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Zitat: Der Christen größte Kunst

Doktor Luther sprach: Wenn jemand fragte, was doch die Christen können und lehren? da soll man nichts anderes antworten, als daß man Christus kenne und an ihn glaube und wisse, daß er vom Vater gesandt sei, Joh. 17. Wer das nicht kann noch lehrt oder treibt, der rühme sich nur keinen Christen, ob gleich sonst jemand wisse alles, was unter dem Himmel geschieht, und wie Gott Himmel und Erde geschaffen habe mit dem Meer und allem, was drinnen ist, ja, daß er auch die Zehn Gebote wisse und sie halte. In Summa, wenn er gleich soviel wüßte und vermöchte wie die Engel, dennoch macht solches alles keinen Christen. Darum sagt Gott Jer. 9, 23, 24: »Der Weise rühme sich nicht seiner Weisheit, noch der Starke seiner Stärke, will sich aber jemand rühmen, der rühme sich, daß er mich (Christus) wisse und kenne, daß ich der Herr bin, der Barmherzigkeit gibt und reicht.«

[Martin Luther: Der neue Glaube. Martin Luther: Gesammelte Werke, S. 6098
(vgl. Luther-W Bd. 9, S. 31) (c) Vandenhoeck und Ruprecht
http://www.digitale-bibliothek.de/band63.htm ]

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CD: Sturm des Lebens

Die meisten christlichen Hörspiele richten sich an jüngere Kinder zwischen 3 und 12. Es ist daher wirklich erfrischend, dass die meisten Hörspiele des Verlags Friedensstimme sich an Kinder und  Jugendliche ab 13 Jahre richten.

Zuletzt ist das Hörspiel Sturm des Lebens erschienen. Im Booklet heißt es:

Die Türen des Gefängnisses öffnen sich. Regina tritt hinaus. Viele Fragen rasen ihr durch den Kopf und die Verzweiflung macht sich breit. Als einziger Trost dient ihr der Satz eines alten Pastors, durch den sie zum Glauben an Jesus Christus kam.
Auch jetzt treibt er sie an, die ersten Schritte im neuen Leben zu wagen. Mutig stellt sie sich der Vergangenheit.

Bevor ich das Hörspiel während einiger Autofahrten hörte, nahm ich an, dass es sich um eine Geschichte aus aktueller Zeit handeln würde. Cover und Beschreibung ließen zumindest keine andere Vermutung zu. Nach wenigen Minuten stellt der Hörer jedoch fest, dass es sich um eine Erzählung um die Zeit von 1900 handelt.

Im Wesentlichen geht es um eine junge Christin und Ehefrau eines Alkoholikers und Tyrannen, die trotz ihrer schwierigen Umstände dem Glauben an Gott treu bleibt. Für junge Christen in jedem Fall ein Vorbild. Wobei die in der Geschichte geschilderten Herausforderungen und Umstände nur teilweise auf Jugendliche von heute übertragbar sind. Meines Erachtens wäre es ein noch besseres Hörspiel geworden, wenn die Erzählung in heutiger Zeit spielen würde.

Die Erzählerin hat einen deutlichen Akzent und wird für anspruchsvolle Hörer gewöhnungsbedürftig sein. Der eher rührselige Stil des Hörspiels und die etwas veraltete Sprache muss man mögen. Mit 107 Minuten auf zwei CDs ist das Hörspiel zwar lang, aber zieht sich nicht unnötig.

Das Hörspiel ist beim Verlag Friedensstimme für 11 EUR erhältlich.

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Wanderausstellung zur Reformation macht Station in Weingarten (Baden)

Anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums gastiert in meiner Gemeinde (Mennoniten-Brüdergemeinde Weingarten) die Wanderausstellung „500 Jahre Reformation: Ein Ringen um die Wahrheit und den Weg“. Sie war zuvor schon an sieben anderen Orten. Die Ausstellung wurde am 8. Januar eröffnet und dauert bis zum 31. Januar 2018.

Die hochwertige Ausstellung versetzt den Besucher in die Zeit des Umbruchs vom Mittelalter zur Neuzeit. Mit dem Eintritt durch die Tür der Schlosskirche in Wittenberg, an der Luthers Thesen angeschlagen wurden, erzählt die Ausstellung von Luther und anderen Reformatoren. Es wird fortgesetzt mit den großen Veränderungen in der christlichen Kirche und der Gesellschaft. Des Weiteren zeigt sie die Entstehung der Täufergemeinden und endet mit der Geschichte der Mennoniten-Brüdergemeinde in Weingarten.

