Alle Artikel von “Sergej Pauli”

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Die Kraft des Evangeliums

 

Kein Missionswerk ohne Zeitschrift, dass über die Situation auf den Missionsfeldern informiert. Oft fällt es mir bei solchen Zeitschriften sehr schwer, den Berichten zu folgen. Immer scheint es einem so, dass man neue Namen und neue Orte vor sich liest. Dem Missionswerk Voice of Hope ist aber jetzt offensichtlich eine gute Kreuzung aus Missionsnachrichten und erbaulicher Zeitschrift gelungen. Das zweite Exemplar dieser Zeitschrift lag heute in meinem Briefkasten und ich war vom Layout und Qualität des Drucks sehr überrascht. Das Design erinnert einen an das Timotheus-Magazin: Große Bilder, einfache Graphiken und mehrspaltiger Text. Auch die thematische Auswahl der Artikel geht in eine deutlich konservative reformierte Richtung. Das Heft enthält eine Reihe über die Offenbarung von Joel Beeke (aus Revelation von RHB), eine Kurzbiographie über D. Martyn Lloyd-Jones, eine Predigt vom selbigen und einen umfangreichen Ausschnitt aus dem bald auf deutsch erscheinenden Römer-Brief-Kommentar von R.C. Sproul. Die Artikel bestehen somit vor allem aus umfangreichen Leseproben, die aber so ausführlich sind, dass wirklich ein Thema gut überblickt wird. Leseratten können so gut erwägen, ob das zitierte Werk auch im Bücherregal landen soll. Ich persönlich tue mir letztlich etwas schwer mit der doch sehr konservativen Kost. Beeke ist manchmal einfach so furchtbar radikal…

Durch interessante Kombination  habe ich wohl zum ersten Mal in meinem Leben einen Missionsbericht wirklich gelesen. Relativ eindrücklich war die Schilderung der Missionsarbeit in Sizilien mitten unter Corona-Bedingungen.

Hier kann man die Zeitschrift kostenlos abonnieren. Die .pdf-Variante lässt sich auch downloaden(01/2020; 02/2020) oder online ansehen  (01/2020; 02/2020)

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From Paradise to the Promised Land

From Paradise to the Promised Land: An Introduction to the ...Aufmerksam auf dieses Werk von T. Desmond Alexander wurde ich, als ich Tom Schreiners biblische Theologie „The King in his Beauty“ las. Bei der Besprechung des Pentateuchs fanden sich regelmäßig Referenzen zu Alexander. Das machte mich neugierig und ich wurde nicht enttäuscht. Das Werk, das bereits vor 20 Jahren erschien dürfte zum Standardrepertoire jener gehören, die sich näher mit den 5 Büchern Mose auseinander setzten wollen.

Das Buch teilt sich dabei in zwei Kapitel auf. Im ersten Teil setzt sich der Autor mit der kritischen Methode und Interpretation des Pentateuchs auseinander. Besonders spannend ist, wie Alexander einen „Testfall“, nämlich die Sinai-Begebenheit untersucht. Da die Bibelkritik mir persönlich aber knorke ist, konzentriere ich mich auch in meiner Rezension auf den zweiten Teil.

In 15 Kapiteln untersucht Alexander dabei zentrale Themen des Pentateuchs. Hilreich ist, dass der Aufbau immer identisch bleibt. Auf eine Zusammenfassung folgt  eine detaillierte Besprechung, die in einer Schlussfolgerung mündet, die Bezüge zu den anderen Kapiteln herstellt. Abschließend folgt die Betrachtung der Neutestamentlichen Verbindungen. Die Kapitel entwickeln dabei kreisend die Entwicklung des Pentateuchs: Angefangen von der königlichen Linie in Genesis, über das verlorene Paradies geht es weiter zur Frage: Wer Gott ist, wie Abraham glaubte, wie zentral der Bund am Sinai ist,etc. Weiterlesen

