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Bibel-Chronik von Karl-Heinz Vanheiden.

Bibel-Chronik – Die Bibel im historischen Kontext von Karl-Heinz Vanheiden. Gebunden, 840 Seiten, in zweiter Auflage 2021 bei CV-Dillenburg und Verlag Mitternachtsruf erschienen.

Eine Leseprobe findet sich hier.

Der Autor ist vor allem durch die Arbeit an der NeÜ bekannt.

Viele kenenn die NeÜ- Neue evangelistische Übertragung, oder NeÜ bibel.heute wie sie „heute“ genannt wird, an der K.-H. Vanheiden schon seit Jahrzehnten arbeitet.

Vanheiden wagt mit seiner Übersetzung einen interessanten Spagat aus möglichst „sinngemäßer“ und nicht wörtlicher Übertragung der Bibel bei gleichzeitiger Präzision der historischen Angaben.

So übersetzt Vanheiden 2. Mose 12,18-20 auf folgende Weise:

Vom Abend des 14. bis zum Abend des 21. April* müsst ihr ungesäuerte Brotfladen essen. 19 Sieben Tage lang darf kein Sauerteig in euren Häusern zu finden sein. Denn jeder, der etwas mit Sauerteig isst, muss sterben und so aus der Gemeinschaft Israels beseitigt werden. Das gilt für den Einheimischen genauso wie für den Fremden. 20 In dieser Zeit dürft ihr nichts essen, was mit Sauerteig zubereitet ist. Das gilt für alle eure Wohnsitze.“

Gewissenhaft gibt er in den Fußnoten den wörtlichen Text und erläutert auch, warum er sich für die Übertragung der Zeitangaben entschied. Sie helfen einem, einen besseren Überblick über Zeitpunkte, Dauer und im späteren Verlauf der israelischen Geschichte zeitnah oder gleichzeitig stattfindende Ereignisse zu erkennen.

Ein zweites Textbeispiel habe ich aus Matthäus 13,53 gewählt:

Im Anschluss an diese Gleichnisreden zog Jesus weiter. 54 Er kam in seinen Heimatort und ging in die Synagoge und lehrte. Erstaunt fragten seine Zuhörer: „Wo hat der denn diese Weisheit her? Und woher hat er die Kraft, solche Wunder zu tun? 55 Ist das denn nicht der Sohn des Baumeisters*? Ist nicht Maria seine Mutter, und sind nicht Jakobus, Josef, Simon und Judas seine Brüder? 56 Und seine Schwestern leben doch auch bei uns! Wo hat der das alles nur her?“ 57 Sie ärgerten sich über ihn. Da sagte Jesus zu ihnen: „Überall wird ein Prophet geehrt, nur nicht in seinem Heimatort und in seiner Familie.“ 58 Wegen ihres Unglaubens tat er dort nicht viele Wunder.

13,55: Baumeister. Andere übersetzten Zimmermann. Aber solch einen Holzfacharbeiter gab es damals noch nicht. Man verrichtete alle anfallenden Arbeiten auf einem Bau.

Diese beiden Beispiele sollten in ausreichender Weise den Klang der NEÜ bibel.heute wiedergeben, die übrigens online vollständig und kostenfrei zur Verfügung gestellt wird.

Doch was hat die NeÜ bibel.heute mit der Bibel-Chronik zu tun? Einiges:

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Halbzeitanalyse(b): der Stundist


In der Artikelserie „Halbzeitanalyse“ berichte ich über Blicke in die Vergangenheit wie in die Zukunft von der Mitte des Lebens her. Dabei möchte ich Fehlentwicklungen genauso zugeben, wie Gute Wege weiterhin beschreiten. Bisher erschienen sind:


Eine besondere Stärke der Evangeliums-Christen ist die konsequente Auslebung des allgemeinen Priestertums. In diesem Artikel möchte ich von meinen eigenen Erfahrungen berichten. Seit ich 17 Jahre alt bin, habe ich regelmäßig am Predigtdienst meiner Gemeinde teilgenommen.

Da einige meiner Leser selbst im Laien-Predigtdienst stehen, könnten die folgenden Notizen für den einen oder anderen hilfreich sein. Der Artikel ist recht umfangreich geworden; ich habe ihn daher in Kapitel gegliedert, die – soweit ich es einschätzen kann – nach Belieben übersprungen werden können. Das erste und das letzte Kapitel zu lesen, dürfte allerdings hilfreich sein.

