Alle Artikel mit dem Schlagwort “Martin Luther

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Wie Gott einen Reformator beruft

 

Wenn mir der Herr in seinem Wort begegnet,
Wenn ich die großen Gnadentaten seh,
Wie er das Volk des Eigentums gesegnet.
Wie er’s geliebt, begnadigt je und je,

Dann jauchzt mein Herz dir, großer Herrscher zu
Wie groß bist du, wie groß bist du!
Dann jauchzt mein Herz dir, großer Herrscher zu
Wie groß bist du, wie groß bist du!
Carl Gustaf Boberg

MartinLuther-workshopCranachElderAls der schwedische Pastor Carl Gustaf Boberg (1859-1940) auf einem Spaziergang war, brach jählings ein Gewitter los, begleitet von heftigen Winden und Donnergrollen. Nachdem sich das Gewitter gelegt hatte und Ruhe eingekehrt war, hörte Boberg in der Ferne die Glocken seiner Kirche läuten. Die Worte „Wie groß bist Du“ wurden in sein Herz gelegt, und daraus entstand das Lied Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte. Gott benutzte ein Unwetter, um das Herz eines Pastors zu bewegen, ein Kirchenlied zu dichten, das bis heute gesungen wird. Dass Gustaf Boberg die Botschaft des Evangeliums der Gnade im Herzen er- und begriffen hatte, beweisen seine Worte: „Wenn mir der Herr in seinem Wort begegnet … “

Boberg gehörte der Svenska Missionskyrkan (Mission Covenant Church of Sweden), einer reformierten Freikirche Schwedens an, die ihre Wurzeln im Pietismus und den christlichen Erweckungsbewegungen des 19. Jahrhunderts hatte. Während die Svenska Missionskyrkan wie Presbyterianer, Baptisten, Pietisten, Methodisten oder die Brüderbewegung zu den vielen Nebenströmen des Protestantismus gehörte, waren es Reformierte und Lutheraner, die zum bedeutendsten Hauptstrom des Protestantismus zählten. Beim Protestantismus handelt es sich somit nicht um eine Kirche, sondern um eine christliche Strömung.

Die Bezeichnung ”Protestant” geht auf das Protestschreiben, die Protestation, zurück, die 1529 auf dem Reichstag zu Speyer eingereicht wurde. Jene deutschen Fürsten, die der Lehre des Reformators Martin Luther folgten, wollten sich dem Reichstagsbeschluss nicht fügen, der eine Reichsacht gegen Martin Luther verhängt hatte. Zunächst wurde der Begriff ”Protestant” lediglich auf die Anhänger Luthers angewandt, doch bald wurde der Begriff auch auf die Gefährten Johannes Calvins, die Reformierten, und später auf alle Strömungen ausgedehnt, die aus der Reformation hervorgingen.

Eine der Hauptfiguren der Reformation – für manche gar der ”Vater der Reformation” – war Martin Luther. Weiterlesen

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Besprechung: Und ob ich schon wanderte im finstern Tal

256341_und_ob_ich_schon_wanderte_vorab_hc_3d_01»Trostbücher« wurden vor allem im Mittelalter verwendet um Kranken im Leiden und Sterben Trost zu spenden. Sie sind etwas aus der Mode gekommen und könnten mit dieser Ausgabe von Martin Luther etwas von ihrer früheren Popularität zurückgewinnen. Rund 100 kurze Texte beinhaltet das vorliegende Buch »Und ob ich schon wanderte im finstern Tal«.

Die altdeutsche Sprache Luthers ist behutsam an die heutige angepasst, so dass immer wieder Luther-typische Formulierungen erkennbar werden. Die Texte sind kurz aber auch knackig und bieten daher viel Anstoß zum Nachdenken über die tröstenden und biblisch-belehrenden Worte.

Es wäre kein Luther-Buch, wenn es billige Trostfloskeln beinhalten würde. Es nährt kein Selbstmitleid. Stattdessen weist er darauf hin, dass Gott die Menschen durch das Leid irdischen Leben zur »Reue und Buße wegen unserer Sünden bewegen will«. Er lenkt den Blick weg vom leidenden Menschen und auf Christus hin. Jede Seite endet mit einem Bibeltext aus den Sprüchen und einem Vers »Zum Nachdenken«.

