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Der scharlachrote Buchstabe

In der Zeit der Gründerväter wird die Ehebrecherin Hester Prynne dazu verurteilt inmitten von Puritanern sich ein rotes A (wahrscheinlich für Adultery o.Ä = Ehebruch ) auf die Brust zu nähen. Bei der Verurteilung murmeln einige ältere Damen auch was von Todesstrafe, während der bleiche Pfarrer Arthur Dimmesdale den Verhör leitet. Hester verweigert es, den Namen des beteiligten Parts zu nennen, doch dem Leser wird schon bald klar, dass es niemand anderes ist, als der Pfarrer selbst, der hier eine Schuld verschweigt. Auch eine klarere Predigt über seine Sünde als eine Art anonyme Beichte führt zu keiner Gewissenserleichterung. Bald kehrt der bis dahin als verschollen gegoltene Ehemann Hester Prynnes, ein Arzt zurück und erkennt schon bald im Pfarrer den Ehebrecher. Das nützt er genüsslich aus, um mit vielen Tricks den Pfarrer in den nahen Wahnsinn zu treiben. Schließlich aber in der größten Seelennot ringt sich Dimmesdale zu einem öffentlichen Bekenntnis durch und bekennt seine Schuld, worauf er endlich in Ruhe sterben kann. Roger Chillingworth, der Ehemann Hesters hat nun keinen Lebenszweck mehr und stirbt nach einem Jahr.

Diese Erzählung von Nathaniel Hawthorne hat mich schon immer fasziniert! Nun bin ich aber zudem auf ein Werk von Leland Ryken gestoßen, mit welchem er Klassiker nach Pfarrern und Pastoren durchsucht und analysiert, natürlich ging er nicht an diesem Meisterwerk Hawthornes vorbei. Er weißt darauf hin, dass der Autor zwei Weltbilder aufeinander prallen lässt, die romantische und die christliche! Zunächst profitiert Hester Prynne deutlich in ihrer Gunst, doch das Finale zeigt, dass es besser ist, Sünde aufzudecken und zu bekennen. Hätte ich doch diese Hinweise Rykens bereits beim Lesen des Buches gehabt.

(Sätze in Fett auch auf deutsch)

Sünde aufdecken oder zudecken?

„The initial sins of adultery and cover-up are what set the entire steamroller of evil into motion. In keeping with Hawthorne’s strategy of setting the romantic and Christian worldviews in competition, throughout the first half of the story Hester is a sympathetic foil (contrast) to the minister’s weakness. As bad as the sins of sexual indulgence, moral cowardice, and abandonment of a persecuted woman are, as the story unfolds, hypocrisy emerges as Rev. Dimmesdale’s most intensely felt sin. As the preacher makes veiled hints of his sexual sin in his sermons, his parishioners idealize him even more for what seems to be extreme piety. In a summary statement, we read, “It is inconceivable, the agony with which this public veneration tortured him” (chap. 6). The contrast between Hester and Dimmesdale is primarily the contrast between confessed sin and concealed sin, and the mainspring of the book is the fact and effects of hidden sin in a minister who appears to be an exemplary Christian.“

Der Unterschied zwischen Hester und Dimmesdale ist vor allem der Unterschied zwischen bekannter und verborgener Sünde, und der Antrieb des Buches ist die Tatsache und die Wirkung der verborgenen Sünde in einem Minister, der als vorbildlicher Christ erscheint.

Sünde wirkt süß, ist aber tödlich

„The subtle evil influence in the minister’s life is Hester. In the middle of the book, when Hester and Dimmesdale meet in the forest, Hester proposes that she and Dimmesdale run away from the village that torments them. This is the enthronement of romantic impulse, choosing escape from society rather than confession of sin to God. For all her affectionate loyalty to Dimmesdale, Hester’s proposal represents a temptation to abandon moral duty and God. The narrator editorializes this angle when he asserts, “Tempted by a dream of happiness,” Dimmesdale “had yielded himself with deliberate choice . . . to what he knew was deadly sin. And the infectious poison of that sin had been thus rapidly diffused throughout his moral system” (chap. 20). On the verge of receiving God’s forgiveness, Dimmesdale asks Hester, “Is not this better than what we dreamed of in the forest?” (chap. 23). And Hester, romantic spokesperson to the last, replies, “I know not.”“

Der Erzähler editiert diesen Blickwinkel, als er deutlich macht, „Dimmesdale ist von einem Traum des Glücks in Versuchung geführt“ und habe sich mit einer bewussten Entscheidung  für das entschieden. . . von dem er wusste, dass es todbringende Sünde ist. Und das ansteckende Gift dieser Sünde hatte sich so schnell in seinem gesamten moralischen System verbreitet.