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Mit Christus zu Christus gehen…

Auf  glaubend.de berichte ich über meine Erfahrungen mit der Seeslsorgeausbildung bei der Christlichen Fachstelle für Ehe, Familie und Lebensberatung in Aarau. Ich wünschte ich könnte deutlicher schildern, wie ich von dieser Ausbildung und von den Kontakten mit Beat Tanner profitiert habe und weiterhin profitiere.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal auf dieses Video von Beat Tanner hinweisen, mit dem er die Ziele der Ausbildung erklärt:

Wer meinen Artikel lesen möchte, findet diesen hier: „Welchen Rat kann ich meinem Bruder, meiner Schwester in ihrer Not, ihrer Angst und ihrer Sorge geben. Wie kann dieser Rat wirklich weise sein und Liebe und Wahrheit vermitteln? Was muss ich an mir ändern, damit ich besser auf Christus hinweisen kann? Wie kann ich meinen Bruder besser verstehen? Wie kann ich zwischen Sünde und Scham unterschieden? Wie kann ich Strategien entwickeln, um auch mit einem sehr beunruhigten Menschen ins Gespräch über das Wort Gottes zu kommen? Das sind nur einige der Themen, die ausführlich einschließlich persönlichem Mentoring und zusätzlicher Vorbereitungslektüre im Laufe von zwei Jahren besprochen werden…“

Auch Hanniel hat übrigens vor einiger Zeit über diese Ausbildung berichtet.

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Deutschsprachige Beiträge zu den goldenen Honigtöpfen

Vielleicht kennt jemand meinen Beitrag über die goldenen Honigtöpfe. Darunter verstehe ich Material, dass hilft die Bibel besser zu verstehen und den Willen Gottes zu erkennen. Predigten, Beiträge, Bücher, Zeitschriften die auf Christus hinweisen und die Ehre Gottes hochschätzen. Es gibt eine wunderbare Menge davon! Welch Segen!

Zunehmend versuche ich daran zu arbeiten, solches Material auch auf Deutsch zugänglich zu machen und auch zu verbreiten.  Entsprechend möchte ich heute auf drei deutschsprachige Podcasts hinweisen.

Kommentar zum Heidelberger Katechismus von Hanniel Strebel

Ich bin dankbar dafür, dass ich Hanniel überzeugen konnte, seine wertvollen Beiträge auch in das Podcast-Format zu bringen.  Ich meine: Wer nutzt schon Soundcloud? Ich habe mir ehrlich gesagt  nur aus Liebe zu Hanniel dafür einen Zugang beschafft 🙂 .

Neuerdings gibt es jetzt Hanniels Kommentar zum Heidelberger Katechismus auch als Podcast!

Höre unter:

Warum sollte man gerade diesen Podcast hören? Jeder, der alleine oder in Gruppe den Heidelberger Katechismus durcharbeitet findet hier zahlreiche Hinweise, historische Hintergründe und praktische Anwendungen.

Wenn Gott Gnade schenkt werden in wenigen Tagen auch die Vogelflüge Hanniels auf diese Weise zugänglich sein.

Aufbau eines Luther-Lesebuchs

Ich bin Manuel Klem zu Dank verpflichtet für das freundliche Angebot, meine Zitate-Zusammenstellungen von Martin Luther zu vertonen. In Zukunft ist geplant Audio und Text gleichzeitig zu veröffentlichen.

Höre unter:

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„Die höchste Gnade Gottes ist es, wenn in der Ehe die Liebe dauernd blüht…“

Lyndal Roper stellt in ihrer Biographie über Martin Luther schlüssig dar, mit welcher Leichtigkeit Luther ein tausend Jahre altes Verständnis über Ehe und vor allem über Sexualität zur Seite wischte. Liest man seine zahlreichen Aussagen über die Ehe, wird schnell deutlich, dass Luther deswegen derart revolutionär, faszinierend fortschrittlich und mutig anti-kulturell ist, dabei aber praktisch und in sich schlüssig bleibt, weil er beharrlich und immer wieder zum Wort Gottes zurückkehrt.  Im Folgenden eine kleine Auswahl; die Quellennachweise habe ich dabei gesondert gesammelt(download).