Die über einhundert laufende Meter umfassende Ausstellung ist in acht Ausstellungsräume aufgeteilt. Ausdrucksvolle Gemälde, Bibelexponate, aussagekräftige Modelle und Computer-Präsentationen geben einen guten Einblick in die spannende Geschichte der Reformation. Außerdem wird an einem Nachbau einer Gutenbergpresse die Entstehung des Buchdrucks erklärt. Dabei können dann Groß und Klein einen Bibelvers selber drucken und so die Druckkunst aus dem 14. Jahrhundert kennenlernen. Weiterlesen

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Tipp: William Carey, der Vater der modernen Mission

William Careys Werk ist kaum zu überschauen. Sein Einfluss in Indien ist nicht hoch genug zu schätzen. So ist auch die Abschaffung des Missbrauchs der Witwenverbrennungen auf seinen Einsatz zurückzuführen. Mehrere Pflanzen wurden von ihm entdeckt und beschrieben. Jedoch ist er vor allem Missionar und Bibelübersetzer gewesen. Als Sprachgenie war es ihm möglich das Neue Testament in 22 Sprachen zu übersetzen. Die ganze Bibel hat er zudem in weitere 6 Sprachen übersetzt, darunter Sanskrit, Hindi, Marathi und Bengalisch. Vor allem die bengalische Bibelübersetzung war sein Lebenswert, viele weitere Übersetzungen verstehen sich natürlich als Pionierarbeit.

Wenn mir etwas bei der Biographie nicht gefallen hat, dann das sie zu kurz ist. Ein derart umfangreiches Werk, wie die Mission in Serampore kann man kaum hinreichend auf etwas mehr als 250 Seiten beschreiben. Dennoch ist das Buch ein gutes Einstiegswerk und gibt eine gute Übersicht über einen der größten Missionare seit der Zeit der Apostel. Man könnte zum Leben Careys an dieser Stelle zahlreiche Ausführungen machen, z. B. seine Kampf gegen das Kastensystem. Mitglied ihrer Gemeinschaft konnte nur jemand werden, der auch mit Christen anderer Kasten und Herkünfte Gemeinschaft pflegt. Manche „kulturellen“ Gepflogenheiten mussten der Lehre der Schrift weichen.

Seine Reformen im Bildungssystem, sein Kampf gegen die Sklaverei, sein Beispiel für die weltweite Missionsbewegung überhaupt, sein Einfluss auf weitere bekannte Missionare wie Adoniram Judson oder Henry Martin, Seine problematische Beziehung zu seiner ersten Frau, die ihren Aufenthalt in Indien nicht verkraftete und wahnsinnig wurde, sind nur einige Themen die einer intensiven Besprechung wert sind. An dieser Stelle jedoch möchte ich ein Schreiben anhängen, dass er an seinen Sohn Jabez schrieb, als dieser sich ebenfalls der Mission weihte und an eine Missionsstation ausgesandt wurde. Die folgenden Zeilen habe ich in der Biographie über William Carey von S. Pearce Carey, erschienen im CLV-Verlag (9,90 EUR), gefunden (S. 201 f.). Weiterlesen

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Westminster Bekenntnis (1647)

Lange ist es her, als nimm-lies.de seine letzte Leserunde hatte. Das soll 2018 besser werden. Ich sehe es als Führung, dass ich in letzter Zeit regelmäßig auf das Westminster Bekenntnis hingewiesen wurde, so möchte ich dieses auch mit den Lesern dieses Blogs besprechen. Das Westminster Bekenntnis ist in 33 Kapitel aufgeteilt, die gut einzeln betrachtet werden können.

Wir werden entdecken, welch hohe Informationsdichte sich in Bekenntnissen im Allgemeinen, und in diesem im Besonderen versteckt. Man sieht geradezu den Schweiß und den Hirnschmalz der Brüder, die im Gebet und intensiven Gesprächen um die rechte Formulierung rangen. Dies respektiere ich sehr. Davon profitiere ich auch in meinem geistlichen Wachstum. Hierfür kann es hilfreich sein, einige Absätze visuell aufzuarbeiten und das wollen wir gemeinsam tun.