Satan verführt um zu verklagen

„Roger Chillingworth, Hester’s husband who lives with Dimmesdale and ostensibly serves as his doctor, rather quickly comes to the conclusion that Dimmesdale was the sexual partner of his wife. Thereupon Chillingworth systematically fans the flames of Dimmesdale’s guilty conscience. In the climactic confession scene, as Dimmesdale receives God’s forgiveness, Chillingworth repeatedly mutters, “Thou hast escaped me.” In the last chapter of the book, we learn that once Chillingworth’s opportunity for revenge was taken from him, he died within a year, deprived of his reason for living.“

Chillingworth murmelt ständig: „Du bist mir entkommen.“ Im letzten Kapitel des Buches erfahren wir, dass Chillingworth, nachdem ihm die Gelegenheit zur Rache genommen worden war, seines Lebensgrundes beraubt, nach einem Jahr verstarb.

Übrigens: der von Hawthorne beschriebene Brauch mit dem scharlachroten Buchstaben hat keine historische Grundlage. Oberflächlich betrachtet wirkt, das Werk wie eine Abrechnung mit dem Puritanismus, Ryken deckt die tiefere Botschaft auf. Ob das auch den heutigen modernen Lesern gelingt?

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Calvins Urteile über Luther

„Luther schreibt irgendwo selbst über sich so: ob ich wollte oder nicht wollte, es zwangen mich meine Feinde, täglich weiser zu werden. Sehr wahr sagt er das. Wie ein Stein so haben sie seinen Geist geschärft. Noch versunken in jenen tiefen Finsternissen, von welchen fast der ganze Erdkreis verschlungen war, als er einen Funken aus enger Ritze hervorglänzen sah, wagte er es, ihm zu nahen.“ (Calvin an Pighius, S.5))

Neben all dem sorgfältig aufbereiteten Material, dass Licht und Recht liefert, findet sich auch eine Ausarbeitung über Calvins Aussagen und Stellungnahmen über Luther von Dr. A. Zahn. Aus diesem Werk habe ich auch erfahren, dass Calvin tatsächlich einen Brief an Luther richtete, mit der Bitte französicher Pfarrer, bei einer Gewissensentscheidung zu vermitteln. Immer wieder überrascht die hohe Ehrerbietung die Calvin gegenüber Luther bringt. Leider hat Luther jedoch diesen Brief nie erhalten, da Calvin einen weiteren an Melanchton mit der Bitte richtete, er möge entscheiden ob Luther gerade für den Brief empfänglich sei. Wie zu erwarten, handelte Melanchton vorsichtig.

Überschwängliche „Lutherfans“ meinten „Luther „wäre der letzte Elias, von dem Maleachi geweissagt habe, mit welcher Lüge man ebenso den Namen Luthers befleckt, wie die Ägypter den Leichnam und das Grab des Jeremias durch ihre Anbetung. Gott könne noch einen vortrefflicheren als Luther oder doch einen ihm gleichen erwecken. Gottes Schätze seien nicht in einer Person erschöpft, daß nicht ein Ähnlicher aus seinem unermeßlichen und unbegreiflichen Quell hervorgehen könne.“ (S. 9)

Insgesamt eine sehr ausgewogene und wohlgesonnene Sicht auf den Reformator, selbst mitten im wüsten Abendmahlstreit schreibt Calvin an Bullinger:

Ich wünsche aber, daß Folgendes Euch recht einleuchte: Erstlich, was Luther für ein großer Mann ist; welche außerordentliche Gaben ihn auszeichnen, und mit welcher Seelenkraft und Beharrlichkeit, mit welcher Geschicklichkeit er bis auf diesen Tag durch seine Lehre so glücklich gekämpft hat, um das Reich des Antichrists zu stürzen, und zugleich be-müht gewesen ist, die Lehre des Heils zu verbreiten. Ich habe schon oft gesagt, daß, wenn er mich auch einen Teufel schelten sollte, ich ihn doch immer ehrenvoll als einen außerordentlichen Diener Gottes anerkennen würde, der freilich, so wie er mit außerordentlichen Tugenden begabt ist, auch große Fehler an sich trägt. (S. 13)

Ein kleines Werk, welches ich gerne las und ein guter Baustein im Bereich Reformationsgeschichte ist. Kostenfrei und hervorragend aufgearbeitet bei Licht und Recht. Eine gute Zusammenfassung der Beziehung Calvins über Luther liefert Hanniel Strebel.

Vergleiche auch die Briefe Martin Luthers.

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„Lerne Christus, und zwar den Gekreuzigten“

Zahlreich sind die Briefe Luthers, die zu einem beachtlichen Teil auch noch erhalten sind. Hier einige Kostproben.

  • 8 April 1516 an Georg Spenlein. Ein Trostbrief an einen Bruder:

Daher, mein lieber Bruder, lerne Christus, und zwar den gekreuzigten, lerne ihm zu singen und an Dir selbst verzweifelnd zu ihm zu sprechen: Du, Herr Jesus, bist meine Gerechtigkeit, ich aber bin deineSünde; du hast das Meine auf dich genommen und mir das Deine gegeben; du hast angenommen, was du nicht warst, und mir gegeben, was ich nicht war. Hüte Dich, daß Du niemals nach einer so großen Reinheit trachtest, daß Du Dir nicht als Sünder erscheinen oder gar kein Sünder sein willst. Denn Christus wohnt nur in Sündern.

 

  •  31. Oktober 1517 an Erzbischof Albrecht von Mainz. Bekümmert über den Zustand des Evangeliums (Am selben Tag wie der Thesenanschlag. Inhalt deutet Programm der Reformation bereits an):

So sind auch die Werke der Frömmigkeit und Nächstenliebe unendlich viel besser als der Ablaß. Und doch werden diese weder mit großer Pracht noch mit so großem Eifer gepredigt. Ja, sie müssen schweigen, damit der Ablaß gepredigt werden kann, während doch das aller Bischöfe vornehmlichstes und einziges Amt sein sollte, daß das Volk das Evangelium und die Liebe Christi lerne. Denn nirgendwo hat Christus befohlen, den Ablaß zu predigen. Aber das Evangelium zu predigen hat er nachdrücklich befohlen. Wie groß ist daher der Greuel, wie groß die Gefahr für einen Bischof, der – während das Evangelium verstummt – nichts anderes als das Ablaßgeschrei unter sein Volk zu bringen gestattet und sich um dieses mehr als um das Evangelium kümmert!

 

  • Anfang November 1517 an Kurfürst Friedrich den Weisen. Als Bettler um ein Gewand bittend (Luther lebte vor allem bis zur Eheschließung äußerst armselig):

Gnädigster Herr und Fürst! Wie mir E.F.G. im vorigen Jahr durch den Hirschfeld40 zusagten, ein neu Kleid zu geben, so komme ich nun und bitte E.F.G., desselben eingedenk zu sein …

 

  • 14 Dezember 1518 an Johannes Reuchlin. Dankbar für das Werk, dass Gott wirkt (Reuchlin verfasste unter schwersten Widerständen ein Lehrbuch für Hebräisch):

Das hat der Herr durch Dich gewirkt, daß dieser Teufel unter den Sophisten endlich einmal lernt, den rechten Studien der Theologie behutsamer und gelinder zu widerstehen, und Deutschland anfängt aufzuatmen, nachdem die Lehre der Schrift leider so viele Jahrhunderte nicht bloß unterdrückt, sondern vielmehr ausgelöscht war. Dieser Anfang in den so schönen Studien durfte nicht durch einen Menschen von geringem Ansehen gemacht werden.