Bist du selbst Prediger? Dann freue ich mich über einen persönlichen Erfahrungsbericht – gerne auch als Kommentar.


Lieber Prediger als König

Spurgeon sagte einmal: Wer die Wahl hat, König oder Prediger zu werden, und sich für das Königtum entscheidet, hat schlechter gewählt. Das trifft meinen Blick auf die Aufgabe der Predigt ganz gut. Ich selbst spreche meist lieber von einer „Andacht“, um anzuerkennen, dass die Predigt von Gemeindeleitern – Ältesten oder Pastoren – ein besonderes Gewicht und eine besondere Autorität hat. Etwas mehr zu dieser Unterscheidung findet sich [hier].

Unabhängig davon kann ich mir kaum eine größere Ehre vorstellen, als diesen Dienst tun zu dürfen. Gleichzeitig kenne ich kaum eine Aufgabe, vor der ich mehr Ehrfurcht habe – „Verkündigen will ich deinen Namen meinen Brüdern; inmitten der Versammlung will ich dich loben.“ (Psalm 22,23)

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Lebst du mit deiner ganzen Hirnleistung für Christus?

„Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand und aus deiner ganzen Kraft!“ (Markus 12,30)

Ich liebe es, mit jungen Christen zu sprechen. Sie haben oft noch diese frische, unbekümmerte Beziehung zu Gott und Jesus. Häufig spürt man ein inneres Brennen, das vielen älteren Christen abhandenkommt. Ich glaube jedoch, dass das, was im Alter verloren geht, seine Wurzeln oft schon in den frühen Tagen der Nachfolge Christi hat.

Natürlich gibt es unterschiedliche Ursachen, und was ich nun schildere, beschreibt womöglich eher ein Symptom als eine Ursache: eine bereits vorhandene Unentschlossenheit – oder auch die Vorstellung, oft geprägt durch das eigene, eigentlich christliche Elternhaus, dass man in allem „erfolgreich“ sein muss: im Beruf, in der Ehe, in der Karriere; ein schönes Haus, gelungene Urlaube, perfekt erzogene Kinder, überall engagiert – auf der kirchlichen Bühne ebenso wie beim Stadteinsatz; aktiv in Musik, Kunst und Literatur; unterwegs in WhatsApp und Instagram – und das alles, während man angeblich vollständig nur für Christus lebt.

Das klingt nach einem unerreichbaren Perfektionismus – und ist es auch! Doch wir streben nur deshalb nach solch einem Perfektionismus, weil wir das Perfekte – oder vielmehr den Perfekten – nämlich Jesus Christus, aus dem Blick verloren haben.

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Allen recht getan – ist eine Kunst die niemand kann!

Fast eine Million Suchergebnisse bekomme ich, wenn ich Google nach „der Esel, der Vater und der Sohn“ suchen lasse. Diese Uralte Geschichte, deren Entstehung entweder der griechischen Antike oder der frühislamischen Erzählkunst zugesprochen wird, ist äußerst lehrreich und in unzähligen Nacherzählungen verfügbar, z.B. hier oder hier in einer Vertonung von Peter Alexander. Mir ist in der kurzen Recherche aufgefallen, wie unterschiedlich und häufig überhaupt nicht zufriedenstellend die Bewertungen dieser Erzählung, ausfallen. Hier z.B. kommt der Autor zum Ergebnis: „Und übrigens: Wenn wir ständig versuchen, es anderen recht zu machen, bleiben unsere Wünsche und Bedürfnisse auf der Strecke. Das muss nicht sein!“. Vater und Sohn in unserer Geschichte handeln töricht, dass sie sich zu kompletten Spiegeln der Gesellschaftsmeinung machen, aber die alternative Lösung wäre ein egoistischer Abgrund: Alle Rückmeldungen zu ignorieren. Angenommen, Vater und Sohn kämen von Anfang an, dass es für sie am besten ist, den Esel zu schleppen, sie wären wahrlich Narren geblieben.