Zum Aufwärmen einige Aussagen aus den Tischreden:

„Es ist sehr gut, daß Gott nicht will, daß die Ehe zerrissen werde, denn sonst würde sie zugrunde gehen und aufhören, die Sorge für die Kinder würde in Gefahr geraten und der Hausstand würde fallen, und danach würde auch das Weltregiment und die Religion vernachlässigt werden. Es ist aber die Ehe die Grundlage des Hauswesens, der öffentlichen Ordnung, der Religion.“ [1]

„Über die Ehe, diese ehrwürdige und göttliche Stiftung, sagte er (Luther) vieles Ausgezeichnete: daß sie nach dem Gottesdienst um vieler Ursachen willen der wichtigste Stand sei, aber die Menschen, das Vieh auf dem Felde und die Hefe dieser Welt fliehen sie um der (damit verbundenen) persönlichen Unbequemlichkeit willen. Sie wollen dem Regen entlaufen und fallen dabei ins Wasser. Deshalb muß man es im Namen des Herrn wagen und das Kreuz auf sich nehmen. Man muß die Ordnung Gottes beachten, wegen der Aufgabe, Kinder zu zeugen. Wenn es diesen Grund nicht gäbe, so sollten wir doch bedenken, daß sie ein Mittel gegen die Sünde ist.“ [2]

Eine kurze Anmerkung dazu: Mit „Sünde“ meint Luther an dieser Stelle den Geschlechtsverkehr.

Am Tage nach Neujahr schrie das Kind des Doktor Martinus so sehr, daß es sich von niemandem zur Ruhe bringen ließ. Da saß der Herr Doktor eine ganze Stunde traurig mit seiner Frau. Dann sagte er: Das sind die Nöte der Ehe, um derentwillen sich jeder vor der Ehe scheut. Wir fürchten uns alle vor dem Eigensinn der Frauen, vor dem Geschrei der Kinder, vor den Sorgen und vor schlechten Nachbarn. Deshalb wollen wir gern frei sein und nicht gebunden. Wir wollen freie Herren bleiben und gehen (lieber) zu einer Dirne. Außerdem haben die Väter auch nichts Bemerkenswertes über die Ehe geschrieben. [3]

„Die höchste Gnade Gottes ist es, wenn in der Ehe die Liebe dauernd blüht. Die erste Liebe ist feurig, eine trunkene Liebe, mit der wir geblendet werden und wie die Trunkenen hinangehen. Wenn wir die Trunkenheit ausgeschlafen haben, dann bleibt in den Frommen die echte Eheliebe, die Gottlosen aber haben die Reue.“ [4] Weiterlesen

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Hinweis: Gnade für dich

Gnade für dichGanz frisch auf deutsch ist ein kurzes evangelistisches Büchlein von John MacArthur aufgelegt worden: Gnade für dich erklärt anhand der Geschichte vom verlorenen Sohn (Lk. 15,11-32) das Evangelium. MacArthur gelingt es in Kürze aufzuzeigen, wie unverschämt Sünde ist, ohne den Kontext des Geschehens und der Situation von Christus zu verlieren:

„Um das Gleichnis jedoch richtig zu verstehen, müssen wir es mit den Augen eines Menschen in der Kultur des Judentums des ersten Jahrhunderts sehen. In einem solchen Umfeld war die Idee, dass Gott reuigen Sündern (einschließlich der schlimmsten von ihnen) uneingeschränkt entgegenkommt und ihnen vergibt, ein schockierendes und revolutionäres Konzept.Kaum einer in dieser Gesellschaft konnte sich Gott als einen solchen vorstellen, der Seine Hand Sündern ausstreckt.“