Der Verlag hat erfreulicher Weise Wert auf eine hochwertige Druckausgabe (7,90 EUR) gelegt. Es ist als Hardcover gebunden und verfügt über ein Lesebändchen. Damit eignet es sich sehr gut zum Weitergeben.

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Gebet Martin Luthers auf dem Reichstag zu Worms

Am 21ten April 1521 musste Martin Luther sich vor dem Reichstag und dem Kaiser in Worms für seine Schriften rechtfertigen. Gefordert war derWiderruf seiner sämtlichen Schriften. Mitten im Verhör bat Luther noch um einen Tag Bedenkzeit, der ihm nur widerwillig gewährt wurde. In dieser Nacht betete er, laut Überlieferung, folgendes:

Allmächtiger, ewiger Gott! Wie ist es nur ein Ding um die Welt! Wie sperrt sie den Leuten die Mäuler auf! Wie klein und gering ist das Vertrauen der Menschen auf Gott! Wie ist das Fleisch so zart und schwach, und der Teufel so gewaltig und geschäftig durch seine Apostel und Weltweisen! Wie zieht sie so bald die Hand ab und schnurrt dahin, läuft die gemeine Bahn und den weiten Weg zur Hölle zu, da die Gottlosen hingehören; und siehet nur allein bloß an, was prächtig und gewaltig, groß und mächtig ist und ein Ansehen hat. Wenn ich auch meine Augen dahin wenden soll, so ist’s mit mir aus, die Glocke ist schon gegossen und das Urteil gefällt. Ach Gott! ach Gott! o du mein Gott! Du mein Gott, stehe du mir bei, wider alle Welt Vernunft und Weisheit. Tue du es; du mußt es tun, du allein. Ist es doch nicht meine, sondern deine Sache. Hab ich doch für meine Person allhie nichts zu schaffen und mit diesen großen Herrn der Welt zu tun. Wollt ich doch auch wohl gute geruhige Tage haben und unverworren sein. Aber dein ist die Sach, Herr, die gerecht und ewig ist. Stehe mir bei, du treuer, ewiger Gott! Ich verlasse mich auf keinen Menschen. Es ist umsonst und vergebens, es hinket alles, was fleischlich ist und nach Fleisch schmeckt. Gott, o Gott! Hörest du nicht, mein Gott? Bist du tot? Nein, du kannst nicht sterben, du verbirgst dich allein. Hast du mich dazu erwählet? Ich frage dich, wie ich es denn gewiß weiß; ei, so walt es Gott! denn ich mein Lebenlang nie wider solche große Herrn gedacht zu sein, habe mir es auch nie vorgenommen. Ei, Gott, so stehe mir bei in dem Namen deines lieben Sohns Jesu Christi, der mein Schutz und Schirm sein soll, ja, meine feste Burg, durch Kraft und Stärkung deines Heiligen Geistes. Herr, wo bleibest du? Du, mein Gott, wo bist du? Komm, komm, ich bin bereit, auch mein Leben darum zu lassen, geduldig, wie ein Lämmlein. Denn gerecht ist die Sache und dein; so will ich mich von dir nicht absondern ewiglich. Das sei beschlossen in deinem Namen. Die Welt muß mich über mein Gewissen wohl ungezwungen lassen, und wenn sie noch voller Teufel wäre, und sollte mein Leib, der doch zuvor deiner Hände Werk und Geschöpf ist, darüber zu Grund und Boden, ja zu Trümmern gehen; dafür mir aber dein Wort und Geist gut ist. Und ist auch nur um den Leib zu tun; die Seele ist dein und gehört dir zu, und bleibet auch bei dir ewig, Amen. Gott helf mir, Amen.

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Die Fabeln Martin Luthers

Ein Hahn scharret auf dem Mist und fand eine köstliche Perle. Als er dieselbe im Kot so liegen sah, sprach er: „Siehe, du feines Dinglein, liegst hier so jämmerlich. Wenn dich ein Kaufmann fände, der würde deiner froh werden und du würdest zu großen ‚Ehren kommen. Aber du bist mir und ich dir, kein (nichts) nütze. Ich nehme ein Körnlein oder Würmeln und ließe ihm alle Perlen.

