Alle Artikel von “Sergej Pauli

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Kapitel 13: Die Gnade Gottes

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Kapitel 13 empfinde ich bisher als das beste Kapitel im Buch und auch sehr sauber vom Autor ausgearbeitet. Leider hat Packer vollkommen recht mit der Feststellung, dass der moderne Mensch wenig mit der Gnade Gottes anfangen kann. Eine Ursache hierfür sieht der Autor in der hohen Anzahl an Namenschristen unter den Kindern Gottes. Leider wird man ihm hier wohl rechtgeben müssen.

Wir werden die Gnade Gottes erst dann richtig verstehen, wenn wir zunächst bereit sind, unsere vollkommene Verkommenheit anzuerkennen. Unsere Sünden, sehen wir oft als „Vergehen“, „mentale Verirrungen“ oder gar „Krankheiten“ zu sehen. Wir denken somit gleichermaßen von uns zu groß und von Gott zu klein. Weiterlesen

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Kapitel 12: Die Liebe Gottes

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Bei allen Mitlesern möchte ich mich für die Unregelmäßigkeiten bei der Veröffentlichung der Beiträge entschuldigen. Leider bin ich derzeit beruflich ziemlich ausgelastet, so dass es hier zu Verzögerungen kommt, die ich hoffe, so bald es geht, wieder in den Griff zu bekommen.

Kapitel 12 befasst sich mit einer erhebenden Eigenschaft Gottes, seiner Liebe.  Packer stellt zunächst fest, dass nur Kinder Gottes in der Lage sind, Gottes Liebe zu verstehen, denn „der Empfang der Erkenntnis der Liebe Gottes gehört zu den gewöhnlichen Aufgaben des heiligen Geistes“ (S.140).

Doch wir sollten bedenken, dass die Liebe nicht die einzige Eigenschaft ist, die wir von unserem Gott kennen. Vor allem ist Gott heilig und er ist auch das Licht:

Der Gott, der Liebe ist, ist zuerst und vor allem Licht, und jede sentimentale Vorstellung von seiner Liebe, wie die einer nachsichtigen, milden Sanftheit, losgelöst von jeder moralischen Norm, sollte von vornherein aus unseren Köpfen verbannt werden. (S. 145)

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Das große Erzählbuch zur biblischen Geschichte

255648(1)Ein einsamer Mann schlich durch die Felder. Er suchte versteckte Pfade, auf denen ihm kein Mensch begegnen würde. Um jedes Dorf machte er einen weiten Bogen. Manchmal blieb er auf einem Hügel stehen und spähte hinaus ins Land. Dann beeilte er sich, weiterzukommen. Wenn er Stimmen hörte, versteckte er sich im Gebüsch und hockte dort, bis es wieder still wurde.

Erst wenn die Luft ganz rein war, floh er wie gehetzt weiter. David war ein Flüchtling geworden. Er hetzte übers Land wie ein Hirsch, den die Jäger verfolgen. Nirgends war er mehr sicher. Waffen und Brot hatte er bei seinem hastigen Aufbruch nicht mehr mitnehmen können.

Hinter jedem Hügel konnte ein Verräter lauern. Seine gehetzten Gedanken suchten einen Ausweg, vergeblich! In seiner Verzweiflung vergaß er sogar, dass Gott ihn sah und beschützen konnte. Hilflos fühlte er sich dem Tod nahe. Wenn ihm List und Geschick nicht halfen, war alles verloren. Aus dem Helden war ein scheuer Mann geworden, der in dieser großen Not seinen Glauben verloren hatte.

Zwischen den Hügeln lag ein Dorf. Das musste Nob sein, denn David sah ein großes, rechteckiges Zelt. Daneben stieg der Rauch von einem Opfer in die Luft. Die Stiftshütte befand sich in Nob, denn Silo war nach dem Tod Elis von den Philistern verwüstet worden. Der jetzige Hohepriester, Ahimelech, hatte von Davids Flucht bestimmt noch nichts erfahren. Vielleicht konnte er bei ihm Zuflucht finden

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Kapitel 11: Dein Wort ist die Wahrheit

5029_0Heute wollen wir Kap. 11 des Buches besprechen, welches sich mit Gottes Wort befasst. Gott und sein Wort lassen sich nicht trennen, denn nur durch Gottes Selbstoffenbarung lernen wir, wie Gott ist und wie er handelt! Folgerichtig fängt das Evangelium des Johannes mit diesen Worten an: „Im Anfang war das Wort (…) und das Wort war Gott!“