Viele Punkte sprechen mich persönlich an, andere sprechen tiefste Geheimnisse der christlichen Seele aus. Auch dieses wollen wir betrachten. Schließlich werde ich auch so ehrlich sein, mir unklare Positionen anzugeben und auch Fragen an dieses Bekenntnis zu stellen. Ich werde wagen, dort zu widersprechen, wo ich anderer Meinung bin. Hier freue ich mich bereits auf eine lebhafte und konstruktive Diskussion.

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Sind Grußkarten christlicher Verlage zu teuer?

Bei meinem Engagement in einer kleinen christlichen Buchhandlung stelle ich immer wieder fest, dass manche Kunden Medien und Geschenkartikel aus christlichen Verlagen als zu teuer einschätzen. Eine Faltkarte mit Umschlag, Einlegeblatt und Folienverpackung für 2 EUR – für einige Kunden ist so ein Preis nicht nachvollziehbar.

Als Vergleich werden hier die alljährlichen Weihnachtskartenangebote des Discounters Aldi Süd herangezogen, bei dem 6 Faltkarten im Paket für gerade einmal 99 Cent angeboten werden. Tatsächlich ist der Preisunterschied hier enorm und die Frage daher berechtigt, warum christliche Verlage nicht zu ähnlichen Preisen anbieten. Was sind nun die Unterschiede bei den beiden Produkten und was rechtfertigt den großen Preisunterschied?

Die Faltkarten des Discounters wirken im Vergleich billig und sind im Design sehr einfach und ohne Anspruch gestaltet. Das günstige Angebot beinhaltet kein Einlegeblatt und keine separate Folienverpackung. Der Unterschied in Umfang und Qualität der Produkte dürfte daher einen Teil der Preisdifferenz begründen.

Der andere wesentliche Grund ist der Unterschied in der Auflage. Ein Händler wie Aldi Süd ist aufgrund seiner Größe und Marktmacht mit mehreren Tausend Filialen in der Lage, eine sehr große Menge an Faltkarten abzuverkaufen. Das ermöglicht einen sehr niedrigen Einkaufs- und Verkaufspreis.

Zusammengefasst lässt sich feststellen, dass der Unterschied in Umfang, Qualität und Auflage den Preisunterschied rechtfertigt. Faltkarten von Aldi und Bolanz Verlag sind einfach nicht mit einander vergleichbar. Qualitativ vergleichbare Karten kosten im Schreibwarenladen und beim Buchhändler in der Regel ebenfalls zwischen 2 und 3 EUR, wobei die Auflage bei den säkularen Anbietern weit höher liegen dürfte.

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Tipp: Schreib’s auf!

Im Jahr 1955 starb mein Urgroßvater mütterlicherseits. Er hat uns ein dünnes Buch hinterlassen, in dem er aus seinem Leben und über unsere Vorfahren berichtet. Es ist spannend zu lesen, was er und meine Vorfahren erlebt haben, was sie dachten und was sie taten. Es ist ein Eintauchen in eine andere Zeit, mit der man verbunden ist. Und es weckt in mir das Vorhaben, mein eigenes Leben – möglichst systematisch und gegliedert – in Buchform festzuhalten.

Wie passend, dass im Verlag Rigatio der Autor und Gemeindeältester Peter Güthler ein für diesen Zweck geradezu perfektes Buch veröffentlicht hat:

Schreib’s  auf! ist ein Erinnerungsalbum, in das du deine eigene Geschichte schreiben kannst. Fragen zu deiner Herkunft, Kindheit, Jugend und deinem Leben als Erwachsener helfen dir dabei.

Schreib‘s auf für dich oder die Person, die dir dieses Buch überreicht hat – dein Kind oder deinen Enkel, deinen Neffen oder deine Nichte … Sie wollen wissen, wie du aufgewachsen bist und was du erlebt hast. (Verlagstext)

Das sehr hochwertig wirkende Buch mit Lesebändchen und 120 Seiten ist voller Fragen und ausreichend Platz, um die Geschichte eines Lebens aufzuschreiben. Die Fragen sind so gestellt, dass sie von Christen und dem christlichen Glauben nahestehenden Personen sehr gut beantwortet werden können. Es ist eine ausgezeichnete Alternative für säkulare Erinnerungsalben. Ich werde es selbst nutzen – und ein Exemplar meiner Mutter geben.