„Ein solcher Ausfall an Dreistigkeit hätte in jener Kultur zumindest einen kräftigen Schlag über das Gesicht als normale Reaktion des Vaters bedeutet. Das wäre üblicherweise in aller Öffentlichkeit gemacht worden, um den Sohn zu beschämen, der seinem Vater eine solche Verachtung erwiesen hatte. Somit konnte ein Sohn, der sich der Entehrung seines Vaters in diesem Schweregrad schuldig gemacht hatte, gut damit rechnen, von allem was er besaß enteignet zu werden, um dann für immer von der Familie abgewiesen zu werden. Betrachtet als ein Toter. So ernst war diese Verfehlung. Es war zu jener Zeit nicht unüblich, eine effektive Beerdigung für ein Kind abzuhalten, das sein Zuhause und seine Familie auf diese freche Weise verlassen  hatte. Noch heute ist es in strengen jüdischen Familien so, dass die Eltern zu einem Sohn oder einer Tochter manchmal »Kaddisch« sagen (das formelle Vortragen eines Beerdigungsgebets), um Ihre Ablehnung für diese Art von Verhalten auszudrücken.“

Kann nach einem solchen Bruch wieder Versöhnung stattfinden? Sie kann, wie Jesus in aller Deutlichkeit beim Erklären seines Gleichnisses unterstreicht. Doch wo bleibt dann die Sühne? Man kann das Gleichnis somit nur als eine Botschaft lesen, die zum Kreuz führt:

„Während es jeder von uns verdient,für seine Sünde zu sterben und die Ewigkeit getrennt von Gott zuzubringen – eine Existenz, die Jesus als unerträglich unglücklich beschrieb. (Matt. 13,41-50; Luk. 16,23-24) –, erduldete der Sohn Gottes unseretwegen die Strafe. Weil Jesus als unser Stellvertreter die Strafe für die Sünde bezahlte, kann uns unser himmlischer Vater völlige Vergebung für die Sünde anbieten, ohne die Gerechtigkeit zurückzustellen oder seine eigene völlig gerechte Natur zu verleugnen.“

Das Buch eignet sich in besonderer Weise für Teenager aus christlichen Häusern, die mit dem Gedanken spielen, den Glauben zu verlassen. Offensichtlich ist MacArthur eine aktualisierte Fassung von „Jesus unser Schicksal“ gelungen, wobei Wilhelm Busch meines Erachtens näher und direkter in die Situation der Menschen gesprochen hat.

Das 70 Seiten lange Büchlein ist für 5,90EUR bei Voice of Hope erhältlich.

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Die kleine Seelsorgereihe

Wer das CCEF auch nur oberflächlich verfolgt, erfährt welch großartige Arbeit Welch, Tripp und bis zu seinem viel zu frühen Tod Powlison im Bereich der Seelsorge geleistet haben. Gott gab ihnen Gnade, dass Seelsorge wieder zum Dienst der Gemeinde an ihren Gliedern, zur Hilfe von Christ am Mitchrist wird. Vor allem, die Neuentdeckung des Kampfplatz des Herzens dürfte reformierte Theologie in einer feinfühligen Anwendung sein. Praktisch bedeutet es, dass man Leidende, Trauernde, Depressive, Schizophrene, Pornosüchtige, Menschen mit Wahnvorstellungen, Ängsten, Zwängen und aller Nöte, die es sonst geben kann, zum Kreuz Christi führt und nicht einfach nur mit bloßen Plattitüden abspeist oder was noch schlimmer wäre, denke, dass ein Verweis auf einen Nervenarzt bereits der vollständige Akt christlicher Nächstenliebe sei. Tatsache ist: Wird man mit Leiden unserer Geschwister und Freunde konfrontiert, dann liegt zwar tatsächlich ein schneller Rat auf der Zunge, im Sinne von: „Stell dich nicht so an!“, „Oh, du Arme!“, „Mach doch einfach das und das….“, „So schlimm ist das nicht, habe ich auch gehabt“. Doch genau solche Ratschläge erteilt dir schließlich auch jeder beliebige Mensch, denn du zufällig aus dem Telefonbuch wählen würdest. Das es besser gehen muss, wird schnell klar. Mit der zahlreichen Literatur, die der 3L Verlag schon seit Jahren in diesem Bereich herausgibt, ist bereits gutes Material gegeben. Mit der kleinen Seelsorgereihe ist nun weiteres interessantes Material dazugekommen: 24 Heftchen, die sich auch gut als Verteil- oder Auslegematerial für Beratungsstellen und Gemeinden eignen. Ich habe ein paar gelesen:

  • Pornografie – Sieg über den Drachen: Dieses Heftchen eignet sich sehr gut, zur Weitergabe, an Betroffene, da es ein Interview zwischen Powlison und einem Bruder ist, der über 20 Jahre lang mit der Pornographie kämpfte. Sehr ehrlich und ergreifend schildert der Bruder, wie Gott sein böses Herz enttarnte
  • Heilung nach Ehebruch: Sowohl der Täter, wie das Opfer benötigen Erlösung, um nicht in Gier, Unzufriedenheit, Schuld, Verzweiflung, Scham oder Rache unterzugehen.
  • Häusliche Gewalt: Die Situation ist verzwickt: „Paare, die in der Öffentlichkeit friedlich zusammen auf den Kirchenbänken sitzen, könnten trotzdem im Streit miteinander liegen. (….) bei dieser Art Krieg finden wir auf beiden Seiten Schuld; doch wenn Gewalt im Spiel ist, unterdrückt üblicherweise der stärkere Mann seine Frau“. Das Buch deckt die verzwickten Irrwege der Selbstrechtfertigung im Denken des Aggressors geschickt auf.
  • Eine Traumehe: „Hören Sie auf mir zu sagen, dass Gott mich liebt! Ich will hören, dass mein Mann mich liebt“ gestand eine Frau dem Seelsorger. Auch in einer kaputten Ehe kann man Freude finden.
  • Teens und Sex: Tripp deckt zurecht auf, dass die Kirche hier versagt, dem starken säkularen Sog entgegenzutreten und bespricht in Kürze zahlreiche Strategien zum Einleiten von Gegenmaßnahmen.

Ein Heft ist in etwas mehr als einer halben Stunde durchgearbeitet und somit eignen sich diese Hefte sehr gut als „Gute-Nacht-Lektüre“ vor dem Schlafengehen. Die Auswahl und Bandbreite ist zudem für vielfältige Lebensbereiche (z.B.: Leid, ADHS, Selbstverletzung, Vergebung…) ausgelegt, was die Bücher sehr nützlich macht. Ich vermisse einen (entsprechend kostengünstigeren) Gesamtband, der als eine Art Handbuch der Seelsorge realisiert ist. Dies könnte auch als Logos-Modul erfolgen.

Ein letzter Hinweis: Wenn du dich selbst in einer schwierigen Situation befindest und Rat und Hilfe suchst, ermutige ich dich, dir Unterstützung und Gebet in der Gemeinde und bei Christen zu suchen. Gerne darfst du mich auch unter pauli @ glaubend.de  oder auch auf anderen Wegen kontaktieren.

 

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Neuanfang – von David Powlison

– Im Folgenden eine Rezension von meinem Freund und Bruder Viktor, der mir die Genehmigung erteilt hat, diese Besprechung auch hier zu veröffentlichen. Wie Viktor richtig hinweist, hat das Buch eine weitaus größere Zielgruppe als Opfer sexueller Übergriffe. Für mich persönlich war es in vielen Bereichen eine Hilfestellung – 

Ich möchte in diesem Artikel ein Buch von David Powlison empfehlen, in dem es sowohl um sexuelle Übertretung als auch um das dadurch entstandene Leid geht:

Manche Bücher sind mit der Absicht geschrieben worden, Menschen im Kampf gegen ihre unmoralischen sexuellen Impulse zu helfen. Andere Bücher verfolgen das Ziel, Menschen in ihrem Kampf gegen die Auswirkungen von sexueller Untreue, Belästigung und Gewalt zu helfen. Doch dieses Buch soll bewusst in beide Richtungen blicken. Sünde und Leid sind zwei grundlegend unterschiedliche Dinge. Was Sie tun und was Ihnen geschieht, könnte nicht unterschiedlicher sein. Doch beides vermischt sich in der DNA der menschlichen Natur. Alle menschliche Erfahrung ist von einer Doppelhelix der Finsternis durchzogen. Die meisten Bücher über sexuelle Heiligung behandeln das Problem der Sünde und widmen sich höchstens am Rande den äußeren Kräften, die verlocken oder quälen. Und in den meisten Büchern für Opfer sexueller Gewalt geht es nicht um Heiligung und nur am Rande um unseren instinktiven Unglauben und unseren Impuls, falsch zu reagieren, wenn uns schweres Unrecht angetan wurde. Doch in der Heiligung geht es sowohl um Übertretungen als auch im Leid, sowie um deren permanentes Wechselspiel. Das ist von entscheidender Bedeutung denn es trifft sowohl auf die Bibel wie auf das Leben zu. Seite 17f

Wen betrifft das Thema?

Als ich das Buch zum ersten Mal in der Hand hielt, dachte ich zunächst, dass mich das Thema nicht wirklich betrifft. Doch je mehr ich las, desto mehr wurde mir klar: das Thema berührt auf die eine oder andere Art fast jeden Menschen. Der Kampf spielt sich nämlich auf den verschiedensten Ebenen ab, bei manchen sehr offensichtlich, bei anderen subtiler, fast unbemerkt. Weiterlesen

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„Wenn auch unser äußerer Mensch zugrunde geht…“

„Darum lassen wir uns nicht entmutigen; sondern wenn auch unser äußerer Mensch zugrunde geht, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert“ („2. Kor 4,16). Das lesen der Bücher von Welch oder Powlison erinnert mich regelmäßig an die Puritaner. Warum? Ähnlich wie die Puritaner kreisen diese sehr lange und intensiv um einzelne wenige Bibelabschnitte. Etwas was ich zunächst als lästig und überflüssig empfand, empfinde ich nun zunehmend als hilfreich. Warum? Weil es mir hilft in ersten überwältigenden Situationen den Überblick zu behalten und einen Startpunkt zu haben: Es kommt jemand auf dich zu und überschüttet dich mit einer Notsituation, z.B. den Bericht über ADHS. In Kürze kommen eine Menge vielschichtiger Probleme auf einen zu, so dass man kaum noch klar sehen kann. Sich in einer solchen Situation an eine Schriftstelle festhalten zu können, ist wie die Eroberung eines Stückchen „Linsenfeld“ (2. Sam. 23,11) in all dem Chaos.

Dabei bietet das Buch von Welch weitreichende Hilfe für sehr unterschiedliche Situationen. Vor allem seine konsequente Verteidigung der biblischen Dichotomie dürfte eine notwendige Handreichung sein. Die Unterscheidung zwischen körperlichen Gebrechen und der Sünde des Herzens hält der Autor konsequent durch:

„Was ist mit anderen Symptomen, wie zum Beispiel Halluzinationen? Offenbaren sie ein geistiges Problem, ein körperliches Problem oder gar beides? Um diese Frage zu beantworten, wenden Sie einfach einen Test an: Verbietet die Bibel Halluzinationen? Die klare Antwort ist: Nein. Deswegen verurteilen wir diese Menschen nicht, sondern drücken ihnen unser Mitgefühl aus. Selbst wenn einige durch ihre Halluzinationen in Sünde fallen oder die Halluzination durch Sünde, etwa das Einnehmen von Drogen, entstanden ist: Halluzinationen für sich genommen sind keine Sünde. Sie sind Ergebnis einer körperlichen Schwäche“ (S. 39)