Dies ist bereits das Wunder, dass Gott mit seinen Geschöpfen redet, und dies tut er auf vielerlei Weise. Nämlich  durch Gesetz, Verheißung und Zeugnis. Das bedeutet, dass Gott uns nicht im Unklaren lässt, über seinen Willen, uns Hoffnung gibt ein gottgefälliges Leben zu führen und allen seinen Kindern Beistand verspricht, aber auch seine Offenbarung immer wieder in der Schrift bestätigt. Weiterlesen

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Ratschläge für Seelengewinner

Ein Betrunkener trat eines Tages auf Rowland Hill zu und sagte: »Ich bin einer von Ihren Bekehrten.« – »Ich glaube wohl, dass Sie das sind«, erwiderte der scharfsinnige und verständige Prediger, »aber Sie sind keiner von des Herrn Bekehrten, sonst würden Sie nicht betrunken sein.« Auf diese praktische Probe müssen wir alle unsre Werke stellen.

71mpXEFYSjLWie führt man eigentlich Menschen zu Christus? Oft lässt man es gar nicht bis zu dieser Frage kommen, der Glaube bleibt egoistisch. Oftmals sehen wir nur noch Schwierigkeiten, Glaubensproben, Niederlagen … Da bleibt für ein klares Zeugnis des Evangeliums kaum noch Zeit oder Kraft. In meinen russlanddeutschen Kreisen sind es vor allem Hausfrauen, die über Jahre hinweg kaum Kontakt mit Nicht-Gläubigen bekommen.

Mit den Kindern zum Kinderarzt und der gelegentliche Einkauf und schnell ist man wieder in seinem gewohnten Kreis. Ich erinnere mich an drei Wochen, die ich mal in einem christlichen Hilfswerk verbracht habe: Es waren eben alle um mich herum Christen und bei weitem erfahrenere und reifere. Irgendwann habe ich mich tatsächlich gefragt, wann ich denn anfangen kann von Christus zu zeugen.

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Kapitel 10: Gottes Weisheit und die menschliche Weisheit

5029_0 Üblicherweise wird bei der Betrachtung der Eigenschaften Gottes zwischen mitteilbaren und unmitteilbaren Eigenschaften unterteilt. Unmitteilbar sind Eigenschaften, die „Gottes Erhabenheit besonders deutlich machen (…). Für gewöhnlich gehören dazu Gottes Unabhängigkeit, Unwandelbarkeit, Unendlichkeit und Einheitlichkeit.“ Diese Eigenschaften besitzen wir als Menschen nicht einmal eingeschränkt.

Vor allem die moralischen Eigenschaften Gottes werden als mitteilbar bezeichnet, da wir zwar nur eingeschränkt und verdorben sind, aber eine Ahnung von diesen Eigenschaften besitzen. Da sich nach biblischem Verständnis zudem Weisheit und Ethik nicht trennen lassen, ist auch die Weisheit Gottes eine mitteilbare Eigenschaft Gottes. Weiterlesen

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Kapitel 9: Der allein weise Gott

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Weisheit ist die Kompetenz, das beste und höchste Ziel zu erkennen, die Gesinnung es zu erwählen, gepaart mit dem sichersten Mittel es auch zu erreichen. (S.105)

Diese sehr schöne Definition gibt Packer über Weisheit allgemein zu Beginn des neunten Kapitels.

Gott ist jedoch nicht nur weise, sondern auch mächtig, denn „sein ist beides, Weisheit und Macht (Dan.2.20)“. Wir können jedoch oftmals Gottes Weisheit nicht einsehen, da wir diese an unserem Wohlbefinden festmachen. Menschliche Probleme empfinden wir dann als Beweis für Gottes Begrenztheit. Am deutlichsten können wir Gottes Weisheit vor allem an seinem Umgang mit seinem Volk erkennen. Er wurde mit einem charakterschwachen Abraham fertig, so dass dieser schließlich seine Rolle in Gottes Heilspan treu erfüllte. Bei Jakob war er in der Lage ganz andere Medizin anzuwenden. Auch diesen führte er zum Segenssieg. Wir sollten schließlich in der Lage sein, Gottes Weisheit in unserem Leben zu erkennen. Mit einer dunklen Zukunft vor uns brauchen wir nicht zu zagen, denn Gott weiß ganz genau, was uns zum Besten dienen wird, wenn wir uns nur an Ihn klammern wollen.