Das Buch ist bei Rigatio erhältlich und kostet 14,90 EUR.  Bei issuu.com gibt es eine Vorschau der ersten 21 Seiten.

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Tipp: Im Bilde Gottes schuf ER ihn

Das Jahr ist zwar schon ein paar Tage alt, aber ich möchte es mir nicht nehmen lassen auf ein ungewöhnliches Andachtsbuch von Holger Klaewer hinzuweisen. Klaewer ist unter anderem Autor der Kinderbuch-Reihe Nordlicht und der Großen Rätselsammlung zum AT und NT.

Das Cover mit dem Titel Im Bilde Gottes schuf ER ihn hat mich zuerst etwas irregeführt. Es handelt sich nicht um eine Art Ehebuch sondern um ein Andachtsbuch welches 350 Kurzbiografien über biblische Personen enthält. Es beginnt mit Adam und streift die Leben so bekannter Personen wie Saul, Lukas oder Judas um auf den nächsten Seiten aus dem Leben nahezu unbekannter Persönlichkeiten wie Addi, Benaja und Ketura zu erzählen.

Nicht so wie üblich steht am Anfang der Tageslese kein Bibelvers. Es beginnt unmittelbar mit der Kurzbiografie, wobei der Autor nah an den biblischen Berichten bleibt und es doch gelingt eindrückliche Bilder der so unterschiedlichen Menschen der Bibel zu zeichnen.

Der aufmerksame Leser wird bemerkt haben, dass 350 Biografien für ein Jahr von 365 nicht ausreicht. An den fehlenden Tagen behandelt Holger Klaewer kurz und kompakt ausgewählte Themen der christlichen Nachfolge. Am Ende des Buches sind ein hilfreiches Namens- und Themenverzeichnis nebst bildhafter Chronologie der im Buch erwähnten Personen.

Dieses Buch empfehle ich Christen jeden Alters um sich von biblischen Vorbildern prägen zu lassen.

Das Andachtsbuch ist bei Edition Nehemia als gebundene Ausgabe erschienen und kostet 14,90 EUR.

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Was ist Gnade?

Hier habe ich einen interessanten Aufsatz von Jerry Bridges gefunden, denn ich gerne mit euch teilen möchte. Bridges ringt um die rechte Definition von „Gnade“. Als Analogie beschreibt er das gütige Verhalten seiner Mutter gegenüber heimatlosen amerikanischen Wanderarbeitern, sogenannten Hobos.

Während diese keinen Anspruch zur Gnade (in Ihrem Fall ein warmes Essen) hatten, hat ein Sünder nicht nur keinen Anspruch auf Hilfe, nein vielmehr hat er nur Anspruch auf eine Bestrafung (Abweisung).

Gottes Gnade richtet sich nicht nur an Personen, die keinen Verdienst vorweisen können, sondern sogar an solche, die Unrecht begangen haben. Göttliche Gnade ist mehr als ein unverdientes Geschenk. Ein wichtiges Element im biblischen Verständnis von Gnade ist das Vorhandensein von begangenem Unrecht, [das geahndet werden müsste].

Außerdem findet beim Sünder eine persönliche Verachtung gegen Gott statt. Die Sünde eines Menschen verstößt nicht nur gegen das Gesetz Gottes sondern auch gegen die Person Gottes. Wenn Gott hier Gnade walten lässt, ohne Vergeltung jedoch würde er die Gerechtigkeit untergraben. Vor allem diesen wichtigen Punkt zu illustrieren gelingt Bridges gut:

Nun wollen wir einen weiteren Faktor in die fiktive Geschichte einführen. Angenommen meine Mutter hätte den Mann nicht nur als denjenigen erkannt, der unser Haus ausgeraubt hat, sondern als denjenigen, der im Verdacht steht, auch noch andere Nachbarhäuser ausgeraubt zu haben. Jetzt hätte sie die staatsbürgerliche Pflicht gehabt, die Polizei zu rufen.
Angenommen, sie hätte zu sich selbst gesagt: „Ich weiss, dass dieser Mann wahrscheinlich andere Häuser in der Gegend ausgeraubt hat, aber ich habe Erbarmen mit ihm. Er hat wahrscheinlich Frau und Kinder zu Hause. Ich gebe ihm stillschweigend etwas zu Essen und schicke ihn dann weg.“ Damit hätte Mutter die Gerechtigkeit im Interesse der Barmherzigkeit untergraben.