Zu gleichen Narren werden wir, wenn wir die Rückmeldungen unserer Nächsten nur übernehmen, um Ihnen zu gefallen. – Und die Versuchung, seinem Nächsten mehr als Gott gefallen zu wollen, ist eine gewaltige Herausforderung, gerade unserer modernen Zeit, wo das Dazugehören, das nicht negativ auffallen, kein „Anstoß“ werden (so die fromme Formulierung), einen unberechtigt hohen Stellenwert besitzt.

Da die Erzählung so oft nacherzählt wird, habe ich mich auch für eine Nacherzählung mit Hilfe von Chat-GPT entschieden (Link zum Prompt).

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Gottes Vorsehung entschuldigt unsere Bosheit nicht

Wer eine reformierte Sicht des Zusammenspiels von Gottes Vorsehung und Dingen wie Zufall, dem Bösen, menschlicher Verantwortung sucht handelt sicherlich nicht falsch wenn er zu Calvins Institutio zeigt. In den Kapiteln 16 bis 18 widmet sich Calvin dem Thema der Vorsehung. Zunächst wird die Lehre von der Vorsehung definiert: Es ist Gottes Erhaltung seiner Schöpfung. das biblische Bild von der Schöpfung ist nicht einfach bloß ein Theistisches als hätte ein großer Erschaffer einmal einen Knopf gedrückt und nun arbeitet ein äußerst komplexer Mechanismus ganz autonom ein Programm ab – Nein die Bibel zeichnet ein Bild, dass die Schöpfung auch nicht einen Augenblick bestehen kann, wenn sie nicht durchgehend erhalten würde (Heb. 1,3 man vgl. aber auch die vielen weiteren Beispieltexte die Calvin zu dieser These aufführt).

In Kapitel 16 bespricht Calvin nun das Zusammenspiel von Menschlicher Verantwortung und Gottes Vorsehung. Wem die griechischen und römischen Sagen und Legenden nur am Rande bekannt sind, wird über die große Obsession der Antike überrascht sein, dass der Einzelne einem Unabänderlichen Schicksal ausgeliefert ist. Genau da greift Calvin ein und zitiert einige bekannte „Klassiker“. Das christliche Modell von Gottes Souveränität und ist selbstverständlich komplexer,freier, gründlicher. In jedem Fall ist Gottes absolute Vorsehung und Kontrolle niemals eine Ausrede für das was wir anrichten. Daran lässt Calvin keinen Zweifel übrig. Ein Auszug aus dem dritten Abschnitt vom 16 Kapitel des ersten Buches der Institutio. Das vollständige erste Buch findet sich kostenfrei im Web.

„Wem solche Bescheidenheit zuteil geworden ist, der wird weder um der Widerwär­tigkeiten vergangener Zeiten willen gegen Gott murren, noch auch die Schuld für die Übeltaten auf ihn schieben, wie es Agamemnon bei Homer tut: „Ich bin dessen nicht schuld, sondern Zeus und das Schicksal!“ Er wird sich auch nicht wie jener Jüngling bei Plautus, wie vom Schicksal dahingerissen, verzweifelt ins Verderben stürzen: „Unbeständig ist das Los der Dinge, nach Willkür handelt das Schicksal am Menschen; ich will mich zum Felsen begeben, um mit meinem Leben der Sache ein Ende zu machen!“ Auch wird er nicht nach dem Beispiel eines anderen mit dem Na­men Gottes seine Untaten beschönigen. So spricht es Lyconides in einer anderen Ko­mödie (des Plautus) aus: „Gott war der Anstifter, ich glaube, die Götter haben es so gewollt; denn ich weiß: hätten sie es nicht gewollt, so wäre es nicht geschehen!“ Nein, er wird aus der Schrift forschen und lernen, was Gott gefällt, um unter Führung des Geistes danach sich auszustrecken; er wird zugleich bereit sein, Gott zu folgen, wohin er ihn ruft, und damit zeigen, daß nichts heilsamer ist, als diese Lehre zu kennen.

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Anbetungsmusik auf der Gitarre

Youtube ist gegenwärtig häufig im Alltag präsent. Selbst mit Youtube-Premium lässt sich aber die Zahl von „Schrott-Videos“, von denen sich gerade die Kinder anziehen lassen kaum bändigen. Doch neulich hat mir Youtube was wirklich gutes Vorgeschlagen: „Worship Guitar – 100 Beautiful Hymns“ .