Warum erschrecken wir als Christen oft mehr vor der Halluzination (oder ähnlich: Schizophrenie) mehr, als vor der Hilfsbedürftigen des Menschen. Ich fürchte Schizophreniker wird man in konservativen Kreisen selten mit dem Kreuz Christi trösten, sondern diesen eher sogar die Taufe versagen und sie erstmal in einen Exorzismus-Zyklus führen. Auch dabei dürfte die Ursache darin liegen, dass man nicht zwischen Sünde (des Herzens) und Schwäche (des Leibes) unterscheidet.

Welch bespricht in seinem Buch unterschiedliche Kategorien sogenannter zerebraler Probleme aus Sicht der Bibel. Diese unterscheidet er in drei Kategorien: Klare Fehlfunktion des Gehrns (Alzheimer, Demenz und Kopfverletzungen), Mögliche Fehlfunktion des Gehirns (Depressionen und ADS/ADHS) und keine Fehlfunktion des Gehirns (Homosexualität und Alkoholismus). Im Umgang mit Menschen, die von einer klaren Fehlfunktion des Gehirns betroffen sind, habe ich mich dabei ertappt, dass ich nicht bereit bin, mit der nötigen Rücksicht auf solche Leute zu zugehen. Ich würde davon ausgehen, dass ich kein weiteres Material, keine weitere Unterstützung benötigen würde, um z.b. mit einem Demenz-Kranken klar zukommen. Diese vermeintliche Sicherheit ist aber eher auf Selbstüberschätzung zurückzuführen.

Das Buch ist von zahlreichen Praxis-Beispielen durchzogen. Beeindruckt hat mich, wie die beschriebenen Folgen nach einer Kopfverletzung nahezu genau so auch in unserem fernen Freundeskreis erlebt wurden. Diese herausfordernden Situationen benötigen viel Unterstützung, auch von Gemeinde und Verwandten und Freunden. Man sollte nicht einfach so weitermachen wie bisher.

In einem anderen Fall beschreibt Welch sehr eindrücklich, wie eine von Depressionen betroffene Schwester sich an diesen festklammerte, weil sie ihre Art der Selbstsühne waren. In solchen Momenten wird der Kampfplatz des Herzens in besonderer Weise offen gelegt. In einem anderen Fall ist der Verweis auf eine Aufmerksamkeitsstörung ein angenehmes Mittel der Selbstrechtfertigung. Reagiert man hier nur mit biologischen Lösungen, wird weder die eigentliche Not der Betroffenen gelöst, noch wirklich der Heiligung nachgejagt (Man erinnert sich wieder an die obige Bibelstelle). Ausgewogenheit ist gefordert:

Es ist ein Unterschied, ob Sie ihrem Kind sagen: „Räum dein Zimmer auf!“ oder „Schlag deinen Bruder nicht!“ Das Kind hat ein Gewissen und weiß intuitiv, dass es andere auch in seiner Wut nicht schlagen darf. Solches Verhalten ist sogar dann noch falsch, wenn die Eltern nicht sagen: „Schlag ihn nicht!“ Aber das Kind hat kein Gewissen, das ihm sagt, es sei moralisch verwerflich, ein unaufgeräumtes Zimmer zu hinterlassen. Eigentlich ist das unaufgeräumte Zimmer eine Verletzung des Gebotes, seinen Eltern zu gehorchen, doch in manchen Fällen ist Ungehorsam nicht die passende biblische Kategorie. Verständnis für das Herz des Kindes könnte auf eine körperliche Beschränkung (zum Beispiel Gedächtnisprobleme) oder Unwissenheit hinweisen und nicht auf geistliche Rebellion. Es gibt keine Entschuldigung für Sünde wie Wut und liebloses Verhalten, aber manchmal gibt es eine Entschuldigung für ein nicht aufgeräumtes Zimmer.“ (S. 124)