Paulus ist uns hier ein großes Vorbild. Denn welche anderen Gründe auch immer hinter den Schwierigkeiten stecken, die ein Christ erleben wird (…), jedes Leid hat zumindest das eine Ziel, für das auch Paulus seinen Pfahl im Fleisch erduldete: Sie wurden uns gegeben, um uns demütig zu machen, und wir in dieser Lage die Kraft Christi in unserem irdischen Leben bezeugen. (S.116)

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Der Friseur, der das Beten lernen wollte

friseur

Vor einigen Tagen wurde hier schon ein Kinderbuch von R.C. Sproul vorgestellt. Heute möchte ich ein weiteres vorstellen, auf welches ich vor kurzem zufällig beim Stöbern an einem Büchertisch gestoßen bin. Man stelle sich folgende Situation vor: Während einer Familienandacht fragt eines der Kinder die Eltern, wie es lernen kann zu beten. Der Vater erzählt nun die Geschichte, die ihm half besser zu beten. Es ist die Geschichte des Friseurs, Meister Peter. Eines Tages hat er einen „Ausgestoßenen“ zum Kunden:

Die Tür öffnete sich und ein neuer Kunde betrat den Laden. Meister Peter erkannte den Mann sofort, denn er war ein Ausgestoßener. Der Kaiser jenes Lande hatte jedem eine große Belohnung versprochen, der diesen Mann ausliefern würde – tot oder lebendig!

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Von einem, der zuerst nach dem Reich Gottes trachtete

1224_0Dieses Buch war schon einige Jahre in meinem Regal. Bei einer Bestellung bei cbuch.de war es günstiger, das Buch mit dazu zu bestellen, als den Versand zu zahlen. Erst jetzt kam ich dazu es zu lesen: Viele Entwicklungen, die kennzeichnend für die Erweckung in der Brüderbewegung sind, gehen auf Praktiken und Erkenntnisse von Groves zurück.

Als reicher Zahnarzt beschließt Groves (übrigens war sein Schwager niemand geringeres als Georg Müller) zuerst 10% und später 25% seines Einkommens Gott abzugeben. Aber er stellt fest, dass kein Bereich seines Lebens Privatsphäre bleiben darf. Und alles, auch sein Vermögen, Gott geweiht werden muss. Somit begnügt er sich damit, mit dem nötigsten auszukommen, alles andere gehört dem Herrn. Sein Motto ist: „Arbeite hart, verbrauche wenig, gib viel, und das alles für Christus“. 1827 soll Groves der erste gewesen sein, der vorschlug, dass kein ordinierter Pastor/Prediger anwesend sein muss, damit die Gemeinde das Brot brechen darf.  Groves war keiner, der Wasser predigte und Wein trank. Als er 1825 das Buch „Christliche Hingabe“ veröffentlichte, konnte jeder sehen, dass er das glaubte, was er lehrte. Somit war Groves ein großes Vorbild für Brüder wie Georg Müller, allein aus Glauben zu leben. Weiterlesen

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Kapitel 8: Die Majestät Gottes

5029_0Wir sind moderne Menschen, und der moderne Mensch – der doch so sehr von seinen eigenen Fähigkeiten überzeugt ist – hat für gewöhnlich ein sehr kleines Bild von Gott. Wenn der normale Kirchgänger das Wort Gott gebraucht, denkt er meist nicht an die göttliche Majestät – von den übrigen Menschen ganz zu schweigen.

Die Majestät Gottes ist ein Thema, bei dem man von zwei Seiten vom Hocker fallen kann. Entweder, wie das Zitat (S. 96) oben zeigt, hat man ein kleines Bild von Gott, so dass man denkt, Gott kümmere sich nicht um die Sorgen, Probleme, Leiden eines Menschen. Dies sieht praktisch so aus, dass man auch als Gläubiger an dem ein oder anderen Problem fast zu Grunde geht, weil man einfach nicht auf die Idee kommt, Gott um Hilfe zu fragen. Oder man stellt sich Gott als so majestätisch vor, dass man keinen persönlichen Gott mehr erkennen kann.

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