Ich weiß, bei einigen Klingeln beim Begriff „Worship“ die Alarmglocken. Aber es ist das Englische Wort für Anbetung, Preis, Lobpreis. Ich hoffe somit die skeptischen Leser von diesen Übertragungen bekannter Glaubenslieder auf (Western)-Gitarre zu überzeugen, die von Josh Snodgrass realisiert wurden. Mein absolutes Lieblingsstück von Josh ist O Sacred Head Now Wounded (Oh Haupt voll Blut und Wunden). Sowohl das Tremolo wie die gewählten Dissonanzen passen hervorragend als Vor und Zwischenspiel zu diesem bekannten Passionslied.

Obwohl Josh von vielen seiner Liedern auch Tabulatoren bzw. Noten anbietet, konnte ich leider vom obigen Lied keine Noten ausfindig machen, selbst nach direkter Kontaktaufnahme mit Josh. Ich habe von Josh nämlich erfahren, dass er seine Stücke frei vom Gehör spielt ohne eine Notation vorzunehmen.

Da ich selber Gitarrenspieler bin und einen äußerst ähnlichen Spielstil besitze, wenn auch auf der klassischen Gitarre, ist für mich die Musik von Josh natürlich besonders interessant. Da ich jedoch von weiteren Gitarrenspielern und Music-Liebhabern unter den Lesern dieses Blogs ausgehe, wollte ich mit euch diese Information teilen. Joshs Lieder finden sich in Spotify genauso wie in Youtube und auf den sonstigen üblichen Plattformen.

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Der Gut-O-Meter – Bist du gut genug?

Dieser uralte Sketch ist wirklich eine Köstlichkeit. Die Menschen stehen Schlange vor einer Waage, die Ihre „Gutheit“ misst. Hier steht der verunsicherte Otto Normalbürger genauso Schlange wie der in sich selbst gewisse moralische Held der Gesellschaft.

Nun ist Gerichtszeit und die Akten der Bürger werden vom Gut-O-Meter ausgewertet. Plötzlich heißt es aber „Nicht gut genug“. Die Hoffnung einer Bürgerin, dass „die Guten Taten die Bösen“ ausgleichen bleibt genauso unerfüllt wie das verzweifelte Argument „man wäre ja als Kind getauft worden“.

Der letzte Kandidat in der Schlange hat eine besonders dicke mit Mahnungen gefüllte Akte. Er ist völlig mutlos. Sein Urteil dürfte ja eindeutig ausfallen. Doch plötzlich betritt Jesus die Bühne: „Er gehört zu mir“

Dem Sketch gelingt es sehr plastisch die Bedeutung der Rechtfertigung aus Gnaden darzustellen und die Bedeutung der Stellvertretenden Sühne. Denn während jeder „Selbstgerechte“ persönlich vom Gut-O-Meter ausgewertet wird, setzt sich beim letzten Sünder Jesus selbst dieser Qualitätsprüfung aus: 100% Gut heißt es nun. Prüfung bestanden. Man darf sich nun zur Rechten versammeln.

Währenddessen verschwindet die Negative Akte im Abfall… Ganz zum Entsetzen derer auf der anderen Seite des Urteils. Sie finden das furchtbar ungerecht. Der Kontrolleur hat da nur eine Erklärung übrig: „Deswegen heißt es ja auch Gnade…“

Dieser Sketch, dessen Ursprung ich nicht eindeutig lokalisieren konnte, ist auch in einer sehr guten deutschen Übertragung verfügbar, die von einer Gemeinde in Frankfurt realisiert wurde.

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Nur diesen Juli: Zwei Calvin Kommentare gratis

Ich freue mich, dass die deutschsprachige Logos Bibliothek zunehmend qualitativer wird. Logos verschenkt ja jeden Monat ein Buch, nutzt man auch Verbum (= Logos auf katholisch) und das englischsprachige Logos kommt man so auf einige kostenfreie Werke im Monat, die meist gut ausgewählt sind.

