, die über Jahrzehnte ungebrochen anhielt: Christen wurden von ihren Arbeitsstellen entlassen, inhaftiert, in Straflager versetzt und auch sonst durch Presse und Gerüchte verunglimpft und diskriminiert.
Das Buch konzentriert sich auf drei Themenbereiche:
- Verfolgung um die Zeit des zweiten Weltkrieges: Hier war es brachiale Gewalt und die Kälte Sibiriens mit denen die Christen ausgelöscht werden sollten. Doch der entgegengesetzte Effekt trat ein. Das Evangelium erreichte Gefängnisse und entfernte Ecken der Sowjetunion
- Ab Ende der Fünfziger Jahre scheint die Strategie umzuschlagen. Man drängte die Gemeinden zu einer „staatlich anerkannten Registrierung“. Fast alle der Baptistengemeinden waren (zumindest anfangs) damit einverstanden, obwohl die „Registrierung“ vorsah, dass Kinder keinen Gottesdienst mehr besuchen konnten. Ab den 60ern entstand jedoch ein Widerstand in den eigenen Kreisen, der zu einer Abspaltung einer Gruppe führte, die diese Vermischung von Staat und Gemeinde nicht dulden wollten. Die überlieferten Biographien schildern sehr ausführlich um das Ringen in dieser Frage
- 1961 kam es dann zu einer Neugründung von „nicht registrierten“ Gemeinden unter Leitung von Gennadij Krjutschkow, der nun für Jahrzehnte im Untergrund lebte, und nie, trotz intensiver Suche von KGB und Co gefasst werden konnte. Das ermöglichte ihm, Schreibarbeit zu verrichten, die nicht anonym blieb. Es brachte den Baptisten Russlands viel Respekt ein, dass sie intensive illegale Literaturarbeit betrieben.
Einige Biographien beschreiben auch die Entwicklungen nach der Perestroika. Es ist etwas schade, dass ein relativ kurzer Zeitrahmen gewählt wurde und nur im Rahmen der Denomination gedacht wurde. Es wäre interessant auch über Christen Russlands zu lesen, die eher zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts ihre Wirkung hatten. Sachinformationen zu einigen typischen Begriffen und zahlreiche Fotographien ergänzen das Werk. Vor allem die Photographien würde ich manchen russlanddeutschen Christen sehr ans Herz legen, da sieht man dann schwarz auf weiß, dass die Christen Russlands eben nicht alle uniformiert glatt gestriegelt in selber Uniform herum liefen und dennoch einen feurigen Glauben haben konnten.
Zum Schluss noch ein Zitat, dass eine interessante Begebenheit gut beschreibt. Wie ging man eigentlich mit der neu erlangten und eigentlich völlig unerwarteten Freiheit nach der Verfolgung um? Gennadij Krjutschkow schreibt:
Kaum war der Eiserne Vorhang gefallen, hat man angefangen, uns zu sich einzuladen: „Brüder! Die ganze Welt betet für euch! Man kennt euch in Amerika und in England. Kommt eilends mit euren Familien zu uns zu Besuch. Wir werden eure Fahrkosten übernehmen!“ Ich antwortete: „Nein, Brüder! Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs vernehmen wir von überall die Stimme, die ruft: „Kommt nach Mazedonien und helft uns!“(Apg. 16,9)“ Der Herr gibt uns die Freiheit, Bethäuser zu bauen und das Evangelium zu predigen. Das Ansehen und die Ehre, die uns aufgrund unserer arbeit zuteil geworden sind, sollen nicht dazu genutzt werden, unseren Bekanntheitsgrad zu steigern. Auf keinen Fall! Wenn die Bruderschaft uns aussendet, sei es zum Dienst, für geistliche Ziele oder sonstige Fahrten, dann ja. Wenn aber nicht, dann bleiben wir. Wenn Gott will, werden wir noch Zeit genug haben, um uns überall um zusehen. Wenn wir untreu handeln, welch ein Beispiel geben wir dann? Streben nach Gewinn, Annehmen von Geschenken, Popularität – all das zerstört die Gemeinde Siebzig Jahre lang hat Gott uns Bedrängnisse erleben lassen, um nur das Reine und Geistliche zu erhalten. Er ließ uns durchs Feuer gehen, damit der bewährte Glaube viel kostbarer erfunden würde, als das vergängliche Gold. (…) S. 392
Wer eine Ergänzung zu diesem lesenswerten Werk sucht wird mit „Das Glück des verlorenen Lebens“ gut bedient, welches auch literarisch ein sehr hochwertiges Werk ist.