Lehre: Diese Fabel lehret, dass dies Büchlein, bei Bauern und großen Leuten unwert ist, wie denn alle Kunst und Weisheit bei selbigen verachtet ist. Wie man spricht: Kunst gehet nach Brot. Sie warnt aber, dass man die Lehre nicht verachten soll

Nur wenige wissen, wie vielseitig der Reformator Luther tatsächlich war. Neben seiner Arbeit als Bibelübersetzer, war er ein geschickter Prediger, ein treuer Seelsorger, ein feiner Liederdichter und zuletzt auch bemüht die Allgemeinbildung des „gemeinen“ Volkes aufrecht zu erhalten. So übersetzte er auch eine Vielzahl der Fabeln Äsops ins Deutsche, da „heute niemand die Wahrheit hören möchte“, verträgt man es besser, wenn „ein Wolf oder Bär oder Löwe im Buch dem rechten Wolf und Löwen einen guten Text heimlich liest, den ihm sonst kein Prediger, Freund oder Feind lesen dürfte.“ 

Bei der Übersetzung geht Luther frei zur Sache, und vor allem die Moral der Fabel lenkt er geschickt um. Zudem hat Luther eine Fabel auch selbst verfasst, die sich ebenfalls in diesem kleinen Büchlein finden lässt. Weiterlesen

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Buchbesprechung: Aus der Tiefe rufe ich HERR, zu DIR!

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Luther war ein Mann des Gebets. Er soll auf die Frage, wie sein Plan für den nächsten
Arbeitstag aussehe, geantwortet haben: »Arbeit, Arbeit von früh bis spät. Und in der Tat habe ich so viel zu tun, dass ich die ersten drei Stunden im Gebet verbringen werde.«

Wer für das Jahr 2015 noch nach einem passenden Andachtsbuch Ausschau hält, dem sei diese Zusammenstellung zum Thema Gebet empfohlen, die 2014 im Verlag CLV erschienen ist. Zuerst war ich etwas skeptisch: Alle 365 Tage nur das Thema Gebet? Wird dies mit der Dauer nicht eintönig?  Ich sollte mich irren: Dieses Andachtsbuch gefällt mir noch etwas besser, als das, welches wir mit der Familie bisher lasen:

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Von der Freiheit eines Christenmenschen

„Mache dich auf, Herr, und richte deine Sache…!“ (Ps. 74), denn „der Weinberg des Herrn wird von wilden Säuen zerwühlt“ (Ps. 80). Mit diesen Bibelworten beginnt die Bannandrohungsbulle gegen Martin Luther. Darin wird allen katholischen Christen verboten, Luthers Schriften zu lesen, und Luther selbst wird dazu aufgerufen, seine ketzerischen Werke zu widerrufen.

Zu dieser Zeit (1519) ist Luther noch immer darauf aus, keine Spaltung in der Kirche zu erwirken und schreibt nach Aufforderung des päpstlichen Kammerherrn von Miltitz einen Brief an Papst Leo X., den er noch als den „Allerheiligsten Vater“ bezeichnet. In diesem Brief erläutert Luther seine Position, und legt dem Schreiben seine Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ bei, die für Luther die ganze Summe eines christlichen Lebens darstellt. Heute können wir sagen, dass Papst Leo X. sich etwas entgehen lies, als er darauf verzichtete, die beigelegte Schrift näher zu betrachten.

Ölgemälde von Paul Thumann: Martin Luther verbrennt die Bannbulle

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Ein kleiner Unterricht, was man in den Evangelien suchen und erwarten soll

In letzter Zeit werden mir die Werke von Martin Luther immer wichtiger. Ich muss immer wieder staunen mit welcher Klarheit er das Evangelium erkannt hat. Mit großer Übersicht und reicher Sprache konnte er in einem dunklen Zeitalter das Licht des Evangeliums erkennen und auch anderen weitergeben. So auch in dieser kleinen Schrift, die als Einleitung zu einer Predigtsammlung, die er auf der Wartburg hielt, von Luther 1522 verfasst wurde. In dieser kurzen Einleitung (etwa 8 Seiten lang), sowie in den Predigten will Luther uns ermuntern, selbstsständig Gebrauch von der Heiligen Schrift zu machen. Wichtig ist es für ihn, klar zu machen, was mit dem Begriff „Evangelium“ gemeint ist:

Es ist eine feste Gewohnheit, dass man die Evangelien nach den Büchern zählt und nennt und sagt: Es gibt vier Evangelien. Daher ist’s gekommen, dass man nicht weiß, was Paulus und Petrus in ihren Briefen sagen, und dass ihre Lehre als Zusatz  zur Lehre der Evangelien angesehen wird (…). Danach ist es eine noch schlimmere Gewohnheit, dass man die Evangelien und die Briefe als Gesetzbücher ansieht, worin man lernen soll, was wir tun sollen, und worin uns die Werke Christi nicht anders denn als Vorbild vor Augen gestellt werden (…). Darum soll man wissen, dass es nur ein Evangelium gibt, dies aber durch viele Apostel beschrieben worden ist. Ein jeder Brief des Paulus und Petrus, dazu die Apostelgeschichte des Lukas ist ein Evangelium, auch wenn sie nicht alle Werke und Worte Christi erzählen, sondern das eine sie kürzer und weniger zahlreich als das andere enthält. Ist doch auch von den großen vier Evangelien keines, das alle Worte und Werke Christi enthält – ist auch nicht nötig. Evangelium ist und soll nichts anderes sein als eine Rede oder Geschichte von Christus.

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Die Geschichte von Eric Liddell

Wir haben bisher nicht so oft Bücher und CDs für Kinder vorgestellt. Als Vater eines 21-monatigen Jungen und eines Mädchens im stolzen Alter von drei Monaten interessiere ich mich für gut gemachte Kinderbücher mit gutem Inhalt. Sehr wichtig ist mir dabei, dass meine Kinder von wertvollen Büchern geprägt werden, die ihnen Jesus und die Bibel lieb machen. Daher werde ich in Zukunft hier im Blog verstärkt empfehlenswerte Kinderbücher und CDs vorstellen.

Die Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg hat eine sehr schöne Reihe für Erstleser herausgegeben. Jedes der Bücher erzählt in einfachen Worten die Geschichte eines christlichen Vorbilds. Bisher gibt es die 24-seitigen Bücher mit Hardcover über Martin Luther, David Livingston, Corrie ten Boom, Hudson Taylor und Eric Liddell.

Hier ein Auszug aus dem neuesten Buch Für wen läufst du? über Eric Liddell: Weiterlesen

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Martin Luther über Bücher

Luther verbrennt die Bannbulle,
Ölgemälde von Paul Thumann

„Gerne hätte ich es gesehen, wenn meine Bücher allesamt verborgen geblieben und untergegangen wären. Unter anderem ist ein Grund dafür der, daß es mir vor dem Vorgang graut. Denn ich sehe wohl, was für ein Nutzen in der Kirche geschafft wurde, daß man angefangen hat, außer und neben  der Heiligen Schrift viele Bücher und große Bibliotheken zu sammeln, insbesondere ohne allen Unterschied alle möglichen Väter, Konzilien und Lehrer aufzuspeichern. Damit ist nicht nur die edle Zeit und das Studium in der Schrift versäumt worden, sondern auch die reine Erkenntnis des göttlichen Worts für immer verloren gegangen, bis die Bibel- wie es mit dem fünften Buch Moses zur Zeit der Könige Judas (2. Kön. 22,8) geschah – unter der Bank im Staub vergessen wurde.“ Weiterlesen

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Martin Luther: „Sermon von den Guten Werken“

Oft hört man, dass es in der Bibel eine große Kontroverse gäbe: Die guten Werke. „Gerecht allein aus Gnaden“ der Paulusbriefe sei ein Wiederspruch zu dem „Glauben, den man an den guten Werken sieht“, welchen Apostel Jakobus in seinem Brief darstellt. In der Tat ist die Diskussion über die Bedeutung der Werke durch die ganzen Jahrhunderte in der Kirche Gottes lebendig geblieben. Ein jeder Christ frägt sich, welche Taten zur Ehre Gottes dienen, seinen Namen Ehren und das Werk des Reiches Gottes vorantreiben.

Luther wollte 1520, also als er noch am Anfange der Reformation stand, eine Predigt über die guten Taten eines Christenmenschen verfassen, es entstand jedoch ein ganzes Büchlein. Dieses sollte nachher sogar die Grundlage des evangelischen Katechismus werden. Er selber schrieb im März 1520 an Georg Spalatin:

 „Wenn es so fortschreitet, wird es meines Erachtens mein allerbestes Buch.“

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