Alle Artikel von “Sergej Pauli”

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Mein Volk, das in vergang’nen Tagen

Vor einigen Jahren bin ich auf dieses Lied gestoßen, dass ich gerne mit euch teilen würde, da der Inhalt doch ungewöhnlich ist im Vergleich zu vielen der anderen alten Glaubenslieder:

1. Mein Volk, das in vergangnen Tagen
des Herren Banner fröhlich schwang,
dazu, von hohem Geist getragen,
so himmlisch schöne Lieder sang,
wo ist denn deiner Väter Glauben,
ihr‘ feste Burg, ihr‘ Waff und Wehr?
Du ließt dein höchstes Gut dir rauben
von einem ganzen Höllenheer!

2. Mein Volk, das in verfloss’nen Zeiten
mit einer heiligen Geduld,
verfolgt, erträgt die schwersten Leiden,
gestützt auf Gottes Vaterhuld,
kaum sah’n wir dich dem Leid entrinnen,
so warfst du dich zum Herrscher auf,
um schnell am Faden fortzuspinnen,
wo Rom verlor den blut’gen Lauf!

3. Mein Volk, das einstens protestierte
voll Kühnheit wider Trug und Wahn,
dass schnell dein Geist, der lang‘ verirrte,
betrat der Wahrheit lichte Bahn.
Ist jener Kampf denn schon beendet,
im Geist besiegt der Lügner Rott‘?
Weh‘ dir, du hast dein Herz gewendet,
bekämpfst das Licht nun selbst mit Spott!

4. Mein Volk, erwach aus deinem Schlummer
und kehr zu deinem Herrn zurück,
sonst trifft dich endlich schwerer Kummer,
verscherz doch nicht dein eignes Glück!
Folg deiner Väter treuem Mahnen,
noch hast du hierzu Gnadenfrist.
O schar dich eilends zu den Fahnen
des Siegesfürsten Jesus Christ.

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Hier fehlt mir noch ein Buch: Okkulte Belastung

Womöglich bin ich nicht der richtige Mensch dafür, um dieses Thema anzusprechen. Mir fehlt eine ordentliche Portion Taktgefühl und Einfühlsamkeit lasse ich auch oft vermissen. Von einer freundlichen und netten Ausdrucksweise will ich gar nicht reden. Dennoch haben sich bessere und schlauere Menschen nicht bereit gefunden, hier den Finger auf eine offene Wunde zu legen.

Ich fürchte bei kaum einem Thema lassen wir so sehr Spekulationen, Fiktion und Wunschvorstellungen ein, wie beim Thema der Besessenheit. Ein seltsamer Ausdruck, schon beim Aussprechen und Schreiben will man sich nicht wohl fühlen und fühlt sich von einer dunklen Macht bedroht. Dabei ist der Fürst der Finsternis durchaus real und stärker als jeder Mensch, aber nie so stark wie Gott. Wir haben es im Christentum nicht mit Polytheismus zu tun, also einem guten Gott und einem Gott der Unterwelt, eine Vorstellung die sich schnell einschleichen will, aber ich will es lieber mit den Reformatoren halten. Es soll Luther sein, der gesagt hat: „Der Satan ist wie ein Hund an der Kette; er kann nicht weitergreifen, als Gott ihm Raum gibt und solange er ihm Raum gibt …“ Weiterlesen

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Luther: Eine einfältige Weise zu beten, für einen guten Freund

Dieses Werk ist äußerst originell, schrieb doch der berühmteste Professor Europas ein Buch für seinen Barbier. An dieser Stelle möchte ich einen Ausschnitt aus einer Buchbesprechung von Pierre Bühler hinzufügen:

„Meister Peter Beskendorf war Barbier und zum Teil wohl auch Arzt. Er gehörte zu den besten und ältesten Freunden Luthers und sprach gern mit diesem über theologische und religiöse Themen. Es ist anzunehmen, dass er von Luther eine Anweisung zum Beten begehrt hatte und Luther seinen Wunsch entsprach mit dieser Darlegung „einer einfachen Weise zu beten.“ Die Schrift erschien erstmals 1535 in Wittenberg, aller Wahrscheinlichkeit nach in den ersten Monaten des Jahres. Auf jeden Fall wird nicht auf das Unglück Beskendorfs Bezug genommen: Er erstach am Ostersamstag 1535 – wahrscheinlich im Rausch – seinen Schwiegersohn Dietrich und wurde dann, von allen bedauert, am 30. Juli 1435 zwar begnadigt, aber des Landes verwiesen. Die einfache Weise zu beten wird am Leitfaden der Bitten des Vaterunsers und der zehn Gebote entfaltet. Noch im selben Jahr erschien eine erweiterte Ausgabe: Hinzugefügt wurde das Beten der Hauptstücke des Glaubensbekenntnisses. Diese Schrift liefert wichtige Aspekte von Luthers Auffassung des Gebets und schenkt zugleich einen Einblick in seine eigene Gebetspraxis: „… ich geb’s euch so gut, wie ich’s habe und wie ich selber mich beim Beten verhalte. Unser Herr Gott gebe es euch und jedermann, es besser zu machen.“

