Alle Artikel von “Sergej Pauli”

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Geistliche Realität oder Wahnvorstellung

Ein interessanter Beitrag, welchen ich bei Watchman Nee entdeckt habe:

Das (…) gilt für das Brotbrechen. In der Nacht, da er verraten ward, „nahm Jesus das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es den Jüngern mit den Worten: ‚Nehmet, esset! Dies ist mein Leib.‘ Dann nahm er einen Becher, sprach das Dankgebet und gab ihnen denselben mit den Worten: ‚Trinket alle daraus! Denn dies ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Ich sage euch aber: Ich werde von nun an von diesem Erzeugnis des Weinstocks nicht mehr trinken.'“ (Matth. 26,26-29). Manche betrachten dies von der stofflichen Seite her und vertreten beharrlich die Ansicht, dass, während Brot und Kelch gesegnet wurden, sich das Brot in den Leib des Herrn und der Wein in das Blut des Herrn verwandelt habe. Andere betrachten das Ganze von der Vernunft her und wenden ein, dass Brot und Wein nicht stofflich verwandelt wurden, sondern nur bildlich den Leib und das Blut des Herrn darstellen.

Von des Herrn eigenem Wort her beurteilt, sehen wir jedoch, dass er den Nachdruck weder auf die Verwandlung noch auf die Versinnbildlichung legt, sondern auf die geistliche Realität. Hinter dem, was gegessen und getrunken wird, liegt die geistliche Realität. Jesus sagt: “ dies ist mein Leib“; er sagt nicht: „Dies stellt symbolisch meinen Leib dar.“ Hernach sagte er: „Dies ist mein Blut des Bundes“, und fährt dann weiter: „Ich werde von nun an von diesem Erzeugnis des Weinstocks nicht mehr trinken“, und weist damit klar darauf hin, dass der Wein weder verwandelt wurde noch für das Blut stellvertretend ist. Als der Herr vom Brot und vom Kelch sprach, lag sein ganzer Nachdruck auf dieser Realität. In seinen Augen war dies weder eine bildlich Darstellung, noch geschah hier eine Verwandlung.

Dasselbe macht Paulus klar, wenn er sagt: „Der Kelch des Segen, den wir segnen: ist es nicht die Gemeinschaft mit dem Leibe Christi?“ (1. Kor. 10,16). Es ist Brot, dennoch anerkennt er es als Leib Christi. Es ist Wein, gleichwohl nimmt er ihn als Blut Christi an. Auch Paulus sieht hier weder eine bildliche Darstellung noch eine Verwandlung, sondern einzig eine geistliche Realität. Ferner erklärt er: „Weil es ein einziges Brot ist, sind wir trotz unserer Vielheit doch ein einziger Leib“ (Vers 17). Wie hätte er dies sagen können, ohne die geistliche Realität erfasst zu haben?

Wenn der Mensch spricht, so gibt er entweder einer Tatsache oder einem Gleichnis Ausdruck – dem, was in eine buchstäbliche oder in eine bildliche Sprache eingekleidet ist. Bei Paulus verhält es sich anders. „Wir, die Vielen“ ist buchstäblich, „sind ein Leib“ ist bildhaft. Er vereinigt das Buchstäbliche mit den Bildhaften in einem Satz, weil für ihn beides, „wir, die Vielen“ und „sind ein Leib“, Tatsachen sind. Die geistliche Tatsache, mit der er in Berührung gekommen ist, steht für ihn so fest, dass er „wir, die Vielen“ mit „sind ein Brot, ein Leib“ vereinigt. Er steht über Grammatik und Rhetorik. Er ist einer, der den Herrn wirklich kennt. Wenn er das Brot isst, so ist er wahrhaftig in Gemeinschaft mit dem Leib Christi; er hat das Brot vergessen und steht nun mit der geistlichen Realität in Verbindung. Nimmt er den Kelch zur Hand, so hat er tatsächlich Gemeinschaft mit dem Blute Christi und denkt nicht mehr an das Erzeugnis des Weinstocks, denn er ist mit der geistlichen Realität in Berührung gekommen. da er die geistliche Realität erfasst hat, sind für ihn Worte oder Lehrmeinungen kein Problem mehr.

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Jerobeam, König von Israel

Mit diesem Artikel verfolge ich vor allem zwei Ziele: Zum einen möchte ich auf die Vielseitigkeit und Farbe biblischer Berichte hinweisen. Persönlichkeiten und historische Begebenheiten werden mit einer einmaligen Deutlichkeit und Klarheit ausgearbeitet. Dies möchte ich am Beispiel Jerobeams darstellen.