Dieses Mal überrascht aber das „deutsche Logos“ mit gleich Zwei Kommentaren von Johannes Calvin. Auch wenn es sich hier um eine ältere Übersetzung von Th.A. Bergfried handelt, ist es dennoch eine gute Möglichkeit seine Logos Bibliothek auch um deutschsprachige Werke zu erweitern.

Kostenlos erhältlich ist der Kommentar über Josua und über den Epheserbrief. Alle anderen Kommentare von Calvin sind derzeit mit 40% Rabatt erhältlich. Aufgrund des gegenwärtig günstigen Wechselkurses zum Dollar kommt man so an die ganze Reihe für deutlich unter 100 EUR.

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Der Fürst und der Fährmann – Eine Erzählung in 12 Kapiteln von Eckart zur Nieden

Der Fürst und der Fährmann, eine Erzählung in zwölf Kapiteln von Eckart zur Nieden. Für 8,90EUR bei CLV.de erhältlich, die dieses Werk von zur Nieden neu aufgelegt haben. Das Werk wird auch gewohnt ausgezeichnet von Hanno Herzler vorgelesen.

Es gibt so viele Gründe, warum Der Fürst und der Fährmann eine gelungene Erzählung ist. Da ist zum Beispiel die Schilderung einer tiefen Freundschaft, die zwischen zwei Männern entsteht, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da beide schon etwa 50 Jahre alt sind und somit ihre Midlife-Krise hinter sich haben, ist das Werk eine Ermutigung dafür, wie gut es ist, wenn man einen guten Freund hat.

Durch die Begegnung mit dem Fährmann erfährt der Fürst zum ersten Mal, was es bedeutet, wenn ein Mensch nach dem Wort Gottes lebt. Der Fährmann hat einen Stapel Bibelverse liegen, deren obersten er wieder nach unten legt, wenn sich dieser in seinem Leben erfüllt. Dadurch schildert dieses, auch für jüngere Kinder gut geeignete, Werk sehr geschickt, wie ein gottesfürchtiges Leben aussehen kann, das vom Wort Gottes geprägt ist. Es verfällt dabei nicht in Formalitäten oder christliche Traditionen. Hans, der Fährmann, ist ein Mann, der mit Gott lebt, ohne dass es verkünstelt wirkt. Das beeindruckt den Fürsten, der ein „formelles“ Leben allzu gewohnt ist.

Der Fürst erweist sich dabei als ein Mensch, der bereit ist, zu lernen und sich zu verändern. Dabei gelingt es Zur Nieden, diese Veränderungen so zu schildern, dass sie wirklich realistisch und „erreichbar“ sind. Die Geschichte wirkt an keiner Stelle verkünstelt – so ungewöhnlich eine Freundschaft zwischen einem Fürsten und einem Fährmann auch sein mag.

Die Geschichte gliedert sich in zwölf Kapitel, die uns in das Jahr „11 nach der Sonnenfinsternis“ führen und jeweils eine Situation aus einem Monat dieses Jahres schildern. Entsprechend sind die Kapitel mit Monatsangaben überschrieben. Was mit einer spektakulären Lebensrettung des Fürsten im Januar beginnt, endet mit einer geselligen Weihnachtsfeier in einer kleinen Hütte im Dezember. Dazwischen finden sich Erlebnisse aus Frühling, Sommer und Herbst. Durch diese Gliederung ergeben sich zwölf in sich abgeschlossene Kapitel von jeweils etwa 25–30 Minuten Länge.

Zur Nieden erweist sich dabei als ein geschickter Autor, der kleine Running Gags (Stichwort: Brennnesseltee) ebenso in die Geschichte einbaut wie gründlich ausgearbeitete Details aus dem Leben des Fährmanns, z. B. sein Verhalten, wenn ein Flößer oder ein Köhler an der Fähre vorbeiziehen. Im Werk finden sich auch metaphorische Elemente: Einmal steckt der Fährmann in Not und muss unbedingt den Fürsten sprechen. Der Weg zum Fürsten führt jedoch nur über dessen Sohn. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, im Anschluss an die Erzählung mit den Zuhörenden darüber ins Gespräch zu kommen.

Meine Kinder haben dieses Werk bereits gekannt, und ich bin froh, dass ich mich diesem gelungenen Erzählwerk ebenfalls gestellt habe. Wir haben es gemeinsam auf einer längeren Fahrt als Hörbuch angehört.