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Martin Luther: Von dem Papsttum zu Rom, wider den hochberühmten Romanisten zu Leipzig

Wieder ein kleiner erläuternder Ausschnitt aus einer Werkseinführung von Pierre Bühler: „Die Bezeichnung „Romanist“ meint hier (…) Römling, Romanhänger, Verfechter des römischen Papsttum. Ein solcher war der Franziskanermönch Augustin Alfeld (…).

Er schrieb im April 1520 eine lateinische Schrift gegen Luther, mit der Absicht, aus der Bibel zu beweisen, dass das Papsttum zu Rom auf göttlichem Recht beruhe. Luther hielt sie nicht einer Erwiderung wert und beauftragte Lonicer mit einer Antwort, die ungefähr zeitgleich mit einer weiteren Erwiderung, durch Bernhardi, erschien. Allfelds Schrift hatte denn auch durch ihre Mängel in den eigenen Reihen Entsetzen gestiftet. Weiterlesen

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Mein lieber Markus! (Ein Brief von Paul Geyser)

Mit schwerem Herzen habe ich gelesen, dass du dich für die Theologie entschieden hast, und auch deine würdige Mutter hat erklärt, es sei das eine bedenklichere Wahl, als wenn du den Rock aus zweierlei Tuch anziehen oder dein Glück auf dem Weltmeer suchen wolltest. Indessen, wie ich dir nie zuredete und dir ganz freie Wahl ließ, so will ich nun auch nicht widerreden, sondern dir nur zurufen: Der Gott, vor dem meine Väter Abraham und Isaak wandelten, der Gott, der mich mein Leben lang ernährte bis auf diesen Tag, der Engel, der mich erlöst hat von allem Bösen, der sei mit dir! (1Mo 48,15)

Oh, mein Sohn Markus, meines Herzens Hoffnung und Freude, ich wollte lieber, du wärst auf meinen Knien gestorben, als dass du herangewachsen wärst, um des Teufels Narrenkappe zu tragen, ein Diener der Kirche zu heißen und ein Baalspfaffe zu sein. Weißt du, dass nach Gottes Gesetz der Mann, der das Heilige Salböl nachmachte, verflucht und vermaledeit war in Ewigkeit? (2Mo 30,31–33) Wird denn eine geringere Strafe denjenigen treffen, der das Heilige des Neuen Bundes nachmacht, um Menschen und Gott zu belügen?!

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Von Büchern und Unbüchern

Immer wieder kann man nur staunen über grausige Predigten in teilweise gut gefüllten Kirchensälen. Wir Evangelikale müssen immer wieder mit magerer Speise zurechtkommen, weil der Prediger den Auftrag Christi vergisst: „Gebt Ihr Ihnen zu essen!“. Doch auch der Büchermarkt ist nicht unbedingt mit zu viel Ehre ausgezeichnet, was die Qualität zahlreicher christlicher Werke angeht.

Immer wieder ärgere ich mich über mangelhafte christliche Literatur, die trotzdem gekauft und gelesen wird, wobei ich mich manchmal frage, ob Menschen die sagen, lesen wäre langweilig und wenig erbauend, genau solche Bücher hatten, und eigentlich meinen, das Lesen bestimmter Bücher wäre langweilig und unnötig. Denn das ist wirklich, dass auf dem sowieso dünn besiedelten christlichen Büchermarkt noch ein Haufen leerer Hopfen gedeiht: Zum Lesen nicht zu empfehlen, zum Verbrennen ein zu geringer Heizwert.

Ich möchte in diesem Artikel einige Kriterien vorstellen, die ein Buch auf der Lesenswertskala deutlich nach unten sinken lassen. Außerdem hoffe ich dadurch, Kriterien herausarbeiten zu können, nach denen man Autoren und ihre Literatur bewerten kann. Weiterlesen

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Richard Friedenthal: Martin Luther – Sein Leben und seine Zeit

In meinem Bücherregal stehen fünf verschiedene Biographien über Martin Luther. Obwohl ich nicht alle vollständig gelesen habe, gefällt mir keine mehr als die von Richard Friedenthal.