Bridges kommt zu dieser Definition von Gnade:

Gnade ist Gottes Gunst[oder: Hinwendung] durch Christus für [zu] Menschen, die seinen Zorn verdienen

Die vier Seiten habe ich mit Freude und Tränen in den Augen gelesen. Halleluja, wir haben einen gütigen Gott, welcher ein starker Retter ist!

Jerry Bridges ist Autor des Buches „Gott vertrauen„.

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Sola Scriptura

Szenario: Katholische Kirche. Viele der besonders bekannten Praktiken in katholischen Kirchen sind ganz klar auf eine eher seltsame Auslegungsart der Schrift zurückzuführen, z.B.: das Zölibat, als Schlussfolgerung einer bildlichen Überladung von  1. Tim 3,2  „Es soll aber ein Bischof unsträflich sein, eines Weibes Mann, nüchtern, mäßig, sittig, gastfrei, lehrhaft“. Weib wird als Symbol für Gemeinde gesehen. Natürlich an dieser Stelle, an anderen Stellen heißt Weib immer noch Weib. Wann welches Bild gilt, wer weiß das schon?

Ein zweites Beispiel findet sich in dem Amt des Papstes, so dass man gerne die Apostolischen Vollmachten „vererbbar“ macht, und sich nur auf Verse wie z.B Matthäus 16,18 stützt, wo es heißt:  Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Hier baut man Grundlegen auf einer eher schwierig zu verstehenden Stelle auf. Ganze Abschnitte der Schrift die anderes bezeugen, müssen sich diesem unterordnen. Dass man die Schrift mit der Schrift auslegt, muss auch bedeuten, dass dunkle Stellen durch lichte erleuchtet werden sollten, nicht umgekehrt.

Das Spiel haben die Liberalen (vor allem evangelischen) Kirchen froh weiter getrieben. Man bekannte die treuesten Bekenntnisse, und mit diesen die Jungfrauengeburt und die Gottheit, das Sterben und die Auferstehung Jesu und schließlich auch die Hölle und die Ewigkeit  und bestritt diese sobald man auf die Kanzel stieg. Natürlich mit den besten Absichten, wie: „Wichtig ist, dass Jesus in unserem Herzen aufersteht. Wichtig ist, dass wir in Jesus ein Motiv eines liebenden Gottes erkennen“, etc. Dergleichen Aussagen in Massen findet man z.B. auf chrismon.

Auch hier verzichtete man auf Auslegungsprinzipien. Die Folge: Nun kann jeder alles x-Beliebige in die Schrift rein- und auch wieder rauslesen. Die Folge ist jedoch vor allem, dass die Themenbreite an christlichen Themen abnimmt. Pietistische Verlage haben uns dies zugenüge vorgemacht. Die Entwicklung politische Entwicklungen Israels zu interpretieren, haut in die selbe Kerbe.  Martin Luther schrieb einmal:

„Darum rate ich diesem Romanisten, dass er noch ein Jahr in die Schule gehe und lerne, was doch heißt eine Christenheit oder ein Haupt der Christenheit, ehe er die argen Ketzer mit solchen hohen, tiefen, breiten und langen Schriften vertreibt. Es tut mir aber in meinem Herzen wehe, dass wir leiden müssen von solchen tollen Heiligen, dass sie die heilige Schrift also frech, frei und unverschämt zerreißen und lästern, sich unterstehen die Schrift zu händeln, so sie nicht genugsam sind, dass sie die Säue hüten sollten. Ich habe bisher gehalten, wo man etwas mit der Schrift soll bewähren, müßte dieselbe Schrift eigentlich zur Sache dienen. Aber nun lerne ich, das es genugsam sei, viel Schrift rips raps zusammenzuwerfen, es reime sich oder nicht. Wenn die Weise gilt, so will ich aus der Schrift wohl bewähren, dass Rastrum besser sei, den Mamesier1.“ (Von dem Papsthum zu Rom, wider den hochberühmten Romanisten zu Leipzig)


1 Während Rastrum billiges Bier ist, welches sich nur Studenten gönnten, bezeichnet Mamesier (besser: Malvesier) edlen Wein.

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