Zudem möchte ich auch an entscheidenden Stellen auf weiterführende Literatur verweisen, die oft ein Schlüssel sein kann, biblische Texte besser zu verstehen. Immer dann ist Literatur gut, wenn Sie uns Zugang zur heiligen Schrift gibt und uns hilft Zusammenhänge besser zu erkennen.

Dazu Jerobeam, der Sohn Nebats, ein Ephraimiter von Zereda, Salomos Knecht (und seine Mutter hieß Zeruga, eine Witwe), der hob auch die Hand auf wider den König. Und das ist die Sache, darum er die Hand wider den König aufhob: da Salomo Millo baute, verschloss er die Lücke an der Stadt Davids, seines Vaters. Und Jerobeam war ein streitbarer Mann. Und da Salomo sah, dass der Jüngling tüchtig war, setzte er ihn über alle Lastarbeit des Hauses Joseph. (1. Kön 11, 26-28) Weiterlesen

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Die Gemeinschaft der Heiligen

Um einem Missverständnis, der in den letzten Artikeln möglicherweise entstanden ist, vorzubeugen, ist wohl dieser Artikel nötig. Überhaupt kann man sich fragen, warum ich in einem Blog, dass vornehmlich Literatur bespricht, mich mit Dispensationalismus und anderen Themen auseinandersetze. Nun die Antwort sollte eigentlich auf der Hand liegen: Wenn ich ein Buch aufmache, und dies gilt für christliche Literatur im besonderen Maße, möchte ich wissen, wer der Autor ist. Wie sein Verhältnis zur Heiligen Schrift ist, ist dabei in besonderem Maße wichtig. Somit versuche ich immer möglichst viele Informationen zum Autor zu bekommen. Sein theologischer Hintergrund ist dabei in hohem Maße relevant.

Was mir besonders wichtig ist, ist zudem die Gemeinde, die der Autor ist. Vielleicht sollte man es anders ausdrücken. Ich möchte wissen, wie er zur Ortsgemeinde steht, welche Ordnung dort vorherrscht, wie Gemeindezucht gehandhabt wird, wie die Gottesdienste durchgeführt werden, wie missioniert wird usw. Somit würde ich niemals ein religiöses Werk lesen, dessen Autor gemeindelos ist. Weiterlesen

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Bruder unter Brüdern

Zunächst sollte ich erklären, dass ich keine christlichen Wurzeln habe. Weder meine Mutter, noch meine Oma, noch irgendein entfernter Onkel waren oder sind Christen. Als ich mit 16 Jahren zum Glauben kam, war vieles für mich neu. Ja ich würde sogar sagen, dass es kein Element des Glaubens und des Handelns als Christ gibt, was ich nicht neu lernen musste. Angefangen vom Verzicht auf Notlügen bis zur Änderung der Ausdrucksweise. Auch wäre es gelogen, zu behaupten, dass der Prozess fertig ist. Wenn ich jedoch rückblickend einen Fehler wiederholt begangen habe, dann den, mehr auf erfahrene Brüder zu hören als auf die Stimme des Heiligen Geistes durch sein Wort. Prinzipiell ging ich nach meiner Bekehrung immer davon aus, dass mich ein Bruder belehren muss, wie man die Schrift nun korrekt zu verstehen hat. Nun stimmt es, dass Gott Lehrer eingesetzt hat, aber durch die Gemeinschaft mit Christus in seinem Wort, ist jeder Christ in der Lage den vollkommenen und wunderbaren Willen Gottes zu erfassen und zudem auch die Kraft zu bekommen, seinen Willen zu tun.

Ich kam zum Glauben in der wahrscheinlich konservativsten und strengsten Gemeinde Deutschland. Und damit meine ich nicht nur die Kleiderfrage, sondern auch Fragen wie das Zehnte zahlen, wöchentlich fasten usw. Obwohl ich vieles rückblickend nur belächeln kann, staune ich immer noch, wie viele dem Christentum total wildfremde Menschen hier zum Glauben gekommen sind. Das ist vielleicht auch die Ursache für manche Radikalisierung in dieser Gemeinde gewesen. Manch ein Alkoholiker, der durch seinen Alkoholkonsum großen Schaden anrichtet an seinen Nächsten, bleibt auch als Abstinenzler unerträglich. Oder wie man so sagt: Man kann von zwei Seiten vom Pferd fallen. Immer wieder habe ich unglaublich wahnsinnige Radikalisierungen von Christen erlebt, die vor ihrer Bekehrung ein besonders wildes Leben führten. Weiterlesen