In ähnlicher Weise warnt Welch davor, Homosexuelle mit oberflächlichen Antworten abzuspeisen:

„Die Homosexuellen sind in einer heiklen Position: Sie lehnen sich gegen den heiligen Gott auf, aber ihnen ist in gewisser Weise bewusst, dass sie in Sünde leben und sie haben Angst vor Gottes Zorn (Röm 1.).  Sie glauben nicht, dass Gott sich dazu bringen lässt, ihnen wirklich zu vergeben. (…) Es gibt keinen wichtigeren Faktor in der Veränderung eines Homosexuellen als den sicheren Glauben, dass ihre oder seine Sünde von der tiefsten Wurzel an vergeben worden sind.“ (S.156)

Trotz der derart unterschiedlichen Themen ist es Welch gelungen, diese eng zusammenzuhalten. Die Antworten auf all diese Fragen ist immer noch nicht einfach, aber es gibt sie: „Sie sind vorhanden, wenn wir tiefer in der Schrift graben und versuchen, neue Anwendungen für alte Wahrheiten zu entwickeln. Eine liegt uns seit Jahren vor: Wir sind als Einheit von Geist und Körper geschaffen. Ihre Anwendung hat schlicht auf diese und ähnliche Fragen gewartet.“ (S.183).

Es verwundert entsprechend nicht, dass die deutsche Übersetzung dieses Werkes bereits in vierter Auflage vorliegt.

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“ Welch süsser Tausch, welch unerforschliches Walten, welch unverhoffte Wohltat…“

Faith Alone: Audio Lectures TitelbildIch höre derzeit mit Genuss Thomas R. Schreiners Werk (von ihm selbst vorgelesen übrigens): Faith Alone, welches ich via Audible erwerben konnte.

Schreiner fängt sein Werk mit einer Betrachtung der historischen Entwicklung der Lehre von der Rechtfertigung durch den Glauben an. Für einen Protestanten ist es hierbei immer spannend, wie die Kirchenväter zu diesem Thema standen. Fasziniert hat mich diese Aussage aus dem Brief des Mathetes an Diognetus. Der Verweis auf den süßen (oder fröhlichen) Tausch erinnert an Martin Luther. Hier findet sich dieses Werk in der Bibliothek der Kirchenväter. Insgesamt ist dieses Schreiben als eine sehr frühe christliche Schriftdes 2 Jh. zu werten. Die Idee dieses Zitat zu strukturieren habe ich von Justin Taylor von TGC.

Als aber das Mass unserer Ungerechtigkeit voll
und es völlig klar geworden war, dass als ihr Lohn Strafe und Tod uns erwarte,

und als der Zeitpunkt gekommen war,
den Gott vorausbestimmt hatte,

um fortan seine Güte und Macht zu offenbaren,
– o überschwengliche Menschenfreundlichkeit und Liebe Gottes

– da

hasste
und verstiess er uns nicht
und gedachte nicht des Bösen,

sondern

war langmütig und geduldig
und nahm aus Erbarmen selbst unsere Sünden auf sich;
er selbst gab den eigenen Sohn als Lösepreis für uns,

den Heiligen für die Unheiligen,
den Unschuldigen für die Sünder,
den Gerechten für die Ungerechten,
den Unvergänglichen für die Vergänglichen,
den Unsterblichen für die Sterblichen.

Denn was anders war imstande, unsere Sünden zu verdecken als seine Gerechtigkeit?
In wem konnten wir Missetäter und Gottlose gerechtfertigt werden, wenn nicht allein im   Sohne Gottes?

Welch süßer Tausch,
welch unerforschliches Walten,
welch unverhoffte Wohltat,

dass die Ungerechtigkeit vieler in einem Gerechten verborgen würde und die Gerechtigkeit eines einzigen viele Sünder rechtfertige!