Ich glaube, heute neigt man dazu, an Luther vor allem seine Fehler zu sehen, allen voran seinem Antisemitismus, der in der Tat abscheulich war. Oder seinem harten Verhalten gegenüber den Widertäufern, die ja, so will es mancher wissen, die Glaubensvorfahren der Baptisten waren. Doch wie viel Positives man im Leben eines Thomas Müntzers finden kann, will auch keiner aufzählen. Andere vermeintlich positive Stimmen sehen einen Rebell, oder einen Frauenrechtler, den Gründer des Kapitalismus und der „schnellen“ Presse.

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Martin Luther: Ob man vor dem Sterben fliehen möge

1525 wütete in Breslau die Pest. Wer konnte, floh vor der Seuche und verließ die Stadt. So entstand auch bei evangelischen Pfarrern das Problem, ob man vor diesem Sterben fliehen dürfe? Man stellte diese Frage Luther zur Klärung, und er verfasste diese Schrift. Als die Pest zwei Jahre später auch in Wittenberg ausbrach, blieb Luther und versorgte als Seelsorger die Bedürftigen. H.C. Knuth schreibt dazu:

„Die Schrift zeigt klar, wie der Glaube die Freiheit zum Handeln, die Liebe aber die Freiheit zum Leiden gibt. Luther geht einen Weg, der Feigheit genauso wie Fatalismus vermeidet.“

Dies ist ein äußerst interessantes Werk, dass ich vor längerer Zeit eigentlich nur des interessanten Titels halber gelesen habe.  Für unser Jubiläumsjahr möchte ich das Buch jedermann ans Herz legen, gelingt es doch Luther aus dieser äußerst spezifischen Frage, einen wichtigen Grundsatz herzuleiten: Hat ein Mensch Verantwortung zu seinem nächsten, da er z. B. Bürgermeister oder Pfarrer ist, so darf er seine Schäfchen nicht verlassen, denn er würde Ihnen schaden und nicht nach der Liebe handeln.

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J. Gresham Machen: The New Testament

Hier im Blog haben wir bereits einen Text von J. Gresham Machen veröffentlicht, der die Intelligenz und Sprachbegabung des Autors zeigt: Ihr seid das Salz der Welt!

Machen ist ein Autor, der in der Lage ist ein Thema kompakt und doch umfassend darzustellen und dabei einfache Formulierungen für komplizierte Sachverhalte findet. Dies zeigt die tiefe Auseinandersetzung des Autors mit den besprochenen Themen. Hier hat man es nicht nur mit einem Autor, sondern mit einem überzeugten Christen zu tun. Machen selbst ist in Deutschland so gut wie unbekannt, und ich bin eher durch einen Zufall auf das Werk, das ich an dieser Stelle besprechen möchte, gestoßen.

Wer etwas mehr über den Autor erfahren möchte, findet eine freundlich gesinnte Zusammenfassung seines Lebens in Wikipedia.

Ein Bruder hat mir vor Jahren gesagt, am sinnvollsten zum Verständnis der Heiligen Schrift findet er diverse „Einführungen in die Bibel“. Ich konnte dies damals nicht verstehen, mit dem Vorbehalt, dass man für die Bibel ja keine Bücher zum Verständnis braucht, und der Heilige Geist uns alles erklärt. Weiterlesen

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Tipp: Das Evangelium nach Rom

Vorerst muss ich mich wohl für die lange Auszeit entschuldigen. Tatsächlich habe ich aufgrund diverser persönlicher Projekte letztes Jahr kaum geschafft neben der Bibel weitere Bücher zu lesen. Im Übrigen ist manchmal etwas Distanz zu den ganzen Schriften durchaus heilsam. Vor einigen Wochen hatte ich einen meiner Freunde zu Besuch, der ein überzeugter Katholik ist und zudem auch in früher Kirchengeschichte promoviert.

Zwar nahm ich diese Tatsache immer als Grund um ihn darauf hinzuweisen, dass z. B. die Didache ganz klar von einer Erwachsenentaufe spricht, aber ansonsten habe ich bisher von Maßnahmen abgesehen auf die Fehler der katholische Kirche hinzuweisen. Tatsächlich habe ich hierin wohl zu viel Gleichgültigkeit gehabt, gemäß dem Motto, seriöse Katholiken gäbe es ja eh kaum im Freundeskreis. Nun musste ich eingestehen, dass ich zu wenig über den Katholizismus weiß, um einen überzeugten Katholiken auf Missstände in der Lehre Roms hinweisen zu können. Weiterlesen