 

  • Am 17. April 1521 an Johannes Cuspinianus. (Zwischen den beiden Prozesstagen vor dem Kaiser und der endgültigen Weigerung seine Werke zu widerrufen):

Aber ich werde auch nicht einen Buchstaben widerrufen, wenn Christus mir gnädig ist.

 

  • Am 28 April 1521 an Lukas Cranach. Ein Kommentar über den Reichstag zu Worms:

Man hat sich meiner Ankunft zu Worms nicht versehen, und wie mir das Geleit gehalten ist, wisset Ihr alle wohl aus dem Verbot, das mir entgegen kam. Ich meinte, Kaiserliche Majestät sollte einen Doktor oder fünfzig versammelt und den Mönch redlich überwunden haben. So (aber) ist nicht mehr hier verhandelt worden als so viel: Sind die Bücher dein? Ja. Willst du sie widerrufen oder nicht? Nein. So hebe dich (von dannen). O, wir blinden Deutschen, wie kindisch handeln wir und lassen uns so jämmerlich von den Romanisten äffen und narren!

 

Alle Zitate aus:
Martin Luther: 1516. Martin Luther: Gesammelte Werke, Ab  S. 7071
(vgl. Luther-W Bd. 10, S. 14) (c) Vandenhoeck und Ruprecht
http://www.digitale-bibliothek.de/band63.htm

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Lesen?

Lesen (Alltag aus christlicher Weltsicht, Band 3)Jeder, der etwas über das Thema „Lesen“ lernen möchte, hat man mit Hanniel Strebel einen geeigneten Lehrmeister gefunden. Bereits fast 700 Rezensionen finden sich von ihm auf Amazon.de, zumeist über Bücher! Entsprechend passend wurde nun in der Reihe „Alltag aus christlicher Weltsicht“ das Thema Lesen vom langjährigen Blogger besprochen.  Nun, bereits der Untertitel ist Programm: Ist Lesen wirklich noch Alltag? Hat Lesen gegen die Dauer-Berieselung „beweglicher Medien“ noch eine Chance. Der Autor setzt dem entgegen, dass wir mehrfach aufgerufen werden, Gott auch mit dem Verstand zu lieben!

Ich gehe von einem persönlich-unendlichen Gott aus. Das heißt: Er ist Person und sucht die Beziehung zu mir als Mensch. Und er ist gleichzeitig unendlich erhaben.Unser Denken ist kein Selbstzweck, sondern Mittel, um Gott und Menschen zu lieben. Gott mit dem Verstand zu lieben bedeutet, die Fülle des von Gott geschenkten Reichtums wahrzunehmen und auszudrücken. Eine wichtige Art um zu denken geschieht durch Lesen. Wer liest, muss denken. (Kap.2)

Dabei geht es nie darum, bloße Daten zu sammeln, sondern, wie es der Autor nennt, darum „ein Buch zu erobern“ und in „einem Buch leben“. Das erfordert Selbstdisziplin. Hanniel führt nun zahlreiche Hinweise auf, wie er Zugänge auch zu schwierigen Werken findet – so nimmt er z.B. zunächst Inhaltsverzeichnis, Einleitung und Literaturverzeichnisse ins Blickfeld und beharrt konsistent an einem persönlichen Markierungssystem. Notizen werden zentral in einem Notizblock gesammelt.

Ich teile die Meinung des Autors, dass auch Hören eine Art des Lesens darstellt. Hörbücher bieten eine wunderbare Möglichkeit, sich z.B. beim Autofahren zu erbauen. Durch E-Reader ergibt sich zu dem die Möglichkeit entweder vergünstigt oder gar vollständig kostenfrei an gute Literatur zu gelangen. Insgesamt wird klar: Lesen ist an vielen Orten und mit unterschiedlichsten Mitteln möglich.

Nicht jedes Buch muss zu Ende gelesen werden. Ich teile die Beobachtung des Autors:

Einige Bücher lese ich ohne bestimmte zeitliche Vorgaben. Nach einer gewissen Anzahl Seiten (oftmals sind es 100 bis 150) lässt mein Interesse plötzlich nach. Ich kenne nur zwei Gründe ein Buch ganz zu lesen: Ich will den ganzen Inhalt unbedingt erfassen und/oder es packt mich einfach. Viele Autoren beginnen sich zu wiederholen. Da muss ich nicht jede Wendung mitmachen bis zum Ende.

