Allan Harman hat eine Biographie über Matthew Henry verfasst, die dank des 3L-Verlag auch deutschsprachig erhältlich ist.
Das Buch ist gut übersetzt und lässt sich durch seine Kürze relativ schnell durchlesen. Einige Lektionen, die ich mitgenommen habe:
- Matthew Henry hat fast alles bei seinem Vater Philip Henry gelernt: Als Nonkonformisten war es ihm verwehrt, Theologie zu studieren. Es blieb nur der Weg über Jura, der ihm den Zugang zu den antiken Sprachen ermöglichte (obwohl er griechisch schon als Kind gelernt hat)
- Es gab zwar wohl ein illegales theologisches Seminar der Nonkonformisten. Doch kaum hat Matthew mit dem Studium angefangen, wurden fast alle Studierende krank an der Grippe (sie wohnten auf engstem Raum) und einige verstarben gar. Für Matthew bedeutete es erst einmal das Ende seiner theologischen Laufbahn
- Er wird Pastor einer presbyterianischen Gemeinde und sucht ständig Kontakt mit anderen Gemeinden, ja schreibt darüber sogar ein Buch. Dennoch wird ihm die Annahme durch die offizielle Kirche erst nach seinem Tode gewährt (er wird in einer anglikanischen Kirche bestattet)
- Er arbeitet ungemein viel, predigt äußerst systematisch und sein berühmter Kommentar entsteht im Grunde begleitend zu seinen Predigtausarbeitungen.
- Der Kommentar ist zu seinen Lebzeiten noch recht wenig bekannt (und wird auch nicht vollständig von ihm selbst fertiggestellt). Doch schon bald zieht er weite Kreise. Harman kann zeigen, dass zahlreiche Lieder Wesleys (!) vom Bibelkommentar Henrys zehrt. Ja Wesley veröffentlicht sogar auf eigene Kosten eine gekürzte Version davon.
Das ein historischer Kommentar so eine lange Popularität erlebt ist äußerst ungewöhnlich, bekanntlich wurde die deutsche Übersetzung erst kürzlich fertiggestellt. J.I. Packer schrieb einmal über Henrys Exposition:
„Weil sein Stil einfach und praktisch ist, obgleich der Inhalt sehr scharfsinnig und gut durchdacht ist, wird der Kommentar immer ein klassisches Werk bleiben, das mit Kopf und Schultern herausragt über jedes andere populäre Bibelwerk, das vorher oder seither geschrieben worden ist.“

Peter Leithart war mir bisher vor allem als 
Calvin widmete diese Schrifte, deren Teile später auch in die 1559- Auflage der Institutio bildeten, der Stadt Genf. Die Schrift wurde Anfang 1552 als gemeinsame Erklärung der Genfer Pastoren. Calvin setzt sich mit dieser Schrift mit zwei katholischen Widersachern, Pighius und Siculus auseinander, aber er stellt sich auch der Ablehnung der doppelten Prädestination im protestantischen Lager. Die Schrift, ist in 47 kleinere Abschnitte eingeteilt, die immer wieder für ein „Deja-Vu“ gesorgt haben. Immer wieder ernüchternd festzustellen, wie uralt „moderne“ Einwände gegen die Prädestinationslehre sind.
Gegriffen habe ich zu diesem Buch, weil mir auffiel, wie häufig Jonathan Edwards über Gleichnisse predigte und ich mich hier zunächst selber damit auseinandersetzen wollte. Das Buch ist Teil meiner Logos Bibliothek und so ist mir womöglich nicht gleich aufgefallen, was für ein dicker Wälzer das ist. Das ist aber bereits mein erstes Lob für dieses Werk: Es ist wirklich comprehensive, also verständlich und leicht zu lesen. Bereits nach wenigen Tagen habe ich einen Großteil des Einleitungskapitels durchgelesen sowie die Besprechung mehrerer Gleichnisse.