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Wie falsche Theologie uns die Bibel stehlen kann

Mit Entsetzen aber gleichzeitig auch mit Freude entsinne ich mich an eine „christliche“ und „bibeltreue“ Konferenz, auf der ich vor etwa zwei Jahren anwesend war. Ich werde keine Namen und Orte nennen, jedoch wird für den Kenner auch so offensichtlich sein, wovon ich rede. Der Autor sprach über die Offenbarung und sein Fazit war im Großen und Ganzen, dass die Offenbarung die Christen nichts angeht, da der Inhalt nur die Juden betrifft, die nach der Entrückung der Gemeinde zum Glauben kommen werden. Es waren noch viele weitere verwirrende Thesen aufgestellt worden, jedoch lag über allem der Unterton: Dies betrifft nur die Juden, und das betrifft nur die Juden, für die Gemeinde sind im Großen und Ganzen nur die Paulusbriefe, und selbst hier nicht alle. Das war das Entsetzen! Es wurde größer, als aus den Reihen der Zuhörer vereinzelt Halleluja-Rufe erschallten über diese „Frohe Botschaft“. Der Redner hielt uns vor, dass Verse, wie „sei getreu bis zum Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben“, niemals für Menschen gemeint sein können, die unter der Gnade leben, denn wir als Christen wissen doch, dass wir so treu nicht sein können. Tja, die „Frohe Botschaft“ des Redners  war viel mehr eine erbärmliche, trübsinnige und armselige Botschaft. Weiterlesen

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Sensibilität und Dankbarkeit

Da mein Vater ein Russe war und meine Mutter eine Deutsche ist, schwingen in meiner Seele zwei Saiten: Eine emotionale, verspielte, auch etwas traurige und eine rationale, kühle und sachliche. Durchaus entstehen damit Dissonanzen, im großen und ganzen hat es aber viele Vorteile multikulturell aufzuwachsen.

Heute habe ich mich entschieden einige russische Dichter vorzustellen, die ich als Jugendlicher zwischen 17 und 19 in Maßen verschlang. Obwohl ich auch gerne Thomas Mann und Mark Twain las, würde ich russischer immer den Vorzug geben. Auf mich haben viele russische Dichter einen prägenden Eindruck hinterlassen:

Natürlich kann man hier nicht an Dostojewski vorbeigehen, diesem Genie und sicherlich international bekanntesten russischen Schriftsteller. „Schuld und Sühne“, bzw. wie es neu besser übersetzt wurde „Verbrechen und Strafe“ schildert hierbei einen moralisch an sich selbst anspruchsvollen aber eben auch labilen Jugendlichen, der aus verschiedenen Gründen mit der Axt eine alte und überaus unfreundliche Pfandleiherin und ihre Schwester ermordet. Nun hört sich das nach einem Krimi an, Dostojewski gelingt jedoch eine brillante Darstellung der unerträglichen Gewissensqualen des Mörders Raskolnikov: Hier, wie überhaupt ständig in der russischen Literatur, sollte man zudem bedenken, dass alle vorkommenden Orts- und vor allem Personennamen gezielt gewählt sind.  So bedeutet auch der Name des tragischen Helden, „der Gespaltene“. Weiterlesen

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Nachfolge Christi

„Was nützt es dir, über die Dreieinigkeit hochgelehrt streiten zu können, wenn du die Demut nicht hast, ohne die du der Dreieinigkeit missfällst? Wahrhaftig, hochgelehrte und tiefsinnige Worte machen den Menschen nicht heilig und nicht gerecht: ein Leben voll Tugend dagegen macht uns Gott genehm. Es ist mir ungleich lieber, ein lebendiges Gefühl der Reue und Buße im Herzen zu haben, als eine schulgerechte Erklärung geben zu können, was Reue und Buße sei. Hättest du die ganze Bibel und die Aussprüche aller Philosophen im Gedächtnis, hättest aber dabei die Liebe Gottes und seine Gnade nicht im Herzen: wozu hülfe dir all jenes, ohne dieses Einzige?“

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Tipp: Der Herr ruft alle Kinder

Jak. 5,13: Ist jemand voller Zuversicht, soll er Loblieder singen.