Rezensiert man ein gutes Werk profitiert man auch als Leser dadurch, dass man geradezu gezwungen ist, den Inhalt zu wiederholen.  – Liest man viel, drängt es sich bereits von alleine an, sich an ein Gesamtwerk zu wagen. Hier hat Hanniel hilfreiche Hinweise gesammelt:

Lies die 1 – 3 wichtigsten Werke jährlich. Besorge dir dafür jeweils ein neues Exemplar, in dem du wichtige Erkenntnisse und Stellen markierst.

  1. Kehre immer wieder zu wichtigen Passagen zurück. Lies sie langsam, lies sie laut. Gehe dazu an schöne Orte, wo sich die Dinge besser einprägen.

  2. Lies alle Biografien, derer du habhaft werden kannst. Stelle mit Informationen, die dir wichtig erscheinen, ein Dokument zusammen, das du fortlaufend erweiterst.

  3. Notiere dir alle Namen, die sich mit der Person intensiv auseinandergesetzt haben. Suche nach Sekundärwerken und Artikeln in Zeitschriften. Oftmals sind sie irgendwo online erhältlich (archive.org).

  4. Sammle Dissertationen, die über die Jahrzehnte entstanden sind. Einige wirst du nur in Bibliotheken oder über die Bibliothekare bekommen (die sie evtl. eingescannt haben).

  5. Lege dir eine Ablage mit Zitaten an. Vergiss nicht die genaue Quellenangabe.

  6. Lege dir eine Ablage mit Ideen für Aufsätze an.

  7. Lege dir eine Liste mit interessanten Auslegungen von Bibelstellen an.

  8. Lege dir eine Liste mit umstrittenen Thesen/Aussagen an. (…)

Fast automatisch entsteht nebenbei eine Bibliothek. Klar ist, die Bibliothek sollte in die Breite (thematisch) gehen, aber auch in die Tiefe. Nicht von allem etwas haben, sondern wichtige Kernpunkte, die man solide immer weiter ausbaut. Hanniel führt zahlreiche Autoren auf, die ihn persönlich prägten.

Besonders dankbar bin ich schließlich für das mutige und nötige Thema: „Die Bibel lesen„. Was für das Lesen von Literatur gilt, gilt umso mehr für das Lesen der Bibel. Hier ist nicht nur Spaß angesagt, sondern oftmals harte Arbeit! Keinesfalls sollte man aufhören oder die Aufgabe an die Gemeinde delegieren.

Wozu sollen wir die Bibel lesen? (…) Die plakative Antwort lautet: Ohne Erkenntnis Gottes verfällt eine Familie.

Abgeschlossen wird das Werk mit zahlreichen Hinweisen wie man Kinder (Jungs) an das Thema Lesen heranführt

Dem Autor bin ich persönlich zu Dank verpflichtet, ermutigte er mich doch vielfach zum Lesen von anspruchsvoller Literatur! Das Buch ist für 3,99EUR als e-Book bei ceBooks.de erhältlich und ist Teil eines Fünfteilers: „Alltag aus christlicher Weltsicht„.

Auch lesenswert: 10+1 Fragen an Hanniel Strebel.

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Licht und Recht

Bildergebnis für kohlbrüggeEher zufällig bin ich über diese wunderbare und liebevoll zusammengestellte Sammlung an reformierter Literatur aus deutschen Kreisen des 19ten Jahrhunderts gestoßen. Gibt es wirklich Zufälle, ich meine natürlich, dass Gott es so führte und mich reich beschenkte mit diesem guten Material! Andreas Gramlich, von dem auf TheoBlog ein umfangreiches Interview zu finden ist, sammelte und bereitete Unmengen an hilfreichem Material von H.F. Kohlbrügge, Adolf Zahn, J. Wichelhaus, Eduard Böhl und vielen weiteren Reformierten Theologen auf.

Eine kleine Auswahl:

Ich habe mich gleich ins Lesen gestürzt. Vor allem die Christologie in Böhls Dogmatik beeindruckte mich sehr. Darüber erfolgt hier demnächst ein eigener Beitrag.