CLV hat dieses Buch neu aufgelegt in der Reihe „Jung und Jünger“. Nach diesem Buch haben wir uns weitere Werke dieser Reihe geholt, wobei etwas schade ist, dass bisher nach meinem Wissen nur „Der Fürst und der Fährmann“ als Audio-Buch vorhanden sind.

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„Warum nur bin ich so traurig? Warum ist mein Herz so schwer?“

Neulich bin ich ziemlich mutlos aufgewacht. „Wenn ich aufwache, so rede ich von dir“? – Nichts wäre wohl ferner. Lustlos setzte ich mich an den Tisch, das Handy meiner Frau war mit der Bibelapp offen, genau bei Psalm 42. Es war wie das lebendige Wasser. „Was betrübst du dich meine Seele“, diese dreifache Selbstfrage aus Psalm 42 (und 43) ist wohl vielen bekannt. Hoffnung für Alle (HFA) übersetzt mit: „Warum nur bin ich so traurig? Warum ist mein Herz so schwer?“ Die Selbstzweifel, Selbstreflexion bleibt weiterhin, ist aber deutlich „näher“, nahbar formuliert.

Eigentlich ging ich bisher davon aus, dass gerade die Psalmen in der Lutherübersetzung nicht überboten werden können. Doch Psalm 42 in der HFA ist wirklich eine gelungene Übersetzung, die ich hier auch vollständig wiedergeben möchte.

In den letzten Wochen habe ich wiederholt die Erfahrung gemacht, wie bereichernd es ist, die Verse in den unterschiedlichsten Übersetzungen zu betrachten, vor wenigen Wochen schrieb ich bereits darüber.

Natürlich wird so dem linguistischen Laien eine Frage nur dringender: Was genau steht dann in dem eigentlichen biblischen Text. Welche Übertragung und Übersetzung trifft diese oder eine andere Phrase besser? Was sagt der Text wirklich. Klar, einerseits spricht mich diese oder jene Übertragung an, aber was ist es, was Gott mit diesem Text sagt? Obwohl es nicht einfach ist, diese Fragen zu beantworten, können wir den Reichtum, denn die vielen deutschsprachigen Bibelübersetzungen bieten, wirklich genießen:

„1 Von den Nachkommen Korachs, zum Nachdenken. 2 Wie ein Hirsch nach frischem Wasser lechzt, so sehne ich mich nach dir, o Gott! 3 Ja, ich dürste nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann darf ich in seinen Tempel kommen? Wann darf ich wieder vor ihn treten? 4 Tag und Nacht weine ich, Tränen sind meine einzige Speise, denn ständig verspottet man mich und fragt: »Wo bleibt er denn, dein Gott?« 5 Es bricht mir das Herz, wenn ich an früher denke: Da ging ich dem großen Festzug voran und führte ihn zum Haus Gottes. Da konnte ich Gott zujubeln und ihm danken inmitten der Menge! 6 Warum nur bin ich so traurig? Warum ist mein Herz so schwer? Auf Gott will ich hoffen, denn ich weiß: Ich werde ihm wieder danken. Er ist mein Gott, er wird mir beistehen! 7 Mein Gott, ich bin völlig verzweifelt! Aus der Ferne des Jordanlandes denke ich voll Trauer an dich. Während ich auf dem Berg Misar im Hermongebirge stehe, gehen meine Gedanken zu dir. 8 Von den Bergen stürzen Wildbäche tosend in die Tiefe. Mir ist zumute, als würden die Fluten mich mitreißen und fortspülen. 9 Tagsüber seufze ich: »HERR, schenke mir deine Gnade!« Und nachts singe und bete ich zu Gott, in dessen Hand mein Leben liegt. 10 Gott, du bist doch mein einziger Halt! Warum hast du mich vergessen? Warum lässt du mich leiden unter der Gewalt meiner Feinde? 11 Ihr Hohn dringt mir ins Herz, wenn sie Tag für Tag fragen: »Wo bleibt er denn, dein Gott?« 12 Warum nur bin ich so traurig? Warum ist mein Herz so schwer? Auf Gott will ich hoffen, denn ich weiß: Ich werde ihm wieder danken. Er ist mein Gott, er wird mir beistehen!„