Meine dreijährige Tochter singt einfach unglaublich gerne Lieder. Sie singt einfach immer und überall. Wenn wir spazieren gehen, beim Autofahren, beim Spielen. Vermutlich singt sie nur dann nicht, wenn sie traurig ist. Das ist ja bei Kindern eher selten der Fall. Normalerweise sind sie, wie es im Vers oben heißt, „voller Zuversicht“. Vielleicht singen sie deswegen so unbeschwert und befreit los. Vor allem singen Kinder um des Singens willen, und nicht um der Ehre oder dem Ansehen oder der Möglichkeit auf einer Bühne zu stehen, willen.

der-herr-ruft-alle-kinder-paket-bd-1-3htmlFür mich, der ich von Natur ein pessimistischer, notorischer Griesgram bin, ist das eine gute Lektion, sich regelmäßig mit den Kindern hinzusetzen und einige Lieder zu singen. Da meine Frau Klavier und ich Gitarre spielen kann, ist eine musikalische Begleitung sichergestellt.

Von den Liedern, die über Dankbarkeit, Freude, Zufriedenheit handeln, profitiere auch ich sehr. Oftmals steht man einfach viel getrösteter vom Singen auf, als man sich zum Singen hingesetzt hat. Vieleicht liegt darin für uns Eltern die größte Herausforderung: Mit dem Singen anzufangen. Da heißt es nämlich nicht nur die nötigen Freiräume schaffen, damit Musik und Gesang wirken kann, muss auch unnötige Ablenkung abgestellt sein. Deswegen, gilt bei uns während dem Singen striktes Mobilgeräteverbot.

Wer auf der Suche nach guten Liedern für die Jüngsten der Familie sucht, hat mit den drei Bänden des CMV-Verlages genau das Richtige. Für den Preis von fünf Euro bekommt man drei sehr schön illustrierte Liederbücher mit erbaulichen Kinderliedern (im Paket sogar nur 13 EUR). Wem es an einem Instrument zu Hause mangelt oder einige Lieder nicht kennt, kann zudem die dazugehörigen CDs erwerben, die alle 82 Lieder der Liederbücher beinhalten.

Ps. 92,4:

Denn, HERR, du lässest mich fröhlich singen von deinen Werken, und ich rühme die Geschäfte deiner Hände.

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The Christmas Miracle of Jonathan Toomey

Ich freue mich sehr, auf „Nimm und Lies“ einen Gastbeitrag veröffentlichen zu dürfen und möchte die Chance nutzen, ein kleines Buch zu empfehlen, das seit seinem Erscheinen vor 20 Jahren die Bestsellerlisten englischsprachiger Weihnachtsbücher erobert hat: „The Christmas Miracle of Jonathan Toomey“, geschrieben von Susan Wojciechowski und illustriert von P.J. Lynch. Leider ist es noch nicht in deutscher Sprache erhältlich.

Die Handlung spielt vor gut hundert Jahren in einem kleinen Dorf irgendwo auf der Welt. Der kunstfertige Holzschnitzer Jonathan Toomey ist nach dem Tod seiner Frau und seines Kindes mit der Welt entzweit und lebt in selbstgewählter Einsamkeit. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten als Schnitzer bekommt er dennoch Aufträge und sichert sich so seinen Lebensunterhalt. Weiterlesen

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Vor wem sollte ich mich fürchten?

Heute möchte ich auf ein weiteres interessantes Hörspiel aufmerksam machen. Da ich den Text auf der CD-Hülle bereits sehr gut fand, möchte ich diesen hier weitergeben.

Man schreibt das Jahr 1565. Pieter Titelmann, ein gefürchteter und grausamer Verfolger, hat die Aufgabe, jede Person festzunehmen, die nicht hinter der katholischen Staatskirche steht. Claudia, die sich täglich der Ungewissheit ihrer Zukunft ausgesetzt findet, ringt mit ihren Ängsten und erwägt sogar ihren Glauben aufzugeben, um die Trennung ihrer Familie zu verhindern. Die Worte „Vor wem sollte ich mich fürchten“, werden die ununterbrochene Frage und der Entscheidungspunkt ihres Lebens.

Wer sich nicht zu sehr vor dem doch recht deutlichen russlanddeutschen Akzent abschrecken lässt, bekommt ein solides Hörspiel zu hören.  Es erinnert uns in unserem Wohlstand daran, dass viele der Christen vergangener Jahrhunderte für ihren Glauben teuer bezahlen mussten. Bereits der Kirchenvater Tertullian stellte  im zweiten Jahrhundert nach Christus fest: Das Blut der Märtyrer ist der Same der Kirche.

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