 

 

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Tipp: Die große Hörbibel

Richtig aufmerksam wurde ich auf diese Hörbibelvariante durch den ERF. Hier wird meistens der Bibeltext zu einer Predigt aus dieser Hörbibel vorgetragen. Was soll ich sagen, die ständig wechselnde Rednerstimmen wecken einen immer wieder zum Zuhören auf. Das als lebendig inszeniertes Hörbuch realisierte Projekt hat mir gleich zugesagt. Die Wahl der Luther 1984- Revision ist ebenfalls sinnvoll und sagt mir als Luther-Bibel-Liebhaber sowieso besonders zu.

Wie höre ich?

Nun, ich habe angefangen zur Arbeit zu radeln und habe so die Möglichkeit zum hören! Jeweils etwas mehr als 40 Minuten am Tag. Dadurch hört man in kürzester Zeit die Evangelien durch. Das sehe ich als einen besonderen Vorteil, dass diese Hörbibel auf Kapitel und Versangaben verzichtet, dadurch ist man geradezu gezwungen die Bibel am Stück zu hören.

entsetzt und getröstet

Das zeigte auch bald Frucht. Zunächst war ich neu entsetzt über die unfassbar harten Reden Jesu. Einer der ständig von Sünde, Verderben und Hölle sprach, der völlig erbarmungslos mit Heuchelei und Menschenfurcht ins Gericht zog. Der zu einer bedingungslosen Nachfolge aufrief, der nicht Nettigkeit und ein freundliches Lächeln forderte, sondern völlige Liebe zu Gott. Ja, das Gesetz wollte er nicht auflösen, sondern erfüllen! Selbst zu seinen treusten Jüngern rief er, dass sie ihm ein Ärgernis sind, als es nötig wurde! Wow, das gab mir viel zu denken.

Gleichzeitig aber auch die große Liebe Christi. Kein Fall zu hoffnungslos für ihn, lieber hungerte er selber, als dass er das Volk hungern ließ. Selbst der Kleinglaube seiner Jünger hielt ihn nicht ab, Ihnen zu helfen. Und den Jairus beruhigte er, nicht auf die Umstände zu schauen, sondern einfach IHM zu vertrauen. Jeden ermutigte er dazu, zu glauben und zu vertrauen, und er beherrschte jede Lage souverän. Kein Dämon zu mächtig, kein Sturm zu stark, kein Sünder zu hoffnungslos verloren. Auf die Frage: Wie kann ich wissen, ob Jesus mich annehmen will, gibt es also nur eine Antwort: Falsche Frage! Jesus nimmt jeden an, der zu ihm kommt!

Eine Möglichkeit relativ kostengünstig an dieses Produkt zu kommen ist ein drei-monatiges Test-Abo bei Audible. So muss man nicht einmal 15 EUR für dieses hochwertige Werk ausgeben und behält es auch nach Kündigung des Abos weiterhin.

Vergleiche auch:

Vier Hörbibeln im Vergleich.

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Entdecke die Bibel

Diese Kinderbibel ist nicht nur ein Kunstwerk, sondern half mir letzten Endes auch, Stabilität und Gleichmäßigkeit in die abendliche Familienandacht zu bringen:

Die Bibel zeichnet sich durch viele Vorzüge aus:

a) Insgesamt 365 Erzählungen, eine für jeden Tag des Jahres, davon ein drittel zum Neuen Testament

b) Sprachlich eine hohe Nähe zum biblischen Text (Schlachter und Neue Luther 2009)

c) auch üblicherweise weniger intensiv besprochene Geschichten werden ausführlich behandelt. So beschäftigen sich über 30 Geschichten mit dem Wirken der Apostel, und über 10 mit 2. Könige.

d) Besonders hervorheben möchte ich die Abbildungen zu jedem einzelnen Kapitel, von geradezu rembrandtscher Qualität. Die Abbildungen in den Katalogen, lassen die Qulaität gar nicht erahnen, stellt sich doch beim Lesen heraus, dass für jedes Gemälde ein Leinwandbild erstellt wurde. In den Bildern zieht sich eine ‚Gleichmäßigkeit durch, so bleibt Petrus immer als Petrus und Johannes immer als Johannes identifiziert, was den Dialog mit den Kindern stärkt

e) Jeweils drei Fragen zum weiter nachdenken runden jedes der 365 Kapitel ab

f) Mehrere gut präparierte und kindergerechte Landkarten und ein Kapitel zum Rettungsplan Gottes runden das zweibändige Werk ab.

g) Schließlich kommt das Buch mit einem strapazierbaren Umschlag daher

Die Aufteilung in zwei Bände ist eher dem Umfang geschuldet, somit empfiehlt sich der Erwerb des zweiteiligen Buch-Sets für 30EUR.

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Empfehlung: Im Irrgarten

Hans Thomas, Im Irrgarten. Gedanken und Notizen zur geistigen Lage in Kirche und Staat, Sachbuch, 1. Auflage Berlin 2017, Pro BUSINESS 2017, 202 Seiten, 10,80 €, ISBN 978-3-86460-638-0, Pro BUSINESS, Schwedenstraße 14, 13357 Berlin.

Es ist nicht das erste Mal, dass Hans Thomas, langjähriger evangelischer Pfarrer, zur Feder greift und aktuelle Entwicklungen in Kirche, Staat und Gesellschaft aufgreift und mit beißender Kritik versieht. Wenn ein gelehrter Mann, in der Mitte des neunten Lebensjahrzehnts stehend, sich nicht zurücklehnt und den Dingen einfach unkommentiert ihren Lauf lässt, so ruft dies doch die Frage wach, was ihn dazu antreibt. Bei Hans Thomas lässt sich dies leicht beantworten: Er ist von tiefer Besorgnis um Zukunft von Kirche und Gemeinwesen umgetrieben; es ist die Sorge um die, die das, was da zu befürchten steht, voll treffen wird.

Für Hans Thomas ist klar, wenn es so weiterläuft, dann führt dies unweigerlich zu katastrophalen, anarchistischen Zuständen – und das schon bald. Hans Thomas spricht die religiöse, kulturelle und ethnische Überfremdung unseres Landes an, die wohl nicht ausgelöst, aber geradezu unheimlich verstärkt durch die Politik der offenen Grenzen, gezielt und gewollt durch bundesrepublikanische Politiker (etwa Schäuble), Wirtschaftsbosse und Kirchenfunktionäre geschieht. Er kritisiert die Haltung Merkels in ihrer Unentschlossenheit, Sprunghaftigkeit, Opportunität und Egoismus; sie tut, was ihr für ihre Person und zu ihrem Machterhalt gerade gut und richtig erscheint, was freilich nicht auf Charakterstärke schließen lässt.

An den Kirchen, besonders der/den evangelischen, kritisiert Hans Thomas, dass sich deren oberste Repräsentanten (an der Basis sieht es oft ganz anders aus) in die Phalanx derer, die die Überfremdung und Verfremdung fördern, nahtlos einreihen, eine Verbrüderung mit dem Islam erscheint diesen angebracht, Mission ist längst obsolet geworden. Hinzu kommt all das Versagen auf ethischem Gebiet, etwa, dass seit inzwischen vielen Jahren „Homosex“ entgegen biblischer Weisung gefördert wird, und kirchliche Segnungen solch unfruchtbarer Partnerschaften wenn nicht gar kirchliche Trauungen mit Eintragung im Kirchenbuch vorgenommen werden. Der nicht unabhängig von der „Schwulenbewegung“ zu verstehende „Genderismus“, der von ganz oben „verordnet“ in Staat, Gesellschaft und Kirch(n) gefördert wird, führt zur Auflösung der von Gott geschaffenen Geschlechter, was einen freilich nicht folgenlos bleibenden Versuch der Abschaffung der Schöpfungsordnung darstellt.

Trotz all dieses so bedrohlich wirkenden Wetterleuchtens steht für Hans Thomas und alle ernsthaften Christen unverrückbar fest, was der große schwäbische Pietist Johann Christoph Blumhardt (1805-1880) in die Liedzeile gefasst hat: „Dass Jesus siegt, bleibt ewig ausgemacht, sein wird die ganze Welt“ (Evangelisches Gesangbuch Nr. 375, Strophe 1; die Strophen 2 bis 4 beginnen jeweils mit „Ja, Jesus siegt!“). „Darum“, und darin ist dem Verfasser dieses so verdienstvollen und gut recherchierten Weckrufs uneingeschränkt zuzustimmen, „kann es [für Christen] keine letzte Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit geben“ (S. 190).

Das kraftvolle und klare Buch bietet zahlreiche und gewichtige Informationen, die man kennen sollte, wenn man die geistige Lage in Kirche und Staat richtig beurteilen und sich aus dem Irrgarten befreien will.

Georg Walter

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Tipp: Benny das Arbeitspferd

Christliche Kinderbücher dienen im besten Fall nicht nur der Freude an einer interessanten Geschichte und ansprechenden Bildern, sondern üben einen Einfluss mit christlicher Weltsicht auf den Charakter des Kindes aus. Ein neuer Verlag aus Hessen hat sein erstes Buch veröffentlicht und dabei das Kinderbuch Benny das Arbeitspferd herausgegeben.

Auf 40 Seiten erzählt die Autorin mehrerer Kinderbücher die Geschichte von dem Pferd Benny, der seine Arbeit auf dem Hof von Bauer Don nur unwillig tat und lieber nur spielen wollte. Erst als das Pferd keine Aufgabe mehr erhält und tagein und tagaus döst und faulenzt, merkt Benny, dass nur der schöne Dinge genießen kann, der auch Anstrengung und Arbeit kennt.

Dass es sich um eine Übersetzung aus dem Amerikanischen handelt, fällt nicht auf. Die Zeichnungen von Nadia Brover sind natürlich und schön. Das Bilderbuch ist fest gebunden, hat dickes, hochwertiges Papier und verspricht Langlebigkeit.

Mit diesem Buch ist dem Kleine Adler Verlag ein gelungener Einstand geglückt und es weckt Hoffnung, dass weitere Kinderbücher mit einer entschieden christlichen Weltsicht erscheinen werden.

Benny das Arbeitspferd ist hochwertig gebunden und kostet 11,90 EUR.

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Tipp: Der Triumph des Lammes

„Die Eschatologie des Neuen Testaments ist stets von drei zusammenhängenden Strängen durchzogen: 1. Christus wird eher kommen, als man meint. Das wird für viele eine unangenehme Überraschung sein; andere hingegen wird es erfreuen, wie schnell er Erlösung schafft. 2. Christus wird später kommen, als man meint. Darum müssen seine treuen Knechte bereit sein auszuharren, selbst wenn er sich scheinbar verspätet 3. Uns gebührt nicht zu wissen, wann Christus wiederkommt.“

Als durchschnittlicher Evangelikaler besitzt du das übliche dispensationalistisch-futuristische Verständnis von der Endzeit? Dann zieh dich warm an! Der Kommentar von Dennis Johnson wird dich eiskalt erwischen und herausfordern.

Du denkst, dass die Offenbarung vorwiegend eine bestimmte Zeit  vor allem in einer Zukunft nach der Entrückung beschreibt? Nun, Johnson möchte helfen die Offenbarung zu einem lebendigen Buch für die Gemeinde zu machen.

Mit diesem Kommentar meldet sich die reformatorische Position zur Eschatologie wieder im deutschsprachigem Raum zurück und dann mit einer Übersetzung des kompetenten Lehrers Dennis E. Johnson und stellt eine Darstellung dar, die vor allem dadurch glänzt, dass der alttestamentliche Hintergrund berücksichtigt wird. Schließlich sei aber versöhnlich angemerkt, dass das Werk weitestgehend auf Polemik verzichtet und mit einem Anhang abschließt, der die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Hermeneutik der vier Auslegungsschulen der Offenbarung bespricht (Historizismus, Futurismus, Präterismus und Idealismus). Hohe Leseempfehlung. Vor allem die Strategie das Neue Testament mit dem Alten zu lesen schaffen Zufriedenheit und Verständnis beim Lesen der Offenbarung!

Für 15,90 EUR bei cbuch erhältlich.